Das war die Woche, die war

Fußball und Tennis, heißt es hier. Baseball (Dodgers vs Blue Jays) in epischer Länge in gesondeten Texten. zuletzt

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Münchner machen die Liga lächerlich

 

Bayern vs Bayer – das war in den vergangenen 2 Spielzeiten das Nonplusultra zwischen 2 Teams auf Augenhöhe. Vorbei, dass wussten alle schon vor dem Anpfiff, weil Münchens Trainer Vincent Kompany völlig freiwillig auf das 250-Millionen-Trio Kane-Olise-Diaz verzichtete. Der gestreckte Mittelfinger in Richtung Bundeslgia, wie langweilig das alles ist. Noch erschütternder war dann allerdings der Auftritt der Leverkusener, gegen die jeder Angsthase ein Hasardeur. Ergeben warteten die Werks-Kicker in de eigenen Hälfte auf die Schlachtung, heißt Gegentore, die dan auch fast zwangsläufig durch Gnabry (nach brillantem Zuspiel von Bischof), Jackson (mit dem SZ-gezählten 5. Ballkontakt) und ein Eigentor fielen. Nada, niente, nix: So trostlos ist wohl noch nie eine Rekordserie zu Ende gegeben, nämlich die von insgesamt 36 (!) Partien ohne Auswärts-Niederlage. Niederschmetternd dann auch de Auftritt von Fernando Carro tags darauf, der ein zunächst ausgeglichenes Spiel gesehen haben wollte tatsächlich auch noch (immerhin zutreffend) darauf hinwies, das RB Leipzig doch 0:6 in München vdeloren habe, man also besser sei als die Sachsen. Beschämend in jeder Hinsicht.
Der Gipfel der Demütigung dann in der sonst ereignislosen 2. Halbzeit: Auf einen Schlag brachte Kompany seine 250-Millionen-Spieler: Er brauchte sie nicht, aber er konnte es halt.
Gefühlt sind die Münchner damit schon Meister, obwohl es „nur“ 5 Punkte Vorsprung sind (plus das Fantastillliarden-Torverhältnis) auf, tatsächlich!, Leipzig, das leicht und locker mit 3:1 gegen den VfB Stuttgart gewann. Insgesamt war es ein grauer (grausamer!) Bundesliga-Spieltag mit viel Mittelmaß, was für den November und Dezember Arges verheißt.

 

Sinner wieder die Nummer 1

 

Nach dem Turniersieg von Wien war der Italiener auch beim Masters in Paris (fast) ungefährdet. Mit dem Erfolg im Finale gegen den starken Kanadier Felix Auger-Alliasime verbuchte er den 5. Titel der Saison (trotz der dreimonatigen Doping-Zwangspause zwischen Februar und Mai) und Nummer 23 insgesamt. Damit eroberte er auch die Spitze der Weltrangliste zurück, weil der völlig indisponierte Carlos Alcáraz sein Auftaktmatch gegen Cameron Norrie verlor. Allerdings ist dieser Status bis zum Jahresende gefährdet, weil Alcáraz vor dem ATP Finale kaum Punkte zu verteidgen hat im Gegensatz zu Titelverteidiger Sinner.
Alexander Zverev hatte im Halbfinale beim 0:6, 1:6 nicht den Hauch einer Chance, war allerdings gehandicapt. Mut machen dürfte dem Hamburger sein Viertelfinal-Erfolg gegen „Angstgegner“ Daniil Medwedew nach Abwehr von 3 Matchbällen. Gegen den Russen hatte er zuvor fünfmal in Serie verloren.

Einen schönen Erfolg feierte die 17-jährige Lilli Tagger aus Österreich. Die erst 17-Jährige erreichte in Jiujiang erstmals ein Finale der WTA-Tour, das sie allerdings gegen die Russin Anna Blinkowa verlor. Immerhin verbuchte sie Siege gegen die höher eingeschätte Victoria Golubic (Schweiz) und die Deutsche Tamara Korpatsch. Es scheint nur eine Frage der Zeit, wann die junge Frau (Respektgröße 1,85) mit der so wunderschönen einhändigen Rückhand zum echten Faktor in der Profitour wird. Ihre Trainerin Francesca Schiavone wird den richtigen Weg schon weisen.

 

Und sonst?

 

