von Münchner Löwe | Juni 3, 2025 | basketball, Fußball, Handball, Tennis, Wochenvorschau
French Open, Entscheidung in der Nations League, und das Ende der faszinierenden HBL-Saison, das sind die Höhepunkte.
Operation Titelverteidiung läuft
Die French Open gehen in die entscheidende Phase. Ab Dienstag stehen die Viertelfinali an, und (fast) alle Favoritinnen und Favoriten sind noch im Rennen.
Bei den Männern läuft sehr Vieles auf ein Finale Carlos Alcáraz gegen Jannik Sinner hinaus. Beide zeigen sich in Top-Form, gerade Sinner (*) hat seine 3-monatige Pause wg Dopings offenbar sehr gut getan, denn er zeigt sich enorm fit und spielfreudig. Alcáraz scheint nicht unverwundbar, wie die faszinierende Achtelfinal-Partie gegen den erstaunlich starken Ben Shelton verdeutlichte, aber der Titelverteidiger kann in entscheidenden Phasen immer noch ein Schäuferl nachlegen.
Im Schatten dieser beiden haben sich auch Alexander Zverev und Novak Djokovic sehr souverän fürs Viertelfinale qualifiziert, in dem sie morgen (aller Wahrscheinlichkeit nach ab 20:30 Uhr) aufeinandertreffen. Zverev hat nur einen Satz abgegeben und konnte wegen der Aufgabe von Tarik Griekspoor im Achtelfinale viele Kräfte sparen, die er gegen den bisher blendend aufgelegten Djoker (kein Satzverlust) auch brauchen wird.
Mein Favorit des Herzens ist Lorenzo Musetti. Dessen einhändige Rückhand: ganz großer Seufzer.
* Zur Dopingcausa des Italieners habe ich genug geschrieben. Er ist dabei, und das muss ich zähneknirschend akzeptieren. Man setze bei alln Erfolgen zumindest in diesem Jahr eben den Asteriks=*
Bei den Frauen gibt es mit der Weißrussin Aryna Sabalenka eine ganz klare Favoritin. Nicht ansatzweise gefährdet zog sie ins Viertelfinale ein, wo allerdings mit der Olympiasiegerin (in Roland Garros!) Qinwen Zheng trifft. Auch Iga Swiatek ist in der Runde der besten 4. Die Polin hat ein bis dato grauenhaftes Jahr hinter sich, aber in Paris, wo sie schon viermal triumphierte, zeigt sie plötzlich wieder Klasse-Matches wie etwa im Achtelfinale gegen Lena Rybakina. Noch ist sie vielleicht nicht ganz die Alte, aber das Selbstvertrauen ist wieder da. Heute trifft sie auf Elena Svitolina. Die Ukrainerin ist der Fan-Liebling (und auch der meinige trotz Madison Keys), das Publikum hat sie seit der Ehe mit Nationalheld Gael Monflls adoptiert, obwohl offenbar schon wieder die Trennung erfolgt ist (ganz gefährliches Gala-Halbwissen meinerseits).
Entscheidung der Nations League in München
Die bayerische Landeshauptstadt ist gerade die Fußball-Hauptstadt. Nach dem Champions-League-Finaleam Samstag findet in der Nations League morgen in der Arena das Halbfinale der Nations League zwischen Deutschland und Portugal statt. Plötzlich ist der so unbeliebte Wettbewerb hierzulande sehr wichtig, ein Finaleinzug oder gar Turniersieg wäre Balsam auf die immer noch EURO-vewundeten Seelen. Portugal greift immernoch auf Altstar Cristiano Ronaldo zurück, der zwar immer noch seine tore schießt, aber wie ein Bremsklotz wirkt in diesem extrem aufregenden Team. Er ist halt ein Nationalheiliger, der nur von sich aus !adeus“ sagen kann. Gespannt bin ich auf Vitinha und ob er seine brillante Leistung für PSG auch im Nationaldress auch nur ansatzweise zeigen kann.
Das andere Halbfinale bestreiten am Donnerstag in Stuttgart Frankreich und Spanien, wahrscheinlich die beiden besten Fußball-Nationen in Europa mit einem nie versiegenden Talentepool. Auf der einen Seite der Twen Lamine Yamal, auf der anderen Seite der Twen Doué, Fußball-Herz, was willst Du mehr?
Die beiden Sieger ermitteln dann am Sonntag in München den Nations-League-Sieger, die beiden Verlierer kämpfen am Nachmittag in Stuttgart umden eminent wichtigen 3. Platz (naja).
Europa geht ins WM-Rennen
Als letzter Kontinental-Verband startet Europa die Qualifikation fürs End-Turnier in Nordamerika. Ein paar Spiele hat es zu meinem Erstaunen schon gegeben, aber jetzt geht es so richtig los. 16 Plätze stehen Europa fürs 48er-Feld zur Verfügung. Es gibt 12 Gruppen mit 4 oder 5 Teams, die Gruppensieger qualifizieren sich, die besten 4 Gruppenzweiten spielen gegen die besten Nations-League-Gewinner in Play-offs die weiteren 4 Teilnehmer aus. Deutschland bekommt es mit Nordirland, der Slowakei und Luxemburg zu tun, allerdings erst ab März, eben weil sie noch in der NL beschäftigt sind. Österreich spielt in einer Fünfergruppe gegen Rumänien, Bosnien-Herzegowina, Zypern und San Marino. Am Samstag geht es in Wien gegen Rumänien, am Dienstag nächster Woche folgt der Pflichtauftritt in San Marino.
