von Münchner Löwe | Aug. 6, 2025 | Fußball
In nur 2 Tage haben drei große Namen des Fußball diese Welt verlassen, alle viel zu früh: der gewitzte Stürmer, Frank Mill, der so sympathiscge und kenntnisreiche RTL-Reporter Ulli Potofski sowie die Porto-Legende Jorge Costa
Frank Mill: ein Fehlschuss machte ihn berühmt
Es sind diese Szenen, die mich und alle Fans auch fast 40 Jahren danach völlig ratlos zurücklassen. August 1986, Frank Mill bestreitet am 1. Bundeslgiaspieltag der Saison seine erste Partie für Borussia Dortmund. Und hat ziemlich schnell eine tolle Szene, als er sich filigran und gewitzt an der gersamten Bayermn-Veteidigung samt Schlussmann Jean-Marie Pfaff vorbeischlängelt und nour noch de Ball aus kürzester Entfernung ins Tor schieben muss. Er tut es nicht, sondern beginnt zu überlegen, über was weiß ich: den ersten Jubel im BVB-Dress, wie er sich feiern lässt und mit welcher Geste. es dauerte,und dann schob er den Ball an den Pfosten, vielleicht auch erschchreckt durch den verzweifelt hinterherhechtenden Pfaff. „Eine 4000-prozentige Chance“, befand er später.
Doch sein humorbegabtes Naturell ließ ihn nicht verzweifeln, sondern er konnte über sich und das Malheur herzlich lachen, obwohl wirklich jedes Gespräch mit diesem Thema begann.
Dabei wäre es vollkommen absurd, „Fränkie Mill“ auf diese Szene zu reduzieren. In den 80er- und anfangs der 90er-Jahren gehörte er zu den besten deutschen Stürmern, der sich sogar Weltmeister 90 nennen darf. Beim Championat in Italien absolvierte er allerdings keine Spielminute, was allerdings weniger an seinen Leistungen lag, sondern den beiden Riesen-Angreifern Rudi Völler und Jürgen Klinsmann, an denen es kein Vorbeikommen gab. Und doch wird ihm ein großer Anteil am Triumph zugebilligt; weil er nicht aufmuckte ob seines Reservistendaseins, weil er mit seinem Humor stets für gute Stimmung sorgte. Weil er eben Frank Mill war.
In der Bundeslga spielte er für die beiden Borussen aus Mönchengladbach und Dortmund. Jupp Heynckes als Glandback-Trainer zögerte keine Sekunde, als die Möglichkeit zur Verpflichtung bestand. Mill hatte mit seinen 1,76 Metern zwar kein Gardemaß, aber eine unendlich feine Technik und den nötigen Torinstinkt. So erzielte er für Rot-Weiss Esse in einer Zweitliga-Saison sagenhafte 41 Tore, noch immer Rekord fürs Unterhaus.
Für Gladbach erzielte er von 1981 bis 86 in 153 Partien 71 Treffer, für den BVB von 86 bis 91 in 187 Spielen 41, dazu gab er zahllose Assists, die damals allerdings noch nicht statistisch erfasst wurden. Sein größter Triumph war 1989 der Pokalsieg, als er im Endspiel gegen Werder Bremen 1 Tor und 2 Assists beisteuerte, sein einziger nationaler Titel.
Zwar kam er nur auf 20 A-Ländrespiele ohne tor, dafür führte er als Kampitän der Olympiamannschaft das deutsche Team zu Bronze bei den Spielen 1988 in Südkorea.
Jetzt ist er mit nur 73 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben.
Ulli Potofski – die RTL-Stimme mit Schalker Herz
Es wäre höchst ungerecht, Ulrich Potofski, für alle nur Ulli, auf die Tätigkeit des Fußball-Reporters -und Moderators zu reduzieren. Er war zu Beginn des Privatfernsehens Mitte der 80er eine der prägenden Figuren des neuen Senders RTL+, zusammen mit Björn Schimpf und der Kunstfigur „Karlchen“. Doch wirklich bekannt wurde er, als er 1988 für RTL die neukonzipierte Sendung „Anpfiff“ konzipierte: die Bundesliga-Zusammenfassung am Samstagabend, die damals erstmals nicht mehr in der ARD lief. Episch lang war das (meiner Erinnerung nach bis zu 3 Stunden) mit Übertragungen, in denen die Reporter das Spiel live übertrugen. Gpnter Netzer war ein fester Bestandteil, lange bevor dieser zusammen mit Gerhard Delling zur Expertenlegende wurde.