  • England: Souverän bleibt der FC Arsenal Tabellenführer  nach dem 2:0 beim FC Burnley: Kein einziger Schuss kam aufs Tor der Londoner. Apropos London: Das Stadtderby zwischen Tottenham und Chelsea entschied der Clubweltmeister (Chelsea) für sich und ist nun mit Repektabstand auf Arsenal (7 Zähler) punktgleich mit den Spurs.De FC Livepool beendete mit dem 2:0 vs Aston Villa die Rekord-Pleitenserie von 5 Partien in Folge.
    3. Liga: 1860 kann Tabellenführer: Vor 2 Wochen besiegten die Löwen den MSV Duisburg, jetzt folgte ein 3:0 gegen Energie Cottbus. Über das leider kaum eine sprach, weil ein Volltrottel in der 2. Halbzeit glaubte, den Gästespieler mit Affenlauten und rassistischen Brüllereinen zu bedenken. Trost für mich: Die Kurve reagierte, identifizierte den Täter, der abgeführt wurde und brüllte ihrerseits: „Nazis raus!“ Sportlich wäre es jetzt halt hübsch, wenn Sechzig auch gegen Nicht-Spitzenreiter bestehen könntgen, wie wäre es nächsten Sonntag bei Jan Regensburg?
  • Handball: Die deutschen Männer trugen 2 Länderspiele gegen Island aus, die schon als Tests für die EM im Januar firmieren. Es gab in Nürnberg ein 42:31 und in München ein 29:31. Ich selbst halbe nix gesehen, aber: Nach der überzeugenden Leistung am Donnerstag mit einem überragenden Juri Knoll schlichen sich am Sonntag viele Fehler ein und einem eher schwächelnden Juri Knoll. Trainer Alfred Gslasson scheint alledings insgesamt noch viel Arbeit zu haben, allerdings sieht er seine Spiele erst Mitte Dezember wieder.
  • Basketball: Die bayern haben in der Euroleague 2 Heimsiege gelandet. Nach dem Erfolg gegen Real Madrid
    https://blickueberdenteich.de/ganz-kurzzeitig-ein-vip-beim-basketball/
    folgte gegen Virtus Bologna ein letztlich überzeugendes 86:70. NBA-Neuzugang Spencer Dinwiddie gab dabei sein Debüt und schaffte immerhin 6 Punkte und 3 Assists.
  • Leichtathletik: Ein ganz Großer des Marathons hat sein letztes Rennen bestritten. Eliud Kipchoge lief die 42,195 Kilometer (ohne um den Sieg mitzurennen) und hat damit alle großen Stadt-Marathons absolviert. Der 40-Jährige hielt mit seinen 2:01,09 lange den Weltrekord und war in einem allerdings inoffiziellen (Labor-Rennen in Wien (mehrere, sich abwechselnde und zwischedurch pausierende Tempomacher) als bis dato einziger Mensch unter der 2-Stunden-Marke geblieben.
    Den Sieg in New York sicherte sich Benson Kipruto. Bemerkenswert der Frauen-Streckenrekord bei widrigen Verhältnissen: Die Kenianerin Helen Obiri blieb in 2:19,51 Sekunden fast 3 Minuten unter der bisherigen Bestmarke.

 

 

 

 

Das wird die Woche, die wird

Champions League, Tennis-Saisonfinali bei Frauen und Männern und die Formel 1 nähert sich dem Saisonende

 

Bayern-Run – wird er von PSG gestoppt?

 

15 Saisonspiele, 15 Siege – so lautet die makellose Bilanz der Münchner in Bundesliga (9), Champions League (3), DFB-Pokal (2) und Supercup gegen den VfB Stuttgart. Jetzt wartet die nominell schwierigste Aufgabe, die Partie in der Königsklasse beim Titelverteidiger Paris Saint Germain (Di., 21:00). Die Franzosen sind allerdings recht mühevoll in die Spielzeit gestartet, brauchten etwa am Samstag gegen OGC Nizza ein Tor in der 4. Minute der Nachspielzeit für den 1:0-Erfolg. Letztlich ist es allerdings fast egal, wie es ausgeht, denn diese Saison dürfte dem FCB der direkte Sprung ins Achtelfinale gelingen (wie auch PSG). Gut für die Psyche wäre ein Erfolg in Paris natürlich trotzdem. Auch für Borussia Dortmund sieht es diesbezüglich gut aus, dementsprechen gelassen können sie nach Manchester zu City fahren (Mi., 21:00), wo ihr Ex-Stürmer Erling Haaland zurzeit alles kurz und klein schießt.

Dringend Punkte benötigen dagegen die anderen beiden deutschen Vertreter: Eintracht Frankfurt hat dabei beim italienischen Meister SSC Neapel eine extrem schwierige, ja fast unlösbare Aufgabe angesichts der derzeitigen verfassung der Hessen (Di., 18:45). Bayer Leverkusen hilft bei Benfica Lissabon nur ein voller Erfolg wirklich weiter (Mi., 21:00).

 

In der Europa League muss der SC Freiburg nach Nizza (Do., 18:45), während der VfB Stuttgart Feyenoord Rotterdam erwartet. Ein atttraktives Spiel wartet auf Sturm Graz, das Nottingham Forest empfängt.

 

Sinner oder Alcaraz – wer beschließt 2025 als Nummer 1

 

Die ATP Finals der Männer gehen in Turin ab Sonntag über die Bühne. Neben den Titel geht es auch um die Frage, wer 2025 der beste Spieler der Welt war und als Nummer 1 das nächste Jahr angeht. Zurzeit ist Sinner zwar Weltranglisten-Führender, allerdings hat er aus dem vergangenen jahr viel mehr Punkte zu verteidigen als der Spanier. Heißt (ohne das Ganze bis ins Letzte ausgerechnet zu haben). Sinner muss seinen Titel unbedingt verteidigen und zudem darauf hoffen, dass Alcáraz nicht ins Halbfinale kommt.

Noch steht das Feld für Turin nicht fest: Um den achten und letzten Platz kämpfen im Fernduell Felix Auger-Alliasime (diese Woche in Metz) und Lorenzo Musetti (Athen). FAA hat dabei 160 Punkte Vorsprung, das bedeutet, Musetti muss das Turnie gewinnen und auf ein frühes aus des zurzeit in glänzender Form spielenden Kanadiers hoffen.

 

Die Frauen haben ihr Endturnier in Riad schon begonnen und den ersten Gruppenspieltag (2 à 4 Spielerinnen) absolviert. Gleich vier US-Ameikanerinnen sind dabei, von denen allerdings nur Jessica Pegula (vs Landsfrau Coco Gauff) zum Auftakt siegte. Die gerade noch ins Feld gerutschte Lena Rybakina überraschte mit einem Erfolg gegen Amanda Anisimova, schadlos hielten sich die Turnier-Favoritinnen Aryna Samablenka (vs Jasmine Paolini) und Iga Siatek (vs eine angeschlagene Madison Keys).

