von Münchner Löwe | Apr. 24, 2024 | basketball, NBA
Blick über den Teic, NBA
Die Montagsspiele in aller Kürze, weil schon lang her, aber doch bemerkenswert. Erneut nur Heimsiege, aber zumindest die in New York hätten die 76ers im Madison Square Garden bei den Knicks gewinnen müssen 96:94. Und die Lakers ebenfalls bei den Nuggets.
Cleveland Cavaliers – Orlando 96:94 (2:0)
Erneut eine enttäuschende Vorstellung der Magic, die einfach nicht ins Play-off-Rollen kommen. Wieder grauslig von der Dreierlinie (9:35). Von der Bank kam wieder außer von Mo Wagner wenig bis nichts.
Mann des Spiels
An Donovan Mitchell führt kein Weg vorbei. Er ist der dominante Spieler und macht bisher in der ziemlich mauen Serie den Unterschied aus.
Ausblick:
Jetzt zwei Heimspiele für die Magic. In ihrer Verfassung sind 2 Siege Pflicht, sonst ist spätestens in Spiel 5 Schicht im Schacht.
Denver Nuggets – Los Angeles Lakers 101:99 (2:0)
Am Ende war ausgerechnet der lange Zeit ziemlich blasse Jamal Murray, der den Nuggets mit seinen Wurf mit auslaufender Uhr (Buzzerbeater) den zweiten Sieg bescherte. Die Lakers hielten diesmal bis zm Schluss mit, auch dank LeBron James, den diesmal nicht die Kräfte verließen und allein im Schlussabschnitt 12 Punkte markierte. Diemal lag es vor allem Anthony Davis, der nach bis dato überragender Leistung keinen Punkt und nur einen Rebound zusammenbrachte. Im Spiel hielt die Lakers die gute Dreierquote von mehr als 43 Prozent, die Nuggets trafen dagegen nur 8 ihrer 34 Versuche jenseits der Linie.
Mann des Spiels
Nikola Jokic, dem das seltene Play-off-Kunststück gelang, jeweils 20+ Punkte und Rebounds beizusteuern udn dazu noch 10 Assists.
Stark trotz der Niederlage
Anthony Davis mit 32 Punkten und 11 Rebounds. Russell traf im ersten Durchgang 5 Dreier, aber von den anderen muss mehr kommen.
Ausblick: Wenn sich nicht noch ein vierter Spieler bei den Lakers findet, der vor allem James und Davis entlastet, sehe ich LA wenig Chancen. Wahrscheinlicher ist da fast schon ein Sweep.
New York Knicks – Philadelphia 76ers 104:101 (2:0)
Eis unfassbares Ende, das den Garden explodieren ließ. 12 Sekunden vor Schluss führten die Sixers mit fünf Punkten. Den Knicks gelang durch einen sehr Dreier von Brunson, der erst an den Ring und dann zwischen der Reuse landete, den Anschluss. Danach verhünerten die Sixers fast sofort den Ball. DiVincenzo versuchte einen Dreier, daneben, aber Isaiah Hartenstein sicherte den Rebound und passte im Liegen zu DiVincenzo. Zweiter Versuch jenseits der Linie, drin und Führung der Knicks. Die Entscheidung? Die Sixers hatten die Chance auf die Führung, doch Hartensteins grandioser Block verhinderte zwei sichere Punkte. Jetzt erst war es um die Sixers geschehen.
Mann des Spiels
Auch wenn andere Spieler noch bessere Zahlen aufgelegt haben: Ohne Isaiah Hartenstein wäre es nichts geworden mit dem Comeback-Sieg der Knicks. Im der 1. Hälfte noch sehr unauffällig, drehte er mit Fortgang der Partie immer mehr auf und hatte mit den oben beschriebenen Szenen zwei matchentscheidende Szenen. Ein bisschen deutsche Brille sei mir gestattet: Apropos deutsche Brille: In dieser Form wäre er auch für die Weltmeister für Olympia eine klare Verstärkung vorne und hinten. Das sieht Dre von Got Nexxt anders, der den Weltmeistern einen riesigen Bonus einräumt, zum Teil auch berechtigt. Aber erstens kommen die anderen Teams wesentlich stärker – zumindest vom Namen her und zweitens war auch reichlich Glück dabei auf dem Weg zum Titel, wenn ich an Bertrans knapp verfehlten Buzzerbeater denke aus einer Position, aus der er zuvor schon mehrere Bälle versenkt hat. Auch eine starke Mannschaft kann und muss weiter verstärkt werden.
Stark in der Niederlage
Joel Embiid und Tyrese Maxey legten jeweils über 30 Punkte auf. Dieses Duo kann sehr viel Unheil ausrichten, zumal Embiid beweglicher wirkte.
Ausblick: Der Garden-Vorteil für die Knicks ist erst mal weg, die Stimmung in Phillie wird nicht weniger fanatisch sein. Es würde mich nicht wundern, wenn die Sixers sich beide Heimspiele schnappen, vorausgesetzt natürlich, Embiid und Maxey bleiben fit. Und vielleicht mehr Unterstützung der anderen?
Und damit zu den Spielen gestern Nacht, die dann endlich die ersten Auswärtssiege dieser Play-offs brachten.
