Vorentscheidung durch Sekundenschlaf

Blick über den Teich, NBA und NHL

Nach der Pause gestern erst mal die Kurzzusammenfassung : Die Denver Nuggets sind wieder in der Spur, die Knicks taumeln, und das Kanada-Duell in der NHL hat die nächste Wendung.

NBA

Indiana Pacers – New York Knicks 121:89 (2:2)

Von Beginn an klare Verhältnisse. Nach dem 1. Viertel waren alle Messen gesungen. Die Pacers überrannten die Knicks mit 34:14. Sie trafen, wie sie wollten, die Knicks nicht mal einen Autobus. Jalen Brunson (0 von 5), Donte DiVicenzo (1 von 6), 1 von 8 Dreier. Auf der anderen Seite glänzte Tyrese Haliburton mit  8 Punkten, das Team insgesamt mit einer Wurfquote von 61 Prozent. Das zweite Vietel lief für die Knicks etwas besser, „nur“ 27:35. Der Dreier allerdings weiter quasi non-existent (1 von 5) noch schlimmer im 3. Viertel (1 von 13) macht 3 von 26. Donte Di Vicenzo leider fast ein Totalausfall mit 7 Punkten und einem +/- von -40 in 32 Minuten.

Mann des Tages
Tyrese Haliburton. Er kam auf 20 Punkte, 6 Assists, und das, obwohl er wie wie praktisch alle Start-Spieler auf beiden im letzten Viertel komplett auf auf der Bank verbrachte.

Stark trotz der Niederlage
Alec Burks. Nur aufgrund der großen Personalnot der Knicks kommt er überhaupt zum Einsatz und rechtfertigt das notgedrungene Vertrauen mit mehr als soliden Leistungen. 20 Punkte sammelte er in 23 Minute an. Trainer Tom Tibedeau sollte ihn noch viel mehr Verantwortung überlassen, vor allem wenn OJ Amunoby weiter fehlt, was ich für ihn befürchte.

x-Faktor
Die Dreierquote: Die Knicks am Ende 7 von 37 (18,9), die Pacers 14 von 31 (45,2), also doppelt so viele Punkte trotz 6 Versuchen weniger

🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Isaiah Hartenstein ging mit unter. Hatte dem Angriffswirbel wenig entgegensusetzen. Ganze 4 Punkte und kein einziger Assist.

Ausblick
Spiel 5 im Garden dürfte Aufschluss geben, ob die Knicks trotz der Personalnot mit dem Heimvorteil im Rücken zu Außergewöhnlichem fähig sind. Ddazu würde ein fitter Amunoby enorm viel helfen, doch der Einsatz ist noch ungewiss. Ansonsten liegen alle Vorteile bei den Pacers.

Minnesota Timberwolves – Denver Nuggets 107:115 (2:2)

Die Wolves hatten einen glänzenden Start, führten mit 20:13, doch noch im ersten Viertel verwandelten die Nuggets diesen Rückstand in einen 5-Punkte-Vorsprung. Diesen bauten sie im 2. Viertel auf bis zu 16 aus, bevor die Timberwolves wieder auf 7 herankamen. Doch dann der kollektive Blackouts der Gastgeber in den letzten 30 Sekunden. Da legten die Nuggets dank zwei Steals (nach absurden Fehlpässen der Wolves) und einem Buzzerbeater von Jamal Murray von der MIllellinie aus  noch einen 7:0-Run hin. Echte Wirkungstreffer zum psychologisch schlechtesten Zeitpunkt, wie sie zumindest im Fußball ein Tor kurz vor der Pause nennen. Schaut euch die letzten 30 Sekunden der ersten Halbzeit an und ihr werden weinen, wenn ihr keine Nuggets-Fans seid.
Von diesem Tiefschlag erholten sich die Wolves nicht mehr. Nur Anthony Edwards stemmte sich wirkungsvoll dagegen – zu wenig. Am Ende betrieben die Gastgeber wenigstens Ergeniskosmetik und konnten das 4. Viertel knapp für sich entscheiden.

Mann des Tages
Nikola Jokic mit 35 Punkten, allerdings davon 16 im 4. Viertel, als mehr oder weniger alles entschieden war.

Stark trotz der Niederlage
Anthony Edwards. Eine weitere grandiose Vorstellung, aber diesmal erhielt er zu wenig Unterstützung

X-Faktor
Aaron Gordon. Er traf 9 von 10 Würfe aus dem Feld für insgesamt 27 Punkte. Und es waren nicht nur Korbleger dabei.

Ausblick
Mit der Erfahrung des Titelverteidigers haben die Nuggets die beiden Heimniederlagen weggesteckt. Offenbar haben die Nuggets einen Schlüssel gegen die bisher so starke Wolves-Defense gefunden. Das ist ja das Spannende an solch langen Serien, dass die Trainer auf Stärken und Schwächen reagieren können. Findet Minnesota ein neues Kryptonid für Jokic und Co?

