Wass vom Tage übrigbleibt

Erwählt und gleich verletzt

Wie erwartet hat sich Bundestrainer Julian Nagelsmann noch vor den Testspielen in Frankreich und gegen Holland in der Torwartfrage festgelegt und wie erwartet sich für Manuel Neuer entschieden. Macht am wenigsten Stress. Neuer spielt auch nach der Verletzung ohne Fehl und Tadel, meines Erachtens sogar viel besser als vor seinem Beinbruch. Blöd nur, dass er sich quai gleichzeitig mit einer Oberschenkelblessur abmeldete und für die Partien ausfällt. Also darf Marc-Andre ter Stegen ran und als Beweis dafür, dass er auf keinen Fall sich auch nur kleine Chancen auf einen EM-Platz im Tor ausrechnen darf, erhält er die Nummer 22. Das bedeutet außerdem: praktisch kein Einspielen der Abwehr und Schlussmann für die EM. Wird schon gutgehen, heißt die Devise. Ob und warum sich ter Stegen diese offenkundige Unwertschätzung antut, ist seine eigene Entscheidung. Ich persönlich würde den Bettel hinschmeisen und den Sommer anders verbringen.

Was für ein Elend in Valencia

Es geht um Basketball, genauer um das Euro-League-Spiel zwischen Valencia und dem FC Bayern. Das letzte Viertl habe ich mir angetan, und es war auf beiden Seiten offensiv ein Offenbarungseid. Den bayern gelang in den letzten 6 Minuten nicht ein Treffer aus dem Feld und insgesamt im letzten Viertel nur 12 Punkte. Mit dem letzten Wurf hatten die Bayern sogar noch eine Siegchance, aber der Dreier von Lucic landete am Ring und zwar nicht wirklich knapp. Die Play-Ins sind damit um einiges unwahrscheinlicher geworden.

Service für Rechenschwache

Spielanzeigen bei Live-Partien sind nicht mehr wegzudenken, aber oft eine Tragödie für sich. Die Sender überbieten sich in grafischen Spielereien und überfrachten und überfordern den Zuschauer. Gut, es ist Geschmackssache, aber mich stört schon das Laufband. am unteren Bildschirmrand, wo dauernd dasselbe steht und noch dazu Parallelspiele gespoilert werden (weshalb ich das kunstvoll abdeken muss, mein Problem, klar). Wichtig ist das für mich nur bei echten Breaking News, also Tod des Bundeskanzlers oder so. Für mich muss die Anzeige funktionell sein, nur das Wichtigste, also den Spielstand, lesbar, aber nicht zu groß (beim Baseball gibt es da ein paar echte Spezialisten). Großartig finde ich es, wenn ich Spielerstatistiken und so etwas manuell abrufen kann, etwa bei Spielpausen. nba.com ist da vorbildlich. Den Vogel abgeschossen hat jetzt der franchise-eigene Sender der Cleveland Cavaliers in der Partie gegen die Miami Heat. Allen Ernstes stand da über dem Ergebnis auch die Differenz. Service für Rechenschwache, denn zugegebenermaßen ist es wirklich schwer auszurechnen, wie hoch die eigene Mannschaft beim Stand von 75:84 zurückliegt. Disclaimer: Wahrscheinlich dürfen politisch korrekt Schwache im Rechnen nicht mehr rechenschwach genannt werden.

Das war die Woche, die war

Was für eine Sportwoche: Achtelfinal-Rückspiele der europäischen-Fußball-Wettbewerbe, Nationale Fußball-Wettbewerbe auf der Zielgeraden. Oly-Quali im Handball. Wintersport-Abschluss der Biathleten und technischen Skifahrer. Raw Air in Norwegen. Die sog. fünften Grand Slams/Majors in Tennis und Golf. Abschluss der 6 Nations, und Pokal-Fußball. Ich versuche, mich kurzzufassen. Und der Blick über den Teich, der diesem Blog den Namen gab, bleibt in dieserm Beitrag außen vor, wird aber spätestens morgen nachgeholt.

Drei Deutsche noch im Rennen

Die Achtelfinals in den internationalen Fußball-Wettbewerben sind gespielt. Insgesamt 24 Viertelfinalisten dürfen sich also noch mehr oder weniger große Hoffnungen auf einen Titel machen

– Champions League: Wer sich das übriggebliebene Teilnehmerfeld ansieht, wird wenig überrascht sein. Auch ohne große Expertise wäre man vor der Saison auf mindestens 6 der 8 Clubs gekommen. So war das Achtelfinale mäßig spannend. 7 Gruppensieger haben sich durchgesetzt und dazu PSG. Okay, Arsenal brauchte gegen Porto ein Elferschießen, und auch Atlético gegen Inter und mit Absrtichen BVB vs Einhoven hätte auch andersrum ausgehen können, aber insgesamt waren es doch klare Angelegenheiten. Vor dem größten Upset stand RB Leipzig, das für mich in den 180 Minuten gegen Real insgesamt die bessere Mannschaft war, aber zum einen muss man halt die Chancen nutzen, und zum anderen in Bernabeu nicht nur etwas besser, sondern viel besser sein. Warum zB Vini jr für seine Würgattacke gegen Orban nicht mit Rot bedacht wurde auch nach VAR, ist für mich unerklärlich. Dazu das aberkannte Tor der Leipziger aus dem Hinspiel und ein brillanter Real-Schlussmann. Ich will nicht in den Chor derjenigen einsteigen, die die deutschen Clubs systematisch benachteiligt sehen wie ihn Matthias Sammer anstimmte, aber dass Real auch bei den Schiris einen Extra-Bonus genießt, ist für mich evident.