Weiter ist man schon in Asien: Dort stehen die letzten Gruppenspiele an, in denen sich nach Japan und Iran 4 weitere Nationen qualifizieren werden, darunter höchstwahrscheinlich Australien und Südkorea.
In Südamerika stehen der 15. und 16. Spieltag von insgesamt 18 an. Sechs Teams sind sicher qualifiziert (Argentinien) oder praktisch sicher (Ecuador, Brasilien, Uruguay, Kolumbien, Paraguay). Spüannend ist nur noch der Kampf um Platz 7 zwischen Venezuela und Bolivien, de zu zwei Play-off-Spielen gegen einen CONCACAF-Teilnehmer berechtigt.
Füchse vor der Krönung
1 Sieg und ein Unentschieden brauchen die Füchse Berlin noch für den ersten Meistertitel. Das müsste bei einem Heimspiel gegen den VfL Gummersbach (Donnerstag) und einer Auswärtspartie bei den Rhein-Necka Löwen machbar sein, wobei man im Handball natürlich nicht auf ein Remis spielen kann. Titelverteidiger SC Magdeburg mit einem Punkt dahinter kann nur auf Ausrutscher der Hauptstädter hoffen und muss selbst schauen, dass er seine beiden Partien gegen Flensburg-Handewitt (Mittwoch) und in Bietigheim (Sonntag) gewinnt, um Platz 2 und die Champions-League-Qualifikation zu sichern. Bietigheim benötigt seinerseits aller Wahrscheinlichkeit nach einen Sieg, damit es den Abstieg verhindert.
Und sonst?
- BBL: Die 2. Play-off-Runde (Halbfinale) began mit einer Überraschung, als Heidelberg am Sonntag beim FC Bayern gewann. Am Mittwoch empangen die Heidelberger nun München zur 2. Partie, die dritte wird am Samstag in München ausgetragen. Im anderen Halbfinale führt Favorit Ulm mit 1:0 gegen Würzburg.
- US Sport: In der NBA und NHL beginnen diese Woche die Finalserien, jeweils nach dem Modus Best of 5. In der NHL empfangen der Nacht zu Donnerstag die Edmonton Oilers Titelverteidiger Florida Panthers. In der NBA duellieren sich ab Freitagnacht die Oklahoma City Thunder und Indiana Pacers. Mehr dazu in einem gesonderten Text.
- Motorsport: Motorrad-WM in Aragon mit Moto2, Moto2 und MotoGP
Rallye-WM in Sardinien
DTM in Zandvoort
- Golf: Canadian Open und KLM Open in den Niederlanden
- Leichtathletik: Diamond League in Rom am 6. Juni
von Münchner Löwe | Juni 2, 2025 | Allgemein, basketball, Fußball, Golf, Handball, Radsport, Wochenrückschau
Giro-Entscheidung und der erste Leichtathletik-Höhepunkt des Jahres. Und die deutschen Handball- und Basketball-Ligen nähern sich dem Ende. Ach ja, das Münchner Champions-League-Finale
https://blickueberdenteich.de/psg-zeigt-fussball-zum-verlieben/
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Yates
In ganz dürren Worten: Simon Yates hat den Giro d´Italia gewonnen. Aber was für ein Drama hat sich da in der vorletzten Etappe abgespielt, die diesen Triumph des Briten erst möglich gemacht hat.
Drei Fahrer hatten vor diesem Teilstück mit dem brutalen Anstieg um Col de Finestre noch Siegchancen. Die besten naturgemäß der Mann in Rosa, Isaac Del Toro, der mit 32 Sekunden vor Richard Carapaz (Ecuador) und einer Minute auf Yates führte. Am Col di Finestre versuchte Yates sein Glück und sprang vom Duo DelToro/Carapaz weg. Der Vorsprung stieg und stieg, weil das Verfolger-Duo sich in der Verfolgungsarbeit nicht einig war. Das ist nämlich die große Kunst im Radsport, Gemeinschaften auch mit dem härtesten Konkurrenten schmieden. In diesem Fall hätte das geheißen. Beide verrichten gleich viel Führungsarbeit.
Doch gerade Carapaz dachte gar nicht daran. Vielleicht war er wirklich mit den Kräften am Ende, das bezweifle ich. Sein Standpunkt: Ob ich Zweiter oder Dritter werde, ist mit eher gleichgültig, aber für Del Toro geht es um den Sieg. Der aber wollte den Hauptkonkurrenten nicht mitziehen lassen, vielleicht auch aus Angst, er könne ga z am Ende von diesem abgehängt werden. Anders als der
So baute Yates seinen Vorsprung auf mehr als 5 Minuten auf Del Toro/Carapaz aus, die ihn zum Gesamtführenden machten. Auf der Ehrenetappe durch Rom ließ er nichts mehr anbrennen und schnappte sich also den ersten Sieg bei einer großen Länderrundfahrt.
