von Münchner Löwe | Aug. 1, 2024 | Allgemein, Kanuslalom, Olympia, Paris, Schwimmen, Tennis
Erster Weltrekord – und so viel Schwimm-Mehr
Was für eine fantastische Abendsession am Mittwoch in der Schwimmhalle. 5 Entscheidungen, und alle hatten es in sich. Das Beste kam zum Schluss, nämlich der erste Weltrekord dieser Spiele. Der Chinese Pan Zhanle brauchte über 100 Meter Freistil nur 46,40 Sekunden und unterbot seine eigene Bestleistung um satte vier Zehntel. Er distanzierte die gesamte Konkurrenz um mehr als eine Sekunde – über 100 Meter eine Ewigkeit. Noch im Vorlauf hatte sich Pan Zhanle fast herausgebadet, als er nur um 5 Hundertstel am Ausscheiden vorbeischwamm. Die Diskussionen über ein langsames Becken dürften zumindest etwas verstummen.
Dennoch: (Nicht nur) mein Held des Abends war Leon Marchand. Der Franzose schaffte das noch nie da gewesene Doppelgold über 200 Meter Schmetterling/200 Meter Brust – und das binnen 90 Minuten. Über die Schmetterlingstrecke besiegte er in einem faszinierenden Endspurt samt so noch selten gesehener letzter Wende den Weltrekordler Kristiof Milak. Der Ungar war völlig entgeistert und bedient ob des verlorenen Golds. Noch selten habe ich einen missmutigeren Silbermedaillengewinner gesehen. Am liebsten hätte er wie Fußballer nach einem verlorenen Finale die Medaille vom Hals gerissen und in die schmutzige Seine geworfen. Tat er dann doch nicht, aber das Siegerfoto zeigt einen zutiefst unglücklichen Mann. Marchand dagegeg genoss die Ehrung vor „seinem“ ihm zu Füßen liegenden sichtlich, brach sie ab, denn es standen ja noch die 200 Meter Brust auf seinem Programm. Und die gewann er souverän, und wenn er nicht die für Schwimmer mörderischen 200 Meter Schmetterling in seinem Körper gehabt hätte, wäre schon er zum Weltrekord geschwommen. Man beweise mir das Gegenteil. Egal was bei Olympia noch passiert, die Spiele haben ihren Helden schon gefunden.
Und die Frauen? Zwei Grand Dames triumphierten. Über 100 Meter die schier ewige Schwedin Sarah Sjöström, Weltrekordhalterin über diese Strecke, und schon 2016 in Rio Siegerin. Ihre Erfolgsbilanz bei Großereignissen ist atemberaubend: zweimal Gold bei Olympia, 14 WM-Titel auf der Langbahn und 6 WM-Titel auf der Kurzbahn. 17-mal EM-Gold und 12 Siege auf der Kurzbahn. Wäre spannend zu wissen, ob sie selbst ihre 51 Titel noch alle zusammenbekommt. Se will weitermachen, bis 2028, wie sie bekannte.
Noch erfolgreicher, was Olympia betrifft, ist Katie Ledecky. Die Ausnahme-Langstrecklerin gewann ein einsames Rennen über 1500 Meter und damit ihr achtes Gold. Sie ist damit gemeinsam mit ihrer US-Landsfrau Jenny Thompson, eine Sprintspezialistin, erfolgreichste Schwimmerin bei den Spielen, und sie hat in noch über 800 Meter eine fast sichere Gold-Chance und vielleicht auch in der 4x 200-Meterstaffel, wenn sie denn nominiert wird. Mehr als 10 Sekunden hinter Ledecky entbrantte ein schönner Kampf um die Medaillen. Die mutige Französin Anastasiia Kirpichininova wurde für ihre Flucht mit Silber belohnt, und mit ihrem atemberaubenden Endspurt sicherte sich Isabell Gose mit deutschem Rekord Bronze.
Danke Angie!
