Der Sonntag war nichts für die Seriensieger in dieser Winteersportsaison. Weder für die Slalom-Ausnahme Mikaela Shiffrin, noch für Skispinger Domen Prevc und auch nicht für Langläufer Johannes Klaebo. Und doch dürften sie trotz ihrer verpasten Siege nicht unzufrieden sein mit ihren Leistungen.
Camille Rast – schlicht die Bessere
Als Mikaela Shiffrin ihren fulminanten 2. Durchgang beim Slalom von Kransjka Gora beendete, war ich mir sicher, obwohl Rast noch folgen würde: Das ist der Sieg. Denn der Amerikanerin war ein glänzender Lauf gelungen – trotz einer kleinen Unsicherheit kurz vor dem Ziel. Klare Laufbestzeit mit Riesenabstand auf die Zweite (Wendy Holdender). Das kann doch eine Camille Rast trotz ihrer Klasse niemals toppen. Ähnlich wie ich dachten auch die Eurosport-Expertin Martina Lechner und Wole nadvornig am Mikro. Und dann kam Camille Rast. In der Tat auf jeder Passage noch ein bisschen aggressiver, noch direkter, noch weniger Fehler; sprich: noch schneller. Sie toppte nicht nur die Gesamtzeit, sondern auch die Bestzeit im zweiten Durchgang. Zunächst schien das auch die mit sich äußerst zufrieden wirkende Shiffrin kaum wahrhaben zu wollen, geradezu ungläubig riss sie die Augen auf, nachdem feststand, dass sie tatsächlich in ihrem sechsten Saisonslalom tatsächlich geschlagen war. Nicht wegen eines stupiden Fehlers der Slalom-Gigantin (5 Saisonsiege), sondern weil eine andere schlicht und ergreifend die Bessere war.
Rast und Shiffrin fuhren in einer anderen Welt. Die Dritte, Rasts Schweizer Landsfrau Wendy Holdener, lag 1,83 Sekunden hinter der Siegerin. Als beste Deutsche klassierte sich Emma Aicher als Achte.
Bei Camille Rast ist nach Weihnachten so was von der Knopf aufgegangen. Vor einer Woche am Semmering wurde sie in Riesenslalom und Slalom jeweils Zweite, jetzt in Kranjska Gota landete sie einen Doppelsieg. Denn tags zuvor hatte sie die Weltelite schon im Riesenslalom besiegt und ihren ersten Weltcupsieg in dieser Disziplin geschafft. Die Bilanz: 4 Rennen, 2 Siege, 2 zweite Platze=360 Punkte; da tut sich eine echte Anwärterin auf den Gesamtweltcup auf, für den sich bisher eher wenige beworben haben.
Prevc verpasst den Grand Slam
Die Berg-Isel-Schanze in Innsbruck wurde mal wieder ihrem Ruf als komplizierteste Anlage der Saison gerecht. Ihrem Ruf als Grand-Slam-Verderberin mit ihrem ungewönlich kurzen Schanzentisch. Jetzt erwischte es Domen Prevc, der die beiden ersten Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf und Garmisch völlig ungefährdet entschieden hatte. Doch dass er mit der Olympiaschanze von 1976 nicht so zurecht kam, deutete sich früh an. In der Qualifikation wurde er nur 30., nach dem ersten Durchgang war er ohne echten Fehler nur Vierter. Zwar steigerte sich Prevc im 2. Durchgang mit der Bestweite, doch für den Sieg wollte es nicht reichen. Den schnappte sich der Japaner Ren Nikaido – mit gerade mal 0,5 Punkten Vorsprung auf Prevc und 0,7 auf den jungen Österreicher Stephan Embacher. Und doch wird Prevc zufrieden sein: Denn dem Tourneesieg ist er ein großes Stück nähergekommen, sein Vorsprung auf den zweiten Jan Hörl beträgt vor dem Springen am Dienstag in Bischofshofen 41,4 Punkte, dass sollte trotz der ebenfalls tückischen Paul-Ausserleitner-Schanze allemal reichen. Sollte er dort gar gewinnen, ist er der Springer, der den Grand Slam (Sieg in allen Tourneeorten) am knappsten verpasst hat.
Toursiege für Diggins und Klaebo
Die Tour de Ski in Olympiajahren – das ist ein Kapitel für sich. Viele Top-Athleten scheuen die Mühsal zwischen den jahren, weil sie Kräfteverscheiß fürchten fürs Top-Ereignis des jahres. So fehlten einige der starken Norweger und die Schwedische Ausnahmeläuferin der vergangenen Saison, Stina Nilsson.
Der Norweger Johannes Klaebo war indes dabei, und folgerichtig holte sich der überragende Skilangläufer unserer Zeit auch den Gesamtsieg. Mit fast anderthalb Minuten Vorsprung war er in den abschließenden Massenstart gegangen, und beim teilweise mörderischen Aufstieg zur Alpe Cermis (teils 26 Prozent) brauchte er auch diesen Vorsprung. Er litt beträchtlich, rettete dann aber als Etappen-Zwölfter letztlich noch komfortable 30,1 Sekunden auf seinen Landsmann Mattis Stenshagen ins Ziel.
Bei den Frauen war die Amerikaner Jessie Diggins eine Klasse für sich. Mehr als 2 Minuten hate sie am Ende der Tour de Ski Vorpsrung auf Theresa Stadlober aus Österreich. Auch die letzte Etappe hätte sie um haaresbreite gewonnen, aber ihre stürmische Aufholjagd beim Bergauf-Parforceritt reichte nur zum 2. Platz hinter der Norwegerin Karoline Simpson-Larsen. Sie wirds verschmerzen, denn sie kassierte reichlich Weltcuppunkte.
