Monympia tous les jours

Verdammtes ZDF

Bevor ich auf die Wettkämpfe eingehen, möchte ich einen Rant aufs ZDF loswerden. Beziehungsweise das, was sie in ihrem Live-Angebot dem Normalgucker antut. Es steht der 100-Meter-Lauf der Frauen an – und sie zeigen: Fußball. Zur absoluten Abwechslung, weil Fußball ja nie gezeigt wird. Die EM liegt ja schon 3 Wochen hinter uns, da könnte der Zuschauer schon echte Entzugserscheinungen bekommen haben. Ja, es war ein deutsches Team dabei, die Frauen gegen Kanada, herzzerreißend langweilig übrigens bis auf das Elferschießen. Aber kann in diesem Land nicht ein einziges Mal der Fußball zurückstecken gegenüber den ansonsten so sträflich vernachlässigten Sportarten, zumindest denen im Sommer? Offenbar nicht, undanke dafür!
Aber es gibt doch Streams, auf die man ausweichen kann? Richtig, die gibt es, und was da ARD und ZDF anbieten, ist allerhöchstes Lob wert. Aber es gibt halt Menschen, die nicht – wie ich und andere Nerds – andauernd hektisch hin- und herschalten wollen, sondern einfach einen gemütlichen Olympia-Abend vorm Fernseher verbringen mit dem Fixpunkt 100 Meter Frauen als  absoluter Tages- Höhepunkt der Wettbewerbe. Und dann soll halt, verdammt noch mal!, Herr oder Frau Fußballsüchtiger sich den entsprechenden Stream suchen.

Goldener Samstag

3 Goldene hatte ich fürs deutsche Team prognostiziert, zwei sind es geworden – und einmal Silber. Extrem souverän ruderte Oliver Zeidler im Einer zum Sieg. Nie war der Triumph auch nur ansatzweise gefährdet, am Ende lag er mit mehr als einer Länge vorn. Endlich ist sein Trauma von 2020 überwunden, als er ebenfalls als klarer Favorit in Tokio noch nicht einmal den Endlauf erreichte. Er suchte psychologische Hilfe, und die war fand offenbar die richtigen Worte. Der Deutschland-Achter verpasste als Vierter zwar eine Medaille, das Flaggschiff st aber aber nach verhältnismäßig langer Durststrecke wieder in der erweiterten Weltklasse angelangt.
Soi klar der Triumph von Zeigler war, so dramatisch ging es in der Mannschaftsdressur zu. Am Ende entschied ein Zehntelpunkt zugunsten von Jessica von Bredow-Werndl/Dalera, Isabell Werth/Wendy und Frederic Wandres/Bluetooth vor Dänemark. Ich als absoluter Dressur-Experte habe natürlich sofort erkannt, wo dieses Zehntel gefunden wurde … Für Werth war es mittlerweile das 8. Gold bei ihren 7. Olympischen Spielen und schloss damit zur Kanutin Birgit Fischer als erfolgreichste deutsche Olympionikin auf. Und weil ihr Wendy noch relativ jung ist, will sie entgegen ursprünglicher Absichten weitermachen. Der Vorteil des Reitsports. Bereits heute hat sie im Einzel  eine realistische Chance zumindest auf Bronze, Bredow-Werndl und die Dänin Cathrine Laudrup-Dufour auf Freestyle (ach diese wunderbaren Pferdenamen) dürften Gold unter sich ausmachen.
Für Leo Neugebauer hat es dagegen nicht gereicht. Einerseits, weil der Zehnkämpfer praktisch in jeder Disziplin nicht ganz an sein Leistungsvermögen herankam, was bei Großereignissen völlig normal ist. Immer solide, kein Absturz, aber halt kein Ausschlag nach oben. Andererseits weil der Norweger Markus Rooth vor allem am zweiten Tag einen unglaublichen Wetttkampf hingelegt hat mit insgesamt 7 (!) persönlichen Bestleistungen. Er selbst konnte es kaum glauben und jubelte erst, als ddas offizielle Ergebnis von der Stadionwand prangte. Neugebauer seinerseits war mit Silber zufrieden. Es hätte ihn ja auch wie Mitfavorit Damian Warner ergehen können, der sich mit einem Salto nullo im Stabhochsprung (kein gültiger Versuch) aus dem Rennen verabschiedete.

