von Münchner Löwe | Feb. 10, 2025 | Gesellschaft, Politik
Der Münchner Löwe geht fremd
Dies ist und bleibt ein Sport-Blog. Aber außergewöhnliche Umstände verlangen außergewöhnliche Maßnahmen. Wie die, um im Sportjargon zu bleiben, „richtungweisende“ gerne auch, aber falsch richtungsweisen, Wahl in knapp zwei Wochen und das Duell gestern in ARD und ZDF mit Kanzler Olaf Scholz und Union-Kanzler-Kandidat Friedrich Merz, aber ohne die anderen offiziellen Kanzlerkandidaten Robert Habeck (Grüne/vermisst) und Alice Weidel (AfD/nicht vermisst). Die Abwesenden wurden ja, wie auch die FDP, auf das Heftigste und zum Teil unisono beschimpft und konnten sich nicht wehren. Audiatur et altera pars, kann ich da nur sagen.
Nein hier gibt es keine Einschätzung, wer von den beiden zu welchem Thema die bessere Figur gemacht oder gar die mich überzeugenderen Argumente gehabt hat. Nur ein paar allgemeine Dinge will ich anmerken, die mir so aufgefallen sind.
Offenbar haben die Union-Leute Friedrich Merz bekniet, einigermaßen seriös und staatsmännisch herübezukommen. Dies gelang auch weitgehend, wenn ich vom dauer-spöttischen Gesichtsausdruck mal absehe. Auf der anderen Seite fand ich Scholz in seiner Kanzler-Zeit selten so klar, so konzise, so kämpferisch wie gestern. Why not earlier?
Was mich im Nachhinein wirklich geärgert hat, war die Themensetzung, beziehungsweise die vielen wirklich wichtigen Themen, die absolut keine Rolle gespielt haben. Dieser Vorwurf geht an ARD und ZDF, die bereitwillig auf den Migrantenzug aufgesprungen sind (sehr schiefes Bild). Nichts Neues erfuhr man da. Beklemmend für mich ist die offenbar offizielle Staats-Raison, dass alle (unerlaubten) Migranten möglichst schnell des Landes verwiesen werden sollen bzw gar nicht mehr hineinkommen. Ein unwürdiges Überbieten des Entfernens, des Abschottens – möglichst unwürdig trotz Art. 1 des GG, das für alle gilt. Integration derer, die schon da sind, die wir ja auch dringend (siehe unter, die Pflege) brauchen? Keine Rezepte habe ich gehört.
Was völlig fehlte und uns die nächsten Jahre beschäftigen wird
- Klimawandel, die Umweltpolitik: Absurd, hier die einzige Frage zur Thematik, ob die Kandidaten Windräder „schön“ finden, als ob das eine Rolle spielte. Noch nicht einmal das böse Heizungsgesetz wurde angesprochen, ob der eine (Scholz) gedenkt, es weiter zu betrachten und welche Stellschrauben vielleicht zu ändern sind oder ob FM es wirklich einzustampfen gedenkt wie angekündigt.
Und, erstaunlich genug im Autoland Deutschland. Auch die Frage nach dem Aus oder Nicht-Aus des Verbrennermotors wurde nicht gefragt.
- Die Pflege: Allenfalls gestreift, dabei ist das ein Thema, das uns jetzt schon über den Kopf wächst und das Jahr für Jahr komplizierter wird. Wenn jetzt schon allenhalben Pflegeheime fehlen und die Kosten unbezahlbar sind für normale Menschen, wie sieht das erst in 10, 20 Jahren aus, wenn die geburtenstarken Jahrgänge pflegebedürftig werden (und sie werden es früher oder später).
- Die Bildung, die jungen Menschen: Wo es an allem fehlt, Kitas, Schulen, Lehrer, Betreuer, Bildungsangebote für Migranten(Kinder), um die Sprache zu wählen. Wo Schüler nicht mehr aufs Klo gehen wollen (und deshalb tatsächlich nichts essen/trinken, weil es dort unzumutbar ist. Klar vor allem Ländersache, aber muss das wirklich so bleiben, dieser elende Flickenteppich, der Eltern auch das Umziehen in ein anderes Bundesland noch schwerer macht?
Gerade, weil die Jungen noch nicht einmal wählen dürfen, brauchen sie Fürsprecher. Da Politiker (logischerweise und nicht völlig unberechtigt eigennützig) auf die (zunehmend alten) Wähler schauen, müssen gerade öffentlich-rechtlichen Sender zum Anwalt werden, am Thema dranbleiben.