Aber für RTL machte er so vieles mehr, regionale Reportagen und auch Tennis. Er war bei den Australian Open und modertierte lange Jahre für das damalige „Premiere“ und später Sky die Tageszusammenfassung von Wimbledon: mit dem ganz egenem Charme, dem ganz eigenen Blick für Land und Leute. Sehr unterhaltsam, manchmal betont albern (ob immer bewusst, sei mal dahingestellt). Ulli Potofski schaffte es, dass er sich nie zum Narren machte, dass er vor allem sich selbst nicht zu ernst nahm. So sprach er mit einem alten Kühlschrank „im Kühlschrank ist noch Licht“, ganz ähnlich wie Axel Hacke in seinen früheren Kolumnen mit seinem „Bosch“ sprach. Ein Multitalent, und nie verleugnete er sein tiefblaues Herz für Schalke 04, dessen Abstieg von einem Bundesliga-Spitzenteam zu einer durchschnittlichen Zweitliga-Mannschaft ihn sichtlich mitnahm.
Für Sky kommentierte er fast bis zuletzt noch Zweitliga-Spiele, dazu betrieb er einen regelmäßigen Podcast. 73 Jahre wurde Ulli Potofski alt, als er am Dienstagabend nach kurzer schwerer Krankreit verschied.
Jorge Costa – Herz und Hirn des FC Porto
Wahrscheinlich ist der Portugiese hierzulande nicht so bekannt, obwohl er in Deutschland seinen größten sportlichen Erfolg von so vielen Triumphen feierte. 2004 führte der beinharte Verteidiger in der Gelsenkirchener Arena AufSchalke den FC Porto als Kapitän zum Endspielsieg der Champions League gegen die AS Monaco. Als U-20-Spieler war er zudem Mitglied der portugiesischen Weltmeiter um Luis Figo; die so vielversprechende „Goldene Generation“, die dan doch titellos blieb bei EMs und WMs.
Jorge Costa war der Spielführer der vielleicht erfolgreichsten Zeit des ruhmreichen portugiesischen Clubs. 8 Meisterschaften feierte er, 5 Pokalsiege, und ein Jahr vor der Champions League holte sich Porto auch den damaligen UEFA-Pokal, jeweils angeleitet von der Trainer-Legende José Mourinho, für den Porto und seine Erfolge der Grundstein einer Weltkarriere war.
Jorge Costa blieb als Spieler dagegen fast durchgehend beim FC Porto, erst ganz am Ende wagte er 1995 nach 16 Jahren ein Engagement bei Standard Lüttich. Als Trainer war er nicht sonderlich erfolgreich, war eher als Weltenbummler bekannt, den es unter anderen nach Rumänien, Zypern, Gabun und Indien zog.
Erst vor gut 6 Monaten kam er zurück, übernahm beim FC Porto das Amt des Sportdirektors. Noch am Dienstag gab er ein Fernseh-Interview, kurze Zeit später beende ein Herzstillstand sein Leben im Alter von nur 53 Jahren. „Eine unverzichtbare Größe des Vereins“, kondolierte der FC Porto, und Mourinho, mittlerweile Trainer bei Fenerbahce, befand anlässlich der Partie bei Feyenoord: „Er ist Teil meiner Geschichte. Ich habe seine Kinder kennengelernt, als sie noch wirklich klein waren. Jetzt sind sie groß geworden.“ Und er versprach: „Ich werde jetzt für mein Team da sein. Und danach werde ich weinen.“
Mögen alle Drei in Frieden ruhen.
von Münchner Löwe | Aug. 5, 2025 | Fußball, Golf, Tennis, Wochenvorschau
Andere Sportarten standen zuletzt im Mittelpunkt, doch jetzt rückt König Fußball und die neue Saison (zumindest in Europa) wieder in den Vordergrund. Dazu Masters-Tennis in Nordamerika.
