Das war die Woche, die war

Hoeneß nimmt den Mund sehr voll, zu Recht?

Was wären wir Fußballfans nur ohne unseren Uli. Der die Weisheit für sich gepachtet hat uns Gott sein Dank an ihr teilhaben lässt. Also sagte er: „Was ich zusagen kann, ist die deutsche Meisterschaft.“ (Hervorhebung von mir). So geschehen im Forum der Schweizer Zeitung „Forum und Wirtschaft“ in Zürich. Das kann ja sein, ist zurzeit vielleicht sogar wahrscheinlich, aber in dieser Absolutheit ist diese Zusage, rechtlich also eine verbindliche Verpflichtung, die einklagbar ist, doch an Arroganzund an Respektlosigkeit nach noch nicht einmal einem Saisondrittel kaum noch zu überbieten. Immerhin: Sein Team entledigte sich am Freitagabend in der eiseskalten heimischen Arena der Pflichtaufgabe FC Augsburg mehr oder weniger souverän mit 3:0. Harry Kane erzielte seinen nächsten Hattrick mit zwei Elfmetern und einem artistischen Treffer. „so beweglich kenne ich ihn gar nicht“, sagte seine Frau Katie, die seine Beweglichkeit am besten beurteilen können müsste.
Andererseits wird sich Hoeneß zumindest durch das Ergebnis des härtesten Verfolgers RB Leipzig bestätigt fühlen. Die Sachsen verloren eine wilde Partie bei 1899 Hoffenheim trotz dreimaliger Führung mit 3:4. Für Hoffenheims neuen Trainer Christoph Ilzer ein Start nach Maß. Aber mit Bullenärgern kennt er sich aus, schnappte er sich doch mit seinem EX-Club vor RB Salzburg die österreichische Meisterschaft. Und doch gab er den Lockrufen aus dem Kraichgau nach.
Bayer Leverkusen hingegen vermied ein weiteres Debakel, das sich nach dem 0:2 zu Hause gegen Heidenheim schon abzeichnete. Doch die Alonso-Truppe drehte die Partie. Maßgeblich daran beteiligt war Patrik Schick mit 3 blitzsauberren Treffern, der nur wegen der Verletzung von Victor Boniface in die Startelf rückte.

 

Murmeltiertag beim HSV

 

Auch der bestens beleumdete Trainer Steffen Baumgart hat es nicht geschafft: Nämlich den mittlerweile als Zweitliga-Dino bekannten Club ins  Oberhaus zu führen. Das 2:2 nach 2:0-Führung gegen das ebenfalls darbende Schalke war den Verantwortlichen um Stefan Kuntz zu viel des Schlechten (oder zu wenig des Guten?). Am Sonntag feuerte ihn Baumgarts „absoluter Lieblingsclub“, wie er auch nach der Entlassung beteuerte. Ein Nachfolger steht noch nicht bereit. Kuntz versicherte, er selbst werde diesen Job nicht ausüben. Namen wie Bruno Labbadia (es wäre sein drittes HSV-Mal) und Felix Magath (Vereinslegende auf Ewigkeit, remember 1983, seufz …) machen die Runde. Wie gehaltvoll dieser Spekulatius ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Wohl aber, dass es nicht nur an den Trainern liegen kann, dass der Aufstieg trotz des immer teuersten Kaders nicht klappt. Baumgart war der 7. Trainer im 7. Jahr, der jetzt gescheitert ist. Auch jetzt ist es ja nicht so, dass die Hamburger abgeschlagen sind. In dieser absurden 2. Liga, in der zwischen dem Ersten Paderborn und dem 12. Hertha BSC gerade mal 6 Punkte sind, belegt der HSV Rang 8, nur hinter einem direkten Aufstiegsplatz.