Minnesota Timberwolves – Phoenix Suns 105:93 (2:0)
Das Ergebnis klingt klarer, als das Spiel lange Zeit war. Zur Pause stand es noch 51:50 für die Suns, doch im 3. Viertel setzten sich die Wolves ab und bauten die Führung kontinuierlich aus. Entscheidend waren die besseren Zweier und vielleicht auch der frühe Ausfall von Grayson Allen zu Beginn des 3. Viertels. Letztlich entscheidend war die viel bessere Bank
Mann des Spiels
Reichlich überraschend nicht eine der Bit Three (Gobert, Edwards, Towns), sondern Jalen McDaniels, der 25 Punkte sammelte, davon 10 im 4. Viertel
Stark in der Niederlage
Eigentlich niemand, auch keine von den Stars.
Ausblick
Die Hoffnung der Suns kann nur sein, dass ein Kevin Durant nicht wieder so einen für seine Verhältnisse schwachen Tag hat. Aber das ganze Team muss sich steigern und ihre prominente Namen durch Leistung bestätigen. Das Brett gegen die Timbewolves wrd aber mE zu dick zum erfolgreichen Bohren sein.
Milwaukee Bucks – Indiana Pacers 108:125 (1:1)
Da ist er, der erste Auswärtssieg. Und der war klar verdient wegen der bärenstarken Leistung der Pacers gerade im Schlussabschnitt, als zunächst gefühlt jeder Wurf ins Ziel fand (tatsächlich bärenstarke 4 von 6 Dreiern und 14 von 20 insgesamt aus dem Feld). Die Bucks spielen ohne Giannis vielleicht attraktiver und variabler, an den Brettern zu ersetzen auf beiden Seiten ist der Grieche aber nicht.
Mann des Spiels:
Pascal Siakam, der während der Saison von den Raptors kam. Jetzt hat er gezeigt, was er kann und wie er seinem Team hilft. 37 Punkte standen am Ende zu Buche, eine herausragende Wurfquote von 16 aus 23 (69,6 Prozent). In der Defensive war er der Prellbock und sammelte 10 D-Rebounds.
Stark in der Niederlage
Damian Lillard, der diesmal 34 Punkte auflegte. Wieder in der 1. Halbzeit unnachahmlich mit 26 Zählern und 6 von 11 Dreiern. Dann erneut schwächer, aber wenigstens mit Punkten. Allerdings ein Minus von 26
Ausblick
Die Pacers haben ihr Auswärtsspiel geklaut. Ohne Giannis (Spiel 3 ist äußerst fraglich bei ihm) wird es für die Bucks enorm schwer gegen das Tempospiel der Pacers, bei denen ein Tyrese Haliburton eine Abwehr ideenreich aushebeln kann und sogar noch Steigerungspotenzial hat.
Los Angeles Clippers – Dallas Mavericks 93:96 (1:1)
Auch die Mavs haben es jetzt zu Hause in der Hand. Trotz des am Ende knappen Ergebnisses (3 Clippers-Punkte mit der Schlusssirene) war der Erfolg ab Mitte des 4. Viertels kaum noch gefährdet. Entscheidend war auch, dass die Texaner diesmal den Start nicht so verschliefen wie in Spiel 1 und James Harden von den Clippers nicht so traf wie wollte (diesmal nur 2 von 10 Dreiern).
Mann des Spiels
Letztlich dann doch mal wieder Luka Doncic, der fast durchspielte und 32 Punkte und 9 Assists auflegte. Vor allem ab dem 2. Viertel kam auch der zweite Topstar Kyrie Irving in die Gänge
Stark in der Niederlage
Am ehesten noch Paul George, obwohl er schnell in Foulnöte kam. Kawhi Leonard war diesmal zwar dabei, blieb aber reichlich unauffällig. Bemerkenswert: Weder PJ Tucker noch Daniel Theis erhielten auch nur eine Minute Einsatzzeit.
Ausblick
Die Vorteile liegen klar bei den Mavericks, denn aus verschiedenen Gründen bringen die Clippers ihre PS nicht aufs Parkett und sind in den Leistungen ziemlich schwankend. Wenn sich das ändert, dann können die Clippers natürlich auch in Dallas nicht nur bestehen, sondern auch gewinnen.
Programm heute Nacht
Die jeweils zweiten Partien werden komplettiert
01:00: Boston Celtics – Miami Heat (1:0)
03:30: Oklahoma City Thunder – New Orleans Pelicans (erneut ohne Zion Williamson)
DAZN verzichtet erneut und steigt erst in der Nacht zu Freitag wieder ein. Vielen Dank auch, aber wir haben ja den League Pass, haben wir nicht?
von Münchner Löwe | Apr. 24, 2024 | Fußball, Sonstiges
Viel Spaß mit Javier Cáceres
Manchen Münchner Fußball-Fans dürfte das „Stadion an der Schleißheimer Straße“ ein Begriff sein. Es ist kein Stadion, sondern eine Fußballkneipe im besten Sinne. Unzählige Wimpel, Trikots und andere Fanartikel schmücken die Wände. Es liegen uralte Ausgaben vom Kicker und anderen Sportzeitschriften wie das längst vergessene „fußball-magazin“ aus. Hier gibt es auf großen Monitoren Live-Übertragungen unzähliger Fußball-Spiele national und international, manchmal auch unterschiedliche zur selben Zeit.
