von Münchner Löwe | Jan. 7, 2025 | Wintersport
Positives aus Österreich. Wahrlich nicht in der Politik, aber zumindest im Sport. Ein Dreifachtriumph bei der Vierschanzentournee für Rot-Weiß-Rot. Am Ende jubelte mit Daniel Tschofenig der Jüngste (22), und es blieben zwei reichlich frustrierte Podest-Inhaber zurück.
Der arme Stefan Kraft
Das saß er nun als Letzter auf dem schmalen Brett, den die Skispringer auch Donnerbalken nennen. Weit unten auf der riesigen Paul-Ausserleitner-Schanze in Bischofshofen, die ja fast schon die Ausmaße einer Flugschanze hat, das jubelnde Österreich-Volk mit Fahnenmeer und Geschrei. Denn schon vor Stefan Krafts letztem Versuch stand ja schon fest, dass ein Austria-Adler die Tournee gewinnen würde. Sehr knapp war der Vorsprung, den Kraft hatte, für den Tournee-Triumph, für den Einzelsieg. Aber der 31-Jährige ist der erfahrenste und erfolgreichste seines Teams, hat zigmal bei insgesamt 45 Weltcupsiegen bewiesen, dass er in heiklen Situationen die Nerven behält.
Es folgte: ein Drama. Plötzlich frischte der Wind auf. Wind ist der Feind aller Skispringer (manchmal auch der Freund, wenn er als Aufwind den Athleten auf ungeahnte Weiten trägt). Die gesamte Tournee war er ein eher friedlicher Genosse, der die Springen kaum beeinträchtigte. Jetzt aber zeigte er seine Macht, blies plötzlich viel zu stark, als dass Kraft seinen Versuch starten konnte (es gibt sogenannte Windkorridore, um einigermaßen gerechte Verhältnisse zu schaffen). Endlose Sekunden vergingen, ja Minuten. Kraft musste sogar die Skier abschnallen und dort oben in der Kälte ausharren.
Nach geschlagenen sieben Minuten durfte Kraft wieder auf den Donnerbalken. Sieben Minuten, in denen er viel Zeit hatte nachzudenken und nicht vor allem hadern durfte über das vermaledeite Schicksal, den „Scheißwind“. Sieben Minuten, in denen auskühlte und natürlich an An-Spannung verlor, die er nicht nicht komplett wieder aufbauen konnte. Für diese Umstände legte er einen starken Sprung hin,der aber knapp nicht reichte, um den führenden Daniel Tschofenig und den Zweiten Jan Hörl abzufangen (das Trio trennte am Ende der 8 Durchgänge gerade mal 4 Punkte). Dementsprechend groß war der Frust und die anfangs recht karge Gratulation an den siegreichen Landsmann.“Ich kann verstehen, dass es sie anzipft“ zeigte der ob des Dreifach-Triumph überglückliche Bundestrainer Andi Widhölzl Verständnis für den ausgebliebenen Mannschaftsjubel. Mannschaftsgeist, den das ÖSV-Team die gesamte Tournee demonstriert hatte trotz aller Rivalität.
Mit „sie“ meinte Widhölzl (ein ehemaliger Tourneesieger) neben Kraft auch den Zweitplatzierten Jan Hörl, der ebenfalls mit dem Schicksal und mit sich haderte. Auf die Höchstweite von 143 Metern trug es ihn im finalen Durchgang, doch dort konnte er keinen Telemark mehr setzen. Und genau dies müssen die Punktrichter ab dieser Saison zwingend mit höheren Abzügen bei der Stilnote bestrafen. „Ich habe selber mit mir zu kämpfen gehabt, weil ich die Landung verschissen habe“, ärgerte sich Hörl, dem gerade ein Pünktchen zum Gesamtsieg fehlte. Immerhin hielt er den Teamgedanken hoch: „Wir sind Erster, Zweiter, Dritter und können stolz sein, dass wir zwei Wochen so einen coolen Fight hatten“, sagte Hörl. Er gönne Tschofenig den Erfolg. „Der Bessere hat gewonnen.“
Hinterher entbrannten natürlich Diskussionen, ob die Sprungjury alles richtig gemacht hat, als sie Kraft so lange da oben warten ließ. Der ehemalige Weltklassespringer Martin Schmitt monierte, dass die Länge des Anlaufs zu lang gewesen sei. Sonst hätte man den Wettkampf durchziehen können, sagte der Eurosport-Experte. Eine gewagte Behauptung, denn der Wind und eher nicht die Anlauflänge verhinderte Krafts Sprung.
Was bleibt, ist ein in der Tat historisches Ergebnis für Österreich: In den vier Tourneespringen in Oberstdorf, Garmisch, Innsbruck und Bischofshofen siegte Austria viermal und eroberte elf von zwölf möglichen Stockerlplätzen. Nur der Schweizer Gregor Deschwanden drang als Garmisch-Zweiter in diese Podest-Phalanx ein. Die Deutschen, zu Saisonbeginn neben Österreich die dominierende Nation, enttäuschte letztlich (ich schreib jetzt „erneut bei der Tournee“). Pius Paschke, fünffacher Weltcupsieger im November und Dezember wurde von Station zu Station schwächer, belegte am Ende nur den sechsten Platz. Sicher ordentlich für den bereits 34-Jährigen, aber die Erwartungen hatte er selbst durch brillante Leistungen viel höher geschraubt. Noch schlechter erging es Andreas Wellinger auf Platz 11 und vor allem Karl Geiger auf Rang 17. „Best of the Rest“ also bester Nicht-Österreicher war Johan Andre Forfang als Vierter mit dem Respektabstand von 36 Punkten auf den Dritte3n Kraft.
