von Münchner Löwe | Apr. 29, 2025 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Mein (extrem windiger, aber wunderbarer) Lanzarote-Urlaub ist vorbei. Höchste Zeit, dass ich mich hier wieder melde. Wie es sich für mich gehört, schaue ich erst mal zu den Play-offs der NBA.
Jeweils 4 Spiele sind in den Serien absolviert. Zwei sind bereits entschieden (Cleveland vs Miami und OKC vs Memphis), Fünfmal steht es 3:1, wobei die Timberwolves (vs die LA Lakers) und die GS Warriors (Houton) als schlechter gesetzte Teams führen. Am spannendsten geht es zwischen den Denver Nuggets und den LA Clippers zu. Nicht nur, dass beide Teams je zweimal gewonnen haben, die Begegnungen waren auch extrem eng.
Anmerkung: Die jeweils ersten 3 Partien habe ich nur in Zusammenfassungen gesehen.
Die Serien im Einzelnen
EASTERN CONFERENCE
(1) CLEVELAND CAVALIERS – (8) Miami Heat (Endstand: 4:0)
Ich hatte a ganz leichte Zweifel, wie es um die Cavs bestellt ist in der Post Season. Diese Zweifel haben sie mit einem beeindruckenden sweep gegen die Miami Heat weggefegt. Das 138:83 in Spiel 4 war dann der Statement Sieg, den die Konkurrenz vor allem aus Boston registriert haben dürfte. Allenfalls in Spiel 2 hatten die Cavaliers ganz leichte Probleme, aber am Einzug ins Viertelfinale gab es nie einen vernünftigen Zweifel.
Miami seinerzeit konnte nie ihre „Heat Culture“ zeigen, also die besondere Stärke in den Play-offs, auch weil die Anführer Tyler Herro und Bam Adebayo unter den Erwartungen blieben.
Bester Mann
Jemanden bei den Cavs herauszuheben, wäre angesichts der Ausgeglichenheit und Tiefe des Teams unfair. Aber Donovan Mitchell würde ich als Coach in jeder heiklen Situation gerne den Ball in die Hand geben.
(2) Boston Celtics – (7) Orlando Magic (Stand: 3:1)
Die klaren Favoriten aus Boston führen zwar, aber bisher finde ich das nicht wirklich überzeugend, was sie da zeigen. Fernvergleiche gerade im Basketball sind zwar widersinnig, aber Celveland fand ich sehr viel stärker.. Für die Serie gegen die Orlando Magic dürfte es reichen (wahrscheinlich schon mit einem Heimsieg heute Nacht im TD Garden), aber eine klare Steigerung muss her.
Die Magic gefallen zwar wie gehabt mit einer starken Defense, aber offensiv ist das manchmal schwer anzuschauen. Wenig Team-Basketball, oft nur Einzelleistungen und die bekannte Schwäche von der Dreierlinie; das Fehlen von Jalen Suggs und auch Moe Wagner wirkt sich extrem aus.
Bester Mann
Jayson Tatum ist der klare Führungsspieler der Celtics. Ohne ihn in Spiel 2 hat der Titelverteidiger extrem gewankt und sich nur dank der Routine gerettet. Erstaunlich für mich, dass auch die Celtics von der Dreierlinie für ihre Verhältnisse schwächeln.
🇩🇪 👓
Franz Wagner spielt ordentliche bis sehr gute Play-offs. In Spiel 3 war er mit 32 Punkten Matchwinner. Doch leider klappt das Zusammenspiel mit Co-Star Paulo Banchero weiter nicht optimal. Hier wird man sich für die nächsten Jahre etwas einfallen lassen müssen
Ausblick
Alles andere als ein Weiterkommen der Celtics wäre eine Sensation: Aber sie werden sich danach gehörig steigern müssen für ihr Un ternehmen Titelverteidigung.
(3) New York Knicks – (6) Detroit Pistons (3:1)
Mit ein bisschen mehr Glück in der Schlussphase in ihren beiden Heimpartien könnten auch die Pistons mit 3:1 Spielen führen. Ein Mix aus fehlender Erfahrung und Zauberwürfen der Knicks (Brunson, Towns) und eine zumindest strittige Schiri-Entscheidung verhinderten zumindest einen Heimerfolg in Detroit.
So kann New York ebenfalls heute Nacht im Garden die Serie beenden, die zum Teil besten Eastern-Conference-Playoff-Basketball zeigt mit harter Defense.
Bester Spieler
It´s Play-off-time und damit auch Zeit für Jalen Brunson. Der knüpft fast nahtlos an die tollen Partien des vergangenen Jahres an. 33 Punkte hat er im Schnitt aufgelegt.
Bei den Pistons, wo fast alle Spieler Play-off-Neulinge sind, gefällt Cade Cunningham am meisten. Allerdings leistet er sich schlicht zu viele Ballverluste (6/Spiel). In so engen Partien kann das ausschlaggebend sein.
🇩🇪 👓
Dennis Schröder gehört zu den erfahrensten Pistons. Er kann sehr gut auf den Ball aufpassen. Allerdings blieb er gerade in Spiel 4 arg zurückhaltend, verweigerte einige Würfe aus aussichtsreicher Position.
Ausblick
3 Matchbälle für die Knicks, da sollte sich einer ausgehen. Abschreiben würde ich die Pistons allerdings keineswegs. Ihnen gehört auf jeden Fall die Zukunft.
(4) Indiana Pacers – (5) Milwaukee Bucks
Auf dem Papier war das die offenste Serie im Osten. Doch jetzt spricht alles für die Pacers nach dem klaren Auswärtssieg in Milwaukee in Spiel 4. Zumal die Bucks jetzt auf Damian Lillard verzichten müssen, der sich früh in Spiel 4 die Achillessehne riss – vielleicht sogar sein Karriere-Ende. Somit fehlt der Co-Star von Giannis Antetukuonpo, der ihn mit seinen Dreiern und Zug zum Korb entlastet.
Bester Mann
Tyrese Haliburton hat mir ausnehmend gut gefallen in dem sehr ausgeglichenen Pacers-Team (gleich 6 Spieler punkten zweistellig im Schnitt). 12,5 Assist stehen nur 2,5 Ballverlusten gegenüber, ein herausragender Wert. In der Verteidigung auffallend: Miles Turner mit 2,8 Bocks/Spiel.
Giannis allein auf weiter Flur mit Monsterstats (33,8 Punkten, 14 Rebounds). Leider zu wenig.