Ansetzungen heute
01:00: Cleveland Cavaliers – Boston Celtics (1:2)
Wie in der Serie gegen die Miami Heat haben die Celtics nach ihrer Heimniederlage in Spiel 2 die Verhältnisse schnell wieder geradegerückt und den Cavaliers beim 106:93 die erste Heimniederlage in den diesjährigen Play-offs zugefügt. Für Cleveland ist ein Sieg heute Nacht Pflicht.

03.30: Dallas Mavericks – Oklahoma Thunder (2:1)
Die Mavs haben dagegen am Samstag ihren Auswärtssieg in einer äußerst spannenden Partie bestätigt. Für die Thunder könnte tatsächlich das eher schwache Rebounding (6:15 in der Offensive) zum Verhängnis werden.

NHL

Boston Bruins – Florida Panthers 2:3 (1:3)

Diesmal reichte den Bruins noch nicht mal eine 2:0-Führung, die sie im ersten Drittel herausschossen. Nachdem Anton Lundell im 2. Drittel den Anschluss herstellte und Sam Bennett ausglich, war es Kapitän Alexander Barkov höchstpersönlich, der mit einem unwiderstehlichen Solo von der Blauen Linie an zwei Verteidigern vorbei und mit platziertem Schuss die Entscheidung herbeiführte.

Meine 🇫🇮 Finnen
Alexander Barkov mit dem Siegestor und Anton Lundell mit Tor und Assist

Edmonton Oilers – Vancouver Canucks 3:4 (1:2)

Große Enttäuschung in Gretzky Town. Schon im ersten Drittel stellten die Canucks die Weichen auf Auswärtssieg, weil Brook Boeser mit zwei Toren und einem Assist (der offenbar erst nachträglich als Assist und nicht als Tor gewertet wurdeeinen 0:1-Rückstand drehten. Nach 1:1 im 2. Drittel veranstalteten die Oilers im Schlussabschnitt ein wahres Powerplay, doch der Anschlusstreffer nach 58:44 Minuten kam zu spät. 22 Schüsse feuerten die Oilers ab, doch der überragende Arturs Silovs parierte 21 davon. Ein würdiger Fortsetzer lettischer Torwart-Tradition (Arturs Irbe, seufz). Auf der anderen Seite hatte Stuart Skinner erneut nicht seinen besten Tag (ich befürchte, es ist eher seine Normalform), ließ bei 15 Schüssen 4 passieren und wurde danach von Calvin Pickard ersetzt. Die Oilers und ihr Torwartproblem, so muss ich das nennen, eine unendliche Geschichte. Kostet sie den Titel?

Draisaitl-Watch
Mit einem 1 Tor (zum 2:3) und einem Assist trug er sich in die Scorerwertung ein, allerdings auch ein Strafbankaufenthalt, der zu einem Gegentor führte.

 

 

Antwort eines Champions

Blick über den Teich, NBA und NHL

So einfach macht es Titelverteidiger Denver Nuggets den Minnesota Timberwolves dann doch nicht. In deren Halle schafften sie einen mehr als souveränen Auswärtssieg. Und die Combo Leon Draisaitl/Conor McDavid geigt in Vancouver groß auf.

NBA

Indiana Pacers – New York Knicks 111:106 (1:2)

Die Knicks mit einem weiteren Handicap, denn sie mussten ohne OJ Amunoby auskommen, der wahrscheinlich auch morgen in Spiel 4 fehlt.. Und dafür schlugen sie sich hervorragend, führten gar Ende des 3. Viertels. Auch dank eines überragenden Donte DiVicenzo, der am Ende 35 Punkte auflegte. Matchwinner war dann für die Pacers ein Mann, der bis dato offensiv überhaupt nicht in Erscheinung getreten war. Beim Stand von 106:106 nagelte Andrew Nembhard von weit draußen in der Schlussminute einen Dreier in die Reuse. Einen unwahrscheinlicheren Matchwinner kann ich mir kaum vorstellen.

Mann des Tages
Tyrese Haliburton. Wenn ihn zuletzt etwas gehemmt hat, dann hat er das abgestreift. Sehr spielfreudig und sehr treffsicher, allerdings für seine Verhältnisse wenig Assists (7).

Stark trotz der Niederlage
Donte DiVicenzo. Er spielt bisher ohnehin eine bärenstarke Serie gegen die Knicks. 7 von 11 Dreier fanden das Ziel, eine weit bessere Quote als die der Zweier (5 von 15) Einfach ist zu einfach für ihn.