Unglaubliche Katie Ledecky

Die Amerikanerin triumphierte über 800 Meter Freistil und bewies ihre Ausnahmestellung auf den Langstrecken. Insgesamt ihr 9. Gold bei Olympia, sie schloss damit zur erfolgreichsten Olympionikin auf, die Russin Larissa Lazutina. Das Rennen war für Ledecky-Verhältnisse sogar relativ spannend, weil die australische 400-Meter-Olympiasiegerin Ariarne Titmus lange mithielt.
Auf für sie fabulöse Olympische Spiele wird die erst 17-jährige Summer Macintosh zurückblicken, die sich über 200 Meter Lagen bereits ihr drittes Gold sicherte. Wenn das so weitergeht, wird die Kanadierin 2032  Ledecky eingeholt haben …

Die Karibik feiert

Nämlich zwei winzige Inseln über ihre Gold-Premiere. Über 100 Meter gewann Julien Alfred aus St. Lucia, den Dreisprung Thea Lafond aus Dominica. Beide gehörten zu den Favoritinnen, aber für Gold kamen andere eher in Frage. Ein Drama erlebte Shelly-Ann Frazer-Pryce. Die Jamaikanerin konnte zum Halbfinale nicht antreten, weil sie sich beim Aufwärmen verletzt hatte. So blieb die große Sprintnation erstmals seit 1980 (!) ohne 100-Meter-Medaille. 100-m-Doppelolympiasiegerin Elaine Thompson-Herah (Achillessehenenriss) war in Paris gar nicht dabei.
Das Rennen des Abends lieferte aber Femke Bol in der 400-Meter-Mixed-Staffel. Die Holländerin übernahm als Schlussläuferin mit weitem Rückstand als Vierte. Sie ließ es sogar relativ ruhig angehen, sparte also Kräfte für einen unwiderstehlichen Schlussspurt, mit dem sie wenige Meter vorm Ziel sogar noch die Führende Amerikanerin überholte und Oranje zu Gold führte. Ihre Zeit: 47,93. Damit wäre sie klare Einzelfavoritin, aber sie will ja unbedingt die 400 Meter Hürden angehen und dort das Duell mit Weltrekordlerin Sydney McLaughlin sichen

So ein Zufall aber auch …

Dramatisch ging es bei der Mixed-Mannschaft im Judo zu. Im Finale standen sich wie erwartet Frankreich und Japan gegenüber. Nach drei Kämpfen stand es 3:3. In diesem Fall wird ausgelost, welcher dieser sechs Kämpfe noch mal ausgetragen wird zur Entscheidung per sudden death. Und so ein Zufall aber auch, es war das Superschwergewicht mit dem französischen Nationalhelden Teddy Riner – der Flammenentzünder, Olympiasieger, seit Jahren unbesiegt und natülrich auch im Mannschaftswettbewerb bis dato unbesiegt. Gut gelaufen für die Franzosen, und natürlich gewann Riner gegen den Japaner Taitsuru Saito – standesgemäß mit Ippon.

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3×3-Basketballerinnen direkt im Halbfinale: In einem weiteren Thriller gewannen sie gegen Spanien und ersparten sich (wie übrigens letztlich auch der Gegner) die Play-Ins, also ein weiteres Spiel am Abend. Im Halbfinale treffen sie auf Kanada, das andere Spiel bestreiten Spanien und die USA, die nach ihrem 0:3-Fehlstart die nächsten 5 Partien allesamt gewannen.
Die  Fußballfrauen stehen im Halbfinale. Im Elfmeterschießen setzte sich das Team von Trainer Horst Hrubesch gegen Kanada durch. Zur Heldin avancierte Torfrau Ann-Katrin Berger. Sie hielt nicht nur 2 Elfmeter, sondern verwandelte auch souverän den entscheidenden Versuch. Was für eine Karriere, denn vor zwei Jahren wurde bei ihr noch Krebs diagnostiziert. Berger zeigt eine formidable Elfer-Abwehr-Technik. Den Regeln entsprechend bleibt sie mir einem Fuß auf der Linie, stößt sich aber weit nach vor ab und kann den Winkel perfekt verkürzen.
Die Handballerinnen im Glück: Zwar verloren sie ihr abschließendes Vorrundenspiel klar gegen Norwegen. Doch da die Konkurrenz um Platz 4 auch verlor, steigen sie mit nur einem Sieg ins Viertelfinale auf. Dort allerdings sind sie gegen Frankreich klarer Außenseiter.

Und sonst?

