Ketchup-Song der Oilers

Blick über den Teich, NHL

Edmonton Oilers – Florida Panthers 8:1 (1:3)

Es ist schon witzig, wie ähnlich sich die Finalserien in der NBA und NHL sind. In der Nacht zum Samstag demontierten die Dallas Mavericks die Boston Celtics und vermieden den Sweep, gestern Nacht gelang den Edmonton Oilers gegen die Florida Panthers das gleiche. Plötzlich zeigten die Kanadier, warum ihr Angriff so gefürchtet ist. Wobei erneut festzuhalten ist, dass die beiden vermeintlichen Superstars Conor McDavid und Leon Draisaitl erneut nicht die Hauptdarsteller waren. Immerhin gelang McDavid neben 3 Assists das erste Tor und Draisaitl schaffte mit 2 Assists die ersten Scorerpunkte überhaupt in der Finalserie.McDavid seinerseits brach mit seinem 32. Assist den vermeintlich unerreichbaren Rekord eines gewissen Wayne Gretzky. Ein Oiler in der Gretzky-Town Edmonton – wie passend.

Das Glück half den Oilers. So begannen die Panthers sehr stark und hatten Pech mit 2 Stangentreffern in Überzahl. Praktisch im Gegenzahl, noch im Powerplay, kassierten sie das 0:1, als Supertorwart Sergej Bobrowski sich von Brown verladen ließ und Janmark einnetzte. Die Schlüsseszene für Sky-Experte Patrick Ehelechner, der richtig mutmaßte, dass der Russe an diesem Gegentreffer zu knabbern hätte. Bobrowsky blieb weit hinter seiner Glanzform in den bisherigen Play-offs zurück. Nach dem 1:5 nach nur 25 Minuten hatte er genug und verließ entnervt das Eis, wie es im Hockey-Jargon so schön heißt. Auf de anderen Seite eine weitere Schlüsselszene, als der ziemlich kritisierte Stuart Skinner mit einem Monstersave den Ausgleich der Panthers zum 2:2 verhinderte.

Draisaitl-Watch
Der Kölner spielte diesmal in einer Reihe mit Ryan Nugent-Hopkins und Dylan Holiday, denen er jjeweils zu einem Tor assistierte. Positive Bullybilanz, viel Engagement, nur ein Tor wollte ihm nicht gelingen

Meine 🇫🇮 Finnen
Kapitän Alexander Barkov ging genauso unter wie Eero Luostarinen, Niko Mikkola und Anton Lundell, dem immerhin der Assist zum 1:2 durch Vladimir Tarasenko gelang.

Ausblick
Den Sweep vermieden, die Angriffsflaute vertrieben. Und die Oilers sind Aufholjagden gewohnt, man nehme allein ihr Comeback nach dem furchtbaren Saisonstart, der zum Trainerwechsel führte. Die Frage wird halt sein, wie die Panthers diese Niederlage verkraften; insbesondere Sergej Bobrowski wird einigen Stoff zum Nachdenken haben. Zumal er ja schlechte Erinnerungen an die Finalserie gegen die Las Vegas Knigths im vergangenen Jahr hat. Andererseits: Eigentlich ist nichts passiert, und die Panthers haben weiter alle Trümpfe in der Hand.1

Ein Lebenszeichen – oder doch mehr?

Blick über den Teich, NBA

Dallas Mavericks – Boston Celtics 122:84 (1:3)

So dürften sich das die Mavs-Fans vorgestellt haben. Eine frühe Führung, Ausbau zu einem komfortablen Vorsprung und lockers Ausspielen im Schlussabschnitt, wo dann einige Ersatzleute auftrumpfen können.

So fand Luka Doncic früh in den Flow (13 Punkte im 1. Quarter), traf Kyrie Irving (9), und weil es von Anfang an so toll lief, gelang Dereck Lively sogar ein Dreier, der erste in der gesamten Saison.

Nach ausgeglichenem Beginn war es mit der Boston-Herrlichkeit schnell vorbei, sie trafen außer Jayson Tatum nicht mal mehr einen Möbelwagen. Im 2. Viertel nahm ihr Desaster seinen Lauf, als die Mavs praktisch ohne Gegenwehr auf 50:25 davonzogen. Zur Pause stand es 61:35, und in dieser Tonart ging es munter weiter. 45 Punkte war der höchste Vorsprung, der Sieg mit +38 noch deutlich genug.