Zverev weiter auf Mission Wiedergutmachung
Auch der Satzverlust gegen den Australier Alexej Popyrin konnte den Deutschen nicht stoppen. Er steht bereits im Halbfinale des Masters von Toronto und trifft dort in der Nacht zu Donnerstag auf den Russen Karen Khatschanow, der nach eher verhaltenem Jahresbeginn in Topform ist und zuvor auch in Wimbledon die Runde der besten Vier erreicht hat. In der unteren Hälfte werden heute Nacht bei den Partien Rublew gegen Fritz und De Minaur gegen Shelton die beiden anderen Semifinalisten ermittelt.
Genau so weit sind die Frauen beim Pendant in Montreal. Die Sensations-Kanadierin Victoria Mboko und Lena Rybakina sind schon im Halbfinale, heute Nacht kommen Madison Keys/Clara Tauson und Elena Switolina/Naomi Osaka dazu.
Die Finals sind schon für Freitag angesetzt, weil schon das nächste Masters in Cincinnati wartet. Dort werden bei den Männern auch die Topleute Jannik Sinner und Carlos Alcáraz wieder ins Geschehen eingreifen, die sich für Toronto eine schöpferische Pause nahmen. Erneut abgesagt hat allerdings Novak Djokovic seine Teilnahme. Grand Slam oder nix, heiißt offenbar die Devise des 38-Jährigen, denn schon Ende August warten die extrem kräftezehrenden US Open. Ansonsten hat die komplette Weltelite gemeldet.
Nach de Kanada-Trennung sind Frauen und Männer in Cinci wieder vereint. Auch die Frauen werden praktisch mit der kompletten Weltelite am Start sein.
Zurzeit läuft noch die Qualifikation, unter anderem mit Ella Seidel , Laura Siegemund sowie Jan-Lennard Struff.
Königsklasse schon im Gange
Die Topclubs können sich noch schonen, aber die Qualifikation im Kampf um die Geldtöpfe ist bereits im vollen Gang. Diese und nächste Woche (jeweils Dienstag und Mittwoch) steht die 3. Runde an (Hin- und Rückspiele), unter anderem mit namhaften Paarungen wie das „Öresund-Derby“ Malmö-Kopenhagen, RB Salzburg vs FC Brügge und vor allem OGC Nizza vs Benfica.
Wer nicht genug hat, darf sich am Donnerstag in der Qualifikation der Europa und Conference League was Hübsches aussuchen. Wie wäre es mit dem schwedisch-norwegischen Knaller Häcken vs Bergen (Do., 19 Uhr).
Heimclubs bereits unter Druck
Vor dem 2. Spieltag der 2. Bundesliga ist die Ausgangslage klar: Von den 9 Heimmannschaften müssen 8 eine Auftaktniederlage des vergangenen Wochenendes kompensieren. Wer erneut verliert, steht schon gewaltig unter Zugzwang. Einzig Eintracht Braunschweig kann zu Hause gegen Greuther Fürth einen Auswärtssieg vergolden, das einzige Duell zweier Auftaktgewinnen. Namhafte Partie sind selbstredend wieder dabei wie Nürnberg gegen Darmstadt (Freitag, 18:30), der Ostschlager Dresden – Magdeburg (Sa., 13:30) und die Partie Lautern – Schalke (Sa., 20:30). Interessant, dass die DFL die Partien nicht auf die vermeintlich attraktiveren Erstligazeiten angesetzt hat, obwohl das Oberhaus noch pausiert. Um die Fans nicht zu verwirren?
Golfen für Millionen
Die Fedex-Ausscheidung beginnt schon, der der dreiwöchige Abschluss der US-Turnierserie, in der der Sieger am Ende 20 Millionen Dollar gewinnt. 3 Turniere zum Abschluss, beim ersten in Memphis sind 70 Profis dabei, beim zweiten 50 und zum Abschluss wie gehabt dann nur noch 30, die dann je nach Punktestand mit einem Handicap starten. Die Wertung führt derzeit klar der Amerikaner Scottie Scheffler vor dem Nordiren Rory McIlroy und dem Östereicher Sepp Straka an. Mit dabei zum Auftakt sind auch die Deutschen Stephan Jäger und Matti Schmid, der als 70. gerade noch ins Feld rutschte.
Und sonst?
- Radsport: Polen-Rundfahrt und Vuelta die Burgos
- Basketball: Die EM-Vorbereitung nimmt langsam Formen an. Der deutsche Kader ist benannt (ohne Isaiah Hartenstein und Moe Wagner, mit Dennis Schröder und Franz Wagner.