– Europa League: Während Bayer Leverkusen (nicht mehr ganz so) souverän durch die Bundesliga cruist, brachte die Werkself gegen Quarabach Agdam einen Gewaltakt, um das vorzeitige Aus zu vermeiden. Nach dem 2:2 im Hinspiel lag sie schon 0:2 zurück, und gegen 10 Mann nach einer doch recht zweifelhaften Roten Karte schaffte Patrik Schick in der Nachspielzeit erst den Ausgleich und sogar noch den Siegestreffer, der die Verlängerung ersparte. Ein Desaster erlebte der SC Freiburg bei West Ham United beim auch in der Höhe völlig verdienten 0:5. Das Viertelfinal-Los führt diese beiden Clugs zusammen. Namhaft noch dabei sind der FC Liverpool, die Roma und Milan (direkt gegeneinander) sowie Benfica. Aber alle 8 Teams machen Laune.

– Conference League: Ohne deutsche Beteiligung. Es sieht sehr nach Aston Villa oder der Fiorentina aus

– Jahreswertung: Aufgewertet, weil die besten beiden Länder einen zuätzlichen CL-Platz bekommen. Italien führt vor den praktisch gleichaufen Deutschen und Engländern. Spanien schon recht weit zurück und keine Vertreter mehr in EL und CnfL, wo man vermeintlich einfacher punkten kann. Ob ein zusätzlicher Platz gerade der Bundesliga gut tut, wage ich eher zu bezweifeln. Zum einen, weil jeder dafür qualifizierte Club einen immensen finanziellen Vorteil genießt. Zum anderen speziell in dieser Saison, wo der Kampf um Platz 4 fast der einzige Spannungsmoment ist.

Aufreger in Wolfsburg

Allein diese Überschrift zeigt, dass die Bundesliga mich gerade nicht so vom Hocker reißt, denn der VfL könnte mir normal kaum gleichgültiger sein.. Größter Respekt natürlich für Bayer Leverkusen, das nach 25 Spieltagen sagenhafte 21 gewonnen hat. Was aber regte mich in Wolfsburg auf? Ich muss es leider sagen, das Schiri-Gespann mit einer extrem folgenschweren Entscheidung. Kurz vor der Pause brachte Patrick Wimmer beim Stand von 1:0 einen Augsburger zu regelwidrig zu Fall. So weit, so normal. Dann trat SR Timo Gauch auf den Plan und zeigte dem Ösi Rot wg Notbremse. Okay, seine Wahrmehmung, aber er hatte die zwei abwehrbereiten Wolfsburger offenbar übersehen. Also der VAR, doch zur Überraschung aller kein Eingreifen, der Himmel weiß warum, zumal im Kölner Keller mit Felix Brych ein sehr erfahrener Pfeifenmann saß. War er schon beim Kaffeetrinken? Es blieb also bei Rot, und das Drama nahm seinen Lauf. Aus dem Freistoß fiel durch einen abgefälschten Ball der Ausgleich, und im zweiten Durchgang gegen einen sich langsam auflösenden VfL kamen die Augsburger noch zu Sieg. Am nächsten Tag zog der VfL die Reißleine und feuerte Trainer Niko Kovac. Ergebniskrise. Kein Spekulatius meinerseits, ob das Ergebnis auch ohne den Ausschluss gleich gewesen wäre. Angesichts des Niedergangs des VfL (11 Spiele ohne Sieg) und Annäherung an die Abstiegsplätze sicher ein logischer Schritt, der gerne auch schon früher hätte stattfinden können. Jetzt soll es Ralph Hasenhüttl, ehemals Ingolstadt und RB Leipzig sowie FC Southampton, richten.

Ach Gladbach

Die Bundeslga-Saison verläuft ja alles andere als prickelnd. Doch im regnerischen Saarbrücken setzte es die bitterste Saisonpleite. Im nachgeholten Pokal-Viertelfinale verloren die Fohlen beim Drittligisten nach 1:0-Führung in der Nachspielzeit mit 1:2. Vorbei damit die Riesenchance aufs Finale in Berlin, denn im Halbfinale wäre der 1. FC Kaiserslautern auf dem gar nicht mehr so gefürchteten Betzenberg der Gegner gewesen. So scheint der Pokal bereit für Bayer Leverkusen, dem einzig verbliebenen Bundesligisten, der jetzt ein Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf bestreitet. Was soll da eigentlich schiefgehen?

In England musste Jürgen Klopp in seiner Abschiedssaison den ersten von 4 möglichen Titeln abschreiben. In einer spektakulären Partie verloren die Reds mit 3:4 bei Manchester United nach Verlägnerung , wobei die Redsmit abenteuerlichen Abwehrschnitzern und vergebenen Chancen zu hauf einen gehörigen Anteil hatten.

Nach Paris gezittert

Die deutschen Handballer haben es geschafft und das Frankreich-Ticket gelöst. Nach einem klaren Sieg gegen Algerien und einer ernüchternden Niederlage gegen Kroatien kam es in Hannover zum „Endspiel“ gegen Österreich. Am Ende setzte sich die Truppe von Alfred Gislason mit 31:28 durch. Toll war es nicht, und in dieser Form dürfte bei Olympia wenig zu holen sein. Aber egal: Gislason darf als Trainer bleiben (bis zur Heim-WM 2027 und außerdem: neues Turnier, neues Glück, weil jetzt die brutale Anspannung weggefallen sein müsste.

