Was vom Tage übrig blieb

Die (fast) übersehende Weltmeisterin

Vier WM-Triumphe – und (fast) keiner bekommt es mit. Das ist das Los der Randsportler und -innen nicht nur in Deutschland. Deshalb sei hier als Erste die Sportgymnastin Darja Varfolomeev erwähnt. Die 16-Jährige gewann bei der WM in Valencia vier Titel in allen Einzelkonkurrenzen, also Keulen, Band, Ball und Reifen. Am Samstag steht noch die Entscheidung im Vierkampf an, vielleicht erbarmt sich ja ein Sender …

Eine Hockey-Enttäuschung

Die deutschen  Frauen waren bei der EM in Gladbach souverän ins Halbfinale gekommen mit klaren zu Null-Siegen. Doch nach dem 0:1 gegen Belgien bleiben nur Tränen ob des verpassten Titels. Morgen ist noch die Partie um den dritten Platz gegen England, aber der wäre ein schwacher Trost. Belgien trifft im Finale auf Holland

Bereits heute treten die deutschen Männer im Halbfinale gegen England an. Die zweite Partie lautet Belgien vs Holland. Noch Fragen, wer die vier führenden Hockey-Nationen in Europa bei Männlein und Weiblein sind?

Rehabilitation für die Holländerin

Jetzt hat Femke Bol ihren WM-Titel, den sie zuvor in der 400-m-Mixed-Staffel nach einem Sturz kurz vor dem Ziel weggeworfen hat(im Wortsinn, denn der Stab flog allein über die Ziellinie). Über 400 m Hürden wurde die Holländerin ihrer klaren Favoritenrolle gerecht und siegte mit starken 51,70 Sekunden. Sie profitierte natürllich von der verletzungsbedingten Absage von Weltrekordlerin und Titelverteidigerin Sydney-McLaughlin. Wir dürfen uns jetzt schon auf Olympia 24 freuen.

Zwei Goldmedaillen gingen am Donnerstag nach Jamaika. Antoine Watson gewann über 400 m in 44,22 s vor dem Briten Hudson-Smith und Quincey Hall aus den USA. Danielle Williams war über 100 m Hürden in 12,43 s nicht zu schlagen.

Einen Zwischenfall gab es vor dem Halbfinale über 200 m der Männer. Das Golfwagen, der unter anderem Noah Lyles und der Jamaikaner saßen, stieß mit einem anderen Wagen zusammen. Lyles blieb unverletzt, doch Hudson trug eine Augenverletzung davon. Er startete dennoch, verpasste zwar sportlich das Finale, wurde aber nachnominiert. Gut, dass die Anlage neun Bahnen hat. Mal sehen, in welcher Verfassung er heute ist.

Schwere Lose in New York

Eine knifflige Aufgabe wartet auf Sascha Zverev in der 1. Runde. Alexander Vukic aus Australien ließ zuletzt in Toronto mit siegen über Gael Monfils und Borna Coric aufhorchen. Au h dewr weitere Weg hat es in sich. In einer 3. Runde könnte er auf Andy Murray oder Grigor Dimitrov treffen, im Achtelfinale auf Jannik Sinner, mit dem es wiederum Yannick Hanfmann bereits in der 1. Runde zu tun bekommt. Ein noch härterer Brocken wartet da auf Dominic Köpfer, der es mit Carlos Alcaraz zu tun bekommt.

Tatjana Maria trifft in Runde 1 auf die Kroatin Petra Martic, Anna-Lena Friedsam auf Elena Svitolina. Laura Siegemund und Eva Lys können sich noch über die Qualifikation ins Hauptfeld spielen.

Gute Ausgangsposition für die Eintracht

Die Frankfurter erreichten bei Lewski Sofia ein 1:1 und können nächste Woche im heimischen Waldstadion den Einzug in die Gruppenphase der Conference League klarmachen.Kolo Muani (wer sonst?) traf bereits nach 5 Minuten, doch in der Nachspielzeit gelang den Bulgaren noch der Ausgleich. Chance gewahrt.

Das steht heute an:

LA-WM: Der 1. Tag der Zehnkämpfer hat begonnen mit den deutschen Medaillenkandidaten Neugebauer und Kaul. Außerdem 4 Entscheidungen: Männer: 200 m. Frauen: Dreisprung, Speerwerfen und 200 m.

Fußball: 2. Bundesligaspieltag beginnt mit Leipzig vs Stuttgart.

Und dann darf man gespannt sein, ob Spaniens Verbandspräsident Rubiales die Konsequnz aus der Kussaffäre und wie kolportiert wird heute zurücktritt. Um Entschuldigung gebeten hat er, aber das reicht natürlich nicht. Mal schauen, was mir im Laufe des Tages noch einfällt. Rummenigge fand es nicht so schlimm. Blöder alter Mann.

Basketball: Die Deutschen beginnen das WM-Unternehemn mit der Partie vs Japan (14:10). Außerdem u. a. der Schlager der Medaillenkandidaten Kanada vs Frankreich (15:30).

Was vom Tage übrigblieb

Ach ihr Löwen

Auf meine Löwen ist Verlass – leider im negativen Sinn. Kaum hat man ein Fünkchen Hoffnung, zerstört man sie sich selbst in beeindruckender Regelmäßigkeit meist gegen einen Kontrahenten, der als schlagbar gilt. Wahrscheinlich bin ich selbst schuld, weil ich das am Montag ja vorausgesagt habe, ohne zu wissen, dass die Niederlage so früh kommt.

