von Münchner Löwe | Juni 10, 2024 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Boston Celtics – Dallas Mavericks 105:98 (2:0)
Diesmal hielten die Dallas Mavericks die Partie bei den Boston Celtics lange offen, waren letztlich aber ohne realistische Siegchance.
Dabei führten sie im 1. Viertel sogar mit bis zu 7 Punkten, weil Luka Doncic trotz intensiver Verteidigung glänzend traf und die Celtics von der Dreierlinie erst mal überhaupt nichts. Allerdings ließen die Mavs unfassbar viele Freiwürfe liegen, die Quote lag zeitweise unter 50 Prozent. Erst Mitte der 2. Halbzeit gingen die Celtics erstmals in Führung, zur Pause stand es 54:51. Die Vorentscheidung fiel im 3. Vietel, als sich die Celtics absetzen, nicht so weit wie in der ersten Partie, aber doch mit 10 Punkten. Jetzt fielen die Dreier, fast sinnbildlich dafür der Buzzerbeater fast von der Mittellinie von Payton Pritchard zum Ende des 3. Viertels und der fast unmögliche Dreier von Derrick White zu Beginn des letzten Viertels.
Herausragend war die Abwehr der Celtics. Praktisch jeder Angriff der Mavericks extrem mühselig, freie Würfe ziemlich selten. Es spricht für sie, dass sie es immer wieder versuchten, aber 15 Turnovers leisteten sie sich halt dann doch. Und vor allem Luka Doncic merkte man am Ende der Partie eine verständliche Müdigkeit an.
Mann des Tages
Jrue Holiday: Defensiv ohnehin eine Bank, und diesmal lieferte er auch offensiv ab. Mit 26 Punkten war er Topscorer der Celtics, verwandelte sehr starke 11 von 14 Versuchen (2 von 4 Dreier).
Stark trotz der Niederlage
Luka Doncic: Vor allem er war es, der die Mavs in der 1. Hälfte im Spiel hielt, legte in der 1. Halbzeit 23 Punkte auf. In der 2. Halbzeit nicht mehr so auffällig. Schwach von der Freiwurflinie (4 von 8). Immerhin ein Triple Double, 32 Punkte, je 11 Rebounds und Assists.
🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Maxi Kleber erhielt 16 Minuten Einsatzzeit, in denen er sich defensif um Kristaps Porzingis kümmerte. Offensiv kein Faktor – 0 Punkte bei 4 Versuchen.
x-Faktor
Derrick White: In der Defensive kletten-mäßig eklig und vorne immer wieder mit wichtigen Würfen (u. a. 4 von 10 Dreier). Sein Monsterblock gegen Kyrie Irving kurz vor Ende des Spiels war letztlich die Entscheidung.
Und sonst?
– hatte sich die Mavericks auf die Verteidigung ein bisschen besser eingespielt und schafften sogar einige Anspiele unter den Korb.
– was ist mit Tim Hardaway: Er erhielt von Steve Ker keine Minute Einsatzzeit, obwohl er fit ist.
– Kristaps Porzingis normal: Nach der Gala in Spiel 1 mit18 Punkten in der 1. Hälfte diesmal mit 12 Punkten, 4 Rebounds und 2 Blocks
– die Freiwürfe: die Celtics 19 von 20, die Mavs 16 von 24. Diese Punkte fehlen halt am Ende.
Ausblick
Jetzt geht die Serie nach Dallas, und die Mavs stehen unter Druck. Doch die American Arena steht bereit für heiße Fights. Die Mavs haben durchaus Mittel, auch den Celtics wehzutun. Und ein Kyrie Irving spielt vielleicht doch besser, wenn er nicht die gesamte Spielzeit ausgepfiffen wird.
Ansetzung
Do., 02.30: Dallas Mavericks – Boston Celtics (0:2)
von Münchner Löwe | Juni 8, 2024 | Eishockey, NHL
Blick über den Teich, NHL
Its Stanley-Cup-time. Und während ich bei den NBA-Finals nur leicht für die Dallas Mavericks bin gegen die Boston Celtics und mir vor allem spannende Spiele erhoffe, verhält es sich bei den NHL-Finals anders. Hier bin ich voll und ganz auf der Seite der Edmonton Oilers in der Serie gegen die Florida Panthers. Dabei habe ich überhaupt nichts gegen das Team aus Sunrise, habe ihnen in den Play-offs gegen die Rangers, die Bruins und die Lightning jeweils die Daumen gedrückt (wofür mich wahrscheinlich jeder echte NHL-Fan verachtet, aber halt meine Finnen (wenn viele von ihnen im Team sind, haben sie meine Sympathie). Und kaum ein Team hat mehr Finnen als das der Panthers: neben Kapitän Alexander Barkov auch Anton Lundell und Eero Lusorainen. Und trotzdem will ich den Oilers-Triumph. weil
– zum einen würde ich es sehr einem Team aus Kanada wünschen, nach 1993 (Montreal Canadiens) die Trophäe des Lord Stanley wieder ins Mutterland des Hockeys zu bringen.