Jetzt haben die Skispringer erst mal Pause bis zum 18. Januar. Die Austria-Springer werden schauen, ihre Überform zu transportieren, der Rest sucht nach Aufholmöglichkeiten. Ode ist gar alles eine Frage von Wunder-Anzügen?
von Münchner Löwe | Jan. 6, 2025 | basketball, Darts, NFL, Radsport, ski alpin, Tennis, Wintersport, WM, Wochenrückschau
Über den Jahreswechsel wie gehabt die Darts-WM und Vierschanzentournee, dazu viel Hallen- und Wintersport. Und der Abschluss der regular season in der NFL
17 Jahr, und schon so erfolgreich
Luke Littler hat es geschafft. Als Favorrit gehandelt, sicherte sich der erst 17-jahrige Engländer schon bei seinem zweiten Antreten im Ally Pally den WM-Titel im Darts. Letztes Jahr verlor er noch das Finale gegen Luke Humphries, dieses Jahr setzte er sich letztlich klar mit 7:3 gegen den dreimaligen Weltmeister Michael van Gerwen durch. Mit 4:0 Sätzen führte er schon, auch weil van Gerwen seine Chancen zum Auschecken nicht nutzte, danach gab er sich scheinbar ohne Nerven keine Blöße. Erst nach dem entscheidnden Pfeil brach es aus ihm, heraus; er musste kurz die Bühne verlassen und war danach sichtlich angefasst und überwältigt vor Freude. Auch weil der offenbar enorme Druck endlich von ihm abgefallen war, weil nichts anderes als der Titel von ihm erwartet wurde (englisches Understatement at its best/worst). Ich muss jetzt nicht der größte Darts-Kenner sein (bin ich auch nicht mehr), um zu prognostizieren, dass dies nicht Littlers letzter WM-Titel war. Im Gegenteil: Er wird die nächsten Jahre bei praktisch jedem wichtigen Turnier der Mann sein, den es zu schlagen gilt.
Van Gerwen immerhin meldete sich nach einem für ihn schwachen Jahr immerhin mit dem WM-Einzug zurück. Abschreiben würde ich den Holländer keineswegs, auch wenn er im Finale zuweilen recht alt aussah. 35 Jahrte ist er jung, bei seinem ersten WM-Triumph 2014 war er mit 24 damals der jüngste Weltmeister nach PDC-Version (kein Wunder, weil ansonsten eigentlich nur Phil Taylor im Ally Pally triumphierte und einmal Raymond van Barneveld.
Neuer Stern am Slalom-Himmel.
Vor einer Woche feierte die 18-jährige Zrinka Ljutic ihren ersten Weltcupsieg, am Sonntag ließ sie beim Slalom in Kranjska Gora gleich Nummer 2 folgen. Ja, die Top-Fahrerinnen Petra Vlhova und Mikaela Shiffrin warenerneut nicht dabei, aber erneut war die Kroatin (fast) eine Klasse für sich. Nur Wendy Holdener mit zwei tollen Durchgängen hielt den Abstand unter einer Sekunde. Zeitgleich waren die beiden nach dem ersten Durchgang, die Schweizerin legte fulminant vor (ich hätte nicht geglaubt, dass diese Fahrt noch zu toppen ist), aber Ljutic legte noch einen drauf.
Lena Dürr schied nach bis dato schon wackliger Fahrt im 1. Durchgang aus, Emma Aicher verlor nach großartigem 1. Durchgang als Fünfte die Nerven und beendete ihren fehlerhaften Lauf fast zwangsläufig vorzeitig.
Tourneesieg an Österreich (okay Pferde/Apotheke, ihr wisst schon)
Erst am Montagabend kann ich die Klammer dann streichen, aber so viele Pferde können gar nicht vor einer Apotheke kotzen, als dass nicht ein Austria-Springer am Ende der Vierschanzentournee die Nase vorn hat. Ja, es würde mich schon sehr wundern, wenn nicht das Tournee-Podest gänzlich rot-weiß-tor wäre und auch der letzte Tagessieg in Bischofshofen an das Team Austria ginge. Zu überlegen zeigen sich Stefan Kraft, Jan Hörl und Daniel Tschofenig.
Und wer von den Dreien wird der erste Tourneesieger aus Österreich nach 10 Jahren? Eine Glaskugel, denn ganze 1,3 Punkte, das ist nicht mal ein Weitenmeter trennt das Trio. Für den Führenden Stefan Kraft spricht, dass er die meiste Erfahrung hat und sich zur Tournee gewaltig gesteigert hat. Für den Zweiten Hörl (0,6 Punkte zurück) spricht seine Konstanz und die Tatsache, dass Bischofshofen für ihn ein Heimspiel ist. Für Tschofenig spricht die Unbekümmertheit. Der Gesamtweltcup-Führende ist diese Saison zum regelmäßgen Siegspringer gereift. Um es mal flapsig zu sagen. Wenn ich die Wahl zwischen Kraft und Tschofenig hätte, würde ich den Hörl nehmen.
Dahinter geht es also aller Wahrscheinlichkeit nur um Platz 4 und die Ehre des Besten des Restes. Pius Paschke als Sechster ist mit seiner Vorstellung bisher sicher nicht vollends zufrieden, war er doch vor der Tournee der dominierende Mann. Ein Tagessieg würde die Enttäuschung lindern. Gregor Deschwanden aus der Schweiz und Daniel Forfang (Norwegen) sind dafür besser als erwartet.
Bye, bye Bengals
Es kam wie. befürchtet und nervt trotzdem. Die zweite Garde der Kansas City Chiefs schenkte das letzte Spiel bei den Denver Broncos ab und kassierte eine 0:38-Pleite. Die ihnen Nullkommajosef ausmacht, weil sie Platz 1 und das Freilos in der 1. Play-off-Runde schon sicher hatten, allerdings die eh nur wagen Play-off-Hoffnungen Hoffnungen „meiner“ Cincinnati Bengals beerdigten. Zu spät kam das Cinci-Team in Fahrt, die fünf Siege am Ende sind letztlich für die Katz. Dass wir uns nicht falsch verstehen: Es ist völlig legitim und letztlich verständlich, dass die Chiefs in einer Partie, in der es bei ihnen um nichts mehr geht, wichtige Leute nicht einsetzen. Aber diese Wehr- und Lustlosigkeit der zweiten Garde war nur noch lächerlich.