- Infrastruktur: Wo unfassbar viel Geld in die Hand genommen werden muss, Bahn, Straßen, Brücken, aber auch Sportstätten, Schwimmbäder, damit Kinder den Schwimmkurs bekommen, bevor sie ertrinken … Wo sind die Prioritäten? Auto, Bahn? Güterverkehr
Die Liste ist beleibe nicht vollständig (die Gesellschaft, das Zusammenleben, Haschfreigabe und Abtreibung, Olympia in Deutschland?, Kulturvielfalt, etc). Ich weiß natürlich, dass eine solche Sendung nicht unendlich lange dauern darf. Aber auf Schnickschnack wie diese Kurzfragen und -Antworten hätte getrost verzichtet werden können. Wo praktisch nie etwas Vernünftiges-Substanzielles herauskommt, sondern nur schwammige Andeutungen.
von Münchner Löwe | Feb. 10, 2025 | NFL, Radsport, Turnen
Kansas City Chiefs – Philadelphia Eagles 22:40
Der von mir so ungeliebte Super Bowl zwischen den Kansas City Chiefs und den Philadelphia Eagles im Super Dome zu New Orleans wurde eine äußerst einseitige Angelegenheit. Schon zur Pause und der von mir ignorierten Halbzeitshow mit Rapper Kendrick Lamar (absolut nicht mein Ding und für manchen Betrachter indiskutabel schlecht) waren (fast) alle Messen für die Eagles gesungen. 24:0 führten sie, die Offensive der Chiefs unterbot bis dahin praktisch alle Negativrekorde, die es so gibt (oder war sehr nahe dran).
Defense wins Championships: Noch selten hat diese Sportlerweisheit so zugetroffen wie bei dieser Demütigung. Chiefs Quarterback Patrick Mahomes und seine Offensivcrew um Travis Kelce brachten kein Bein auf die Erde. Die DLine der Eagles überrannte die gegnerische OLine nach Belieben. Mehrere Male wurde Mahomes zu Boden gerissen, ja gestampft (Sack), zweimal warf er das Lederei in die Hände eines Eagles-Verteidigers (Interception).
Nachdem die Eagles einige Zeit brauchten, um diese unglaubliche Überlegenheit auch in Zählbares umzumünzen (nur ein Touchdown im 1. Vietel) brach es im 2. Viertel über die Chiefs hinein. Fieldgoal, Touchdown der Verteidigung nach Interception (sog. Pick Six), noch ein Touchdown (nach einer weiteren Interception). Ein echtes Massaker. Da half es den Chiefs wenig, dass sie die vermeintlich stärkste Eagles-Waffe, Running Back Shaqon Barkley, sehr gut im Griff hatten. Der Running Backein ums andere Mal früh gestoppt wurde und musste sich am Ende mit für ihn sehr bescheidenen 58 Lauf-Yards zurfriedengeben .
Eagles-Spielmacher Jalen Hurts dagegen erwischte einen guten Tag, auch wenn er einmal den Ball zum Gegner beförderte (kein großes Drama, weil das an der 3-Yard-Linie des Gegners geschah). Seine Pässe und Läufe bereiteten Kansas City zunehmend unlösbare Probleme. Am Ende wurde er erwartungsgemäß zum MvP gewählt, obwohl nicht nur meiner Meinung nach viel eher die gesamte Eagles Defensive Line diese Ehre verdient gehabt hätte. Aber Offense wins Preise, noch eine Sportlerweisheit.
Der Rest ist schnell erzählt. Im 3. Viertel drückten die Eagles mit dem immer stärker werdenden Hurts weiter aufs Tempo und erhöhten auf 40:6. Erst im Schlussabschnitt betieiben die Chiefs gegen nicht mehr ganz so konzentrierte Adler Ergeniskorrektur und verkürzten mit zwei sehenswerten Touchdown-Pässen von Mahomes.
Überraschend klar, habe ich anfangs geschrieben. Letztlich aber wendete sich in dieser Partie das ganze Spielglück gegen die Chiefs, das sie in dieser Saison angehäuft hatten mit den absurdesten Siegen (weshalb ich meine einst vorhandene Zuneigung löschte). Und das von mir ebenso wenig geliebte Philadelphia (die Fans, das Umfeld) durfte Revanche nehmen für die Super-Bowl-Niederlage vor zwei Jahren.