Ausblick
Die Pacers werden es klar richten. Wichtig für sie wäre es allerdings, alles schon in Spiel 5 klarzumachen, umd Kräfte zu sparen für das Unterfangenen Cleveland.
WESTERN CONFERENCE
(1) OKLAHOMA CITY THUNDER – (8) Memphis Grizzlies (Endstand: 4:0)
Letztlich eine klare Sache für die Thunder, dem klar besten Team der Hauptrunde. Nur in Spiel 3 bei den Grizzlies leisteten sie sich eine sehr schwache erst3 Hälfte, lagen mit 26 Punkten zurück. Doch es gelang das Comeback, dem größten der Play-off-Geschichte. Der Rest war letztlich Formsache, obwohl auch das zweite Spiel in Memphis umkämpft war. So konnten die Thunder Kräfte sparen für die nächsten Runden, doch diesbezüglich mache ich mir angesichts des ausgeglichenen Kaders keine Sorgen.
Bester Mann
Shai Gilgeous-Alexander sammelte wie erwaretet die meisten Punkte. Doch er hielt sich mit 27,8/Spiel sogar noch zurück. Co-Star Jaylen Williams war klar zweite Option.
🇩🇪👓
Isaiah Hartenstein war in seiner ersten Play-off-Serie für die Thunder gleich der beste Rebounder. Vor allem die 3,3 am offensiven Brett sind ein starker Wert. Wurftechnisch hielt er sich zurück.
(2) Houston Rockets – (7) Golden State Warriors (1:3)
Schreibe nie die Warriors ab in den Play-offs. Gleich das erste Spiel in Houston klauten sie, und in zwei aufreibenden Partien zu Hause in San Francisco verteidigten sie den Heimvorteil. Gerade Spiel 4 gestern Nacht war ein echter Genickschlag für die Rockets, die teilweise schon mit 10 Punkten führten. Mann des Abends war Brandon Podziemski mit 26 Punkten, davon 6/11 Dreier.
Letztlich waren die Rockets bisher zu unbeständig, es gibt Phasen, da geht gar nichts beim jungen Team, und das ist auch völlig normal. Nur leider desaströs gegen die abgezockte Truppe der Warriors um Steph Curry, Draymond Green und Play-off-Jimmy Butler.
Bester Mann
Steph Curry, obwohl er in Spiel 4 nicht den besten Tag hatte. aber der Mann trifft immer noch brillant von der Dreierlinie und bindet immer einen Verteidiger.
Ausblick
Es wird extrem schwer für die Rockets, aber auch hier: Es ist nicht unmöglich. Vor allem wenn Big Men der Texaner noch besser dem Spiel ihren Stempel aufdrücken können, weil die Warriors größenmäßig unterlegen sind. Aber dreimal in Folge – puh.
(3) Los Angeles Lakers – (6) Minnesota Timberwolves (1:3)
4 kribbelnde Spiele. Perfekt natürlich für die Wolves, dass sie gleich die erste Partie in LA gewannen. Dass sie den Heimvorteil mit 2 knappen Siegen im Target Center transportieren würden, war nicht unbedingt zu erwarten.
Hauptproblem der Lakers: die schwache Bank, der Traine JJ Reddick auch überhaupt nicht mehr vertraut. So ließ er in Spiel 4 die Starting Five die komplette 2. Halbzeit durchspielen mit der Folge, dass Luka Doncic und Co am Ende die Kräfte ausgingen und nichts mehr trafen.
Bester Mann
Anthony Edwards: Er steigert sich von Partie zu Partie, was Punkte und Trefferquote betrifft. Die 43 Zähler in Spiel 4 waren ein Statement. Er wird aber auch bestens assistiert von Julius Randle und den starken Bankspielern Naz Reed und Donte DeVincenzo.
Bei den Lakers legt Luka Doncic grandiose Zahlen auf und ist schon der Teamleader. Doch wie LeBron James hat auch der Slowene nur endliche Kräfte, auch wenn ich mir da beim 40-jöhrigen James gar nicht so sicher bin, so stark spielt er immer noch.
Ausblick
Alles spricht für die Wolves, vor allem natürlich der 3:1-Vorsprung. Wenn die Lakers nicht irgendwen von der Bank finden oder einen Jungbrunnen, wird es verdammt schwer, zumal 3 Spiele in nur 5 Tagen angesetzt sind. Aber ich mach bestimmt nicht den Fehler, die Lakers abzuschreiben.
(4) Denver Nuggets – (5) Los Angeles Clippers (2:2)
Die am meisten elektrisierende Serie. 3 der 4 Partien wurden praktisch mit der Schlussekunde entschieden. Der Buzzerbeater-Dunk von Aaron Gordon nach pass von Nikola Jokic zum Sieg in Spiel 4 war der erste dieser Art in der Play-off-Geschichte. Genauso Thilling waren die anderen Partien zweier absolut ebenbürtiger Teams.
Bester Mann
Nikola Jokic: Wer sonst als der Superstar der Nuggets. Seine Monsterstats der 4 Partien im Schnitt lauten 28,5 Punkte, 13,5 Rebounds und 10,5 Assists. Praktisch jeder Angriff von Denver läuft über ihn.
Die Clippers haben dem sehr guten Team-Basketball entgegenzusetzen. Kawhi Leonard wirkt fit wie noch nie seit dem Triumph mit den Raptors 2019. Sie haben wenig bis nichts falsch gemacht (außer diesen Jokic zu vergiften oder so …).
Ausblick
Für mich ist nicht vorherzusagen, wer weiterkommt. Für Denver spricht der Heimvorteil und Nikola Jokic. Gegen Denver spricht die totale Abhängigkeit von Nikola Jokic. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber sogar der Serbe kann ja mal einen schwächeren Tag erwischen. Ohne ihn läuft absolut nichts, da würden die Nuggets wahrscheinlich nicht mal gegen ein BBL-Team gewinnen.
Die Clippers haben mir insgesamt ein bisschen besser gefallen (und auch den einzigen klaren Sieg der Serie gelandet). Wenn ich wetten müsste, würde ich die Nuggets nehmen.
von Münchner Löwe | Apr. 9, 2025 | NBA
Die erratische Zoll-Politik (und viele andere Maßnahmen) des US-Präsidenten treibt die Welt langsam in den Ruin/Irrsinn. Wer nämlich Ablenkung im Sport sucht, hier der NBA, muss ähnlich vollkommen unsinnig erscheinende Entscheidungen verdauen – wahrscheinlich weit weniger wichtig für jeden einzelnen und doch kaum nachvollziehbar.