X-Faktor
Myles Turner von den Pacers ist mittleweile für Freund und Feind eine Wundertüte. Wird er liefern oder nicht. Diesmal lieferte er wichtige Punkte, am Ende 21, und 10 Rebonds.

🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Wieder ackerte Isaiah Hartenstein wie ein Pferd, vorne und hinten. Wieder arg viel Spielzeit (38 Minuten), zu viel? 6 Punkte, 8 REbounds und 8 Assists – und eine strke verteidigungsleistung sind ein guter Arbeitsnachweis des deutshen 2,16-Meter-Mannes.

Ausblick
Die Frage wird auch sein, wie die Knicks ihre Ausfälle kräftemäßig wegstecken. Die notgedrungene 7er-Rotation verlangt von allen sehr viel Energie, die irgendwann fehlt. So nahm Josh Hart im dritten Drittel zum ersten Mal überhaupt auf der Bank Platz. Und zumindest zu Hause sind die Pacers eine Macht. Doch sie brauchen eben auch mindestens einen Sieg im Madison Square Garden.

Minnesota Timberwolves – Denver Nuggets 90:117 (2:1)

Wer geglaubt hat, die Nuggets würden sich nach zwei Heimniederlagen in ihr Schicksal fügen, sah sich getäuscht. Nach einem noch relativ ausgeglichenen ersten viertel zeigten dder Titelverteidiger seine ganze Klasse. Denver ließ den Timberwolves nicht den Hauch einer Chance baute den Vorsprung kontinuierlich aus. 41:56 hieß es zur Pause, und im 3. Viertel legten die Nuggets 37:25 Punkte nach. Das erwartungsfrohe Publikum war sichtlich unzufrieden, es gab im Target Center sogar vereinzelte Pfiffe gegen das eigene Team.

Mann des Tages
Jamal Murray konnte ja froh sein, dass er nach seinem Ausraster in Spiel 2, als er während der laufenden Partie Gegenstände aufs Parkett geworfen hatte, überhaupt dabei sein durfte. Offenbar sah auch die NBA, dass sein Frust über die Refs, die einfach keine Fouls gegen ihn pfeifen wollten, schon ihren Grund hatte und ließ ihn mit 100 000 Dollar Strafe davonkommen, eine absurd niedrige Summe angesichts seines Einkommens. Murray wurde folgerichtig bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen, doch das inspirierte ihn. 24 Punkte sammelte er, 18 davon in der 1. Halbzeit.

Stark trotz der Niederlage
Karl-Anthony Towns traf am Anfang 3 Dreier, dann ging er mit unter.

X-Faktor
Die Dreier-Quote: Bei den Nuggets fast 50 Prozent, bei den Wolves 30,3

Ausblick
Wie verkraften die Timberwolves dieses Debakel. Sie wissen jetzt, dass die Nuggets in der Serie voll angekommen sind. Andererseits haben sie weiterhin die Möglichkeiten, Denver wehzutun. Spiel 4 bringt mE die Vorentscheidung. Schlau und mutig von mir, nicht wahr 😀

Ansetzungen heute
21.30: Dallas Mavericks – Oklahoma City Thunder (1:1) DAZN
02.30: Cleveland Cavaliers – Boston Celtics (1:1)

NHL

Boston Bruins – Florida Panthers 2:6 (1:2)

Diesmal brachte das 1:0 kein Unglück, sondern war Auftakt eines so kaum erwarteten Heimdebakels der Bruins. 4:0 stand es bereits nach dem 2. Drittel, auchn weil Florida drei blendend herausgespielte Powerplay-Tore erzielten Zwei Treffer der Bruins brachten nur kurz Hoffnung zurück, weil gleich zweimal die Panthers in den verlassenen Kasten trafen.

Meine 🇫🇮 Finnen
Panthers-Kapitän Alexander Barkov steuerte 2 Assists bei, Eetu Luokarinen den zum 6:2-Endstand.

Ausblick
Torreich geht es zu. Die Panthers haben jetzt zweimal ein halbes Dutzend mal eingenetzt. Diese Torflut müssen die Bruins schleunigst eindämmen, sonst wird es verdammt schwer für sie.

Vancouver Canucks – Edmonton Oilers 3:4 OT (1:1)

Diese kanadische Serie bietet alles, was das Eishockey-Herz begehrt. Vor allem Höchstspannung. Dreimal gingen die Canucks in Führung, dreimal glichen die Oilers aus. Und in der Verlängerung fälschte Verteidiger Evan Bouchard vorm Canucks-Tor einen Schuss von Leon Draisaitl entscheidend ab. Apropos Draisaitl. Diesmal bildete er wieder mit Superstar Conor McDavid eine Sturmreihe, und das war ein entscheidender Kniff von Cheftrainer Kris Knoblauch, denn das Duo war an allen 4 Treffern mit je einem Tor und 3 Assists beteiligt, und nur einmal waren sie dabei in Überzahl.