All das traf am Dienstagabend im heimischen Grünwalder zu. Der VfB Lübeck war zu Gast, ein Team das generell in der unteren Tabellenhälfte verortet wird. Es gelingt ein Blitzstart mit der Führung nach nur 11 Minuten. Ein Eigentor durch Greilinger und ein weiterer Treffer der Norddeutschen bringt noch vor der Pause die Wende. Zwei Chancen auf den Ausgleich werden versiebt, der hochgelobte  Zwarts bleibt relativ blass. Trainer Jacobacci bescheinigt trotzdem eine über 75 Minuten gute Leistung. Muss man eher als Mutmacher bezeichnen.

Ach ihr Volleyballerinnen

Mit zwei Siegen so gut in die EM gestartet, doch jetzt zwei Niederlagen gegen die schwächer eingeschätzten Schwedinnen und Tschechinnen, gegen die man nach der 2:0-Satzführung wenigstens einen Punkt ergatterte. Jetzt muss man sogar ums Achtelfinale bangen, da wäre ein Sieg gegen die bisher ungeschlagene Türkei hilfreich. Und als Dritte oder Vierter würde im Achtelfinale natürlich ein viel stärkerer Gegner reichen.

Ach ihr Leichtathleten und innen.

Knapp an der Medaille und doch vorbei. Ein Fehlversuch von Hochspringer Potye über 2,33 Meter war zu viel Ballast. Ohne Fehlversuch hätte es zu Bronze für den Münchner gereicht. Schon viel deutlicher verfehlte das deutsche Diskuswurftrio in einem hochklassigen Wettbewerb die angestrebten Medaillen. Unglaublich die Steigerung der Amerikanerin Tosaga, die mit 69,49 m den Titel holte vor ihrer favorisierten Landsfrau Allman und der Chinesin Feng Bin mit 68,20. Wieder ein Top-Wettbewerb im Diskus nach der Entschedung bei den Männern tags zuvor.

Die Bayern machen es! Oder etwa doch nicht?

Am Freitagabend beginnt die 61. Bundesligasaison. Das Oberhaus ist damit nur etwas älter als ich selbst. Mit meiner Lebenserfahrung wage ich eine Saisonvorschau. Bitte nicht alles tierisch ernst nehmen, obwohl ich mir bei aller Subjektivität um einen objekltiven Touch bemühe. Alle Vorhersagen fußen auf dem Stand 18. August, 17 Uhr. Das Transferfenster in Europa läuft bis 1. September, das der saudischen Milliardäre sogar noch bis Mitte September. Da kann noch einiges durcheinandergewirbelt werden. Meine Vorfreude ist groß, und hier kommt die Vereinsübersicht und wahrscheinlich einem ziemlich gewagten Tabellentipp.

Bayern München

Nach endlosem Hin und her haben die Münchner Sturmikone Harry Kane an die Isar losgeeist. Der Vorschusslorbeer und der Hype waren am Ende unermesslich und auch unerträglich, erwartet in der Allgemeinheit werden mindestens 30 Tore plus Glanzleistungen in der Champions League. Man würde dem Engländer zurufen: Lies keine Zeitungen, mach Dein Ding!

Bei den Bayern bleiben Stellschrauben offen: Dabei ist die Torwartfrage angeblich geklärt. Manuel Neuer wird bald, also wahrscheinlich nach der Länderspielpause im September, zurückkommen. Allerdings weiß niemand, in welcher Verfassung, auch vor seinem Skiunfall zeigte er längst nicht mehr seine Glanzleistungen voriger Jahre. Ulreich ist ein braver Ersatz; für die Liga müsste es immer noch reichen. Und offenbar wollen die Münchner den Wunsch von ThomasTuchel nicht entsprechen und keinen defensivstarken Sechser verpflichten, schon gar nicht für teures Geld. Wehe, wenn der Anfang schiefgeht. Und wenn Tuchel dann keine Antworten hat …

Erste zwei Spiele: Bremen (A), FC Augsburg (H)

Player to watch: Ich bin gespannt, ob Konrad Laimer reüssiert und vielleicht den Sechser mimt, den sich Tuchel vorstellt.

Tipp: Sie werden das Dutzend der Meisteritel vollmachen. Letztlich ist der Kader zu stark für den Rest der Liga.

 

Borussia Dortmund

Mit Jude Bellingham verließ der bestimmt begabteste Profi den BVB, es fehlt mit Sicherheit spielerische Qualität, was dem BVB vor allem gegen defensive Gegner auf die Füße fallen könnte. Es gab zuletzt ein wüstes Nachtreten wegen angeblicher Egoismen, was mir nur Zeit, dass man sämtliche Aussagen während der Saison, wie toll alles ist, in die Tonne kloppen kann. Was daran stimmt, kann ich nicht beurteilen. Die Hoffnungen liegen bei Sebastien Haller, der topfit in die Runde geht und viel Torgefahr ausstrahlen dürfte, zumal er mit Malen und Akeyemi exquisite Sturmpartner hat. Mit Kobel haben sie (inklusive Neuer!) den besten Toerwart der Liga. Doch die große Frage ist, wie der verschluderte Meistertitel noch in den Kleidern hängt. Und der Kader scheint mir ein wenig zu schmal.

Erste zwei Spiele: Köln (H), Bochum (A)

Player tor watch: Marcel Sabitzer wechselte von München. Der Ösi hat viel Potenzial und will es allen zeigen. Allerdings ist er auch verletzungsanfällig.

Tipp: Champions-League-Platz scheint mir sicher, Meistertitel ziemlich utopisch; Platz 4

 

RB Leipzig

Okay, das 3:0 beim Supercup in München war mal ein Statement mit einem grandiosen Olmo. Der ist das Um und Auf des verbliebenen Kaders, denn mit Gvardiol (Abwehr), Szoboslai (Mittelfeld) und Nkunku (Sturm) haben sie extrem wichtige Spieler verloren. Angeblich baggert ManCity als Ersatz für de Bruyne.