Jetzt macht die NFL Pause, bis September. Den Football-Freaks wird aber nicht langweilig bei all den Trade-Gerüchten, Trainer-Diskussionen, Draft-Spielereien und dem sonstigen Nachrichten-Irrsinn, den es auch in der Off-Season praktisch täglich gibt, bevor dann im August die Teams feststehen und erste Testspiele bestreiten. Ich nutze die Zeit, um meine etwas verschütt gegangene Football-Liebe dieser enttäuschenden Saiosn wiederzufinden.
von Münchner Löwe | Feb. 9, 2025 | ski alpin
Ski-WM in Saalbach, V
Die absolute Königsdisziplin, Abfahrt der Männer, ging an die Schweiz. Doch nicht der favorisierte Marco Odermatt triumphierte, sondern Franjo van Allmen. Auch die Gastgeber durften trotz des Erfolges des Nachbarn zurfrieden sein, denn Vincent Kriechmayr gewann für Austria die 4. Medaille im 4. Speedrennen.
Das Rennen
Diesmal sollte es kein Startnummernrennen werden. Die erste ernstzunehmende Richtzeit setzte mit der Nummer 8 der Schweizer Alexis Monney, der dem bis dato Führenden Nils Allegre gleich 1,03 Sekunden abnahm. Lange durfte sich der Schweizer nicht auf dem vorläufigen Siegessessel hinsetzen, denn schon unmittelbar darauf war der Einheimische Vincent Kriechmayr noch mal sieben Hunderstel schneller, obwohl er im Schlussteil etwas Zeit verlor. Er war also nicht perfekt unterwegs gewesen. Dieser Verdacht wurde Gewissheit, als sich Franjo van Allmen aufmachte. Der Aufsteiger des Jahres war bei allen Zwischenzeiten voll dabei, hatte aber einen brillanten Endspurt und unterbot Kriechmayr um 24 Hunderstel. Die Entscheidung? Dominic Paris, das 2-Meter-Muskelmann aus Südtirol, verlor oben zuviel Zeit, da nutzte ihm die perfekte Fahrt unten nichts mehr. Also blieb nur noch Marco Odermatt, der Super-G-Weltmeister. Doch der wirkte längst nicht so federleicht wie am Freitag, riskierte zwar viel, streute aber einige Fehlerchen ein, die diese Strecke nicht verzeiht. So blieb der medaillenlose Platz 5, und sichtbar war sein Ärger ob der Fahrt.
Das Ergebnis
G: Franjo van Allmen (SUI). 1:40,68
S: Vincent Kriechmayr (AUT) 0,24
B: Alexis Monney (SUI) 0,31
4. Dominik Paris (ITA) 0,45, 5. Marco Odermatt (SUI/TV) 0,66, Adrian Smiseth Sejersted (NOR) 0,83, … 13. Ryan Cochran-Siegl (USA) 1,43, 20. Romed Baumann (D) 1, 75
Die Medaillengewinner
Franjo van Allmen krönte seine unglaubliche Saison, die aus den Reihen der Durchschnittsfahrer bis in die absolute Speed-Elite führte. Mit einem Jahr Verspätung bestätigte der 22-Jährige all den Vorschusslorbeer, den er als dreimaliger Vize-Weltmeister bei der Junioren-WM 2023 in den USA gesammelt hatte. Dreimal kam er in der Abfahrt auf den 2. Platz, nämlich bei den Klassikern in Gröden, Bormio und Wengen. Am Wengener Lauberhorn gewann er im Super-G auch seinen ersten Weltcup. Spätestens da gilt er als Kronprinz des überragenden Marco Odermatt.
Vincenz Kriechmayr ist seit Jahren der mit Abstand beste und konstanteste österreichische Speed-Spezialist. Der 31-Jährige gewann jeweils 9 Weltcup-Rennen in Abfahrt und Super-G, zuletzt vor fast genau einem Jahr in Kvitfjell (Super-G). Groß war das Wehklagen in Austria, als er vor knapp einen Monat in Wengen stürzte und sich eine schmerzhafte Bänderdehnung zuzog, die gar seinen WM-Start gefährdete. Doch der 31-Jährige arbeite an seiner Fitness und konnte auch dank Schmerzmittel antreten. Schon sein 4. Platz im Super-G war verheißungsvoll.