Wenn ich das richtig sehe, hat das Team noch keine Testspiele auf dem Programm, Das Team trifft am Freitag (20.05) in Ljubljana und am Sonntag (17:30) in Mannheim auf Slowenien mit einem angeblich sehr fitten anstatt fetten Luka Doncic. (Danke neuronal für den Hinweis). Magenta wird übertragen
von Münchner Löwe | Aug. 4, 2025 | Formel 1, Fußball, Golf, Radsport, Wochenrückschau
Zwei Frauen-Großereignisse fast ohne Beachtung (Open Championships im Golf, Tour de France), der Auftakt der neuen Saison in der 2. und 3. Liga und eine erneute McLaren-Demonstration in Budapest.
Anmerkung: Ein tolles Sportfest gab es bei den sogenannten Finals in Dresden in verschiedenen Sportarten. Ich bin aber schlicht nicht dazu gekommen, das näher zu verfolgen (oder gar vor Ort zu sein)und verweise auf andere Zusammenfassungen wie etwa hier
https://www.zdfheute.de/sport/die-finals/2025-dresden-zuschauerrekord-bilanz-100.html
Frankreich kann doch die Tour gewinnen
Die französischen Männer hatten ein trauriges 40-jähriges Jubiläum ohne heimischen Sieg bei der Großen Sschleife, dafür sind jetzt die Frauen eingesprungen. Genauer gesagt Pauline-Frevot, die die enorm anspruchsvolle, bis zuletzt äußerst spannende Tour gewann. Nicht durch Zufall oder Etappenglück, sondern mit zwei reifen Leistungen bei zwei extrem schweren Teilstücken am Wochenende mit Bergankunft am Col de la Madeleine und am Sonntag bei eine Berg- und Talfahrt mit Ziel im Ski- und Mountainbike-Gebiet von Châtel Les Portes du Soleil. Die Holländerin Dana Vollering wurde Zweite vor der polnischen Titelverteidigerin Katarzyna Niewiadoma.
Japanerin Yamashita triumphiert
Die Britisch Open der Golferinnen waren eine asiatische Angelegenheit mit europäischer Beteilung. Am Ende siegte die Japanerin auf dem Kurs in Royal Porthcrawl mit zwei Schlägen Vorsprung (277/-9) auf ihre Landfrau Minami Katsu und der Engländerin Charley Hull, die mit 2 Bogeys am Ende der Schlussrunde ihre Siegchancen vergab, dennoch die europäische „Ehre rettete“ (Löwe, gehts noch höher?).
Gleich 5 Asiatinnen kamen in die Top 10, dagegen mit Megan Khang nur eine US Amerikanerin. Die Deutschinnen hatten letztlich mit der Entscheidung nichts zu tun. Beste war die Olympiazweite Esther Henseleit auf dem geteilten 23. Rang.
Norris mit Taktik-Coup
Den Start verhunzt (nicht zum ersten Mal) und trotzdem gewonnen. Lando Norris profitierte von einer taktischen Meisterleistung seines McLaren-Teams und siegte vor dem australischen Teamkollegen Oscar Piastri und George Russell im Mercedes. Im Gegensatz zur Konkurrenz kam er mit nur einem (statt 2) Boxenstopp aus und rettete sechs Zehntel vor Piastri ins Ziel, der allerdings am Ende auf dem überhol-feindlichen Kurs auf allzu hohes Risiko verzichtete (zur Erleichterung und wahrscheinlich auf Anweisung der McLaren-Crew). Damit verkürzte sich Norris‘ Rückstand in der WM-Wertung zu Piastri auf 9 Punkte. Die beiden Teamkollegen werden den Titel unter sich ausmachen, denn der Dritte, Titelverteidiger Max Verstappen, liegt im klar unterlegenen Red Bull bereits 97 Zähler zurück, das sind fast vier Rennsiege à 25 Punkte.
Fahrer des Tages war Gabriel Borteloto. Der brasilianische Sauber-Teamkollege von Nico Hülkenberg belegte den hervorragenden 6. Platz und ließ damit unter anderem Max Verstappen/9., Kimi Antonelli/10., und Lewis Hamilton/12. hinter sich – und das ohne Renn(Wetter)-Glück oder einer Ausfall-Orgie, sondern allein mit fahrerischer Klasse.