Odermatt? Gestürzt? Ich fasse es nicht!

Teil 1 des Saisonfinals der Alpinen in Saalbach-Hinterglemm  Gefragt waren die Techiker, jeweils mit Slalom und Riesenslalom. Und während Mikaela Shiffrin auch den zweiten Slalom nach ihrer Verletzungspause souverän gewann, kam es im Riesenslalom der Männer zu einer Ungeheuerlichkeit. Der nach dem 1. Durchgang führende Marco Odermatt fiel aus. Tatsächlich. Seine Serie von zuvor 12 RS-Siegen in Folge, davon alle neune in dieser Saison ist beendet, Ingemar Stenmarks Marke von 15 bleibt bestehen. Shiffrin aber feierte ihren 97. Weltcup-Erfolg, davon 60 im Slalom. Nächste Saison dürfte also die 100er-Marke fallen. Die Schweizer hatten trotzdem viel Grund zur Freude. Luc Meillard sprang im RS für Odermatt ein, und Lara Gut-Behrami sicherte sich die Kugel im Riesenslalom vor der am Sonntag bauf brillante Art siegreiche Federica Brignone. Der Norweger Timon Haugan schaffte im Slalom seinen ersten Weltcupsieg.

Die Deutschen? Linus Straßer wurde Dritter und im Slalom-Weltcup hinter Manuel Feller ebenso Zweiter wie Lena Dürr hinter Shiffrin. Ein kleines Zahlenspiel: Shiffrin, die beste Slalom-Fahrerin aller Zeiten hatte im 2. Durchgang ohne erkennbaren Fehler mehr als 2 Sekunden Rückstand als die Laufbeste. So viel zur Frage, ob die Piste bis zur Startnummer 30 gehalten hat …

Schon am Montag kündigte Lucas Braaten sein Comeback an. Der Norweger setzte diese Saison aus wg Streitigkeiten mit seinem Verband. Künftig wird der Sohn einer Brasilianerin für Brasilien starten. Dem Skizirkus kann dieser charismatische Typ nur gut tun.

Dolls Abschied

Bei frühlingshaften Temperaturen im sonst doch so kalten Canmore nahmen die Biathleten ihren Saison-Abschied. Lisa Vitozzi sicherte sich noch den Gesamtweltcup trotz einer eher desaströsen Leistung im abschließenden Massenstart. Aber Ingrid Tandrevold, nach ihrer eher gruseligen WM nach der Form suchend, punktete als Achte nicht genug, um die Italienerin noch abzufangen. Janina Hettich-Walz sorgte aus deutscher Sicht als Zweite für einen versöhnlichen Abschluss. Benedikt Doll beendete seine erfolgreiche Karriere. Und auch das ZDF-Duo Wolfgang Hamm und vor allem Experte Herbert Fritzenwenger, seit Jahrzehnten ein kenntnisreicher und unterhaltsamer Begleiter und nicht wegzudenken, nahmen ihren Abschied. Macht es gut.

Norwegischer Weltrekord

Am Sonntag ging auch die Raw Air, die norwegische Skisprungserie für Frauen und Männer, mit dem Skifliegen in Vikersund zu Ende. Nach Schlechtwetter am Samstag flog Silje Opseth auf 230,5 Meter und stellte einen Frauen-Weltrekord auf. Obwohl sie in den beiden Durchgängen insgesamt 19,5 Meter weiter sprang als Eirin Maria Quandal, ging der Sieg an ihre norwegische Landsfrau. Diese war im 1. Durchgang 3 Luken unter Opseth in die Anlaufspur gegangen. In dieser Form hat das für mich wenig Sinn. Die Jury wollte offenbar jedes Risiko vermeiden und hielt die Absprunggeschwindigkeit mit Absicht niedrig. Aber Frauen und Skifliegen befindet sich noch in der Lernphase, für Jury und Springerinnen gleichermaßen.
Bei den Männern gewann Stefan Kraft die Air-Tour und musste sich am Sonntag auch nur seinem Landsmann Daniel Huber geschlagen, der in ingesamt 4 (!) Durchgaängen eine unglaubliche Konstanz zeigte.

Alcaraz meldet sich zurück

Nach seinem Wimbledonsieg im H´Juli lief es für den Spanier nicht mehr rund. Verletzungen und überraschende Niederlagen prägten die Zeit. In Indian Wells aber zeigte er sich von seiner besten Seite und brillante Schlage. So ließ er im Viertelfinale Sascha Zverev trotz Bienenalarms keine Chance. Im Halbfinale steckte er gegen den in diesem Jahr noch ungeschlagenen Jannik Sinner ein 1:6 im ersten Satz weg und gewann die spektakuläre Partie. Und im Finale gegen Daniil Medwedew siegte er letztlich überlegen mit 7:6, 6:1. Novak Djokovic verlor bereits sein Auftaktmat´ch gegen einen italienischen Qualifikanten.

Bei den Frauen gewann Iga Piatek das Finale gegen die Griechin Maria Sakkari, die nach einem bisher gruseligen Jahr reichlich überraschend so weit gekommen ist und im Halbfinae Coco Gauff bezwang. Angie Kerber zeigte ihr bestes Turnier nach ihrer Babypause und gewann unter anderem gegen Jelena Ostapenko und Swetlana Kudermertova. Sie ist immer noch oder wieder klar die zurzeit beste Deutsche Tennisspielerin.