Ausblick
Die Serie wandert nach Edmonton. Und dort können die Canucks ebenso ein Spiel klauen wie die Oilers in Vancouver. Tippen oder würfeln, das kommt fast aufs Gleiche raus.

Ansetzungen heute
01:00: Carolina Panthers – New York Rangers (0:3)
04:00: Colorado Avalanche – Dallas Stars (1:1)

 

 

Doppelter Dallas-Jubel

Blick über den Teich, NBA und NHL

Zweimal mussten sich die NBA-Conference-Sieger im Osten und Westen geschlagen geben. Die New York Rangers gewannen zum zweiten Mal iin Folge in der Overtime.

NBA

Boston Celtics – Cleveland Cavaliers 94:118 (1:1)

Es wurde der erwartete klare Sieg, allerdings für das unerwartete Team. Denn die Cavaliers zzeigten eine blitzsaubere Leistung und zerlegten die Celtics in deren Halle in der zweiten Halbzeit förmlich. Denn zur Pause hatte es noch 54:54 geheißen. Damit gelang den cavs der Auswärtssieg, der ihnen in der 1. Runde in Orlando noch versagt blieb. Mitentscheidend war die miserable Dreierquote der Celtics (8 von 35).

Mann des Tages
Donovan Mitchell – mal wieder. Doch der brauchte gar keine Ausnahmeleistung, damit die Cavs den Überraschungssieg beim haushohen Favoriten einfahren konnten. In der 1. Halbzeit nahm er nur 6 Würfe, die lediglich zu 6 Punkten führten. Doch insgesamt punkteten gleich 6 Cleveland-Profis zweistellig, und doch machte der im zweiten Durchgang wieder wie aufgedrehte Mitchell (23 Zähler) den Unterschied.

Stark trotz der Niederlage
Jayson Tatum: Er wehrte sich am am meisten gegen die Pleite mit 25 Punkten und 7 Rebounds. Doch Hilfe fand er keine. So versiebte Jaylen Brown alle 6 Dreierquote und dmr bisher so starken Derrick White (1 von 8) erging es nicht viel besser.

X-Faktoren
Evan Mobley und Chris LeVert, die beide 21 Punkte sammelten (Mobley in der 1. Halbzeit 15. Und Darius Garland verwandelte in Durchgang 2 3 von 3 Dreier.

Ausblick
Wie in Runde 1 gegen Miami Heat haben die Celtics das 2. Heimspiel verloren. Doch anders als die Heat mit ihrer unfassbaren Dreierquote brauchten die Cavaliers gar keine außergewöhnlich gute Trefferquote. Allerdings werden die Celtics wohl nicht noch einmal so furchtbar von draußen treffen, ansonsten ihre große Stärke. Aber einen Kristaps Porzingis könnten sie jetzt schon gut brauchen.

Oklahoma City Thunder – Dallas Mavericks 110:119 (1:1)

Auch die Mavericks konnten also ein Spiel in OC klauen. Eine ziemlich seltsame Partie, ein Auf und Ab. Die Mavs führten bis ins 3. Viertel die gesamte Partie mit bis zu 14 Punkten. Den machten die Thunder binnen küzester Zeit wieder wett, und als alle auf den Zusammenbruch der Texaner warteten, zogen sie wieder unwiderstehlich davon und ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Erstaunlich:

Mann des Tages
PJ Washington versenkte insgesamt 7 Dreier, davon 5 in der 1. Halbzeit. Dass er am Ende sich sein 6. Foul leistete und fortan zusehen musste, war unerheblich. Das ist genau der Input, den die Stars Luka Doncic (selbst glänzend mit 29 Punkten und 10 Rebounds und Kyrie Irving (nur 9 Punkte) brauchen.

Stark trotz der Niederlage
Shai Gilgeous-Alexander mit 33 Punkten. (Nicht so) kleiner Schönheitsfehler: Ihm gelang nur ein erfolgreicher Dreier. Überhaupt war die Dreierquote (10 von 30) überaus bescheiden bei den Thunder.

X-Faktor
Tim Hardaway. Bisher praktisch unsichtbar in den Play-offs, waren es vor allem seine Punkte, die Dallas im 3. und 4. Viertel auf die Siegesstraße brachten.13 seiner 17 Punkte sammelte er da mit einer Wurfquaote von 57 Prozent.

Ausblick
Viel wird darauf ankommen, wie fit Luka Doncic ist. Gut, er hat immer einen etwas leidenden Gesichtsausdruck, aber er bekam schon viel ab. Jetzt warten jedenfalls zwei heiße Spiele in Dallas, und die Thunder sollten tunlichst mindestens eine davon gewinnen.