Jetzt steht eine dreiwöchige Pause an, in der auch jegliches Arbeiten an den Boliden verboten ist.
Gastgeber dominieren 1. Spieltag
9 Partien, 8 Heimsiege, das ist die fast makellose Bilanz des 1. Spieltages. Allein der 1. FC Magdeburg patzte beim Zweitligaauftakt vor eigener Kuliise, gegen den (geografischen) Nachbarn Eintracht Braunschweig.
Erster Tabellenführer ist Aufsteiger und Pokalfinalist Arminia Bielefeld, offenbar immer noch auf der Erfolgswelle im Frühling reitend. Die Ostwetfalen deklassierten den Aufstiegs-Mitfavoriten (sofern ich überhaupt welche ausmachen kann) Fortuna Düsseldorf gleich mit 5:1. Nicht viel besser erging es Absteiger VfL Bochum, das bei Darmstadt 98 eine 1:4-Klatsche erfuhr.
Eine Klasse darunter beherrschten Unentschieden das Geschehen. Gleich 6 Partien endeten Remis, darunter auch die Begegnung Rot-Weiss Essen gegen 1860 München. Eine schöne Geste zeigte dabei Löwen-Torschütze Florian Niederlechner, der mit seinem Jubel des am Freitag gestorbenen Sohnes von Bayern-Ersatzschlussmann Sven Ulreich gedachte. Beide Familien sind eng befreundet, das zählt natürlich viel mehr als eine Vereins-Rivalität, die bei einer so traurigen Nachricht eh keine Rolle spielen sollte. Erster Tabellenführer ist die SV Wehen-Wiesbaden nach dem 3:1 gegen Absteiger Ulm 46.
Ledecky kann es auch spannend
Die 800 Meter der Frauen waren mein persönlicher Höhepunkt der Becken-Wettbewerbe der Schwimm-WM in Singapur. Drei Starterinnen kämpften um den Sieg, lagen bis zur letzten Wende praktisch gleichauf. Am Ende siegte die überragende Langstrecklerin der vergangenen Jahre, Katie Ledecky, ganz knapp vor der erstaunlichen Australierin Lani Pallister und der kandaischen Gold-Sammlerin Summer McIntosh und sicherte sich ihren insgesamt 23. WM-Titel. Zuvor hatte sie in Singapur schon über 1500 Meter (wie so oft völlig ungefährdet) und mit der US-Staffel über 4×200 Meter triumphiert.
Noch erfolgreicher war Summer McIntosh mit 3 Titeln. Dennoch war die erst 18-jährige Kanadierin nicht vollends zufrieden mit den Titelkämpfen. Zum einen wegen des verpassten Sieges gegen Ledecky, vor allem aber, weil sie über 400 Meter Lagen den anvisierten Weltrekord verfehlte. So sauer habe ich noch selten eine gerade gekürte Weltmeisterin gesehen …
Die Deutschen schafften 2 Goldmedaillen im Becken. Die von Weltrekordler Lukas Märtens über 400 Meter Freistil kam erwartet, die von Anna Elendt über 100 Meter Brust ziemlich überraschend, zumal sie nur mit viel Glück überhaupt n den Endlauf gekommenn war. Stark auch der Langstreckler Sven Schwarz, der über 800 und 1500 Meter jeweils Silber holte und sich beide Male nur dem Tunesier Ahmed Jaouadi geschlagen geben musste. Der viermalige Freiwasser-Champion Florian Wellbrock kam über 1500 Meter nicht über Rang 5 hinaus, dürfte Singapur dennoch höchstzufrieden verlassen.
Insgesamt waren es unterhaltsame Titelkämpfe. Gerade die Final-Sessions jeweils über 2 Stunden waren sehr komprimiert und ließen kaum Längen zu (ja, Siegerehrungen gehören halt dazu). Da kann die längliche Leichtathletik nur lernen, ich fürchte, sie tut es nicht.
Und sonst?
- Zeigt sich Alexander Zverev von seinem Erstrundenaus in Wimbledon (samt Seelen-Offenbarung vor der Welt-Öffentlichkeit) gut erholt. Beim Masters-Turnier in Toronto gewann er dreimal ohne Satzverlust, profitierte allerdings in der 3. Runde auch von der Aufgabe seines „Angstgegners“ Fernando Cerundolo.