Alexis Monney trat wie sein Landsmann van Allmen erst diese Saison richtig in Erscheinung, gerade noch rechtzeitig, möchte ich angesichts seiner schon 25 Jahre und der unglaublich starken Konkurrenz in der Schweiz anmerken.. Der Abfahrts-Junioren-Weltmeister von 2020 hatte Ende Dezember seine große Zeit, als er in Bormio erst die Abfahrt gewann (vor van Allmen) und tags darauf im Super-G Platz 3 belegte, seine bis dato einzigen Podestplätze im Weltcup.
Die Gastgeber
Nach einer äußerst engagierten Fahrt raste Daniel Hemetsberger mit nicht einmal einer Sekunde Rückstand auf den Sieger auf Platz 7, für ihn ein Top-Ergebnis, erst recht nach dieser reichlich durchschnittlichen Saison. Auch Stefan Babinski kann mit seinem 9. Rang zufrieden sein, Lehrgeld zahlte der in den Trainingsläufen auftrumpfende Stefan Eichberger (28.),
Die Enttäuschten
Groß waren die Erwartungen der bei Großereignissen oft so starken Nordamerikaner, gerade auch nach dem Abfahrtstriumph von Breezy Johnson tags zuvor. Doch mit der Medaillenvergabe hatten die US Boys und Crazy Canucks nichts zu tun. Beser war noch Bryce Bennet auf dem 10. Platz. Fpür Kitz-Sieger James Crawford blieb gar nur Rang 23.
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Der gebürtige Österreicher Romed Baumann durfte fast mit Blick auf sein Elternhaus starten, er klassierte sich als 20. im Mittelfeld, sind wir mal gnädig. Simon Jocher durfte Starten (30.), und Luis Vogt beendete auch sein zweites WM-Rennen nicht.
Morgen folgt der erste (und einzige) Ruhetag, bevor es mit den Team-Komis der Frauen und Männer weitergeht. Wir lesen uns.
von Münchner Löwe | Feb. 9, 2025 | NBA, Tennis
Blick über den Teich, NFL und NBA
Verdammt soll der Super Bowl sein
Na, dass ist doch mal eine Überschrift, die zum Lesen reizt … Eigentlich wäre für den Blick-über-den-Teich-Schauer heute Nacht DER Feiertag. Aber noch selten hat mich ein Super Bowl so wenig interessiert wie dieses Jahr. Für mich ist die Partie im Super Dome zu New Orleans zwischen den Kansas City Chiefs und den Philadelphia Eagles eher ein Horror Bowl. Die Chiefs regen mich schon die ganze Saison mit ihrem extrem effizienten, aber wenig attraktiven Defensiv-Football auf (plus ein paar überragende, leider sehr seltene Offensiv-Highlights von Quarterback Patrick Mahomes und vornehmlich Travis Kelce). Die Eagles sind mir, auch wegen ihres mir grund-unsympathischen Anhangs, schon seit jeher eher ein Graus. Das gilt leider für alle Philly-Teams (außer vielleicht den Flyers in der NHL), die ich ja aufgrund ihres Stadtnamens mögen müsste. Das fast nur auf Laufspiel basierendes Offensiv-Play der Eagles (überagend natürlich Running Back Shaqin Barkley) macht mich auch nicht grade an.
Also eher die Wahl zwischen Pest und Cholera: zwischen dem einmaligen Dreifachtriumph en suite der Chiefs und einem unerträglichen Triumph-Geheul der Eagles. Da passt es vortrefflich, dass DT als erster amtierender Präsident sich live vor Ort die Ehre gibt und womöglich den Münzwurf ausübt (samt dem üblichen Getöse). Dass die Trump-hörigen NFL-Milliardäre den Leitsatz „End racism“ wieder von der Endzone entfernen ließen, um ihren lieben und vor allem teuren Donald nicht zu vergraulen, passt da bestens ins Bild.
Viel Vergnügen trotzdem, vielleicht wirds ja ein attraktives spannendes Spiel. Morgen Vormittag relive reicht mir allerdings völlig.
Schluss der Transferzeit in der NBA: ein Ende mit Schrecken! Nur für Wen?
Endlich hat das Gerüchteln um Verstärkungen, Transfers, Rebuild ein Ende. Manche Teams sind kaum wiederzuerkennen. Wenn ich etwa an „meine“ Sacramento KIngs denke: Gegangen ist mit (unter anderen) DeAaron Fox (auf eigenes Betreiben!) der beste und aufregendste Spieler, dafür kamen Zach Levine und vor allem als Defensiv-Verstärkung Jonas Valenciunas, der jetzt mit Domantas Sabonis litauische Twin Towers weit weg in Kalifornien bildet.