Jetzt ploppte also die Meldung auf, dass die Denver Nuggets sich mit sofortiger Wirkung von Chefcoach Mike Malone trennen. Was fast noch irrsinniger erscheint als jeder 102-prozentiger China-Zoll vom Donald, der diesen immerhin angekündigt hatte. Klar, auch in der besten Basketball-Liga werden Trainer gerne vor Vertragsschluss gefeuert, aber von diesem sind sämtliche Experten völlig überrascht, denn
- Der Rauswurf erfolgte in der letzten Woche der Saison vor den Play-offs. Und auch wenn die Nuggets zuletzt eine desaströse Bilanz hatten (4 Niederlage in Folge), gelten sie doch weiter als einer der Mitfavoriten, gerade in Bestbesetzung. So spät hat noch nie ein sogenannter Contender, also Titel-Mitfavorit, den sportlichen Chef in die Wüste geschickt. Ich dachte, dass die Memphis Grizzlies vor zwei Wochen mit dem Feuern von Trainer Jenkins Maßstäbe für die Ewigkeit gesetzt hätten.
- Mike Malone ist ja nicht irgendein Coach der Nuggets, vielmehr führte er sie 2023 zum Titel, den ersten in der Geschichte der Franchise. Ihm gelang es perfekt, ein System auf den Ausnahmespieler Nikola Jokic zu schneidern. Dass es jetzt nicht ganz nach Wunsch lief, lag auch an zahlreichen Verletzungen wie die von Murray zum Beispiel. Seit 10 Jahren war er Coach der Nuggets, die er aus dem schnöden Liga-Mittelmaß in die absolute Spitze führte.
Eine echte Begründung der Teamführung fand ich nicht für diesen radikalen Schnitt, und so bleibt nur der Spekulatius. Und dann lande ich unweigerlich bei Jokic. Für mich kaum vorstellbar, dass diese Entscheidung ohne Rücksprache mit dem besten Basketballspieler der Welt geschah, es sei denn, der Team-Inhaber will den Serben möglichst schnell ebenfalls loswerden (der sich in Denver überaus wohl fühlt). Klar, es gab bei Jokic viel Frust über die jetzige Situation, aber gerechtfertigt der diesen radikalen Schritt? Offenbar hofft die Teamspitze auf einen befreienden Ruck.
Neben Malone muss auch General Manager Calvin Booth gehen, wenngleich offenbar erst zum Ende der Saison. Interimistischer Trainer wird der bisherige Assistent David Adelman, Sohn der Traine-Legende und Hall of Famer Rick Adelman. Der ist mit seinem Team gleich heute Nacht bei den Sacramento Kungs gefragt, jeder Sieg in den verleibenden 3 Spielen ist äußerst wichtig im völlig offenen Kampf in der Western Conference m die Plätze 3 bis 6 und den direkten Einzug in die Play-offs. Was eh nur das Minimalziel in Mile-High-Town ist, man liebäugelt mit Titel Nummer 2.
von Münchner Löwe | Apr. 4, 2025 | MLB, NBA, NFL, NHL
Blick über den Teich, NHL, NBA und MLB
NHL
Das lange Zeit für unmöglich Gehaltene rückt näher und näher: der Torrekord von Wayne Gretzky, jene sagenumwobene 894-Treffer-Marke. Alexander Owetschkin ist in Schlagweite. Tor für Tor hat er in den vergangenen Wochen abgeknabbert. Zuletzt traf der Russe im Dress der Washington Capitals dreimal in drei Partien und hält jetzt bei 892 Toren. Spätestens jetzt ist jede Capitals-Partie ein Muss für jeden NHL-Fan, für jeden NHL-Promi, will er oder sie bei einem historischen Ereignis live dabei sein. Der Noch-Rekord-Inhaber Wayne Gretky reist dem Team ebenso hinterher wie Comissioner Gary Bettmen sowie die gesamte Familie. Fehlt nur noch, dass der erklärte Owetschkin-Freund Wladimir Putin sich auch noch die Ehre gibt; ein Hauptstadtbesuch lässt sich für den russischen Präsidenten allemal begründen …
Ab heute Nacht mit der Partie in Washington gegen die Chicago Blackhawks geht der „Owetschkin Watch“ in die ganz heiße Phase: Bestimmt sind die minutiösen Feierlichkeiten schon geplant, und höchstwahrscheinlich gibt es auch Wetten, wie der Rekordtreffer (Einstellung/Neuaufstellung) fällt. Vielleicht im Powerplay? Oder Empty net? Oder 4 on 4? Zudem gbt es die Restspannung, ob in dieser Saison es überhaupt noch gelingt, denn nur noch 7 Partien stehen an und damit die Frage: Strengen sich die Gegner besonders an, den Rekordtreffer zu vermeiden oder findet man es gar ehrenvoll, in die Annalen zu gelangen?
Owetschkins Rekordjagd überschattet jedenfalls klar das Rennen um die Play-off-Plätze, zumal die wesentlichen Entscheidungen schon gefallen sind. Allenfalls um den letzten verbliebenen Play-off-Platz 8 im Osten gibt es noch einen Wettsctreit zwischen den Montreal Canadians und den New York Rangers. Zudem gibt es ein Fernduell um Platz 1 der NHL insgesamt zwischen den Washington Capitals im Osten und den Winnipeg Jets im Westen, der in einem etwaigen Stanley-Cup-Finale den Heimvorteil bedeuten würde.
NBA
Auch im Basketball geht es rasant dem Saisonende entgegen: Auch hier sind viele wesentlichen Entscheidungen gefallen. Allerdings gbt es im Westen noch einen wüsten Sechskampf um die Reihenfolge der Plätze 3 bis 8 (hinter den Oklahoma City Thunder und dn Houston Rockets). Und ebenfalls im Westen ein Scheintriell um die Ränge 9 bis 11: Scheintriell deshalb, weil angesichts der zuletzt desaströsen Leistungen vor allem der Sacramento Kings und Phoenix Suns der Verdacht bei mir aufkommt, dass das Nicht-Erreichen der Play-Ins (mehr ist nicht mehr möglich und damit höchstwahrscheinlich spätestens das Aus gegen OKC) den Teams gar nicht so unrecht käme, weil sie dann in die Verlosung der Top-Picks im Draft 2025 kämen.