– mit Conor McDavid spielt der mit Abstand beste Eishockeyspieler der Welt für die Oilers
– last but not least: Leon Draisaitl, der Kölner, der Sohn des auf Ewigkeit penalty-berühmten Peter Draisaitl https://www.youtube.com/watch?v=517a_I559N0 (8:00). Leon hat eine großartige Saison hinter sich, ist der zweitbeste Scorer in den Play-offs (hinter McDavid). Klar, es hat schon deutsche Stanley-Cup-Sieger gegeben, aber ohne Uwe Krupp, Tim Kühnhackl und Dennis Seidenberg nahetreten zu wollen: noch nie in einer so tragenden Rolle: 2. Co-Star, einer der besten 10 Spieler der Welt (sach ich jetzt mal).
Auf was kommt es an?
Ich habe die Play-offs in der NHL lange nicht so intensiv verfolgt wie die der NBA, aber ein paar Dinge sind mir schon aufgefallen
für die Oilers spricht
– ihre immense Angriffspower: nicht nur McDavid und Draisaitl: Mit Zach Hyman (14 Tore) haben sie den treffsichersten Schützen in ihren Reihen, mit Evan Boucard den gefährlichsten Verteidiger ((27 Scorerpunkte).
– das Powerplay: Sowohl in der Offensive als auch im Penalty-Killing sind die Oilers das beste Team der Liga. Mehr als jedes dritte Überzahlspiel führt zu einem eigenen Treffer. Während McDavid und Draisaitl grundsätzlich in getrennten Linien spielen, setzt Trainer Kris Knoblauch im Powerplay auf gemeinsame Power.
– die Leidenschaft: Edmonton ist Eishockey-Town mit unfassbarer Tradition. Es gibt dort nichts Wichtigeres. Gretzky, Messier, Kurri und andere sind Legenden. Dagegen Florida, der Sunshine State: nicht viel, was ich dort mit Eishockey in Verbindung bringe auf den ersten Blick.
für die Panthers spricht
– der Torwart: Sergej Bobrowski spielt grandiose Play-offs, praktisch fehlerlos und mit ein paar Wunderparaden. Außerdem strahlt er eine enorme Ruhe aus. Stuart Skinner von den Oilers ist dagegen immer wieder einen Bock, ja einen Aussetzer gut. Und wirkt für mich immer ein bisschen hektisch. Seine Jugend (25) könnte ihm helfen (Unbekümmertheit) oder behindern (Unerfahrenheit).
– die Ausgeglichenheit: gleich starke Linien, gerade auch in der Abwehr, die zum Bollwerk werden kann. Und doch auch viel individuelle Klasse eines Tkachuk und Barkov.
– die Stanley-Cup-Erfahrung: Die meisten Panthers waren im vergangenen Jahr schon dabei, als sie im Finale gegen die Las Vegas Knights verloren, auch weil sie mit den Kräften ziemlich am Ende waren. Daraus und dieser besonderen Endspiel-Situation haben alle Beteiligten gelernt. Fraglich ist halt, ob das dann wirklich ausschlaggebend ist.
Und sonst?
– stellt sich die Frage, wer mit den Reisestrapazen am besten umgeht. 4100 Meilen liegen zwischen den beiden Hallen in Sunrise und Edmonton, soviele wie noch nie in einer Finalserie. Bei einer Best-of-7-Serie müssten die Teams bis zu viermal hin und her reisen. Für die Fans ist somit ein Mitreisen sehr schwierig (keine Direktverbindung). Auswärtsunterstützung wird es also kaum geben.
– mein Tipp: Oilers in 6
von Münchner Löwe | Juni 7, 2024 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Klarer Heimsieg: Spiel 1 der Finalserie zwischen den Boston Celtics und den Dallas Mavericks war letztlich eine reichlich unspannende Angelegenheit. Doch es gibt Hoffnung
Boston Celtics – Dallas Mavericks 107:89 (1:0)
Es gab einen ganz kurzen Moment, als ich glaubte, das Spiel könne doch noch spannend werden. Das war im 3. Viertel, als die Mavs in kürzester Zeit einen Rückstandvon 24 Punkten auf 8 reduzierten. Sollten cie Celtics die Nerven verlieren, weil sie sogar schon mit 29 Zählern im 2. Viertel geführt hatten? Die Antwort war für alle Dallas-Fnas ernüchternd. Ein 14:0-Lauf der Celtics beseitigte etwaige Zweifel am Sieg bemerkenswert eindrucksvoll.