Hauptaufreger war allerdings der immer noch unfassbare Tausch Luca Doncic/Anthony Davis zwischen den Dallas Mavericks und Los Angeles Lakers. Doncic war DER Franchise-Player der Mavs, vielleicht der begabteste Basketballer unserer Zeit. Ja, die Fitness ist nicht so sein Ding, auch nicht das Verteidigen, und seine ständige Meckerei über die Refs nervt unendlich; aber sein Unterhaltungsfaktor ist einmalig, seine Ideen, seine Kreativität. Der Finaleinzug letzten Juni war vor allem seiner Brillanz geschuldet. Gibt man wirklich so einen Spieler ab, auch wenn es gesundheitliche Probleme gab?
Die Mavs-Fans gaben die Antwort, trugen ihr Team sinnbildlich mit einem Sarg zu Grabe. Vor allem stieß sauer auf, dass der Trade offenbar ein Alleingang des Team-Managers Nico Harrison war, ohne Absprache mit dem Trainerstab. Verschwörungstheorien machten und machen die Runde (Umzug nach Vegas? Hat die NBA, vielleicht sogar Commisioner Adam Silver die Finger im Spiel, um die Liga zu pushen?) Vor allem aber: Der Gegenwert hätte viel mehr sein müssen als Anthony Davis. Mindestens noch ein Starting-Five-Spieler der Lakers (Austin Reaves, Rui Hachimura) hätte herausspringen müssen. Warum wurde übehaupt nicht mirt anderen Teams verhandelt? Gerade die Deutschen schauen ja besonders gespannt auf die Mavericks, spätestens seit Dirk Nowitzkis glorreichen Zeiten in Texas, großer Seufzer.
Der fantastische Verteidiger Anthony Davis wiederum wird den Lakers fehlen (Defense wins Championships). In seinem ersten Spiel für die Mavericks legte er gleich mal 26 Punkte, 16 Rebounds, 7 Assists und 3 Blocks auf, bevor er mit einer nicht näher bezeichneten Oberkörperverletzung das Parkett verlassen musste. Doncic wiederum verpasste sein für gestern Nacht anvisiertes Debüt bei den Lakers, die dennoch gegen die Indiana Pacers klar gewannen, weil Austin Reaves (sic) gleich 45 Punkte erzielte.
Auch zwei Deutsche gerieten in den Trade-Strudel. Nationalmannschafts-Kapitän Dennis Schröder, erst im Dezember von den Brooklyn Nets zu den Golden State Warriors gewechselt, wurde via Utah Jazz als eintägige Zwischenstation an die Detroit Pistons weitergereicht. Ein Team, das durchaus Play-off-Chancen hat, wo er helfen kann. Schon zuvor hatte er den „modernen Sklavenhandel“ in der NBA beklagt und bekam medial (vor allem auch hierzulande) ordentlich Dresche für die Wortwahl. Der Ausdruck „Sklave“ ist natürlich ob der Irrsinsgehälter reichlich absurd, doch dass die Profis bis auf ganz wenige Ausnahmen so überhaupt kein Mitspracherecht haben, wo sie spielen (dürfen), finde ich schon seit Jahren bedenklich; auch weil Spieler bei all den Millionen-Privilegien Menschen (mit Familie) sind. Und mit Geld kann man zwar vieles kaufen, aber zum Beispiel eben keine (Schul)Freunde.
Doof lief es auch für Daniel Theis. Den gaben die New Orleans Pelicans an die Oklahoma City Thunder ab. Die allerdings fanden keine Verwendung für ihn und setzten ihn auf die Straße (waived). Nein, dort wird Multimillionär Daniel Theis nicht verhungern, aber er ist erst mal verbannt von den geliebten Basketball-Feldern. Vielleicht ein Mann für die Euroleague, speziell für den FC Bayern?
