von Münchner Löwe | Dez. 17, 2024 | bundesliga, Fußball, NBA, ski alpin, Tennis, Wintersport, Wochenrückschau
Erst am Dienstag, shame on me. Aber der Feuerzeugwurf in der Försterei war mir einen eigenen Eintrag wert, und danach verließen mich die Kräfte …
Der Bayern-Angstgegner heißt Mainz
Kaum zu glauben: Das 1:2 der Münchner war die vierte Niederlage beim FSV in den vergangenen fünf Auswärtsspielen in der Bundesliga. Und sie war mehr als verdient, denn der Auftritt des Rekordmeisters war der mit Abstand schwächste in der laufenden Spielzeit.
Sehr engagierte Mainzer (oft auch über die Grenzen hinaus) nahmen den Bayern nach einer duchaus ansprechenden ersten Viertelstunde den Schneid. Die beiden Tore des Koreaners Lee waren eher Slapstick, dass der eingewechselte Vorlagengeber Armando Sieb eine Münchner Leihgabe ist, ist das i-Tüpfelchen. (Auch) eine Erklärung des dürftigen Auftritts: Den Bayern fehlten 9 (erweiterte Stammspieler, das können nicht mal sie kompensieren. Und bei Lichte betrachtet haben sie bis auf Harry Kane und Jamal Musiala keinen Ausnahmespieler mehr, der den Unterschied ausmacht. Gut für die Münchner, dass für sie nur noch ein Spiel am Freitag gegen RB Leipzig auf dem Programm steht, denn das Team geht sichtlich auf dem Zahnfleisch.
Die Herbstmeisterschaft ist dennoch sicher, aber Mister Bayer Leverkusen macht gerade einen viel besseren Eindruck. Verspircht Spannung fürs Titelrennen 20256.
Dennis Schröder jetzt ein Warrior
Zu den Perversionen der NBA gehört es, dass die Spieler ohne jedes Mitspracherecht (die allermeisten zumindest) von einem Team zum anderen transferiert werden. Noch perverser ist das Tanking, also das absichtliche Verlieren. Die Personalie Dennis Schröder verdeutlicht beide Perversionen aufs Deutlichste. Gerade hat er in Interviews geäußert, wie wohl er sich und seine Familie bei den New Jersey Nets fühlen und in der Stadt New York, da heiß es für ihn Kofferpacken und ab ans andere Ende der USA nach San Francisco zu den Golden State Warriors. Die Begründung: Dennis Schröder hat zu gut gespielt und mit den Netsz u viel gewonnen. Es „droht“ sogar die Qualifikation für die Play-offs, zumal im schwachen Osten. Dabei wollen die Nets doch eher verlieren, um 2025 in der neuen Draft-Lotterie sich als eines der ersten Spieler einen ganz, ganz tollen Collegespieler zu schnappen.
Nun muss ich mit dem bestens alimentierten Dennis Schröder kein Mitleid haben. Zumal er mit den Warriors um Steph Curry ein vielleicht sogar titelreifes Team vorfindet, in das er mit seinen Spielmacher-Qualitäten bestens passt. Golden State empfängt ihn mit offenen Armen, gerade die WM 2023, als Schröder das deutsche Team als Kapitän zum WM-Sieg führte unter anderem auch mit einem Erfolg über die USA, hat bei Trainer Steve Kerr Eindruck gemacht. Also eine Win-Win-win-Lösung für alle Beteiligten. Pervers bleibts trotzdem.
Odermatt siegt, Vonn fährt Probe
Die Abfahrtspiste Birds of Prey in Beaver Creek ist eine meine Lieblingsstrecken im Ski-Kalender (vielleicht ein bisschen zu kurz). Am Wochenende durften hier endlich auch die Frauen ran, und die Steilstücke waren für sie durchaus eine Herausforderung. Sie meisterten das glänzend, am besten am Samstag die Österreicherin Cornelia Hütter (Abfahrt) und am Sonntag die unglaubliche Italienerin Sofia Goggia im Super-G, die gerade mal ihr Comeback nach einer schweren Beinverletzung bestritt. Die Speed-Queen ist wieder da.