Doppelgold für Remco Evenepoel. Nach dem Sieg im Zeitfahren triumphierte der Belgier auch im Straßenrennen. Nicht einmal ein Defekt 3 Kilometer vor Schluss konnte ihn aufhalten. Dieses Double hat vor ihn noch kein Radsportler geschafft – und das eine Woche nach der Tour de France, die er als Dritter beendete.
– erstes Tennis-Gold für China: Qinwin Zheng gewann das Finale gegen Donna Vekic aus Kroatien. Im Männerdoppel holten sich die Australier Ebden/Peers den Titel.
3. Gold für Simone Biles: Im Pferdsprung war die Amerikanerin eine Klasse für sich. Wie sie sich vom Pferd in die Höhe katapultiert, ist shclicht unfassbar und ließ auch die Fernsehexperten nur noch ungläubig zurück.

Das wird monympia, Sonntag

Abschluss der Schwimmwettbewerbe, Ermittlung des schnellsten Mannes der Welt, aber mit 20 nicht ganz so viele Entscheidungen wie am Samstag.

Pflichtprogramm
10.00: Reiten, Dressur Einzel. Im für Frauen und Männer offenem Wettbewerb sind die Frauen klare Favoritinnen auf die Medaillen. Nicht nur ich erwarte einen Zweikampf zwischen Däninnen und Deutschinnen. Im Mannschaftswettbewerb hatte Deutschland um Jessica von Bredow-Werndl und Isabell Werth ganz knapp die Nase vorn, beste Einzelreiterin war allerdings Catrine Laudrup-Dufour.
14.30: Tischtennis, Männer-Einzel Finale: Der Chinese Fan Zhegdong tritfft auf den auf Truls Moregaard. Die Partie sehe ich offen, wenn denn der Schwede seine Nerven im Zaum hält. diese Partie ist eine Widerhholung des WM-Endspiels 2019, das der Chinese klar für sich entschied.
19.12/19.35: Schwimmen, 4×100-m-Lagen der Männer und Frauen. Traditionell sind diese Staffeln der Abschluss der Schwimmwettbewerbe bei Großveranstaltungen. Vieles deutet erneut auf Zweikämpfe zwischen den USA und Australien hin. Der Franzose Leon Marchand bestreitet nach viermal Einzelgold auf der Bruststrecke sein Stqaffeldebüt, eine Medaille für Frankreich wäre ein Riesenerfolg.
21.55: LA, 100 Meter Männer. Favorit ist Noah Lyles, obwohl der im Vorlauf nicht den stärksten Eindruck machte. Kann ihm ein Jamaikaner oder gar ein Brite gefährlich werden? Oder wiederholt gar der Italiener Lamont Jacobs seinen Goldcoup von Tokio. Zuvor noch die Halbfinali (20.10). Einziger deutscher Halbfinalist ist Joshua Hartmann, denn 9,99-Sekundensprinter Owen Ansah ist mit enttäuschenden 10,22 schon rausgeflogen. Ansonsten sind meine Augen auch auf die ukrainische Hochspringerin Jaroslawa Mahutschich gerichtet, die klare Goldfavoritin ist nicht erst nach ihrem Weltrekordsprung von 2.10 Metern im Juli.

Wird sicher spannend
09.00/14.00: Golf der Männer und Männer-Einzel im Tennis. Zwei lupenreine Profisportarten. Vor der letzten Runde ist bei den Golfern alles offen. Jon Rahm aus Spanien führt gleichauf mit Open-Champion Xander Schauffele aus den USA. Einen Schlag dahinter ist der Brite Tom Fleetwood, der im vergangenen Jahr den europäischen Ryder-Cup-Triumph sicherte. Auch dahinter lauern noch einige Sieganwärter. Und im Tennis kommt es zum Duell der Top-Gesetzten Novak Djokovic und Carlos Alcáraz, eine Neuauflage des Wimbledon-Finals der vergangenen beiden Jahre. Der Olympiasieg fehlt beiden noch in der Erfolgssammlung, für den Djoker ist es wohl die letzte Möglichkeit dazu.

Appetizer
17.15: Basketball Frauen, Deutschland – USA. Schönes Einstimmen aufs Viertelfinale, für das beide Teams fix qualifiziert sind. Die USA, seit Ewigkeiten bei Olympia ungeschlagen, sind haushoher Favorit, aber die Deutschan haben bisher viel Spaß gemacht und sehr überrascht.