Ausgerechnet der Col de Finestre, als er vor 7 Jahren im Rosa Trikot mehr als 40 Minuten verlor. „Wir waren vielleicht die Stärksten, aber nicht die Intelligentesten“, räumte Carapaz ein. Wahr gesprochen.
Ein Fest des Mehrkampfes
Zum wiederholten Mal traf sich ein großer Teil der Weltelite zum Meeting im beschaulichen Götzis und zum wiederholten Mal gab es vor eine Rekordkulisse von 15.000 Zuschauern Top-Leistungen. Bei den Frauen triumphierte Anna Hall mit dem Meeting-Rekord von 7023 Punkten, mit der sie sich auf Platz 2 der All-time-Bestenliste hinter der unglaublichen Jackie Joyner-Kersee (mit 7291 Punkten in einer anderen Welt) schob. Beste Bedingungen (Wetter, Konzentration nur auf Mehrkampf) halfen. Unfassbar ihre 2:01,23 im abschließenden 800-Meter-Lauf, so schnell war noch keine Frau bei einem Siebenkampf.
Bei den Männern „hielt“ die 9000-Punkte-Grenze. Sander Skotheit gewann mit dennoch erstklassigen 8909 Punkten vor dem US-Amerikaner Kyle Garland (8626). Leo Neugebauer, der eigentlich die 9000 Zähler anpeilte, musste sich mit Platz 5 und 8555 Punkten mit Platz 5 begnügen, knackte aber wie sein Landsmann Niklas Kaul (3. mit 8575) die WM-Norm. Die Atmosphäre war mega“, bilanzierte der Olympiazweite sein Götzis-Debüt.
Füchse unaufhaltsam
Zum Endspiel um die Meisterschaft erkoren die Experten die Handballpartie Füchse Berlin gegen MT Melsungen. Das Duell der beiden punktgleichen Teams an der Tabellenspitze entschieden die Hauptstädter klar mit 37:29 für sich. Auch am Sonntag in Stuttgart ließen sie mit einem souveränen 35:20-Erfolg nichts anbrennen. Härtester Verfolger ist jetzt der SC Magdeburg einen Zähler und dem nicht mehr einholbar schlechteren Torverhältnis hinter Berlin. 2 Spieltage stehen noch aus, die Füchse spielen am Donnerstag gegen Gummersbach und am Sonntag bei den extrem schwächelnden Rhein-Neckar Löwen. Der erste Titel scheint also ganz nahe.
Und sonst?
- Conference League: Der FC Chelsea gewann in einer unterhaltsamen Partie das Finale in Wroclav gegen Betis Sevilla. In der 1. Halbzeit waren die Andalusier klar das bessere Team und führten auch mit 1:0, doch im 2. Durchgang hatten sie dem effizienten Spiel der Londoner nichts mehr entgegenzusetzen. Chelsea gewann 4:1 und ist das erste Team, das jetzt alle vier europäischen Pokale in der Vereinsvitrine stehen hat
- BBL: Überraschung im 1. Halbfinale: Der FC Bayern verlor die erste von maximal 5 Halbfinal-Partien zu Hause gegen Heidelberg mit 90:95. Ein gewisser Druck für die Müncher besteht also vor dem 2. Spiel am Mittwoch in Heidelberg. Mit etwas Mühe wurde dagegen ratiopharm Ulm gegen Würzburg seiner Favoritenstellung gerecht.
- Golf: Der nächste Triumph von Scottie Sheffler nach den PGA Championships. Gleich mit 4 Schlägen Vorsprung sicherte er sich das Memorial Tournament vor US-Landsmann Benjamin Griffin und dem erneut sehr starken Sepp Straka aus Österreich.
Bei den Austrian Open feierte der Deutsche Nico von Dellinghausen einen feinen Sieg, der ihm die europäische Tourkarte für 2026 sicherte, das Wichtigste für einen aufstrebenden Golfprofi.
- Verletzungspech: Die deutsche Basketball-Kapitänin Marie Gülich zog sich einen Kreuzbandriss zu und wird bei der Heim-EM fehlen. Ein schwerer Rückschlag fürs Team, zumal auch WNBA-Legionärin Satou Sabally ihre Teilnahme abgesagt hat.
von Münchner Löwe | Juni 1, 2025 | Fußball
Das Champions-League-Finale in München war so einseitig wie noch nie. 5:0 hieß es am Ende für Paris Saint Germain gegen Inter Mailand, und das Ergebnis schmeichelte den Italienern sogar noch ein wenig, da PSG enormen Chancenwucher betrieb, namentlich Khvicha Kvaratskhelia, jener ansonsten famose Georgier, der im Winter zu den Parisern wechselte.
Es war ein Fest des Fußballs, so man nicht Fan der Italiener war oder ein spannendes Spiel für das einzig Wahre hält (für beides lassen sich gute Gründe finden). Was PSG auf dem Rasen der Münchner Arena zauberte, haben auch die verwöhnten Bayern-Fans noch selten gesehen. Hier spielte wirklich ein Team: ein Team mit hochkarätigen Spielern selbstverständlich, herausheben möchte ich den grandiosen Portugiesen Vitinha. Aber alle Elf Profis auf dem Feld (inklusive der Eingewechselten also 16) hatte den Mannschaftsgedanken als erste Idee.