Klar, sie haben attraktive Verstärkungen wie den hochbegabten Bitsiabu und Stürmer Openda, doch die müssen sich erst mal eingewöhnen. Die Erfahrung hat nämlich gezeigt, dass alle Spieler eine gewisse Zeit brauchen, um den RB-Fußball zu verinnerlichen.

Erste zwei Spiele: Leverkusen (A), Stuttgart (H)

Player to watch: Ich persönlich bin auf Xavi Simons sehr gespannt, dem Wunderdinge nachgesagt werden. Technisch perfekt und viel Willen und Potenzial.

Tipp: Champions-League-Platz scheint sicher; Platz 3

 

1. FC Union

Meine Wundertüte. Ein wenig sind die Berliner von ihrer Linie abgekommen und verpflichteten zuletzt mit Robin Gosens und Kevin Volland zwei gestandene (ehemalige) Nationalspieler. Das hebt ohne Frage die Qualität des Kaders, doch beide haben auch ihre Begehrlichkeiten, sprich einen Anspruch auf einen Stammplatz. Das wird ein nettes Gerangel. Hinzu kommt die Champions League, und das ist noch mal ein ganz anderer Schnack als die Europa League und wird Kraft kosten physisch und psychisch. Andererseits haben Sportdirektor Ruhnert und Trainer Fischer immer gezeigt, dass sie auch erhöhten Anforderungen gewachsen sind. Faustpfand bleibt die Heimstärke in der Alten Försterei in der Liga.

Erste zwei Spiele: Mainz (H), Darmstadt (A)

Player to watch: Ich bin auf Tousart sehr gespannt, der bei Hertha seine Klasse allenfalls andeutete, aber mE sehr viel Potenzial hat.

Tipp: Ein internationaler Platz müsste sich ausgehen; Rang 5

 

SC Freiburg

Wie die Berliner haben die Freiburger nahezu das Optimum aus der Saison herausgeholt. Mit Nils Petersen ist jetzt der Publikumsliebling weg, der allerdings nicht mehr die sportliche Bedeutung hatte. Viel mehr schlägt der Abgang des bärenstarken Torhüters Mark Flekken ins Kontor.  Trainer Christian Streich vertraut auf den jungen Atuobe – bestimmt ein Wagnis. Ansonsten ist das Team weitgehend zusammengeblieben – ein großer Vorteil

Erste zwei Spiele: Hoffenheim (A), Bremen (H)

Player to watch: Vincenco Grifo brillierte mit seinen Standards und war sehr torgefährlich. Er widerstand vielen Versuchungen und wird sehr wichtig im Gefüge sein.

Tipp: Platz 5 zu wiederholen wird sehr schwer. Aber Platz 7 ist durchaus machbar aufgrund der eingespielten Startelf und dem bärbeisigen Streich an der Linie.

 

Bayer Leverkusen

Der Vorschusslorbeer ist riesig, das Potenzial enorm. Allerdings ist mit Diaby der beste Offensivspieler abhandengekommen. Warum man Bayer so viel zutraut? Da ist zum einen der hochbegabte Florian Wirtz, der nach seinem Kreuzbandriss voll angreifen kann und sich für die EM 24 empfehlen will. Zum anderen hat der Werksclub mit Granit Xhaka und Jonas Hofmann viel Erfahrung verpflichtet. Und der neben Diaby beste Bayer-Spieler der vergangenen Saison Frimpong blieb wider Erwartung

Erste zwei Spiele: Leipzig (H), Gladbach (A)

Players to watch: der hochveranlagte Grimaldo kam von Benfica. Er durchlebte die Kaderschmiede von Barca und gilt als Riesentalent. Man erzählt sich Wunderdinge

Tipp: Für mich ein Champions-League-Kandidat. Allerdings mit dem Fragezeichen Hradecky im Tor. Und wird Boniface im Sturm auch der Bundesliga gerecht? Aber im Laufe der Saison ist auch noch mit Patrick Schick zu rechnen. Platz 2

 

Eintracht Frankfurt

Hier ist vor allem die große Frage, ob Kolo Muani wirklich bleibt oder doch noch Verlockungen aus England oder gar Saudi Arabien folgt. Mit dem Stürmer sehe ich die Eintracht gut aufgestellt mit dem großartigen Torwart Trapp. Ein paar Fragezeichen bleiben bei mir in der Abwehr, wo Hasebe auch nicht jünger wird und nicht alles, etwa die fehlende Schnelligkeit, durch Erfahrung kompensieren kann. Viel spielerische Qualität ist dagegen in der Offensive, und das defensive Mittelfeld erfuhr mit Shkiri eine gute Verstärkung.

Erste zwei Spiele: Darmstadt (H), Mainz (A)

Player to watch: Mario Götze hatte ein sehr gutes erstes Jahr bei der Eintracht. Er kann jederzeit spielerische Glanzlichter setzen und harmoniert vor allem mit Jesper Lindström und Muani ausgezeichnet. Wird er noch ein Kandidat für Hansi?

Tipp: Man schnuppert an den internationalen Plätzen; Rang 6. Abewr nur, wenn Muani bleibt.