Nun denn: die Broncos sicheten sich durch den Erfolg den letzten Play-off-Platz in der AFC. Gleiches schafften die Tampa Bay Buccaneers in der NFC, die dazu allerdings einige Football-Götter brauchten.Sie sicherten sich ihren Sieg gegen die New Orleans Saints erst in der absoluten Schlussphase. Die Atlanta Falcons verloren dazu noch in der Overtime (als sie schon wussten, dass sie keine Chance mehr haben würden) gegen die Carolina Panthers
Zum ersten Mal überhaupt holten sich die Detroit Lions den 1. Platz in der NFC und haben damit nächstes Wochenende ebenfalls frei. Sie gewannen das „Endpiel um Platz 1“ gegen die Minnesota Vikings letztlich klar mit 31:9. Vikings-Quarterback hatte einen schwachen Tag, brachte nicht einmal die Hälfte seiner Passversuche an den Mann. Die bittere Folge. Da sie eben auch in der Nord-Division hinter den Lions Zweiter sind, müssen sie als zweitbestes Team trotzdem reisen (nämlich zu den Los Angeles Rams). Diese haben zwar satte vier Siege weniger auf dem Konto, aber halt ihre ungleich schwächere Division West gewonnen und daher Heimrecht.
Ich nehme hier meine Wochenvorschau vorweg und nenne die Termine der Wildcard-Spiele nächstes Wochenende (deutsche Art, also Gastgeber zuerst und MEZ). Eine längere Vorschau gibt es voraussichtlich am Freitag.
AFC
Freilos: Kansas City Chiefs
Sa., 22.30: Houston Texans vs Los Angeles Chargers
So., 02:00: Baltimore Ravens – Pittsburgh Steelers
So., 19:00: Buffalo Bills – Denver Broncos
NFC
Freilos: Detroit Lions
So., 22.30: Philadelphia Eagles – Green Bay Packes
Mo., 02:00: Tampa Bay Buccaneers – Washington Commanders
Di., 02:00: Los Angeres Rams – Minnesota Vikings
Norge feiert Doppelsieg
Nämlich bei der Tour de Ski, die am Sonntag traditionell mit dem Anstieg zur Alpe Cermis endete. Theres Johaug war wie erwartet am Berg eine Klasse für sich und distanzierte ihre Landsfrau Astrid Sling letztlich um 47 Sekunden. Johannes Klaebo dagegen musste am Berg leiden, verlor mehr als eine Minute auf Tagessieger Sinten Hagstad Krüger (sieh an, ein Norweger …), rettete aber den Vorsprung von mehr als einer Minute zum Gesamtsieg. Großartig schlugen sich der Österreciher Mika Vermeulen un d der Deutsche Friedrich Moch. Vermeulen wurde hinter Krüger Tageszweigter und holte auch Gesamtrang 2. Als Diritter auf der Alpe Cermis schob sich Moch nach verpatztem Tourstart noch auf Rang 6 vor.
Und sonst?
- Internationaler Fußball: In der Premier League musste Tabellenführer FC Liverpool Federn lassen. Die Reds trennten sich am Sonntag nach einer atemberaubenden Partie mit 2:2 von Erzrivalen Manchester United. Der Vorsprung auf Platz 2, den FC Arsenal trotz des 1:1 bei Brighton and Hove Albion inne hat, beträgt beruhigende 6 Punkte, zumal Pool noch ein Nachholspiel in der Hinterhand hat.
Während Meister Manchester City mit dem 4:1 gegen West Ham den zweiten Sieg in Folge feierte, verlor der FC Chelsea über die Weihnachtstage gehörig an Boden, holte in insgesamt vier Partien gegen Tabellen-Nachzügler nur 2 Pünktchen.
Das italienische Super-Cup-Finale wird zum Mailänder Stadtderby Inter vs Milan. Es findet deshalb natürlich in Mailand im saudischen Riad statt wie schon die Halbfinali, in denen sich Inter gegen Atalanta und Milan gegen Juventus durchsetzte.
In Spanien wiederum schaffte Real Madrid durch ein Tor in der Nachspielzeit durch Jude Bellingham einen 2:1-Erfolg beim Vorletzten FC Valencia und übernahm zumindest vorübergehend die Tabellenspitze vor dem Lokalrivalen Atlético, das eine Partie weniger bestritten hat. Vini jr, FIFA-Fußballer des Jahres (nicht zu verwechseln mit dem Ballon d’Or), flog nach einem Schubster gegen den Valencia-Schlussmann vom Platz und konnte unter anderem von Tony Rüdiger anschließend nur mit Mühe von weiteren Handgreiflichkeiten gehindert werden.
- In de DEL gab es mal wieder ein Freiluftspiel: Gastgeber Löwen Frankfurt fertiogten im Waldstadion die Adler Mannheim gleich mit 5:1 ab. 45.000 Zuschauer waren gekommen. An der Tabellenspitze wird es spannend: Nach 5 Siegen in Folge haben die Eisbären Belin nur noch einen Punkt Rückstand auf den ERC Ingolstadt – bei einer Partie weniger.
- Erstaunliches in der BBL: Alba Berlin, in der Saison bisher die große Enttäuschung, schlug im Schlager Meister FC Bayern Basketball. An der Tabellenspitze sind gleich vier Teams siegleich mit 9:4: Ulm, Bayern, Heidelberg und Würzburg. In der Euroleague veloren sowohl Alba (vs Monaco) als auch Bayern (bei Real Madrid).
- Tennis: Von mir letztlich nicht beachtet holten sich die USA den Nations Cup in Sydney (je eine Frau, ein Mann und ein Mixed-Doppel). Im Endspiel besiegten die Amerikaner dank Coco Gauff und Taylor Fritz gegen Polen mit Iga Swiatek und Hubert Hurcacz.
In Adelaide feierte Reilly Opelka nach langer Verletzungspause ein starkes Comeback. Unter anderem besiegte er im Viertelfinale Novak Djokovic. Erst im Finale gegen Jiri Lehecka stoppte ihn eine neuerliche Verletzung. Dennoch will er bei den Australian Open ab Sonntag starten.