Der ideale Ort also, ein Fußball-Buch vorzustellen, was auch schon viele Autoren gemacht haben wie etwa der wunderbare Ronald Reng. Also trat gestern Javier Caceres zur Lesung an für sein ungewöhnliches Buch „Tore wie gemalt“. Der in Santiago de Chile geborene Cáceres ist langjähriger SZ-Redakteur, kümmert sich um den Berliner Fußball, aber vor allem auch um alles, was nur am Rande mit spanisch-sprachigem Fußball zu tun hat. Seine Kontakte sind weitreichend, und er kann eben nicht nur fußball-spezifisches in seinen Texten unterbringen, sondern auch die besonderen Sitten und Gebräuche in Spanien und Südamerika.
„Eine Lesung ist auch keine Lösung“. So lautet der einzige Satz eines kompletten Kapitels des großartiges Bandes „Das Schwarze sind die Buchstaben“ (ein Buch über dieses Buch) des leider schon verstorbenen österreichischen Großkritikers Hans Weigel. https://www.zvab.com/9783222114595/Schwarze-Buchstaben-Buch-Weigel-Hans-3222114595/plp
Zumindest der gestrige Abend entsprach dem allerdings überhaupt nicht. Für die Zuschauer war es höchst unterhaltsam. Cáceres erzählte, der Sportchef Claudio Catuogno moderierte launig. (Vor)gelesen wurde relativ wenig, darunter Teile des herrlichen Vorwortes des argentinischen Weltmeisters Jorge Valdano (1986, seufz). Mehr denn je galt der Spruch „ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Der Autor brachte nämlich insgesamt 118 namhafte Fußballspieler dazu, ihr wichtigstes Tor aufzuzeichnen. Zu jedem Treffer gibt es auch einen kurzen Text des Schützen und die Umstände. Diese Tore gibt es (fast) alle auf Youtube.
Als besonderen Clou gab es einen in München sehr beliebten Stargast: Giovane Elber, 1997 bis 2003 glanzvoller Stürmer des FC Bayern, zuvor Mitglied des magischen Dreiecks beim VfB Stuttgart mit Krassimir Balakow und Giovane Elber. Er beschrieb sein sagenhaftes Tor damals bei Hansa Rostock, als er den Ball praktisch von der Eckfahne ins vom Hansa-Schlussmann Perry Bräutigam verlassene Tor zirkelte.Das machte den Abend einer äußerst gelungenen Veranstaltung richtig rund. Und so habe ich, der Nicht-Autogrammsammler, tatsächlich eine echte Unterschrift des mir immer schon sympathischen Brasilianers (obwohl er für Bayern spielte🙂) aus Londrina.
Wahrscheinlich nicht nur für mich das tollste Tor ist aber der Zauberschuss von Roberto Carlos in einem Freundschaftsspiel gegen Frankreich 1997 in Lyon.
Die physikalisch unmögliche Flugbahn des Balles und das fassungslose Gesicht von Frankreichs Schlussmann Fabien Barthez – einfach unvergesslich.
Die Zeichnungen entsprechen vielleicht nicht den allerhöchsten künstlerischen Ansprüchen. Doch viele der sich zunächst sträubenden Fußballer („Wir arbeiten mit dem Fuß und nicht mit der Hand“) überredete Cáceres, indem er die ebenfalls ausbaufähigen Bilder der anderen Spieler zeigte.
Nach Ende der Lesung liefen übrigens auf stummen Monitoren wieder Fußballspiele, und beim 5:0 von Arsenal gegen Chelsea waren einige sehenswerte Treffer dabei. Vielleicht sogar welche für eine Fortsetzung?
Klare Kauf-Empfehlung für Fußballfans, die in Erinnerungen schwelgen und sich vielleicht auch überraschen lassen wollen. Und zwar bitte als echtes Buch und nicht nur als E-Book.
Javier Cáceres: Tore wie gemalt Insel Verlag ISBN 978-3-458-64444-6, 22 Euro
Disclaimer: Aus meiner Zeit als Sportredakteur bei der Märkischen Oderzeitung und Spielen beim FC Energie Cottbus kenne ich sowohl Javier Cáceres und Claudio Catuogno persönlich.
von Münchner Löwe | Apr. 22, 2024 | Allgemein, Handball, Snooker, Tennis, Wochenvorschau
Enge im Cruicible
Die besten Snooker-Spieler ermitteln ihren neuen Weltmeister, wie immer im altehrwürdigen, aber doch recht beengten Crucible-Theatre in Sheffield.Der Titelverteidiger Luca Brecel aus Belgieln ist schon raus. Ronnie O´Sullivan kann mit den achten Titel alleiniger Weltmeister werden.. Mittlerweile ist das eine praktisch inner-britische Angelegenheit. Aus deutscher Sicht bemerkenswert: Es wird das letzte Turnier mit Eurosport-Ikone Rolf Kalb am Mikro. Genießen wir seine ruhige, besonnene, fachkundige und niemals zu laute Art des Kommentierens. Wir werden uns dann sehr umgewöhnen müssen. Vielleicht nimmt er ja das Olympische Rudern in Paris noch jit.
Kölns letzte Chance
Am Sonntag könnte im Abstiegskampf eine Vorentscheidung fallen. Wenn nämlich die Kölner in Mainz nixcht gewinnen, sind sie wohl nicht mehr zu retten. Schon ein Remis wäre nach Lage der Dinge zu wenig. Problematisch: Die Mainzer dagegen könnten mit einem Heimdreier einen großen Schritt in Richtung direkte Rettung machen.
Großes Tennis in Madrid
Sowohl bei Frauen und Männern steht das Masters-Turnier an. Reichlich aufgebläht mit jeweils 96 Profis über anderthalb Wochen bis zum Finale Sonntag in einer Woche. Jeweils die komplette Weltelite ist am Start, nur Novak Djokovic hat abgesagt. Er kann aber weder von Jannik Sinner noch von Carlos Alcaraz als Nummer 1 abgelöst werden.