 

Platz Fünf reicht Verstappen zum WM-Titel

 

Der Ort Las Vegas passt zur Krönung des Holländers. Im Spielerparadies zockte Max Vestaqppen allerdings nicht, sondern fuhr taktisch die Punkte ein. Ich hab noch nie gesehen, dasss er sich am Ende des Rennens quasi kampflos überholen ließ. Vor Lando Noris ankommen, hieß die Devise, egal ob als Dritter oder Fünfter. Norris seinerseits hat mit seinem McLaren die Superform vor der langen Pause verloren.
Viel ist jetzt die Rede davon, dass Norris dem Titelkampf nicht gewachsen war. Ich halte das in dieser Form für ziemlichen Unsinn. Tatsache ist, dass Verstappen sich in der ersten Saisonhälfte einen extrem komfortablen Vorsprung in der WM-Wertung herausgefahren ist. Als Norris so im August ernsthaft begann, die Rückstand zu reduzieren, war klar, dass er praktisch jedes Rennen gewinnen müsste, um überhaupt eine seriöse Chance zu haben. Und das in einem Feld, wo die McLarens bestenfalls ein bisschen besser zu laufen schien als die der Konkurrenz. Spätestens nach der einmonatigen Pause hatten nicht nur Red Bull, sondern auch Mercedes und Ferrari ein paar Sachen an ihren Fahrzeugen gefunden, die diese erkennbar verbesserten. Norris machte natürlich auch selbst Fehler, gerade seine Startschwäche war oft eklatant. Doch Verstappen musste nie das Letzte riskieren, und seine fahrerische Ausnahmestellung ist ohnehin unbestritten.
Tatsache ist, dass es zurzeit vier siegfähige Austos gibt: Das verspricht für die kommende Saison extrem viel Spannung, vor allem wenn ich bedenke, dass dann Lewis Hamilton für Ferrari fährt. Wie stark sein derzeitiges Auto ist, bewies der Mercedes-Doppelerfolg, den in Las Vegas George Russell und er in Vegas einfuhren.

 

Shiffrin und Noel dominieren den Slalom

 

Zweites Rennen, jeweils zweiter Sieg. Im Slalom sind Mikaela Shiffrin und Clement Noel derzeit eine Klasse für sich. Die Amerikanerin gewann in Gurgl ihr insgesamt 99. Weltcuprennen undsiegte vor der Albanerin Lara Culturi. Die 18-Jährige schaffte den ersten Podestplatz für ihr Land überhaupt in einem Wintersport-Weltcup. Wem der Name italienisch vorkommt: Colturis Mutter ist Daniela Ceccarelli, die 2002 im Super-G Olympia-Gold für Italien holte, aber auch albanische Wurzeln hat. Weil in Italien die nationale Konkurrenz sehr groß war, fiel 2002 die Entscheidung, dass die damals 15-jährige Lara für Albanien startet, was in dem Alter auch ohne Zustimmung des italienischen Verbandes möglich ist.
Clement Noel dagegen bewies vor allem im 1. Lauf seine Ausnahmestellung, als er die Konkurrenz fürmlich deklassierte. 88 Hunderstel betrug da sein Vorsprung auf den Zweiten McGrath – eine Slalom-Ewigkeit. Und wie vor einer Woche in Levi brachte der französische Olympiasieger den Vorsprung mit einem kontrollierten Lauf ins Ziel, was bei ihm lange keine Selbstverständlichkeit war.
Einen rabenschwarzen Tag erwischte Linus Straßer, der den völlig falschen Ski erwischte und als 38. mit mehr als 3 Sekunden Rückstand deutlich den 2. Lauf verpasste. Die beiden Rückkehrer Lucas Braaten und Marcel Hirscher schieden im 1. Lauf vorzeitig aus.

 

Italien – die Tennismacht

 

Die Jubelstürmer um die Squadra Azzurra reißen nicht ab. Sowohl die Frauen als auch die Männer sicherten sich diese Woche in Malaga die beiden wichtigsten Mannschaftswettbewerbe. Zunächst triumphierten Yasmine Paolini, Lucia Bronzetti und Doppelspezialistin Sara Errani, die im Halbfinale Polen um Iga Swiatek eliminierten und im Finale auch gegen Außenseiter Slowakei die Oberhand behielten. Gestern machten es ihnen die Männer im Finale gegen Holland nach. Erst gewann Matteo Berrettini gegen Botic de van Zandschulp, danach ließ der Weltranglistenerste Jannik Sinner Tallon Griekspoor keine Chance. Sinne krönte ein Superjahr, in dem er erstmals die Australian Open, die US Open und auch noch das ATP Finale in Turin gewann. Allerdings bleibt der Schatten der (Noch nicht geahndeten) positiven Dopingprobe.
Die Holländer selbst standen erstmals überhaupt in einem Daviscup-Finale. Ihr Meisterstück machten sie schon in der Vorschlussrunde engen , als van de Zandschulp und Griekspoor nach zwei engen Einzelsiegen gegen Daniel Altmaier und Jan-Lennard Struff die entscheidenden Punkte holten.