Exemplarisch das 1:0, eine grandiose und im höchsten Tempo vorgetragene Ballstafette über vier Stationen, die Achraf Hakimi letztlich vollenden durfte. Aber welch eine Uneigennützigkeit zeigte da Desire Doué, der selbst in sehr guter Schussposition war und doch den noch besser stehenden Marokkaner bediente. Der 19-jährige Doué ist vielleicht das aufregendste und begabteste Talent dieser an Talenten so reichen Mannschaft, und er hielt sich dann mit zwei Treffern zum 2:0 und 3:0 schadlos. Die späten Treffer von Kvaradona, wie die Napolitaner Kvaratshkelia tauften, und dem ebenfalls erst 19-jährigen Senny Mayulo führten dann zum höchsten Endspielergebnis in der Geschichte der Champions League inklusive des Vorgängers Europacup de Landesmeister.
Fußball zum Verlieben, titelte ich. Und Architekt dieser rauschhaften Mannschaft ist der Asturier Luis Enrique. Er hat es mit PSG geschafft, was alle seine Vorgänger nicht geschafft haben, seitdem das Emirat Katar in Person von Nasser al-Khelaïfi den Club 2011 übenommen hat. Europas Krone zu holen. Ironischerweise eben genau zu dem Zeitpunkt, als mit Kylian Mbappé der letzte der so glorreichen Spieler den Club verlassen hatte. Sie hatten es ja mit den größten Stars versucht: Lionel Messi von Barcelona geholt, Neymar für die immer noch bestehende Rekord-Ablöse von 222 Millionen ebenfalls von Barca und eben Mbappé, der gemeinhin als bester Fußballer der Welt gilt. Nur spielten die Stars halt eher für sich als fürs Team, gerade das Verteidigen sagte ihnen ehe weniger zu. Luis Enrique sah sich das ein Jahr an, dann ließ er Superstar Mbappé ziehen.
Das hätte auch schiefgehen können. Gerade der Herbst verlief mehr als stockend, und nur mit große Mühe und dank eines 4:1 im letzten Vorrundenspiel beim VfB Stuttgart erreichten die Pariser überhaupt erst die K.o.Runde der Königsklasse. In der dann plötzlich fast alles lief. Nacheinander wurden die englischen Clubs FC Liverpool, Aston Villa und FC Arsenal eliminiert. Und vorne wurde ein Bekannter mit allerdings üblen Ruf zum Symbol des neuen PSG. Ousmane Dembélé, ein genialer Wahnsinniger. Bei Dortmund streikte er sich zum FC Barcelona weg, dort schaffte er nie den wirklichen Durchbruch. Jetzt ist er der Vorzeigeprofi, wie auch Enrique herausstellte. „Wie er als Stürmer immer und immer wieder anläuft, dafür hat er den Ballon dÒr verdient“, schwärmte der Spanier. Dembélé musste diese Art Fußball erst lernen, im Gegensatz zu Mbappé zeigte er sich lernwillig.
Und dann gab es den Moment, wo plötzlich alles so unwichtig erschien. Als die Paris-Fans ein riesiges Banner entrollten, das Luis Enrique mit seiner Tochter Xana zeigte, die im Alter von 9 Jahren nach langem Leiden an Knochenkrebs gestorben war.
https://www.stern.de/sport/fussball/champions-league–fans-gedenken-bei-finale-gestorbener-9-jaehriger-xana-35770958.html
Wie jede gute Liebesgeschichte gibt es natürlich bei meiner Hommage an PSG einen kleinen Haken (für viele ist das ein riesengroßer Balken). Es sind die Katar-Millionen, vielleicht sogar -Milliarden, die dieses Fußball-Märchen in Paris erst möglich gemacht haben. Katar, dieser Unrechtstaat, der Ausrichter der WM 2022, wo so viele Gastarbeiter beim Stadionbau zu Tode kamen, ohne dass es wirklich jemanden interessierte, zumindest nicht auf Dauer.
Es gibt nicht wenige Fußball-Fans, die aus eben diesen Grund PSG und andere Scheichclubs (Manchester Cityx etwa) per se ablehnen und nicht gucken. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden. Wer allerdings Fußball auf allerhöchstem Niveau genießen will, wird feststellen, dass praktisch jeder Spitzenclub allein dem Gelde nachrennt. Die einen ließen sich von Gazrom bezahlen (lange Zeit Schalke), andere haben amerikanische Besitzer (die Hälfte der Premier-League-Clubs). Und auch Inter wurde zum Spielball chinesischer Investoren. Die Bayern? Sind in der Bundesliga finanziell dermaßen überlegen, dass es geradezu lachhaft ist. Und wenn ihnen die FIFA jetzt bei der Club-WM weitere Abermillionen in den Rachen zwängt, dann tut das ein Karl-Heinz Rummenigge als Petitesse ab.