NHL

Carolina Hurricanes – New York Rangers 2:3 OT (0:3)

Wieder extrem knapp, wieder das bessere Ende für die Rangers, die jetzt alle Trümpfe in der Hand halten. Artemi Panarin erzielte nach 1:43 Minuten in der Verlängerung das entscheidende Tor. Erstaunlich, wie viele Overtime-Partien sich dann so schnell entscheiden (bereits das 6. innerhalb der ersten 2 Minuten, wenn ich mich nicht verzählt habe). Und ein anderer Russe brachte im Rangers-Tor Carolina zur Verzweiflung, Igor Schesterkin wehrte insgesamt 45 Schüsse ab. Überhaupt erstaunlich viele Russen in den NHL-Kästen.

Meine 🇫🇮 Finnen
Sebastian Aho steuerte den Assist zum 2:2 bei.

Ausblick
3:0 – das ist schon ein beruhigender Vorsprung. Allerdings waren alle Spiele Spitz auf Knopf. Die Hurricanes müssen von Spiel zu Spiel denken.

Dallas Stars – Colorado Avalanche 5:3 (1:1)

Nachdem den Stars im ersten Spiel eine 3:0-Führung nicht zum Sieg reichte, dachten sie sich offenbar, sie müssten ein 4:0 vorlegen, das sie kurz vor Ende des 2. Drittels erzielten. Und dieser Treffer war auch eminent wichtig, denn im dritten Drittel erzielte Colorado 3 Treffer und war drauf und dran, noch den Ausgleich zu schaffen, ehe Esa Lindell ins leere Avalanche-Tor traf.

Meine 🇫🇮 Finnen
Ein Fest für die Suomi-Spieler auf beiden Seiten. Dallas-Kapitän Roope Hintz  legte 4 Punkte auf (1 Tor, 3 Assists), Verteidiger Miro Heiskanen traf zweimal mit Schlagschüssen und Lindell eben ins leere Tor. Für die Avalanche eröffnete Joel Kiviranta mit seinem Tor die Aufholjagd, Artturi Lehkonen wurde ein Assist gutgeschrieben.

Ausblick
Alles offen, würde ich sagen. Das beste Westteam Dallas kann auch in der Höhe von Denver bestehen und sich den Heimvorteil zurückholen

 

Torwart – der Höllenjob

Das war es mit Wembley reloaded. Nachdem der BVB auch das Rückspiel gegen Paris St Germain mit 1:0 gewann und ins Londoner Champions-League-Finale einzog, verpasste Bayern München das Weiterkommen bei Real Madrid nur knapp. Nur ein paar Minuten fehlten zum Coup  und der Wiederholung des rein deutschen Finales, doch zwei späte Tore für Real, die ihre 267. remontada (Aufholjagd) in ihrem lauten und gerade modernisierten Fußballtempel feierten.

Es war das erwartete Spiel auf Augenhöhe, allerdings doch mit durchgehenden Vorteilen bei Real, die deutlich mehr Aktivität in Richtung Bayern-Kasten offenbarten als umgekehrt. Doch dieses mal agierte die Münchner Abwehr nahezu fehlerfrei, und was aufs Tor kam, das wurde zur Beute des famosen Manuel Neuer, von dem noch die Rede sein soll …

In der 2. Halbzeit erhöhten die Madrilenen den Druck, doch zwei fabulöse Neuer-Paraden, verhinderten die Führung. Die Münchner verlegten sich aufs Konter, und einer von ihnen führte zum Erfolg. Harry Kane schlug einen Toni-Kroos-Gedächtnis-Pass über 40 Meter direkt in den Lauf von Anthony Davies. Der. Kanadier, früh für Serge Gnabry ins Spiel gekommen, nahm Fahrt auf, wackelte den deutschen Nationalverteidiger Toni Rüidger aus und bezwang Sergej Lunin mit einem satten Schuss.

