Die Weihnachtswoche war in meiner Kindheit und Jugend sportliches Brachland. Der Videotext verabschiedete sich und wünschte ein frohes Fest: England und die USA unerreichbar, und hätte nicht am 26. Dezember das Wiener Hallenturnier die Pforten aufgemacht, hätte ich mich tatsächlich länger mit den geschenkten Büchern und Platten beschäftigen müssen …* Ganz hinten für den 30. Dezember leuchtete ganz schwach der Oberstdorfer Auftakt der 4-Schanzen-Tournee (eigens für die Überbrückung der Tage zwischen den Jahren erfunden).

Wie anders ist jetzt: Ein fast volles Programm erwartet uns, sogar mit einer Premiere: Fußball am Heiigen Abend, das hat es meines Wissens noch nie gegeben. Der Afrika-Cup erstmals schon Ende Dezember macht es möglich. Ansonsten viel Wintersport (natürlich auch die Tournee), Fußball in England, US Sport im Überangebot und mittlerweile auch die nicht mehr wegzudenkende Darts-WM aus dem Ally Pally.

 

Die NBA startet durch

 

Für viele beginnt die nordamerikanische Basketball-liga erst am 25. Dezember so richtig. Und das, obwohl die Erfahrung lehrt, dass nach den tatsächlich schon gespielten etwa 30 Partien die Fronten schon weitgehend geklärt haben, also weder ein Sprung von unten nach oben gelingt, aber eben auch nicht ein Absturz
Und dennoch: Dank der Rechte-Inhaber werden jedes mehrere Schlager mit den beliebtesten und besten Teams/Profis angesetzt werden, die sich einander messen sollen. Mittlerweile ist das auf 2 Tage aufgeteilt, am 25. Dezember sind es 5 Spiele hintereinander weg ab 18 Uhr MEZ. Wer also schon Weihnachtspause benötigt, kann sich bei Sky gemütlich machen mit den Schlagern
18:00: NY Knicks (Madison Square Garden) – Cleveland
20:30: OKC (Titelverteidiger, MVP Shia Gilgeuos Alexander) – San Antonio Spurs (Wemby!)
23:00: Golden State (Curry) vs Dallas Mavericks (Nowitzki, äh Doncic, äh Flagg (nona))
02:00: LA Lakers (Hollywood, LeBron James) vs Houston (Durant, Top-Team)
04:30: Denver (Jokic) vs Minnesota (Edwards)

Die „2.“ Garde ist dann am 26. Dezember dran, u. a. Pacers (Finalist) vs Boston (Titelträger 2024).

 

Der berühmte Boxing Day

 

Nicht-englische Fußball-Trainer wie einst Kloppo, die es in die Premier League zog und zieht, hassen diese Besonderheit. Das irrsinnige Weihnachtsprogramm in den englischen Ligen mit bis zu 4 Partien innerhalb 8 Tagen. Gerade der 26. Dezember (Boxing Day), ist eigentlich reserviert für den Fußball (um den der Familie überdrüssigen Männern eine Zuflucht zu gewähren, wie es heißt). Dieses Jahr ist alles anders, da es ein Freitag ist: Nur Old Trafford ist geöffnet, wenn Manchester United den Woltemade-Club Newcastle United empfängt. Dafür gleich 12 Partien in der 2. Liga, die sich vollmundig Championship nennt. Am Samstag gibt es dann auch in der PL den kompletten Spieltag, unter anderem mit der Begegnung von Tabellenführer Arsenal vs Brighton.

 

Das Semmering-Doppel

 

Zwischen Weihnachten und Neujahr gibt es in der Ski-Nation Österreich für die Frauen immer ein Doppel in den technischen Disziplinen. Diesmal wieder am Semmering, wo am Samstag ein Riesenslalom und am Sonntag ein Slalom auf dem Programm stehen. Dann ist auch die zuletzt in Val d’Isere pausierende Weltcup-Führende Mikaela Shiffrin wieder dabei, die im Slalom unschlagbar scheint.
Gleichzeitig hatten die Männer immer ihre Abfahrt (und Super-G) in Bormio. Doch diesen Winter nicht, weil die so schwierige Stelvio olympische Weihen genießt in knapp 2 Monaten (wenns denn Schnee gibt …). Als Ersatz gibt es nur einen Super-G am Samstag in Livigno. Die Terminplanung bei den Männern ist eh absurd: Nach dem Italien-Fünfer von vergangenen Donnerstag bis Montag (Slalom in Madonna) gibt es danach bis zum 7. Januar nur diesen einen Super-G in Livigno. Nicht dass die strapazierten Herrschaften diese Pause sich nicht redlich verdient hätten.

 

Darter in der entscheidenden Phase

 

Nach dem nicht enden wollenden Prolog der ersten 2 Runden (an insgesamt 12 Wettkampftagen! und von mir weitgehend ignoriert) geht es nach Weihnachten Schlag auf Schlag mit dem Pfeilewerfen. Noch eine eher schleppende 3. Runde, danach aber Achtel-, Viertel-, Halbfinale bis zum WM-Endspiel am 3. Januar in rasender Abfolge. Viele Erkenntnisse habe ich bisher nicht gewonnen, die Top-Favoriten wie Weltmeister Luke Littler, dessen 2024er-Vorgänger Luke Humphries und auch Michael van Gerwen sind alle noch dabei. Genau wie aus deutscher Sicht Ricardo Petreczko, der am Samstag in einem Thriller den höher eingeschätzten Dave Chisnell aus dem Turnier nahm.

