von Münchner Löwe | Sep. 12, 2023 | Allgemein
Schande über mich, aber im sportlichen Wochenend-Irrsinn sind mir die Reiter durchgeschlüpft. Also an extriger Stelle: Jessica von Bredow-Werndl räumte bei der EM in Beerbaum, äh Riesenbeck, kräftig ab. Musste sie sich im Team noch mit Silber hinter den Briten um Charlotte Fry geschlagen geben, triumphierte sie im Einzel, der Musikkür und der Team-Musik. Immer auf Dallara, ihrem 16-jährigen Wunderpferd, das eine Bestmarke nach der anderen aufstellte. Bleiben die beiden gesund, sind sie ein Faustpfand des darbenden deutschen Sports für Olympia 2024.
Pechmarie der Woche war Elisabeth Seitz. Gerade hatte die Turnerin die deutsche WM-Ausscheidung souverän gewonnen, da riss ihr die Achillessehne. Die WM-Teilnahme ist futsch, und auch mit Olympia nächsten Sommer wird es verdammt knapp, zumal sie ja auch noch wieder in Form kommen müsste. Gute Besserung genau wie allen, die gerade gesundheitliche Probleme haben.
von Münchner Löwe | Sep. 12, 2023 | Allgemein
Frühes Aus für Rodgers
Was war das für ein Hype rund um den Wechsel von Quarterback-Legende Aaron Rodgers von den Packers zu den Jets, vom beschaulichen Green Bay in den Moloch New York. Und dann? Beim ersten regulären Saisonspiel für die Jets diese Nacht gegen die Bills muss der 39-Jährige bereits im ersten Drive nach nur vier Spielzügen verletzt das Feld verlassen. Befürchtet wird ein Achillessehnenriss, der das Saisonaus bedeuten würde. Er mag umstritten sein wegen verschiedener Aussagen und seinem verächtlichen Abwinken seinen Mitspielern gegenüber, wenn diesen es wagten, einen seiner Bälle fallenzulassen: Aber das gönnt man niemanden, zumal er sich voller Tatendrang zeigte. Die Jets gewannen dann doch dank zweier Wundertaten. Der Touchdown-Catch von Garrett-Wilson https://www.youtube.com/watch?v=TiJq585qsOs nach Pass von Rodgers-Ersatz Zach Wilson sowie der entscheidende Punt-Return-Touchdown über 65 Yards des ungedrafteten Xavie Gipso nhttps://www.youtube.com/watch?v=6eWPm5ZGtdk. Auf der anderen Seite leistete sich Bills-QB Josh Allen drei Interceptions und einen lost Fumble – war nicht sein Tag.
Ansonsten ging es für manchen Favoriten ziemlich mühsam los. Die Chiefs verloren zu Hause gegen die Lions, für die der Deutsche Amon Ra St. Brown den ersten Touchdown der Saison fing. Noch schlimmer war die Vorstellung des Co-Favoriten Cincinatti Bengals, die bei den Browns mit 3:24 untergingen und dabei nur 142 Offensiv-Yards produzierten. Quarterback Joe Burrow wirkte alles andere als fit. Ein Desaster erlebten auch die NY Giants beim 0:40 gegen den Erzrivalen Dallas Cowboys.
All Blacks bereits unter Druck
Die Rugby-WM hat gleich mit einem Schlager begonnen, und es könnte durchaus sein, dass wir diese Partie auch beim Finale wiedersehen, allerdings nur, wenn sich Neuseeland gehörig steigert. Gastgeber Frankreich hat sich mit Neuseeland gleich den stärksten Gruppengegner zum Eröffnungsspiel gewünscht (was im Rugby alles geht) und mit dem Sieg ein Achtungszeichen gesetzt. Es war die erste Vorrundenniederlage der All Blacks überhaupt bei einer WM. Der Spielplan hat es ja in sich, denn die besten vier Mannschaften befinden sich alle in einer Tableau-Hälfte. Viertelfinalpaarungen wie Frankreich vs Irland und Neuseeland vs Südafrika sind da möglich. In der Frankreich-Gruppe ist überdies Italien nicht zu unterschätzen.
Das beste Spiel ders Wochenendes war Wales s Fiji, als Fiji drauf und dran war, am Ende des Spiels noch einen Versuch zu legen, der den Sieg bedeutet hätte, es aber durch einen blöden Fehler nicht schafften. Aber deren Art des Rugby begeistert mich.