Im Osten sind die Fronten noch klarer abgesteckt: Es gibt noch einen Zweikampf zwischen Milwaukee und Detroit um Platz 5/6, und die Ränge 7 bis 10 stehen in der Reihenfolge auch noch nicht fest. Am Sonntag in einer Woche ist der letzte Spieltag.
Spannung jenseits der Tabellen gibt es im Rennen um den MvP und die Frage: Erneut NiKola Jokic von den Denver Nuggets mit seinen unfassbaren Stats (zuletzt 61 Punkte, 10 Assists, 10 Rebounds vs die Minnesota Timperwolves) oder erstmals Shai Gilgeous Alexander von den Oklahoma Thunder, dem mit Abstand besten Spieler des mit Abstand besten Team der Liga? Reine Geschmackssache, wie ich finde; beide Spieler hätten es unbedingt verdient. Ich persönlich würde mich für Shai entscheiden, weil ich sein geschmeidiges, ideenreiches Spiel liebe.
MLB
Gut eine Woche tobt das Liga-Geschehen (toben: naja), das ist natürlich noch viel zu früh für Trends; aber ein paar Erkenntnisse sind doch aufgefallen.
Bronx Bombers: In 6 (Heim)Spielen droschen Spieler der New York Yankees gleich 22 Bälle über den Zaun – klare Ligaspitze: Von einem neuen Wunder-Schläger war schon die Rede, gerade als letzte Woche in einer Partie gegen die Brewers gleich 9 Homeruns (Vereinsrekord) gelangen. Bester der guten Batter ist (natürlich) Aaron Judge mit 5 Volltreffern. Dennoch verlor NY schon 2 Partien gegen die Arizona Diamondbacks.
Unschlagbar: Nach 8 respektive 7 Partien sind die beiden NL-Teams LA Dodgers (Titelverteidiger) und San Diego Padres noch ohne Niederlage – eine beachtliche Frühform. Nicht mehr, aber bestimmt auch nicht weniger.
Sieglos: Wo Licht, da auch Schatten: So sind die Atlanta Braves nach 7 Partien noch sieglos. Dont panic, denn sie hatten es gegen die Dodgers und Padres zu tun – und zwar jeweils auswärts im fernen Kalifornien.
Erstaunliches: Die von vielen als stark eingeschätzte Divison AL Central wartet mit einer Besonderheit auf: Tabellenführer sind die Chicago White Sox(!). Allerdings mit einer negativen Bilanz von 2:4 und damit gleichauf mit 3 anderen Teams.
Kepler Watch: Der Berliner hat sich gut bei seinem neuen Team Philadelphia Phillies eingefügt. Seine durchaus überzeugenden Stats nach 7 Partien (also nicht zu wichtig nehmen). 5 Hits bei 18 At Bats (0.278 Schlagdurchschnitt, für ihn richtig gut), 1 Homerun und 1 RBI. In der Defensive im linken hinteren Feld ohne Fehl und Tadel, aber auch ohne Hightlight-Catch, soweit ich das überblicke. Jetzt geht es für ihn und seine Phillies gegen die Dodgers.
von Münchner Löwe | März 23, 2025 | basketball, Eishockey, NBA, NHL
Blick über den Teich, NBA und NHL
In nicht einmal einem Monat beginnen jeweils die Play-offs. Viele Positionen sind weitgehend bezogen, der Kampf um die Plätze mutet mir dieses Jahr seltsam unengagiert an, viele Partien määndern so vor sich hin, wobei ich das in der NHL nicht so sklavisch verfolge wie in der NBA.
Anmerkung: Wenn ich „sicher“ schreibe, so heißt das nicht unbedingt mathematisch fix, sondern eher relativ bis sehr wahrscheinlich.
NBA
Etwa 70 Spiele sind absolviert, 12 stehen noch an. Im Osten stehen die 6 Teams, die es direkt in die Play-offs schaffen mehr oder weniger fest, im Westen gibt es um die Qualifikation noch ein Hauen und Stechen mit für mich völlig unvorhersehbarem Ausgang
Eastern Conference
Vielleicht gerade zur rechten Zeit nehmen sich die Cleveland Cavaliers eine Ergebniskrise. Zuletzt verlor das beste Team im Osten vier Partien hintereinander, darunter nicht gerade gegen Spitzenmannschaften wie die Orlando Magic und Sacramento Kings. Trotzdem dürfte ihnen der Nummer-1-Platz und damit das Heimrecht im Osten nicht mehr zu nehmen sein. Die Boston Celtics blasen zwar zur Aufholjagd, doch der Rückstand von 5 Siegen dürfte zu groß sein. Oder steckt hinter den Niederlagen der Cavs mehr dahinter als eine kleine Formdelle?
Überhaupt scheinen im Osten viele Plätze schon bezogen.
1. Cavs
2. Celtics
3. Knicks
4./5./6. Bucks, Pacers, Pistons: Dieser Dreikampf geht um das wichtige (?) Heimrecht in der 1. PO-Runde, die diese Mannschaften sicher erreichen dürften.
Dahinter machen 4 Teams die Plätze 7 bis 10 unter sich aus, weil das Quintett dahinter keinerlei Ambitionen mehr hat, vorne anzugreifen, sondern viel lieber möglichst vielk verlieren will, um einen Top-Draft-Pick zu erlangen, das regelmäßige Tanking-Ärgernis. Sehr formstark scheinen mir gerade die Atlanta Hawks und Chicago Bulls, während die Orlando Magic und Miami Heat eher schwächeln.
Western Conference
Vorne allein die Oklahoma City Thunder, dahinter ein wüstes Durcheinander mit Aufs und Abs aller involvierten Teams. Ich könnte zurzeit seriös tippen oder auch würfeln, und meine Erfolgswahrscheinlichkeit, wer wo landet, wäre mehr oder weniger dieselbe. Sehr geprägt sind die Kurven gerade hier von den Verletzungen/Nichtverletzungen der Stars; nicht nur ob ein Steph Curry (Warriors) und LeBron James/ Luka Doncic (LA Lakers) überhaupt spielen können, sondern auch in welchem Zustand. Kaum glaube ich, dass sich die Warriors gefangen haben nach der Verpflichtung von Jimmy Butler, fällt Curry aus. Kaum scheinen die Lakers richtig stark zu sein, sind James und Doncic angeschlagen und erleiden ein Heimdesaster gegen die Chicago Bulls.