 

Tina Rupprecht schreibt Box-Geschichte

 

Ich gestehe zu meiner Schande, dass ich von dieser Dame noch nicht viel gehört habe, wobei das „viel“ noch sehr euphemistisch zu nennen ist. Jetzt gelang der deutschen Boxerin etwas, was noch nie einem Landsmann oder einer Landsfrau gelang, keinem Max Schmeling, keiner Regina Halmich, keinem Henry Maske. Sie gewann in Heidelberg einen Vereinigungskampf gegen die Japanerin Eri Matsuada und hält nun gleichzeitig drei WM-Titel der durchaus bedeutenden Weltverbände WBC, WBO und WBA. Das ganze im Atomgewicht (wat aller jibt), der leichtesten Klasse, in der die Athletinnen nicht mehr als 46,5 Kilo auf die Waage bringen dürfen. An den drei Gürteln hatte sie also ordentlich zu tragen …Vielleicht noch bedeutender ist die Auszeichnung der Box-Bibel „The Ring“. Die zeichnete Rupprecht mit einem gesonderten Gürtel aus, weil sie den Kampf der beiden besten Kämpferinnen einer Gewichts-Klasse für sich entschied. Allein Max Schmeling hat als Deutscher diese Ehre erfahren.

Und sonst

  • Bundesliga: Den beiden Neulingen Holstein Kiel und St. Pauli ist die Pause für die Länderspiele nicht bekommen. Kiel unterlag Mainz 05 zu Hause mit 0:3 Pauli bei Gladbach mit 0:2. Es spricht alles dafür, dass diese Clubs gemeinsam mit dem VfL Bochum die Abstiegsplätze unter sich ausmachen. Allein Heidenheim muss aus meiner Sicht befürchten in den Abstiegskampf noch hieneinzugeraten.
  • Handball: Ernüchterung in Magdeburg. Schrieb ich letzte Woche, schreibe ich erneut (wie originell). Der Meister verlor am Samstag die Spitzenpartie bei Hannover-Burgdorf und kassierte schon die 3. Bundesliga-Niederlage in dieser Saison. Das lässt den SCM gara auf Platz 5 abstürzen in einer allerdings extrem engen Tabellenspitze.Auch nin de Champions League läuft es gar nicht: Magdeburg verlor bei Nachzügler Zagreb und muss in seiner Gruppe ernsthaft ums Weiterkommen fürchten.
  • Basketball: Weltmeister Deutschland verlor in der EM-Qualifikation in Schweden mit 72:73 und ist in seiner Gruppe nur Letzter. Ohne die NBA-Profis und die Spieler vom in der Euroleague beschäftigten Teams FC Bayern und Alba Berlin fehlt viel Klasse, die nicht einmal der überragende David Krämer kompensieren konnte. Seine 43 erzielten Punkte wurden in einem Länderspiel nur einmal von Dirk Nowitzki übertroffen. Noch ist nichts verloren, aber das junge deutsche Team steht heute in Heidelberg (19.30/Magenta) unter Druck.
  • Wintersport: Einen überragenden Start in die Saison hatten die deutschen Skispringer in Lillehammer. Zunächst gewann das Mixed-Team: Danach schafften Katarina Schmid und Selina Freitag einen Doppelerfolg. Auch Veteran Pius Paschke darf höchst erfreut auf Lillehammer zurückblicken. Ein Springen gewann er (vor gleich vier Österreichern), am Sonntag wurde er zweiter hinter dem Ösi Jan Hörl.