 

McLaren-Duell spitzt sich zu – mit der Würze Verstappen

 

Hochspannung in der Formel 1 (naja, wens interessiert) vor dem Grand Prix von Brasilien am Wochenende in Rio. Vor dem viertletzten Rennen fürt Lando Norris mit gerade einem Punkt Vorsprung auf TeamgefährteRivale Oscar Piastri, der gerade ziemlich nach der Sommer-Form sucht. Teamorder ist da ausgeschlossen, was wiederum dem lauernden Titelverteidiger Max Verstappen zu Gute kommen könnte, der nur noch 36 Punkte Rückstand auf Norris hat. Auf dem Programm stehen der Sprint am Samstag (8 Punkte für den Sieger) und das Hauptrennen am Sonntag (wie üblich 25).

 

Und sonst?

 

  • Bundesliga: Das Meisterschafts-Rennen scheint für Bayern schon entschieden, also gilt die Konzentration dem Abstiegskampf: Dort steht für Borussia Mönchengladbach nach dem Sieg bei St. Pauli das enorm wichtige Heimspiel gegen den 1. FC Köln an (Sa., 18:30). Eine Niederlage gegen rheinischen Erzrivalen wäre in jeglicher Hinsicht ein Desaster.
    Ansonsten eher ein Spieltag Grau in Grau, immerhin garniert mit weiteren regionalen Duellen am Sonntag (VfB – Augsburg/17:30 und Frankfurt – Mainz/19:30).
  • England: Match des Spieltags ist das Spiel ManCity vs FC Liverpool. Die Reds habenam Samstag endlich mal wieder in der Premier League gewonnen (2:0 vs Aston Villa), doch bei den Cityzens wird sich zeigen, ob das Team die Kurve gekriegt hat. Der absurd abwehrstarke FC Arsenal (erst 3 Gegentreffer, kaum zugelassene Torschüsse) hat bei Aufsteiger FC Sunderland (mit Ex-Spieler Granit Xhaka) eine durchaus knifflige Aufgabe.
  • Handball: Nach den zwei Island-Länderspielen (Sieg und Niederlage fürs deutsche Team) geht es wieder in der Bundesliga rund. Vieles läuft nach einem knappen Saisondrittel auf einen Titel-Dreikampf zwischen der SG Flensburg-Handewitt (18 Punkte/10 Spiele), SC Magdeburg (17/9) und THW Kiel (16/10) hinaus. Dieses Trio hat mit HSV Hamburg, den Rhein-Neckar Löwen und Bergischer HC durchweg lösbare Heimspiel vor sich. Überraschungsteam bisher ist der TBV Lemgo auf Rang 4, der seinen Vorgänger in dieser Hinsicht aus der vergangenen Spielzeit, Hannover-Burgdorf, empfängt.
    Zuvor gibt es am Mittwoch, Donnerstag noch die 2. Pokalrunde.
  • Basketball: Unfassbar, aber es gibt diese Woche nur einen Euroleague-Spieltag. Die Bayern müssen zu Paris Basketball (Do., 21:00), die wie die Münchner eine 4:4-Siegesbilanz haben.
  • Motorsport: Die Rallye-WM setzt sich in Japan fort. Das Top-Trio Elfyn Evans (247), Sebastien Ogier und Kalle Rovenperä (je 234) trennt nur 13 Punkte. We die Gesamt-Rallye über die 3 Tage gewinnt, erhält 25 Zähler (Zweiter: 18, Dritter: 15), dazu gibt es eine gesonderte Punkte für die letzte Wertungsprüfung und die sogenannte Power Stage (jeweils (5-4-3-2-1). Wenn ichs richtig abgeschrieben habe …

Das wird die Woche, die wird

Ski-Weltcup, und der echte Clasico. Und die Münchner stimmen am Sonntag ab, ob sie Olympia in ihrer Heimatstadt haben wollen, irgendwann einmal.
Ach ja: In der Nacht zu Mittwoch beginnt die NBA, in der zu Samstag die World Series. Beides hier in gesonderten Texten zu verfolgen.

 

Ja is scho wieder Weihnachten Skifahren?

 

Wie immer am letzten Oktober-Wochenende geben sich die Skifahrer in Sölden die Ehre. Besser gesagt die besten Riesenslalomfahrerinnen (Samstag) und Riesenslalom-Fahrer (Sonntag), die recht kurze, aber selektive Strecke am Rettenbachferner in Angriff nehmen. Federica Brignone und Marco Odematt sind die Teitelverteidiger im Gesamtweltcup, doch da es ein Olympia-Winter ist,  stehen natürlich alle Rennen in Zeichen von Cortina respektive Bormio. Brignone wird nach ihrem schweren Sturz im April bei den italienischen Meisterschaften (Schien- und Wadenbeinbruch) laut eigener Aussage ohnehin erst „frühestens Mitte Januar“ wieder in die Wettbewerbe einsteigen können.
Ein 2. Comeback nach 2024 wagt Marcel Hirscher, das mit einem Kreuzbandriss abrupt endete. Ob und in welcher Form er in Sölden antritt, vielleicht weiß er es selber.