Auffällig war, dass die Mavs viel schneller spielten als bisher, dass nicht nur Doncic die Angriffe orchestrierte (er war wichtig genug). So wurde die Celtics-Defense ein ums andere Mal ziemlich hergespielt

Mann des Tages
Luka Doncic: 25 Punkte in der ersten Hälfte – und das, obwohl er keinen Dreier traf (4 Versuche) Ansosten die Wurfquote aus dem Feld überragende 10 von 14. Nicht ddas Um und Auf, und in der 2. Hälfte konnte er sich und seinen geschundenen Körper

Stark trotz der Niederlage
Fehlanzeige

x-Faktor
Dereck Lively: Dominierte gerade in der 1. Halbzeit die Bretter. 10 Rebounds, 6 davon offensiv.

🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Maxi Kleber mit 23:12 Einsatzzeit, in denen er 5 Punkte sammelte.

Und sonst?
– Tim Hardaway kam erst in Spiel, als alles entschieden war. Trotzdem beeindruckend seine 5/7 Dreier. Auch ein Dante Exum konnte sich empfehlen.
– die Celtics trafen nur 29/80 Würfe, darunter 14/41 Dreier. Unterirdisch.

Ausblick
Spiel für Spiel, das ist die Maxime der Mavs. Sie haben gezeigt, dass auch der Celtics-Defense beizukommen ist. Allerdings dürfte Boston nicht noch mal so eine verheerende Wurfquote zusammenstümpern, gerade im heimischen TD Garden. Sie bleiben Favorit um den Titel, müssen aber diese Klatsche erst mal aus den Kleiden schütteln.

Ansetzung
Di., 02:30: Dallas Mavericks – Boston Celtics (1:3)

 

Wars das, Leon?

Blick über den Teich, NHL

Edmonton Oilers – Florida Panthers 3:4 (0:3)

Die Parallelen zum NBA Final sind unvekennbar. Hier wie dort erst je zwei Heimsiege und im 3. Spiel eine Heimniederlage, die nach klarem Rückstand noch erträglich gemacht wurde durch einen veritablen, aber letztlich erfolglosen Schlussspurt. Und jetzt sowohl für die Dallas Mavericks (gegen die Boston Celtics) und die Edmonton Oilers das fast unmögliche Unterfangen, nach einem 0:3 die Trophäe doch noch zun holen. Immerhin: In der NHL hat das mal ein Team geschafft – 1955 die Toronto Maple Leafs gegen die Detroit Red Wings.

Über das gestrige Spiel möchte ich mich gar nicht länger aufhalten. Für mich war entscheidend, wie fantastisch die gesamte Verteidigung der Panthers Conor McDavid und Leon Draisaitl erneut aus dem Spiel genommen haben. Nach drei Spielen sind die bisherigen Topscorer der Play-offs  beide noch ohne Tor, McDavid leistete gestern wenigstens zwei Assists. Der gesamte Angriff kommt nicht ins Rolen, auch das Powerplay versandet. Dazu vorne eine großartige Effizienz und mit Sergej Bobrowsky der zurzeit wahrscheinlich beste Keeper der Liga.

Was bleibt den Oilers? Zumindest das 3. Drittel, das erste, das sie gewonnen haben in der Serie, gibt etwas Hoffnung. Und vielleicht löst das klare Ergebnis die Fesseln. Aber es ist halt auch eine Kraftfrage, und gerade McConor und Draisaitl haben enorm viel Eiszeit in den Knochen.

Draisaitl Watch
Er kämpfte, ackerte, schoss dreimal aufs Tor. Aber die Leichtigkeit, die alles so einfach für ihn zu machen schien, ist dahin. Diesmal wenigtens ohen Aussetzer

Meine 🇫🇮 Finnen
Waren wieder sehr auffällig. Alexander Barkov und Eero Luostarinen bereiteten durch tolle Puckeroberung das erste und zweite Panthers-Tor vor. Fürs 2:1 gab es auch einen Assist für Anton Lundell, und Kapitän Barkov überwand Stuart Skinner mit überlegtem Schlenzer zum 4:1, den die Sky-Crew übrigens als nicht unhaltbar erachtete. Wage ich persönlich kein Urteil drüber.

Ausblick
Die Trophäe für die Panthers steht bereit, jetzt müssen sie nur noch zugreifen. Dass sie 4 Spiele am Stück jetzt plötzlich verlieren, ist sehr unwahrscheinlich. Die Oilers müssen es Spiel für Spiel, _Drittel für Drittel, Shift für Shift angehen und nicht ans Große Ganze denken. Wird schon schiefgehen.