 

VfL Wolfsburg

Die internationalen Plätze haben sie mit einer Niederlage vs Hertha BSC verhühnert, mit Felix Nmecha und Verteidiger van Veen verließen wichtige Spieler den Club. Namhafte Neuzugänge sind bisher Fehlanzeige. Andererseits ist der Kader immer noch stark genug, dass er mit dem Abstiegskampf wohl nichts zu tun hat. Casteels ist eine zuverlässige Stütze im Tor, Thiago Tomas und Jonas Wind sind überdurchschnittliche Offensivspieler. Ein Problem könnte sich anbahnen, wenn Trainer Niko Kovac auch in der Liga Maximilian Arnold außen vor lässt. Max Kruse lässt grüßen.

Erste zwei Spiele: Heidenheim (H), Köln (A)

Player to watch: Patrick Wimmer hat außergewöhnliche Fähigkeiten. Der Österreicher kann zum entscheidenden Unterschiedsspieler reifen. Wenn er denn gesund bleibt.

Tipp: gesichertes Mittelfeld und ein Schielen nach den internationalen Plätzen

 

FSV Mainz 05

Man lebt vom Kollektiv und der Empathie, die Trainer Bo Svensson dem Team einhaucht (mal schauen, wie viele Gelbe Karte er diese Saison einsammelt). Viel wird davon abhängen, wann und in welcher Verfassung der hochveranlagte Jonathan Burkhardt nach seiner schweren Verletzung zurückkehrt. Die Fans haben das neue Stadion angenommen, man pflegt den Ruf des Karneval-Vereins, und es ist ziemlich viel Ruhe im Club.

Erste zwei Spiele: Union Berlin (A), Frankfurt (H)

Player to watch: Karim Onisiwo. Der torgefährliche Ausnahmekönner im Kader, der noch besser wird, wenn er mit Burkhardt zaubern darf. Dann sind die Mainzer vor allem zu Hause schwer zu bezwingen.

Tipp: Mittelfeld. Tendenz eher nach unten als nach oben.

 

Borussia Mönchengladbach

Müssen wir uns um die Gladbacher sorgen? Mit Bensebaini, Jonas Hofmann, Lars Stindl und Marcus Thuram verließen namhafte Spieler die Fohlen. Andererseits: Auch mit denen verlief die vergangene Saison ernüchternd, es kann eigentlich nur besser werden. Mit den internationalen Plätzen hatte man nix zu tun. Mit dem Schweizer Omlin haben die Gladbacher einen zuvelässigen Torwart, der Verlust von Bensebaini in der Abwehr ist zu kompensieren, weil sie ansonsten zusammenblieb mit Leistungsträgern wie Stefan Lainer und Ko Itakura. Und zumindest vom Namen her scheint das defensive Mittelfeld mit Weigl, Neuhaus und Kramer sehr gut aufgestellt. Es fehlt allerdings ein spielstarker Zehner, der die Spitzen in Szene setzt.

Erste zwei Spiele: Augsburg (A), Leverkusen (H)

Player to watch: Auf Neuzugang Cvancara liegen viele Hoffnungen. Mal sehen, wie er mit den etablierten Patrick Herrmann und Allassane Plea harmoniert.

Tipp: Es wird eine schwierige Saison. Zwar keine Belastung durch internationale Spiele, aber man wird froh sein, wenn man sich im Mittelfeld etabliert. Auf mehr zu hoffen, scheint mir sehr ambitioniert.

 

1. FC Köln

Mit Jonas Hector und Torwart Timo Horn haben zwei Urgesteine der Kölner den Verein verlassen, die auch in der Kabine als Führungsspieler fehlen dürften. Während  im Tor Marvin Schwäbe seine Klasse schon unter Beweis gestellt hat, wird die linke Abwehrseite eines der Problemfelder, die Coach Baumgart zu lösen hat. Zumindest in der Offensive ist zumindest vom Potenzial viel Qualität vorhanden.

Erste zwei Spiele: Dortmund (A), Wolfsburg (H)

Player to watch: Davie Selke galt immer als Riesentalent und blühte unter Baumgart auf nach schwierigen Zeiten. Seine Tore im Zusammenspiel mit Neuzugang Waldschmidt und Brecher Tigges sind aber auch nötig, damit die Kölner nicht in die Abstiegszone driften.

 

1899 Hoffenheim

Liest man sich den Kader durch, finden sich wenige Schwachstellen. Oliver Baumann ist ein überdurchschnittlicher Schlussmann, Kabak und Kadabarek zuvelässige Verteidiger, Neuzugang Grillitsch und Prömel sind eine Bank im Mittelfeld, und vorne scheinen die Kraichgauer mit Weghorst, Neuzugang Bülter und Bebou gut aufgestellt.  Mit Materazzo ist ein engagierter Trainer an der Linie. Und doch – mir fehlt das Aha-Erlebnis und erwarte eine Saison ohne große Höhen und Tiefen.

Erste zwei Spiele: Freiburg (H), Heidenheim (A)

Player to watch: Wout Weghorst hat beim VfL Wolfsburg gezeigt, dass er Bundesliga „kann“ und will sein eher desaströses Abenteuer ManUnited vergessen machen.

Tipp: Auch hier sehe ich einen gesicherten Mittelfeldplatz – eher mit der Tendenz nach oben. Das Publikum zu entfachen, wird allerdings eine große Aufgabe.

 

Werder Bremen

Die Hanseaten haben die zweifelhafte Ehre, den Auftaktgegner der Bayern mimen zu müssen – noch dazu im heimischen Weserstadion. Zuletzt war das Punkten gegen den Meister ein eher unmögliches Unterfangen und wenig spricht dafür, dass sich das heute ändert. Der Kader ist weitgehend zusammengeblieben, und die Stürmer Füllkrug und Ducksch sind die große Hoffnung. Das Pokalaus bei Victoria Köln war allerdings der nächste Dämpfer nach dem schwachen Saisonausklang.