Bei den Frauen sind alle Deutschinnen schon ausgeschieden. Eval Lys hatte gegen Wimbledonsiegerin Iga Swiatek keine Chance, freute sich dennoch über immerhin 4 Spielgewinne (2:6, 2:6).
- Die US-Sprinter zeigen auf: Bei der WM-Ausscheidung in Eugene zeigte sie, dass die Titel über 100 und 200 Meter nur über sie gehen. Herausragend etwa die 10,65, die Melissa Jefferson-Wooden auf die Bahn knallte. bei den Männerns siegte auf selber Strecke Kenny Bednarek mit 9,79. Einen Junioren-Weltrekord stellte der erst 16-jährige (!) Cooper Lutkenhaus über 800 Meter (nein, das ist kein Sprint) auf, der als Zweiter hinter Donovan Brazier nur 1:42,27 Minuten brauchte – eine geradezu unfassbare Leistung für dieses Alter.
- Finnischer Heimsieg: Bei der 1000-Seen-Rallye triumphierte der zweifache Weltmeister Kalle Rovenperä, der zum ersten Mal zu Hause gewann und den ersten finnischen Sieg in Finnland seit 8 Jahren landete. Es war die schnellste WM-Rallye der Geschichte: Rovenperä hatte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 129,9 km/h – und das auf Schotterstraßen mit hunderten Sprüngen.
von Münchner Löwe | Aug. 1, 2025 | MLB
Blick über den Teich, MLB
Jeden Juli teilt sich die MLB in 2 Gruppen, in die Käufer und Verkäufer. Nach 2 Drittel der Saison ist absehbar, ob ein Team noch Play-off-Chancen hat oder nicht. Die „mit“ schauen nach Lücken in ihrer LineUp oder bei den Pitchern, die „ohne“ wollen teure Profis für einen Nueaufbau loswerden, der sich mancherorts gefühlt Jahrzehnte dauern kann. Die Trade-Deadline, dieses Jahr am 31. Juli ist die Marke, bis zu der alle Änderungen abgeschlossen werden müssen, dementsprechend wild ging es auch heuer zu.
Die beiden zumindest vom Namen her spektakulärsten Moves schafften die Houston Astros und Seattle Mariners, beide in der American League West und in einem Zweikampf um den Divisionssieg verwickelt (in dem die Astros zurzeit mit 4,5 Partien vorne liegen. Die „ewigen“ Astros holten Carlos Correa, non den Minnesota Twins, die Mariners verstärkten ihre recht maue Offensive mit Eugenio Suüárezn von den Arizona Diamondbacks. Beide Top-Spieler kehrten zu ihrem Ex-Team zurück.
Ansonsten verstärkten sich viele Teams mit Bullpen-Pitchern (für die gehandelteln Start-Werfer wurde zu viel Gegenwert verlangt. Hier werden vor allem die National-Teams San Diego Padres und New York Mets sowie die New York Yankees als Gewinner der Tradezeit gehandelt.
Und so steht es
Fast 110 von 160 Partien haben die Teams jetzt absolviert, sie werden also bald ins letzte Viertel der Saison einbiegen. Noch immer kann viel passieren, aber einige Divisonssieger zeichnen sich jetzt schon sehr deutlich ab
AMERICAN LEAGUE
East
Dank eines enormen Zwischenspurtes haben die Toronto Blue Jays Platz 1 übernommen, und diese Führung verteidigen sie hartnäckig. Zurzeit beträgt der Vorsprung 3,5 Partien auf die leistungsschwankenden Yankees, die sich aber immerhin mit zuletzt 3 Siegen gegen den direkten Divisikonsrivalen Tampa Bay Rays etwas Luft verschafft haben. Im Rennen sind auch noch die Boston Red Sox, 5 Siege hinter den Jays.
Central
Hier scheint alles klar: Obwohl die Detroit Tigers zurzeit ziemlich schwächeln (4:6 in den letzten 10 Spielen), führen sie immer noch deutlich vor den Cleveland Guardians (9,0) und Kansas City Royals (9,5). Aufgegeben haben offenbar die Twins, die ihren besten Spieler Carlos Correa Richtung Houston sowie einige Pitcher abgegeben haben. Die Chicago White Sox sind zwar abgeschlagen, haben aber jetzt „schon“ 40 Siege gesammelt, 42 waren es 2024 in de gesamten Saison.