Apropos Speed-Queen: Diesen Titel hatte lange Jahre unbestritten Lindsey Vonn inne. Die Amerikanerin arbeitet sukzessive an ihrem Comeback. Nach den FIS-Rennen in Copper Mountain, wo sie ihre Abffahrtstauglichkeit zeigte, bezwang sie die Birds of Prey als Vorläuferin, und sie war offenbar im Super-G gerade mal etwa 2 Sekunden hinter der Siegerin (inoffiziell gestoppt). Am Wochenende in St. Moritz, längst nicht so herausfordernd, will sie dann bei zwei Super-Gs offiziell wieder ins Weltcup-Beschehen eingreifen.
Die Männer waren bereits wieder in Europa, bestritten in Val s’Isere Riesenslalom und Slalom. Im RS siegte Marco Odermatt nach zuletzt 3 Ausflällen, was ihn sichtlich erleichterte. Das Rennen im 2. Durchgang war für mich irregulär, da die besten, also später startenden Fahrer eine fast unfahrbare Piste und schlechte Sicht vorfanden. Die Gunst der Stunde nutzte der Österreicher Patrick Feurstein, der auf Platz 2 seinen ersten Podestplatz fixierte. Schön für ihn, es ist halt Freiluftsport.
Im Slalom kam Henrik Kristoffersen endlich mit seinem Ski-Material bestens zurecht und siegte vor seinem norwegischen Landsmann Ali McGrath und Luc Meillard aus der Schweiz. Nur noch eine Frage der Zeit ist es, bis Lcas Pinheiro Braaten, diesmal Fünfter, ganz oben aufs Siegertreppchen steigt bei seinem Comeback nach einem Jahr Pause. Dagegen läuft es für Linus Straßer überhaupt nicht. Der Skilöwe schied im 2. Lauf aus und wartet auch nach dem 3. Rennen auf einen Podestplatz in dieser Saison.
Manchester United macht United-Things
Fußball-Fans werden oft gefragt, warum sie sich das antun: viele dahinmäändernde Spiele sich live anschauen, in denen wenig bis nichts passiert. Da reiche doch eine Zusammenfassung. Diese Anklage hat oft gute Gründe, seufz, umso schöner ist es dann, wenn es noch besseres Anschauungs-Material zur Exculpation gibt; wie am Sonntag die letzten fünf Minuten beim Manchester-Derby City vs United. 87 Miinuten war es das vor sich hin määndernde Spiel, durchaus mit einigen Nettigkeiten wie dem Führungstor für City. Es folgte die tolle Schlussphase. Ausgleich United und nicht einmal 2 Minuten später Siegestor United mit einem irren Treffer. Und plötzlich ward aus dem Normalo-Spiel eines für die Geschichtsbücher.
Wem das bekannt vorkommt: Der FC Bayern kann von derlei United-Nachspielzeiten ein. trauriges Erinnerungs-Lied singen. Man sage nur: Barcelona, 1999, Solkskjaer, und jeder Fan wird seufzend (jeder Nicht-Fan lächselnd) Bescheid wissen und einem vemeintlich sicheren Champions-League-Triumph hinterhertrauern. Damals war es Usus für Manchester United, späte Spiele zu gewinnen, die gute alte Fergie-Time. Jetzt lebte Sir Alex wieder auf im Etihad. City dagegen und der zunehmend verzweifelte Pep Guardiola versinken fast schon im Premier-League-Mittelmaß.
Und sonst
- Bundesliga: Den Feuerzeugwurf von Berlin, der den Bochumer Torwart traf, habe ich gestern schon „gewürdigt“. sollte der VfL am Grünen Tisch die 3 Punkte erhalten, sieht er im Abstiegs-Schneckenrennen wieder Land. In diesem sind vor allem noch Holstein Kiel, Heidenheim und St. Pauli involviert. Stand heute würde ich den hamburgern die besten Chancen auf Rettung zubilligen.
- Internationaler Fußball, Unfassbare Siegersserie. Atlanta Bergamo hat das zehnte Spiel in Folge in der Serie A gewonnen (Vereinsrekord ausgebaut) und die Tabellenführung verteidigt. Inter gewann am Montag in beeindruckender Manier mit 6:0 bei Lazio.
Spitzenclubs schwächeln: Der FC Barcelona hat in der Primera Division den brillanten Start schon fast verspielt. Die 0:1-Heimniederlage gegen Aufsteiger Legranes war der vorläufige Höhepunkt einer Abwärtsspirale. Noch ist Barca Tabellenführer, weil auch Real Madrid viele Punkte lässt. Team der Stunde ist Atlético mit zuletzt 6 Siegen in Folge. Am Samstag empfängt Barca das Team von Trainer Diego Simeone. Eine weitere Pleite, und die Spitze ist futsch.