Fußballerinnen im Blickpunkt
Da bis auf England die anderen Meister in den großen Ligen praktisch und auch rechneisch feststehen, könnten die Fußballerinnen am Wochenende mit den CL-Halbfinal-Rückspielen Interesse auf sich ziehen. Am Samstag (18.30) empfängt Chelsea den FC Barcelona (Hinspiel 1:0), am Sonntag (16.00) Paris St. Germain Olympique Lyon (2:3).
Hochspannung überm Teich
Hoffentlich zumindest, denn nach den ersten Spielen der Play-offs in der NBA hat es nur Heimsiege gegeben. Ab heute Nacht jeweils Spiel 2, am gleichen Austragungsort, bevor es dann ab Donerstag zum Gegner geht.
Auch in der NHL nur Heimsiege. Die Oilers mit Leon Draisaitl greifen heute Nacht ins Geschehen ein. Auch hier die zweiten Spiele an gleiher Stelle, bevor es zum Gegne geht. Finds nicht so prickeln, dass die beiden Ligen absolut zeitgleich ihre Runden austragen.
Und sonst
- Finalserien in DEL und VBL, jeweils mit Bberliner Beteiligung. Die Eisbären gehen morgen mit einem 2:1-Vorsprung in die 4. Partie gegen Bremerhaven. Die Volleys müssen ebenfalls morgenim 4. Spiel in Friedrichshafen einen 1:2-Rückstand egalisieren. Ein Spiel 5 würde wiederum in Berlin stattfinden.
- Auch Volleyballerinnen ermitteln ihre Meisterinnen. Am Mittwoch empfängt der MTV Stuttgart Palmberg Schwerin. Die Schwerinerinnen fahren mit einer 2:1-Führung in die württembergische Hauptstadt
- Auch die Euroleague beginnt diese Woche mit den Play-offs, allerdings nur mit dem Modus Best of 5. deutsche Mannschaften sind nicht mehr dabei.
- Internationale Wettbewerbe mit K.-o.-Runden auch im Handball. In der European League sind drei deutsche Vertreter im Viertelfinale, in der Champions League kämpfen der THW Kiel (Hinspiel in Montpellier) und der SC Magdeburg (bei Kielce) um den Einzug ins Final-4-Turnier.
von Münchner Löwe | Apr. 22, 2024 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Jeweils Spiel 1 der Best-of7-Serien ist gespielt, und die Heimteams gaben sich durch die Bank keine Blöße. Und ausgerechnet beim Ersten im Westen lag noch am ehesten eine Überraschung im, Bereich des Möglichen. Eine Erklärung ist vielleicht, dass in der Post Season das Heimpublikum sehr viel fanatischer ist. Die ungewohnte Atmosphäre, in der regulären Saison höchstens mal in einer engen Crunchtime, erklärt vielleicht auch die zum Teil brutalen Fehlstarts der Auswärtsteams
Boston Celtics – Miami Heat 114:94 (1:0)
Die Celtics starteten mit einem 14:0-Run, und man musste Schlimmstes für die Heat befürchten. Doch sie berappelten sich und verkürzten den Rückstand noch im ersten Viertel auf 21:26. Doch wenn ich ehrlich bin: Zu keiner Zeit habe ich ernsthaft an einen Auswärtscoup gedacht. Immer, wenn Boston die Punkte brauchte, landeten die Bälle wie ferngesteuert in der Reuse. Alle acht eingesetzten Spieler steuerten mindestens einen Dreier ein, 6 von ihnen punkteten zweistellig. Jimmy Butler fehlte den Heat an allen Ecken und Enden, zu zumindest der Butler in Play-off-Form, der das Team vergangenes Jahr bis in die NBA Finals geführt hatte. Eine Wiederholung scheint mehr als unwahrscheinlich.
Mann des Spiels
Aus dem Kollektiv einen herauszuheben, ist fast unfair. Ich entscheide mich für Derrick White, immer etwas im Schatten der Superstars Tatum und Brown. Er gibt immer volle Energie und ist ein Eckstein der formidablen Verteidigung.
Ausblick: Mir fehlt gerade die Fantasie, wie die Heat diese Serie gewinnen wollen ohne ihren vielleicht besten Mann. Die Celtics sind dermaßen breit aufgestellt, dass sie als wohl einziges Team auch den Ausfall eines ihrer Schlüsselspieler kompenieren könnten. Und ihre Dreierquote von fast 45 Prozent muss jedem Gegner Angst machen.
Milwaukee Bucks – Indiana Pacers 109:94 (1:0)
Die Bucks wie erwartet ohne Giannis, doch das erwies sich zumindest in der ersten Partie gegen die Pacers nicht als großes Problem. Fast könnte man sagen: im Gegenteil. Für Damian Lillard trifft das auf jeden Fall zu. In der ersten Hälfte legte er sagenhafte 35 (!) Punkte auf, und Spannung war eigentlich nur, ob er alleine mehr Punkte auf die Anzeigetafel bringen würde als das gesamte Pacers-Team. Nein, das schaffte er dann doch nicht: Er „verlor“ mit 35:42.Am Ende der Partie hatte Lillard immer noch 35 Punkte auf der Scorekarte, und gerade an den Brettern hätten die Bucks einen Antetokuonpo gut brauchen können. So lautete das Verhältnis der Offensiv-Rebounds 5:14, und allein die zweiten Chancen hielten die Pacers am Leben. Deren Dreierquote war allerdigs indiskutabel mit 8:38 und in der 1. Hälfte gar 3 von 18. So lässt sich ein Play-off-Spiel auswärts nur schwer gelingen.