Scottie Sheffler ein Schlag vorn.

Die Players International sind eines meiner Lieblingsturniere und für mich auch wichtiger als etwa das Major PGA Championships. Das liegt unter anderem am spektakulären Inselgrün auf der 17. Bahn, wo viele Siegeshoffnungen im Wasser versunken sind. Es war extrem spannend, und am Ende hatte Scottie Sheffler mit gerade mal einem Schlag die Nase vor einem US-Trio. Früher als die anderen Drei konnte er nur zuschauen, ob er noch ein- oder gar überholt werden würde, doch sowohl der deutschstämmige Xander SchauffeleBrian Harman und Wyndham Clark scheiterten an Loch 18 mit ihren Birdie-Versuchen. Clarks Putt lippte dabei aus – ein weiteres Golfdrama.

Irland siegt, Italien beeindruckt

Mit dem irischen Sieg einen Tag vorm st. Patricks Day endeten am Samstag die 6 Nations im Rugby der besten europäischen Teams. Entgegen der allgemeinen Erwartungen mussten sie in der 4. Woche eine Niederlage gegen England hinnehmen. Die Überraschung schlechthin waren die Italiener. 2 Siege, 1 Remis und nur 2 Niederlagen lautete die Bilanz, ihre beste in diesem Turnier. Am Ende Rang 5 und das auch nur wg der seltsamen Rugby-Arithmetik mit Bonuspunkten für 4+ Trials und knappen Niederlagen. Aber die Frage, ob die Azzurri es verdient haben teilzunehmen, hat sich erst mal erübrigt. Als Deutscher kann ich da nur neidisch in Richtung Süd schauen. In der zweitklassigen European Championships gab es eine desaströse 0:45-Niederlage, was am Ende den 6. Platz bedeutete.

Und sonst?

– verloren die Eisbären ihren Play-off-Auftakt mit 1:7 gegen die Adler Mannheim, die sich erst in den Pre-Play-offs gegen die Nürnberg Ice Tigers durchgesetzt hatten. Einen Auswärtssieg schaffte auch Red Bull München in Wolfsburg
-gewannen Klaebo und Jessie Diggins die letzten Langlaufwettbewerbe in Falun und holten auch jeweils den Weltcup.

Wochenvorschau folgt

 

 

 

Das wird die Woche, die wird

Folgt der BVB den Bayern?

Champions League, Achtelfinal-Rückspiele, Teil II. Die Bayern haben sich ja letztlich souverän gegen Lazio durchgesetzt und stehen im Viertelfinale. Dieses peilt auch der BVB an, das am Mittwoch die PÜSV Eindhovewn empfängt. Das Hinspiel endete 1:1, gute Karten also, auch wenn die Auswärtstorregel abgeschafft wurde.
Bereits am Dienstag muss der FC Arsenal eiin 0:1 gegen den FC Porto aufholen und Barca ein 2:1 gegen die SSC Neapel verteidigen. Das Achtelfinale komplettiert am Mittwoch die Partie Atlético gegen Inter (0:1).

In der Europa League stehen alle acht am Donnerstag jeweils alle acht Achtelfinals in der Europa League und Conference League an. Bayer rettete im Hinspiel nach 0:2 noch ein 2:1 gegen Quarabach Agdam aus Aserbaidschan. Der SC Freiburg fährt mit einem 1:0-Hinspielerfolg im Rücken zu West Ham ins Londoner Olympiastadion.
Es gibt also reichlich Punkte für die Nationenwertung, in der Deutsdchland immer noch Platz 2 inne hat, der einen 5. Cl-Platz für die kommende Saison garantieren würde.

Letzter Spieltag in der Bundesliga vor der Pause für Länderspiele: Die Bayern können bei Aufsteiger Darmstadt wieder vorlegen und viel fürs Torverhältnis tun. Leverkusen ist am Sonntag in Freiburg gefordert. Wer hat dabei die Europa League vom Donnerstag besser verkraftet.

Saisonfinale der Alpinen

In Saalbach-Hinterglemm ist im Saisonfinale noch mal ein volles Programm zumindest geplant, also alle Disziplinen und ein Mixed-Wettbewerb. Die meisten Entscheidungen um die Kristallkugeln sind schon gefallen. Marco Odermatt hat denGesamtweltcup und den Riesenslalom bereits sicher. Hier kämpft er am Samstag noch um die weiße Weste, also den 10. Sieg im 10. Rennen. Im Super-G führt er klar vor Vincent Kriechmayr und in der Abfahrt kann ihm nur Cyprien Sarrazin die Kugel streitig machen.Im Slalom holt Manuel Feller wenigstens eine Kugel nach Österreich.
Auch bei den Frauen kommt die große Abräumerin aus der Schweiz. Lara Gut-Behrami ist in de Gesamtwertung nur noch theoretisch von Federica Brignone und Mikaela Shiffrin einzuholen, und auch nur dann, wenn diese alle Wettbewerbe überhaupt fahren.In der Abfahrt führt sie mit 68 Punkten vor Stefanie Vernier aus Österreich, im Super-G mit 69 vor Conni Hütter (auch aus Österreich), Noch deutlicher ist sie im RS vorn, nämllich mit 85 Punkte auf Brignone (es genügt also auf jeden Fall Platz 15. Auch hier ist der Slallom die Ausnahme.Mikaela Shiffrin hat ihren achten Disziplinkugel sicher. Lena Dürr wird, wenn sie punktet, also mindestens Platz 15 belegt, die verletzte Petra Vlhova noch vom 2. Platz verdrängen.