- Wintersport: Skispringer Pius Paschke ist auf seine alten Tage (sorry) weiter in bestechender Form. Er gewann beide Wettbewerbe auf der Großschanze von Titisee-Neustadt und siegte zusammen mit Andreas Wellinger auch im Team. Souverän führt er den Weltcup an.
Nicht viel schlechter ergeht es Franziska Preuß. Die Biathletin gewann den Sprint in Hochfilzen und wurde in der verfolgung Dritte hinter Lou Jeanmonnot und Vanessa Voigt. Auch sie führt den Weltcup an.
- Handball: Triumph für Norwegens Frauen bei der Europameisterschaft. Im Wiener Finale gewann das zurzeit mit Abstand beste Team der Welt (zuletzt dreimal Olympiasiegerin) klar gegen Dänemark. Von der absoluten Spitze ist die deutsche Mannschaft doch noch ein Stäck weit entfernt. Da bleibt bis zur Heim-WM Ende 2025 noch einiges zu tun, will man wenigstens in den Medaillenkampf eingreifen. Norwegen erscheint mir unbezwingbar.
In der Männer-Bundesliga baute MT Meldungen die Tabellenführung durch zwei klare Siege gegen HSV Hamburg und in Gummersbach auf zwei Punkte aus. Dahinte ein dichtes Vefolgerfeld mit Hannover-Burgdorf, den Füchsen Belin, SC Magdeburg, dem THW Kiel. Extrem viel Spannung ist angesagt in der vermeintlich besten Liga der Welt.
von Münchner Löwe | Dez. 16, 2024 | Fußball, WNBA
Aufreger des Bundesliga-Spieltags war keine sportliche Begebenheit, obwohl die erste Niederlage des FC Bayern in Mainz durchaus Amüsement auslöste sondern ein Zuschauer-Idiot bei der Partie 1. FC Union Berlin vs VfL Bochum. Ein vermeintlicher Fan des so stolzen 1. FC Union sah sich in der Nachspielzeit beim Stand von 1:1 bemüßigt, ein Feuerzeug aufs Spielfeld zu werfen. Logisch, heißt ja auch Wegwerffeuerzeug. Dummerweise und vielleicht auch gar nicht gewollt traf dieses weggeworfene Wegwerffeuerzeug den Bochumer Torwart Patrick Drewes, vielmehr streifte es ihn am Hinterkopf. Er erschrak sichtlich, sammelte das Feuerzeug als Beweisstück ein. Sekunden später eilten zwei Betreuer aufs Feld und führten den allen Anschein nach Benommenen in die Kabine. Dorthin bat dann auch Schiedsrichter Petersen alle Spieler. Nach 28 Minuten Pause, in denen sich Petersen mit dem Schiri-Boss per Telefon beratschlagte, kamen die Profis zurück und spielten die Partie, also die angegebene Nachspielzeit ohne jede Aktion zu Ende. Ein abgesprochener Nichtangriffspakt (da finde ich es übrigens immer sehr süß, dass Petersen die Zeit auf die Sekunde genau einhielt, bevor er abpfiff).
Drewes war da nicht mehr dabei, und da die Bochumer nicht mehr auswechseln durften, mimte Feldspieler Philipp Hofman den Schlussmann, berührte aber nicht einen einzigen Ball. Drewes, dem die Bochumer Übelkeit attestierten, wurde ins Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte keine schwereren Verletzungen feststellten. Er konnte noch in der Nacht die Klinik verlassen. Am heutigen Montag legte der VfL wie angekündigt offiziell Einspruch gegen die Spielwertung ein. Der Club hofft auf 3 Punkte am Grünen Tisch, die im Abstiegskampf ziemlch helfen könnten.