Cori Gauff ohne Nerven
Was war das für ein Druck für eine 19-Jährige. Nichts anderes als den Sieg bei den US Open verlangte die amerikanische Öffentlichkeit von Coco Gauff. Nach einem haarigen Auftakt gegen Laura Siegemund, als sie drei Sätze brauchte, cruiste sie ziemlich ungefährdet bis ins Finale. Dort wartete Alyna Sabalenka. Die beeindruckte bis zum Halbfinale, wo sie dann Madison Keys erst im Tiebreak des dritten Satzes ausschaltete. Kurios, dass sie verfrüht jubelte, weil sie nicht checkte, dass im dritten Satz der Tiebreak bis 10 und nicht wie üblich nur bis 7 gespielt wird.
Im Finale dominierte zunächst die Weißrussin, doch Gauff, fanatisch bis unfair angefeuert vom Publikum, das zum Teil auch jeden Aufschlagfehler von Sabalenkaa bejubelte, steigerte sich und holte sich die Sätze 2 und 3 und damit den Titel. Sie war ja schon vor vier Jahren als 15-Jährige ein Versprechen, dass das amerikanische Tennis auch nach dem Rücktritt der Williams-Schwestern eine starke Vertreterin haben würde. Wahrscheinlich war es für sie ein Glück, dass sie nicht sofort durchstartete, sondern so manchen Rückschlag hinnehmen musste. Sie konnte an ihrem Spiel feilen, und diesen Sommer ging der Knopf auf. Vielleicht war tatsächlich die Verpflichtung von Brad Gilbert, der zu seinen aktiven Zeiten die Gegner mit taktischen Spielchen der entscheidende Puzzlestein (Winning ugly heißt nicht umsonst seine Biographie). Dem Frauentennis stehen spanndende Zeiten bevor mit Gauff, der neuen Nummer 1 Sabalenka und nicht zu vergessen Iga Piatek, die jetzt befreit von der Bürde der Nummer 1 befreit wieder angreifen will und wird.
Der Djoker – eine Klasse für sich
Ich mag ihn nicht wegen seiner Mätzchen (diese entsetzliche Balltipperei vor seinen Aufschlägen, gegen die die Referees leider kaum vorgehen). Seine Spielweise finde ich nicht wirklich inspirierend, ist mir zu technokratisch. Doch was Novak Djokovic auf dem Platz leistet seit fast 20 Jahren, ist unglaublich gut. Bei den US Open triumphierte er und gab, quasi aus Versehen und Nachlässigkeit, nur zwei Sätze in einer der ersten Runden ab. Gerade die Spiele gegen die gehypten Gastgeber Taylor Fritz und Ben Shelton im Viertel- und Halbfinale waren Extraklasse. Und auch im Finale gegen den bärenstarken Daniil Medwedew zeigte er in den entscheidenden Momenten, dass er einfach nicht totzukriegen ist. Gerade in Tiebreaks steigert er sich noch einmal.
Die Grand-Slam-Bilanz des Djoker in diesem Jahr: Drei Siege und eine ganz knappe Final-Niederlage in Wimbledon vs Carlos Alcaraz, der in NY an Medwedew scheiterte.
Es gibt wenig Anlass zu glauben, dass sich an dieser Hegemonie Wesentliches ändert, zumal Djokovic weitere Großtaten bereits angekündigt hat. Mich würde es wundern, wenn er im nächsten Jahr seinen 24 GS-Titeln nicht den einen oder anderen hinzufügen würde. Ich persönlich nehme das leider mehr und mehr nur noch mit einem Achselzucken hin. Sicher ungerecht, aber mir reicht es einfach, wenn immer derjenige gewinnt, der meine Sympathien eben nicht hat.
Und sonst?
Es war einmal die Rudernation Deutschland, die bei Weltmeisterschaften regelmäßig eine gehörige Titelsammlung mit nach Hause brachte. Davon ist wenig übriggeblieben. Heute wird schon freudig vermeldet, dass sich der Deutschland-Achter mehr schlecht als recht für Olympia qualifiziert hat. Ganz mit leeren Händen kehrte das deutsche Team dann doch nicht von der WM aus Serbien zurück. Oliver Zeidler siegte im Einer zum dritten Mal bei einer WM und verhinderte die deutsche Nullnummer.