Außerdem holten sich Turniersiege: Aryna Sabalenka in Brisbane, Clara Tauson in Auckland und Alexandre Muller in Hongkong,
von Münchner Löwe | Jan. 3, 2025 | basketball, NBA, Tennis
Blick über den Teich, NBA
Für viele beginnt die NBA ja mit den sogenannten Christmas Games am 25. Dezember. Dieses Jahr gab es gleich fünf, die landesweit übertragen wurden. Mittlerweile sind auch die Jahreswechsel-Partien absolviert, die Teams haben 31 bis 35 Begegnungen auf dem Buckel; man nähert sich also der Hälfte der regulären Saison. Ein Trend ist also schon deutlich auszumachen, es kann allerdings immer noch gewaltige Ausschläge nach vorn und nach hinten geben. Außerdem können noch bis Anfang Februar Transfers die Kader enorm verändern.
EASTERN CONFERENCE
Einsam vorn, die Cavaliers
Das Team aus Cleveland hat den besten Saisonstart der Team-Geschichte konserviert. Mit 29:4 Siegen haben die Cavs die beste Bilanz der gesamten Liga und sich im Osten mit 4,5 Siegen Vorsprung auf die Boston Celtics schon einen hübschen Vorsprung erarbeitet. Auch wenn im Kader ein absoluter Superstar eher nicht dabei ist (oder etwa doch der famose Donovan Mitchell?), es ist ein fantastisch zusammengestelltes Team, in dem Center Evan Mobley einen großen Schritt nach vorn getan hat. Zuletzt wieder 8 Siege in Folge, darunter drei bei einem beeindruckendem Auswärtstrip bei den Denver Nuggets, Golden State Warriors und LA Lakers..
Das Verfolger-Duo
Die einzigen Konkurrenten in Reichweite sind die Boston Celtics und New York Knicks. Die Celtics haben allerdings schon erstaunliche 9 Niederlagen auf dem Konto. Es gab ja Phantasten, die dem Titelverteidiger eine Rekord-Saison zutrauten und höchstens mit 12 Niederlagen für die gesamte Saison rechneten. Ist es der Titelblues, die Verletzungen (Porzingis, Brown): Oder nehmen die Celtics das Ganze doch nicht so ernst vor den Play-offs?
Die Knicks kommen nach eher verhaltenem Saisonstart mächtig in Fahrt (zuletzt 9:1 Siege). Karl-Anthony Towns und Mikal Bridges ist die erhoffte Verstärkung, die Jalen Brunson sichtbar entlasten. Für mich ein sicherer Play-off-Kandidat.
Oberes Mittelfeld
Noch belegen die Orlando Magic Platz 4 in der Conference, aber es wird gerade in den kommenden Wochen sehr schwer, diesen Rang zu halten. Mit Paulo Banchero (immerhin wieder im Training), Franz und Moe Wagner (Saison-Aus) fehlen drei absolute Schlüsselspieler. Bisher haben die Magic das einigermaßen kompensieren können, aber Niederlagen wie zuletzt bei den Detroit Pistons zeigen, dass der Qualitätsverlust auf Dauer zu groß ist. Die Frage lautet: Wann kommen Banchero und Franz Wagner wieder zurück und finden sie gleich zu ihrer Top-Form?
Im Kommen sind die Milwaukee Bucks. Nach dem katastrophalen Saisonbeginn läuft es jetzt für das Team um Giannis Antetokuonpo und Damian Lillard besser, wenngleich immer noch nicht optimal. Insgesamt scheint aber der Trend nach oben zu gehen.
Ich persönlich bin von den Miami Heat und den Atlanta Hawks aufs Gute überrascht, die beiden letzten Teams im Osten mit einer positiven Bilanz. Gerade die Hawks haben gezeigt, dass sie für jedes Team gefährlich werden können (2 Siege vs die Cavaliers). Number-1-Pick Zachary Risacher hat sich gut eingefunden, ohne dass er Monsterzahlen auflegt. Und die Heat gelten eigentlich als Mannschaft, die in der regulären Saison schwer in die Gänge kommen. Tyler Herro spielt bisher eine großartige Saison, die ihn sogar ins All-Star-Team spülen könnte.
Unteres Mittelfeld
Das reicht meines Erachtens von Platz 8 (Indiana Pacers) bis 11 (Philadelphia 76ers). Dazwischen liegen noch die Detroit Pistons und Chicago Bulls. Eines dieser vier Teams wird die Play-Ins also nicht erreichen. Während sich die Pacers als Conference-Finalist mit Sicherheit mehr ausgerechnet haben, dürften die Detroit Pistons hochzufrieden sein mit ihrer klaren Verbesserung gegen über der Horrorsaison 23/24.
Eion Sonderfall sind die 76ers, die normalerweise viel weiter oben mitspielen müssten. Aber wenn die Leistungsträger kaum (Joel Embiid), selten (Paul George) und spieleweise (Tyrese Maxey) fehlen, ist es halt schwer, in einen Rhythmus zu kommen. Vielleicht wird das in der 2. Saisonhälfte besser, aber es bleiben darob große Zweifel.
Trauriger Rest
4 Teams haben ja schon vor der Saison mehr oder weniger deutlich gemacht, dass sie ohne Ambitionen sind und es ihnen viel wichtige ist, das Team neu aufzubauen. Das böse Wort tanken (absichtlich verlieren) wird nur sehr halbherzig verborgen, doch das Ziel ist klar: eine möglichst miese Bilanz, um dann sich am offenbar hervorragenden Draftjahrgang 2025 früh einen Pick zu holen. Dann kann es halt auch passieren, dass ein Dennis Schröder transferiert wird von den New Jersey Nets zu den Warriors, weil er viel zu gut gespielt hat. Hier und da bleibt ein überraschendes Erfolgserlebnis, aber mit den Nets, Toronto Raptors, Charlotte Hornets und Washington Wizards bleibt ein trauriges Quartett zum Auffüllen.