 

Der echte Clasico

 

Nachdem die Bayern den „deutschen Clasico“ am Ende recht mühsam gegen Borussia Dortmund für sich entschieden haben, kommt es am Sonntag zum „echten Clasico“, also der Auseinandersetzung in der Primera Division zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. Ganz unprätentiös für 15:45 Uhr hat La Liga den Schlager angesetzt (wie schon öfter in den vergangenen Jahren), die Partie spricht für sich und wird die Fußball-Freunde schon aus der ganzen Welt anlocken (DAZN in Deutschland). Barca und Real sind gut, aber nicht überragend in die Saison gestartet, führen die PD allerdings schon wieder an.
Nicht auf der Trainerbank sitzen wird allerdings der deutsche Barca-Coach Hansi Flick. Er handelte sich am Samstag beim harterkämpften 2:1 gegen den katalonischen Rivalen FC Girona in der Schlussphase erst Gelb, dann Gelb-Rot ein und muss gesperrt für den Innenraum mit einem Platz auf der Tribüne vorlieb nehmen. Da hat er wenigstens beste Aussicht aufs Geschehen. Verletzt fehlen wird bei Barca Robert Lewandowski, der angeblich Abwanderungspläne hegt, bei Real muss Antonio Rüdiger passen, der im April beim Cup-Finale zwischen den beiden Teams völlig die Beherrschung velor. Jetzt allerdings ist der Nationalverteidiger verletzt …

 

Das ACH-Tennis-Doppel

 

„ACH! steht für Österreich (Austria) und die Schweiz (CH), hier also für die parallel ausgetragenen Hallenturniere in Wien und Basel. Wie in den Jahren zuvor haben sich fast alle Weltklassespieler für das eine oder andere Turnier entschieden (nicht: Carlos Alcáraz und Novak Djokovic, die pausieren), weil hier wichtige Punkte im Race fürs Saisonfinale in Turin verteilt werden, das die besten acht Profis des Jahres erreichen.
Wimbledon- und Melbourne-Sieger Jannik Sinner steht als Teilnehmer dafür schon längst fest, er wird dennoch das Feld von Wien anführen. Dort gewann er 2023, was die stolzen Wiener als endgültigen Durchbruch in die Weltspitze werten. Alexander Zverev ist an Nummer 2 gesetzt vor Alex De Minaur und Lorenzo Musetti. Daniel Altmaier hat die zweifelhafte Ehre, dass er sein Erstrundenmatch gegen Sinner bestreiten darf. Vielleicht ist dieser noch müde vom Geldzählen nach seinem Triumph in Saudi-Arabien, wo er dafür 6 Millionen Dollares kassierte … Nicht ganz so viel Preisgeld erhielt zwar Daniil Medwedew für den Erfolg in Almaty, Rückenwind gibt er dem Russen allemal und auch ein paar Punkte auf dem Weg nach Turin.
In Basel führen die beiden US-Amerikaner Taylor Fritz und Ben Shelton das Feld an. Mit dem Turniersieg von Stockholm reist Christian Ruud in die Schweiz. Auch der Kanadier Felix Auger-Alliasime (Brüssel) kann einen gerade errungenen Turnier-Triumph vorweisen.

 

OlympiJa oder NOlympia

 

Vor dieser Frage stehen die Münchner nächsten Sonntag, wenn sie aufgefordert sind, im Wahllokal ihres Vertrauens das Kreuzerl an der richtigen Stelle zu machen. Ihre Entscheidung ist Grundvoraussetzung dafür, ob es überhaupt 2036 oder 2040 oder gar erst 2044 Olympische Spiele in der Landeshauptstadt geben wird. Es gibt für mich (auch ganz persönlich) Gründe pro und contra. Welche für mich letztlich den Ausschlag geben, habe ich auch eine Woche vor Abgabeschluss (18 Uhr, Ende der Sommerzeit nicht vergessen!) noch nicht endgültig entschieden. Am Freitag oder Samstag werde ich hier meine Pro- und Contraliste und Anmerkungen dazu erstellen. Natürlich ist auch die Briefwahl möglich, aber diejenigen haben ihre Wahl eh schon getroffen und den Bogen schon abgeschickt.

 

Und sonst?

 

  • Champions League: Schon der 3. Spieltag und wieder mit 18 Partien von denen jene von Bayer Leverkusen gegen Titelverteidiger PSG herausragt (Di., 21 Uhr, Amazon Prime). Auch vom Namen her interessant klingen Arsenal – Atlético (Di., 21.00), Eintracht Frankfurt – Liverpool (mit Ex-Frankfurter Hugo Ekitiké und Flo Wirtz, aber mit 4 Niederlagen en suite im Gepäck) sowie Real – Juve (beide Mi., 21.00), einem CL-Endspiel von 1998 (1:0 für Real mit Jupp Heynckes auf der Bank …).
  • Bundesliga: Nominelles Top-Spiel (Sa., 18:30) ist die Partie zwischen BVB und Köln. Der FC Bayern gastiert schon um 15:30 Uhr bei der kriselnden Borussia aus Mönchengladbach. Bayer Leverkusen darf sich am Sonntag (15:30) gegen den SC Freiburg versuchen.
  • Internationale Ligen: Ungewöhnliche Anstoßzeit in der Premier League, wenn am Samstag um 21 Uhr der FC Brentford den FC Liverpool empfängt.
    Italien:  Napoli – Inter, das Meisterduell der vergangenen beiden Jahre (Sa., 18:00). Beide Clubs grüßen punktgleich von der Tabellenspitze (gemeinsam mit der Roma). Überhaupt Riesenspannung in der Serie A, man könnte neidisch werden, bis man die oft maroden Stadien erblickt …
  • Tennis: Die Frauen spielen in Tokio, wo Lena Rybakina den letzten offenen Platz fürs Saisonfinale in Riad näherkommen will. Außerdem dabei ist auch Eva Lys nach souverän überstandener Qualifikation. In Guangzhou versucht Tatjana Maria ihr Glück.
  • Formel 1: Ohne Unterbrechung geht es von Austin nach Mexiko. Die McLarens zur Unzeit in der Schaffenskrise? Oder: Etwa DOCH Max Verstappen?
  • Turn-WM in Indonesien: Allerdings ohne die AthletInnen aus Israel, die die muslimischen Gastgeber ausgeschlossen haben. Weder Weltverband noch CAS sehen darin ein größeres Problem, ich finde das einen unfassbaren Skandal (sowohl den Ausschluss als auch de praktisch nicht vorhandene Protest der Turngemeinde), auf den ich morgen oder Dienstag noch mal eingehen werde.