🇩🇪 👓
10.00: Beachvolleyball, Achtelfinale: Endlich k.o.Runde. Das einzige deutsche Männer-Paar Ehlers/Wickler trifft auf die Braslilianer George/Andre, eine sehr schwere Aufgabe.
20.00: Hockey, Männer, Viertelfinale, Deutschland gegen Argentinien. Bisher läuft es für die deutschen Ballsportler extrem gut. Das Team dürfte gegen die Argentinier Favorit sein, deren Frauen sind stärker einzuschätzen.

Monympia tous les jours

Französischer Feiertag

Er hat es wieder getan. Leon Marchand gewann auch sein viertes Einzelrennen und avanciert endgültig zum französischen Sporthelden. Über 200 Meter Lagen deklassierte er erneut die Konkurrenz und schrammte nur um sechs Hundertstelsekunden an seinem eigenen Weltrekord vorbei. Seine Schmetterlingsstrecke sei nicht optimal gewesen, bekannte er. Marchands Olympia ist damit vorbei. Mit 22 Jahren steht er ja erst am Beginn seier Sportkarrierre. Ich bin gespannt, ob das Multitalent bei seinen Strecken bleibt oder sich neue Herausforderungen sucht. Langstrecke, Sprint – alles scheint möglich.
Schrieb ich Heldenstatus? Den hat Judoka Teddy Riner in Frankreich längst inne, so durfte er vor einer Woche zusammen mit 400-Meter-Legende Marie-Jose Perec das olympische Feuer entzünden (das, wie ich las, gar kein Feuer ist, sondern aus künstlichem Licht besteht. Gestern schlug Riner auch sportlich zu, bildlich gesehen. Im Superschwergewicht legte er alle Konkurrenten per Ippon auf die Matte und sicherte sich sein 3. Olympiagold in Folge.
Und weil die Franzosen so schön am Feiern waren, gab es am Abend noch einen Dreifacherfolg im BMX-Rennen. Joris Daudet siegte vor Sylvain Andre und Romain Mahieu, Namen, die mir gar nichts sagen. Ich kann mit diesem BMX-Rennen ehrlich gesagt wenig anfangen. Überholen ist praktisch unmöglich, wer nach de ersten Kurve vorn ist, hat praktisch gewonnen, zumal es nur über eine Runde geht. Spannend geht anders.
Aber auch für Franzosen wachsen die Bäume nicht in den Himmel. So schied Felix Lebrun im Tischtennis-Halbfinale gegen den Chinesen Fan Zhendong mehr oder weniger chancenlos aus. Fan bekommt es im Finale mit Truls Moregard zu tun, dem Schweden mit dem eckigen Schläger. Bei dem warte ich förmlich, dass er irgendwann explodiert.