 

 

Garden-Party beim Basketball

Knapp zwei Monate nach der offiziellen Eröffnung habe ich jetzt also auch Münchens neue Super-Halle live vor Ort besucht. Der erste Eindruck: durchaus positiv. Sehr beeindruckend, aber keineswegs übermächtig. Mit einer Kapazität von etwa 11 000 Zuschauern ist sie für Münchner Liga-Basketball und -Eishockey nicht überdimensioniert. Was allerdings etwas negativ auffiel: Da das Basketball-Parkett kleiner ist als ein Eishockey-Feld in Europa, sind die Zuschauer dort nicht unmittelbar am Spielfeld-Rand. Die automatische Anpassung der Ränge funktioniert offenbar noch nicht. Bauherr ist nun mal der Eishockey-Club Red Bull München, die Bayern sind nur Gäste.

Insgesamt ist alles großzügig bemessen, für mich auch reichlich Bein- und sonstige Freiheit (Sitzriesen oder Leute mit ultralangen Beinen müsste man allerdings selbst fragen). Von allen Plätzen hat man beste Sicht auf die Spielfläche. Wir waren nach dem Spiel auch ganz oben, und auch von dort dürfte man zumindest beim Basketball dem Spiel bestens folgen können. Beim Eishockey den Puck zu erkennen, ist ohnehin eine Kunst für sich. Beim Basketball sollte man bei der Platzauswahl allerdings aufpassen, dass die Korbanlage nicht störend im Sichtfeld liegt.
Alles wirkt sehr funktional, ohne großen architektonischen Schnickschnack, aber technisch auf dem neuesten Stand. Grandios der riesige Videowürfel mit 4 riesigen Bildschirmen, auf dem das Spiel live übertragen wird samt wichtiger Wiederholungen (allerdings auch sinnlosen Einblendungen). Auf anderen Anzeigetafeln sind Spielerstatistiken (vor allem auch die Fouls) gut abzulesen

Zu beachten: An den zahlreichen Ständen kann man nur mit Karte oder Handy bezahlen, Bargeld wird nicht akzeptiert, auch die Pfandbecher werden online rückvergütet. Das hat auch geklappt, das Geld wurde tatsächlich zurücküberwiesen. 😀
Desweiteren dürfen Rücksäcke und Taschen nicht mit in die Halle gebracht werden. Bei mir hat eine Kontrolleurin auch einen sehr kleinen Rucksack per se abgelehnt, ein anderer an einem anderen Eingang winkte ihn nach kurzem Untersuchen durch. Wenn es geht: drauf verzichten.

Zur Stimmung: Es war jetzt nicht die Hölle los, obwohl das Haus nahezu ausverkauft war. Dazu aber war die Euroleague-Partie FC Bayern Basketball gegen ein enorm ersatzgeschwächtes Alba Berlin spätestens ab dem 2. Viertel zu einseitig, Spannung kam beim letztlich klaren Heimsieg der Münchner nicht auf. Und dass bei dem Monsterprogramm im Basketball (Euroleague-Teilnehmer  spielen zum Teil im Zweitagesrhythmus von Oktober bis Juni 68 Spiele plus Reisen in der regulären Saison plus Play-offs in Bundesliga und Euroleague) die Teams nicht 40 Minuten volle Power geben, liegt auf der Hand. Zudem ist München keine echte Basketball-Stadt. Es ist gerade schick, dort hinzugehen, zumal die Saison bis dato sehr erfolgreich verläuft. Es regieren die Klatschpappen (wers mag, ich nicht) und ein zumindest mich nervender oft sinnlos brüllender Stadionsprecher. Es wird spannend zu sehen, wenn Gastteams wie Panathinaikos, Fenerbahce und Partizan mit fanatischem Anhang (viele Gastarbeiter!) spielen, die dann die Halle „anzünden“ (nur im übertragendem Sinn, hoffe ich …). Oder wenn es in einer Play-off-Partie Spitz auf Knopf steht. Dann könnte der Garden durchaus ein Tollhaus werden.

Fazit: eine wunderschöne nicht überkandidelte Halle, die München als Sportstadt dringend benötigt hat. Die auch hohen Ansprüchen genügt, wie etwa Partien der Deutschen bei der Handball-WM 2027. Es geistern ja derzeit schon Pläne für Olympia 2036 in München, wo dann diese Halle einen Kernpunkt darstellen würde. Gott bewahre!, kann ich derzeit zu diesem Thema nur sagen.