So weit die traurigen Fakten, das Nachspiel ist teilweise noch viel trauriger. Zum einen wird reichlich unverhohlen Drewes Schauspielerei vorgeworfen. Das Feuerzeug habe ihn nur gestreift, könne also gar keinen Schaden angerichtet haben. So klang es nicht nur erbost und feindselig in Kommentarspalten, auch in denen von seriösen Blättern wie die Süddeutsche Zeitung. Auch viele der sogenannten Experten sprangen auf den Zug wie Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe (lange Zeit der beste seiner Zunft in Deutschland. „Feuerzeugwurf ist inakzeptabel!! Aber das Schmierentheater von Drewes auch!“ Nichts anderes als Schauspielerei wirft er dem Schlussmann vor. Per Ferndiagnose aus Fernsehbildern. Die Erfahrung hat ja auch schon jeder gemacht, dass man mit einem Feuerzeug aus 30 Metern Höhe getroffen wird.
Zumindest auf Oliver Kahn trifft das tatsächlich zu, bei ihm war es sogar ein Golfball, der ihn bei einem Pokalspiel in Freiburg an der Schläfe traf. Er kehrte damals tatsächlich aufs Spielfeld zurück, mit blutverschmierten Verband und Trikot.
https://www.sportschau.de/fussball/2000-als-kahn-vom-golfball-am-kopf-getroffen-wurde,video-historie-fc-bayern-sc-freiburg-100.html
Jetzt befand er: „Er hätte es zumindest versuchen müssen weiterzuspielen.“ Zumindest das Wort Betrug nahm er nicht in den Mund.
Ich finde diese Täter-Opfer-Umkehr beschämend. Wir können alle nicht in den Kopf von Drewes reinschauen können, ihm Schauspielerei ohne den geringsten Anhaltspunkt vorzuwerfen. Wie groß war der Schmerz, der Schock? Die Angst vor einem zweiten Wegwerffeuerzeug-Depp?
Und soll man jetzt wirklich dem VfL Bochum vorwerfen, alles Mögliche zu versuchen, die drei Punkte zu ergattern (also zwei zusätzliche). Wie war das denn mit den Protesten nach unerlaubten Auswechslungen, die ohne jede auswirkung aufs Spiel blieben? Eintracht Frankfurt profitierte von den 4 Amateur-Bayern, obwohl sie das Spiel haushoch verloren hatte. Lauterns Meistertrainer Otto Rehhagel wechselte aus Vesehen einen damals vebotenen 4. Ausländer ein und reagierte umgehend mit der Wieder-Auswechslung, als ihm der Fauxpas auffiel. Spielwertung zu Gunsten des Gegners, der, Trommelwirbel, VfL Bochum hieß.Das war 1998
Kein Ruhmesblatt heimste auch Unions Sportdirektor Horst Heldt ein, den ich seit seiner Zeit bei den Münchner Löwen (Großer Seufzer!) sehr gerne mag. Der erging sich nach dem Spiel tatsächlich erst mal in einer länglichen Spielanalyse (die allerdings keine Sau interessierte). Danach schwadronierte er von einem Einzeltäter (den die Polizei übrigens schon ermittelt zu haben glaubt). dabei flogen vor und nach dem Kopftreffer auch andere Wegwerffeuerzeuge aufs Spielfeld, wie Bochumer Profis versicherten.
Für mich kann es nur eine Entscheidung geben, nämlich die Spielwertung zu Gunsten des VfL. So bitter das für die Abstiegskampf-Konkurrenten sein mag. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob die Bochumer nach der Auswechslug mit einem Mann weniger spielen mussten. Auch die Dauer der noch zu absolvierenden (Nachspiel)-Zeit dürfte ohne Bedeutung bleiben, denn wo soll da eine vernünftige und nicht rein willkürliche Grenze gezogen werden?
von Münchner Löwe | Dez. 15, 2024 | basketball, Fußball, ski alpin, WNBA, Wochenvorschau
Die letzte wirklich umfangreiche Sportwoche, obwohl es mittlerweile auch zwischen den Jahren mit Skispringen, Darts und auch einigen Ligen viel Programm gibt
Heidenheim exklusiv
In ihrer Reform der europäischen Fußball-Wettbewerbe hat die UEFA unter anderem beschlossen, dass jeder Wettbewerb eine exklusive Woche hat. Und so gibt es diesmal allein die Conference League. Doch da diese ihren 6. und bereits letzten Spieltag bestreitet, finden alle 18 Partien gleichzeitig statt, nämlich am Donnerstag um 21 Uhr. dabei empfängt der einzige deutsche Vertreter 1. FC Heidenheim den FSC St. Gallen. Mag es für die Ostalbstädter in der Bundesliga zurzeit gruselig laufen, in der Conference League sind sie jetzt schon sicher in der K.-o.-Runde. Allerdings dürfte nach zuletzt 2 Niederlagen in Folge gegen Chelsea und bei Basasehir Istanbul der Sprung in die Top 8 und damit direkt ins Achtelfinale nicht mehr gelingen. Besser sieht es für den SK Rapid aus, der mit einem hohen Heimsieg gegen Kopenhagen es aus eigener Kraft schaffen könnte. Sicher in den Top 6 sind 5 Teams, darunter der FC Chelsea sl einzige Mannschaft ohne jeden Punktverlust.
