Europapokal-Achtelfinale, Formel 1 in China und letzte Zuckungen im Wintersport

 

Schafft Bayer eine Sensation?

 

In der Zwischenrunde der Champions League hat sich Bayer Leverkusen mehr schlecht als recht gegen Olympiakos Piräus durchgesetzt, jetzt wartet ein vermeintlich übermächtiger Gegner: Der FC Arsenal hat nicht nur die Gruppenphase ohne Punktverlust überstanden, die Londoner führen auch die Premier League an. Und doch gibt es viel Kritik an den Gunners, weil sie angeblich extrem unattraktiv agieren und allein von ihren fantastischen Eckbällen profitieren. Da mag auch Neid mitspielen, aber tatsächlich finde auch ich die Partien mit dem FC Arsenal meist recht unansehnlich; wie überhaupt die Premier League diese Saison viel an spielerischen Glanz verloren hat.
Bayer ist klarer Außenseiter, zumal die Werkself dieses Jahr auch in der Bundesliga noch ihre Form suchen und um eine erneute Qualifikation für die Königsklasse kämpfen muss.

Derlei Sorgen hat der FC Bayern nicht – im Gegenteil, die Meisterschaft scheint für die Münchner bereits fix zu sein. Also gilt die ganze Konzentration der Champions League. Wozu Atalanta Bergamo in der Lage ist, davon wissen die Dortmunder ein traurig Lied zu singen, als der BVB nach de 2:0-Hinspiel-Erfolg in Norditalien mit 1:4 untergingen. Ob den Bergamasken auch gegen die Bayern ein solcher Coup gelingt, das wage ich zu bezweifeln, obwohl (oder weil?) nicht Manuel Neuer, sondern Jonas Urbig zwischen en Pfosten steht. Der ehemalige Kölner macht seine Sache als Ersatz für den ehemaligen Welttorhüter (Betonung: ehemaliger!) ausgezeichnet. Schon im vergangenen Jahr zeigte er  im Champions-League-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen eine tadellose Leistung.

Von den übrigen Spielen sticht die Auseinandersetzung Real Madrid gegen Manchester City heraus, eine Paarung, die wir gefühlt in jedem Jahr in einer K.-o.-Runde sehen. Ermittelt wird der potenzielle Bayern-Gegner fürs Viertelfinale, beide Teams zeigen zuletzt bestenfalls schwankende Leistungen. Als relativ klarer Favorit gelten dennoch die Cityzens von Trainer Pep Guardiola: Der ehemalige Barca-Coach ist so etwas wie ein Erzrivale der Madrilenen.

Insgesamt 6 englische Teams haben das Achtelfinale erreicht. So viel zum Thema internationaler Wettbewerb

Champions League, Achtelfinale Hinspiele

Di., 18:45: Galatasaray – FC Liverpool
Di., 21:00: Atalanta – FC Bayern
Di., 21:00: Atlético – Tottenham
Di., 21:00: Newcastle – FC Barcelona
Mi., 18:45: Leverkusen – FC Arsenal
Mi., 21:00: Real Madrid – Manchester City
Mi., 21:00: PSG – FC Chelsea
Mi., 21:00: Bodö Glimt – Sporting Lissabon

 

Jeweils am Donnerstag finden auch die Achtelfinal-Hinspiele in der Europa und Conference League statt. 3 deutsche Teams sind noch im Einsatz. Der VfB Stuttgart empfängt in der EL den FC Porto (18:45). Auch wenn die Portugiesen längst nicht mehr den Glanz vergangener Jahre verströmen, eine durchaus knifflige Aufgabe für die Schwaben. Der SC Freiburg bekommt es mit dem belgischen Vertreter KRC Genk zu tun (21:00).

In der Conference League schließlich muss der FSV Mainz 05 zum tschechischen Club Sigma Olmütz. Klingt machbar, fordert trotzdem physische und psychische Kräfte, die den Rheinhessen vielleicht im Abstiegskampf abgehen.

 

Oslo ruft zu den Holmenkollen-Spielen

 

Das Geschehen rund um die altehrwürdige Schanze gehört immer noch zu den Höhepunkten einer jeden Saison. Das gilt für die komplette Elite der Langläufer, Kombinierer und Skispringer, die sich ein Stelldichein geben. Ein Triumph dort und die persönliche Ehrbezeugung des Königs (der trotz der familiären Turbulenzen live vor Ort sein wird) – das ist fast so viel wert wie ein Olympiasieg.
Für die Kombiniererinnen und Kombinierer sind die Wettbwerbe gleichzeitig auch das Saisonfinale. Als klar Führende gehen die Norwegerin Ida Marie Hagen und der Österreicher Johannes Lamparter in die letzten Wettbewerbe.
Normalerweise sind die Skispung-Wettbwerbe in Oslo Bestandteil der Raw Air, der Serie im Norden. Diese entfällt dieses Jahr allerdings wegen Olympia und dem dicht gedrängten Programm. Als Weltcup-Gesamtsieger steht Domen Prevc schon fest, ein Sieg am Holmenkollen schmückt aber jedermanns Erfolgsliste gewaltig.