 

Natürlich – die Tournee

 

Das Jahreswend-Ereignis in Deutschland (Oberstdorf, Garmisch) und Österreich (Innsbruck, Bischofshofen) hat trotz der Konkurrenz wenig von seiner Bedeutung verloren. Tournee-Sieger genießen höheres Ansehen als die oft zufälligen Triumphatoren bei WMs und sogar Olympia (die sich trotzdem gut vermarkten).
Die vergangene Tournee war eine rein österreichische Angelegenheit. Dreifach-Gesamt-Erfolg, und in den 4 Springen gabe es nur einen Nicht-Austria-Podestplatz, den der Schweizer Gregor Deschwanden in Garmisch ergatterte, also der Schanze, die Österreichern traditionell nicht liegt ….
Ob sich diese Total-Triumph dieses Jahr (1. Springen am 29. in Oberstdorf) trotz durchau starker Austria-Adler wiederholt, erscheint mir doch äußerst fraglich. Zum einen scheint mir die Konkurrenz viel breiter aufgestellt, weil zum Beispiel die Slowenen beschlossen haben, dass es in einer Olympia-Saison vielleicht ratsam wäre,  nicht erst zu den Skifliegen ab Mitte Januar gut in Form zu sein. Mit der Folge, dass Domen Prevc in den vergangenen Weltcups der Konkurrenz auf und davonflog. Was allerdings nix heißen muss für die Tournee, wie deutsche Frühformler vergangener Jahre (und in der Tournee eher zurückgeblieben) traurig bestätigen werden.
Apropos Deutschland: Seit Sven Hannawalds Grand Slam 2001/02 hat kein hiesiger Springer die Tournee gewonnen. Dass sich das ändert, ist trotz guter Platzierungen etwa von Philipp Raimund noch unwahrscheinlicher als ein Österreich-Durchmarsch.

Die Frauen sind übrigens zum letzten Mal bei diesem Großereignis nicht dabei. Ab 26/27 sollen sie tatsächlich auch springen dürfen, was jahrelange Lobby-Arbeit am Ende doch bewirken kann …

 

Wer wird Afrikas Bester?

 

Der Afrika-Cup beginnt heute, wenn die marokkanischen Gastgeber in Rabat die Kormoren-Auswahl empfangen. Für Europa von doppelter Bedeutung. Zum einen fehlt fast jedem Spitzenteam mndestens ein herausragendewr Profi, der eben für sein afrikanisches Land antritt wie etwa Mo Salah für Ägypten. Vor allem abe ist der Afrika-Cup ein Vorspielen der WM-Nationen, die zumindest bei den Fans doch sehr viele unbekannt sind. Afrika-Cup und WM in eine Saison, das ist nicht üblich und nur Terminveschiebungen geschuldet. Man wird sehen, wie die Naitonen diese pausenlose Hetzjagd verkraften. Mich würde jedenfalls nicht wundern, wenn die Teams im Huli in Amr3eika nicht mehr auf der Höhe ihrer Schaffenskraft wären.
Zum Turnier selbst: Die Gastgeber sind selbstreden zumindest Mit-Favorit, auch wegenihres tollen Abschenidens bei der WM 2022 in Katar, als sie Vierte wurden (jemals die beste Platzierung aus Aufrika beim Weltturnier). Auf dem Zettel habe ich auch die ivorischen Titelverteidiger. Sehr stark in der Abwehr und mit dem Leipziger Himmelsstürmer Diomande. Die Ivorer sind natürlich für deutsche Fans besonders interessant, weil sie Gruppengegner in der 2. WM-Partie Houston sein werden.
Ansonsten ist das Afrika-Turnier mit 24 Teams für mich eine Wundertüte, meistens nicht sehr torreich. Sehr körperlicher Fußball mit manch technischem Gustostückerl. Wers sehen will (zB am Heiligen Abend gleich 4 Spiele), Sportdigital überträgt alle Spiele

 

Und sonst?

 

  • Internationale Ligen, Italien: Voller Spieltag auch in der Serie A. Heraus sticht die Partie der Champions-League-Teilnehmer Atalanta gegen Meiser Inter am Sonntag.
  • Basketball: Die Euroleague macht tatsächlich Pause. Schlager der BBL ist am Sonntag die Partie von Meister Byern München gegen den Sensationsaufsteiger Gladiators Trier, der auf Platz 2 steht.
  • Handball: Die HBL gibt sich die Ehre mit einem vollen Spieltag am 26. und 27. Dezember, allerdings ohne Topschlager. Die Hallen werden erfahrungsgemäß trotzdem voll sein.
  • American Football: Der vorletzte Spieltag der Saison steht an. Zum letzten Mal verteilt auf mehrere Tage Donnerstag, Samstag bis Montag (Ortszeit). Mehr dazu in einer speziellen Vorschau (vor allem Rückschau auf diese Woche) hoffentlich noch vor Weihnachten.
  • Wintersport: Nächsten Sonntag beginnt die Tour de Ski. Mittlerweile ist das Mehr-Nationen-Event allerdings eine rein italienische Veranstaltung, zunächst in Toblach und mit Ende wie gehabt mit dem Anstieg heianuf zur Alpe ciemis. Im Zweifel gewinnt eine Schwedin und ein Norweger, vielleicht auch umgekehrt …