Und wie soll ich die aufstrebenden Houston Rockets und Memphis Grizzlies bewerten, wie die mich am meisten überraschenden Los Angeles Clippers? Fragen über Fragen, nur seriöse Antworten vermag ich kaum zu geben.
Für mich den besten Eindruck hinter den Thunder machen also gerade die Rockets, die nach einem Zwischen-Tief zuletzt 9 Siege hintereinander eingefahren haben, vielleicht nicht gegen Kontrahenten der allerersten Güte, aber immerhin etwa bei den Florida-Teams aus Miami und Orlando.
Warum denn nicht die Denver Nuggets? Weil es 2 unterschiedliche Nuggets gibt. Die mit einem Nikola Jokic in Top-Form, die sogar den Thunder gefährlich werden können, und die ohne Jokic, die vielleicht nicht einmal die Play-offs erreichen würden. Nicht nur statistsch sind die unterschiedlichen Zahlen unfassbar, das ganze Denver-Spiel ist derart auf Jokic ausgelegt, dass es ohne ihn ein echter Krampf ist. Mein Tipp: Die Nuggets kommen direkt in die Play-offs, dann wird sich Jokic in der 1. Runde aufreiben, um dann in der 2. relativ kraftlos die Segel streichen lassen. Ich werd doch mal spekulieren dürfen …
Letztlich ist die endgültige Klassifizierung fast egal, weil der Heimvorteil in langen Play-off-Serien gerade im Basketball vielleicht nicht die entscheidende Rolle spielt (außer natürlich im Spiel 7).
Zuletzt blicke ich noch auf den Dreikampf um die Plätze 9 und 10, der noch fürs Play-In-Turnier berechtigt. Den tragen die Sacramento Kings, Phoenix Suns und Dallas Mavericks untereinander aus. Wer es dann letztlich schafft und sich dann tatsächlich für die Play-offs qualifiziert, den erwartet dann als zweifelhafte Belohnung die übermächtig scheinenden Thunder und das praktisch sichere Aus. Angesichts dieses traurigen Ausblicks: Wäre es nicht fast schlauer, die Play-Ins Play-Ins sein zu lassen, und als 11. der Conference auf einen tollen Draft-Pick eines vielversprechenden 25er-Jahrgangs zu hoffen? Ich könnte mir vorstellen, dass gerade in Dallas derlei Gedanken kursieren angesichts der Verletztenwelle (unter anderem: Saisonaus Irving, langer Ausfall Davis etc.).
NHL
Die von mir eher vernachlässigte Liga, zumindest vor den Play-offs. Auch hier ist die Spannung im Kampf um die Plätze eher eine Scheinspannung. Heimvorteil ist zwar gut und schön, aber deshalb alle Kräfte zu verpulvern, das macht kein Team. So schonen zurzeit die Edmonton Oilers den angeschlagenen deutschen Top-Scorer Leon Draisaitl, damit er in den Play-offs wieder topfit ist.
Ich halte ja immer zu einem kanadischen Team (welches, ist mir fast egal), ein Titel nach 1993 (!) wäre gerade in dieser politisch heiklen Phase ein echtes Zeichen. Also: Go, Canada, go!
Eastern Conference
Die Washington Capitals haben Platz 1 sicher.
Dahinter gibt es einen Vierkampf um Ränge 2 bis 5 (Carolina, Titelverteidiger Florida, Toronto, Tampa). Fast sicher in den Play-offs sind New Jersey und die mich sehr überraschenen Ottawa Senators mit Tim Stützle. Um den letzten freien Platz 8 rittern die Montreal Canadiens sowie die beiden Teams aus New York (Rangers und Islanders). 2 Teams dahinter t (Columbus und Detroit/Moritz Seider) müssen auf Aussetzer hoffen, der Rest darf für die nächste Saison planen..
Im Gegensatz zur NBA würde ich dem Achten gegen den Ersten Washington durchaus Play-off-Chancen einräumen, das gilt auch für den Westen.
Western Conference
Ein ähnliches Bild: Vorne auf Platz 1 souverän die Winnipeg Jets, dahinter ein wüstes Gerangel umd die Plätze, in dem gerade die Dallas Stars die besten Chancen auf Rang 2 haben.
Sicher in den Play-offs dabei sind dahinter (in der jetzigen Reihenfolge, die sich noch sehr ändern kann) die Las Vegas Knights, Colorado Avalanche, Edmonton Oilers, LA Kings und Minnesota Twins.
Auch hier gibt es noch ein Hauen und Stechen um Platz 8, in den die St. Louis Blues, Calgary Flames, Vancouver Canucks und sogar Utah Hockey Club verwickelt sind. Go, Calgary oder Vancouver
Owetschkins Torejagd, die Statistikler ist Nathas McKinnon von den Colorado Avalanche (10
Mindestens so spannend wie das Play-off-Rennen ist die Frage, ob Alexander Owetschkin von den Washington Capitals schon diese Saison den Allzeit-Torrekord von Wayne Gretzky (894) einstellen oder gar überbieten kann. Derzeit hält der Russe bei 888 Treffern: Er hat noch 12 Partien, um die 6 respektive 7 Tore zu erzielen. Statistich haut das zurzeit gerade so hin, denn Owetschkin war zuletzt in jedem zweiten Spiel erfolgreich.
Ich persönlich brauche das jetzt übrigens nicht unbedingt, dass der Putin-Freund Owetschkin den Rekord knackt, so sehr ich die unfassbare sportliche Leistung anerkenne. Spätestens in der neuen Saison wird es allerdings so oder so der Fall sein.
Weil wir schon bei den Stats sind: Leon Draisaitl führt mit 49 Treffern klar die Rangliste an. Ihm dürfte die Trophäe als bester Torjäger bei 11 Toren Vorsprung auf den Zweiten Nylander kaum noch zu nehmen sein. Und mit 101 Scorerpunkten hat er erneut einen dreistelligen Wert. Er kann jetzt also beruhigt seine Verletzung auskurieren und sich auf die Play-offs konzentrieren.