Viel Power im Ally Pally
Nein, Phil „Power“ Taylor, der Darts-Rekordweltmeister gibt kein Comeback bei der WM, aber die Elite hat bis Sonntag ihre erste Runde, die sie jeweils gegen einen Spieler bestreitet, der zuvor ein Match gewinnen muss. Überraschungen dürfen gerne eingepreist werden. Favorit auf den Titel sind die beiden Lukes Littler und Humphries, die allerdings schon im Halbfinale aufeinander treffen würden. Ansonsten ein weites Feld.
Lindseys Comeback
Die Speed-Queen Lindsey Vonn hat ihre Probefahrten als Vorläuferin dem Vernehmen nach unbeschadet überstanden und nach eingener Aussage „viel Spaß gehabt“. Ihrem Comeback als offizielle Starterin am Wochenende in St. Moritz steht formell auch nichts entgegen, wo zwei Super-Gs stattfinden. Ich sage mal so: Wer die Höllenabfahrt von Beaver Creek ohne schaden bezwingt, muss auch vor dem europäoschen Speed-Beginn in Moritz auf der längst nicht so steilen Corvigla keine Angst haben. Wunderdinge sollte niemand erwarten, ein Rang unter den Top 15 wäre schon außergewöhnlich gut.
Finale in der NBA
Das ist natürlich eine riesige Übertriebung aber in der Nacht zum Mittwoch spielen die Oklahoma Thunder gegen die Milwaukee Bucks in Las Vegas um den liga-internen NBA-Cup. Beim Sieger-Team erhält jeder Spieler etwa 510 000 Dollar, die Verlierer kassieren etwas mehr als 200 000. Das mag für die Topstars ein eher nettes Zubrot sein, doch gerade für die Bankspieler, die „nur“ 2 Millionen/Jahr kassieren, ist das ein richtiger Batzen Geld. Und das Team kann sich einen weiteren Siegerwimpel an die Hallendecke hängen.
Die Bucks sind Außenseiter, haben sich nur ganz knapp gefgen die ersatzgeschwächten Orlando Magic (ohne die besten Paolo Banchero und Franz Wagner) durchgesetzt. Die Thunder sind (nicht nur) für mich derzeit das beste Team der Liga. Auch der „echte“ NBA-Titel geht nur über sie.
Und sonst?
- Fußball-Bundesliga: Der letzte Vorrundenspieltag wartet mit einem spannenden Freitagsspiel auf. Bayern München triffft nach der ersten Liga-Niederlage in Mainz auf RB Leipzig. Ob und wie viele der Verletzten zurückkommen, ist noch fraglich, aber auch auf Leipziger Seite sind einige Ausfälle zu beklagen.
Im Abstiegskampf kommt es zum direkten Duell zwischen dem VfL Bochum und Heidenheim. Sollten die Bochumer tatsächlich am Grünen Tisch drei Punkte aus dem Unioon-Spiel erhalten, könnten sie mit einem weiteren Erfolg wieder Anschluss finden.
Meister Leverkusen empfängt im Topspiel am Samstagabend den SC Freiburg und will den fünften Sieg in Folge.
- 2. Liga: Hier findet zum Jahresabschluss schon der 17. Spieltag an. Zwischen dem Ersten Elversberg und dem Neunten Darmstadt liegen gerade mal 4 Pünktchen. Vorhersagen scheinen. unmönglich. Elversberg empfängt am Freitag Schalke, zuletzt im leichten Aufwärtstrend, am Sonntag kommt es zum Duell FC Köln vs Lautern. Der HSV versucht sein Glück ebenfalls am Freitag gegen Greuther Fürth.
- Internationale Ligen: In England muss der ganz leicht schwächelnde FC Liverpool bei der Wundertüte Tottenham Hotspur antreten. Erster Verfolger ist tatsächlich der FC Chelsea, das ebenfallls am Sonntag beim FC Everton 3 Punkte holen will.