Jetzt ist sie also vorbei, die wundersame Tennis-Karriere der Angelique Kerber. Und in ihrem letzten Spiel auf den Centre Court in Roland Garros erlebten wir noch mal Kerber pur. Mit diesem unglaublichen Kampfgeist, der sie zu drei Grand-Slam-Titeln gebracht hat. Mehr als 3 Stunden beharkte sie sich mit Zheng Qinwen, eine aufstrebende Chinesin. Es war nicht immer schön anzuschauen, der vermeintlich ausgestorbene Mondball – ganz hoch in die Luft – feierte fröhliche Urständ. Der Tiebreak des 3. Satzes musste entscheiden. 3 Matchbälle in Folge wehrte Kerber unnachahmlich ab, doch Zheng ließ sich nicht beirren und verwandelte Matchball Nummer 4 nach einem dämlichen Kerber-Fehler. Die Kielerin wird fehlen, nicht nur den Deutschen: Sie hat dem Tennis ein Gesicht gegeben, mit dem sich viele identifizieren konnten, anders als, bei allem Respekt, die vielen owas und evas. Genieß Dein Leben, Angie! mit der Tochter und vielleicht noch weiteren Kindern. Und wir alle wären froh, Dich an einem TV-Mikro wiederzusehen. Allerdings wird es da schwer, die fantastische eloquente so viel wissende Andrea Petkovic als Expertin zu übertreffen. Reporter-Gold für Petko!
Letzter verbliebener Deutscher in RG ist Sascha Zverev, der auch den Australier Popyrin besiegte.
Unglaubliche Jessica Fox
Die deutsche Slalomkanutin Elena Lilik durfte von Gold träumen. Hatte sie doch im Canadier mit einem fantastischen Lauf die Konkurrenz deklassiert um mehr als 6 Sekunden. Dementsprechend jubelte sie, obwohl noch so viele Konkurrentinnen nach ihr starteten. Doch dann kam sie: Jessica Fox, australische Nationalheldin trotz der so erfolgreichen Schwimmerinnen, der klaren Sportart Nummer 1 in ihrem Land. Die Fahnenträgerin unterbot Liliks Zeit um weitere unglaubliche 4 Sekunden, blieb dabei ohne Fehler. Das zweite Gold in Paris nach ihrem Kajak-Sieg und ihr viertes insgesamt. Auch ein Laie wie ich kann die Unterschiede sehen bei ihren Fahrten, braucht also keine mitlaufende Zeit, um zu sehen, dass sie weit vorn liegt. Hoffentlich noch viele Jahre, und ich werde mich auf die Suche nach Streams machen, weil das deutsche Fernsehen den so spektakulären Kanuslalom nicht einmal ignoriert außerhalb olympischer Zeiten.
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– Medaillen im Judo für Miriam Buttkereit und Michaela Polleres. Buttkereit gewann das direkte Halbfinale-Duell gegen die Österreicherin, verlor dann aber den Finalkampf gegen . Polleres dagegen siegte in ihrem Match um Bronze über Ai Tsunoda Roustant. Sie wird übrigens von der Potsdamerin Yvonne Bönisch betreut, die schon seit Jahren Bundestrainerin in Austria ist.
– Bitteres Aus für Dimitri Ovcharov im Tischtennis. Im Achtelfinale holte er gegen den Franzosen Felix Lebrun einen 0:3 Satzrückstand auf, verlor dann aber doch mit 3:4. Besser machte es Sofia Polcanova, die souverän mit 4:0 gegen die Rumänin Bernadette Szocs siegte. Eine Riesen-Überraschung gelang dem Schweden Truls Moregard, der den Chinesen Chuqin Wang in einer spektakulären Partie eliminierte.
– Dressur-Team auf Gold-Kurs. Na und?, das ist doch immer so, sagt der Olympia-Kenner. Doch diesmal gelten die Deutschen nicht als Favoriten, sondern die Dänen. Doch die Deutschen führen vor der abschließenden Kür, und Jessica Bredow-Wendl liegt auch in der Einzelwertung vorn.
Und sonst?