 

 

Das wird die Woche, die wird

Mein Hauptaugenmerk richtet sich zu den Play-offs der MLB, wo sie mittlerweile im Halbfinale angelangt sind. Darüber plane ich für einen gesonderten Text.
Ansonsten natürlich Fußball, Formel 1, und ein erster Blick zur NHL

 

Gigantenduell auf kleiner Flamme

 

Bayern – Dortmund, das war jahrelang das  Bundesliga-Duell schlechthin, der deutsche Clasico in Anlehnung zu Real vs Barca. Jetzt allerdings, wenn die beiden Teams am Samstag (18:30 Uhr/Sky) in der Münchner Arena aufeinandertreffen, ist von übergroßem Kribbeln wenig zu spüren. Zu überlegen scheinen die Bayern nach den 6 klaren Auftaktsiegen in der Liga.
Dabei ist der BVB sehr ordentlich in die Saison gestartet mit 4 Siegen und 2 Remis. MIt zwar nicht überragenden, aber doch grundsoliden Leistungen (fast) ohne erratische Aussetzer. Niko Kovac ist es gelungen, das Team zu konsolidieren, Spieler wie Karim Adeyemi und auch Julian Brandt blühen auf.
Das geht halt etwas unter im Schatten der überragenden Münchner, die mit einer absurden Überlegenheit bisher durch die Liga cruisen (Torverhältnis: 25:3!). Sollten sie auch am Samstag gewinnen, haben sie schon 7 Punkte Vorsprung auf den BVB, und sonstige Verfolger sehe ich ohnehin nicht (nach dem 0:6 von RB Leipzig in München zum Saisonstart weigere ich mich, die Sachsen als solche anzusehen).
Schon am Freitag empfängt der 1. FC Union die Fohlen von Borussia Mönchengladbach. Die Gladbacher warten als einziges Team nach 6 Spielen noch auf einen vollen Erfolg, mal sehen ob Eugen Polanski als Intereims-Coach mit einem guten Ergebnis Werbung in eigener Sache machen kann und aus „Interims“ sogar „Dauer“ wird.

 

Kann Verstappen die McLarens stressen?

 

Die Formel 1 macht am Wochenende in Austin Halt, das 2. von insgesamt 3 Rennen in den USA nach Miami und vor Laa Vegas. Noch immer führen die McLarens mit Oscar Piastri (336 Punkte ) und Lando Norris (314) klar vor Titelverteidiger Max Verstappen (Red Bull/273). Doch zum einen zeigte sich der Holländer und vor allem auch sein Bolide nach einem traurigen Sommer, aber offenbar wirkreichen Pause zuletzt stark verbessert, zum anderen knirscht es intern bei McLaren. Eine klare Teamorder gibt es nicht, wohl aber wechselseitige Beschuldigung der Fahrer, dass jeweils der andere bevorzugt werden würde.
Noch scheint der Vorsprung komfortabel (und der sichere Konstrukteurs-Titel dürfte manch Gemüt beruhigen), aber die Nerven liegen zumindest etwas blank (vielleicht auch Wunschdenken aller, die noch etwas Spannung wünschen).

 

Draisaitl und Co. schon in voller Aktion

 

Sträflich vernachlässigt habe ich die NHL, die schon vergangene Woche in die neue Saison startete. Für die Edmonton Oilers, zuletzt zweimal erst in der Finalserie an den Florida Panthers gescheitert, gibt es auch dieses Mal nur ein Ziel: endlich den verdammten Stanley Cup wieder nach Edmonton holen. Connor McDavid setzte da ein großartiges Zeichen, als er bei seinem Vertrag nicht auf den letzten (Kanadischen) Dollar pochte, damit sein Team sich noch anderweitig verstärken könne. Ganz langsam schließt sich aber das Zeitfenster für den besten Eishockeyspieler der Welt mit seinen 28 Jahren, genau wie für seinen kongenialen deutschen Sturmpartner Leon Draisaitl, der am 27. Oktober 30 Jahre alt wird.
Ich verzichte hier auf große Favoriten-Analysen: Irgendwie die Play-offs erreichen (je acht Teams im Westen und Osten), und dann beginnt im April alles von Neuem. Die bisherigen Partien (2 bis 4 pro Team) taugen für mich noch nicht mal für eine Tendenz.
Leider noch die Hiobsbotschaft für Titelverteidiger Flordia, dass sie in der gesamten Saison auf ihren großartigen Kapitän Alexander Barkov verzichten müssen. Für mich als Finnen-Fan eine wirklich traurige Nachricht, zumal Barkov auch fürs Olympia-Turnier flachfällt.