WESTERN CONFERENCE
Thunder einsam vorn
Der Westen gilt als viel leistungsstärker als der Osten, und deshalb ist die klare Führung der Oklahoma City Thunder noch höher einzuschätzen als die der Cavs, weil sie eben die schwierigeren Partien haben. 28:5 lautet die Bilanz (zuletzt sogar 10:0), mit der sich die Thunder schon um 5,5 Spiele abgesetzt haben. Seitdem Neuzugang Isaiah Hartenstein nach seinem Handbruch wieder dabei ist, läuft es noch besser. Der 2,16-Meter-Riese war im eher kleinen Team das fehlende Puzzlestück. Außerdem hat Shai Gilgeous-Alexander einen weiteren Schritt nach vorn gemacht,hat den besten Punkteschnitt der Liga. Aber erst in den Play-offs wird sich wohl zeigen, ob das Team tatsächlich titelreif ist
Die Verfolger
Bei all den klangvollen Teams im Westen fliegen die Memphis Grizzlies und auch die Houston Rockets bei mir etwas unter dem Radar (nicht einmal ich kann und will jedes Spiel schauen. Gerade die Grizzlies zeigen, dass sie ein großartiges Team sind und nur das unglaubliche Verletzungspech für die desaströse vergangene Saison verantwortlich war. Auch jetzt fehlen immer wieder wichtige Akteure wie Ja Morant, aber halt nicht die gesamte Starting Five. Die Rockets sind für mich die vielleicht noch größere Überraschung, aber hier ist die Team-Chemie offenbar hervorragend. Alperen Sengun ist einer der kommenden Topstars der Liga.
Dritter im ersten Verfolger-Trio sind die Denver Nuggets, was hauptsächlich an dem unglaublichen Nikola Jokic liegt, der Abend für Abend grandiose Zahlen auflegt. Wenn dazu noch ein Jamal Muray zu alte Form findet, muss man die Nuggets erst mal aus dem Weg räumen.
Zumindest tabellarisch gehören auch die Dallas Mavericks (gleiche Bilanz wie die Nuggets) zu den ersten Vefolgern. Doch der Ausfall von Luka Doncic (mindestens noch ein Monat wegen einer Wadenverletzung) ist nicht zu kompensieren, wie schon die ersten Partien ohne den Slowenen (0:3) zeigten. Irgendwie den Monat überstehen und dann wieder angreifen, heißt die Devise.
Kampf um die Play-offs (Play-Ins)
Die Plätze 6 bis 12 könnte ich weiter unterteilen, aber ich schmeiß jetzt die 7 Teams einfach mal in einen Topf, zumal sie nur durch 4,5 Siege getrennt sind. Für mich die ganz große Überraschung sind die LA Clippers, die sich hartnäckig in der oberen Hälfte halten. Die neue Halle tut ihr übriges (mittlerweile 11:6). Zurzeit trennen die Clippers nur ein halbes Spiel von Platz 6, den Lokalrivale Lakers besetzen. Hier zeigt Center Anthony Davis eine All-Star-Saison (vor allem konnte er fast alle Spiele mitmachen). LeBron James ist weiter für mehrere Highlights pro Spiel gut und ist immer noch überdurchschnittlich (nehme ich als Nicht-Fan mit großem Respekt wahr).
Mehr hätte ich von den Minnesota Timberwolves erwartet. Sie haben sich zwar nach grauenhaften Saisonstart konsolidiert, aber der letzte Schritt fehlt noch, vielleicht auch weil Anthony Edwards sich bisher nicht weiterentwickelt hat (auf höchstem Niveau, versteht sich). Leider scheint er in den Schiri-Anmeckern-Modus á la Luca Doncic zu verfallen, das legt sich hoffentlich wieder.
Die Golden State Warriors und San Antonio Spurs haben die gleiche 17:16-Bilanz wie die Wolves. Unterschiedlicher könnte die Team-Entwicklung aber nicht sein. Hier die alternden Warriors mit den altenden Steph Curry und Draymond Green (und seit Dezember eben auch Dennis Schröder), dort die jungen Spurs mit dem grade mal 20-jährigen Victor Wembanyama, der auf dem besten Weg ist, jeden noch so absurd hohen Vorschusslorbeer (Außerirdischer, der beste seit LeBron) noch übezuerfüllen. Brillant war die Idee, Altstar Chris Paul nach Texas zu holen, der auf und neben dem Feld mit seiner Erfahrung und bisweilen immer noch tollen Zuspielen genau der richtige Lehrmeister ist fürs harte NBA-Geschäft.
Bleiben die bis dato herbe enttäuschenden Phoenix Suns und Sacramento Kings (Disclaimer: mein Lieblingsteam, seufz). Die Kings haben nach eine Reihe von zum Teil knappen und auch absurden https://blickueberdenteich.de/vom-harten-fanleben/
Niederlagen Trainer Mike Brown entlassen, der sie in den vergangenen Jahren aus dem ewigen Höllenschlund der Erfolgslosigkeit geführt hat. Nachfolger Doug Christie (bisher nur Interim) ist tatsächlich mit zwei Siegen gegen die Mavs und Sixers gestartet.
Die Suns hingegen leiden auch darunter, dass bei jedem Spiel mindestens einer der Großen Drei (Kevin Durant, Bradley Beal, Devin Booker) fehlt. der Rest des Teams kann das bisher nicht auffangen.