🇩🇪 👓

Die Basketballer ganz groß – mit zwei Siegen über französische Teams (Bäume nicht im Himmel und so). Praktisch gleichzeitig trafen die Männer-Weltmeister und das Frauen 3×3-Team auf die Gastgeber. Das von den formidablen Dennis Schröder und Franz Wagner angeführte Team ließ der Equipe Tricolore um Wunderkind Victor Wembanyama nie den Hauch einer Chance und gewann  letztlich souverän mit 85:71, teilweise führten sie mit mehr als 20 Punkten. Schröder und Wagner sammelten je 26 Zähler, und Letzterer scheint seinen Wurf wiedergefunden  zu haben. 8 von 15 fanden das Ziel, davon 3/7 Dreier. Der Erfolg war deshalb sehr wichtig, weil die Weltmeister so den haushohen Goldfavoriten bis zum Finale aus dem Weg gehen, der Weg dahin wird schwer genug, führt wahrscheinlich über Griechenland und Serbien.
Zum Nägelkauen spannend war dagegen das 3×3-Spiel der Frauen gegen Frankreich. 10 Minuten reine Spielzeit dauert eine Partie. Nur, werdet ihr sagen. Aber in diesen 10 Minuten gibt es für keine Protagonistin auf dem Feld eine Pause, es geht andauernd zur Sache. Kleine Einschränkung: Ein Team besteht aus 4 Spielerinnen, Wechsel sind zu jeder Zeit möglich. Auch wenn die Deutschinnen zunächst wenig trafen, auf ihre Kapitänin Svenja Bronckhorst ist Verlass. Heute mit einem Sieg gegen Spanien würden sie mindestens Platz 2 in der Vorrunde sicher haben und damit fix ins Halbfinale einziehen. Bei einer Niederlage muss der Rechenschieber ran, aber auch als Dritter hätte das Team in den Play-Ins heute Abend(wahrscheinlich vs Aserbaidschan oder China)
Leo Neugebauer auf Goldkurs. Der Zehnkämpfer führt recht klar nach dem ersten Tag und zeigte mehr als solide Leistungen. Über 400 Meter stellte er mit 47,30 Sekunden gar eine persönliche Bestleistung auf. Wenn man die bisher so erbrachten Leistungen aller in den einzelnen Disziplinen hochrechnet, ist Neugebauer nicht mehr einzuholen. Aber niemand weiß natürlich, wie es in den Köpfen der Sportler aussieht. Immerhin: Die 110 Meter Hürden, immer sehr tricky, hat er mit 14,51 Sekunden schon mal im Soll absolviert.
Enttäuschung der Springreiter: Als bestes Team der Qualifikation gingen Deutschland ins Finale und leistete sich vor der märchenhaften Kulisse Schloss Vesailles letztlich 2 Springfehler zu viel, also nur Platz 5. Das britische Team gewann. Das neue Format des Nationenpreises gefällt mir überhaupt nicht. Eine Equipe besteht nur noch aus drei Reitern oder Reiterinnen statt bisher vier, und es gibt nur einen statt zwei Durchgängen.
Silberjubel im Bogenschießen: Das Mixed Michelle Kroppen/Florian Unruh musste sich erst im Finale Südkorea geschlagen geben, holten in dieser Disziplin aber zum ersten Mal Silber bei Olympia. Die Südkoreaner schafften im dritten Pariser Wettbewerb das dritte Gold. Bogenschießnation halt.

 

Das wird monympia, Samstag

Der zweite Olympia-Samstag ist traditionell der vielseitigste. Wo man hinschaut, Entscheidungen, insgesamt 29, wenn ich mich nicht verzählt habe. Und manche Sportart wird sich nach der 1. Woche schon verabschieden. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Abendsessions in de Leichtathletik und Schwimmen durchgehend interssant sind.

Pflichtprogramm
16.20: Turnen, Frauen, Sprung Finale. Simone-Biles-Watching und staunen ist angesagt. Bringt sie ihre zwei Sprünge durch, ist sie nicht zu schlagen.
21.20: LA, 100 m Frauen. Wer wird die Sdchnellste der Welt. Die US Girls um Shar´ri Richardson würde ich gegen die Jamaikanerinnen favorisieren.Es wäre ein Wunder, wenn sich Gina Lückenkemper für den Endlauf qualifizieren könnte. Auch der Zehnkampf mit dem abschließenden 1500-Meter-Lauf ist ein Muss. Hier hat Leo Neugebauer nach weinem vortrefflichen ersten Tag gute Chancen mindestens auf eine Medaille. Andererseits hat er noch nie ein Championat gewonnen, Bei der WM im vergangenen Jahr warf er am Ende ziemlich die Nerven weg, war viel zu angespannt und verpasste gar eine Medaille.
21.58: Schwimmen, Mixed Staffel Lagen. Je zwei Frauen und Männer. Jedes Land kann aussuchen, wer welche Lage schwimmt, es treten also Männer und Frauen auf einer Strecke gegeneinander an. Und eine Besonderheit. Die Chinesen vertrauen in der Freistilstrecke auf Weltrekordler Pan Zhanle, der wahrscheinlich gegen 7 Frauen einen gewaltigen Rückstand aufholen muss. Das macht den Reiz aus, auch wenn es etwas unübersichtlich ist. Ansonsten wahrscheinlich die üblichen Verdächtigen USA und Australien vorn.
22/23.12: Surfen, Finale Männer und Frauen. Tahiti wartet hoffentlich mit Monsterwellen. Spektakulär. Wer dann gewinnt ist mir ziemlich egal.

