MLB-Playoffs rücken ganz nah.

Blick über den Teich. MLB.Drei bis vier Spiele haben die Teams jetzt noch. Am Samstag ist dann die regular Season beendet und damit für 20 Franchises die gesamte Saison. Nein die entweder geliebten oder verhassten Yankees haben es trotz eines vernünftigen Schlussspurtes nicht mehr geschafft. Sie werden also mal wieder in der off-Season die Schatulle ganz weit öffnen. Doch wer sind denn jetzt die Glücklichen oder könnten.Irrsinnig viel hat sich nicht mehr getan. Kein Team flog durch eine gigantische Serie in die eine oder andere Richtung. Zum Einzelnen.

American League

East

Die Orioles stehen vor dem Divisionssieg mit 2,5 Siegen vor den Rays bei jeweils noch drei Spielen. Die Blue Jays haben noch Hoffnungen auf die Wild Cards. Die Yankees überholten wenigstens noch die desaströsen Red Socks. Weil auch die Mets in der NL East den letzten Platz verhinderte, bleibt es dabei: Noch nie in einer Saison landeten die beiden New Yorker Clubs jeweils auf dem letzten Platz.

Central

Hier ist schon längst alles seit Langem klar. Die Twins mit Maxi Kepler gewinnen die Division und empfangen in der Wild Card den Sechsten in dieser Hinsicht.

West

Die Rangers haben sich etwas abgesetzt und sind 2,5 Spiele vor den Astros und 4 vor den Mariners. Damit ist die sichere Play-off-teilnahme nur noch in der Theorie zu verhindern. Die Athletics sind mit Abstand das schlechteste Team der gesamten  Liga.

NL

East

Die Braves haben den Sieg in der National League sicher und sind mit 102 Siegen auch das beste Team der gesamten Liga. Nur mal so: Sie sammelten 54 Siege mehr als die Athletics, und das doch in einer als ausgeglichen apostrophierten Liga.

Central

Am Ende haben sich die Brewers klar durchgesetzt gegen die Cubs und Reds, müssen aber als drittbester Div-Sieger in die Wildcards.Und die Cards sind ein Schatten gar nicht so lang vergangener Tage.

West

Die Dodgers stehen längst als Divisionssieger fest, und es geht nur noch um die Frage, ob sie die zwei Siege zum 100er noch schafffen. Letztes Jahr hat sie die Rekordjagd womöglich den Titel gekostet.

Wild Card

In der AL sind die Rays sicher durch und spielen zu Hause gegen die Nummer 5. Die Blue Jays haben wie die Astros, ich sag jetzt einfach mal, dass sie in ihrer Division die Rangers kriegen, gute Cahncen auf die Wild Cards. Die Mariners haben ihren Supelauf vor ein paar Wochen nicht halten können und müssen auf einige Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Sie könnten allerdings in einer Viererserie den Rangers noch den Divisionssieg versauen zu Gunsten ihrer geliebten Konkurrenz aus Houston. Die Astros wiederum müssen bei den Diamondbacks antreten, die sich selbst noch geringe Hoffnungen machen in der NL.

Die Phillies sichern sich Platz 4 und haben ihrerseits Heimrecht gegen den Fünften. Um den streiten die sieggleichen Cubs und Marlins, während die 1,5 Siege dahinterliegenden Reds auf ein Wunder hoffen müssen. Vielleicht ist der sechste Platz sogar besser, denn die Phillies sind für mich da stärker einzuschätzen als die Brewers.

Stats

Matt Olsen von den Braves ist der HR-titel nicht mehr zu nehmen mit 53 Bällen über den Zaun. Und auch bei den RBis war er der Erfolgreichstee. Und noch einer von den Braves geigte auf, schaffte die 70. Stolen Base. Der unglaublich konstante Luis Arraez beeindruck immer noch mit einem Schlagdurchschnitt von .353.

Kepler Watch: 23 Homeruns und 2,58, der zuletzt kontinuierlich gestiegen ist. Hoffentlicih hat er hübsche Play-offs.

 

Ha ha ha HSV

Ich fasse es nicht. Hamburg ist die zweitgrößte und wahrscheinlich schönste Stadt in Deutschland, oh jetzt bekomme ich in München Ärger. Es steht ein großartiges Stadion für den HSV bereit, und jetzt dümpeln sie schon seit Jahren in der 2. Liga herum. Mit einem Riesenetat ausgestattet, schaffen sie es einfach nicht, ihre PS auch auf die Straße zu bekommen.