– Tatsächlich Triathlon mit in der schmutzigen und ziemlich reißenden Seine. So schnell es flussabwärts ging, so mühsam war es gegen die Strömung. Die Französin Cassandre Beaugrand und Alex Yee aus Großbritannien mit einem unglaublichen Schlussspurt auf den letzten Laufmetern sicherten sich Gold. Mein Problem beim olympischen Triathlon. Beim Radfahren ist Windschattenfahren im Gegensatz zum Iron Man erlaubt, ein Riesen-Nachteil für die Spezialisten in dieser Teilsdisziplin.
– Spektakuläre BMXler: In einem Parcours mit Wellen und Steilwänden zeigten sie unglaubliche Drehungen und Wendungen, zum Teil sogar freihändig und freifüßig. Am Ende hatten die Chinesin Yawin Deng und der Argentinier José Torres Gil die Nase vorn. Mir persönlich hat die Vorstellung von Anthony Jeanjean aus Frankreich (ist das wirklich kein Künstlername?) besser gefallen.
– Kanada darf jubeln: Es blieb zwar nach erfolglosem Protestbeim 6-Punkte-Abzug der Fußballerinnen wegen Spionage, und doch stehen sie im Viertelfinale, weil sie auch die dritte Vorrundenpartie gegen Kolumbien mit 1:0 gewannen. Das deutsche Team (gestern 4:1 gegen Sambia) hat jetzt am Samstag (19.00) im Viertelfinale das zweifelhafte Vergnügen gegen den Olympiasieger.
von Münchner Löwe | Juli 31, 2024 | Allgemein, basketball, Olympia, Paris, Rugby, Schwimmen
Mal was zum Fernsehen und den Streams. Es ist schon toll, wie ARD/ZDF und discoveryplus vor allem in ihrem Streams das Geschehen abdecken. Dann dürfen sie in ihren Hauptsendungen gerne auch mal das eine oder andere Interview senden, obwohl es parallel Live Sport gibt. Von all den Experten und Expertinnen möchte ich Dorothea Brandt beim Schwimmen herausheben, die technische Feinheiten nicht nur sieht, sondern sie auch erklären kann. Und von den Reportern ist Carsten Sostmeyer beim ARD-Reiten schon seit Jahren eine Marke für sich. Nicht zu erklären und vor allem von niemandem zu imitieren.
Ein Ärgernis ist allerdings, dass bei discovery+ viele Streams ohne deutschen Ton gesendet werden. Gehört sich nicht für ein Bezahlprodukt. Ich könnte natürlich sagen: Danke, dass ihr mein Englisch verbessern wollt. Oder gar Finnisch?
Die Kiwinesses triumphieren
Was den neuseeländischen Männern im Rugby versagt blieb, dass schafften die Frauen. Gold in der 7er-Version. Im Endspiel gegen die hartnäckigen Kanadierinnen mussten sie allerdings alle Kräfte aufbieten. Erneut war das Stade de France ausverkauft, obwohl die französischen Frauen mit de Maedaillenvergabe nichts zu tun hatten.
Sensation durrch die Basketballerinnen im Dreier
Nämlich ein Sieg gegen den haushohen Goldfavoriten USA. Eine durch und durch großartige Leistung in einem spektakulären Sport, in dem es ohne jede Verschnaufspause hn und her geht.
Simone Biles verscheucht die Olympia-Geister
2020 in Tokio war die Ausnahmeturnerin aus den USA mit den Nerven völlig am Ende, musste für den Mannschaftswettbewerb passen. Jetzt ist sie wieder voll dabei und führte ihr US-Team zu Gold. Und sie hat noch vier weitere Möglichkeiten, ihre Medaillenbilanz aufzustocken.Die USA siegten vor den eerstaunlichen Italienerinnen.
Briten triumphieren
In der Königsdisziplin im Schwimmen. Die spektakuläre 4x 200-m-Freistilstaffel wurde eine klare Angelegenheit. USA und Australien blieben nur die Plätze und den Deutschen ein achter Platz.
Und sonst
– Sensations durch Ägyptens Fußballer. Die Nordafrikaner gewannen gegen Spanien mit 2:1. Besser machten es Spaniens Basketballer, die Grichenland um Giannis Antetokuonpo mit 84:77 bezwangen. Hier standen die Japaner vor einer faustdicken Überraschung gegen Frankreich, doch durch einen Dreier plus Foul konnte Victor Wembanyama die Schmach noch abwenden.