Erste zwei Spiele: Bayern (H), Freiburg (A)

Player to watch: Naby Keita ist einer der prominentesten Neuzugänge der Liga überhaupt. Auch wenn er vielleicht seine besten Tage hinter sich hat, kann er mit seiner Klasse ein belebendes Element in der Werder-Offensive sein, zumal er mit Duksch und Füllkrug gute Abnehmer hat. Allerdings muss er nach seiner Verletzung erst mal wieder fit werden.

Tipp: Viel kommt auf den Sturm an, der Tore produzieren muss. Das Ziel kann erst mal nur der Klassenerhalt sein.

 

VfL Bochum

Nach dem Katastrophenstart noch die Klasse zu erhalten, war eine große Leistung. Auch jetzt kann allein der Nichtabstieg das Ziel sein, und der Vorteil ist, dass das auch jedem im Verein bewusst ist. Das enge Stadion ist immer für einige Punkte gut, aber wehe die Stimmung kippt. Es wird sehr auf den Start ankommen.

Erste zwei Spiele: Stuttgart (A), Dortmund (H)

Player to Watch: Schlussmann Manuel Riemann. Wechselt oft zwischen Weltklasse und Kreisklasse, zwischen Publikumsliebling und Sündenbock. Der emotionale Leader im Team.

Tipp: Der Klassenerhalt wird schwer, ist aber machbar. Es werden Kleinigkeiten, das Spielglück und die Verletzungen entscheiden.

 

FC Augsburg

Ganz schlechtes Omen: Didi Hamann, der die Schwaben in den vergangenen Jahren zuverlässig als Absteiger getippt hat, glaubt diesmal an den Klassenerhalt. Der wird dieses Jahr wieder schwer, aber die eklige Spielweise der Augsburger bringt so manchen Bonuspunkt auch gegen viel höhewr eingeschätzte Kontrahenten. Nach dem Abgang von Gikiewicz fehlt eine wichtige Stimme und auch ein glänzender Torwart. Das Pokalaus in Haching und eine ziemlich traurige Leistung waren auch nicht förderlich für die Stimmung. Und Trainer Enrico Maaßen muss sich erst noch seine Sporen verdienen, da wären Punkte zum Saisonstart äußerst hilfreich.

Erste zwei Spiele: Mönchengladbach (H), FC Bayern (A)

Player to watch: Der hochveranlagte Berisha ist eigentlich viel zu gut für den FCA. Allein wird er es natürlich nicht richten, aber so mancher Geniestreich kann schon sehr helfen.

Tipp: Der Klassenerhalt wird sehr schwer und vielleicht sogar nur über die Relegation zu schaffen.

 

VfB Stuttgart

Der Kapitän Endo ging gerade von Bord, Mavropanos könnte noch nach England folgen. Das wird nicht einfacher für den VfB, der sich zuletzt zweimal gerade noch so vor dem Abstieg retten konnte. Sind aller schlechten Dinge 3? Zumindest das Neckarstadion und die Anfeuerung der Fans könnte helfen, wenn die Zuschauer nicht ins Motzen verfallen. Man baut auf eine sichere Abwehr um Torwart Alexander Nübel.

Erste zwei Spiele: Bochum (H), Leipzig (A)

Player to watch: Alexander Nübel soll das Tor möglichst sauberhalten. Er hatte große Ambitionen, wollte beim FC Bayern reüssieren, jetzt bleibt die Hoffnung, sich in Stuttgart wieder ins deutsche Schaufenster zu stellen. Die Klasse dazu hat er allemal.

Tipp: Mit Müh und Not wird der Klassenerhalt geschafft.

 

Darmstadt 98

Die Aufstiegseuphorie ist nach der Pokalpleite beim FC Homburg arg gedämpft. Es geht nur über mannschaftliche Geschlossenheit, denn vom Namen her scheint der Kader nicht erstligareif. Vielleicht hilft es ja, dass die Lilien in der allgemeinen Wahrnehmung bereits abgestiegen sind und jeder Punktgewinn als Überraschung gilt. Und der Aufstieg vor viel namhafterer Konkurrenz sollte Selbstvertrauen geben.

Erste zwei Spiele: Frankfurt (A), Union (H)

Player to watch: Gjasula ist vielleicht der namhafteste, aber eben auch schon 37 Jahre alt.

Tipp: Es wird verdammt schwer mit dem Klassenerhalt. Ich fürchte, es wird nicht reichen.

 

1. FC Heidenheim

Viele Jahre klopften sie am Oberhaus an, scheiterten einmal erst in der Relegation, doch jetzt ist es soweit, der nächste Club im Oberhaus. Sie versprechen, ihren attraktiven Spielstil im Großen und Ganzen beizubehalten. Man weiß, wo man herkommt, jeder im Verein kennt jeden, und jede Partie wird zum Pokalfight hochgejazzt. Fit sind alle, kicken können alle, und keiner erwartet Wunderdinge. Und Trainer Frank Schmidt hat ohnehin schon bewiesen, dass er sein Team zu großen Taten führen kann

Erste zwei Spiele: Wolfsburg (A), Hoffenheim (H)

Player to watch: Wir dürfen sehr gespannt sein, ob Tim Kleindienst auch in der Bundesliga einnetzt. Die Nerven dazu hat er mit Sicherheit, wie sein Tor in der Nachspielzeit am letzten Spieltag zeigt. Er ist bestimmt nicht der schlechteste Abschlussspieler der Liga; es kommt halt drauf an, ob die Bälle überhaupt zu ihm gelangen.