Die deutschen Volleyballer werden es den Basketballern nicht gleichtun. Bei der EM war bereits im Achtelfinale Schluss durch ein 2:3 gegen Holland. Man begann mit drei Siegen, doch gegen die starken Gegner Serbien, Italien und eben Holland verlor man trotz harter Gegenwehr. Da fehlte einfach das entscheidende Quäntchen.
Iron-Man-WM in Nizza – das hört sich falsch an und ist auch falsch. Dieses Rennen gehört nach Hawaii, Punkt. Aber die Veranstalter kamen eben zum Schluss, die Konkurrenzen für Frauen und Männer künftig zu trennen. Also mussten die Männer dieses Mal mit Nizza vorliebnehmen, auf einem fürs Radfahren ungewohnt bergigen Terrain.. Es scheint aber alles gutgegangen zu sein, und am Ende siegte Überraschungsmann Sam Laidlow, der sich auf dem Rad einen großen Vorsprung erarbeitete, den er nicht mehr abgab. Patrick Lange aus Deutschland schaffte mit einer überragenden Laufleistung noch Platz 2. Es war der letzte Triathlon von Jan Frodeno, der aber mit der Spitze nichts mehr zu tun hatte. „Der Gladiator stirbt in der Arena“, rief er vom Rad den ARD-Mikrofonen zu. Es war der (nicht so krönende, aber was solls) Abschluss einer großen Triathlon-Karriere mit Olympiasieg und drei Triumphen auf Hawaii. Dort übrigens ermitteln die Frauen im Oktober ihre Weltmeisterin. Nächstes Jahr ist es genau umgekehrt.
Das wird die Woche, die wird
Gleich heute also die Möglichkeit zur Rehabilitation für die deutschen Fußballer mit Interims-Coach (wirklich nur Interim?) Rudi Völler auf der Bank. Der Gegner in Dortmund könnte mit Frankreich kaum schwerer sein, und vielleicht liegt gerade da die Chance – allerdings auch die Gefahr eines erneuten Desasters wie am Samstag gegen Japan. Viel ändern konnte Rudi Nationale natürlich nicht, aber ich erwarte die Spieler mit Messern zwischen den Zähnen.
Ansonsten endet heute die Qualifikations-Woche für die EM in Deutschland unter anderem mit der Partie Schweden gegen Österreich.
Am Wochenende setzt sich der Liga-Betrieb in allen Ländern fort – in Deutschland bereits am Freitagabend mit dem Schlager Bayern gegen Bayer, also Zweiter vs Erster (wer terminiert so etwas nach einer strapaziösen Länderspielunterbrechung?). Hoffentlich haben alle Beteiligten die zum Teil langen Reisen zu den Länderspielen gut überstanden.
Ansonsten geht die Vuelta in die entscheidende Woche. Remco Evenepoel hat sich ja mit seinem Einbruch am Tourmalet aus dem Rennen um den Gesamtsieg verabschiedet, trumpfte allerdings tags darauf mit einem Soloritt auf. Drei Fahrer von Jumbo, der zurzeit Führende Sepp Kuss, Primoz Roglich und Tour-Sieger Jonas Vingegaard, dürften das Rennen unter sich ausmachen.
Die Volleyball-EM wird diese Woche entschieden. Wer will, kann sich das für 15 (?) Euronen bei Magenta antun.
Wie jedes Jahr eine Woche nach den US Open Daviscup. Die Deutschen spielen Relegation in Bosnien Herzegowina, allerdings ohne Alexander Zverev, für den Maximilian Marterer nominiert wurde. Müsse sich trotzdem ausgehen.
Weiter geht auch die Rugby-WM in Frankreich. Pickt Euch raus, was Euch gefällt.
Und auch wenn man es angesichts der Hitze sich nicht vorstellen kann: Die DEL öffnet ihre Pforten. Am Donnerstag erwartet Titelverteidiger Red Bull München die DEG. Es ist die letzte Saison im alten Olympia-Eisstadion, bevor es nächstes Jahr in den SAP Garden geht.
Last but not least steht für mich und alle glücklichen Kartenbesitzer am Wochenende ein echtes Schmankerl an. Ein Vierer-Basketball-Turnier unter anderem mit Bayern München und Alba Berlin und hoffentlich einigen Weltmeistern im früheren Audi Dome, der jetzt BMW Park heißt. Für mich spannender als der Wiesn-Anstich am Samstag.