Bester Punktesammler ist Nathan McKinnon von den Colorado Avalanche, der auch mit Abstand die meisten Assists gab (77).
von Münchner Löwe | Feb. 28, 2025 | Allgemein, basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Nach dem Westen befasse ich mich heute mit der Eastern Conference. Wieder werde ich die Teams in Stärke-Gruppen einteilen, wo ich nicht nur die reinen Zahlen, sondern auch die allgemeine Performance (auf mich persönlich einfließen) lasse. Wobei ich natürlich nicht jedes Team gleich intensiv verfolgt habe, den Osten generell etwas weniger.
Eastern Conference
Die Top Teams
Cleveland Cavaliers und Boston Celtics: Auch wenn die Cavs zurzeit mit 6,5 Siegen besser dastehen als die Celtics, würde ich beide Teams auf die gleiche Stufe stellen. Mir gefällt Cleveland subjektiv besser, sie spielen einen wunderbar mannschaftlichen Basketball mit den schönsten Kombinationen, aber die Celtics haben schon unfassbare Qualität um Tatum, Brown und Porzinigs herum und haben das Dreier-Spiel perfektioniert (Pritchard, Hauser). Als einziges Team überhaupt haben die Cavaliers bereits 24 Partien vor Schluss auch rechnerisch die Post Season erreicht. Die heruasragenden Spieler sind Donovan Mitchell und Evan Mobley, der sich enorm gesteigert hat. Mit DeAndre Hunter haben sie einen sehr guten Profi dazubekommen, der Größe und Dreier mitbringt, letztlich noch besser als der abgebenene LeVert. Da allen Beteiligten bekannte Schicksal eines hochbezahlten NBA-Profis (deswegen auch kein allzu großes Mitleid): Ohne eigenes Dazutun wird er von einem absoluten Meisterschafts-Aspirenten zu einem Loser-Team (Brooklyn Nets) abgeschoben.
Die Aussichtsreichen
Schon vor dem letzten Saisonviertel zeichnen sich die Top6 ab, nicht njur iin derTabelle, sondern auch in der Form: NY Knicks, Indiana Pacers, Milwaukee Bucks und die Detroit Pistons dürften die Ränge 3 bis 6 unter sich ausmachen, die ja auch in der 1. Play-off-Runde aufeinandertreffen. Nur die Reihenfolge ist für mich völlig unklar, wobei die Knicks einen kleinen Vorsprung haben.
Das Überraschungsteam der gesamten Liga sind zweifellos die Detroit Piston. In der vergangenen Spielzeit noch eine Lachnummer mit der mit dem Rekord-Pleiten 29 am Stück. Jetzt steigern sie sich von Monat zu Monat. Gegenwärtig haben sie mit 8 Erfolgen die längste Siegesserie der gesamten Liga, beeindruckten gerade mit einem letztlich ungefährdeten Erfolg über die Celtics. Cade Cunningham erfüllt endlich die Ansprüche, die der Hochbegabte schon vorher in Aussicht gestellt hat. Der deutsche Nationalmannschafts-Kapitän Dennis Schröder ist ja nach seiner Irrfahrt quer durch die USA (allein in dieser Saison: New York – San Francisco – Utah – Detroit) bei den Pistons gelandet und kann dem jungen Team mit seiner Erfahrung und vor allem Ballfertigkeit/Ideenreichtum enorm helfen.
Die Knicks sind sicher besser besetzt (Jalen Brunson, Carl-Anthony Towns), aber ihre Grenzen zeigen sich in den desaströsen Niederlagen gegen absolute Spitzenteams. Ich traue ihnen nicht ohne Restzweifel über den Weg. Ähnlich sieht es mit den Pacers aus. Auch die sind zu Großtaten fähig mit den AllStars Tyrese aaliburton und Pascal Siakam, aber die zeigen wie das gesamte Team viel Unbeständigkeit.
Bleibt Milwaukee, das darkest horse überhaupt. Giannis Antetokuonpo, einer der 3 prägensten Spieer der Liga. Zumindest in der Theorie bestens assistiert von Damian Lillard und Marc Lopez, aber auch hier: zu unbeständig und vielleicht ein zu wenig tiefer Kader.
Die Sicheren
Das Trio Orlando Magic, Miami Heat und Atlanta Hawks kann sich jetzt schon auf die Play-Ins einstellen (also auf die Plätze 7 bis 10). Für die beiden, die das überstehen, ist dann in der 1. Play-off-Runde gegen Cavs oder Celtics Schluss). Sie werden nämlich, wenn nicht Außergewöhnliches passiert (immer möglich), weder nach oben angreifen oder nach unten abrutschen können. Orlando ist natürlich aus deutscher Sicht vor allem wegen Franz Wagner, aber auch Rookie Tristan da Silva interessant. Wagner spielt eine formidable Saison und auch seine Verletzungspause hat er gut überwunden (wie auch Co-Star Paulo Banchero). Lassen wir mal seinen furchtbaren Dreier außen vor (nicht mal jeder dritte Versuch rauscht durch die Reuse).
Die Miami Heat werden aufatmen, dass das Vereinsgift Jimmy Butler (bei all seiner Klasse) in Richtung San Francisco abgedampft ist, wo er jetzt seine geforderten Fanstastilliarden (tatsächlich: 55 Mo per annum) erhält. Die Atlanta Hawks haben mit Trae Young einen unglaublich aufregenden Spielmacher (leider ohne Defensive) und insgesamt einen spannenden Kander (der Schweizer Clint Capella sei genannt).
Die Verlierer
Eigentlich müsste ich schreiben: die, die verlieren wollen. 6 Teams haben kaum mehr Ambitionen nach vorne, und de Witz ist, dass eines von diesem Sextett tatsächlich auf Platz 10 landet: Das bedeutet Play Ins und vor allem: raus aus der Verlosung um die Top-Picks. Jede Niederlage ist also günstig, wobei die Spieler selbst natürlich trotzdem gewinnen wollen.
Eine Zwitterstellung haben dabei die Philadelphia 76ers inne: Das Team hatte Großes vor mit einem Top-Trio Joel Embiid, Paul George und Tyrese Maxey: Doch gerade Embiid fehlte lange verletzt, und jetzt droht wegen seines einfach nicht besser werdenden Knies das Saisonende (und schlimmstenfalls sogar eine gut einjährige Pause).