Tipp: Warum, kann ich nicht wirklich erklären, aber ich sehe für Heidenheim bessere Chancen als für Darmstadt. Zumindest die Relegation müsste drin sein im Kampf mit Bochum, Augsburg und dem VfB. Und wenn es nicht klappt? Wird die Welt nicht untergehen, und verrückte Dinge, die die Zukunft gefährden, halte ich für ausgeschlossen.

 

 

 

 

 

 

Transferwahnsinn ohne Ende

Das schier nicht enden wollende Transfertheater um Harry Kane mit Wendungen noch und nöcher hat am Freitag endlich ein Ende gefunden (ob und für wen es glücklich wird, muss sich zeigen), doch der Transferwahnsinn feiert weiter fröhliche Umstände, der durch die Öl-Milliarden aus Saudi Arabien kräftig angeheizt wird.

Neymar in die Wüste

So wechselt Neymar mit seinen gerade mal 31 Jahren zu Al Hilal. Kolportiert wird eine Ablöse von 80 Millionen Euro an PSG, die 2017 den Brasilianer für 222 Millionen von Barca loseiste. Er trifft dort auf Trainer Jorge Jesus und unter anderem auf Mitspieler wie Milinkovic-Savic, Ruben Neves und Kalidou Koulibaly. Angeblich wird er 100 Millionen per anno plus Annehmlichkeiten wie Privatjet, Luxusautos, olympiareifes Pool etc, etc. Und wenn er positives über Land und Verein posten, ist das ebenfalls klingende Münze wert.

Diese Irrsinnssummen täuschen aber nicht drüber hinweg, dass er ins sportlich praktisch unbedeutende Nirwana verschwindet. Er galt ja als das größte brasiliansiche Talent seit Pelé konnte diesen unfassbaren Vertrauensvorschuss nicht wirklich erfüllen. Kein WM-Titel bei drei Teilnahmen, kein Südamerika-Titel, und mit PSG kein CL-Sieg. Zuletzt litt er sehr unter Verletzungspech. Nicht falsch verstehen: Neymar war zumindest ein grandioser Spieler, der mit seiner exaltierten Art, seiner furchtbaren Fallsucht und nicht zuletzt mit seinem zumindest diskutablen Lebenswandel (mir aber völlig egal) und der Unterstützung des rechtsradikalen Bolsonaro extrem polarisierte.

Union rüstet auf

Es spricht für die Verantwortlichen bei den Eisernen, dass zwei Wechsel von deutschen Nationalspielern nahezu geräuschlos über die Bühne gingen. Robin Gosens und Kevin Volland unterschrieben am Dienstag bei den Berlinern, zwei gestandene Profis mit Erfahrung in den großen Ligen Europas. Stürmer Volland hat ja bei Leverkusen und Hoffenheim in der Bundesliga durchaus Eindruck hinterlassen, ehe er zur AS Monaco wechselte. Mittelfeldabräumer Gosens in der Serie A bei Bergamo und zuletzt bei Inter, wo er auch aufgrund von Verletzungen nicht wirklich auftrumpfen konnte. Union kehrt damit von der bisherigen Linie ein wenig ab und verstärkt sich mit namhaften Spielern.

Bayern auf Torwartsuche

Die Neuer-Verletzung und die immer noch reichlich unsichere Zukunft des Nationaltorhüters bringen die Münchner weiter in die Bredoullie. Noch immer weiß man nicht, was man eigentlich wirklich sucht. Eine echte Nummer 1, weil man Neuer ein starkes Comeback nicht wirklich zutraut oder nur ein Platzhalter bis zu dessen Rückkehr. Bisher gab es reichlich Absagen. Mit Kepa war man sich schon fast einig, doch dann verletzte sich Reals Courtois schwer am Knie, und Kepa zog es in die spanische Heimat und heuerte bei den Madrilenen an. Rulli war ebenfalls vielversprechend, eine schwere Verletzung durchkreuzte die Pläne. Und Marokkos Torwartheld Bono zieht es offenbar ins neue gelobte Land Saudi Arabien.

Noch gibt es Kandidaten wie etwa Ortega, Ersatz bei ManCity. Charmant vor allem für den Münchner Boulevard: Er spielte einige Jahre bei den Münchner Löwen. Doch zurzeit gibt es noch ein striktes Transfer-Veto von City-Trainer Pep Guardiola. Außerdem in der Verlosung ist der zurzeit vertragslose David de Gea, der allerdings exorbitante Gehaltsvorstellungen hat und bei all seiner Klasse auf der Linie spielerisch doch arg limitiert ist.

Es würde hier zu weit führen, alle kolportierten Namen aufzulisten: Die Liste geht quer durch alle Ligen, doch die Konkurrenz bei der Torwartsuche ist groß, zumal die Araber auch an Stammkeepern der großen Ligen dran sind. Zunächst muss es also Sven Ulreich richten. Ihm sollte nach Möglichkeit nix passieren.

Spanien also – gegen England

Zwei zumindest in der Schlussphase ziemlich aufregende Halbfinals sind gestern und heute bei der Frauen-WM gespielt worden. Und durchgesetzt haben sich die Teams, die ich am Ende leicht favorisiert habe. Wobei es sowohl bei Spanien vs Schweden als auch bei Australien vs England auch anders herum hätte laufen können.