Habt eine schöne Woche
von Münchner Löwe | Sep. 12, 2023 | Allgemein, basketball, Fußball
Nach dem f+r ich sehr anstrengenden Wochenende mache ich es diesmal in zwei Teilen. Heute Basketball und Fußball. Morgen der Rest und der Ausblick auf die kommende Woche.
Meine Nerven
Es ist für mich immer noch unwirklich, aber die deutschen Basketballer sind tatsächlich Weltmeister geworden. Acht Spiele acht Siege, lautet die beeindruckende Bilanz. Im Endspiel gegen die Serben war es die erwartet enge Partie, aber am verdienten Erfolg wird hoffentlich niemand deuteln. Und Dennis Schröder ist MvP – völlig verdient. Matchwinner gegen Serbien, als er am Ende wie ein Champion Verantwortung übernahm und sich mit einem Solo für die „deutsche Basketball“-Ewigkeit durch die serbische Abwehr schlängelte. Aber er war nur Primus inter pares einer mannschaftlich extrem geschlossenen Einheit, angeleitet von Trainer Gordie Herbert, der einerseits Freiräume gewährleistete, andererseits auch eine klare Linie verfolgte an der sich alle halten mussten und hielten.
Das Spiel, an das ich sehr lange denken werde, war allerdings die Partie gegen die USA – mein Sporthöhepunkt des Jahres und noch viel mehr. Hier sind die Deutschen über sich hinausgewachsen, haben in einer grandiosen Art und Weise dagegengehalten. Dass dann ein Andi Obst so aus dem Sattel herausgeht und die Dreier nur so versenkt, war in dieser Form nicht zu erwarten, obwohl der Bayern-Profi schon so manchen Sahnetag erwischt hat.
Ja, es fehlten einige Superstars bei den USA, und auch die Serben mit einem Nicola Jokic wären wohl noch stärker gewesen; höchstwahrscheinlich wären diese beiden Teams zu schwer gewesen, aber weiß man es? Es können sich halt nur die messen, die da waren, und da waren die Deutschen halt am besten. Punkt. Und mit Sicherheit war das US-Team keine Ansammlung drittklassiger Spieler, wie ich in manchen Kommentaren bei anderen Seiten lesen musste. Die Zeiten eines Dreamteams 92, als die Gegner Fotos von Jordan, Johnson und Co machten, sind ohnehin vorbei. Kein Grund also, den Triumph in irgendeiner Form madig zu machen. Umso größere Vorfreude auf Olympia 24 in Paris, wenn dann wahrscheinlich wirklich die Besten der Besten am Start sind.
Ende mit Schrecken
Es war klar, dass nach dem 1:4 der deutschen Fußballer gegen Japan Bundestrainer Hansi Flick nicht mehr zu halten war. Für viele völlig unverständlich, hielt der DFB trotz des frühen Vorrundenaus in Katar und den furchtbaren Testspielen im ersten Halbjahr weiter an Flick fest. Dessen Trainer-Reputation resultiert ohnehin allein auf dem „Sextuble“ 2021 mit den Bayern. als sie, in den schwersten Corona-Zeiten, alles abräumten, was abzuräumen war. Sicher eine tolle Trainer-Leistung, aber davor hatte er nie gezeigt, dass er ein Team formen kann und junge Spieler besser.
Jetzt ist Flick also Geschichte, aber allein deshalb ist bestimmt nicht alles gut. Es war ja nicht Flick, sondern gestandene Profis, die sich von den Japanern haben vorführen lassen. Und Flick hat auch nicht auf dem Rasen diese grotesken Fehler gemacht, die wir am Samstag gegen Nippon (und auch die Spiele zuvor) aus deutscher Sicht erleiden mussten. Die Willenslosigkeit, die da einige auf dem Platz zeigten, war allerdings bemerkenswert. Spielten da einige gegen den Trainer?
Jetzt also gegen Frankreich für ein Spiel, und bitte auch wirklich nur ein Spiel, mit Rudi Völler auf der Bank. Der ewige Rudi, der immer wieder einspringt, wenn Not am Mann ist. Ich würde ihm gönnen, wenn das morgen kein Desaster wird gegen ein absolutes Klasseteam. Aber dann möge es auch gut sein mit Tante Käthe, zumindest als Trainer.