 

Israels Turner bleiben ausgeschlossen

 

Die Turn-WM beginnt am Sonntag, doch schon bevor es los geht, gibt es einen veritablen Skandal. Gastgeber Indonesien will den israelischen Sportlern kein Visum erteilen, den Verband also ausschließen. Ein klarer Bruch des muslimisch geprägten Staates gegen alle Regeln und Usancen, der eigentlich mit dem sofortigen Entzug der Titelkämpfe geahndet werden müsste. Doch (Sport)-Politik geht anders als nach festen Regeln. Der oberste Sportgerichtshof CAS lehnte einen israelischen Eilantrag auf Zulassung glatt ab, das Widerspruchsverfahren läuft. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass es zur Absage der WM kommt, dafür ist auch der Weltturn-Verband viel zu korrupt. Die Sportler der anderen Länder müssten eigentlich die WM boykottieren, aber sie ist halt der Höhepunkt des Jahres.

 

Und sonst?

 

  • 2. Liga: Hannover vs Schalke – tatsächlich ein Spitzenspiel im Unterhaus (Fr., 18:30 Uhr). Die Schalker erstaunlich gefestigt, Hannover nach Traumstart etwas auf dem Boden der Tatsachen.
    3. Liga: Meine Löwen mit neuem Trainer (immerhin haben sie mit Markus Kauczinski recht schnell gefunden). Die Aufgabe zum Debüt könnte schwerer kaum sein, denn am Sonntag (16:30) kommt der schon recht klare Tabellenführer MSV Duisburg ins Grünwalder Stadion.
  • Internationale Ligen, England: Liverpool vs Manchester United, die Partie der beiden klar erfolgreichsten Teams der Premier League (So., 17:30). Beide Mannschaften zurzeit auf Formsuche; das gilt bei den Reds vor allem auch für den Deutschen Florian Wirtz, dem die 125-Millionen-Ablöse noch zentnerschwer auf den Schultern zu liegen scheint. „007“, heißt zurzeit der Spott, also 7 Spiele, 0 Tore 0 Assists.
    Spanien: Vorne in der Primera Division wie gehabt Real (21) und Barca (19). Das Fernduell diese Woche lautet: Barca – Girona (Sa., 16:15), Getafe – Real (So., 21:00).
  • Handball: Erstaunlich bisher für mich der VfL Gummersbach auf Platz 2. Am Sonntag wartet ein schönes Duell beim HSV Hamburg.
    In der Champions League sind die deutschen Clubs gut gestartet. Der SC Magdeburg muss am Mittwoch bei Pick Szeged ran, die Füchse Berlin erwarten tags darauf Kolstad.
  • Basketball: Achtelfinale im deutschen Pokal. Ins Auge sticht die Partie zwischen Ex-Meister Alba Berlin (total umgekrempelt) und Vizemeister ratiopharm Ulm.
    Der FC Bayern empängt erst am Montag Braunschweig. Zuvor 2 weitere Spiele in der Euroleague (Dienstag vs Milano, Donnerstag bei Fenerbahce).
  • Motorsport: Die Central European Rallye steht am Wochenende an. Ausgangspunkt ist Passau, gefahren wird außerdem in Tschechien und Österreich. Schöne Idee so ein verbindender WM-Lauf in 3 rallye-begeisternen Ländern.In de Fahrerwertung führt der Franzose Sébastien Ogier mit 224 Punkten vor Elfyn Evans (GB/222) und Kalle Rovenperä (Finnland/203).
  • Tischtennis: Stell Dir vor, es ist Mannschafts-EM und kein Timo Boll. Tatsächlich muss das deutsche Team nach dem Karriere-Ende im kroatischen Zadar auf sein Aushängeschild und zigfachen Europameister verzichten. Favorit sind die Männer und Frauen trotzdem.
    Bei den Männern ist der erstaunliche Bendedikt Duda in die Bresche gesprungen (mittlerweile Nummer 9 der Weltrangliste).
    Bei den Frauen ist die mittlerweile 19-jährige Annett Kaufmann zur Führungspielerin avanciert, suchte aber beim knappen Auftakt-Erfolg (3:2) gegen Ana Tofant noch nach ihrer Form.
  • Tennis: Diese Woche gibt es Frauen-Turniere in Ninbo (Andreewa, Paolini, Rybakina, Muchova) und Osaka (Osaka, Mertens, Fernandez) sowie bei den Männer in Brüssel (Musetti, Auger-Alliasime, Lehecka), Stockholm (Rune, Ruud, Shapovalov) und Almaty (Katschanow, Medwedew, Cobolli).
  • Ein trauriges Kapitel für sich ist der Six King Slam: Es gibt hier keine Weltranglistenpunkte, dafür Fantastilliarden an Preisgeld (Antritt: 1,5 Millionen Euro, Turniersieg 4,5 Millionen=mehr als ein Grand Slam) an Preisgeld. Also folgen alle trotz größter körperlichen Beschwerden dem Ruf des Geldes: Jannik Sinner (Aufgabe in Schanghai), Carlos Alcáraz (Absage für Schanghai), Novak Djokovic, Alexander Zverev, Taylor Fritz und Stefanos Tsitsipas. Aber über einen zu vollen Terminkalender jammern, einfach nur widerwärtig und geldgierigst.

Hängepartien bis ganz zum Schluss

Nicht geht mehr: Seit Montag 18 Uhr ist Transferschluss – bis im Januar der Wechselwahnisnn von Neuem ausbricht. Der sogenannte Deadline Day, eine Errungenschaft, die unter anderem auch den Transfer“Jourmalisten“ hervorgebracht hat, brachte noch mal Spektakuläres, nicht alle Teams sind wunschlos glücklich. Glücklich all jede allerdings, die den Kaufrausch der entlischen Premier League für sich nutzten.