– Auch das Unentschieden von Angolas handballerinnen gegen Ungarn war nicht ungedingt zu erwarten.
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Erfolgreiche Basketballer. Die Weltmeister buchten durch den Sieg über Brasilien das Viertelfinale. Dabei war allerdings nicht alles Gold, was glänzt. So kassierte das Team im 2. Viertel gleich 31 Punkte. Und Franz Wagner hat seinen Wurf völlig verloren. Den brauchen sie allerdings in Bestform, um die erhoffte Medaille auch zu erobern.
Handballerinnen wahren Chance: Das Team um Emily Bölk gewann nach zwei herben Klatschen klar gegen Slowenien. Allerdings muss höchstwahrscheinlich ein weiterer Sieg gegen die sehr hoch eingeschätzten Däninnen oder Norwegerinnen her, um das Viertelfinale zu sichern.
von Münchner Löwe | Juli 30, 2024 | Olympia, Paris
Su Weides Drama
Olympia – das ist Drama. Und ich leide plötzlich mit Sportlern mit, von denen vorher noch nie gehört habe und deren Nationen mir auch nicht besonders sympathisch sind aus politischen, sportpolitischen und sonstigen (Doping?!) Gründen. Der Turner Su Weide passt genau in diese Kategorie. Ein Chinese, die bei mir fast unter Generalverdacht des Dopings stehen. Den gestrigen Tag würde er am liebsten auslöschen. Mit 3 Punkten führte sein Team vor seiner abschließenden Reckübung. Er musste sie nur noch durchturnen, wie es so unschön heißt. Und was passierte? Er stürzte beim ersten Flugteil, 2 Punkte Abzug. Und verfehlte die Stange beim 2. Flugteil, noch mal 2 Punkte Abzug – und das Gold war dahin, und ausgerechnet der Erzfeind Japan durfte ungläubig über Platz 1 jubeln. Wer den chnesischen Sportdrill kennt und die Erbarmungslosigkeit des Systems kennt, weiß, dass auf Su Weide keine schöne Zeit wartet. Wobei ich mir wie viele Reporter die Grage stelle, warum er nicht jegliches Risiko vermieden hat, also keine Flugteile, um einfach nur das Gold abzusichern. Da dürfte sich auch der Trainerstab einiges anhören müssen.
Gold für Chipmunk
Bei allen Reitwettbewerben wird ja immer hübsch debattiert, wie viel Anteil das Pferd und der Reiter hat. Unvergessen aus Erzählungen die legendäre Halla, die 1956 den schwer angeschlagenen Hans-Jürgen Winkler zu Gold führte. Auch Chipmunk muss in die Ahnengalerie grandioser Pferde aufgenommen werden, genau wie Michael Jung in die der tollen Vielseitigkeitsreiter. Jung führte vor dem abschließenden Sprungdurchgang, brauchte einen fehlerlosen Ritt und schaffte ihn. Dank Chipmunk, wie Jung später nicht müde wurde zu beteuern. Der habe einige Reitfehler kompensiert. Wahrscheinlich war es Chipmunk einfach zu blöd, in ein Hindernis zu rauschen. Dann lieber drüberhüpfen. Die Alternative, Herrn Jung abzuschütteln, wurde ihm offenbar erfolgreich abtrainiert. Egal wie: Michael Jung triumphierte zum dritten Mal in einem olympischen Einzelwettbewerb in der Vielseitigkeit, dazu Gold und Silber 2012 und 2016 mit der Mannschaft. Eine Teammedaille blieb ihm versagt, weil ein Kollege beim Geländeritt kurz vorm Ziel stürzte. Und für Chipmunk gab es ein paar Extra-Karotten.