Trauriger Rest
Von den Utah Jazz und vor allem Portland TrailBlazers (noch so ein Historie-Seufzer) war nicht mehr als Tanken zu erwarten, dafür haben sich die Blazers zumindest anfangs wacker geschlagen. Aber dass die New Orleans Pelicans mit bisher gerade 5 Siegen das schlechteste Team der gesamten Liga sind, hätten auch größte Pessimisten nicht geglaubt. Klar,viele Verletzungen, vor allem die des Unterschiesspielers Zion Williamson (bei dessen Figur aber nicht wirklich überraschend). Der spielende Rest hat sich offenbar schon aufgegeben, vielleicht auch auf Answeisung der Teamleitung, wer weiß das schon. Aus eine m aufregendem Team noch im Frühjahr ist eine Lachnummer geworde, wenn es nicht so traurig wäre.
von Münchner Löwe | Jan. 2, 2025 | Wochenvorschau
Nach Weihnachten habe ich jetzt also auch den Jahreswechsel und die Nachwehen überstanden. Wobei „überstanden“ ganz sicher das falsche Wort ist für die bezaubernde Silversterfeier in einem grandiosen Bauernhaus nahe Wasserburg. Danke dafür, liebe Phu, lieber Franz.
Doch jetzt gibt es für mich keine Ausflüchte mehr, nicht wieder ins Sportgeschehen einzusteigen. Nachdem ich wahrscheinlich zum ersten Mal, seit ich denken kann, das Neujahrsspringen in Garmisch verpasst habe (gut, dass es relve gibt). Und so gibt es, an einem Donnerstag (!) noch ein paar Hinweise auf Sportereignisse in dieser Woche, die einen Blick wert sind. Der Einfachheit halber inkludiere ich den Bayern-Feiertag 3 Könige am Montag. Entscheidung Vierschanzentournee, Entscheidung Darts-WM, Entscheidung Tour de Ski, und einige (Fußball)-Ligen sind (wieder) in Betrieb
Tu felix Austria
Die österreichischen Skispringer sind bei der Tournee das Maß alller Dinge. Zwei Springen, zwei Siege, 5 von 6 möglichen Podestplätzen und eine Dreifachführung in der Gesamtwertung vor den beiden abschließenden Springen zu Hause in Innsbruck und Bischofshofen. Daniel Tschofenig führt vor Stefan Kraft und Jan Hörl, bester Nicht-Österreicher ist der erstaunliche Schweizer Gregor Deschwanden, der Zwite von Garmisch hinter Tschofenig. Der Weltcup-Gesamtführende Pius Paschke verhaute seinen 1. Versuch in Garmisch, sein brillanter Flug im 2. Durchgang zeigt, dass er seine Gala-Form vor Weihnachten nicht verloren hat. Auch wenn es mit dem Gesamterfolg bei 25 Punkten Rückstand auf Tschofenig schwer wird, für einen Einzelsieg kommt der 33-Jährige auf jeden Fall in Betracht.
Luke Littler auf WM-Kurs
Im vergangenen Jahr stoppte Luke Humphries das jetzt 17-jährige Darts-Wunderkind, der allerdings nicht wie 17 aussieht, aber jetzt scheint sein erster Triumph im Ally Pally nicht mehr zu verhindern. So souverän spielte er sich meist durch die Runden, vom kleinen Hakler im Achtelfinale abgesehen, als er die kompletten 7 Sätze brauchte. Zumal auch sein Final-Kontrahent 2024, Luke Humphries, bereits die Segel streichen musste. Heute trifft Littler auf seinen englischen Landsmann Stephen Bunting, das andere Halbfinale bestreiten der Holländer Michael van Gerwen und der Engländer Chris Dobey. Das Finale findet am Freitag statt.
Norweger, wohin man schaut
Siegen sich die Norge-Skilangläufer zu Tode? Tatsache ist, dass die Tour de Ski in Italien sowohl bei Frauen als auch bei Männern eine fast nationale Angelgegenheit ist. Johannes Klaebo führt souverän die Gesamtwertung an nach der 4. Etappe. Gleich n7 Norweger sind unter den besten Zehn. Zweiter ist allerdings mit Edwin Anger ein Schwede. Bei den Frauen ist ein hübscher Zweikampf zwischen den beiden 36-jährigen Astrid Slind und Therese Johaug entbrannt, die gerade mal 6,0 Sekunden trennen. Johaug dürfte bei ihrem Comeback leichte Favoritin sein, da ihr der Schlussanstieg am Sonntag auf der letzten Etappe zur Alpe Cermis besser liegen müsste, aber das ist gefährliches Halbwissen meinerseits. Slind hat bisher eher in der Langstreckenserie ihre Erfolge eingefahren.
Auf dem Programm stehen noch morgen ein Klassik-Sprint, ein Skiathlon am Samstag und eben die Schlussetappe mit diesem elendigen Anstieg zur Alpe Cermis.
Die Deutsche Katharina Hennig musste verletzungsbedingt absagen, gut schlägt sich Olympiasiegerin Victoria Carl als Siebte, allerdings schon gut 3 Minuten zurück.
Italienische Supercup-Schlager in Saudi-Arabien
Seit einigen Jahren trägt der Fußball-Verband seinen Supercup in Saudi-Arabien aus. Im 1. Halbfinale in Riad spielt heute Inter Mailand gegen den Tabellenführer Atalanta Bergamo, mehr geht zurzeit nicht im italienischen Fußball. Das aufmüpfige Bergamo ist in der Serie A seit 12 Spielen unbesiegt, hat abei zehn Siege in Folge eingefahren. Inter ist Titelverteidiger und hat gerade mal einen Punkt weniger als Atalanta. Vom Namen her noch klangvoller ist das zweite Halbfinale morgen, wenn Juventus gegen den AC Mailand spielt.
Und sonst?
- Internationaler Fußball: In der Premier League zieht der FC Liverpool als Erster einsam seine Kreise, führt mit sexhs Punkten auf den FC Arsenal und hat auch noch ein Spiel weniger bestritten. Und doch: Das Nordengland-Derby gegen Manchester United hat immer seinen Reiz, denn die beiden Teams haben mit Abstand die meisten Titel in England gesammelt. United allerdings ist von alter Herrlichkeit extrem weit entfernt, dümpelt auf dem indiskutablen 14. Rang. herum. Auch der Trainerwechsel von Eric ten Hag zu Ruben Amorim brachte nicht die erhoffte Wende. Arsenal selbst muss bei Brighton and Hove Albion antreten, das unter Coach Fabian Hürzeler immer für eine Überraschung gut ist.. Manchester City hat nach langer Zeit (Oktober!) tatsächlich mal wieder ein Liga-Spiel gewonnen und will jetzt zu Hsue gegen West Ham nachlegen.