Tennis-Duell der Mamas.

In Indian Wells, dem ersten Masters-Turnier rückt die Entscheidung näher. Bei den Frauen trifft Angie Kerber auf Caro Wozniacki. Ein Duell der Mamas und noch dazu bester Freundinnen. Da kann man schon ein bisschen nostalgisch werden. Hervorheben möchte ich die Partie der ehemaligen US-Open-Siegerin Emma Raducanu und AO-Triumphatorin Aryna Sabalenka.Bei Frauen und Männern sind die ganz großen Überraschungen ausgeblieben. Sascha Zverev trifft seinerseits im Achtelfinale auf den in dieser Saison bisher so starken Australier Alex de Minaur, der gerade das Turnier in Acapulco gewonnen hat und in Rotterdam davor erst im Finale von Jannik Sinner bezwungen wurde.

Und sonst
– noch mal eine Portion Wintersport mit Skifliegen in Vikersund, gleichzeitig Ende der norwegischen  Raw-Air-Serie – und zwar bei Frauen und Männern. Schon ab Mittwoch springen sie in Trondheim. Biathlon-Finale in Canmore/Kanada, der Olympia-Anlage von 1988. Langlauf in Drammen morgen (Sprint) und Saisonfinale in Falun am Wochenende.
– DEL: Abschluss der Pre-Play-offs mit den Spielen 2 morgen zwischen Nürbngbert´g und Mannheim (0:1) und Köln – Ingolstadt (1:0) Mögliches Spiel 3 am Freitag und bereits am Samstag beginnen die Viertelfnals (best of 7) mit Straubing – Schwenningen und Wolfsburg – München. Am Sonntag greifen dann Bremerhaven und Berlin gegen die Pre-Play-off-Sieger ein.
– Basketball national und international mit wenigen Chancen für die Bayern und keinen Chancen mehr für Alba auf die Play-Ins
-Die deutschen Handballer spielen in Hannover bei einem Vierer-Turnier gegen Kroatien, Österreich und Algerien um einen der zwei Olympia-Startplätze.
– im Snooker eine Championssship League mit acht qualifizierten Spielern, unter anderem Neal Robertson, Mark Selby und John Higgins.
– im Dart Premierr League in Nottingham. Nach 5 Abenden führt Michael van Gerwen, der schon 3 Turniersiege verbucht.

 

Das war die Woche, die war

Unaufhaltsam Richtung Meisterschaft

Auch wenn die Bayern ihre Form offenbar wiedergefunden  haben (ist das 8:1 gegen Mainz allerdings ein Maßstab?), Bayer Leverkusen lässt sich nicht beirren und nahm auch die Hürde VfL Wolfsburg beim ungefährdeten 2:0 souverän. Spektakulär ist es nicht, was Bayer da grade spielt, aber halt sehr erfolgreich.

Großen Spaß macht weiter der VfB: Die Schwaben spielen einfach tollen Fußball, und es drängen sich einige Spieler für die Nationalmannschaft auf – allen voran Denis Undav und Waldemar Anton, aber auch Chris Führich und Mittelstädt. Bin gespannt, wie das der Bundestrainer zu lösen gedenkt.

Unten im Keller bleibt es beim Schneckenrennen zwischen Köln, Mainz und Darmstadt. Ein Team von denen kommt in die Relegation: Und egal wer in der 2. Liga Dritter wird, etwa der HSV?, ist mit Sicherheit nicht chancenlos. St. Pauli kann schon für die 1. Liga planen, und alles spricht auch dafür, dass Holstein Kiel als erstes Team aus Schleswig Holstein ins Oberhaus kommt.

Letzte Zuckungen im (Kunst)schnee

Es ist Mitte März, und ganz langsam neigt sich die Wintersportsaison dem Ende entgegen. Mein Highlight war die fulminante Rückkehr von Mikaela Shiffrin. Nach sechs Wochen Pause bestritt sie in Are wieder einen Slalom und gewann ihn mit standesgemäßen 1,24 Sekunden Vorsprung auf die Zweite Ljutic und Michelle Gisin.Lena Dürr verfehlte das Stockerl um eine Hundertstelsekunde, Emma Aicher wurde glänzende Siebte.
Zum Nichtstun verurteilt waren mal wieder die Männer. Riesenslalom und Slalom in Kransjska Gora fielen einem Wärmeeinbruch samt Dauerregen zum Opfer. Somit hat Linus Straßer in der Slalomwertung auch seine theoretischen Chancen auf die kleine Kristallkugel verloren. Die holt sich völlig vedient der Österreicher Manuel Feller.

Vorbild Raw Air

Was ist das für ein,  Rumgeeiere, ob und wie sich die 4-Schanzentournee auch den Frauen öffnet, was wirklich an der Zeit wäre. Das noerwegische Gegenstück ist die Raw Air in Norwegen mit drei Stationen unter anderem am Holmenkollen und das Skifliegen in Vikersund. Die Frauen sind voll dabei. Die gleichen Wettbewerbe, und auch von der Flugschanze dürfen sie sich wagen. Und sie erhalten für ihre Darbietungen das gleiche Preisgeld. beschämend, dass das vor allem die Österreicher nicht hinbekommen, obwohl ihre Frauen nicht minder erfolgreich sind als die Männer. Das Besondere an der Raw Air: Hier fließen auch die Qualifikationssprünge in die Gesamtwertung ein. Bei den Frauen führt die Norwegerin Eirin Maria Kvandal vor Katharina Schmid und Eva Pinkelnig, bei den Männer Stefan Kraft vor Ryoyo Kobayashi und Jan Hörl.