Spanien vs Schweden 2:1

Lange Zeit war es ein Abtasten. Kein Team wollte ins offene Messer laufen, die Stärken des Gegners wirkten sich fast lähmend auf die Aktionen aus. Echte Chancen kamen lange nicht zu Stande. Es war das die kurz zuvor eingewechselte Paralluelo – für die ziemlich blasse Putellas – die bei den Spanierinnen für frischen Wind sorgte. und fast folgerichtig die Führung erzielte. Erst jetzt legte Sverige die Fesseln ab und brachte die gegnerische Abwehr gehörig durcheinander. Der Ausgleich von Blomquist entsprach dem Spielverlauf.

Und dann entschied eine ziemlich unerklärliche Unachtsamkeit von Schweden die Partie. Bisher so sicher bei gegnerischen Ecken, „vergaßen“ sie Carmona am Strafraumeck, die die bisher so starke Torhüterin Mukovic mit einem Sonntagsschuss via Querlatte bezwang. War er haltbar? Ich will es nicht komplett ausschließen, aber die Tore sind halt verdammt groß für die vergleichsweise kleinen Keeperinnen.

Australien vs England 1:3

Das war die beste Turnierleistung der Lionesses, die sich auch von der Riesenkulisse in Sidney nicht beeindrucken ließen. Von Beginn an hatten sie die Initiative in der Hand, kamen auch zu einigen Chancen, die sie aber zunächst nicht nutzen konnten. Australien hatte dem nur großen Kampfgeist entgegenzusetzen. Die erstmals von Beginn an agierende Sam Kerr konnte zunächst keine Akzente setzen. Die Führung von Toone von der Strafraumkante war die verdiente Führung der Engländerinnen.

Nach der Pause kam Australien mit neuem Elan und verstärktem Druck besser ins Spiel, und eine grandiose Einzelleistung von Kerr samt fantastischem Abschluss ins Kreuzeck brachte den Ausgleich und die Fans schier in Raserei. Das Spiel wogte hin und her mit Chancen auf beiden Seiten, dann brachte ein übler Abwehrpatzer von Carpenter die Vorentscheidung für die Lionesses. Sie war zu unentschlossen und brachte den Ball nicht weg, Hemp ließ sich nicht lange bitten und schob überlegt zur Führung ein. Australien drängte noch mal vehement, vergab aber durch Vine und Kerr beste Chancen, ehe Russo nach feinem Steckpass von Hemp für die Entscheidung sorgte.

Jubel hier, Trauer dort, so ist das halt im Sport

Also England vs Spanien am Sonntag abermals in Sidney. Ich wage keine Vorhersage. England wirkte sehr abgezockt, und Trainerin Sarina Wiegman hat noch für jede Gegnerin die passende Taktik gefunden. Zurückkehren nach ihrer Rotsperre wird Laura James, und man darf gespannt sein, wen Wiegmann herausnimmt, wenn überhaupt. Für die holländische Trainerin ist es die vierte Endpielteilnahme bei einem großen Turnier in Folge. Zuvor wurde sie mit Holland Europameisterin 2017 und Finalistin bei der WM 2019. Mit England triumphierte sie 2022 im Finale gegen Deutschland. Spanien hat sich dagegen als spielstärkste Mannschaft etabliert mit vielen Möglichkeiten in der Offensive, die nie so ganz auszuschalten ist. Und wenn dann Putellas auch noch in Fahrt kommt …

Tags zuvor gibt es noch das Spiel um Platz 3 zwischen Australien und Schweden. Beide Teams versichern, dass sie sich mit einem Sieg aus dem Turnier verabschieden wollen, aber die Schwedinnen wollen wahrscheinlich nur noch heim. Immerhin: 2011 und 2019 gewannen sie das Spiel um Platz 3, das damals aber auch für die Olympia-Quali von Bedeutung war. Gerade die Australierinnen wollen daheim für einen für einen schönen Abschluss sorgen und die Fußballbegeisterung im Land aufrechterhalten. Das Ganze erinnert mich ein bisschen an die Männer-WM 2006 in Deutschland, als das Heimteam Deutschland es einfach mehr wollte als Portugal. Deshalb würde ich die Matildas leicht favorisieren.

Mit Gustavsson (Australien) und Gerhardsson (Schweden) kommt es zu einem schwedischen Trainerduell, was immer das bedeuten mag.

 

Das war die Woche, die war

Transferwahnsinn feiert fröhliche Umstände

Harry Kane ist jetzt also ein Bayer nach einem am Ende schier unerträglichen Hin und her. 100 Millionen plus etwaige Boni sind ein Brett.. Nicht einmal 24 Stunden nach der Vertragsunterzeichnung in der Nacht zum Samstag gab er sein Debüt. Während ihm der Münchner Boulevard zum Einstand einen Gnaden-Dreier gab, erhielt er vom Kicker eine 5. „Nur 3 Ballkontakte“, notierte das Fachblatt. Das kann also nur besser werden.

Und auch sonst ging es hoch her. Den Vogel schoss – mal wieder – der FC Chelsea ab, der den 21-jährigen Mittelfeldmann Moses Caicedo für sage und schreibe 116 Millionen Euro von Brighton loseisteund damit den ebenfalls sehr interessierten FC Liverpool ausstach. Etwaige Boni nicht eingerechnet, weswegen er zum teuersten Transfer der Premier League aufsteigen dürfte. Wohlgemerkt – Calcedo ist 21 und hat bisherinternational noch sehr wenige Spuren hinterlassen. But what shells, wie der Engländer nicht sagt.