Mann des Spiels
Trotz der fast unsichtbaren Leistung in der 2. Halbzeit kann das nur Damian Lillard sein. Im ersten Durchgang traf er fast nach Belieben seine wilden Dreier ebenfalls wie nach einem unwiderstehlichen Solo zum Korb. Auf der Gegenseite hielt Pascal Siakam mit 36 Punkten und einer Wurfquote von 60% glänzend dagegen, aber das alleine war zu wenig.
Ausblick: Diese Serie sehe ich enger, zumal Giannis wohl erst mal weiter ausfallen wird. Indiana dürfte sich was gegen Lillard überlegen, das hat ja in der 2. Halbzeit schon gut geklappt. Wichtig wird allerdings sein, dass ihr Allstar Tyrese Haliburton seine gewohnte Form abliefert, dann sehe ich schon Chancen für Spiel 2.
Los Angeles Clippers -Dallas Mavericks 109:97 (1:0)
Auch so ein Spiel, wo die Gäste sehr schwer in die Gänge kamen, namentlich Luka Doncic, der an seinem Wurf schier verzweifelte. In der 1. Halbzeit traf er nur 1 von 7 Dreiern, die Bilanz des gesamten Teams war desaströse 2 von 18. Das brachte ihnen einen 30:56 Halbzeitstand ein. 30 Punkte schaffen sie normalerweise in einem Viertel. Ganz anders die Clippers, die in Durchgang 7 von 15 Versuchen vesenkten. James Harden allein die ersten 4 seiner 4 Versuche. Die Mavs bestanden letztlich in der Offensive praktisch nur aus Doncic (33 Punkte) und Kyrie Irving (31). Nur PJ Washington punktete überhaupt noch zweistellig. Die Clippers dagegen auch ohne Kawhi Leonard sehr ausgeglichen. Harden, Gleich 4 Spieler hatten 20+ Punkte.
Mann des Spiels
Schwere Entscheidung, also entscheidet auch die Sympathie. Und zwar für Ivica Zubac, trotz seiner Größe immer ein wenig im Hintergrund. 20 Punkte und 15 Rebounds belegen seine Klase und Überlegenheit an den Brettern. Aber natürlich hatte man auch Harden mit seiner Glanzvorstellung vor allem in der ersten Hälfte (19 Punkte) wählen können.
Ausblick: bei den Mavs kann es eigentlich nur besser werden, vor allem ihre Wurfquote. Wenn dann noch Doncic und Irving mehr Unterstützung erfahren, wird es höchstwahrscheinlich wesentlich enger.
Oklahoma City Thunder – New Orleans Pelicans 94:92 (1:0)
Die einzig wirklich spannende Partie der ersten zwei Spieltage, die folgerichtig erst nach dem letzten Angriff entschieden war. Doch CJ McCallum verfehlte hart bedrängt von der Thunder-Defense das Ziel und zumindest die Overtime. Wie schon das auf beiden Seiten nur zweistelige Ergebnis zeigt. Es war der Tag der Verteidigungen. Jeder Wurf musste hart erarbeitet werden. Zweimal zogen die Thunderim zweiten Durchgang auf 10+ Punkte davon, zweimal schlugen die Pelicans zurück. Fast 20-mal wechselte die Führung.
Die Thunder legten auch den Schwachpunkt bloß, der den Thunder schon vorher attestiert wurde. Sie sind im Rebounding zu knacken. 52:44 lautete die Bilanz für die Pels, gar 18:8 bei den Offensiv-Rebounds. Und dabei fehlte ihnen mit Zion Williamson der beste Mann an den Brettern. Der hätte sehr viel Unheil anrichten können.
Mann des Spiels
Wie unoriginell, aber letztlich war es der unwiderstehliche Allstar Shay Gilgeous-Alexander, der für die Thunder den kleinen Unterschied ausmachte. 28 Punkte bei fast 50 Prozent Wurfquote, allerdings von der Dreierlinie 3 Fahrkarten bei 3 Versuchen. Bei den Pelicans hielte vor allem Jonas Valenciusas mit 20 Rebounds (9 OR!) prächtig dagegen.
Ausblick: Spätesten jetzt sind die Thunder gewarnt, dass das alles andere als ein Selbstgänger wird. Andererseits hat jeder der Thunder noch Steigerungspoztenzial. Doch die Pelicans dürften letztlich doch positiv aus der ersten Partie gehen und noch mehr überzeugt sein, dass auch in Oklahoma City was zu holen ist.
Programm heute
01:00: Cleveland Cavaliers – Orlando Magic (1:0)
01:30: New York Knicks – Philadelphia 76ers (1:0)
04:00 Denver Nuggets – Los Angeles Lakers (1:0)
DAZN macht übrigens laut eigener Vorschau für die jeweils 2. Spiele Pause und meldet sich erst in der Nacht zu Freitag zu Spiel 3 der Lakers vs Nuggets zurück. Premium-Sender halt, aber nur am Wochenende. Der NBA-Pass ist davor unser aller Freund.
von Münchner Löwe | Apr. 22, 2024 | bundesliga, Fernsehen, Fußball, Golf, Olympia, Tennis, Wochenrückschau
Vorbemerkung: NBA und NHL mache ich in einem gesonderten Text. Sonst wird es uferlos.