Vorentscheidung für Magdeburg?

Am Sonntag trafen in der Handball-Bundesliga der Zweite SC Magdeburg und der Erste Füchse Berlin aufeinander. Am Ende hatten die Magdeburger die Nase vorn und gehen jetzt als Tabellenführer und Favorit in die letzten Spieltage. Hier gibt es ja keine Play-offs, anders als etwa im Basketball und Eishockey. Ich plane mal ein pro und contra Play-offs, was ja auch für die Fußballer immer wieder als Thema aufploppt.
In der Champions League der Männer haben der THW Kiel und Magdeburg direkt das Viertelfinale erreicht.

Angie rockt Indian Wells

Nach ihrer Babypause und dem doch zurückhaltenden Comeback in Australien kommt die Tennisspielerin immer besser in Fahrt. In Indian Wells erreichte sie als ungesetzte Spielerin das Achtelfinale und eliminierte dabei die weit höher  eingestuften Jelena Ostapenko und Veronika Kudemertova. Jetzt kommt es zum Duell der befreundeten Mamas gegen Caroline Wozniacki, die wie die Kerberin polnische Wurzeln hat. Bei den Männern ist Sascha Zverev noch im Wettbewerb. Jan-Lennard Struff musste sich erwartungsgemäß Jannik Sinner geschlagen geben.

Apropos Tennis: Die von Verletzungspech so gebeutelte Sabine Lisicki hatte endlich mal eine gute Nachricht parat. Sie erwartet ein Kind. Offenbar war das nicht geplant, aber die Freude ist groß. Ich wünsche alles Gute für eine Tennisspielerin, die ohne ihre vermaledeiten Verletzungen bestimmt viel mehr erreicht hätte als „nur“ ein Wimbledonfinale.

Und sonst?

– Wer die Premier League und Pool vs City vermisst, den verweise ich auf den vorigen Beitrag. Grandioses Spiel
– die Biathleten traten in Soldier Hollow an. Die ARD übertrug Freitag und Samstag zur Primetime. Für Sportfans eine feine Sache, aber schon sehr bedenklich für ein angebliches Vollprogramm. Aus deutscher Sicht herausragend war die Frauenstaffel mit dem zweiten Platz hinter Norwegen – und das mit den ganz jungen Hüfperinnen Selina Grotian und Julia Kink, die kurzfristig als Schlussläuferin einspringen musste und ihre Sache glänzend machte.
– Zwei Langlaufklassiker am Holmenkollen über 50 Kilometer. Die Frauen dürfen diese Strecke jetzt auch in Angriff nehmen. Katharina Hennig belegte hinter den Schwedinnen Frida Karlsson und Ebba Anderson den 3. Platz. Bi den Männern gab es einen norwegischen Fünffacherfolg. Ein gar nicht so kleiner Wermutstropfen für die Puristen: Die Wettbewerbe fanden im Massenstart und nicht im Intervallstart statt.
– bei den Kombinierern war Jarl-Magnus Riiber einmal mehr eine Klasse für sich und siegte zweimal jeweils vor dem Österreicher Johannes Lamparter.
– Ein erst 19-jähriger Amerikaner setzt im Eisschnelllauf neue Maßstäbe. Nach seinen drei Titeln bei der Einzelstrecken-WM in Calgary sicherte er sich am Wochenende in Inzell den Vierkampf – mit neuem Weltrekord. Die Eislaufnation Holland hielt sich bei den Frauen mit einem Dreifacherfolg schadlos.

Die Wochenvorschau folgt

Versuch über den Anstich

Liberalitas bavariae nach Söderscher Art

Vorbemerkung: Als ich diesen Blog startete, schwor ich mir, beim Sport zu bleiben und mich höchstens noch in die Niederungen der Sportpolitik zu begeben. Hier kenne ich mich am besten aus, hier kann ich mich mehr oder weniger kenntnisreich äußern. Und das reine Sportgeschehen ist eben trotz allem nicht so elemantar wichtig (auch wenn er bzw  die Verantwortlichen das manchmal von ihm zu glauben scheinen).
Doch nach einem guten halben Jahr reift die Erkenntnis: Das reicht mir nicht. Es gibt so viel, worüber ich mich aufrege, und diese Aufregung möchte ich aufschreiben, mitteilen und vor allem, warum. Mit der Einschränkung, das ich eine rein parteipolitische Debatte hier nicht anzettele. Die, die mich kennen oder auch nur hier lesen, werden hoffentlich ungefähr ahnen, wie ich ticke und was für mich ein No Go ist. Ebensowenig möchte ich, zumindest Stand heute, hier eine pro-und-contra-Diskussion zu Gesetzesvorhaben anzetteln oder gar eine Diskussion zu Wahlen. Mal schauen, ob und wie lange und wie konsequent ich das durchhalte.

Eher das, was so gesellschaftspolitisch in diesem Land passiert. Und hoffentlich immer so, dass ich niemandem extrem auf die Füße steige. Und heute, der 29. Februar mit seiner Besonderheit, schien mir ein guter Zeitpunkt. Zumal ich jetzt genau zur Hälfte ein Sechzger, ein 60er, bin. Und das aktuelle Thema habe ich auch, nämlich den gestrigen Starkbieranstich. Keine Angst: es gibt keine Kritik oder Rezession über die Salvatorrede und das Singspiel selbst, sondern eher Anmerkungen über das Große Ganze, das Drumherum.