Sie haben ja mal wieder einen großartigen Start in die Saison gehabt mit 13 Punkten aus 5 Spielen. Und jeder musste glauben, dass jetzt der Durchmarsch zurück ins Oberhaus gelingen müsste. Ja und dann? Zwei Niederlagen in Folge gegen Branchengrößen wie Elversberg und Osnabrück, die selbst in der Liga nicht den Ton angeben. Die vormals souveräne Tabellenführung ist futsch, die Stimmung erst mal im Keller.

Es war ja immer wie im Murmeltiertag. Der HSV marschiert, und dann bekommt er die Flatter. Meistens aber erst im Frühling, wenn die Entscheidungen anstehen. Vielleicht ist es ja dann hilfreich, wenn die Ergebniskrise jetzt schon ansteht. Aber es ist schon ein Jammer, und das sage ich nicht als HSV-Fan. Aber ich will, dass diese Stadt wieder in der Bundesliga spielt. Ein bisschen mehr Glamour würde dem Oberhaus schon sehr gut tun.

Österreich feiert, Italien hofft

Gut zwei Drittel haben die Teams in der Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft absolviert, drei oder vier Partien stehen noch aus. Fix qualifiziert hat sich neben Gastgeber Deutschland noch kein Team. Aber in vielen Ländern kann man die Tickets nach Germany schon buchen. Es gibt zehn Gruppen, in denen sich jeweils die besten zwei Teams qualifizieren. Der restlichen drei Tickets werden über die Nations League nächsten März ausgespielt. Wie das dann konkret abläuft, darüber zerbreche ich mir den Kopf, wenn es ansteht. Aber wie schaut es jetzt in den Gruppen aus? Ein Überblick.

Gruppe A

Schottland ist mit 5 Siegen aus 5 Spielen, darunter auch gegen Spanien, perfekt gestartet. Auch für die Spanier schaut es sehr gut aus. Norwegen muss auf Ausrutscher hoffen, sonst ist das Land mit den Giganten-Fußballern Haaland und Ödegaard nicht dabei (außer Nations League? s. o.)

Gruppe B

Frankreich ebenfalls perfekt nach fünf Spielen. Holland muss sich noch ein bisschen strecken, wobei es am Sonntag einen ganz wichtigen Sieg in Irland nach Rückstand feierte. Nächstens zu Hause vs Frankreich. Griechenland lauert, hat aber jetzt die schwere Aufgabe bei den allerdings schon chancenlosen Iren vor sich.

Gruppe C

England ist quasi durch. Italien kann nach den elementar wichtigen Sieg gegen die Ukraine ein bisschen durchatmen. Die Azzurri sind punktgleich mit der Ukraine und Nordmazedonien, haben aber ein Spiel weniger absolviert.

Gruppe D

Hier sieht es für Kroatien sehr gut aus. Punktgleich mit der Türkei und drei vor Armenien und Wales, dabei ein Spiel weniger. Es bahnt sich ein netter Dreikampf zwischen der Türkei, Armenien und Wales um den zweiten Platz an. Türkei mit dem deutschen Trainer Stefan Kuntz in der Vorderhand.

Gruppe E

Tabellenführer ist, man lese und staune, Albanien, das zehn Punkte in fünf Spielen sammelte. Alles ist aber noch sehr eng; Tschechien mit einem Spiel weniger nur zwei Punkte dahinter. Und sogar das bisher so enttäuschende Polen kann mit einem Schlussspurt in den ausstehenden drei Partien noch das Deutschland-Ticket lösen.

Gruppe F

Hier sind alle Messen gesungen. Belgien und Österreich können bei jeweils sieben Punkten Vorsprung auf Platz 3 numehr in der Theorie abgefangen werden. Die Österreicher überzeugten gestern vor allem in der zweiten Halbzeit beim 3:1 in Schweden. Gregoritsch und zweimal Arnautovic ließen Austria jubeln. Die Ösis mit Trainer Ralf Rangnick sind übrigens im November der letzte Testspielgegner der Deutschen 2023.

Gruppe G

Ungarn mit den besten Karten. Gleichauf mit Serbien, aber ein Spiel weniger. Die Serben im Zweikampf mit Montenegro. Es kommt am 17. Oktober in Belgrad noch zum direkten Duell.