Aber einen guten Nachfolger zu finden, wird mitten in der Saison sehr schwierig. Matthäus und Sammer haben schon abgesagt – mal schauen, ob sie dabei bleiben. Es dürfte auf Julian Nagelsmann hinauslaufen: Ein guter Trainer zweifelsohne, aber ob er geeignet für den Job eines Bundestrainers ist? Er ist halt noch sehr jung, und ich sehe ihn eher als Vereinstrainer mit dort täglicher Arbeit. Sonst würde sich ein Blick ins Ausland lohnen. Allen Ernstes fiel ja schon der Name Louis van Gaal – der hätte wirklich was.
Watzkes Irrflug
Bisher hatte sich Hans-Joachim Watzke einen glänzenden Ruf als Fußball-Funktionär erarbeitet, der Borussia Dortmund vorm Ruin gerettet und in erfolgreiche Zeiten geführt hat. Dieser Ruf hat extrem gelitten – und wahrscheinlich nicht nur bei mir. Wie er vor ein paar Monaten gegen all die wetterten, die sich gegen einem Investor der DFL sträubten, war schon peinlich genug. Uneinsichtig wie ein bockiges Kind räumte er damals alle Bedenken beiseite, obwohl das Konzept einfach nicht ausgereift genug war, um es durchzuwinken..
Wie er in der vergangenen Woche gegen das neue Ausbildungskonzept wetterte, setzte allerdings allem die Krone auf. Ohne Sachkenntnis, wie sich zeigte. Kurz gesagt soll bei den ganz jungen Spielern der Spaß an der Sache und nicht der tabellarische Erfolg im Vordergrund stehen. Mit neuen Spielformen wie zum Beispiel mit einem Kleinfeld auf vier Tore. Da kann sich keiner mehr verstecken, ist viel öfter am Ball, muss sich technisch durchsetzen.
Ob das der Weisheit letzter Schluss ist, muss sich zeigen. Aber es ist nicht der Untergang des Abendlandes, wenn nicht Monate danach noch Tabellen auf Ergebnisse hinweisen. Und jeder, der sich auch in irgendeiner Form sportlich mit anderen misst, will auch gewinnen. Ich erinnere mich mit Grausen an frühe Tischtennis-Partien mit meinem Vater und – noch schlimmer – an eine desaströse Niederlage gegen die Mädchen unserer Klasse. Natürlich war der Schiedsrichter schuld … Das nagt, und im „Revanche“Spel“ schoss ich vier Tore. Na ja
Was ich damit sagen will: uch wenn es keine offiziell bekundeten Spiele mehr geben sollte. Man strengt sich trotzdem an – und wir reden hier von Kindern, die höchstens zehn Jahre alt sind. Ich persönlich kann von all den Jugendtiteln ohnehin wenig anfangen: Viel wichtiger ist die Ausbildung zu einem gestandenen Profi, aber viele Trainer sehen leider nur den kurzfristigen Erfolg. Ein Fehler des Systems?
Und Rubiales geht doch
Mitten in den Sportwahnsinn am Sonntag mit Fußball, Basketball, Rugby et all ploppte die Meldung auf, dass Luis Rubiales jetzt doch als Präsident des spanischen Fußball-Verbandes zurücktritt. Jener Rubiales, der die Frauen-Weltmeisterin Jenni Hermoso bei der Siegerehrung auf den Mund geküsst hat, offenbar ohne deren Willen. Ich persönlich fand es ja noch viel schlimmer, als er nach dem Schlusspfiff sich ungeniert und in unmittelbarer Nähe seiner Königin und deren Tochter längere Zeit sich ungeniert vor Freude an den, Entschuldigung, Sack gefasst hat und später eine Spielerin wie einen Sack Mehl über den Platz trug. Die folgenden Wochen waren furchtbar: über den Triumph der Spanierinnen sprach kein Mensch mehr, sondern es gab nur noch die Diskussion über die Statthaftigkeit. Juristen hatten ihre Freude, ob das Verhalten von Rubiales eine „schwere“ oder „sehr schwere“ gewesen sein. Dass dann die Mama aus Protest sich in den Hungerstreik in einer Kirche verzog, war dann zum Drüberstreuen. Wird sie jetzt wieder essen?
Immerhin konnten wir auch in Deutschland so einiges lernen, wie einige Fußball-Granden es mit den Frauenrechten so halten. Karl-Heinz Rummenigge, ein guter Bekannter von Rubiales, fand das „nicht so schlimm“. Na ja, der Kalle halt …
von Münchner Löwe | Sep. 5, 2023 | Allgemein
Marathon ist anstrengend. Ich bewundere jeden, der die 42,195 km auf sich nimmt. Doch für manche ist es eben zu anstrengend, wollen den Ruhm kassieren. Und was passiert in solchen Fällen. Man betrügt.