Unglaubliche Basketballerinnen
Den deutschen Frauen wurde nicht wirklich viel zugetraut in ihrer Gruppe mit den unbesiegbaren USA und Europameister Belgien. Allein die Qualifikation sei ein riesiger Erfolg, hieß es etwas gönnerhaft. Das sahen die Spielerinnen völlig anders, und in ihrem ersten Spiel besiegten sie die völlig überraschten Belgierinnen. Von Beginn an führten sie klar, und sie ließen sich am Ende auch nicht durch die Verletzung von Nyara Sabally aus dem Konzept bringen. Die erlitt bei einem Zusammenprallmit Teamkollegin Leonie Fiebig eine leichte Gehirnerschütterung. Ob sie noch mal zum Einsatz kommt, ist nicht sicher. Doch die Chancen fürs Viertelfinale stehen jetzt sehr gut, da Japan in dieser Form zu schlagen sein müsste. Das Spiel vs die USA dürfte eher eine Lehrstunde sein.
Und sonst?
– Begeisterung in der Fechthalle. Im Säbelfinale der Frauen standen sich mit Marie Apitit-Brunet und Sara Balzer zwei Französinnen gegenüber. Die Erstgenannte siegte, aber die beiden Trainingskolleginnen feierten ausgelassen gemeinsam.
– Zielsichere Koreaner: Das Bogenschießteam gewann auch bei den Männern. Die Franzosen hatten im Finale trotz eigener guter Leistungen gegen die Zehner-Serien der Asiaten keine Chance.
– Thomas Pidcocks Parforceritt: Mit dem Mountainbike fing er mit einem fantastischen Endspurt den Führenden Victor Koretzky noch ab. Schade, dass den Mountainbikern nur jeweils ein Wettbewerb bei Frauen und Männern vergönnt ist. Warum nicht eine Staffel oder ein Vierer oder ein Sprint? Wenn der Parcours schon mal gebaut ist …
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– Viel Blech: Slalom-Kanute schrammte als Vierter im Canadier ebenso an einer Medaille vorbei wie Schwimmer Lukas Märtens als über 200 Meter Freistil. Tasiadis verlor nach einem Fehler zu viel Zeit und musste tatensols zuschauen, wie der überragende Franzose Nicolas Gestin zu Gold paddelte und ihn auf Platz 4 drückte. 400-Meter-Olympiasieger Märtens suchte sein Heil in der Flucht, führte gar nach 150 Metern, doch die letzte Wende verpatzte er, und auf der letzten Bahn verließen ihn die Kräfte. Es siegte das rumänische Schwimm-Wunderkind David Popivici. Über 100 Meter Brust schwamm holte der Italiener Ceccon überraschend Gold und schon das zweite für Italien bei diesen Spielen.
– Niederlage der Hockey-Frauen: Gegen den Top-Favoriten Holland schlug sich das Team aber beim 1:2 mehr als beachtlich, führte gar im 4. Viertel, doch eine verwandelte Strafecke und ein Schuss aus kurzer Distanz brachten noch die Wende. Doch mit diesem starken Auftritt haben die Danas ihre Medaillen-Ambitionen unterstrichen.
von Münchner Löwe | Juli 29, 2024 | Allgemein, Olympia, Paris
Dienstag, 30. Juli ZDF und Eurosport
Pflichtprogramm
15.30/19.00: Rugby Frauen, Halbfinale und Finale: Auch hier großartiger Sport. Fiji ist allerdings bei den Frauen lange nicht so gut wie bei den Männern und hat keine Medaillenchance mehr. Zu favorisieren sind die Neuseeländerinnen. Tolle Stimmung im Stade de France scheint garantiert.
22.00: Schwimmen, 4x 200-Meter der Männer. Die Königsdisziplin im Schwimmen. Briten, Australier und Amerikaner sind zu favorisieren.
23.00: Windsurfen, Halbfinale der Frauen und Männer: Mir ist ziemlich egal, wer gewinnt aber an den spektakulären Bildern kann ich mich kaum sattsehen. Hier lohnt sich mit Sicherheit ein relive, wer sich die Nacht nicht um die Ohren hauen will. Manchmal nervt allerdings das Warten auf die geeignete Welle.