Europaleague-Sieger Atalanta hat in der Serie A 10 Siege am Stück gewonnen. Soll da ausgerechnet Empoli (bei allem Respekt) zum Stolperstein werden?
Spitzenspiel-Alarm in der Primera Division: Der Erste FC Barcelona empfängt den Zweiten Atlético Madrid. Die Befindlichkeit der beiden Teams könnte untershciedliche nicht sein. Während Atlético zuletzt 6 Spiele am Stück gewann und sogar Lokalrivalen Real überholte, schwächelt Barca nach dem Traumstart bedenklich. Negativer Höhepunkt: Das 0:1 zu Hause gegen Aufsteiger Legranes.
- Basketball: Zwei schwere Auswärtsspiele für den FC Bayern in der Euroleague. Der Tabellendritte muss am Dienstag beim Zweiten Monaco und am Freitag beim Sechsten Olympia Milano antreten
Handball: Das Pokal-Viertelfinale steht während der Woche an: Es kommt zum Schlager MT Melsungen gegen die SG Flensburg-Handewitt. Beide Teams müssen am Montag noch in der Bundesliga ran: Melsungen beim VfL Gummersbarg, die SG empfängt die Füchse.
- Wintersport: Viel Weltcup allüberall: Die Herren bestreiten in Gröden am Freitag und Samstag auf der Saslong einen Super-G und eine Abfahrt sowie am Sonntag in Alta Badia einen Riesenslalom
Die Skispringer um den Weltcup-Führenden Pius Paschke haben kurz vor Weihnachten ihr Stelldichein in Engelberg/Schweiz, traditionell die Generalprobe für die Vierschanzentournee zum Jahreswechsel.
Nach der Biathlon-Sause von Hochfilzen trifft sich die Spitze in Annecy, wo von Donnerstag an für Männe und Frauen Sprint, Verfolgung und Massenstart auf dem Programm stehen. Franziska Preuß fährt mit zwei Weltcupsiegen und dem Gelben Trikot der Führenden nach Frankreich. Bitte bleiben Sie gesund, Frau Preuß.
von Münchner Löwe | Dez. 12, 2024 | Allgemein
Dass Markus Lanz eher der Union zugeneigt ist, wird der Südtiroler selbst kaum bestreiten wollen, es wäre auch zu unglaubwürdig. Dass er sich allerdings in der nach ihm benannten Talkshow zum Pressesprecher und kumpeligen Stichwortgeber des ehemaligen Fiananzministers Theo Waigel aufschwingt (oder ist das doch eher ein duckmäuserisches Kriechen und Schleimen?), hätte ich in der Form dann doch nicht erwartet.
Es geht überhaupt nicht darum, dass er den 85-jährigen, geistig und körperlich beneidenswert fitten Waigel als einzigen Gast begrüßte, das macht er ja häufig. Aber Waigel (Sportbezug: Er ist mit der ehemaligen Klasseskifahrerin und Silbermedaillengewinnerin bei Olympia und WMs Irene Epple verheiratet) unwidersprochen auf die SPD und vor allem den Grünen-Habeck schimpfen (eher: schwadronieren) ließ, fand ich doch befremdlich.
Es ist bei Lanz eher Regel als Ausnahme, den Gesprächspartner permanent ins Wort zu fallen, weil er eh alles besser weiß (zu wissen glaubt). Jetzt durfte Waigel in epischer Breite, aber reichlich unkonkret alles als katastrophal abkanzeln. Habeck habe alles, abe auch alles falsch gemacht. Und die Lindner-FDP stellte er als armes Opfer der beiden bösen linken Parteien hin. Wo war hier zB die Frage, ob er Lindner glaubt, dass er vom DDay-Papier nichts wusste und ob nicht Scholz ein klitzekleines Bisschen recht habe, den FDP-Chef abzukanzlern. Auch keinerlei Frage nach den fantastischen CSU-Verkehrsministern, die die Bahn völlig ruiniert haben. Das mit viel krimineller Energie durchgepaukte Mautdebakel wurde fast lächeln als dummer Fehler abgetan. Und als Waigel (sicher nicht ganz zu Unrecht) bemängelte, die Koalition habe ihren Bürgern zu wenig zugemutet: Wo blieb da das naheliegende Nachhaken, dass diese Regierung Landwirten Subventionen kürzen wollte, dies aber von der Union und vor allem der Bauern-freundlichen CSU wieder einkassiert wurde.