Schließlich verdichten sich die Anzeichen, dass Frankfurts Kolo Muani sich in Richtung P’SG verabschiedet. Geschätzte Abööse wären 100 Millionen. Noch ziert sich die Eintracht, aber bei dieser Summe …

Und noch mal die Bayern, deren Torwartsuche skurille Züge annimmt. Was so ein Skiunfall von Neuer so bewirkt. Angeblich war man sich mit Kepa einig, doch dann musste sich Reals Courtois unbedingt das Kreuzband reißen, und Kepa folgte dem Ruf der spanischen Heimat und heuerte bei den Madrilenen an. Also Rulli von Ajax? War ein vielvesprechender Kandidat, doch auch er fällt mit einer schweren Verletzung erst mal aus. Jetzt ist guter Rat – vielleicht tatsächlich – teuer. Es stehen unter anderem der marokkanische WM-Held Bono, der allerdings 20 Millionen kosten würde, und David de Gea zur Verfügung. Theroretisch ist der sehr gut, aber er hat seit mehr als einem Jahr kein wichtiges Spiel mehr bestritten.

Ach ja, und Neymar zieht es in die Wüste nach Saudi Arabien. Ich würde ihm keine Träne nachweinen.

Mancini wirft hin – für 40 Millionen per anno?

Völlig überraschend ist Roberto Mancini als italienischer Nationaltrainer mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Unter seiner Ägide holte die Squadra Azurra den EM-Titel 2021, verpasste aber die WM 2022. Trotzdem war er mit allen Vollmachten bis hinunter zu den Juniorenteams ausgestattet. Kolportiert wird, dass er als saudischer Nationaltrainer anheuert, angeblich für die Kleinigkeit von 40 Millionen Euro per anno, das zehnfache, was er jetzt verdient.

Pokal macht nicht nur Freude

Für die Erstligisten Werder Bremen, VfL Bochum und dem FC Augsburg hat sich das Thema nach Pleiten gegen niederklassige Vereine bereits erledigt. Am Montag kam dann noch das desaströse 0:3 von Darmstadt 98 beim Regionalligisten FC Homburg, Spezialist im Pokal, hinzu. Da gilt es, einiges aufzuarbeiten.

Kopecky feiert drei Rad-Titel, Deutsche Rad-Künstler räumen ab.

Ein Star der am Sonntag beendeten Rad-WM in Glasgow mit fast 200 Entscheidungen war die Belgierin Laura Kopecky. Nach ihren Titel auf der Bahn im Punktefahren und dem Ausscheidungsrennen gewann sie am Sonntag auch das Straßenrennen. Sie revanchierte sich damit an Demi Voltering, die vor knapp einem Monat die Tour de France vor ihr für sich entscheiden konnte – vor Kopecky

Während die Deutschinnen auf der Straße keine Rolle spielten, räumten sie bei den Kunstrad-Wettbewerben alle Titel ab. Radball, Einer, Zweier – eine deutsche Domäne fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Remember selige Sportschau-Zeiten.

Sinner und Pegula jubeln in Kanada

Yannick Sinner hat endlich seinen ersten Msasters-Titel gewonnen. Im Endspiel von Toronto bezwang er den Australier Alex de Minaur klar in zwei Sätzen und meldete seine Ansprüche für die US Open an. Gleiches gilt für Jessica Pegula in Montreal. Sie bezwang im Finale Samsonowa, nachdem sie zuvor ihre US-amerikanische Landsfrau Coco Gauff und die Weltranglistenerste Iga Swiantek bezwungen hatte. Caroline Wozniacki feierte nach dreieinhalb Jahren ihr Comeback. Nach dem Sieg über Birell erwies sich die Hürde Vondrousova, immerhin Wimbledonsiegerin als zu hoch. Doch die zweifache Mama ist voller Ehrgeiz.

Ehrung der Woche

Dirk Nowitzki ist jetzt offiziell in der Hall of Fame im Basketball. In einer ergreifenden Zeremonie wurde er am Samstag in Sprigfield geehrt, im Beisein der gesamten Familie. Auch die europäoischen Ikonen Tony Parker unbd Pau Gasol erhielten die Ehre. Was für eine geile Generation, die unter anderem mit Giannis und Luca Magic würdige Nachfolger hat. Und Nowitzki gehört für mich zu den drei größten Sportlern, die Deutschland je hervorgebracht hat. Und der sympathiste ist er sowieso.

Das wird die Woche, die wird

Am Samstag beginnen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Budapest. Die deutschen Medaillenhoffnungen sind an den Fingern einer Hand abzulesen, erst recht nach den Absagen von Weitspringerin Malaika Mihambo und Stabhochspringer Liga Bahre sowie Langstrecklerin Konstanze Klosterhalfen, die aber ohnehin ohne Form war. Mehr dazu am Donnerstag oder Freitag.

Die Frauen-WM trägt Dienstag und Mittwoch die Halbfinals zwischen Schweden und Spanien sowie Australien und England aus (siehe voriger Beitrag) Am Wochenende dann das Spiel um Platz 3 und am Sonntag in Sidney das Finale.

Die Bundesliga der Männer öffnet ihre 61. Saison mit der Partie am Freitag zwischen Werder und dem FC Bayern. Beide sind wahrlich nicht nach Wunsch in die Saison gestartet (Werder Pokalaus, Bayern-Klatsche im Super-Cup). Der Verlierer hat gleich hübsche Sorgen. Auch Italien startet in die Saison. Die Ligen in Frankreich, Spanien und England bestreiten schon den zweiten Spieltag

Im Tennis treffen sich sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen in Cincinatti. Hier wie dort ist fast die komplette Weltelite am Start -. ein letzter Formtest vor den US Open ab 28. August.

Und die Golfer biegen in die Zielgerade ihrer Fed-Ex-Saison ein. Die BMW Championships ab Donnerstag sind das vorletzte Turnier. 50 Profis sind dabei, die besten 30 qualifizieren sich fürs Finale. Geld gibt es zu Hauf.