Könnte spannend werden
18.15: Turnen, Frauen Mannschaft. Wie gut sind die Amerikanerinnen um Simone Biles. Können ihnen Rumäninnen oder Chinesinnen gefährlich werden. . Das sind die Fragen. Höchstschwierigkeiten en masse, die nicht immer gutgehen, gerade am Zitterbalken Schwebebalken.
14.30: Tischtennis, Mixed Finale. Ein chinesisches gegen ein nordkoreanisches Paar
15.30: Schießen Trap. Gezielt wird auf Tontauben, die aus verschiedenen Richtungen in verschiedenen Tempi in die Luft geschleudert werden. Gut zu erkennen, ob getroffen wurde oder nicht. Zum Beginn der Olympischen Spiele waren es noch lebendige Tauben. Da sage noch einer, mit dem Tierschutz geghe es nicht voran. apropos Tauben. Nachdem bei der Eröffnung 1988 einige Friedenstauben im olympischen Feuer verbrannten, wird auf diesen Teil der Zeremonie vezichtet.
Appetizer
13.25: BMX Freestyle Frauen, Qualifikation. Zum dritten Mal sind die BMXler bei Olympia dabei.
17.30: 3×3 Basketball, Deutschland gegen USA. Gespielt wird auf einen Korb mit wechselnden Angriffsrecht. Es ist die Streetball-Variante der Freiplätze. Einfach auf sich wirken lassen, bevor es dann ab der K.-o.-Runde echt zur Sache geht.
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13.00: Die Volleyballer treffen auf die USA. Das Selbstvertrauen ist gewaltig nach dem Überraschungssieg zum Auftakt gegen Japan.
21.00: Die Basketballer treffen auf Brasilien. Ein Sieg, und das Viertelfinale ist sicher und damit der Umzug von Lille nach Paris.
von Münchner Löwe | Juli 29, 2024 | basketball, Olympia, Paris, Radsport, Schwimmen
Geländeritt vorm Schloss Versailles, Beachvolleyball unterm Eiffelturm Fechten in den erhabenen Hallen des Grand Palais- und dazu auch noch Sonnenschein. Paris bietet schon.
Statement des US-Teams
Das Sammelsurium der US-NBA-Stars hat gezeigt, dass nicht nur jeder für sich Extraklasse darstellt, sondern auch als Team funktioniert. Gegen die überaus ambitionierten Serben setzten sich die USA letztlich souverän mit 110:84 durch. Anfangs konnten die Serben einigermaßen mithalten, angeführt von Nikola Jokic und Bogdan Bogdanovic, doch spätestens wenn die Bankspieler reinkommen, wird es halt schwierig. Da wirft ein Kevin Durant halt mal 5 von 5 Dreier. Trainer Steve Kerr, selbst ein brillanter Distanzwerfer und überaus erfolgreicher Coach der Golden State Warriors, hat es offenbar geschafft, seine Stars bei Laune zu halten auch bei geringeren Einsatzzeiten, als sie es bei ihren Clubs gewohnt sind. Der serbische Trainer findet ja, dass dieses US-Team besser ist als das legendäre Dream Team 1992 mit Magic Johnson und Michael Jordan – ein Sakrileg. Diese Mannschaft wird ein für alle Mal einmalig bleiben, Vergleiche verbieten sich.
Marchand schwimmt – und die Halle fliegt weg
Der Franzose ist ein Schwimm-Genie, es hat wahrscheinlich noch nie einen gegeben, der in allen Disziplinen Weltklasse ist. Die 400 Meter Lagen sind für ihn prädensteniert, und er lieferte. Er deklassierte die Konkurrenz um mehr als 8 Sekunden, eine Schwimm-Ewigkeit. Die ohnehin sehr stimmungsvolle Halle kochte förmlich über, das Dach flog weg. Und Leon Marchand? War nicht hundert Prozent zufrieden mit sich, denn den angepeilten Weltrekord, den selbstverständlich er selbst hält, verpasste er. Die Anzeichen verdichten sich, dass das Becken nicht das allerschnellste ist, hat es doch noch überhaupt keinen Weltrekord gegeben, höchst ungewöhnlich bei Olympischen Spielen im Schwimmen. Das Becken ist nur 2 Meter tief, bei den Tauchphasen müssen die Aktiven tatsächlich aufpassen, nicht an die Unterwasserkameras zu stoßen.