Ansetzung
So., 02:00: Edmonton Oilers – Florida Panthers (0:3)

Noch eine Anmerkung zur deutschen Übertragung. Sky macht in der NHL einen um Längen besseren Job als DAZN in der NBA. Damit meine ich gar nicht den Live-Kommentar, der ist Geschmackssache. Aber die Spielpausen nutzt Sky mit aufwändiger Analyse, während bei DAZN nichts dergleichen kommt, sondern der Zuschauer schauen muss, wie eer sich die Zeit vertreibt. Für mich ist das vielleicht nicht so entscheidend, weil ich die Partien jeweils relive am nächsten Morgen anschaue und vorspulen kann, aber diesen Service darf ich als Premium-Sender, der DAZN ja sein will und sich dementsprechend bezahlen lässt, schon anbieten.

Aufholjagd ins Nichts

Blick über den Teich, NBA

Dallas Mavericks – Boston Celtics 99:106 (0:3)

War es das? Fast scheint es, denn in der NBA hat noch nie ein Team ein 0:3 aufgeholt. Und mehr als Hoffnungsfünkchen hat die Partie in Dallas für Mavs-Fans nicht hinterlassen, dass diese Serie ein Ende finden könnte.
Dabei schien die 3. Partie zu kippen. 21 Punkte Vorsprung hatten sich die Celtics vor allem bis Anfang des 4. Viertels herausgearbeitet, als die Mavs im Schlussabschnitt eine unfassbare Aufholjagd starteten und bis auf einen Zähler herankamen. Ein Führungswechsel gegen in  diesem Zeitpunkt desolate und vogelwilde Celtics (der Himmel weiß, was da in sie gefahren ist) schien nur eine Frage der Zeit, doch dazu sollte es nicht kommen. Spielentscheidend war wohl, dass Luka Doncic sein 6. Foul kassierte und das Parkett verlassen musste. Verzweifelt rief Cheftrainer Steve Kerr Jason Kidd (Korrektur: danke Alcides) nach dem Video, doch der Foulpfiff blieb bestehen. Fast spürbar war, wie die Luft aus dem Ballon entglitt. Von der Bank aus musste Doncic mit ansehen, wie sich die Celtics fingen, seine Mavs Fehler machten und letztlich dann doch chancenlos waren.

So grandios diese Aufholjagd in der tobenden Dallas-Arena war – sie kann nicht darüber hinwegtäuschen, was für eine Klasseleistung die Celtics insgesamt in dieser Partie ablieferten – zumindest, nachdem sie ihren Fehlstart überwunden hatten. Obwohl sie wie befürchtet auf Kristaps Porzingis verzichten mussten, gerade in der Abwehr waren sie erneut unglaublich stark. Kosequent spielten sie eins zu eins auch gegen Doncic und Kyrie Irving – und das in einer praktisch nie nachlassenden Intensität. Und auch wenn Irving insgesamt eine Klassepartie (endlich!) hinlegte, jeder Korb war harte Arbeit. Die Passwege waren zu, so gab es bis zum Start der Aufholjagd nur 11 Assists, das schafft ein Doncic normalerweise in einer Partie alleine. Die Anstrengung und Müdigkeit des längst nicht hundertprozentig fitten Slowenen führte dann auch zu einigen völlig überflüssigen Fouls mit besagtem Ende.

Mann des Tages
Jayson Tatum: Bisher hielt er sich in der Finalserie mit dem Punkten vornehm zurück, in Spiel 3 war das völlig anders. Schnell übernahm er das Kommando, legte im ersten Viertel 13 und in der ersten Halbzeit 20 Punkte auf. Am Ende sammelte er 21 Punkte, obwohl sein Dreier unterdurchscnittlich oft das Ziel fand (4/13). Miese Dreierquoten scheinen aber ohnehin diese Serie zu beherrschen. In keinem der 3 Spiele kamen die Teams auch nur annähernd an die 40% heran.

Stark trotz der Niederlage
Kyrie Irving: Diesmal von Anfang an sehr präsent. Der Spätstarter sammelte in der ersten Halbzeit 20 Punkte, insgesamt 35. Auch Doncic überzeugte offensiv, doch defensiv ist und bleibt er ein Schwachpunkt.

x-Faktor
Auch wenn der Bosscore unauffällig war: Xavier Tillman von den Celtics vertrat Porzingis zumindest defensiv hervorragend. Sein Dreier war zum Drüberstreuen.

🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Maxi Kleber erhielt nur 8 Minuten Einsatzzeit. Seine Bilanz: 0 Punkte, 1 Rebound. Aufälligste und vielsagende. Szene, als sein Wurf geblockt wurde und er selbst den Abpraller ins Aus lenkte.