Real Madrid hat am Freitag in der Primera Division ein Nachholspiel beim FC Valencia vor sich. Valencia ist Vorletzter und braucht jeden Sieg, Real will als Zweiter gegen Atlético keinen weiteren Boden verlieren.
- US Sport: In der NFL steht der letzte Spieltag der regulären Saison an. Meine Gedanken dazu habe ich bereits am Montag geäußert. In der NFC West kommt es zum Entscheidungsspiel zwischen den LA Rams und Seattle Seahawks. In der AFC können die Denver Broncos gegen ein wahrscheinlich sehr ersatzgeschwächtes Kansas City mit einem Sieg die Play-offs klarmachen. Miami Dolphins und Cincinnati Bengals lauern dennoch auf einen Ausrutscher der Broncos im heimischen Mise High Stadium.
- Basketball: In der BBL kommt es am Sonntag zum Duell der beiden Euroleague-Teilnehmer Alba Berlin und Bayern München. Alba allerdings ist böse abgestürzt, ist nur noch 14. und muss sogar um den Einzug in die Play-Ins ernsthaft bangen. Der FCBB dagegen kommt als Tabellenführer in die Hauptstadt. Verfolger Ratiopharm Ulm muss gleich zweimal ran: heute bei den Baskets Bamberg und am Sonntag beim Mitteldeutscher BC.
- Wintersport: Die Alpinen Skifrauen bestreiten Riesenslalom und Slalom in Kranjsgar Gora, immer ein ausgelassenes Fest. Mikaela Shiffrin ist nach ihrer üblen Stichverletzung im Bauch samt Muskeriss zwar noch nicht dabei, es gibt aber wohl Anzeichen, dass sie in absehbarer Zeit in den Weltcup zurückkehrt. Zumindest die Ski-WM ab 4. Februar hat die Amerikanerin offenbar noch nicht abgeschrieben.
von Münchner Löwe | Dez. 30, 2024 | Allgemein, Wochenrückschau
Viel Wintersport, die NFL biegt in die Zielgerade ein. Außerdem fliegen weltmeisterliche Darts-Pfeile im Ally Pally
Bormio zu heftig?
Um es gleich zu sagen. Die Stelvio-Abfahrt in Bormio ist meine liebste im Kalender. Ich finde sie noch attraktiver und auch schwieriger als Hahenkamm in Kitzbühel (als Nicht-Österreicher darf ich das schreiben). Doch der Grat zwischen schwierig zu fahren und zu schwierig zu fahren ist äußerst schmal. Und wenn dann am Renwochenede ein halbes Dutzend der besten Skifahrer der Welt ins Krankenhaus müssen mit zum Teil zumindest saisonbeendenden Verletzungen, wirft das natürlich kein gutes Licht auf die Strecke.
Gerade weil mein absoluter Downhill-Liebling Cyprien Sarrazin sich bei einem Trainingssturz so schwere Kopfverletzungen zu gefügt hat, dass er zeitweise in ien künstliches Koma versetzt werden musste, ist meine Freude an der Abfahrt doch getrübt. Das Hauptproblem ist: Jeder Rennfahrer riskiert alles, muss eben halt alles riskieren, um ganz vorn dabei zu sein. Das Material wird bis zur Grenze des Erlaubten ausgereizt (Sarrazin fährt seit letztem Winter mit eine künstlichen Karbonschiene am Schienbein, um noch mehr Druck auf die Skier geben zu können). Natürlkch könnten und sollten die Streckenbauer, setzter und -Präparierer. die Pisten sicherer machen, aber hundertprozentige Sicherheit wird es im alpinen Skisport nie geben. So zog sich Mikaela Shiffrin im Riesenslalom eine offenbar schwere Unterleibsverletzung zu (weil sie sich an einer Stange aufgespießt hat, die sie zu einer längeren, vielleicht sogar saisonbeendenden Pause zwingt.
Der Zwiespalt bleibt und s für mich nicht aufzulösen. Die Abfgahrt und der Super-G am Wochenende waren zwei fantastische Rennen, die den fahrern alles abverlangt haben. Es gab zwei erstaunliche Premierensieger: Der Schweizer Alexis Monney gewann die Abfahrt, den Super-G sicherte sich ebenfalls überrasschend der norwegische Shooting-Star Fredrik Moeller, der diese Saison schon starke Ergebnisse hatte, vor dem Österreicher Vincent Kriechmayr und dem erneut unglaublichen Monney. Die Schweizer Speedfahrer dominieren: In beiden Rennen kamen vier Eidgenossen unter die ersten Sechs. Ein Achtungszeichen des gerupften deutschen Teams setzte Simon Jocher mit Rang 13 in der Abfahrt.
Die Frauen bestritten traditionsgemäß zwischen den Jahren Riesenslalom und Slalom am Semmering. Federica Brignone gewann den RS souverän vor der Schwedin Sara Hector und Alice Robinson aus Neuseeland.. Eine Klasse für sich war im Slalom die Kroatin Zrinka Ljutic, die bei ihrem ersten Weltcupsieg überhaupt 1,75 Sekunden Vorsprung auf Lena Dürr aus Germering hatte. In Abwesenheit der beiden absoluten Slalom-Dominatorinnen der vergangenen Jahre Mikaela Shiffrin und Petra Vlhova fand Dürr erneut ihre Meisterin. Emma Aicher als Achte schaffte das direkte WM-Limit, aber die Allrounderin braucht mal ein absolutes top-Ergebnis
Österreichs Adler fliegen weeeiiit
Pius Paschke durfte und darf sich auch noch Hoffnungen auf den ersten deutschen Sieg bei der Vierschanzentounee machen, führt er doch als einer Reihe von top-Resultaten auf seine alten Tage (34) die Weltcup-Wertung an. Doch das erste Springen auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf zeigt: Der Sieg führt nur übers Team Austria. Dieses feierte durch Stefan Kraft, Jan Hörl und Daniel Tschofenig einen Dreifach-Erfolg. Schon bei der Generalprobe vor einer Woche in Engelberg belegten Österreichs Athleten bei zwei Wettbewerben fünf von sechs möglichen Podestplätze. Die Form ist zudem stark steigend.