Mann des Tages
Die Ausgeglichenheit der Celtics: Es gab nicht den überragenden Akteur, sondern sowohl in Offense als auch Defense veteilte sich die Last auf mehrere Schultern. 6 Spieler punkteten zweistellg, gar sieben hatten mindestens 2 erfolgreiche Dreier. Zum Vergleich die Mavs: Nur 4 Spieler zweistellig und nur Luka Doncic hatte mit 4 (von 12 Versuchen) 2+ Dreier. In der Verteidigung kümmerten sich vor allem Jaylen Brown und Jrue Holiday um Doncic. Auszuschalten ist der Slowene zwar nicht, aber es gelang hervorragend, die Passwege zuzustellen, vor allem die zu den langen Spielern unter dem Korb.
Stark trotz der Niederlage
Luka Doncic: Trotz de intensiven Bewachung legte er 30 Punkte auf und verbuchte 10 Rebounds, allerdings nur einen Assist. Da kann ich mich nicht erinnern, wann es das zum letzten Mal gegeben hat. Stark bei den Zweiern (8 von 14).
x-Faktor
Kristaps Porzingis: Was für ein Comeback nach mehr als einem Monat Verletzungspause. Er war der mitentscheidene Mann, das sich die Celtics ab Mitte des ersten Viertels mit einem 23:5-Run absetzten. 11 Punkte erzielte er im 1. Viertel (5 von 7), legte 7 im 2. Viertel nach. Nach einem erfolgreichen Dreier strahlte er über das ganze Gesicht, wohlgemerkt im 2. Viertel, als noch nicht entschieden war. Erleichterung und echte Freude am Spiel. Und auch in der Defensive war er enorm stark und hob das Niveau der Celtics enorm, nix für ungut, Al Horford. Im 2. Durchgang kühlte er zumindest in der Defensive ab, doch letztlich tolle Stats für ihn: 20 Punkte (8 von 13), 6 Rebounds und 3 Blocks.
🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Maxi Kleber durfte für die Mavs 18:40 Minuten ran. Er nahm einen Wurf (und traf) und verbuchte einen Assist. Da muss mehr kommen
Und sonst
– pfiffen die Celtics-Fans ihren Ex-Spieler Kyrie Irving (2 Jahre in Boston) leidenschaftlich aus bei jedem Ballkontakt. Offenbar ging das nicht spurlos am Dallas-Guard vorbei. Keinen einzigen Dreierversuch von fünf traf er und insgesamt nur 6 von 19 Würfen zu nur 12 Punkten.
– furchtbare Dreierquote der Mavs: 7 von 25
– blasse Mavs-Center: Daniel Gafford brachte es auf 8 Punkte Dereck Lively nur auf 2. Und das bei einer Wurfquote von 100 Prozent. Gafford 3/3, Lively 1/1. Es fehlten also die geeigneten Anspiele.
– schwache Freiwurfquoten hier wie dort: 12/19 Mavs, 13/19 Celtics – dafür würde man jedes Oberliga-Team schelten. Negativ stach hier Jaylen Brown 6/11 heraus.
Ausblick
Die Celtics haben mit ihrer fantastischen ersten Halbzeit und vor allem dem ersten Viertel (27 Punkte – Franchise-Rekord) eindrucksvoll gezeigt, dass sie mehr als bereit für die Finalserie sind. Mit Porzingis von der Bank haben sie eine vermeintliche Schwäche quais ausgelöscht, zumal auch Sam Hauser durchaus beeindruckte (2/2 Dreier). Doch es wäre ein Riesenfehler, die Mavs abzuschreiben. Sie haben viel Moral gezeigt bei einem vermeintlich aussichtslosen Rückstand. Und immer werden sie nicht so furchtbar danebenwerfen. Allerdings müssen sie schauen, dass sie ihre Center besser ins Spiel einbeziehen. Insgesamt nur 7 Assists sind schlicht zu wenig.
Ansetzung
Mo., 02:00: Boston Celtics – Dallas Mavericks (1:0)
von Münchner Löwe | Juni 6, 2024 | basketball, NBA
Boston oder Dallas, Celtics oder Mavericks – das ist die große Frage vor den NBA Finals, die in der Nacht zu Freitag im Bostoner TD Garden beginnen.