 

 

Albtraum Trump ist tatsächlich wahr

Um halb fünf Uhr morgens hatte ich genug. Da war mit klar, dass Donald Trump gewinnen würde; auch wenn noch keiner der Swing States offiziell ihm zugeschrieben wurde. Der Trend war so eindeutig, so hoffnungslos. Ich will jetzt nicht alle Szenarien der nächsten 4 Jahre katastrophisieren oder gar eingehende Wahlanalyyse betreiben, aber ein paar Sachen finde ich doch anmerkenswert.

Also 4 weitere Jahre Trump (und es sei erst mal dahingestellt, ob er die gesundheitlich durchhält oder vielleicht sogar die Wahlgesetze aushebelt und so lange regiert, wie es ihm beliebt=. Erschreckend genug, dass die Amerikaner einen verurteilten Straftäter, einen Putschisten, einen Rassisten, einen Frauenverächter, einen rechtsradkalen alten weißen Mann ohne jede Empathie für Schwächere und Andersdenkende ins Weiße Haus gewählt haben. Dass es seinen Wählern und auch Wählerinnen vollkommen egal war, dass Trump (sie) von vorne bis hinten lügt und betrügt. Entweder sie glauben das nicht, haben als FOX-Fans gar nicht zur Kenntnis genommen oder sie versprechen sich von Trump ein wirtschaftlich besseres Leben, egal was für ein Schwerstkrimineller da im Weißen Haus hockt..

Für die Demokraten war der Dienstag eine Katastrophe. Nicht nur weil Kamala Harris letztlich chancenlos war. Sie verlor ja überall Stimmen, in den Städten wie Chicago, auch in tiefblauen Staaten wie New York und Kalifornien. Sie verlor  bei den Jungwählern, den Hispanics und sogar bei den Frauen in den Vorstädten. Allein das Abtreibungsthema hat da nicht gezogen. Und offenbar haben tatsächlich einige und wahrscheinlich gar nicht so wenige Kamala Harris allein deswegen nicht gewählt, weil sie eine Frau ist, noch dazu eine Schwarze. Willkommen, du aufgeklärtes Amerika im Jahr 2024!

Harris und die Demokraten haben es anders als Trump nicht geschafft, die Wähler von 2020 erneut zu mobilisieren. Insgesamt war die Wahlbeteiligung ja deutlich geringer. Am Ende haben insgesamt in den USA mehr Leute Trump geält als Harris, anders als 2016. Diesen bundesweiten Trend zum Wunsch auf Veränderung hat keine der unzähligen Umfragen der vergangenen Monaten auch nur ansatzweise erkannt oder zumindest nicht kommuniziert. Letztlich gingen auch alle Swingstates an die Reps und zwar mehr oder weniger deutlich.

Das Elend perfekt macht der Umstand, dass die Demokraten ihre Mehrheit im Senat verloren haben und aller Wahrscheinlichkeit nach auch im Repräsentantenhaus keine Mehrheit bekommen werden. Trump kann also durchregieren, umgeben von jetzt willfährigen Ja-Sagern. Zumal die Demokraten jetzt erst mal sehr mit sich selbst beschäftigt sein werden.

Und was heißt das jetzt? Ich könnte mir sogar vorstellen, dass in den USA kurzfristigdie Lebensmittelpreise sinken. Auch die werden ja gesteuert von einigen wenigen Großkonzernen. Denen Trump viel Geld vespricht und eine Lockerung etwa bei den teuren Umweltschutzmaßnahmen. Wie lange das anhält, wird sich zeigen. Ansonsten: Putin, Orban, Netanayu und alle anderen Autokraten freuen sich wie Bolle, der Erzkonservatismus, ja Rechtsradikalismus feiert fröhliche Umständ. Hierzulande wird die Merz/Söder-Union genau hingeschaut haben, dass sich Ausländerfeindlichkeit und Grünenhass lohnt. Umweltschutz wird zum lästigen Problemchen degradiert, das bis zum St. Nimmerleinstag auf eine Lösung wartet.