Pius Paschke enttäuschte keineswegs, wahrte mit Platz 4 und 13 Punkten Rückstand auf Kraft die Chance auf den Gesamterfolg. Aber der wird kompliziert, Wie es aussieht, muss er über sich hinauswachsen, denn auf einen Komplettausfall sollte er nicht hoffen, und das will er wahrscheinlich auch nicht. Was auffällt und zu denken gibt aus deutscher Sicht: Außer Paschke schafften es lediglich Karl Geiger und Andreas Wellinger in den 2. Durchgang, in dem Geiger mit einem großartigen Versuch noch auf Platz 8.
Weltmeister Humphries raus
Das Favoritensterben im Ally Pally fand am Sonntag den vorläufigen Höhepunkt. Bereits nach dem Achtelfinale muss Weltmeister Luke Humphries seine Dartspfeile einpacken. Er unterlag Peter Wright, wie immer mit auffälliger Haarpracht und Schlangen-Tattoo, und kann somit seinen Titel nicht verteidigen.
Die zahlreichen deutschen Fans im Ally Pally müssen ohne nationalen Favoriten auskommen. Als Letzter scheiterte ebenfalls im Achtelfinale Ricardo Pietreczko, der beim 0:4 gegen den Engländer Nathan Aspinall keine Chance hatte, abe auch an die guten Vorstellungen der vergangenen Runden nicht herankam. Top-Favorit Luke Littler ist dagegen ebenso noch im Rennen wie Michael van Gerwen.
Schaffen die Bengals das Play-off-Wunder
Vor dem 17. und vorletzten Spieltag der NFL wurden die Chancen dafür mit 5 Prozent taxiert. Die sind immerhin nach einem absurden Overtime-Sieg gegen die Denver Broncos nicht auf Null gesunken. Eine derartige Overtime habe ich noch nie gesehen. Etwa Zwei Minuten vor Schluss hatte Bengals-Kicker Cade York beim Stand von 24:24 die Chance auf ein game-winning Field Goal, er setzte den Ball an die Stange. Ein echtes Drama für York, der erst während der Saison den enttäuschenden Evan McPherson als Kicker abläste. Doch die Benglas brauchten unbedingt einen Sieg, um die theoretische Chance zu wahren. Tatsächlich hielten sie den Broncos-Angriff in Schach und ließen nur drei Versuche und einen Punt zu. Danach führte der überagende Joe Burrow Cinci übers Feld. Diesmal verließen sie sich nicht auf ein Field Goal. Vielmehr bediente Burro Ty Higgins in der Endzone zum Touchdown und den Sieg.
Um tatsächlich noch in die Play-offs zu rutschen, müssen sie nicht nur gegen den Erzrivalen Pittsburgh Steelers gewinnen, sondern auch auf eine Niederlage der Broncos gegen die Chiefs hoffen , die vielleicht/wahrscheinlich in zweiter Besetzung spielen. Und damit nicht genug: Zudem dürfen die Miami Dolphins nicht bei den New York Jets gewinnen. Gegen die Jets, diese entsetzliche Trümmertruppe. Die Chancen leigen jetzt bestenfalls bei 6 Prozent
In brillanter Manier haben sich mal wieder die Indianapolis Colts um ihre Play-off-Chancen gebracht. Sie verloren nach einer absolut indiskutablen Leistung vor allem in der Defensive bei den New York Giants mit 33:45. Nieman war wahrscheinlich mehr ob dieses Sieges erstaunt als die New Yorker selbst. Drake Maye brachte 4 Touchdown-Pässe an den Mann. Der Sieg kam gar ungelegen für die Giants, die jetzt nicht mehr dass allerschlechteste Team der Liga ist: die zweifelhafte Ehre, die mit dem Nummer-1-Draftpick belohnt wird.
Immer noch spannend ist das Rennen um den 1. Platz in der NFC: Die Minnesota Vikings bezwangen dank eines formidablen Sam Darmold die Green Bay Packers, die es am Ende allerdings noch mal erstaunlich spannend machten. Ebenfalls im Rennen sind die Philadelphia Eagles und die Detroit Lions, die allerdings heute Abend noch bei den ersatzgeschwächten San Francisco 49ers (zum letzten Monday Night Game der Saison) antreten. Nächsten Sonntag kommt es dann in Detroit zu direkten und entscheidenden Duell.
Weihnachtszeit – schlecht für manchen Fußball-Trainer
Der 1. FC Union jedenfalls hatte den Schuldigen für die sieglose Zeit parat und feuerte Trainer Bo Svensson, der erst seit Saisonbeginn die Wuhlheider trainierte. Der Nachfolger steht schon fest. Heute gaben die Eisernen bekannt, dass künftig Steffen Baumgart das sportliche Sagen hat. Der gebürtige Rostocker hatte 2002 bis 2004 für die Köpenicker als Stürmer und sich in die Herzen der Fans gespielt. Kurios: Sportdirektor Horst Heldt hat Baumgart schon einmal als Trainer verpflichtet. 2021 holte er ihn zum 1. FC Köln, wo Baumgart zunächst eine durchaus erfolgreiche Zeit hatte. Gleich die ersten Spiele werden jetzt für Baumgart und Union wegweisend. Nach der Winterpause geht es gegen die Kellerkinder 1. FC Heidenheim und FC Augsburg.
In der 2. Liga feuerte Hannover 96 Stefan Leitl und holte Andre Breitenreiter zurück, der mit Hannover bereits 2017 den Aufstieg geschafft hatte. Die Niedersachsen haben auch jetzt noch alle Chancen, stehen sie doch nur 2 Punkte hinter Platz 3. Trotzdem den Trainer zu entlassen, das muss auch nicht jeder verstehen.
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