Fast in den Hintergrund bei all dem Irrsinn geriet der Wechsel von Jimmy Butler von den Miami Heat zu den Golden State Warriors. Hier war wiederum der Spieler der Initiator. Seit Monaten drängte er auf den Trade, aus reiner Geldgier, vielleicht auch aus Prinzip, weil er noch nie im Freiden schied von seinen Teams. Die Heat signalisierten ihm nämlich, dass sie eine Vertragsverlängerung nicht zu den von Butler gewünschten Konditionen (Maximum-Gehalt, mehr als 50 Millionen Dollar/Jahr) für den Mittdreißiger zahlen wollen, sondern nur 40 Millionen oder gar 30 Millionen, ein echter Hungerlohn. Ob ihn die Warriors die gewünschten Summen wirklich zahlen, weiß ich nicht, aber es könnten am Ende tatsächlich alle Beteiligten als Sieger aus der Sache herauskommen. Die Warriors bekommen einen Top-Spieler gerade in den Play-offs (wenigstens noch für 1, 2 Jahre), die Heat sind einen Dauer-Konflikt los, und Jimmy Butler selbst hat seinen Seelenfrieden wieder und darf mit Steve Curry auf große Taten in San Francisco hoffen.
Fazit: Ich kann gerade nicht absehen, wer am Ende Gewinner und Verlierer sind. Dem ersten Eindruck nach haben die Spurs das große Los gezogen zumindest für die mittelfristige Zukunft mit dem „Außerirdischen“ Victor Wembanyama. Die Mavs müssen erst mal ihre Fans zurückholen, die Lakers die offene Baustelle „Defense“ schließen. Und meine Kings? Ich sehe tatsächlich viel Potenzial, aber ob das reicht für ganz oben, da habe ich meine ernsthaften Zweifel.
von Münchner Löwe | Feb. 8, 2025 | Allgemein, ski alpin
Alpine Ski-WM in Saalbach, IV
Die Abfahrt ist die Königsdisziplin jeder alpinen Ski-WM – bei Frauen und Männern. Am Samstag siegte etwas überraschend die Amerikanerin Breeze Johnson, die damit erneut belegte, dass die US Girls und Boys gerade bei Großereignissen über sich hinauswachsen. Während Mirjam Puchner als Zweite bereits das dritte Edelmetall im dritten Speedrennen für Österreich gewann, erlebten die mitfavorisierten Fahrerinnen aus Italien und der Schweiz ein mittleres Debakel.
Am Sonntag steht dann die Abfahrt der Männer an, ein ausverkauftes Haus wird erwartet.
Abfahrt der Frauen
Das Rennen
Gleich mit der Startnummer 1 setzte Breeze Johnson eine Richtmarke, an der sich die gesamte Konkurrenz die Zähne ausbeißen würde (was zu dem Zeitpunkt natürlich niemand wissen konnte). Der Amerikanerin war ein soweit erkennbar fehlerloser Lauf gelungen, viel schneller als in den Trainings, in denen sie immer vorne zu finden war. Erstes kleines Augenbrauenhochziehen, als Ester Ledecka mit der 5 hitner Johnson blieb. Dasselbe galt Österreichs vermeintlich beste Abfahrerin Cornelia Hütter. Als dann Lara Gut-Behrami an einem Tor vorbeifuhr (und Gottseidank auf den Skiern blieb und auch die im Training topfahrende Mirjam Puchner 15 Hundertstelsekunden hinter der Amerikanerin blieb, durfte diese zumindest mit einer Medaille liebäugeln. Aus der Medaille wurde nach und nach Gold, weil die Italienerinnen Sofia Giggia und Federica Brignone weit hinterherfuhren und auch Super-G-Weltmeisterin Steffi Venier sich eine Sekunde draufpackte.
Zwei Landsfrauen wurden noch gefährlich, doch Lauren Macuga und Lindsey Vonn brachten ihre gute Zwischenzeiten nicht ganz ins Ziel. Gleiches galt auch für Emma Aicher, im Training glänzende Dritte, obwohl sie nicht voll fuhr. Auf sie galt es zu warten. Bis zur Mittelstation war sie klar schneller als Johnson, doch dvon Zwischenzeit zu Zwischenzeit verlor sie Zehntel, sodass es „nur“ zum 6. Platz reichte. Ein Top-Ergebnis für die Bayerin, aber bei einer WM zählen leider nur die Medaillen wirklich.