Also: Für all jene, die nicht wissen, was der starkbieranstich ist. Immer zwei Wochen nach Aschermittwoch beginnt in Bayern die Starkbierzeit. Das heißt, große und kleine Brauerreien brauen ein spezielles Bier und wie der Name Starkbier schon vermuten lässt, dieses ist bedeutend alkohollastiger, haut also richtig rein. Das Starbier hat einen besonderen Namen, Triumphator, Salvator and so on. Dieses Ereignis wird in Bayern gebührend gefeiert, mit der traditionellen Starkbierprobe im am Nockherberg im Salvatorkeller. Und hier findet das sogenannte Derblecken statt, in der Festrede zieht der Fastenprediger über die zahlreich erschienene politische Prominenz her, die das mehr oder weniger lächelnd aufnimmt. Diese wird vom Gastgeber, der Paulaner-Brauerei persönlich eingeladen. Wer dieser Einladung nicht folgt, muss zumindest als wichtiger Landespolitiker, enorm gute Gründe haben. In der Festrede macht sich der Prediger also über die Politiker lustig, zählt die tatsächlichen  und vermeintlichen Fehler und Fehlerchen auf. Am besten sind die Reden, wo einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Also weniger Dampfhammerwitz denn feine Klinge, enorm schwierig und für den Auserwählten Redner ein Ritterschlag; allerdings einer mit Tücken, denn natürlich wird die Rede in allen Facetten seziert: von den Politikern selbst , von jedem Medium und jetzt halt von jedem, der sichdazu bemüßigt fühlt. Eine kleine Auswahl: Walter Sedlmayr, Bruno Jonas, Django Asül, Luise Kinseher und aktuell Maxio Schaffroth.

Mittlerweile überträgt der BR live. Es ist wohl jedes Jahr das wichtigste Fernseh-Ereignis des Senders. Dieses Jahr schauten mehr als 2,6 Millionen Menschen zu, allein in Bayern 1,8 (MA 43%). Und jetzt komme ich zu dem, was mich wirklich beschäftigt: dem eigentlichen Hauptdarsteller, dem Bier, dem Alkohol darin. Denn dieses fließt reichlich (mit besagter Wirkung). Gestern durfte der scheidende Paulaner-Chef eine gut viertelstündige Rede halten: (stark verkürzt) auf das schöne Bayernland, das wunderschöne München und das tolle Bier und die tolle Brauerei. Und dann servierte er dem natürlich anwesenden Ministerpräsidenten Markus Söder die erste Maß, und der MP nach einen tiefen genussvollen Schluck aus dem Bierhumpen. Und alle 600 geladenen Gäste prosteten sich zu, wohlgemerkt zur besten Sendezeit, zu der auch Kinder noch nicht im Bett sind.

Und auch während der Rede und dem nachfolgenden Singspiel immer wieder Bildschnitte auf das sich amüsierende Publikum und dessen Anstoßen mit dem so wunderbar schmeckenden Bier. Naja, wir sind ja auch in Bayern, wo vor einigen Jahren der damalige Ministerpräsident Günter Beckstein, einst Schwarzer Scheriff genannt, befand, nach 2 Maß auf der Wiesn könne ein gestandeneMannsbild doch noch selbst mit dem Auto nach Hause fahren. (Auch das Wiesn-Bier ist auch etwas stärker wie das normale, wenngleich nicht so alkohollastig wie Starkbier).
https://www.sueddeutsche.de/bayern/beckstein-zu-alkohol-am-steuer-zwoa-gehn-scho-1.709751

Soweit zur Vorbildfunktion der Politiker. Wobei: Es hält sich hartnäckig das Gerücht, das in dem blickdichten Maßkrug des MP Markus Söder gar kein Starkbier drin ist, sondern Coca Cola. Also nicht so schlimm? Ich sage: im Gegenteil, das würde die Sache noch schlimmer, weil verlogener machen.

Immer vorausgesetzt, dieses Gerücht stimmt:
Dann wird Söder in all seiner Weisheit erkannt haben, dass ihm so eine Maß Starkbier nicht sonderlich gut bekommt und er lieber seine 5 Sinne beisammen hält für seine verantwortungsvolle Tätigkeit. Meine Idealvorstellung, die aber eher im Lande Utopia Realität wird, er würde der Allgemeinheit seine Bedenken mitteilen. Gar nicht in Form eines erhobenen Zeigefingers oder gar eines Verbotes, aber so ein kleiner Ausflug in die Risiken und Nebenwirkungen … Denn das würde in Deutschland, zumal in Bayern heiß diskutiert werden.

Nun würde ich mich erheblich weniger über diese Verlogenheit oder eben tatsächlicher Alkoholgenuss aufregen, wenn derselbe Ministerpräsident bei anderen Genussmitteln genauso entspannt wäre. Ist er aber eben nicht – im Gegenteil, Der Feldzug gegen Cannabis beweist das. Und jetzt, da ganz sanft und mit vielen Einschränkungen zumindest der Konsum von Cannabis zulässig ist und man nicht mehr wg eines Joints die Härte des Gesetzes spüren muss, ist für ihn und so vielen seiner Parteigenossen das Ende des Vaterlandes nicht mehr weit. Das sei katastrophal, wütet er. Er überlege sich eine Verfassungsklage dagegen – leider, leider mit nicht so guten Aussichten, wie er bedauert. Aber dann, so donnert er weiter, wird in Bayern das besonders eng ausgeübt, also ohne den geringsten Spielraum für die Exekutive. Die armen Polizisten müssen das also ausbaden, das schreibe ich ohne jede Ironie. Liberalitas bavaritas nach der bayerischen Art, also Freiheit fürs Volk genau dann, wenn es dem MP gefällt.