Und die angebliche Brandmauer gegenüber der AfD dürfte auch nicht mehr lange halten. Ganz zufällig hat sich ja am Dienstag in Sachsen der CDU-MP Kretschmer mit dem AfD-Vorsitzenden Urban zum Gedanken-Austausch getroffen. Sie haben sicher nur über die nächste Ostseereise gesprochen …

Zuletzt noch ein Wort in eigener Sache. „Blick über den Teich“ heißt ja der Blog nicht zufällig wegen meiner Passion für US Sport. An der hat sich grundsätzlich natürlich durch diese eine Wahl nichts wesentlich geändert. Aber mir ist schon klar, dass die allermeisten Franchises schwerreiche Milliardäre als Owner haben, die eher Trump zugeneigt sind haben, dass das gesamte US-System mit den absurden Gehältern von bis zu 70 Millionen/Jahr fast schon krank ist. Ich werde trotzdem am Ball bleiben. Und fürchte mich ein wenig vor den beiden Weltsport-Ereignissen Fußball-WM 26 und Olympia 28, die Stand heute ein Donald Trump eröffnen wird.

Das wird die Woche, die wird

Das Tennis-Jahr neigt sich dem Ende zu, die Champions-League-Vorrunde geht in die Halbzeit und München begrüßt die NFL zum Deutschland-Stelldichein. Und abseits des Sports steht in den USA die Demokratie auf dem Prüfstand.

NFL goes Munich

Das erste Spiel und die tolle Stimmung in der Fußball-Arena vor zwei Jahren zwischen den Tampa Bay Buccaneers und Tom Brady und den Minnesota Vikings wurden allenthalben gelobt, auch von den höchsten Ligen-Verantwortlichen. Was die NFL nicht davon abhielt, eine reichlich unwürdige Partie für den Sonntag in München (15.30) anzusetzen. New York Giants vs Carolina Panthers – schlimmer gehts nimmer. Ein Spiel, das ich und viele andere ansonsten nicht mal ignorieren würde. 2 Teams, die mit den Play-offs nicht mal ansatzweise etwas zu tun haben werden. Unterhaltsam kann es natürlich trotzdem werden, wenn schlechte Offensiven auf schlecht Defensiven treffen.
Sehr viel mehr Pfeffer gibt es schon am Freitag morgen MEZ beim NORD-AFC-Schlager Cincinatti Bengals @Baltimore Ravens. Die detroit Lions, bestes Team der NFC müssen Sonntagnacht bei den Houston Texans antreten.

Showdown im Tennis

Die Frauen haben das WTA-Finale in Riad schon begonnen. Die Top 7 und Wimbledonsiegerin Barbora Krejkikova sind am Start. Aryna Sabalenka hatte am Samstag gegen Olympiasiegerein Qinwen Zheng einen glänzenden Start – wie auch Yasmine Paolini vs Elena Rybakina.
Für die Männer beginnt das ATP Finale nchsten Sonntag in Turin. Das endgültige Teilnehmerfeld steht noch nicht fest, erst 5 Plätze sind vergeben. Alle Kombatanten vesuchen ab Montag in Metz, noch die nötigen Punkte zu ergattern.

Spreu vom Weizen

In der Fußball-Champions-League steht der 4. von 8 Spieltagen an. Stimmen die Hoch- und Wahrscheinlichkeitsrechnungen, reichen am Ende 15 Punkte für die Top 8 (direktes Achtelfinale) und 9 Zähler noch für Platz 24 und wenigstens die Zwischenrunde Wirklich bangen von den deutschen Clubs muss der RB Leipzig nach drei knappen Niederlagen und dem schwierigen Spiel bei Celtic Glasgow. Die Bayern haben mit Benfica eine durchaus knifflige Aufgabe im heimischen Stadion. Bayer Leverkusen steht mit 7 Punkten gut da und kann relativ unbeschwert zum FC Livepool reisen (Mi., 21.00).
Europa Leaugue und Conference League sind für  Donnerstag angesetzt. Eintracht Frankfurt (18.45 Slavia Prag) und Hoffenheim (21.00 Lyon) haben Heimspiele, der 1. FC Heidenheim hat in der Conference League eine durchaus reizvolle Aufgabe bei den Hearts of Midliothian (21.00).

Und sonst?