Weltmeisterin Anelika Köhler verpasste über 100 Meter Schmetterling als Vierte eine Medaille. Sie war untröstlich und voller Ärger. Nämlich darüber, dass eine überführte Dopingsünderin Bronze holte. Zhang gehörte nämlich zu den 21 Chinesinnen und Chinesen, die noch vor den Spielen 2020 positiv getestet wurde und unter fadenscheinigsten Gründen (verseuchtes Essen in der Kantinee) erst vom nationalen Verband, später auch vom IOC exkulpiert wurden. Ein veritabler Skandal, der jegliche Anti-Doping-Kampagnen des IOC ad absurdum führt. Dieses will Geschäfte machen, und die Chinesen undihre Sponsoren zahlen Aber-Millionen, will man nicht verärgern. Die anderen Schwimmer werden dann halt um Medaillen betrogen und stehen auch noch als schlechte Verlierer da, wenn sie sich darüber beschweren.
Pauline Prevot wie Pogacar
Auch im Mountainbike der Frauen durfte Frankreich Gold bejubeln. Pauline Prevot fuhr der Konkurrenz wie gerade Tadej Pogacar bei der Tour auf und davon und siegte mit mehr als 3 Minuten Vorsprung. Es war ein spektakulärer Kurs über Stock und Stein und manch künstlicher Barriere wie Treppenstufen oder ein Fels-Labyrinth. Schöne spektakuläre Bilder, aber leider auch schwere Stürze. Am schlimmsten erwischte es die Französin Loana Lecomte. Sie blieb zunächst bewegungslos liegen, doch die Ärzte konnten Entwarnung geben. „Nur“ eine Gehirnerschütterung und Gesichtsprellungen hat sie erlitten
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Pech hatte Slalom-Kanutin Ricarda Funk. Mit der besten Halbfinalzeit aller Teilnehmerinnen hatte sie sich fürs Finale qualifiziert und durfte Medaillenhoffnungen hegen. Auf dem Weg dahin verpasste sie allerdings ein Tor und kassierte 50 Strafsekunden. Ein kleiner Trost, wenn man so will: Auch ohne diesen Fauxpas hätte es nicht zu einer Medaille gereicht, und Gold für die Australierin Jessica Fox war nach deren Traumfahrt gerade im unteren Teil ohnehin außer Reichweite.
Mehr als eine Talentprobe lieferte Mountainbikerin Laura Stigger, die als Sechste bisher das beste österreichische Ergebnis bei Olympia herausfuhr. Lange hielt sie sich in der ersten Verfolgungsgruppe hinter Prevot, musste dann aber abreißen lassen.
Einen brillanten Ritt durchs Gelände absolvierte Vielseitigkeitsreiter Michael Jung auf Chipmunk, der vor dem abschließenden Springen heute Nachmittag in Führung liegt, allerdings darf er sich dort nur einen minimalen Zeitfehler leisten, wenn die Britin Laura Collett fehlerlos bleibt. Dagegen haben sich die Hoffnungen auf eine Mannschaftsmedaille zerschlagen, weil Christoph Wahler kurz vor Schluss stürzte.
Und sonst?
– Fecht-Spektakel im Grand Palais: Dabei behielt im Degen-Einzel der Japaner Koki Kano die Nerven und siegte in der tobenden Halle sicher gegen den Lokalmatadoren Yannick Borel mit 15:7.Im Frauen-Florett gab es durch Lee Kiefer und Lauren Scruggs einen US-amerikanischen Doppelerfolg. Die Deutsche Anne Sauer scheietrte im Viertelfinale an der späteren Bronzemedaiilen-Gewinnerin Alice Volpi aus Italien.