Klage der Woche
Die hat Toni Polster angestrengt. Es geht um 3 Länderspieltore, mit der er seine Bilanz von jetzt 44 aufstocken will. Das Problem ist, dass er diese bei nicht offiziellen Länderspielen erzielte 2 gegen Liechtenstein, eines gegen Tunesien, so etwas gab es zu seinen Zeiten nicht nur in Österreich. Das will Toni Doppelpack nicht auf sich sitzen lassen, 47 klingt halt besser als 44, mit denen er übrigens bereits Österreichs Rekordtorschütze ist und mittelfristig auch bleiben dürfte (darauf kommt es ihm angeblich nicht an). Klagegegner ist übrigens der Österreichische Fußball-Verband, der sich wiederum auf FIFA-Regeln beruft, die in einem ähnlichen Fall schon mal gegen eine Spieler (Romelu Lukaku) entschied.. Und zumindest die Liechtensteinpartie auf einen besseren Kartoffelacker bei Vaduz war eher ein Kraut-und-Rüben-Spiel als ein Ländermatch. So wurde unter anderem ein Spieler erst aus- und dann wieder eingewechselt, was sämlichen Regeln wiederspricht.
Das ficht die Anwälte nicht an, no na, ist ja auch nicht ihr Geld, das verpulvert wird, im Gegenteil. Die Herren Anwälte sagen, es würde doch Spaß machen, „ein bissl Rechtsgeschichte“ zu schreiben.
Am Freitag war der erste Verhandlungstag, mindestens ein weiterer ist für Mai anberaumt. Toni, hierzulande auch bekannt als Sänger mit den Thekenschlampen („Toni lass es polstern“) ist übrigens gerade 60 Jahre alt geworden und hat eine ziemlich ernste Krankheit überwunden. Manche leben danach bewusster, manche verbringen eben die Zeit im Gericht, obwohl es ihm dort überhaupt nicht gefällt. Wie es ausgeht: Hier in diesem Kino. Und ein vergnüglicher Text aus dem österreichischen Kicker vom Januar
https://www.kicker.at/die-seltsame-drei-tore-klage-des-toni-polster-987152/artikel
Erfolgreich in Europa
Besser hätten die Europacup-Spiele für die deutschen Vertreter kaum laufen können. Dortmund und Bayern setzten sich in der Champions League gegen Atlético Madrid und ein wirklich auf der ganzen Linie enttäuschenden FC Arsenal durch und stehen im Halbfinale. Dort treffen die Dortmunder auf Paris St. Germain und Bayern auf Real Madrid. Die Hinspiele sind nächste Woche jeweils in Deutschland. Gerade die Dortmunder werden es sehr bedauern, dass sie nicht zuerst auswärts spielen dürfen, denn das Westfalenstadion ist in einem Rückspiel für mindestens ein Tor gut. Siehe die Partie gegen die Madrilenen, als sie den Schock eines schnellen Ausgleichs nach der Pause gut wegsteckten und angefeuert von einem jetzt endlich nicht mehr ziemlich lethargischen Publikum die Spanier förmlich überrannten.
In der Europa League kam Leverkusen zu einem 1:1 bei West Ham mit einiger Mühe weiter. Mal wieder erzielte der Werkclub ein spätes Tor. Jetzt bekommen sie es mit der AS Rom zu tun, die Wiederholung des Halbfinals vom Vorjahr. Auf Roms Trainerbank sitzt allerdings nicht mehr José Mourinho. Es ist also mit Danilo de Rossi ein weitaus offensiveres Rom zu erwarten als die Maurertruppe vom Vorjahr.
Die internationalen Erfolge bringen es mit sich, dass Platz 2 in der Nationen-Jahreswertung greifbar nahe ist und somit ein weiterer Champions-League-Platz für die Bundesliga. Sollte Dortmund die Champions League gewinnen und nicht unter die besten 4 kommen, würden nächstes Jahr gar sechs deutsche Mannschaften an der reformierten Königsklasse teilnehmen. Das wäre des Guten aber schon arg viel.
Bayern auf Trainersuche
Und die wird noch sehr luschtig. Ein Kandidat nach der Absage des alllgemeinen Lieblings Xabi Alonso war auch Julian Nagelsmann, doch der ist nicht mehr auf dem Markt (wenn er es denn je war). Der erst im März 2023 von den Münchnern gefeuerte Trainer hat offenbar großen Gefallen an seinem Job als Bundestrainer gefallen und wird diesen Job zumindest bis 2026 und die WM in Amerika ausüben. Angeblich gibt es für den DFB eine Klausel, bei einem Vorrunden-Aus bei der Heim-EM den verlängerten Vertrag ohne große Abfindungen einzukassieren. Die jetzt am höchsten gehandelten Kandidaten sind offenbar in England tätig. Roberto de Zerbi, mit Lob unter anderem von Pep Guardiola überhäufter Coach von Brighton und Unai Emery, der Aston Villa vielleicht sogar in die Champions League führt und mit dem Team auch noch im Halbfinale der Conference League steht. De Zerbi gilt als höchst innovativ, hat allerdings noch keinen großen Club in einer Top-Liga gecoacht, nichts für ungut Schachjor Donezk. Unai Emery hat bereits internationale Meriten, holte mit dem FC Sevilla dreimal die Europa League und schaltete mit dem FC Villarreal 2022 die Bayern im CL-Viertelfinale aus. Allerdings scheiterte er beim FC Arsenal. Wenn ich tippen müsste, würde ich bei ihm landen obwohl Bayern nicht in der Europa, sondern in der Champions League spielt. Sonstige mehr oder weniger seriös gehandelte Kandidaten: Zinedine Zidane (wäre extrem charmant und spannend, aber die Sprache …), Ralf Rangnick (eigentlich bei Österreichs Nationalteam unter Vertrag und im Wort), Hansi Flick (will angeblich nicht mehr in Deutschland trainieren), Roger Schmidt von Benfica und neuerdings sogar Lucien Favre, der ja mit dem neuen Sportvorstand Max Eberl in Gladbach bestens und lange zusammenarbeitete (kann ich mir kaum vorstellen).