Will sagen: Natürlich betreiben die Kataris und noch mehr die Saudis Sportswashing (wahrlich nicht nur im Fußball!) Das stört mich enorm, aber die guten alten Zeiten, die auch nie wirklich gut waren, kommen nicht wieder zurück. Und eines muss ich halt den Scheichs zugestehen. Was sie machen, das machen sie konsequent.
von Münchner Löwe | Mai 27, 2025 | Formel 1, Fußball, Handball, Tennis, Wochenrückschau
Stuttgart rettet mit Pokalsieg die Saison
Ende gut, fast alles gut, werden sie im Ländle sagen. Der neutrale Fußballfreund dagegen wird sich fragen, was passiert wäre, wenn denn der Arminen-Schuss nicht an die Querlatte gedonnert wäre, sondern ins Tor und zur Führung der Bielefelder.
Danach konterten die Stuttgarter die Arminia genauso gnadenlos wie gekonnt aus. Beim Stand von 4:0 musste man schon das Schlimmste für den Zweitliga-Aufseiger befürchten, als zwei schnelle Treffer in der Endphase zum einen das Ergebnis verschönten und zum anderen die Schwaben noch mal gehörig ins Schwitzen brachten.
Übrig bleibentrotz der Niederlage euphorische Arminen-Anhänger, die ihr „Once-in-the-Lifetime“-Finale in der Hauptstadt feierten, wobei es offenbar weitestgehend friedlich bleibt.
Erschreckend allerdings die chaotischen Zustände am Einlass, wo die Fans mehr als 2 Stunden warten mussten und zum Teil den Anpfiff (und die tolle Show davor) versäumten. Eine organisatorische Panne ersten Grades, die Gott sei Dank nicht in einer Katastrophe endete. Hier sind DFB und Veranstalter und Stadt gefragt, das minutiös aufzuarbeiten. Immerhin will sichu Berlin für Olympia bewerben.
Anachronismus bleibt Anachronismus
Jeder Formel-1-Fan und -Experte weiß: Die Königsklasse des Motorsports hat in Monte Carlo nichts mehr zu suchen. Sie ist dem engen Stadtkurs entwachsen. Und doch: Der Formel-1-Kalender ist ohne den Abstecher ins Fürstentum schlicht undenkbar. Hier ist der Glamour echt und auch sichtbar (im Gegensatz zum Beispiel von Las Vegas).
Nur das Rennen stört, könnte ich frei nach Udo Lattek über den Kölner Fußball im Kölner Stadion lästern. Überholen ist schlicht und ergreifend nicht möglich. Die brillante Idee der Veranstalter, dass das Rennen durch zwei obligatorische Boxenstopps aufgehübscht und spannender gemacht werden könnte, erwies sich als Rohkrepierer, wie hinterher viele Fahrer recht unverhohlen kundtaten. Im Gegenteil: Es wurde noch schlimmer, weil manche Fahrer mit Absicht langsam fuhren, damit der Teamkollege durch den Boxenstopp besser dran sein könnte.
Im Rennen ohne gelungenes Überholmanöver siegte Lando Norris im McLaren vor Charles LeClerc (Ferrari) und Oscar Piasti (ebenfalls McLaren), der seine WM-Führung verteidigte. Weltmeister Max Verstappen zeigte die Absurdidät der neuen Regelung und bog erst in der vorletzten Runde zu seinem 2. Boxenstopp ab. Als wolle er alle, die diese großartige Boxenidee hatten und durchsetzten, verhöhnen und Norris nicht mehrere Führungsrunden zum Sieg gönnen
Meister-Jubel in Neapel und Graz
Erst am letzten Spieltag wurden die Meisterschaften in Italien und Österreich entschieden. Während Napoli mit dem ungefährdeten 2:0 früh alles klar machte im Fernduelle mit Inter, musste Sturm Graz bis zur letzten Sekunde zittern in einem außergewöhnlichen Herzschlagfinale. Am Ende reichte Sturm ein 1:1 gegen den Wolfsberger AC zur Titelverteidigung. Hätten die Steirer verloren, wären sie auf Platz 3 abgestürzt und der WAC Meister geworden. Am Ende trennten die ersten 4 lediglich 3 Punkte, da schaut der deutsche Fan sehr neidisch hin (sofern er den österreichischen Fußball denn überhaupt wahrnimmt).
Djokovic im Club der Hunderter
Ehre, wem Ehre gebührt. Der (von mir nicht geliebte) Serbe Novak Djokovic feierte in Genf seinen 100. Turniersieg. Es wird ihm egal sein, dass dieses Turnier nicht das Schillerndste seiner großen Sammlung ist – eher im Gegenteil. Aber nachdem ihm Jakob Mensik in Miami den Titel im Finale wegschnappte und er danach kein Match mehr gewann, dürfte der Erfolg Balsam für die geschundene Seele sein. Im Finale siegte er in drei Sätzen hartumkämpfen gegen Hubert Hurcacz, nicht gerade als Sandmann bekannt.
Und schon gibt es einige Experten, die ihm für die French Open viel zutrauen. Im vergangenem Jahr musste er im Viertelfinale kampflos aufgeben.
Schweizer Märchen ohne Happy End
Was war das für eine fantastische Eishockey-WM der Eidgenossen. Nach de Auftaktniederlage gegen Tschechien übefuhren die Schweizer die Konkurrenz, beendeten in der K.o.Runde die ebenfalls wundersamen Erfolgsreisen erst gegen Österreich, dann gegen die unglaublichen Dänen, die ihrerseits Rekordweltmeister Kanada eliminiert hatten.