Doch Real Madrid ist in Dutzenden Schlachten Rückschläge gewohnt. Doch nachdem der vermeintlich schnelle Ausgleich wegen eines klaren Foulspiels an Kimmich zurückgenommen wurde, schienen die Felle davonzuschwimmen. Denn wer sollte denn Manuel Neuer bezwingen? Die Antwort folgte in der 89. Minute: praktisch er selbst: Nachdem er völlig unnötig mit einem weiten Abwurf nur einen Real-Spieler fand, kam Reals Vini jr zum Schuss. Völlig harmlos aus weiter Entfernung, doch Neuer schätzte den Ball falsch ein, dieser sprang von seiner Brust vor die Füße des schnell reagierenden Joselu, der keine Mühe mehr hatte. Das grausame Torwart-Los, es hatte wieder zugeschlagen. Die grandiose Leistung war kaum mehr etwas wert. Ich mag ja Neuer nicht besonders, das Hofieren zu ihm geht mir seit Langem auf die Nerven, insgesamt finde ich, dass er dietolle Klasse von einst schon länger nicht mehr hat. Aber jetzt spielte er seine beste Partie seit Jahren und dann dieser lächerliche Fauxpas, der ihm in dieser Form bei 10 000 Bällen nicht wieder widerfahren wird. Ein kleiner Maulwurfshügel sei Schuld gewesen, analysierte er mit einem Anflug von Galgenhumor. Tja: Seine Monsterleistung geriet ins Hintertreffen. Schnell kamen (nicht nur) bei mir Erinnerungen an Oliver Kahn bei der WM 2002 hoch. Allein dem damaligen Nationaltorwart war es zu verdanken, dass eine äußerst limitiete deutsche Mannschaft ins WM-Finale einzog. Dort zeigte sie die beste Turnierleistung, bis ein ähnlich läppischer Kahn-Abpraller die brasilianische Führung ermöglichte. Die alte Fußball-Weisheit hat immer noch Gültigkeit: Ein Stürmer kann Chance um Chance jämmerlich verhühnern, wenn er zum Siegtor angeschossen wird, ist er der Held, ein Torwart kann Wunderdinge zaubern, macht er einen entscheidenden Fehler, ist er der Depp. Man schaue sich die Notengebung der Zeitungen an, egal ob Boulevard oder Fachblatt.

Bernabeu explodierte, und in diesem Tohuwabohu setzte Joselu noch den zweiten Streich und verwertete eine scharfe Hereingabe von Rüdiger. Ausgerechnet Joselu, der bei Real begann, dann eine jahrelange Odyssee bei verschiedenen europäischen Clubs (u. a. Hoffenheim, Bremen, Frankfurt) unternahm, ehe er dieses Jahr zu Real zurückkehrte, aber auch nur, weil zuvor Harry Kane nicht nach Madrid, sondern nach München wechselte.

Die Entscheidung? Mochte man glauben, weil Bayern-trainer Thomas Tuchel alle Offensiv-Kräfte (Kane, Sané, Musiala) entkräftet und angeschlagen vom Feld nehmen musste (so seine Version. Doch dann die Szene, die jetzt schon allen Stoff zur Legendenbildung innehat. Ein weiter Schlag der Münchner, Mazraoui gewinnt ein Kopfball-Duell, der Ball gelangt über Umwege zu Eric Dier, der den Ball per Direktschuss ins Tor beförderte. Soweit klingt das schon ganz gut. Der große Haken war nur, dass der Schiedsrichter-Assistent Mazraoui im Abseits sah, seine Fahne hob und Schiri  Szyman Marciniak aus Polen die Szene hörbar lange vor dem Dier-Schuss abpfiff. Vorschnell, wie sich herausstellte, denn zumindest die ersten Fernsehbilder legten eher den Schuss nahe, dass Mazraoui nicht im abseits stand. Und gerade in solch knappen Situationen ist es strikte Anweisung ans Schiedsrichter-Gespann, die Szene erst mal weiter laufenzulassen, um gegebenenfalls die Fernsehbilder per Videoreview zu konsultieren. Dieses war jetzt eben nicht mehr möglich, weil mit dem Schiri-Pfiff das Spiel formell unterbrochen war.

Die Bayern tobten und toben wahrscheinlich immer noch. Michael Ballack am DAZN-Mikrofon überschlug sich förmlich vor Empörung über diesen unmöglichen Fehler. Es war fast lustig zu sehen, wie er sich mehr und mehr in Rage redete, die Sätze lkaum mehr zusammenbekam und mehr und mehr auch ins Sächsische verfiel. Der Chemnitzer dachte mit Grausen an ein Champions-League-Spiel 2009  mit Chelsea, als der Schiri im Rückspiel gegen den FC Barcelona einfach trotz mehrerer reichlich eindeutiger Szenen schlichtweg keinen Elfer geben wollte.

https://www.kicker.de/oevreboes-skandalspiel_ballacks-boesen-sprint-uebersah-er-auch-717684/artikel

Die Spieler tobten (nicht ganz so schlimm) Max Eberl, gerade gut zwei Monate als Sportvorstand verstieg sich gar in die Behauptung, alle hätten das deutsche Finale dringend gewünscht, nur die Polnischen (sid!) Schiedsrichter nicht. und die „Bild“ verstieg sich gar zum „schlimmsten Torraub“ seit Wembley 66, gnädig ein paar ähnliche Fälle (Lampard 2010 gegen Neuer) ignorierend.