Wird sicher spannend
09.42: Rudern, Männer Einzel. Der Deutsche Oliver Zeidler ist haushoher Favorit. Ansonsten auch die Entscheidungen im Frauen, Einer und in beiden Achtern.
11.00: Rad, Straße Männer.Es geht über 272 km rund um Paris. Das Ganze dürfte also rund sechseinhalb Stunden brauchen.16.00: Judo, MixStraße Männered Finale. Der Schlussakkord in dieser Sportart. Der Mannschaftswettbewerbist auch im Judo immer etwas Spezielles

Appetizer
16.40: Kanuslalom, Cross Einzel, 1. Runde: Nach dem eher müden Qualifikations-Einzel am Fraitag starten heue wie im Ski und Snowboard 4 Männer/Frauen gleichzeitig. Mal sehen, ob die auch wie in der Quali eine Kenterrolle einbauen müssen. Kenterrolle? So eine Unterwasserrolle mittlerweile, die hier bekannte Eskimorolle ist nicht mehr politisch korrekt, weil die Inuit das angeblich gar nicht machen. Meine Fresse.

🇩🇪 🇦🇹 🇩🇪
16.00: Die deutschen Frauen treffen im Viertelfinale auf Kanada. Sicher kein Glückslos, denn die Kanadier sind noch ungeschlagen und nur deshalb wegen ihres Punktabzugs Zweiter in ihrer Gruppe geworden..
18.00: Die 3×3-Basketballerinnen haben gegen Spanien ihr letztes Gruppenspiel. Platz1oder 2 ist noch möglich, damit würde man sich ein Play-In-Spiel noch am selben Abend ersparen. Dieses allerdings haben sie schon mindestens erreicht.

Monympia tous les jours

Die sportliche Vielfalt, das macht Olympia aus. Und für mich persönlich: Dass ich bis zum Schluss nicht weiß, im Idealfall zumindest, ob mein auserkorener Favorit am Ende gewinnt oder nicht.

Japanische Dramen an der Platte

Nehmen wir das gestrige Tischtennis-Viertelfinale. „Meine“ Sportart, weil ich hier selbst wahrscheinlich am begabtesten bin. Früher am Fernsehen kaum zu verfolgen, heute eine der telegensten Sportarten überhaupt. Unglaubliche Ballwechsel. Und gestern zwei Japaner in den tragischen Hauptrollen. Zunächst Miu Hirano gegen die Yubin Shin. Ein nervenzerreißendes Auf und Ab über sieben prickelnde Sätze. Zwei Matchbälle hatte Mirano, zweimal vergab sie oder wehrte Shin gekonnt ab – je nach Sichtweise. Sie selbst nutzte ihre erste Möglichkeit. Danach weinten beide, die eine vor Glückselgikeit, die andere aus Enttäuschung. Wenig später traf Tonukazo Harimoto auf Zhendong Fan. Harimoto war ein Wunderkind, mischte schon als 13-Jähriger die Weltelite auf. Jetzt ist er 21, gesettled in der Weltelite, das schon, aber noch ohne die großen Titel, die ihm damals alle Experten en masse zugetraut hatten. Auch gegen Fan gab es ein begeisterndes 7-Sätze-Match, auch hier mit stetem Auf und Ab. Harimoto durfte beim Stand von 7:6 im 7. vom Sieg träumen, doch Fan rettete die chinsesische Ehre und gewann letztlich mit 11:7. Er verhinderte damit eine veritable Staatskrise, denn bei seinem Ausscheiden wäre die Tischtennis-Nation China ohne Männer-Medaille geblieben. Ein Trost für Japan: Mit Hina Hayata hat wenigstens eine Spielerin das Halbfinale erreicht.
Zwei junge Europäer sind ebenfalls noch im Medaillenrennen. Der erste 21-jährige Felix Lebrun , ein 21-jähriger Franzose, wie ein Philophiestudent aussehend mit seinem kurzen blonden Haar mit Nickelbrille. Er begeistert die Landsleute, die die Halle in ein Tollhaus verwandeln. Und da ist Truls Moredgard. Ein Schwede, der mit einem eckigen Schläger spielt als einziger der Weltelite. Herrlich (oder doch nervend?) aufbrausend. Episch jetzt schon die Szene, als er nach einem vergebenen Satzball wie ein ganz trotziges Kind wütend auf und ab sprang. Hat mich an meine eigenen Dramen an der heimischen Platte gegen Papa erinnert, seufz. Es könnte also ein französich-schwedisches Finale geben. Wie 1992 in Barcelona, als der große Jan-Ove Waldner auf Jean-Philippe Gatien traf. https://olympics.com/en/video/barcelona-1992-gold-medal-table-tennis-match