Doch im Finale war Schluss mit der Herrlichkeit gegen die USA. Die hatten sich für ihr erstes WM-Finale seit 1960 (!) qualifiziert und waren letztlich das glücklichere Team. Nach torlosen 60 Minuten entschied die Verlängerung und das reichlich unwüdige 3 vs 3, das mit normalen Eishockey in etwa so viel zu tun hat wie Hallenfußball mit Fußball. Tage Thompson erzielte letztlich den entscheidnnden Treffer nach 2:02 Minuten in der Overtime. Insgesamt sicher nicht unverdient und doch so traurig für die Schweizer, die jetzt 4 WM-Finalis in den vergangenen 12 Jahren verloren haben.
Und sonst?
- Relegation: Im „Dorfico“, wie die Relegation zwischen Heidenheim und Elversberg spöttisch wie letztlich zutreffend genannt wurde, setzte sich der Bundesliga-16. von de Ostalb durch. Dramatischer hätte es nicht sein können, denn der Siegtreffer fiel erst in der letzten Minute der Nachspielzeit. Es waren dem Vernehmen nach zwei höchst vergnügliche und unterhaltsame Fußball-Spiele.
- England: Am letzten Spieltag ging es „nur“ noch um die 3 verbliebenen Champions-League-Plätze nach Meister Liverpool und dem Zweiten FC Arsenal. Die höchst profitablen Tickets sicherten sich Manchester City, Newastle United und der FC Chelsea. Aston Villa vergab alle Chancen mit einer desaströsen Vorstellung bei Manchester United, darf sich aber mit einem Europa-League-Platz trösten. Nottingham Forest bleibt schließlich nur die Conferece League, aber wär hätte das dem Team vor der Saison zugetraut?
- Handball: Die SG Flensburg-Handewitt sicherte sich die European League, den zweitwichtigsten internationalen Wettbewerb. Im Finale in Hamburg gewannen die Norddeutschen souverän gegen Montpellier, nachdem sie im Halbfinale gegen die MT Melsungen eine Verlängerung gebraucht hatten
von Münchner Löwe | Mai 26, 2025 | Allgemein, basketball, Formel 1, Fußball, Handball, Leichtathletik, Radsport, Tennis, Wochenvorschau
Champions-League-Finale, French OIpen und Abschluss des Giros, das sind die internationalen Höhepunkte.
Kampf um Europas Krone
Koan Finale dahoam für den FC Bayern, aber auf die Fans wartet mit Paris St. Germain vs Inter Mailand eine durchaus spannende Partie ind der Münchner WM-Arena. Inter wat sich in der K.-o.-Runde als sehr resistent gezeigt. Unitalienisch gar nicht so abwehrstark, dafür mit viel Leidenschaft und sehr guten Angreifern. PSG ist der England-Schreck, hat nach der durchwachsenen Vorrunde in der K.-o.-Phase nacheinander den FC Liverpool, Asoton Villa und uletzt den FC Arsenal eliminiert. Kaum ist ein echter Superstar mehr da (mit Grauen erinnert sei an die Troika Messi, Neymar und Mbappé blüht der Fußball auf wie der Pariser Frühling. Als frischgebackener Double-Gewinner auch mit deutlich mehr Selbstvertrauen als Inter, das am Freitag den Scudetto an die SSC Neapel verlor.
Ich sehe leichte Vorteile für PSG, ihr beim Torwart Donnarumma ist zurzeit vielleicht der beste der Welt, dazu tolle französische junge Spiueler wie Doué und Demélé, ja genau der Dembéßeund schießlich noch georgische Zauberer Kvarashkelia.
Quasi als Vorspeise bekommt der Fußball-Fan am Mittwoch das Conference-League-Finale serviert. In Breslau treffen der FC Chelsea und Real Betis Sevilla aufeinander. Die Londoner sind durch den Wettbewerb gecruist ohne jede Schwierigkeiten, Betis konnte im Halbfinale die Fiorentina ausschalten. Egal, wer gewinnt, ich tippe auf Chelsea: Den Titel wird das Team nicht verteidigen. Chelsea spielt nächstes Jahr Chmapions League, Betis in de Europa League.
Sabalenka und Alcáraz die Favoriten
Seit Sonntag laufen die French Open, das zweite Grand-Slam-turnier des Jahres. Klarer Favorit bei den Männern ist der Titelverteidiger: Carlos Alcáraz hat die beiden Masters-Turniere in Monte Carlo und Rom gewonnen (zus Hause in Madrid musste er verletzungsbedingt passen). Er zeigt das abwechslungsreichste Tennis und hat auch den absoluten Siegeswillen.
Stark zu beachten ist auch Jannik Sinner, der in Australien gewann. Seine dreimonatige Doping-Pause hat ihm offenbar nicht geschadet, schon beim ersten Auftritt in Rom zeigte er sehr gutes Sandplatztennis. Ein Finale zwischen den beiden in zwei Wochen würde mich (und einen Großteil der Experten) nicht überraschen.
Hinter diesen „Großen Zwei“ wird es schon sehr viel unübersichtlicher. Lorenzo Musetti hat eine sehr gute Sandplatz-Saison hinter sich, auch wenn er keinen Titel holte. Christian Ruud, immerhin schon zweimal im Pariser Finale, hat in Madrid sein erstes Masters-Turnier gewonnen.