 

Das Beste (Teuerste!) kam zum Schluss

 

Schon seit Langem spekulierte Alexander Isak mit einem Wechsel von Newcastle United zum FC Liverpool. Der schwedische Stürmerstar, einst auch bei Borussia Dortmund, trat in den Streik. Und am letzten Tag klappte es tatsächlich noch mit dem Transfer. Für schlappe 150 Millionen wechelst der Angreifer zum englischen Meister. Der damit eine irre Off-Season geradezu würdig beschloss. Die 150 Millionen sind der geldfließendste Transfer dieser Saison (nur PSG gab von Jahren mehr für die beiden Spieler Neymar (222 Mios) und Kylian Mbappé (180) aus. Pool vollendete damt einen Irrrsinns-Ausgabesommer. Zuvor hatten unter anderem Florian Wirtz (140 Mios) und Hugo Ekitiké (95 Mios) der Bundesliga in Richtung FReds den Rücken gekehrt. Von „Schnäppchen“ wie Jeremy Fringpong und ein paar andere Transfers in mittleren zweisteligen Mio-bereich fange ich erst gar nicht an. Der amerikanische Besitzer Fenway Group, dem auch die Baseballer der Boston Red Sox gehören, hatte sehr weite Spendierhosen an.

 

Milliardenliga Premier League

 

Insgesamt wechselten Profis für mehr als 3 Milliarden Pfund nach oder innerhalb Englands. Die unfassbaren Fernseheinahmen machen es möglich, dass auch Aufsteiger wie Sunderland (Granit Xhaka) oder gar Zweitligisten wie Leeds United mehr ausgeben können als das Gros sogar der Spitzenclubs auf dem Festland. Was die Preise ins Unermesliche steigen lässt: Profitioet hat dabei unter anderem der VfB Stuttgart, der für Nick Woltemade 85 Millionen (plus möglciher Boni) kassiert, die Newcastle vergangene Woche im Vorgriff auf die Isak -Mios ohne mit der Wimper zu zucken auf den Tisch der Schwaben blätterte (man möchte sich das bildlich vorstellen). Eine Summe, die Uli Hoeneß schwachsinnig hielt, aber letztlich nur den Marktgesetzen folgte..

 

Last-Minute-Käufe der Bundesliga

 

Kommt er jetzt oder kommt er nicht. Bis sogar nach Montagabend war nicht völlig klar, ob Nicolas Jackson zum FC Bayern wechselt. Dabei schien Freitag alles klar, als Jackson nach München flog, um dort den medizinischen Test zu absolvieren. Am Samstag aber verletzte sich Chelsea-Stürmer Delap, und die Londoner gaben plötlich Rotes Licht. Vermeintlich „endgültig“, doch da Jackos unbedingt zu den Münchnern wollte, verhandelte deren Sportvorstand Max Eberl weiter, und tatsächlich schaffte er den Transfercoup (der dann heute, jetzt aber wirklich endgültig!“, bestätigt wurde. Jacson wird aun die Münchner ausgeliehen, für stolze (viele sagen: aberwitzige) 16 Millionen. Dazu gibt es eine Kaufverprlichtung 2026, wenn gewisse Bedingungen, die jedoch erstaunlicherweise nicht durchgestochen wurden, erfüllt sind. Damit wären wir bei den 80 Millionen, die die Münchner „unter keinen Umständen!“ an die Stuttgarter für Woltemade zahlen wollten.

 

Und sonst

 

  • nutzten die Buli-Club den 1. September weidlich (Auszug):
    – RB Leipzig gibt Stürmer Luis Openda an Juventus ab, holt dafür Conrad Harder von Sporting Lissabon.
    – Bayer dünnt weiter aus: Vertriediger George Hincapié get zum FC Arsenal, Stürmer Victor Bonifache zu werder Bremen, und Gustavo Puerta fix zu Racing Santander. Dafür kommt noch Ezequiel Fernández aus Saudi-Arabien
    – Der HSV holt Leihweise Sambi Kokonga (3 Millionen) und Fabio Vieira (leihweise vom FC Arsenal. Vieiera ist der Sohn des 98er-Weltmeisters Patrick.
    – Leo Scienza verlässt Heidenheim in Richtung Leeds United für 10 Millionen, großer Seufzer an der Ostalb ob des Verlusts ihres Freistoßgenies.
  • Und noch europäische Top-Transfers (Auszug)
    – Kolo Muani leihweise von PSG zu Tottenham
    – Manchester United gibt Anthony (Real Betis/245 Mios) und Jadon Sancho (Aston Villa/Leihe) ab.
    – Olympique Marseille lässt Adrien Rabiot zur AC Milan ziehen. Jener Verteidiger also, der in eine üble Kabinenschlägerei        bei OM verwickelt war.

 

Zu schlechter Letzt: Bayers Rekordrauswurf

 

Den Deadline Day nutzte Bayer Leverkusen und feuerte Chefcoach Erik ten Hag nach nur 2 Spieltagen und einen Punkt. Offenbar sah die Clubführung um Sportdirektor Simon Folfes keine Chance mehr auf einen Kit. Erst am 1. Juli hatte der Holländer sein Amt beim Ex-Meister angetreten, nachdem Meistercoach Xabi Alonso in Richtung heimatliches Real Madrid entfleucht war.