Die Chicago Bulls habe einen ihrer beiden Top-Spieler Zach Levine (geblieben ist Vujevic) von der Gehaltsliste gebracht ohne annähernde Kompensation. Wenn ich tippen müsste, würde ich sie als das traurige Team Nummer 10 tippen. Denn was der Rest zeigt (Brooklyn Nets und vor allem Charlotte Hornets und Washington Wizards), ist zu trostlos. Ich wage mal die nicht zu beweisende Behauptung, dass diese beiden Teams auch in der Euroleague große Schweirigkeiten hätten, an der Spitze mitzuhalten
von Münchner Löwe | Feb. 26, 2025 | basketball, NBA, NHL
Blick über den Teich, NHL und NBA
Nach dem ganzen Allstar-Getöse samt USA vs Kanada-Wahnsinn (auch dank DTs Übernahme-Fantasien) in der NHL möchte ich mal wieder einen Blick auf das NBA-Standing werfen. Zuvor allerdings ist eine Stats-Watch in der NHL angesagt, in der vielleicht sogar noch dieses Jahr Historisches passieren kann.
Gretzky „bangt“ wegen Owetschkins Toren
Ich versuche ja, hier mit dem Begriff „historisch“ sparsam umzugehen. Aber bei Alexander Owetschkin von den Washington Capitals bin ich geneigt, eine Ausnahme zu machen. Gestern Nacht erzielte er beim 1:3 der Hauptstädter gegen die Calgary Flames einen Treffer (natürlich für sich allein gesehen nicht historisch). Es war sein 30.Saisontor, damit hat er in der 19. NHL-Saison in Folge 30+ Treffer erzielt, das hat es noch nie gegeben. Und mehr und mehr rückt sogar ein Rekord in Reichweite, den fast jeder für unerreichbar hielt. Nämlich 895 Treffer, die „The Great One“ Wayne Gretzky in seiner fabulösen Karriere in den 80ern und frühen 90ern erzielt hat.
Alex Owetschkin war bisher 883-mal erfolgreich, es fehlen ihm also noch 12 (13) Tore, um gleichzuziehen (zu übefholen). Dafür hat er allein in dieser Spielzeit noch 24 Partien: Wenn der Russe also gesund bleibt und seinen bisherigen Schnitt beibehält (diese Saison 30 Tore in 42 Partien) dürfte sich das bis März oder spätestens April ausgehen. Und diese Tore sind auch nicht nur für die Galerie oder persönliche Statistik: Vielmehr führen die Capitals trotz der jüngsten Niederlage souverän mit 10 Punkten Vorsprung die Eastern Conference und sind auch nur einen Zähler hinter dem Ligabesten Winnipeg Jets. Am Sonntag etwa traf Alexander Owetschkin dreimal gegen die Edmonton Oilers.
Ich habe ja „Gretzky bangt“ getitelt. Ich bin felsenfest überzeugt, dass der große kanadische Sportsmann als Erster gratulieren würde und es vielleicht sogar versuchen wird, live vor Ort zu sein, wenn Owetschkin Treffer Nummer 895 (896) markiert. Samt dem ganzen Ehrungs-Quatsch, der dann unweigerlich folgen dürfte.
Wembys Drama – und ein Blick aufs NBA-Standing
So schnell geht das im Sport: Da schauen die San Antonio Spurs recht zuversichtlich in die (nähere) Zukunft, auch dank des Transfers vo DeAaron Fox nach Texas, und eine Verletzung lassen alle Hoffnungen zumindest für diese Saison platzen wie eine Seifenblase. Betroffen ist nämlich Victor Wembanyama, der „Außerirdische“, der schon in seinem zweiten NBA-Jahr unvergessliche Eindrücke in der stärksten Basketball-Liga der Welt hinterlassen hat. Mit Abstand ist er der beste Verteidiger der NBA, sorry Monsieur Rudy Gobert: Jetzt schon gilt der 2,23-Meter-Riese mit den ewig langen Armen als bester Schuss-Blocker der Geschichte (auch weil er so geschickt Würfe abblockt, dass die Abpraller im Feld bleiben und damit oft in die Händen der eigenen Mannschaft. geraten. Doch jetzt die Hiobsbotschaft: Den Franzosen plagt eine schwere Venen-Entzündung in der Schulter, die eine lange Reha braucht ohne nennenswerte Belastung. Und gerade bei so einem langgliedrigen Menschen bleibt dann natürlich die Furcht, dass das immer wieder auftreten kann. Ich bin kein Mediziner, aber ich kann mir auch vorstellen, dass bei so jemandem das dauernde Sitzen bei den ständigen Flugreisen kreuz und quer durch Amerika bei allem Komfort nicht wirklich gesundheitsfördern ist, um es sehr positiv auszudrücken.
Wemby (und damit aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Spurs) sind also raus aus dem Play-off-Rennen. Wie aber sieht es für die restlichen Teams aus. Ich werde jetzt nicht jedes Team beleuchten, aber die Teams, die mir subjektiv wichtig sind und jede, die mit objektiv wichtig erscheinen; eher aufgeteilt nach „Stärkegruppe“. Subjektiv eingefärbt natürlich, aber ohne „Team-Brille“, wie ich zumindest hoffe. Und noch etwas: Anders als einige Spezial-Blogs und -Podcasts versuche ich, hier möglichst wenig mit Statistiken um mich zu werfen (ich weiß, das klingt in dieser von Statistik besessenen Sportart verrückt). Eher so der allgemeine Eindruck, den die Teams auf mich machen, der dann wiederum mit den Zahlen abgedeckt wird.
Western Conference
Die Spitze
Ganz vorn und nahezu unbehelligt kreisen die Oklahoma City Thunder in ihrer eigenen Umlaufbahn. Hier stimmt praktisch alles. Eine unglaublich nervige Verteidigung, die es jeder Offensive verdammt schwer macht, gute Würfe zu finden. Kreativität selbst im Angriffsspiel, und mit dem Kanadier Shai Gilgeous-Alexander ein Ausnahmekönner, der jederzeit den Unterschied ausmachen kann und auf dem besten Weg zu seinem ersten MvP. Mit Center Isaiah Hartenstein, de eine tolle Saison spielt, haben sie im Vergleich zum letzten Jahr offensichtlich das fehlende Puzzleteil gefunden (nämlich Größe und Verteidigung des Rings)
Die Verfolger
Die großen Überraschungen (besser gesagt: noch nicht so Etablierten da vorne) sind die Houston Rockets und Memphis Grizzlies. Beide Teams sind noch sehr jung, haben also noch Zeit, sich zu entwickeln, doch bisher klappt das außergewöhnlich gut auch dank Ausnahme-Könnern wie Jaren Jackson jr (Grizzlies) und Alpery Sengun (Rockets), aber auch bestem und sehr attraktivem (Ja Morant!) Basketball.