Und dann sind da noch zwei große unbekannte. Alexander Zverev hat trotz des Triumphes in München eine äußerst durchwachsene Sand-Saison hinter sich, mit sehr vielen unnögtigen Niederlagen. Andererseits liegt ihm Paris, wo er letztes Jahr im Finale stand und recht unglücklich verlor. 2022 hatte er bei seinem großen Halbfinal-Kampf gegen Rafael Nadal viel Pech, als er sich alle Bänder im rechten Fuß riss
Schließlich die Frage: Was macht Novak Djokovic. Am Samstag feierte er in Genf seinen 100. Turniersieg auf der ATP-Tour. Allerdings waren es die ersten Siege auf Sand in diesem Jahr überhaupt und die Gegner überschaubar, nichts für ungut Hubert Hurcacz.
Bei den Frauen scheint die Sache noch klarer: Hohe Favoritin ist die Weißrussin Aryna Sabalenka, die sich überspituzt gesagt, nur selbst schlagen kann. Ihe Hauptkonkurrentin dürfte Coco Gauff werden, die ihr zuletzt in Rom einen großen Final-Kampf lieferte. Titelverteidigerin Iga Swiatek hat ein grauenhaftes Jahr für ihre Verhältnisse, allerdings ist Paris „ihr“ Turnier, das sie bereits viermal gewann. Ein großes Fragezeichen setze ich hinter Australian-Open-Gewinnerin Madison Keys und zwar nicht nur deshalb, weil ihr der Sand so gar nicht liegt.
Roglic schon chancenlos?
Nach dem heutigen Ruhetag beginnt die letzte und entscheidende Woche des Giro d´Italia. Der von vielen als Favorit auserkorene Primoz Roglic hat seine Chancen wahrscheinlich schon vertan, einerseits durch Sturzpch, anderseits fehlt ihm offenbar auch die Form, denn schon an mittelschweren Bergen musste er abreißen lassen. Als Zehnter der Gesamtwertung hat er bereits fast vier Minuten Rückstand auf den Führenden Isaac del Toro. Der Mexikaner ist die große Überraschung, ob er allerdings das Rosa Trikot über die Alpen und Dolomiten samt höllisch schweren Bergprügungen bis ins Ziel bringt, ist die große Frage, zumal die Spitze noch recht eng beieinander liegt. Simon Yates (+1:20 Minuten), Juan Ayuso (1:26) und auch Richard Carapaz (2:06) sehe ich mindestens auf gleicher Höhe.
Und sonst?
- Relegation: Im „Dorfico“, wie die Relegation zwischen Heidenheim und Elversberg spöttisch wie letztlich zutreffend genannt wird, geht es heute im Elversberger Rückjspiel um den letzten Bundesliga-Platz. Das Hinspiel in Heidenheim endete 2:2, fast glücklich für die Gastgeber, die schon mit 0:2 zurücklagen.
Klarer scheint die Sache am Dienstag eine Klasse drunter: Alles spricht für Eintracht Braunschweig, das beim 1. FC Saarbrücken mit 2:0 gewann
- Handball: „Endspiel“ um die deutsche Meisterschaft. Am Donnerstag empfängt Tabellenführer Füchse Berlin den punktgleichen Zweiten MT Melsungen. Die Füchse haben das klar bessere Torverhältnis, nach Lage der Dinge muss die MT gewinnen. Zumal nur einene Zähler dahinter Titelverteidiger SC Magdeburg lauert.So eine Spannung und Ausgeglichenheit würde ich mir mal für die Fußball-Bundesliga wünschen – und zwar nicht nur im Kampf um Platz 4 …
- Basketball: Der FC Bayern und Ulm haben soubverän das Halbfinale der BBL erreicht. Dort warten sie auf ihre Gegner, die Chemnitz/Heidelberg und Braunschweig/Würzburg ermitteln.
- Leichtathletik: Am Wochenende findet in Götzis/Vorarlberg das traditionelle Mehrkampfmeeting statt. Nur Siebenkämpferinnen und Zehnkämpfer, das ist der Reiz, der Veranstaltung, die ihr 50-jähriges Jubiläum feiert. . Die Besetzung ist wie immer exquisit. Genannt haben unter anderem die beiden Kanadier Damiean Warner (Olympiasieger 2022) und Pierre Lepage (Weltmeister 2023). Katarina Thompson-Johnson zweimalige Weltmeisterin und die Amerikanerin Anna Hall kämpfen um den Sieg.Der deutsche Rekordhalter und Silbermedaillengewinner von 24 Leo Neugebauer ist ebenso dabei wie der Schweizer Rekordhalter Simon Ehammer. Das schmucke Mösle-Stadion ist ausverkauft, der ORF wird übertragen.