Ich kann den Ärger sehr gut verstehen, aber:

  1. Wie gesagt: Die Szene war abgepfiffen, und einige Real-Spieler nicht mehr bei der Sache. Vor allem ihr Torwart Lunin ließ den Ball von Dier teilnahmslos relativ nah an sich vorbei ins Tor rollen, der weder besonders fest noch platziert geschossen war. Nach Lage der Dinge hätten vollkonzentrierte Madrilenen und insbesondere Lunin den Treffer mit Leichtigkeit verhindert.
  2. Und sogar wenn dieses Tor gefallen wäre. Wenn wir schon im Spekulatius sind, dann bitte auch über die dann erforderliche Verlängerung, lange 30 Minuten gegen völlig erschöpfte Münchner, die von der Bank nichts mehr hätten nachlegen können. Klar, den Neuer hätte real erst mal bezwingen müssen

Die Münchner täten also sehr gut daran, sich jetzt allein auf diese Szene zu kaprizieren. Natürlich war das Verhalten vom Schiri (auf Eberls Herumreiten aufs „Polnische“ möchte ich lieber nicht eingehen) ein furchtbarer Fehler,  zumal er bei Joselus zweitem Tor bei einer ähnlich knappen Abseitsfrage nicht abpfiff, so dass eine Kontrolle möglich war. Aber insgesamt waren die Münchner den Madrilenen doch ziemlich unterlegen, und da gilt es jetzt, den Hebel anzusetzen.

Und Tuchel muss sich bei allem Lob über die Taktik gegen Real schon fragen lassen, warum all seine Offensiv-Kräfte aus dem letzten Loch pfiffen. Klar, Veletzungen bei Sané und Musiala, aber musste ein Harry Kane in letztlich belanglosen Bundesliga-Spielen wirklich praktisch immer von der ersten bis zur letzten Minute spielen?

Die Analyse wird folgen, die der eigenen Fehler auch (nicht der von Neuer, der wird nie mehr passieren). Jetzt muss aber schleunigst ein neuer Trainer gefunden werden, denn erst danach erscheint mir die Verpflichtung neuer Spieler sinnvoll mal abgesehen davon, dass diese schon gerne wüssten, unter wem sie trainieren und spielen müssen und welche Idee des Fußballs der Coach hat. Spannende Zeiten, versprechen große Unterhaltung (für die unbeteiligten Betrachter zumindest). Und Borussia Dortmund hat die zweifelhafte Ehre, Real am Samstag in 3 Wochen herauszufordern in Wembley.

Die Oilers und ihr Torwart …

Blick über den Teich, NHL und NBA

Die Oilers verblasen einen 4:1-Vorsprung in Vancouver, die Knicks gewinnen trotz großer personeller Sorgen auch das zweite Spiel gegen die Pacers

NHL

Vancouver Canucks – Emonton Oilers 5:4 (1:0)

Was für eine überflüssige Niederlage, mit denen die Oilers ins westkanadische Duell gestartet sind. Sie begannen so souverän, führten zwischenzeitlich 2:o und 4:1 und nach dem 2. Drittel noch 4:2. Doch im Schlussabschnitt brach die ohnehin löchrige Verteidigung völlig auseinander, und diesmal war Goalie Stuart Skinner alles andere als ein Fels in der Brandung. Erst verkürzte J.T. Miller, dann entschied ein Doppelschlag von Nikita Zadorow und Conor Garland innerhalb von 39 Sekunden die Partie. Skinner machte bei einigen Toren eine reichlich unglückliche Figur. Den Siegestreffer ließ er aus spitzem Winkel durch die Beine rutschen.Der Schlussangriff der Oilers ohne Torwart wurde abgewehrt.

Draisaitl-Watch
Zwei Assists konnte der Kölner verbuchen. Im 2. und 3. Drittel pausierte er längere Zeit offenbar wegen Krämpfen, also hoffentlich nichts Gravierendes.

Florida Panthers – Boston Bruins 6:1 (1:1)

Wer 1:0, der stets verliert, lautet der blöde Sportspruch, der doch auf so viele Spiele anwendbar ist. Diesmal traf es die Bruins, die früh in Führung gingen und dann in ein Debakel schlitterten. 6:1 hieß es am Ende für die Panthers, die damit nach dem 1:5 im ersten Spiel die Serie ausglichen. Spieler des Spiel war Alexander Barkov mit je 2 Toren und Assists. Als schon längst alles entschiedn war, mussten einige Spieler auf beiden Seiten noch ihr Mütchen kühlen: Bei gleich vier Rangeleien verteilten die Refs insgesamt 17 Strafen. Zündstoff für die nächsten Spiele ist angelegt.

Meine 🇫🇮 Finnen
Captain, my Captain. Alexander Barkow hatte wesentlichen Anteil an der Wende mit seinen 4 Scorerpunkten. Eero Luostarinen fügte ein Tor hinzu, Anton Lundell einen Assist.