  • Fußball-Bundesliga: Das wohlklingendste Spiel des 10. Spieltags ist die Begegnung Stuttgart vs Frankfirt (So., 17.30). Bayern München bei St. Pauli), und Borussia Dortmund (in Mainz) haben lästige Spiele bei Nachzüglern. Gespannt bn ich, ob Bayer Leverkusen bei den furchtbaren Dortmundern in die Erfolgsspur zurückfinden.
  • Internationaler Fußball: Match des Spieltags in England ist am Sonntag (17.30) das London-Derbay zwischen Chelsea und Arsenal an der Stamford Bridge. Arsenal schwächelte zuletzt mit nur einem Punkt aus 3 Spielen. Tabellenführer Liverpool erwartet am Samstag zu ungewöhnlich später Stunde (21.00) Aston Villa.
    Schlager der Serie A ist am Sonntag das Duell von Inter gegen Napoli, den Meistern der vergangenen beiden Spielzeiten.
  • Mannschaftssportarten: Nach 2 Auswärtserfolgen in Mailand und Villeurbanne steht der FC Bayern Basketball in der Euroleague mit 5:2 Siegen. Am Donnerstag (20.45) empfangen die Münchner Zalgiris Kaunas. Tabellenletzter Alba Berlin (1:6) hat zuvor (18.30) bei RS Belgrad eine sehr schwere Aufgabe.
    Im Handball ruht der Liga-Betrieb wegen Länderspielen. In der EM-Qualifikation beginnt Deutschland mit Partien gegen die Schweiz (Do., 18.30) und in der Türkei (So., 15.10).
    Im Eishockey steht der Deutschland Cup an. In einem Vierterturnier in Landshut spielen Deutschland, Dänemark, Österreich und die Slowakei. Klangvoller klingt der Karjala Cup in Helsinki mit Tschechien, Schweden, Finnland und der Schweiz.
  • Die europäische Golfturnier-Serie hat ab Donnerstag in Abu Dhabi ihr zweitletztes Turnier. Eine Woche später dann der Abschluss in Dubai.

 

Trump vs Harris Himmel hilf!

All das wird von der US-Wahl am Dienstag (Mittwochmorgen MEZ) überschatte. Bei Trump vs Harris befürchte ich das Schlimmste, bei einem Trump-Sieg vielleicht sogar das Ende der US-Demokratie, wie wir sie kennen. Auch wenn Harris gewinnen sollte, dürfte es extrem unruhig werden

Lebenszeichen in der Bronx

Blick über den Teich, MLB

New York Yankees – Los Angeles Dodgers 11:4 (1:3)

Zumindest die Schmach eines Sweeps bleibt den Yankees erspart. Ungefähr so dürften sich das alle Fans vorgestellt haben: Die Dodgers-Pticher werden herumgeschubst und die Schlagmänner ergattern Punkt um Punkt. Ob sich das jetzt noch dreimal wiederholen lässst bleibt abzuwarten.

Dabei ging es für die Dodgers glänzend los. Freddie Freeman schaffte gleich im ersten Inning einen weiteren Homerun. In allen 4 World Series hat er damit den Ball über den Zaun geschlagen, das hat es noch nie gegeben. Und nimmt man seine beiden Spiele aus den WS 2021 hinzu, ist er bei jetzt 6 Partien hintereinander mit einem Homerun.

Doch das war es erst mal mit der Yankee-Herrlichkeit, die Offensive verstummte, und die Yankees übenahmen das Kommando. Im 2. Inning verkürzte Alex Verdugo, der mit seinem Groudout ins Ziel brachte. Volpes große Stunde schlug dann im 3. Inning, als er bei geladenen Bases einen Grand Slam schlug und 4 weiterePunkte aufs Scoeboard brachte. Zwar verkürzte LA noch mal auaf 4:5, doch dann brach es über sie hinein. Ein HOmer vor Austin Wells und gleich 5 Scores im 8. Inning gegen einen sich auflösenden Bullpen stellte das Endergebnis her.

Bemerkenswert, dass vor allem die 2. Garde der Yankees-Schlagmänner, die bisher in der Werie ziemlichblass geblieben war, so ablieferte. Die Homeruns besorgten Volpe, Wells sowie Greyson Torres.

Star Watch

Aaron Judge: Eine kleine Besserung. In den ersten 3 At Bats kam er jeweils auf Base (Walk, Hit by Pitch, Fielding-Error), und im 8. Inning brachte er sogar einen Hit und damit den ersten RBI der Serie zu Stande.
Shohei Ohtani: Weiter sichtlich angeschlagen an seiner luxietern Schulter. In „normalen“ Partien würde der Japaner mit Sicherheit nicht an der Platte stehen. Immerhin ein Hit, aber bei einem Slide zur 2. Base fiel er erneut auf die Schulter..