Wie jetzt gerade in Mexico-Stadt, wo die Meereshöhe von 1800 Metern sowieso nicht förderlich ist. Jetzt berichten mexikanische und internationale Medien, dass 11 000 von insgesamt 30 000 Läuferinnen und Läufer disqualifiziert werden, weil sie entweder abgekürzt haben oder, noch bequemer, mit der U-Bahn, Bus oder sogar mit dem eigenen Auto gefahren sind. Heraus kam das letztlich bei der Tracker-Auswertung.
Und warum das Ganze? Eine Erklärung ist, dass viele mal den Boston-Marathon laufen wollen, einen der berühmtesten der Welt. Doch dazu braucht es eine zumindest für Amateure ziemlich happige Richtzeit, die bei einem anderen Marathon unterboten weren muss. Tja, das können sich die 11 000 jetzt abschminken.
Das gab es übrigens in Mexiko schon mal, die riesige Stadt verleitet offenbar dazu. Damals waren es „nur“ 6000 Betrüger. 1296 von denen hätten mit ihrer erschwindelten Zeit nach Boston gedurft.
von Münchner Löwe | Sep. 5, 2023 | Allgemein
Wie immer ohne den geringsten Anspruch auf Vollständigkeit
Fußball
Die Ligen pausieren wegen Länderspielen. Es stehen in Europa EM-Qualifikationen an, und zwar die Spieltage 5 und 6. Nationen wie Holland und Spanien sind alles andere als ideal gestartet und schon unter Zugzwang. Deutschland ist als Gastgeber fix dabei und trägt Freundschaftsspiele gegen Japan (Samstag) und Frankreich (Dienstag) aus. In Südamerika gibt es WM-Quali.
Tennis
Frauen und Männer tragen heute und morgen die Viertelfinals aus. Nach dem fast fünfstündigen Kraftakt gegen Sinner bekommt es Sascha Zverev nun mit Carlos Alcaraz zu tun, der sich bisher in bestechender Form zeigt. Wird sehr schwierig, zumal er schon sehr müde wirkte. Erstmals fünf Jahren stehen drei US-amerikanischwen Männer im Viertelfinale, alle im unteren Tableau mit Djokovic. Der vermeintlich beste Taylor Fritz spielt heute gegen den Serben, überraschend nicht als Night Session. Die bestreiten Shelton und Tiafoe.
Bei den Frauen haben vor allem Coco Gauff und Sabalenka überzeugt. Würde mich nicht wundern, wenn die das Endpiel erreichen. Heute trifft sie auf Jelena Ostapenko, die ja Iga Swiatek aus dem Turnier genommen hat. Und zwar bereits um 18 Uhr. Dagegen spielen in der Night Session Christea und Muchova, für die Amis wohl nicht der echte Brüller.
Basketball
Auch hier beginnt heute das Viertelfinale. Die Deutschen bekommen es morgen mit Lettland zu tun (10.45, magenta). Sollten sie gewinnen, bekommen sie es wohl mit den USA zutun, die heute auf Italien treffen. Außerdem: Litauen – Serbien (heute) und Kanada – Slowenien.
American Football
Die NFL beginnt. Die Chiefs eröffnen in der Nacht zu Freitag gegen die Lions. Sie gelten als großer Favorit auf die Titelverteidiger. Mehr dazu morgen oder übermorgen.
Rugby
Die WM in Frankreich beginnt am Freitag. Ein Fest, und in Deutschland kann man via Pro 7 Maxx dabei sein, das das viele Partien überträgt. Es gibt zahlreiche Favoriten. Wäre natürlich genial, wenn Frankreich möglichst weit käme.
Volleyball
EM der Männer. Die Deutschen sind mit drei Siegen gestartet, spielen aber jetzt gegen die Favoriten Serbien und Italien.
Habt eine schöne Zeit
von Münchner Löwe | Sep. 4, 2023 | Allgemein
Bayern und Bayer im Gleichmarsch
Nach dem 3. Spieltag der Bundesliga sind nur noch diese beiden Mannschaften ohne Punktverlust. Die Bayern nahmen die für sie komplizierte Auswärtspartie in Mönchengladbach, letzter Sieg vor viereinhalb Jahren, mit 2:1 nach 0:1-Rückstand. Der Siegtreffer durch Tel fiel in der 87. Minute.