NBA

Zunächst die erwartete Wahl von Nikola Jovic zum MvP klar vor Shai Gilgeous-Alexander,  Luka Jokic und Giannis Antetokuonpo. 4 Nicht-US-Amerikaner, bevor Jalen Brunson auftaucht. Der Serbe wurde zum dritten Mal in den vergangenen 4 Jahren gekürt. Er sammelte bei den 99 stimmberechtigten Jouranlisten 79 erste Plätze, 18 Zweite und 3 Dritte.

New York Knicks – Indiana Pacers 130:121 (2:0)

Zur Pause hätte ich wenig auf die Knicks gesetzt: Zu überlegen agierten in den ersten 24 Minuten die Pacers. tyrese Haliburton hatte seine warum-auch-immer-Zurückhaltung des ersten Spiels abgelegt, kam auf 22 Punkte und verwandelte 5 Dreier. Insgesamt regnete es Punkte auf beiden Seiten (73:63 für Indiana.
Und dann kam Jalen Brunson zurück, den ein schmerzender linker Fuß im gesamten 2. Viertel zum Pausieren gezwungen war, was den Knicks offensichtlich nicht gut tat. Für ihn sprang immerhin OJ Anonoby ein, der mit seinen 22 Punkten den Rückstand noch in erträglichen Grenzen hielt. Brunson übernahm sofort das Kommando, war absolut von der eh anfälligen Abwehr ncht zu stoppen. Zwar musste im 3. Viertel Amunoby verletzt raus, aber diesen Ausfall kompensierten die Knicks. Brunson schaffte ja nicht nur 24 Punkte in der 2. Hälfte, er ist der von allen geachteten (Knicks bzw gefürchtete (Pacers) Führungsspieler. Allein seine Anwesenheit versetzt Leistungsgrenzen.

Mann des Tages
Jalen Brunson, OJ Amunoby oder doch Josh Hart. Der spielte diue kompletten 48 Minuten durch und sammelte starke 19 Punkte sowie 15 Rebounds.Aber das ganze Team und das grandiose Publikum im Garden hatten ihren Anteil.

🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Isaiah Hartenstein war einer der Felsen in der Brandung. Weil sein Ersatz Mitchell Robinson verletzungsbedingt fehlte (und wahrscheinlich die Saison, aber auf jeden Fall in dieser Serie, auch nicht mehr zurückkehrt), musste er Extraschichten schieben. 39:03 Minuten stand er auf dem Parkett für einen schwergewichtigen Riesen enorm viel. Doch er warf sich unverdrossen ins Getümmel, legte 14 Punkte, 12 Rebounds und 8 Assists auf. Hartensteins starke Vorstellungen gerade jetzt in den Play-offs sind ein perfektes Bewerbungsschreiben fürs deutsche Olympiateam. Weltmeister hin oder her, an ihm gibt es für Bundestrainer Gordie Herbert kein Vorbeikommen. Er nimmt zwar keine Dreier (was sich sogar bis Indiana herumgesprochen hat, so einsam ließ man ihn fern vom Korb gewähren), doch diesen Makel macht er unter anderem mit Kampfgeist, seiner Übersicht und Nervenstärke (4 von 4 Freiwürfen) und diesmal auch Disziplin (nur 1 Foul) mehr als wett. Auch ein Weltmeisterteam kann und muss man verbessern.

Stark trotz der Niederlage
Tyrese Haliburton ließ zwar in der 2. Halbzeit nach, doch 34 Punkte und 9 Assists sind schon ein Pfund. Deutliche Schwächen allerdings in der Defensive, die Pacers-Krankheit.

X-Faktor
Donte DiVecenzo. Ich mag ihn einfach, diesen italo-amerikanischen Scharfschützen. Nicht zuletzt seine wichtigen Dreier im 2. Durchgang (4 von 7/20 Punkte) und sein nimmermüder Einsatz brachten die Knicks zurück

Ausblick
Mit 2:0 Siegen im Rücken fahren die Knicks nach Indiana. Doch die Veletztenliste ist langsam besorgniserregend. Julian Randle, Bojan Bogdanovic und Mitchell Robinson fallen sicher aus, hinter OJ Amunoby steht erst mal ein dickes Fragezeichen, und dann muss man sehen, wie Jalen Brunson seinen Parforceritt überstanden hat. Aber vielleicht springen dann fast notgedrungen Spieler ein, die bisher kein Faktor waren

Ansetzungen heute

01:00: Boston Celtics – Cleveland Cavaliers (1:0)
03:30: Oklahoma City Thunder – Dallas Mavericks (1:0)

DAZN schweigt heute, aber TNT über den League Pass ist eh viel besser.