Unglaubliche Simone Biles

Die amerikanische Turnerin gewann den Mehrkampf, so weit, so erwartet. denn dass sie nach ihrem olympischen Nervenkollaps 2020 wieder in Topform ist, hat sie die Tage zuvor nachdrücklich gestätigt. Aber was sie am Boden ablieferte, ließ mich staunend und fassungslos zurück. Ja, der Untergrund federt, aber wie sie sich bei einem Schwung höchst in die Lüfte erhob wie ein stolzer Adler auf Beutejagd, dann Saltis und Schrauben noch und nöcher drehte (ich komm da beim Zählen nicht mehr mit), um dann fast wie festgemauert wieder zu landen, war mal wieder einer dieser olympischen Momente. Hier die Übungen. https://www.eurosport.de/kunstturnen/olympia-paris-2024/2024/olympia-2024-highlights-mehrkampf-gold-simone-biles-bleibt-gottin-des-kunstturnens-nur-rebeca-andrade-halt-mit_vid2200955/video.shtml

🇩🇪 🇦🇹 👓

– Die Basketballerinnen machen weiter extrem viel Spaß. In der regulären Version stehen sie bereits im Viertelfinale. Nach dem völlig überraschenden Sieg gegen Europameister Belgien gewannen sie auch gegen Japan, immerhin Silbermedaillengewinnerinnen 2020. Auch wenn diese nicht mehr so gut sind wie damals in Tokio -es war schon erstaunlich, wie abgezockt die deutschen Frauen sich den Sieg erarbeiteten. Grandios Satou Sabally, die allein in der 1. Hälfte 23 Punkte sammelte. Sie ist der Anker des deutschen Teams, Gott sei Dank hat sie ihre schwere Schulterverletzung, die sie im Qualifikationsturnier in Brasilien erlitt, offenbar bestens kuriert. Jetzt folgt noch ein (sportlich letztlich unbedeutendes) Zuckerl in der Vorrunde gegen die übermächtigen USA, bevor es im Viertelfinale ernst wird. Egal gegen wen es dort geht (die USA kommen ja nicht in Frage), ich sehe durchaus Gewinn-Chancen.
Genauso erstaunlich ist der Siegeszug des 3×3-Teams. Dieses steht nach dem Sieg heute Morgen gegen China bereits bei 4:1 Siegen. Im Achterfeld scheint ein Platz unter den besten 2 mehr als realistisch, das schon die direkte Halbfinal-Qualifikation bedeuten würde. Die Play-Ins dazu, also mindestens Platz 6, sind schon fix. Auch hier: Alles ist möglich. Heute Abend geht es noch gegen Gastgeber Frankreich, das wird ein Spektakel für sich am Place de la Concorde.

– Dass Sofia Polcanova das Tischtennis-Viertelfinale erreichte, ist ein Riesen-Erfolg, den niemand erwarten durfte. Die Österreicherin war die letzte europäische Vertreterin in der Runde der besten Acht. Dort allerdings erhielt sie von der Chinesin Meng Cheng beim 0:4 eine Lehrstunde, musste einen Satz gar mit 0:11 abgeben.

– Die Leiden des Sascha Z.: Der Hamburger Tennisprofi war in seinem Viertelfinale den Italiener Lorenzo Musetti körperlich sichtlich nicht auf der Höhe. Es war fast nicht anzusehen, wie er litt. Das erkannte offenbar auch die griechische Stuhlschiedsrichterin, die gnädig über seine längeri Pausen hinwegsah und ihn nicht wegen Zeitüberschreitungen verwarnte. Musetti ließ sich nicht beeindrucken. Der Italiener beendete die Partie mit einer seiner so wunderbaren anzusehenden einhändigen Rückhand. Jetzt darf er gegen Novak Djokovic ran. Der Serbe gewann gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas, obwohl auch er im 2. Satz wie einwandelnder Leichnam aussah. Er bekam eine Pille, offenbar eine mit Wunderwirkung, denn plötzlich rannte er wieder leicht wie ein lebhaftes Füllen umher. Für die haushohe Favoritin Iga Swiatek ist der Goldtraum dagegen passé. Im Halbfinale unterlag sie der Kerber-Bezwingerin Qinwen Zheng. Sensationell ebenfalls im Endspiel steht die Kroatin Donna Vekic, die eigentlich nach den French Open im Juni an hleicher Stelle ihre Karriere beenden wollte, aber es „ein letztes Mal“ noch mal probieren wollte. Jetzt hat die Kroatin mit dem starken Aufschlag Silber, Gold könnte es werden. Erinnerungen werden wach an das One-Hint-wonder Monica Puig 2016, die mit ihrem Endspielsieg gegen Angelique Kerber in Rio Gold holte.