War es ein Startnummern-Rennen? Der glänzend präparierten Piste sah ich kein Nachlassen an. Aber es ist schon auffällig, dass in den bisherigen drei Speedrennen ehe die vorderen StarterInnen siegten. Jetzt lautete die Reihenfolge: Nummer 1 vor Nummer 9 und Nummer 5. Wenn man dann noch bedenkt, dass die besten Fahrerinnen des Winters zwischen 6 und 15 kommen, kann ich schon auf doofe Gedanken kommen: Doch es bleibt reine Spekulation, ob etwa eine Emma Aicher mit eine vordereren Nummer noch besser abgeschnitten hätten. Auf jeden Fall schdet eine frühe Nummer nicht.
Die Medaillengewinnerinnen
Breeze Johnson ist mit ihren 29 Jahren gefühlt schon eine Ewigkeit im Skizirkus dabei. Tatsächlich sind es genau 12 Jahre, in der sie im Weltcup siebenmal auf dem Podest landete, abe keinen einzigen Sieg schaffte. Guter Zeitpunkt fürs Debüt.Wegen dreiier verpasster Dopingtests war Johnson die gesamte vergangene Saison gesperrt und erst seit Dezember wieder startberechtigt. So bereitete sie sich allein auf die WM-Saison vor, rückte aber nach guten Leistungen schnell wieder ins Team. Die eher kurvenrecihe Abfahrt taugte ihr, die auch abseits der Strecke von sich reden macht. Sie ist Athletensprecherin und outete sich vor drei Jahren als bisexuell und sieht sich als Sprachrohr der queeren Szene(ihr Präsident wird also die helle Freude an ihrem Triumph haben). Noch während der WM verwies sie auf die katastrophalen Bedingungen bei der gleichzeitig stattfindenden Para-WM in Maribor, wo die Speedrennen dem fehlendem Schnee zu Opfer fielen. „Unsere Trainingsstrecken sind besser als dort“, monierte sie.
Mirjam Puchner ist eine dieser Pechmaries, die es im Skisport so viele gibt. Sehr talentiert, warf sie eine Verletzung nach der anderen zurück. Diese Saison lief grauenvoll, und ihr glück war, dass das gesamte österreichsische Team der Musik hinterherfuhr, so dass sie einen Startplatz ergatterte. Vom ersten Trainingslauf zeigte sie, dass sie und die Strecke perfekt zusammenpassten, sodass leichte Medaillenhoffnungen aufkeimten. Dass sie jetzt mit ihren 32 Jahren ihr erstes Edelmetall bei einem Großereignis holte, ist nur der veerdiente Lohn des immer wieder Aufsthens.
Ester Ledecke: Jetzt hat die Tschechin tatsächlich ihre alpine Medaille. Schon das wäre jede Nachricht wert, doch Ledecka ist das Unicorn des Wintersports, denn sie beschränkt sich nicht auf wilde Abfahrten und Super-Gs, sondern sucht ihr Glück auch im Snowboard, wo sie auch schn einige Erfolge sammelte. 2018 gelang ihr das einmalige Kunststück und holte in Pyeongchang Olympia-Gold im Super-G (alpin) und Parallel-Riesenslalom auf dem Snowboard. Insgesamt sammelte sie bei Snowboard-WMs zweimal Gold und einmal Bronze, jetzt kam ihr erstes Alpin-Bronze hinzu.
Stimmen
Breeze Johnson: Jeder sagte mir, wie gut ich in Saalbach sein werde. Vielleicht liebt mich dieser Berg.
Mirjam Puchner: Hier habe ich mich vom ersten Tag an wohlgefühlt. Jeder hat gesagt, dass mir die Strecke liegt, aber fahren muss ich ja auch erst einmal.
Die Enttäuschten
Schweizerinnen und Italienerinnen hatten die bisherigen Speedrennen der Saison dominiert, jetzt gingen sie leer aus. Beste Schweizerin war Corinne Suterauf P.atz 7, Lara Gut-Behrami schied nach Fahrfehler im Mittelteil aus. Abgeschlagen landeten Malorie Blanc un d Priska Ming-Nufer auf den Plätzen 19 und 21.
Nie viel besser erging es den Azzurri, die von Beginn an mit der Strecke haderten. Nicol Delago (mit der 3, siehe auch Startnummernrennen) wurde Siebte (für sie persönlich ein tolles Ergebnis), Super-G-Zweite Federica Brignone wurde Zehnte. Noch schlechter erging es der Speed-Queen Sofia Goggia auf dem für sie indiskutablen 16. Rang mit fast 2 Sekunden Rückstand.