Arsenal wieder in der Spur – und 2 Trainer-Rauswürfe
Die Londoner dürfen sich als klare Sieger der englischen Woche fühlen. Sie gewannen am Dienstag das Verfolgerduell gegen Aslton Villa dank einer rauschaten 2. halbzeit mit 4:1, und ließen am Samstag ein harterkämpftes 3:2 in Bornemouth folgen. Vorbei damit auch die Zweifel, dass die ganz große Form vm Oktober/November dahin wäre. Extrem versüßt wurden die Erfolge, dass der einzig verbliebene ernsthafte Verfolger patzte: Manchester City kassierte gegen den Club-Weltmeister FC Chelsea einen Treffer in der Nachspielzeit zum 1:1 und ließ 2 wichtige Punkte liegen. Jetzt beträgt der Rücktand des Guardiola-Teams wieder vier Punkte.
Chelsea wiederum bescherte seinem Interims-Coach McFarlane einen erfolgreichen Einstand. Zuvor hatten die Londoner Enzo Maresca gefeuert – nicht einmal ein halbes Jahr nach dem WM-Triumph in den USA.
Auch Manchester United nutzte die so gar nicht friedliche Weihnachtszeit für einen Rausschmiss der Sportlichen Führung. Manager Ruben Amorim durfte sich am heutigen Montag die Papiere holen: Nur enen Tag nach dem 1:1 bei Leeds United, ein weiterer Rückschlag gegen ein weit schlechter eingestuftes Team. Ausschlaggebend waren aber eher nicht die enttäuschenden Ergebnisse, sondern die Tatsache, dass der Portugiese die Clubführung angegangen hatte wegen fehlerhafter Kaderzusammenstellung und undurchsichtiger Aufgabenverteilung. Da reagiert man bei ach so feinen Traditionsclub in Manchester äußerst dünnhäutig. Das mussten schon sehr viele Nachfolger des 2014 zurückgetretenenen Sir Alex Ferguson erfahren.
Und sonst
- Darts: Luke Littler war bei der WM im Ally Pally unantastbar. Noch nicht einmal Pfiffe der Fans noch die schon legendäre Pally-Wespe vemochten ihn aufzuhalten. Im Finale demontierte der Engländer den aufstrebenden Holländer Gian van Veen gleich mit 7:1 und verteidigte seinen Titel – mit gerade mal 18 Jahren. Wenn nicht alles täuscht, dürfte Littler und van Veen in Zukunft noch öfter in WM-Endphasen aufeinandertreffen, und dann wird der Hlländer hoffentlich nicht wie erschlagen von der Fianl-Atmosphäre sein.
- Internationaler Fußball, Spanien: Der FC Barcelona zieht unaufhaltsam seine Kreise. Im Stadtderby bei Espanyol gewann Barca durch zwwei späte Tore von Dani Olmo und Robert Lewandowksi mit 2:0 und verteidigten ihren 4-Punkte-vorsprung auf Real madrid. Immerhin scheinen die Königlichen ihre Form gefunden zu haben. Trotz des Ausfalls von Ky.ian Mbappé demontieren die Madrilenen den FC Sevilla mit 5:1 und zeigten endlich wieder eine souveräne Leistung. Als Torschütze in die Bresche sprang Gonzalo Garcia, der gleich dreimal erfolgreich war.
Italien: Im Kampf um die Meisterschaft zeichnet sich mittlerweile ein Dreikampf ab: Nach dem 17. Spieltag führt Inter mit 39 Punkten vor Stadtrivale Milan (38) und der SSC Napoli). Milan verpflichtete zur Jahreswende den deutschen Nationalspieer Niclas Füllkrug, der zuvor bei West Ham United überhaupt nicht zur Geltung gekommen war und sich nun mit guten Leistungen fürs Nagelsmann-Team aufdrängen will. Mit seiner Kopfballstärke könnte er tatsächlich ein entscheidneder Faktor zu Gunsten der Milanesen sein, wenn er denn nicht seine Form völlig verloren hat.
England: Im Schatten von Arsenal sucht Titelverteidiger FC Liverpool seine Form. Allerdings reichte es am Sonntag beim FC Fulham mit Bernd Leno nur zu enem 2:2. Immerhin war erneut Florian Wirtz erfolgreich, der die Abwesenheit von Mo Salah wegen des Africa-Cups zu seinem 2. Treffer im Trikot der Reds nutzte. - Tennis: Sieg und Niederlage fürs deutsche TEam beim United Cup in Australien, die inoffizielle Team-Mixed-Weltmeisterschaft. Dem klaren Erfolg über Holland folgte eine ebenso klare Niederlage gegen Polen. Eva Lys schlug sich gegen Iga Swiatek zwar mehr als achtbar (so gut wie noch nie in einem direkten Aufeinandertreffen), letztlich musste sie sich abe doch in 2 Sätzen beugen. zuvor hatte ein zeternder und heulender und shclagerwerfender Alexander Zverev in Hubert Hurcacz seinen meiser gefunden.
- NBA: Schwerer Rückschlag für die Denver Nuggets. Ihr überragender Center Nicola Jokic wird dem Team wegen einer Knieverletzung mindestens 4 Wochen fehlen. Offenbar ist der dreimalige MvP damit noch glimplich davongekommen.
Neueste Kommentare