Mehr und mehr in Fahrt kommen die Denver Nuggets, salopp gesagt, das Team der Altgedienten. Nicola Jokic ist mit Abstand der beste Center (und wahrscheinlich auch beste Spieler) der Liga. Unglaublich präsent unter beiden Körben mit Spielübersicht, einem mehr als vernünftigen Wurf. Der Aufschwung der Nuggets hat viel mit der Top-Form des Co-Stars Jamal Murray zu tun, der sein Tief zu Saisonstart überwunden zu haben scheint. Der Rest ist vielleicht tatsächlich nur (guter) Durchschnitt, aber das reicht halt schon, erst recht wenn es in die Play-offs geht, wo in der Verteidigung ein viel intensiverer Basketball gespielt wird und wo Erfahrung ein hohes Gut ist.
Die Ambitionierten
Da sehe ich die LA Lakers, die Minnesota Timberwolves und (mit viel Bauchschmerzen) die Dallas Mavericks.
Die Lakers haben mit Luka Doncic einen Ausnahmespieler, zumindest in der Offensive. Er zeigt jetzt schon, also kurz nach seinem aufsehenerregenden Wechsel von den Mavericks, großartige Leistungen, obwohl er alles andere als fit aussieht (bös gesagt: er schaut aus wie ein wandelndes Fass). Wenn er das bis zu den Play-offs wenigstens ein bisschen regelt (und nur noch einem Fässchen gleicht), könnte er gemeinsam mit dem offenbar nicht alternden LeBron James (fast) jeden Gegner extrem ärgern. Schwachpunkt bleibt die Centerposition nach dem Abgang von Anthony Davis und die gesamte Defense, die mit dem eher Verteidigungs-Verweigerer Doncic anstatt Davis viel schwächer geworden ist: das muss eher kreativ als wirklich gekonnt gelöst werden und wird der Knackpunkt sein.
Die Wolves habe ich sehr auf dem Zettel, weil sie mit Anthony Edwards vielleicht den aufregendsten Spiueler zumindest in der Western Conference haben. Sie haben sich nach schwachem Saisonstart klar verbessert. Voraussetzung, dass es noch weiter nach oben geht, ist natürlich, dass die derzeit noch Verletzten Julius Randle,Rudy. Gobert und Donte DiVicenzo bald zurückkehren. Dann sehe ich sie kaum schlechter als vergangenes Jahr, als sie ins Conference Final kamen, wenngleich ein Karl-Anthony Towns natürlich sehr abgeht..
Dort scheiterten sie an den Dallas Mavericks, meiner großen Unbekannten. Wobei das „Groß“ hier wörtlich zu nehmen ist, denn gerade die Centerpostion dürfte über Wohl und Wehe entscheiden. Derzeit fehlen alle Big Men, also vor allem Anthony Davis und Dereck Lively. Die Mavs müssen also schauen, wie sie irgendwie auch ohne die zu den erforderlichen Siegen kommen, um wenigstens die Play-Ins zu erreichen. Wird im starken Westen schwierig genug (trotz des „Ausfalls“ der Spurs), könnte aber machbar sein. Wenn (!) dann alle fit sind, traue ich den Mavs auch ohne Doncic einen ähnlichen Run wie 2024 zu. „Ähnlich“ auch nur wegen der Thunder.
Die Hoffenden (mehr oder weniger)
4 Teams haben berechtigte Hoffnungen auf die verbleibenden 3 Play-In-Plätze und zumindest die 1. Play-off-runde.
– Golden State Warriors: Ich neige fast dazu, sie noch eine Kategorie nach oben zu schieben. Für sie spricht auch der relativ leichte Spielplan (auch da gibt es natürlich eine ligaweite Statistik). Die Integration von Jimmy Butler scheint zu funktionieren, der nach seinem erzwungenen Wechsel von Miami wieder Spielfreude hat) – und ein Steph Curry kann jederzeit „explodieren“ und einen Dreier nach den anderen versenken. Vielleicht nicht mehr ganz so oft, und das könnte dann ein Problem werden.
– Die LA Clippers schlagen sich bisher viel besser, als ich es erwartet hätte. Kawhi Leonard ist die große Unbekannte. Wenn er fit ist, dürfte das Team mindestens Platz 9 erreichen (auch dank des kleinen Vorsprungs).
– Bleibt also ein „Zweikampf um Platz 10 (und den letzten verbleibenen Play-In-Rang) zwischen „meinen“ Sacramento Kings und den Phoenix Suns. Ich hab ja immer noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass die Kings einen Siegesrun starten, zumal sie sich in der Verteidigung mit Center Jonas Valenciunas wesentlich verstärkt haben, aber irgendwie funzt es nicht, und das Restprogramm ist schon heftig. Die Suns ihrerseits sind die ganz große Enttäuschung, die mit ihrem Top-Trio Kevin Durant, Devin Booker und Bradley Beal ganz andere Ambitionen hatten als vielleicht gerade noch so in die Post Season zu rutschen. Letztlich fast egal, wer dann den 10. Platz erreicht. Selbst wenn man mirakulös noch die zwei Spiel bis zu den richtigen Play-offs überleben würde, dann würden die Thunder und das unvermeidliche Saisonende warten.
Die Hoffnungslosen, die auf bessere Zeiten warten
Bessere Zeiten, die ein möglichst frühes Auswählen im laut Experten so starken 2025er-Draft-Jahrgang sehr beschleunigt würde. Die Devise heißt: Je schlechter die Bilanz, desto größer die Wahrscheinlichkeit, einen Top-Pick zu bekommen (wo man dann „nur“ noch den Richtigen erwischen muss, was oft schon desaströs endete). Die Spurs lasse ich jetzt mal außen vor wg der Wemby-Gründen (siehe oben), bleiben also die Portland TrailBlazers, Utah Jazz und New Orleans Pelicans. Das mit dem Verlieren scheint gar nicht so einfach, weil auch diese Teams Klassespieler haben, die entgegen der Vereins-Maxime Gewinn-Ehrgeiz entwickeln. Das gilt für einen Lauri Markkanen (Jazz) genauso wie für einen Zion Williamson (Pelicans). Und die Blazers spitzen sogar ein wenig auf den 10. Platz, der noch nicht ganz außer Reichweite scheint.
Der Osten folgt dann morgen
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