Doch das ist in München fast nur eine Randnotiz, nachdem die geplanten und von Tuchel sehr gewünschten Transfers für die Defensive dann doch noch geplatzt sind. Dementsprechend angefressen war der Trainer und äußerte heftige Kritik, zumal die Münchner auch noch Gravenberch ziehen haben lassen. Viel darf da nicht passieren, gerade auch im Hinblick auf die Champions League. Allerdings müssten sie dort trotzdem die Gruppenphase schaffen, aber das ist ja nicht der Anspruch.
Jetzt stehen erst mal Länderspiele an, bevor es dann in knapp zwei Wochen zum Schlager Bayern vs Bayer kommt. Große Erwartung jetzt schon, und dann wahrscheinlich ein klarer Bayern-Sieg.
Ansonsten fällt mir der VfB Stuttgart ins Auge, die gegen Freiburg schon den zweiten 5:0-Heimsieg schafften. Das kompensiert die 1:5-Klatsche vor einer Woche bei RB Leipzig. Und Dortmund? Verhühnerte eine 2:0-Führung gegen Heidenheim und kassierte am Ende ein gellendes Pfeifkonzert im Westfalenstadion
Starke Basketballer
Die deutschen Basketballer stehen im Viertelfinale der WM in Asien. Bisher zeigte das Team gute Leistungen, zuletzt vor allem beim 100:91 gegen Slowenien,und das obwohl der vermeintlich beste Spieler Franz Wagner verletzungsbedingt fehlte. Ob er am Mittwoch gegen Lettland spielen kann, ist ungewiss. Dennis Schröder glänzt als Anführer und Punktesammler. Mit seinem eigentlich guten Kumpel Daniel Theis geriet er beim Letten-Spielkurz aneinander, das ist aber nach Angaben der Beteiligten ausgeräumt. Wollen wir das mal hoffen.
Die USA verloren überraschend gegen Litauen, stehen aber auch im Viertelfinale und wären im Halbfinale wohl der deutsche Gegner. Und Überraschung, Überraschung: Titelverteidiger Spanien ist bereits draußen nach einer Niederlage gegen Kanada.
Apropos Basketball. Die Deutsche Satou Sabally hat in der WNBA mit 40 Punkten, darunter sieben Dreier, einen neuen Karriebestwert aufgestellt. Mit ihrem Team Dallas Wings steht sie in den Play-offs.
Swiatek draußen
Die an Nummer 1 gesetzte iga Swiatek ist bereits im Achtelfinale der US Open gescheitert. Sie unterlag der Lettin Jelena Ostapenko in drei sätzen. Die ist eine Angstgegnerin von ihr, hat Swiatek jetzt viermal in Folge besiegt. Auch der Siegeszug von Caroline Woziacki bei ihrem tollen Comeback seit mehr als drei Jahren hat im Achtelfinale sein Ende gefunden. Sie unterlag der zurzeit sehr stark auftrumpfenden Coco Gauff, meine Turnierfavoritin.
Bei den Männern bestreitet Alexander Zverev heute sein Achtelfinale gegen Jakob Sinner. Es ist das Abendmatch im Arthur Ashe. Djokovic steht schon im Viertelfinale und trifft dort morgen auf Taylor Fritz.
Rekord für Verstappen
Der Holländer gewann in Monza sein zehntes Rennen in Folge, das hat es noch nie gegeben in der Formel 1. Der beste Fahrer sitzt im besten Wagen, aber das muss man trotzdem erst mal hinkriegen. Die WM dürfte entschieden sein. Carlos Sainz rettete als Dritter hinter Sergio Perez beim Heim-Grandprix Ferraris Ehre. Irre dabei, dass am Ende zu einem beinharten Duell mit Teamkollege Leclerk dabei. Hat Team und Zuschauer bestimmt Nerven gekostet.
Und sonst
Schöner Erfolg für Lennard Kämna bei der Vuelta. Er gewann die Bergetappe hoch auf den Alto Caravaca da la Cruz (was für ein Name). Damit hat er jetzt bei Tour, Giro und Vuelta einen Bergetappensieg gelandet.
Der eine Bruder siegt, der andere Bruder stürzt. Aleix Espargaro siegte beim Heimrennen im Sprintrennen in Barcelona. Dagegen musste Pol nach einem Sturz seine Hoffnungen begraben.
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