Diese völlig ungleiche Behandlung zweier gesundheitsschädigenden Drogen erzürnt mich, zumal alle Experten sagen, dass letzten Endes der Alkoholkonsum schädlicher ist: Findet den Fehler …

Und ich gönne übrigens jedem seine Maß (Stark)Bier und/oder einen Joint dazu.

Der Münchner Löwe einen

P.S. Ich male mir gerade aus, es gäbe einen ähnlichen Aufmarsch live im Fernsehen, wo eine Haschzeremonie abgehalten wird. Auch mit noch so viel Fantasie: Dieses Utopia kann nicht in Bayern sein.

Si tacuisses, Marcel Reif

Eines vorweg. Ich schätze Marcel Reif als Sportkommentator über die Maßen, fand ihn lange Jahre den besten der deutschen Zunft. Auch seine Meinungsfreude mag ich sehr, und meist bin ich mit ihm ziemlich kompatibel. Richtig berührend fand ich seine rede im Bundestag, wo er über seinen Vater und das 3. Reich sprach.

Aber schon die Tatsache, dass er ausgerechnet das springer-Medium sich erwählte, um zweimal in der Woche seine Meinung zum Fußball-Geschehen unter die Leute zu bringen, fand ich befremdlich. aber sogar das war zu ertragen, weil er sich auch vom unerträglichen Matthias Brüggelmann und Co nicht den Schnabel verbiegen lässt.

Um so ratloser, ja erschüttert (im Wortsinn) bleibe ich nach seiner fast schon fundamentalistischen Kritik an den Kritikern und ihre Weise ihrer Kritik des von der DFL geplanten Investors: nämlich die geworfenen Tennisbälle und anderes während eines Fußballspiels, die dieses bis zu einer halben Stunde unterbrachen.

Dass das extrem lästig war gerade auch für Stadionbesucher im Winter, konzediere ich sofort. Womit ich allerdings echte Probleme habe, dass dMarcel Reif allen Kritikern absprach, sich ernsthaft über die Zukunft des Fußballs Gedanken machen. Und dass viele vor allem die Art der Entscheidung kritisierten, nämlich das wohl entscheidende Votum von Martin Kind entgegen der klar formulierten Interesssen seines Vereins Hannover 96. Das „Wohl“ schreibe ich, weil die DFL mit voller Absicht eine geheime Wahl abhielt. Gewählt sei gewählt, und man könne eine Wahl doch nicht so lange wiederholen, bis einem das Ergebnis gefalle. Tja, im Prinzip stimmt das schon, doch

1. hat es vor der letztlich angegriffenen Abstimmung bereits eine Abstimmung gegeben, in der der Investor eben nicht die erforderliche Mehrheit der Delegierten fand

2. Die Wahl formal rechtmäßig sein muss. Siehe gerade Berlin, wo nach zweieinhalb(!) Jahren wiederholt wurde. Nun mag man juristisch drüber streiten, ob eine Stimme des Delegierten entgegen die Interessen des Vereins formal gültig ist oder nicht, moralisch steht das Ganze auf extrem tönernen Füßen. Und genau das haben die Entscheider (ein)gesehen und dass sie den Protest deshalb nicht aussitzen könnten.

In der Sendung nach der Entscheidung blieb Reif bei seiner Meinung: Die Fans haben die Bundesliga in die finanzielle Steinzeit zurückgebeamt, aber ohne Investor sei die Liga nicht mehr konkurrenzfähig, höchstens mit Nolland oder Portugal, aber bestimmt nicht mit der Premier League. Das mag stimmen, aber auch mit Investor wäre das nicht der Fall. Und schaue ich mir gerade die europäischen Wettbewerbe an, stehen insgesamt 5 Bundesligaclubs im Achtelfinale von Champions und Europa League, und außer RBL haben alle mehr oder weniger gute Chancen aufs Viertelfinale.

Richtig geärgert habe ich mich, dass Marcel Reif durchklingen ließ, dass der nächste Protest nicht lange auf sich warten lässt, weil die Protestler jetzt Rückenwind haben, mehr und mehr einfordern und es ja noch genug Tennisbälle gibt. Natürlich, viele wollen gar keine Änderungen, aber dieser Protest war deshalb erfolgreich, weil er

1. sehr gut koordiniert war

2. Es nicht zum Äußersten, also Spielabbruch kam, weil alle Beteiligten die Grenzen kannten und einhielten und außerdem die Unparteiischen sehr gut die Problematik handhabten

3. und am Wichtigsten: die Aktiven Protestler in der Sache und auch in der Art die Mehrheit der Schweigenden und ihr stilles Zustimmen hinter sich wussten.

Weil eben viele zwar durchaus auch finanziellem Fortschritt nicht abgeneigt sind, aber halt Bauchweh mit dem Investor haben. Wobei dieser bis dato kaum bis gar nicht beleuchtet wurde, und da gäbe es ziemlich kritische Punkte zu beleuchten.

Insgesamt also kein Ruhmesblatt von Marcel Reif. Ud es war leider erwartbar, dass dies ganz im Springerschen Sinn war, warum auch immer.