Die (übrigen) Gastgeberinnen
Conni Hütter verfehlte als Vierte erneut nur ganz knapp eine Medaille, zu der ihr 13 Hundertstel fehlten. Ersatzfahrerin Ariane Rädler (für Ricarda Haaser) hatte als 17. erwartungsgemäß nichts mit der Entscheidung zu tun.
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Nach dem Debakel im Super-G betrieb Kira Weidle-Winkelmann Schadensbegrenzung und wurde letztlich Zwölfte, allerdings mit dem Respektabstand von 1,64 Sekunden.
Ergebnis
Gold: Breeze Johnson (USA) 1:41,29
Silber: Mirjam Puchner (AUT) 0,15 zur.
Bronze: Ester Ledecka (TCH) 0,21
4. Cornelia Hütter (AUT) 0,34, 5. Lauren Macuga 0,38, 6. Emma Aicher (D) 0,48, … 9. Steffi Venier 0,99, 10. Federica Brignone (ITA) 1,19, 12. Kira Weidle-Winkelstein (D) 1,64
Abfahrt der Männer, Sonntag, 11:30, ARD, Eurosport, ORF1
Favoriten
Erneut an erster Stelle nenne ich Marco Odermatt, so grandios und überlegen war der Schweizer im Super-G an gleicher Stelle. Ansonsten läuft es im Schweizer Team noch nicht perfekt, das könnten allerdings Franjo van Allmen und vor allem Alexis Monney ändern.
Der Österreicher Vincent Kriechmayr hat seine Knieverletzung offenbar gut überstanden, zeigte im Abschkluzsstraiunig trotz Bremsschwungs im Zielhang auf.
Und weil ich die frühen Startnummern besonders beachte, sei vor allem auf den Startläufer Mattia Casse verwiesen, obwohl die Italiener allesamt im Super-G enttäusxchten
Sehr zu beachten
Die Nordamerikaner, you know? Gibt es ein männliches Pendant zu Breeze Johnson aus den USA oder Kanada? Warum nicht der Titelverteidiger James Crawford oder der Super-G-Siebte Ryan Cochran-Siegle.
Und da ist auch noch der Norweger Adrian Smitheth Sejersted. Der Draufgänger, der reichlich überraschend Bronze im Super-G holte.
Echtes Dark Horse
Durch gute Leistungen hat sich der Slowene Miha Hrovat in die erste Startnummer gefahren, die er mit der Nummer 15 beschließt. Wer wetten will, die Quoten sind sicher gut …
Startliste
1 Mattia Casse
5 Ryan Cochran-Siegle
7 James Crawford
8 Alexis Monney
9 Vincent Kriechmayr
11 Franjo van Allemen
12 Dominik Paris
13 Marco Odermatt (TV)
17 AD Sejersted
18 Daniel Hemetsberger
19 Romed Baumann
35 Luis Vogt
WM 2023 in Courchevel
1. Marco Odermatt (Schweiz)
2. Alexander Aamodt-Kilde'(Norwegen)
3. Cameron Alexander (Kanada)
WM 1991 in Saalbach
1. Franz Heinzer (Schweiz)
2. Peter Rungaldier (Italien)
3. Daniel Mahrer (Schweiz)
Die Höchstrafe der Gastgeber. Der Schweizer Erzrivale holt den Titel u nd Platz 3, für Austria bleibt nur Blech (Platz 4 für den amtierenden Olympiasieger Leonhard Stock). Der damals 28-jährige Heinzer feierte mit WM-Gold seinen größten Karriere-Erfolg. Insgesamt gewann er 17 Welcup-Abfahrten und sicherte sich dreimal hintereinander die Weltcupwertung in der Abfahrt (1990 bis 1992), den die Aktiven selbst höher einschätzen als den eher zufälligen Einzeltriumph.
Auch für den Italiener Rungaldier war Silber das einzige Edelmatall bei einem Großereignis. Zweimal siegte er in einem Weltcup-Super-G, in der Abfahrt blieb er ohne Erfolg und wurde dreimal Zweiter. 1995 holte er sich die kleine Kristallkugel im Super-G.
Daniel Mahrer schließlich war lange Zeit Fixpunkt einer damals unglaublich starken Abfahrtsmannschaft, die etwa 1987 im heimischen Crans Montana einen Fünffacherolg feierte.. Insgesamt 8 Weltcupsiege verbuchte er, darunter 1989 in Itzbühel und 1991 bei der WM-Generalprobe Garmisch, wo er auch 1993 die Weltspitze düpierte..
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