Eine Finalserie voller Unwägbarkeiten. Da ist erst mal die ungewöhnlich lange Spielpause, die die Teams seit den Conference Finals hinter sich haben. So haben die Celtics die letzte Partie gegen die Indiana Pacers vor 10 Tagen bestritten, die Mavs gegen die Wolves vor einer Woche. Einerseits schön, dass Verletzungen und Wehwehchen auskuriert werden, andererseits, kann da auch der Spielfluss verlorengehen, der auch im Trining schwer zu simulieren ist.
Das spricht für die Celtics
– Eine extrem starke erste 5, vorne und hinten. Vor allem in der Verteidigung könnten vor Jrue Holiday und Jaylen Brown die Kreise von Luka Doncic und Kyrie Irving entscheidend einschränken.
– Kristaps Porzingis: Einer meiner x-Faktoren vor der Serie. Findet er nach seiner langen Verletzungspause auch nur annähernd seine Topform, ist er eine enorme Verstärkung des Kaders im Vergleich zu den bisherigen Play-offs. Für ihn war es bestimmt sehr gut, dass er gegen die Pacers nicht benötigt wurde
– der Heimvorteil: 37:4 lautete die Bilanz der regulären Saison im TD Garden, mit Abstand die beste der Liga. Und auch wenn die Celtics in den Play-offs ihre einzigen beiden Niederlagen gegen die Heat und die Cavaliers zu Hause bezogen – wenn es erst, werden die Fans zum Faktor. Erst recht in einem entscheidenden 7. Spiel, wenn ich soweit vorausschauen darf.
– Jayson Tatum: der Beste der Guten. Der Mann kann alles, und diesmal zeigt er das auch in den Play-offs. Wenn er heiß läuft, wird es für jeden Gegner schwer.
Das spricht für die Mavericks
– Luka Doncic und Kyrie Irving: Schon einer der beiden stellt die Gegner vor unlösbare Gegner, zusammen sind sie eine Macht. Doncc spielt eine fabulöse Saison und unglaubliche Play-offs, obwohl er angeschlagen ist. Die Pause wird ihm sehr gut getan haben. Irving, zwei Jahre bei den Celtics, kann sich ebenfalls jederzeit Würfe selbst erarbeitet. Beide haben auch ein Auge für ihre Nebenleute, die gerade Doncic mit magischen Pässen zu bedienen weiß.
– die bessere Bank: vor allem Derreck Lively und Jaden Hardy bringen oft viel Schwung ins Spiel, wenn sie hereinkommen. Lively war in den 5 Partien gegen die Minnesota Timberwolves ohne jeden Fehlwurf. Okay – alle unmittelbar in Korbnähe, aber dennoch.
– Winterverstärkungen: PJ Washington und Daniel Gafford waren genau die Puttleteile, die die Mavs gebraucht haben. Gafford an den Brettern, Washington als gefährlicher Schütze. Die Dreier müssen natürlich auch fallen.
– der Trainer: Jason Kidd hat als Spieler mit den Mavs 2011 an der Seite von Dirk Nowitzki den Titel gewonnen. Seine überdurchschnittliche Basketball-Intelligenz bringt er jetzt auch von der Trainerbank ein. Mike Machulla von den Celtics haftet dagegen immer noch der Ruf an, sich in heiklen Schlussphasen zu vercoachen. Allerdings hat er seine Kritiker verstummen lassen
Mein Fazit
Es könnte eine durchaus interessante und unterhaltsame Serie werden. Die Mavs waren bisher immer Außenseiter bei ihrem Weg ins Finale, ließen sich dadurch nicht beirren. Gerade auswärts enorm stark, ich hätte ihnen 3 Siege bei 3 Auftritten bei den Minnesota Timberwolves nicht zugetraut. Auf der anderen Seite wurden die Celtics in den Play-offs bisher nicht richtig gefordert, auch weil die jeweiligen Gegner auf ihre besten Spieler ganz oder teilweise verzichten mussten (Butler/Miami, Mitchell/Cleveland, Haliburton/Indiana).
Trotz einiger Bedenken
Boston Celtics in 6
von Münchner Löwe | Juni 6, 2024 | Tennis
Die French Open gehen in die entscheidende Phase. Heute stehen die Halbfinals der Frauen an, morgen die der Männer und am Wochenende die Endspiele. Bereits heute spielt Laura Siegemund das Mixed-Finale an der Seite von Edouard Roger-Vasselingegen die britisch-amerikanische (mit ponischem Einschlag?) Paarung Desirae Krawczyk Neal Skupski.