Waigel durfte in der Vergangenheit schwelgen, wo man sich zwar gegenseitig kritisert habe doch menschlich respektiert. Dass die CSU Willy Brand als „Volksverräter“ hinstellte wg der Ostverträge und des Kniefalls zu Warschau und ihn „an die Wand stellen“ wollte – das war natürlich kein Thema.
Ein Waigel-Interview hätte durchaus interessant werden können. So war es eine vertane Chance, die höchstens in CSU-Werbefilmchen gut herüberkommt.
von Münchner Löwe | Dez. 12, 2024 | Fußball, sportpolitik, WM
Es ist also offiziell: Saudi-Arabien wird Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2034. Meine Begeisterung ob dieser jetzt feststehenden Tatsache habe ich schon letzte Woche zum Ausdruck gebracht.
https://blickueberdenteich.de/erbaermliche-entscheidung-erbaermlicher-dfb/
Ich sehe auch jetzt nicht einen einzigen Grund, warum der DFB nicht seinen Unmut ob dieser
a) Entscheidung an sich
b) des Zustandekommens dieser Entscheidung, nämlich dass es
– keinen Gegenkandidaten gab durch Schmutzeleien des Herrn FIFA-Präsident Gianni Infantino
– es eine Doppelwahl 2030/2034 war, die die FIFA-Statuten eigentlich ausschließen
– dass es nicht mal eine geheime Wahl war, sondern eine Akklamation (bleiebt auch bei SED-Parteitagen).
Wer wirklich nachlesen will, wie toll das gewesen ist, den verweise ich auf meine Freunde der SZ
https://www.sueddeutsche.de/sport/fifa-fussball-wm-2034-saudi-arabien-infantino-vergabe-kritik-li.3164505
Danke Norwegen für wenigstens ein ganz kleines bisschen Sand im Jubel-Getriebe.
All das lässt nur den Schluss zu, dass der DFB nichts gegen diese undemokratischen Tricks des GA hat und auch nichts gegen SA als WM-Ausrichter. Es bleibt nur der absolute Offenbarungseid der längst nicht mehr mächtigen europäischen Verbände. Die sich trotzdem zusammentun hätten können (wenigstens ein paar von ihnen nach der norwegischen Vorlage), um mit starker Stimme aufzubegehren, zu kritisieren. Doch wegen des praktisch einstimmigen Votums für Saudi-Arabien sind jetzt auch sämtliche vielleicht noch bestehende Vorbehalte gegen einen Gastgeber irrelevant. Mit keinerlei Berechtigung darf eines der zustimmenden Länder jetzt Kritik üben oder gar Forderungen stellen. Denn die grauenhaften Umstände in Saudi-Arabien sind bekannt: das Kaltstellen von Kritikern, die gerne (wahrscheinlich im Wortsinn) auch ermordet werden, die erbärmliche Behandlung von Frauen als Menschen zweiter oder dritter Klasse: vor allem aber die Abertausenden von Bauarbeitern, die jetzt bei der Errichtung der Superduper-Stadien zu Tode kommen und wie Leibeigende, ja wie Sklaven, behandelt werden ohne jegliche Rechte. All das ist bekannt durch unermüdliche NGOs, durch Amnesty Inernational etc; keiner darf sich herausreden, er habe nichts gewusst. Blanke Geldgier hat jegliche nach dem Katar-Desaster vielleicht noch existierende Moral über Bord geworfen. Exemplarisch das saudämliche Geschwätz von DFB-Präsident Bernd Neuendorf: dieses in jeder Beziehung unfähigen Mannes, der in den nächsten vier Jahren eine Million Dollar fürs Nichtstun einsackt (ich sehe die Dollarzeichen förmlich in seinen Augen samt der lächerlichen Brille auf der Stirn).
Warum hat niemand die Infantino-Show gecrasht mit Aufbegehren, mit lauter Kritik an SA und seinen Foltersknechten, den Kashoggi-Mördern. Niente, nada, nichts. Auch nicht von Trainern (danke für Nichts, du jämmerlich mutloser Nagelsmann), von den millionenschweren Profis, nichts und niemand! Nur das ganz kleine und gleich abgebügelte nel takk. Heja Norge.
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