West
Wie gesagt: Die ohnehin schon starken Astros und Mariners haben sich weiter verbessert (zumindest auf dem Papier). Die Play-offs dürfte für beide Teams eine klare Sache werden, der Divisonssieger hat gute Chance auf ein Freilos in der Wildcard-Runde. Dahinter lauern die Texas Rangers, die nach schwachen Saisonstart sehr gut ins Rollen gekommen sind.
Wild Card
Der „schlechteste“ Divisionssieger sowie hinter die drei besten Teams kommen in die Wil Cards, wo in 2 Best-of-3-Serien die beiden Play-off-Teilnehmer ermittelt werden. Insgesamt 11 Teams dürfen sich sehr gute Chancen (Blue Jays, Astros, Tigers) gute (Yankees, Red Sox), mittelgute (Mariners, Rangers, Guardians) oder eher geringe Chancen (Royals, Rays, LA Angels) machen.
NATIONAL LEAGUE
East
Immer noch ein äußerst spannender Zweikampf der New York Mets und Philadelphia Phillies um den Divisionssieg, wobei der Verlierer des Rennens ziemlich sicher in die Wild Cards darf. Ein halber Sieg trennt die beiden Kontrahenten. Der Rest ist abgeschlagen und darf für die nächste Saison planen.
Central
Eine ganz ähnliche Konstellation: Die Milwaukee Brewers und Chicago Cubs rittern um den Divisionssieg (der 2. kommt dann in die Wild Cards). Dahinter haben die Cincinnati Reds (-8.0) und St. Louis Cardinals (-10.0) bestenfalls noch Wildcard-Chancen.
West
Trotz ihrer massiven Verletzungsprobleme bei den (Starting) Pitchern führen die Los Angeles Dodgers mit 3 Spielen vor den San Diego Padres. Bei den San Francisco Giants geht es nur noch um einen Wildcard-Platz, den dürften „meine“, seufz) Arizona Diamondbacks abgeschrieben haben. Die Colorado Rockies sind mit 28:80 Siegen das schlechteste Team der Liga. Nur wenn sie alle (!) restlichen 44 Spiele gewinnen, schließen sie die Saison mit einer positiven Bilanz ab. Vielmehr sehr viel wahrscheinlicher, dass sie an der 40-Siege-Marke scheitern, es wäre zum ersten Mal in der MLB-Geschichte.
Ich sehe 10 Contender um die insgesamt 6 Plätze. Tatsächlich ist in der Conference-Tabelle ein kleiner 3-Spiele-Abstand zwischen Rang 6 (zZ Padres) und 7 (Reds). Dahinter müssen Cardinals, Giants und Marlins auf einen mehr weniger großen Einbruch der Top 6 hoffen. Doch die scheinen mittlerweile sehr gefestigt und haben sich auchn noch verstärkt (oder die Verletzten kommen nach und nach zurück/Dodgers). In der Reihenfolge der ersten Sechs ist noch alles drin, und kein Divisionssieger steht auch nur ansatzweise fest.
Stats und Stars
Cal Raleigh von den Mariners führt weiterhin die Home Runs an, mittlerweile steht er bei 42, unfassbar für einen Catcher (und schon jetzt Rekord für einen sog. Switch-Hitter, der also rechts oder links schlagen kann). Dahinter die Superstars Shohei Ohtani (Dodgers/38), Aaron Judge (Yankees/37, zurzeit allerdings auf der Verletztenliste und zwar noch mindestens bis zum 5. August) und Kyle Schwarber (Phillies/37).
Apropos Ohtani: Er wird von den Dodgers ganz behutsam als Starting Pitcher herangeführt, hat vorgestern erstmals mehr als 50 Pitches (51) genommen). Bei den Werfern überragen Paul Scenes von den Pittsburgh Pirates, der auf dem besten Weg ist, alle Rekorde zu brechen. Auch Tarik Skubal (Tigers) und Zack Wheeler(Phillies) zeigen außergewöhnliche Leistungen.