Tennis-Nation Italien
Sowohl bei Frauen (Jasmine Paolini) als auch bei den Männern (Jannik Sinner) ist Bella Italia in der Vorschlussrunde noch vertreten, das hat es bei einem Grand-Slam-Turnier noch nicht gegeben. Und das muss auch noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Paolini bekommt es heute mit der russischen Aufsteigerin Mirra Andreejava zu tun, Sinner morgen (in einem vorgezogenen Endspiel) mit dem bisher sehr überzeugenden Carlos Alcaraz, den ich für morgen leicht favorisiere. Überhaupt ist Italien im Tennis-Aufschwung. 9 Männer sind unter den ersten 101, 5 unter den ersten 50.
Djokovic kampflos raus
Quasi zum Drüberstreuen steht jetzt schon fest, dass Sinner die neue Nummer 1 wird und Novak Djokovic ablöst. Der Serbe musste für das Viertelfinale absagen. In der Partie im Achtelfinale, das er in 5 Sätzen äußerst mühevoll gegen Francisco Cerundolo gewann, zog er sich einen Riss des Innenmeniskus zu, wie die Diagnose am Dienstag ergab. Gestern wurde er noch in Paris operiert, damit ist auch sein Antreten in Wimbledon äußerst unwahrscheinlich, das Ziel heißt jetzt offenbar Olympia in Paris – und auch das könnte knapp werden.
Es vermehren sich die Zeichen, dass die unfassbare Ära der Großen Drei Roger Federer, Rafael Nadal und eben Djokovic sich dem Ende nähert, dass es zum ersten Mal seit ewigen Zeiten ein Jahr ohne Grandslam-Sieger dieser Drei (zuletzt 2002!) geben könnte. Allerdings will ich Djokovic noch nicht abschreiben. Einzelne Turniersiege traue ich ihm zumindest in den nächsten zwei Jahren jederzeit zu, wenn er wieder fit ist. Das haben ja auch Federer und Nadal nach längeren Pausen eindrucksvoll geschafft. Aber ein dauerndes Beherrschen der Szene halte ich fast für ausgeschlossen und wird auch nicht Djokovics Ziel sein. Sondern einzig die Konzentration auf die wichtigsten Turniere.
Zverev meisterhaft
Ich fand es höchst beeindruckend, wie der Hamburger die Hürde de Minaur gelöst hat. Der Australier ist ja in der Form seines Lebens und er machte Zverev das Leben wahrlich nicht einfach. Doch der nahm die Aufgabe an, blieb geduldig. Er spielte wahrlich nicht fehlerfrei, doch in den entscheidenden Situationen hatte er eben das Itzerl mehr Tenniskönnen und den passenden Gewinnschlag. Knackpunkt war der Tiebreak des 2. Satzes, den Zverev trotz 0:4-Rückstand noch für sich entschied, nachdem er schon beim Stand von 5:6 einen Satzball abgewehrt hat.
Bis zuletzt stand der Sieg auf der Kippe. Sehr wichtig für Zverev war im Hinblick auf seine Kraftreserven, dass er de Minaur in 3 Sätzen schlug, die schon 3:02 extrem anstrengende Stunden dauerten. Zumal er ja schon zuvor fordende Fünfasatz-Matches hatte und Halbfinalgegner Christian Ruud ausgeruht ist aufgrund des kampflosen Sieges gegen Djokovic.
Es ist die vierte Halbfinalteilnahme von Zverev in Paris hintereinander, das allein nötigt schon größten Respekt ab. Vor zwei Jahren zog er sich den bösen Bänderriss gegen Nadal zu, vergangenes Jahr unterlag er dieser Runde eben gegen Ruud. Wie es morgen ausgeht? On verra, wie die Französin so schön sagt.
Noch ein Gala-Content: Zverevs Freundin Sophia Thomalla wird nicht aufgrund ihrer beruflichen Verpflichtungen in Thailand nicht live vor Ort sein.
Schneckles Durchmarsch
Das kann man wörtlich nehmen. Denn gestern musste Laura Siegemund im Mixed zwei Spiel bestreiten und gerade jetzt das Endspiel. Zweimal siegte sie gestern im Matchtiebreak, stand insgesamt fast dreieinhalb Stunden auf dem Platz.
Warum das Finale nicht morgen oder übermorgen? Erstaunliche Terminplanung, Wetterunbill in den Tagen zuvor hin oder her. Ich wünsche dem Schneckle alles Gute.
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