Vorentscheidung im Abstiegskampf …
Nach der auch rechnerisch fixen Meisterschaft für Bayer ist im Abstiegskampf mehr als eine Vorentscheiung gefallen. Der 1. FC Köln verlor am Samstag zu Hause gegen den Letzten Darmstadt 98 und hat mittlerweile 5 Punkte auf Platz 16. Die wohl allerletzte Chance gibt es nächste Woche beim Duell mit dem 15. Mainz 05. Im rheinischen Karnevalsduell spricht aber so gut wie alles für die formstarken Mainzer.
Die können sogar auf die direkte Rettung hoffen. Sie sind punktgleich, aber 9Tore vor dem 16. Bochum und sind klar in der besseren Form. In der Verlosung ist vor allem noch der 1. FC Union, gerade mal 2 Punkte vor Mainz/Bochum. Der Rest dürfte einigermaßen gesichert sein.
… Und im Aufstiegsrennen der 2. Liga
Holstein Kiel (beim HSV) und St. Pauli (bei Hannover) gewannen ganz wichtige Auswärtsspiele. Ihr Vorsprung auf den Dritten Fortuna Düsseldorf beträgt 6 bzw 5 Punkte bei noch 4 Spieltagen. Die Fortuna selbst kann für die Relegation planen angesichts von 6 Punkten Vorsprung und dem klar besseren Torverhältnis auf den HSV. Der hat mit einer erneut schwachen Rückrunde jetzt höchstwahrscheinlich schon zum 6. Mal trotz des höchsten Budgets den Wiederaufstieg verpasst. Nächstes Jahr also das 7. Jahr, verflixt oder doch erfolgreich?, Zweitliga-Dino halt. Mal sehen wann sie die Uhr anschmeißen.
Im Abstiegskampf der 2. Liga ist der VfL Osnabrück nicht mehr zu retten. Kaiserslautern, Rostock, Wehen-Wiesbaden und vielleicht noch Braunschweig machen die Plätze 14 bis 17 unter sich aus, wobei Braunschweig gerade mit Abstand die beste Form zeigt.
Endlich Struffs Turniersieg
Mehr als 10 Jahre hat Jan-Lennard Struff auf einen Turniersieg auf der ATP-Tour warten müssen, im eiskalten und regnerischen München schaffte er ihn endlich mit durchwegs überzeugenden Leistungen. Am Samstag gegen Holger Rune spielte er vielleicht so gut wie noch nie in seinem Leben. Sascha Zverev kam mit den Bedingungen überhaupt nicht zurecht und schied bereits im Viertelfinale ziemlich sang- und klanglos aus gegen die Nummer 92 Cristian Garin.
Ebenfalls ein Premierensieg gelang Christian Ruud. Der Norweger gewann das Finale von Barcelona und sicherte sich erstmals ein 500er-Turnier. Im Endspielk revancierte er sich gegen Stefanos Tsitsipas für die Finalniederlage eine Woche zuvor in Monte Carlo. Diese beiden sind bisher in der Sandplatzsaison dominant.
Beim grandios besetzten Turnier in Stuttgart (von den Top Ten fehlte nur Maria Sakkari) gewann Lena Rybakina gegen die Überraschungsfinalistin Marta Kostyuk. Trotz der Niederlage: grandios, was die Ukrainerin in diesen für ihr Land so furchtbaren Zeiten leistet.
Scottie Scheffler weiter überragend
Nur der einsetzende Regen verhinderte schon gestern den nächsten Turniersieg des amerikanischen Golfprofis in Hilton Head Island, Den holte vollendete er dann aber am Montag. Die gerade im Golf unfassbare Bilanz seiner letzten 5 Turniere:: 4 Siege, 1 zweiter Platz hinter Stephan Jaeger. Vor einer Woche hat er ja auch das Masters überlegen gewonnen. Das Turnier-Doppel Augusta/Hilton Head schaffte 1985 ein gewisser Bernhard Langer … Jaeger kam diesmal auf den geteilten 18. Platz, der Österreicher Sepp Straka schaffte mit Platz 5 sein bestes Ergebnis des Jahres.
Eisbären auf Titelkurs
Die Berliner gewannen gestern das dritte Spiel der DEL-Finalserie bei den Fischtown Bremerhaven und führen in der Serie mit 2:1. Das entscheidende Tor erzielte Veilleux nach 37:54 in der 2. Overtime, also nach fast 100 Minuten Spielzeit. Morgen in Berlin dann Spiel 4.