Und sonst?
– 156-mal führte ein NBA-Team 3:0 in Play-offs. Die Bilanz: 156:0, davon 14:0 in Finals. Wer wetten will …
– viele haben sich ja gefragt, warum Tim Hardaway jr. nicht spielt. 0 Punkte in 20 Minuten bei 5 Fehlwürfen und ausbaufähige (ich bin noch gnädig, fragt mal Dre bei GotNexxt) lassen die Entscheidung von Coach Steve Kerr als mehr als nahcvollziehbar erscheinen. Dereck Lively war der einzige von der Mavs-Bank, die nennenswerten Beitrag (11 Punkte, 13 (!) Rebounds) leisteten.

Ausblick
Mavs-Fans mögen sich an der Aufholjagd festhalten. Doch letztlich stellt sich nur die Frage, ob es die Mavs in 4 oder 5 Spielen zum Rekord-Champion schaffen.

Ansetzung
Sa., 02:30: Dallas Mavericks – Boston Celtics (0:3)

 

Mavs besser, aber nicht gut genug

Blick über den Teich, NBA

Boston Celtics – Dallas Mavericks 105:98 (2:0)

Diesmal hielten die Dallas Mavericks die Partie bei den Boston Celtics lange offen, waren letztlich aber ohne realistische Siegchance.
Dabei führten sie im 1. Viertel sogar mit bis zu 7 Punkten, weil Luka Doncic trotz intensiver Verteidigung glänzend traf und die Celtics von der Dreierlinie erst mal überhaupt nichts. Allerdings ließen die Mavs unfassbar viele Freiwürfe liegen, die Quote lag zeitweise unter 50 Prozent. Erst Mitte der 2. Halbzeit gingen die Celtics erstmals in Führung, zur Pause stand es 54:51. Die Vorentscheidung fiel im 3. Vietel, als sich die Celtics absetzen, nicht so weit wie in der ersten Partie, aber doch mit 10 Punkten. Jetzt fielen die Dreier, fast sinnbildlich dafür der Buzzerbeater fast von der Mittellinie von Payton Pritchard zum Ende des 3. Viertels und der fast unmögliche Dreier von Derrick White zu Beginn des letzten Viertels.
Herausragend war die Abwehr der Celtics. Praktisch jeder Angriff der Mavericks  extrem mühselig, freie Würfe ziemlich selten. Es spricht für sie, dass sie es immer wieder versuchten, aber 15 Turnovers leisteten sie sich halt dann doch. Und vor allem Luka Doncic merkte man am Ende der Partie eine verständliche Müdigkeit an.

Mann des Tages
Jrue Holiday:  Defensiv ohnehin eine Bank, und diesmal lieferte er auch offensiv ab. Mit 26 Punkten war er Topscorer der Celtics, verwandelte sehr starke 11 von 14 Versuchen (2 von 4 Dreier).

Stark trotz der Niederlage
Luka Doncic: Vor allem er war es, der die Mavs in der 1. Hälfte im Spiel hielt, legte in der 1. Halbzeit 23 Punkte auf. In der 2. Halbzeit nicht mehr so auffällig. Schwach von der Freiwurflinie (4 von 8). Immerhin ein Triple Double, 32 Punkte, je 11 Rebounds und Assists.

🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Maxi Kleber erhielt 16 Minuten Einsatzzeit, in denen er sich defensif um Kristaps Porzingis kümmerte. Offensiv kein Faktor – 0 Punkte bei 4 Versuchen.

x-Faktor
Derrick White: In der Defensive kletten-mäßig eklig und vorne immer wieder mit wichtigen Würfen (u. a. 4 von 10 Dreier). Sein Monsterblock gegen Kyrie Irving kurz vor Ende des Spiels war letztlich die Entscheidung.

Und sonst?
– hatte sich die Mavericks auf die Verteidigung ein bisschen besser eingespielt und schafften sogar einige Anspiele unter den Korb.
– was ist mit Tim Hardaway: Er erhielt von Steve Ker keine Minute Einsatzzeit, obwohl er fit ist.
– Kristaps Porzingis normal: Nach der Gala in Spiel 1 mit18 Punkten in der 1. Hälfte diesmal mit 12 Punkten, 4 Rebounds und 2 Blocks
– die Freiwürfe: die Celtics 19 von 20, die Mavs 16 von 24. Diese Punkte fehlen halt am Ende.

Ausblick
Jetzt geht die Serie nach Dallas, und die Mavs stehen unter Druck. Doch die American Arena steht bereit für heiße Fights. Die Mavs haben durchaus Mittel, auch den Celtics wehzutun. Und ein Kyrie Irving spielt vielleicht doch besser, wenn er nicht die gesamte Spielzeit ausgepfiffen wird.

Ansetzung
Do., 02.30: Dallas Mavericks – Boston Celtics (0:2)