 

Königsklasse in China

 

Die große Frage lautet: Bestätigt sich der Formel-1-Auftakt in Melbourne, als die Mercedesse von George Russell und Kimi Antonelli die Konkurrenz recht klar distanzierten? In der kurzen Zeit zwsichen den Rennen war es natürlich unmöglich, große Veränderungen an den Fahrzeugen vorzunehmen. Das neue Reglement und die total neuen Autos hinterließen einen gemischten Eindruck. Vor allem der vierfache Weltmeister Max Verstappen erneuerte seine Kritik und schimpfte, er sei sich vorgekommen wie beim Mario Cart. Für ein abschließendes Urteil ist es noch zu früh, aber: Ich persönlich will einen Rennfahrer sehen, de alles aus dem Auto herausholt und nicht einen, der Energie-Management betreibt und schonend vom Gas, wie es die Hybrid-Wagen erfordern. Mal sehen, wie sich das Ganze entwickelt.
Weils so schön ist, gibt es in Schanghai auch schon den ersten Sprint (Samstag, 04:00), der eigentliche Grand Prix findet dann am Sonntag um 8 Uhr unserer Zeit statt.

 

Und sonst?

 

  • Bundesliga: Im Blickpunkt steht der Abstiegskampf, in den die halbe Liga noch verwickelt ist – mit mehr (Wolfsburg, St. Pauli, Mainz) und weniger (HSV, 1. FC Union) großen Sorgen. So lautet das Topspiel des Tages das Duell der Aufsteiger HSV gegen Köln (Sa., 18:30) und nicht das Duell der Meister 24 und 25 zwischen Bayer und Bayern (Sa., 15:30). Der VfL Wolfsburg mit dem neuen Trainer Dieter hecking muss zum Champions-League Aspiranten 1899 Hoffenheim (Sa., 15:30), da können die VW-Städter nur positiv überraschen.
  • Tennis: Das Masters in Indian Wells geht in die entscheidende Phase. Am Wochenende stehen dann schon die Finali bei den Frauen (Samstag) und Männern (Sonntag) an. Bisher haben sich die FavoritInnen keine Blöße gegeben (Stand: Montagabend), wenn ich vom verletzungsbedingten Ausscheiden von Coco Gauff mal absehe.
  • Eishockey: Mit zwei Spieltagen am Freitag und Sonntag wird die Vorrunde der DEL abgeschlossen. Große Spannung sehe ich nicht mehr, allenfalls das Fernduell um Platz 2 zwischen den Straubing Tigers und den Mannheim Adler. Klar auf Platz 1 sind die Köner Haie mit sagenhaften 12 Punkten Vorsprung auf Straubing. Als Absteiger stehen schon länger die Dresdner Eislöwen fest. Die Sachsen können allenfalls noch darauf hoffen, dass der Zweitliga-Meister kein Aufstiegsrecht hat. Das allerdings wird sich erst im April geklärt haben.
  • Basketball: Eine äußerst stimmungsvolle Partie wartet auf den FC Bayern. Am Donnerstag empfangen die Münchner in der Euroleague den türkischen Spitzenclub Anadolu Efes – samt stimmgewaltigen Anhang im SAP Garden. Mit Svitislav Pesic haben sich die Bayern konsolidiert, der Weg zumindest in die Play-Ins scheint aber fast aussichtslos.
  • Wintersport: Für die Frauen stehen nach 2 Speed-Wochenenden wieder technische Wettbewerbe an. In Are gibt es am Samstag einen Riesenslalom und am Sonntag einen Slalom. Wenn Emma Aicher überhaupt  Hoffnungen auf den Weltcup hat, dann müsste sie einerseits im Slalom sehr vorne landen und andererseits auf einen Slalom-Ausfall von Mikaela Shiffrin hoffen (was Emma natürlich nicht macht und Mikaela natürlich auch nicht passiert).
    Die Männer bestreiten in Courchevel zwei Super-Gs (Freitag und Sonntag) sowie eine Abfahrt (Samstag). Marco Odermatt kann den eh schon sicheren Weltcup-Gesamtsieg auch rechnerisch festzurren.
  • Motorsport: Die Kenya Rallye war früher ein echtes Abenteuer, wo die Fahrer nicht nur in der Wüste um Sekunden kämpften, sondern jederzeit damit rechnen mussten, dass die dortigen Bewohner auftauchten (ein Zusammenstoß mit einem Löwen oder Elefanten ist wenig ersprießlich für alle Beteiligten). Das Ganze wird seit Längerem zwar entschärft mit abgesteckten Strecken, ist aber immer noch eine herausforderung für Mensch und Maschine. Nach 2 WM-Läufen in Monte Carlo und Schweden führt der Brite Elfyn Evans (60 Punkte) vor Oliver Solberg aus Schweden (47), ja Schweden und nicht Norwegen wie Papa Petter Solberg.