Titelverteidiger schon draußen
Seit Samstag läuft die Snooker-WM in Sheffield, die ich in meiner vergangenen Wochenvorschau schmählicherweise unterschlagen habe. Titelverteidiger Luca Brecel aus Belgien ist schon raus, er verlor mit 9:10 gegen Gilbert. Da auch der hochgewettete Chinese Zhang schon gescheitert ist, ist das Ganze eine fast komplett britische Angelegenheit. Ronnie O´Sullivan kann den 8. Titel gewonnen. Er machte sich vor dem Turnier sehr beliebt in Sheffield, als er das Cruicible Theatre als nicht mehr zeitgemäß für eine derart große Sportveranstaltung kritisierte. Das kann man ja durchaus so sehen, aber die vorgesehene Alternative Saudi-Arabien oder Katar stößt nicht nur Traditionalisten sehr sauer auf.
Unruhe bei der DFL
Gerade werden die Fernsehrechte für 4 Jahre ab 2025 versteigert. Beziehungsweise sollen versteigert werden. Denn nachdem DAZN das Verfahren hart kritisierte und sich benachteiligt fühlt, angeblich hat die DFL viel zu kurzfristig eine Bankgarantie verlangt, stoppte die DFL das Verfahren. Wie es weitergeht, steht in den Sternen.
Und sonst?
– Der SC Magdeburg vor dem Handballtitel: Das Team siegte beim Dritten SG Flensburg-Handewitt und nahm damit die schwierigste Hürde zum titel. Die Bördestädter sind punktgeleich mit den Füchsen Berlin (Unentschieden gegen THW Kiel), haben aber eine Partie weniger bestritten und haben auch den direkten Vergleich mit den Füchsen. Ich sehe angesichts des Restprogramms niemmanden, der ihnen noch entscheidende Punkte abknöpfen kann.
– auch im Volleyball kämpft eine Berliner Mannschaft um den Titel. In der Finalserie liegen die Volleys für mich völlig überraschend mit 1:2 gegen den VfB Friedrichshafen zurück, die sich im Halbfinale ja nur ganz knapp gegen Giesen durchgesetzt hatten und besten Tage doch eigentlich hinter sich haben. Den ersten Matchball haben die Volleys am Samstag zu Hause abgewehrt. Jetzt müssen sie morgen bei den Häflern antreten.
– Pogacars Soloritt: Der Slowene sicherte sich im Alleingang den Radklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich, das vierte sogenannte Monument und der letzte Frühjahrsklassiker und bestätigte seine Favoritenstellung mit fast 2 Minuten Vorsprung. Die Vorentscheiung fiel, als sein härtester Konkurrent Matthew van der Poel stürzte. Der Holländer, zuvor Sieger bei den Monumenten Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix kam zwar noch mal ans Hauptfeld ran, doch als dann Pogacar antrat, hatten er und sein Team kräftemäßig nichts mehr zuzusetzen. Pogacar peilt ja dieses Jahr das Doppel Giro und Tour an. Die Chancen dazu hat er allemal, auch weil niemand wirklich weiß in, welchem Gesundheitszustand die vermeintlich härtesten Konkurrenten für die Tour, Jonas Vingegaard und Remko Evenepoel, nach ihren schweren Stürzen vor zwei Wochen zurückkommen, wenn sie die Tour überhaupt in Angriff nehmen
– Manchester-Finale im FA Cup. Während City sich mehr recht und schlecht gegen den Pokalspezielisten Chelsea mit 1:0 durchsetzte, kam es bei United gegen den Zweitligisten Coventry zu einem unerwarteten Spektakel. 3:0 führte United bis eine Viertelstunde vor Schluss, dann brach das Team völlig auseinander und kassierte noch 3 Tore. Ein viertes von Coventry in der Nachspielzeit wurde vom VAR wegen einer Millimeter-Entscheidung (wirklich abseits?) zurückgenommen. Letztlich entschied das Elferschießen für United, und die Hoffnung aufs internationale Geschäft auch nächstes Jahr (vielleicht mit einem Trainer Thomas Tuchel?) lebt.
Ärger der Woche I
Clasico in Madrid gegen Barca, und Real siegte durch ein mal wieder sehr spätes Bellingham-Tor mit 3:2. Barcas Ärger entlud sich auf den Schiri besser gesagt, auf das System. Denn nach einem Barca-Schuss deutete viel darauf hin, dass der Ball hinter der Linie war. Klarer Fall für die Torlinientechnik, doch – Überraschung, Überraschung: Die gibt es nicht in der so reichen Primera Division – und wahrscheinlich nicht nur ich will das kaum glauben. Die „normalen“ Fernsehbilder brachten kein endgültiges Ergebnis, sodass die ursprüngliche Entscheidung Nicht-Tor weiter Bestand hatte. Damit ist das Meisterrennen in Spanien zugunsten von Real entschieden. Und das Sensationsteam Girona dürfte sicher einen CL-Platz haben, allergrößten Respekt.
Ärger der Woche II
Zu enge Trikots: Als gäbe es in den USA keine Sexismus-Debatte, stattete Nike das US-Olympia-Team der Frauenmit besonders aufreizender Kleidung aus. Sehr zum Missfallen der Sportlerinnen, die sich vor allem an dem besonders hohen Beinausschnitt stoßen. Nike verteidigt sich, dass dieses Outfit nur eines von vielen Möglichkeiten sei, aber die Frage bleibt halt, warum so etwas überhaupt entworfen wird. Man mache sich sein eigenes Bild.
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/us-nike-outfit-athletinnen-sexismus-leichtathletik-kritik-olympia-paris-100.html
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