 

 

 

Das wird monympia, Freitag

Jetzt beginnt nach den zwei Geh-Entscheidungen am Donnerstag die Leichtathletik „richtig“: Das Stade de France ist gerchtet für die Kernsportart Nummer 1. Das zweite Olympia-Wochenende ist traditionell pickepackevoll, weil neben der Leichtathletik auch die Schwimmer ihre letzten Entscheidungen haben und alle Ballsportarten dicht vor der K.-o.-Runde stehen. Ich konzentriere mich jetzt auf den Freitag.

Pflichtprogramm
10.00/13.30: Tischtennis, Halbfinale Frauen und Männer. Brillanter Sport ist garantiert. Ich als leidlich guter Tischtennisspieler bin immer wieder ungläubig, was die Herrschaften an der Platte so veranstalten.
14.03: Bogenschießen, Mixed, Viertelfinale bis Finale: Haushoher Favorit ist Südkorea. Sehr gut zum Runterkommen nach schnellem Tischtennis. Und doch extrem aufregend zu verfolgen.
20.43: Schwimmen, Männer, 200 Meter Lagen: Ich sage nur: Leon Marchand, der französische Überschwimmer. Schafft er sein 4. Gold und das gar mit Weltrekord?21.20: Leichtathletik, 10 000 Meter, Männer: Die erste Entscheidung im Stadion. Kenia vs Äthiopien, heißt es auf den Langstrecken, vielleicht mit restafrikanischer Konkurrenz. Wenn Europa überhaupt eine Rolle spielt, dann durch einen eingebürgerten Afrikaner.

Wird spannend
10.05: Die Leichtathletik beginnt mit einem echten Knaller. Zehnkampf der Männer. An zwei Tagen je 5 Disziplinen und wie immer beginnend mit dem 100-Meter-Läufen. Abgeschlossen wird er wie immer mit den 400 Metern, die Kotzstrecke (20.40). Mit Leo Neugebauer startet die neben Malaika Mihambo größte Goldhoffnung der Deutschen Leichtathletik.Spätestens der morgige Tag wird Pflichtprogramm
14.03: Segeln Windsurfen Frauen, Viertelfinale bis Finale. Alle Segelwettbewerbe finden vor Marseille statt. Ich habe bisher allerdings noch gar nichts gesehen.
15.00: Badminton, Finale Frauen und Männer. Wer noch nicht genug von schnellen Rückschlagspielen hat, kann sich am Badminton delektieren. Oder doch Pflichtprogramm? Mit dem Wiesen-Federball-Sgespiele hat das allerdings nichts zu tun. Die Bälle aus echten Gänsefedern erreichen Geschwindigkeiten von 400 km/h.
16.00: Judo, Entscheidung All Kategorie. Die letzte Einzelentscheidung mit dem französischen Doppelol.ympiasieger Teddy Riner, da ja mit Marie-Jose Perec das Feuer entfachte.
21.00: Fußball, Männer Viertelfinale, Frankreich gegen Argentinien. Die vom Namen her attraktivste Begegnung der Runde der besten Acht. Viel Zunder ist im Spiel: Revanche des WM-Finals 2022, wenn auch mit ganz anderen Protagonisten. Und Ärger der Franzosen, dass die Argentinier sie verspottet haben nach ihrem Copa-Triumph.

Appetizer
15.30: Kanuslalom, Cross Zeitfahren. Offenbar eine Qualifikation für die Wettbewerbe, wo es dann Mann gegen Mann (Frau vs Frau) geht. Wie es vonstatten geht? Ich lass mich überraschen.
21.00: Basketball Männer, Frankreich gegen Deutschland. Nur deshalb „nicht spannend“, weil beide Teams schon fix im Viertelfinale stehen. Aber die Franzosen haben trotz ihrer beiden Siege enttäuscht, brauchten gegen Japan mehr Glück als Verstand. aber allein, um den geschmeidigen 2,24-Meter-Mann Victor Wmbanyama entspannt zu genießen, lohnt sich das Einschalten. Gerne auch relive wg paralleler Entscheidungen.

🇩🇪 👓
09.00: Volleyball Männer, Deutschland – Argentinien. das Team um Georg Grozer überzeugte bisher. Argentinier müsste ein schlagbarer Gegner sein