– Jugend forsch: Die erste Skateboard-Entscheidung mutierte zum Mädchen-Wettbewerb.Es siegte die Japanerin Coco Yoshizawa(15) vor ihrer Landsfrau Liz Akawa (16) und Rayssa Leal (15) aus Brasilien. Das Podest ist richtig alt gegenüber dem von Tokio (13, 13, 16). Schon witzig, dass das in meiner Jugend aufgekommene Skateboarding (also in den 70ern) immer noch so trendig ist.
von Münchner Löwe | Juli 28, 2024 | Olympia, Paris
Nach dem ersten lebhaften Wochenende beruhigt sich das Geschehen en wenig. Nichtsdestotrotz gibt es Schmankerln.
Montag, 29/07
Pflichtprogramm
16.00: Tischtennis, Mixed, Halbfinale und Finale. Immer spektakulär anzuschauen. Fest in asiatischer Hand. Welches Paar dann letztlich gewinnt, ist fast zweitrangig
19.00: Turnen, Männer, Mannschaftsfinale. Spektakuläres, Teil 2. Hat mit Schulturnen nichts mehr zu tun. Die Muskelshow ist allerdings nicht jedermanns Sache
20.40/21.41: Schwimmen, 200 Meter Freistil, Männer: Ich mag die 200er-Strecken im Freistil, weil hier die Sprinter und Mittelstreckler aufeinandertreffen. Lukas Märtens hat nach seinem Olympiasieg gestern über die 400 Meter den Vorlauf souverän gemeistert. Heute Abend noch das Halbfinale. Eine Schwimm-Augenweide ist der Rumäne David Popivici, mein Favorit. Arjiane Titmus könnte das Doppelgold 200/400 Meter schaffen.
Spannende Momente
09.30: Rudern, Halbfinale Männer und Frauen. Besonders die Einer und Achter sind einen Blick wert.
21.00: Rugby, Frauen, Viertelfinale: Die 7er-Variante hat mich angefixt, und die Frauen werden nicht weniger attraktiv spielen, da bin ich sicher. Die Begegnungen werden heute und morgen Nachmittag ermittelt. Mal sehen, ob auch die Fiji-Frauen so gut sind wie ihre männlichen Pedants.Schon mal für Dienstag: Halbfinale (16.00) und Finale (19.00) werden Pflichtprogramm.
14.00: Tennis,, 2. Runde, Djokovic – Nadal, so früh sind die beiden wohl noch nie aufeinandergetroffen. Nadalwegen seiner Verletzungen ungesetzt. Der beste Sandplatzspieler aller Zeiten (14-mal sieger in Paris) gegen den 24-maligen GS-Gewinner Djokovic.
14.10: Mountainbike Männer. Über Stock und Stein, bergauf und bergab. Geschicklichkeit, Mut und Steuerküsste sind gefragt.
17.10: Kanuslalom, Canadier, Männer: Der Kurs gefällt mir sehr. Er erscheint mir auch fair. Fehler vermeiden und dennoch schnell sein.
Appetizer
19.00: Windsurfen in Tahiti, Männer. Bisher von mir unentschulddbar und sträflich vernachlässigt. Die Athleten suchen die Monsterwelle. Die Bilder praktisch mitten aus dem Ozean 15 000 Kilometer entfernt sind an Grandiosität, sagt man so?, nicht zu überbieten. Gefahrenmomente dazu eingepreist, aber die Herrschaften wissen meist, was sie tun. Dazu die herrlichen Bilder aus dem Pazifik.
🇩🇪Deutsch🇦🇹österreichische 👓
13.30: b Deutschland vs Belgien. Allein dass die Deutschinnen dabei sind, ist ein Riesenerfolg, den sie sich beim Wahnsinnsturnier in Brasilien redlich verdienten. .Sie haben allerdings mit Europameister Belgien und den Top-Gold-Favoritinnen USA (dazu die starken Japanerinnen) eine sehr schwere Gruppe erwischt. Leider ist eine ihrer besten Spielerinnen, Satou Sabally, nach ihrer schweren Schulterverletzung, zwar dabei, aber erkennbar nicht hundertprozentig fit.
19.45: Hockey Frauen, Deutschland vs Holland. Nach dem eher leichten 2:0 gegen Japan heute treffen die Olympiasiegerinnen von 2004 auf den Dauerrivalen Holland, eine der Hockey-Nationen bei Frauen und Männern
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