Kepler Watch
Offensiv läuft es weiter äußerst bescheiden für den Berliner. Mit einem Schlagdurchschnitt 0.203 spielt der Right Fielder seine schwächste Saison. Wahrscheinlich allein seine defensive Konstanz (erst ein statistischer Fehler) hält ihn noch in der Line Up, und auch das könnte sich ändern, wenn etwa ein Alex Bohm wieder gesund ist.
von Münchner Löwe | Juli 31, 2025 | Biathlon
Als am Dienstag die Nachricht von Laura Dahlmeiers schweren Unglück in den Bergen von Pakistan aufkam, musste man schon das Schlimmste befürchten. Am gestrigen Mittwoch dann die traurige Gewissheit – die einst überragende Biathletin hat den Steinschlag und Sturz nicht überlebt. Die Suche wurde eingestellt, auf Dahlmeiers zuvor schriftlich hinterlegten Wunsch gibt es vorerst auch keine gefährliche Bergungsaktion, das ist bei erfahrenen Bergsteigern so üblich. Ob für immer, bleibt abzuwarten, ist letztlich auch recht belanglos.
Die Berge hatten es Dahlmeier schon immer angetan. Schon während ihrer enorm erfolgreichen Karriere zog es sie immer wieder in die gefährlichen Höhen. So war es folgerichtig, dass sie die sehr anspruchsvolle Prüfung einer Bergretterin in den heimischen Garmischer Alpen mit Bravour absolvierte und bestand.
31 Jahre nur wurde Dahlmeier alt. Ich habe sie nur per Fernsehen erleben und kennenlernen dürfen. Wir sahen eine lebensfrohe, immer natürliche (im besten Sinn) junge Frau, naturverbunden und der ihre Erfolge auch nie zu Kopf gestiegen sind. Erfolge hat sie unzählige gefeiert. mit ihrem persönlichen Höhepunkt bei der WM im nahen Hochfilzen/Österreich, als sie 5 von 6 möglichen Titeln errang plus eine Silbermedaille. Bei Olympia 2018 in Pyeongchang gewann sie das bis dato einmalige Doppel Sprint/Verfolgung.
Sie war ja 2013 ziemlich unvermittelt ins deutsche Team gekommen, Nachdem sie bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Obertilliach drei Titel abgeräumt hatte, nominierte der Deutsche Skiverband die damals 19-jährige Garmischerin für die WM in Nove Mesto nach, wo sie als Staffelläuferin einsprang und ihr Team zwischenzeitlich sogar auf Platz 1 führte (letztlich wurde es Fünfte). Bei Olympia 2014 war sie noch Lernende, doch in der Saison danach (die sie wegen eines Sturzes beim Klettern und einem daraus resultierenden Bänderriss verspätet angehen konnte), startete sie durch in die Weltspitze. Erster Podestplatz in Antholz, erster Weltcupsieg (von insgesamt 33) in Nove Mesto, und bei der WM in Kontiolahti holte sie Staffelgold und Verfolgungssilber. Sie konnte sich enorm gut konzentrieren, und in der Loipe machte ihr eh niemand etwas vor.
Die WM am Holmenkollen in Oslo war dann schon extrem erfolgreich mit 5 Medaillen (Gold, Silber, 3-mal Bronze), und die Saison 2016/17 wurde zu ihrer erfolgreichsten. Neben dem erwähnten WM-Durchmarsch sicherte sie sich den Gesamtweltcup, den Einzel-, Sprint- und Verfolgungsweltcup (im Massenstart wurde sie tatsächlich nur Zweite).
Nach den Olympia-triumph 2018 und 3 weiteren Medaillen bei der WM 2019 in Östersund beendete die freiheitsliebende Laura Dahlmeier mit nur 25 Jahren ihre aktive Karriere, auch weil sie immer wieder von Verletzungen und Krankheiten geplagt wurde. Die Berge auf der ganzen Welt lockten sie. Im Winter war sie bei ZDF eine ebenso informative wie unterhaltsame Expertin beim Biathlon, immer natürlich, fröhlich, charmant (auch wenn sie etwas zu kritisieren hatte). Die Zukunft schien rosig, doch das Schicksal hatte offenbar andere Pläne. Vielleicht ein ganz kleiner Trost, dass Laura Dahlmeier bei ihrer allerliebsten Tätigkeit ums Leben kam. Sie wird fehlen. Mir wird sie fehlen.
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