- Formel 1: Zum Abschluss des Europa-triples findet der Große Preis von Katalonien in Barcelona statt. Eine der wichtigsten Teststrecken und deshalb allen wohlbekannt. McLaren hat das schnellste Auteo, Max Verstappen im Red Bull ist wohl der beste Fahrer. Überholen ist wohl einfacher als in Monaco, aber immer heikel.
von Münchner Löwe | Mai 23, 2025 | Biathlon, Eishockey, Fernsehen, Fußball
Ein Tor rettet die Spurs-Saison
Das Endspiel um die Europa League in Bilbao war für Fußball-Fans eine Zumiutung, aber das konnte den Tottenham Hotspur einerlei sein. Mit dem Minimal-Ergebnis von 1:0 gegen Manchester United (das Kacktor spiegelte das Niveau der Partie bestens wieder) sicherten sich die Nordlondoner ihren ersten Titel seit 2008 (!) und obendrein noch die Champions-League-Saison 25/26, etwa 100 Millionen Euro wert.
Auch als Spurs-Fan muss ich sagen: Das noch schlechrtere zweier schlechter Teams hat am Ende gewonnen, der Zuschauer bekam eine Ahnung bei diesem Grottenkick, warum United und Tottenham in der heimischen Liga so katastrophal abgeschnitten haben und gerade noch so (naja) dem Abstieg entronnen sind. Während sich für die Spurs noch alles zum Guten wendete (entsprechend riesig war die Feier), steht Manchester und ihr neuer Traine Ruben Amorin vor einem Scherbenhaufen. Kein Geld mehr, die Stars werden versuchen abzuhauen, auch weil sie sich international präsentieren wollen. Und doch wird auch hier der Spielbetrieb nicht eingestellt werden, so einen tabula rasa kann ja auch förderlich sein.
Dänemarks Eishockey-Sensation
2:1 bezwangen die Skandinavier das Team Canada bei der Heim-WM (zusammen mit Schweden) in Herning. Ein unfassbar anmutendes Ergebnis, zumal die Kandadier mit Superstars wie Sidney Crosby und Nathan McKinnon zur WMN erschienen waren. Nick Olesen vom tschechischen Erstligisten Cesce Budejovice düpierte 49 Sekunden vor Schluss Star-Goalie Jordan Binnington und verwandelte die Halle in ein Tollhaus, so viel dann auch zur dänischen Gelassenheit.
https://www.youtube.com/watch?v=F1UjC3Kl7oo
Der Sieg war keineswegs unverdient. Im Schlussdrittel feuerten die Dänen 22:10 Schüsse aufs Tor ab, ein unfassbarer Wert. Jetzt treffen sieam Samstag auf die Schweiz, allerdings in Stockholm, wo de Rest des Turniers ausgetragen wird. Die Eidgenossen ihrerseits gaben sich gegen Außenseiter Österreich nicht die geringste Blöße und siegten sicher mit 6:0.
Das andere Halbfinale bestreiten Schweden und die USA, die sich im Viertelfinale jeweils mit 5:2 gegen Tschechien und Finnland durchgesetzt haben.
Und sonst?
- Fernsehen: Die Telekom sicherte sich die Rechte an der Fußball-WM 2026. Ebenfalls im Paket sind die Frauen-WM 2027 in Brasilien und die U-20-WMs 2025 und 2027. Auch 2022 die Telekom alle WM-Spiele aus Katar gezeigt, allerdings gab es eine Sublizensierung für ARD/ZDF und RTL. Ob das dieses Mal wieder geschieht, ist noch offen. Klar ist nur, dass die deutschen Spiele sowie das Finale kostenlos angeboten werden müssen. Das kann bei der Telekom (Magenta) selbst geschehen oder eben bei frei zugänglichen (öffentlich-rechtlichen) Sendern.
Bezahlsender Sky sicherte sich die Rechte der 2. englischen Liga, vollmundig Championship League genannt. Die Premier League läuft schon bei Sky, und der Aufstieg von Wrexham samt der berüht´mten Eigentümer Ryan Reynolds und Rob McElhenney macht die Liga noch interessanter.
- Relegation: Bundesligist 1. FC Heidenheim trennte sich vom Zweitliga-Dritten SV Elversberg 2:2 nach 0:2-Rückstand. Durchschnittlich mehr als Millionen Zuschauer sahen den „Dorfico“, das sind mehr als vergangenes Jahr beim Duell der Traditions-Clubs Bochum vs Düsseldorf. Und sie sahen ein weitaus unterhaltsameres und viel besseres Spiel als das tags zuvor im San Mames zu Bilbao.
- Nachträgliches Olympia-Gold: Erringt die deutsche Biathlon-Staffel bei den Spielen in Sotschi. Mehr als elf (!) Jahre dauerte es, bis die eigentlich siegreiche russische Staffel endgültig disqualifiziert wurde, weil Jewgenij UStjugow des Dopings überführt wurde. Das Verfahren lief seit 2018, erst jetzt werden rechtskräftig alle seine Ergebnisse zwischen 2010 und 1014 gestrichen, also auch sein Massenstart-old 2010 in Vancouver, weswegen der Zweitplatzierte Martin Fourcade 15 Jahre nach dem Wettbewerb zu einer nächsten Goldmedaille kommt, seiner insgesamt fünften. Indiskutabel, dass das so lange dauert – bei allem Verständnis für den Rechtsweg, den der Betroffene beschreiten darf und auch dürfen musste. Immerhin nett, dass alle nachträglich-neuen Olympiasieger noch am Leben sind …
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