Ein millionenschweres Missverständnis, das die Bayer-Crew schnellstmöglich aus der Welt haben wollte. Gewiss, der Trainer äußerte sich vielleicht nicht immer kollegial und im Sinne des Vereins, als er einen Weggang nach dem anderen zu kommentieren hatte und den Aderlass nicht gerade diplomatisch kritisierte. Natürlich: Auf dem Platz herrscht Konfusion und wenig Ordnung. Zu bestaunen war das am Samstag in Bremen, als sich Patrik Schick und Ezequeiel Palacios minutenlang stritten, wer einen Folulefmeter treten darf.
Und doch bleibt bei mir als grundsätzlicher Bayer-Sympathisant ein ganz übler Beigeschmack: Das ten Hag ein wunderbares Opfer der völlig missglückten Personalpolitik ist und dass der eigensinnige ten hag höchstwahrscheinlich von vornehrein der falsche Mann für den kompletten Neuaufbau war.
Natürlich war klar, dass ein Florian Wirtz nicht zu halten sein dürfte, dass der eine oder andere Spieler (Frimpong) den Club ebenfalls verlassen würde. Aber dass praktisch das komplette Meisterteam 2024 (nicht 2014) den Abflug machen würde, das konnte keiner ahnen. Die gesamte Achse Hradecky, Tah, Xhaka, Wirtz fiel weg, dazu wichtige Akteure wie Frimpong und Adli plus jetzt am Ende gar noch Boniface und Hincapié. So einen komplett-Ausverkauf eines Spitzenteams der Bundesliga hat es noch nie gegeben. Und da soll der Trainer der Alleinschuldige sein? Der zutreffend bekannte, er müsse Houdini oder wenigstens Harry Potter sein, um das zu lösen. Ohne Achse, ohne Mannschaftsrat, ohne Hierarchie im Team, dafür mit umso schlaueren Leuten wie jetzt auch Mittelfeldmann Robert Andrich, der den Trainer gleich noch den letztern Stoß über den Jordan gab, als er weder eine Ordnung durch den Trainer sah und jedwede Taktik vermisste („Jeder machte seins“)

Wahrscheinlich auch durch die Hetzjagd des „Kicker“ schon nach dem 1. Spieltag (hat der betreffende Redakeur auf ten Hag als ersten Bundesliga-Rauswurf viel Geld gewettet?) blieb jetzt tatsächlich nichts anderes übrig, zumal wegen der Länderspiele ein wenig Ruhe einkehrt. Alles auf Null stellen und dann irgendwie versuchen, das gute Dutzend Neuzugänge zu einem großen Ganzen zu formen. Man will den Verantwortlichen (und dem armen Trainertropf) alles gute wünschen, ja wenn es nicht der Pillenclub wäre),

Das wird die Bundesliga 25/26, die wird, Teil IV

Tja, so geht es mit den Vorschauen vor dem Transferschluss, wenn personelle Wechsel noch möglich sind (deshalb kann man auch die gedruckten „Sonderhefte“ von Kicker und Konsorten schon in die Tonne kloppen). Ein paar meiner „Players to watch“ haben sich bereits aus der Bundesliga verabschiedet. So wechselt Nick Woltemade für bis zu 90 Millionen Euro zum Premier-League-Club Newcastle United (so geht geräuschloses Verhandeln, lieber FC Bayern). Der Transfer des brillanten Heidenheimer Freistoßkünstlers Leonardo Scienza zum englischen Zweitligisten FC Southapton nimmt ebenso Formen an. Trotzdem will ich noch wenigstens vor dem 2. Spieltag meine Vorschau beenden, deshalb jetzt schon

 

Meine Abschlusstabelle

 

Es ist natürlich reichlich vermessen von mir, die genauen Platzierungen zu bestimmen. Also werde ich in etwa gleichstarke Teams in Gruppen einteilen; im Sportlersprech (wie in der Biologie) sogenannte „Tiere“.

 

  1. Bayern München
  2. Eintracht Frankfurt
  3. Borussia Dortmund
  4. Bayer Leverkusen
  5. VfB Stuttgart
  6. RB Leipzig
  7. SC Freiburg
  8. VfL Wolfsburg
  9. FC Augsburg
  10. Bor. Mönchengladbach
  11. Mainz 05
  12. TSG Hoffenheim
  13. 1. FC Union Berlin
  14. 1. FC Köln
  15. Werder Bremen
  16. FC St. Pauli
  17. HSV
  18. 1. FC Heidenheim

 

Tier 1: Ich sehe niemanden, der dem FC Bayern die Meisterschaft streitig machen kann und am Ende auch nur annähernd dem Titelverteidiger nahekommt

Tier 2: Champions League: Schon hier habe ich bei allen Teams Zweifel, aber es gibt eine grundsätzliche Kaderstärke und eben auch viele Spieler, die zu großen Hoffnungen Anlass geben. Sehr darkes horse und eigentlich untippbar ist Bayer Leverkusen.

Tier 3: Internationale Plätze: Wenn alles perfekt läuft, greifen sie sogar in den Kampf um die 4 Champions-League-Plätze ein, aber was im Leben läuft schon perfekt?

Tier 4: Das graue (?) Mittelfeld ohne große (realistische) Hoffnungen nach vorne, sprich internationale Plätze, aber auch vermeintlich ohne große Sorgen nach hinten. Konsolidierung ist angesagt, und alle dürfen natürlich auf eine positive Überraschung setzen, die es noch in jeder Saison gegeben hat.

Tier 5: Abstiegskampf: Vermeintlich zu stark für den direkten Abstieg, aber auch negative Überraschungen gibt es in jeder Bundesliga-Saison.

Tier 6: Irgendwer muss halt direkt absteigen! Ich hätte es mir einfach machen können herumzuschwurbeln, aber ich ziehe einen klaren Tipp vor. Mögen der HSV und/oder Heidenheim mich eines Besseren belehren, und ich ziehe gerne den Hut.

 

Widerspruch gerne erwünscht! Lets Play!