Gruppe H

Hier ist in der Sechsergruppe alles offen. Die ersten Vier Slowenien, Dänemark, Finnland und Kasachstan trennen nur ein Punkt. Alle haben noch zwei Heim- und zwei Auswärtsspiele. Am 14. 10.empfängt Slowenien Finnland und Dänemark Kasachstan.

Gruppe I

Mit einem äußerst mühseligen3:0 über Andorra hat die Schweiz die Spitze übernommen und führt mit zwei Punkten vor Rumänien und drei vor Israel. Allein diese drei Teams haben noch Chancen auf die zwei EM-Plätze.

Gruppe J

Portugal makellos nach sechs Spielen. Dahinter ein Zweikampf um Platz 2 zwischen der Slowakei und, man lese und staune erneut, Luxemburg. Das hätte was, wenn sich der einstige Fußballzwerg qualifizieren würde. Island 2016 reloaded?

Der Mehltau ist weg

Wer die beiden Spiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Japan und Frankreich binnen drei Tage sah, will nicht glauben, dass das die gleiche Mannschaft war. Desaströs und ohne jede positive Körpersprache gegen Japan. Engagiert, ergebnisorientiert und am Ende sogar erfolgreich gegen die Top-Nation Frankreich – wie konnte das passieren?

Im Ligageschehen würde man das den berühmten Trainereffekt nennen, und offenbar lässt sich das auch auf Nationalmannschaften übertragen. Wie Mehltau lag der bleierne Druck unter Flick auf all der Spieler Schultern, die ja in ihren Vereinen ordentliche bis sehr gute Leistungen abgeliefert haben. Dieser Druck war wie weggeblasen, die Befreiung war auch über die Fernsehgeräte förmlich spürbar, schon bei den Nationalhymnen.

Rudi Völler war in diesen drei Tagen genau der richtige Mann am richtigen Ort. Ein echter Sympathieträger im Fußball-Land Deutschland noch dazu mit Erfahrung bei der Leitung eines Nationalteams. In drei Tagen kann er natürlich nicht Wunder schaffen, aber immerhin fand er die richtigen Worte, um den bleischweren Mehltau wegzublasen.

Und wie es halt dann so ist, spielte dann auch das nötige Glück eine Rolle. Ein Gegner, der auf den besten Fußballer des Planeten Mbappé und einige andere Topstars verzichtete (es war immer noch eine namentlich tolle Mannschaft) und ein Idealstart mit einem sehr schön herausgespielten Tor bereits in der 4. Minute. Die ersten 30 Minuten waren das Beste seit Langem, was eine Nationalmannschaft zeigte, und danach verteidigte sie mit Zähnen und Klauen das Ergebnis, als ginge es um ein WM-Achtelfinale.

Auf jeden Fall haben es Rudi Nazionale und sein Trainerteam geschafft, die Fußballstimmung im Land komplett zu drehen. Plötzlich herrscht wieder Vorfreude auf die EM im eigenen Land in gut einem  dreiviertel Jahr. Diesen Rückenwind gilt es jetzt zu nutzen, wobei die sportlich ziemlich unsinnige Amerika-Reise in einem Monat noch einmal eine echte Herausforderung wird. Stand jetzt wird sich dann Rudi Völler wieder von der Trainerbank verabschiedet haben. Sein Nachfolger wird sehen müssen, wie er mit dem Schattenmann Völler im Hintergrund, ob dieser es will oder nicht, zurechtkommt.

Erfolgsfrau und Pechmarie

Schande über mich, aber im sportlichen Wochenend-Irrsinn sind mir die Reiter durchgeschlüpft. Also an extriger Stelle: Jessica von Bredow-Werndl räumte bei der EM in Beerbaum, äh Riesenbeck, kräftig ab. Musste sie sich im Team noch mit Silber hinter den Briten um Charlotte Fry geschlagen geben, triumphierte sie im Einzel, der Musikkür und der Team-Musik. Immer auf Dallara, ihrem 16-jährigen Wunderpferd, das eine Bestmarke nach der anderen aufstellte. Bleiben die beiden gesund, sind sie ein Faustpfand des darbenden deutschen Sports für Olympia 2024.

Pechmarie der Woche war Elisabeth Seitz. Gerade hatte die Turnerin die deutsche WM-Ausscheidung souverän gewonnen, da riss ihr die Achillessehne. Die WM-Teilnahme ist futsch, und auch mit Olympia nächsten Sommer wird es verdammt knapp, zumal sie ja auch noch wieder in Form kommen müsste. Gute Besserung genau wie allen, die gerade gesundheitliche Probleme haben.