Die Werfer
Yankees SP Luis Gil hatte ein solides World-series-Debüt. Der Rookie fing sich nach dem frühen Homerun
Bei den Dodgers funktionierte das Bullpen-Spiel diesmal nicht. Zumindest wurden nicht allzu viele Pitcher „verbraucht“.

Szene der Partie

Gleich zu Beginn tragten 2 Yankee-Fans in Erscheinung, die dem fangbereiten Mookie Betts einen weiten Ball aus dem fangbereiten Handschuh klauten. Sie wurden umgehend aus dem Stadion geworfen.Zur Belustigung und Veranschaulichung

https://www.spiegel.de/sport/baseball-fans-reissen-mookie-betts-von-den-los-angeles-dodgers-ball-aus-der-hand-a-3de9bbd5-9705-45fc-9918-081550ce7de5

Ansetzung heute
01:08: Yankees – Dodgers (1:3)
Beide Teams greifen auf die Starting Pitcher aus Spiel 1 zurück. Gerrit Cole wird für die Yankees antreten, Jack Flaherty für die
Dodgers. Gewinnen die Yankees, geht die Serie zurück nach LA.

Yankees in arger Bedrängnis

Blick über den Teich, MLB

 

Los Angeles Dodgers – New York Yankees 4:2 (2:0)

Nach der dramatischen Partie 1 mit Extra-Inning und Walk-off-Grand-Slam war das 2. spiel der World Series fast Business as usual.. Die Entschedung fiel schon im 3. Inning, als den Dodgers 2 Homeruns in Folge durch Teodoscar Hernández und Freddie Freeman zur 4:1-Führung gelang. Freemans 2. Homerun im 2. WS-Spiel. Der Anschluss im 9. Inning kam zu spät. Dabei hatten da die Yankees bei geladenen Bases durchaus die Chance, das Ruder gänzlich herumzureißen.

Dodgers Werfer Yoshinobu Yamamoto erwischte einen Sahnetag. In 6.1 Innings ließ der Japaner nur den Single Homerun von Juan Soto sowie zwei Walks zu. dementsprechend groß war der Jubel sogar bei den r(für Worrld-Series-Verhältnisse) eher reservierten Dodgers-Fans. Ein wenig blutet da mein Herz, was für einen unglaublichen Lärm Fans etwa in Philly, Cleveland und San Diego veranstaltet hätten. In LA war es ganz nett. Großer Jubel zumindest in einer zugeschaltenen Bar in Tokio über ihren famosen Werfer.

Doch die Freude der Dodgers erhielt einen herben Dämpfer. Shohei Ohtani nämlich verletzte sich beim versuch, eine Base zu stehlen, so schwer an der Schulter, dass er das Spielfeld verlassen musste. Das unnötige Risiko beim Stand von 4:1 im 7. Inning hat sich nicht gelohnt. Jetzt war es gar totenstill im Dodger Stadium. Immerhin geben sich die Verantwortlichen verhalten optimistisch, dass Ohtani nicht länger ausfällt. Näheres steht zurzeit noch nicht fest.

Spieler des Spiels
Yoshinobu Yamamoto: Diesmal lieferte die Wundertüte am Mound Außergewöhnliches ab.

Stark trotz der Niederlage
Juan Soto: Erzielte 2 der 4 Hits und hatte auch die beiden Runs.

Star Watch
Shohei Ohtani: Vor seinem Aus hatte der designated Hitter auch nicht einen Super-Tag. Kam allein durch einen Walk auf BAse, bevor er seinen verhängnisvollen Steal versuchte.
Aaron Judge: Unterbot sogar noch seine bisher dürftigen Play-off-Leistungen. 4 At Bats, 4 Outs, dabei dreimal durch Strike Outs.

Ansetzungen (MEZ)
Di. 01:08: Yankees -Dodgers (0:2)
Mi., 01:08: Yankees -Dodgers
Do., 01:08: Yamnkees – Dodgers (wenn nötig)