von Münchner Löwe | Mai 21, 2024 | Wochenvorschau
Zwei Bayer-Endspiele
Nach der Meisterschaft kann Byer Leverkusen diese Woche zwei weitere Titel holen.
1. Die zumindest auf dem Papier ungleich schwerere Aufgabe steht am Mittwochabend in Dublin gegen Atalanta Bergamo an. Die Italiener haben sich gerade im Halbfinale sehr souverän gegen Olympique Marseille durchgesetzt. Gerade das Rückspiel zu Hause (3:0) bot Fußball vom Feinsten. Atalanta ist als Fünfter der Serie A sicher für die Champions League qualifiziert. Wenn ich das richtig sehe, würde bei einem Sieg auch der Sechste (Roma) in der Königsklasse landen. Für Bayer spricht natürlich die niederlagenlose Saison, wobei schon anzumerken sei, dass es gerade in der Europa League ab der K.o.-Phase manchmal äußerst eng war und auch das Glück half.
Atalanta ist seit ein paar Jahren mein italienischer Lieblingsclub. Damals, als sie unter anderem auch mit Robin Gosens die Liga aufmischten. Nach verhaltenem Start diese Saison sind sie jetzt richtig gut in Form. Trotzdem würde ich Bayer favorisieren, allerdings wäre eine Niederlage für mich jetzt keine absolute Sensation.
2. Viel einfacher scheint die Aufgabe am Samstag im Berliner Olympiastadion im Pokalendspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Mir fällt kein vernünftiger Grund ein, warum den Pfälzern ein Coup gelingen sollte, auch wenn mit Friedhelm Funkel ein Pokalfuchs auf der Bank sitzt. Der sich mit Überraschungen auskennt, war es doch Bayer Uerdingen unter seiner Führung, der 1985, dem ersten „Berliner“ Endspiel, die Bayern düpierte. Ein Sieg am Samstag wäre aber sehr viel überraschender, Pokal-Gesetze hin oder her.
Pokalfinale auch in Wembley
In London treffen die beiden Clubs aus Manchester aufeinander. City möchte das Double, United eine furchtbare Saison mit wenigstens einer Trophäe retten. Ein Pokaltriumph würde United außerdem doch noch in die nächstjährige Europa League spülen, die sie über die Liga verpasst haben.
Pogacars Show
Der Slowene radelt dem Trio-Sieg entgegen. Heute gelang ihm auf einer veränderten Begetappe (Schnee, Eis) der bereits fünft Etappensieg.
Paris wartet
Ab Sonntag spielen die Tennisfrauen und -Männer um die wichtigste Sandtrophäe des Jahres. Bei den Frauen läuft alles auf ein Duell Iga Swiatek gegen Aryna Sabalenka hinaus, die zuletzt in Madrid (Sabalenka) und Rom (Swiatek) jeweils das Endspiel bestritten. Je nach Auslosung kann Angie Kerber durchaus ins Achtel- oder Viertelfinale kommen. Sie steigert sich von Woche zu Woche nach ihrer Babypause. Alle anderen Deutschen werden glücklich über jeden einzelnen Sieg sein.
Bei den Männern sehe ich die Sache völlig offen, zumal reichlich unsicher ist, in welcher Form die zuletzt angeschlagenen Jannik Sinner und Carlos Alcaraz sind. Ein noch größeres Fragezeichen steht hinter Novak Djokovic. Findet er wirklich den Schalter zu alter Topform? – dann wäre er natürlich ein Titelkandidat.
In diese mögliche Lücke könnte Alexander Zverev stoßen, der gerade das Masters in Rom gewonnen hat und dabei durchaus einen guten Eidruck machte. Allerdings musste er die ganz großen Namen nicht aus dem Weg räumen, nichts für ungut ihr Chilenen.
Jan-Lennard Struff ist durchaus für Überraschungen gut nach einer sehr ansprechenen Sandplatzsaison und dem Turniersieg in München. Und dannist da noch Rafael Nadal, der König von Paris, der aller Wahrscheinlichkeit nach zum letzten Mal bei den French Open aufschlägt. Mir fehlt aber doch die fantasie, wie er dieses Turnier zum 15. Mal gewinnen will. Den letzten Auftritt wird er dann im Sommer bei Olympia im Stadion Roland Garros haben, mit dann deutlich besseren Chancen
K.o-Phase der Eishockey-WM
Nach den letzten Vorrundenspielen gibt es von Donnerstag bis Sonntag Viertelfinale, Halbfinale und Finale in Prag und Ostrau. Den besten Eindruck machte bisher Schweden, noch ohne jeden Verlustpunkt. Im Viertelfinale gegen Finnland gelten dann aber wieder die eigenen skandinavischen Gesetze. Deutschland hat mit 5 klaren Siegen und 2 klaren Niederlagen das Viertelfinale erreicht. Dort trifft man auf die Schweiz oder Tschechien.
Und sonst
– NHL und NBA beginnen die Conference Finals (ausführliche Begleitung und auch Vorschau ab morgen in gesonderten Texten). Aber schon heute Nacht NBA mit Boston Celtics gegen Indiana Pacers
– Champions League der Frauen am Samstag FC Barcelona gegen Olympique Lyon in Bilbao
– Final Four der Euroleague im Basketball in Berlin. Am Freitag Panathinaikos – Fenerbahce (18.00) und FC Barcelona – Olympiakos (21.00). Fulminante Stimmung in der Arena am Ostbahnhof garantiert, zu sehen auch bei Magenta.
– Premier League im Darts Final Four in London, Halbfinale: Luke Littler – Michael Smith, Luke Humphries – Michael van Gerwen
von Münchner Löwe | Mai 21, 2024 | Allgemein, basketball, bundesliga, Eishockey, Radsport, Tennis
Viele Fußball-Entscheidungensind , ein umstrittenes EM-Aufgebot, ein starker Zverev, ein noch stärkerer Pogacar und rührseliger Abschied in Anfield.
City Meister, Sturm auch
Die Spannung in England hielt sich doch in argen Grenzen nach dem Sieg von Manchester City während der Woche bei den Tottenham Hotspur. Das Heimspiel gegen West Ham United war dann eher eine Pflichtüubung, die City mit 3:1 souverän bewältigte. Zum 4. Mal hinterander sind die Skyblues damit Meister, das hat in England noch niemand geschafft.
Eine Meisterserie endete dagegen in Österreich. Nach 10 Titeln in Folge musste Red Bull Salzburg diesmal Sturm Graz den Vortritt lassen. Das letzte Spiel wurde für Sturm zur Nervenprobe, denn lange stand es gegen denAustria Klagenfurt nur 0:0, was zu wenig gewesen wäre. Doch zwei Tore Tote von wüthrich nach einem Corner und Camara (jeweils der erste Saisontreffer) beseitigten die Sorgen, dass es Sturm so erginge wie der BVB im vergangenen Jahr. Grenzenloser Jubel und das sichere CL-Ticket. Salzburg half auch das 7:1 gegen den LASK nichts mehr. Sie müssen in der CL in die Qualfikation (ab 3. Runde).
Kölner Wunder blieb aus
Gleich mit 1:4 verlor der FC nach einer mehr als bescheidenen Leistung beim Aufsteiger 1. FC Heidenheim und muss in die 2. Liga. Dramatisch ging es im Fernduell gegen Platz 16 zu. Mainz schaffte einen letztlich souveränen 3:1-Erfolg und überholte sogar noch Gladbach. Union vermied die Relegation mit einem 2:1 gegen Freiburg. Der Siegtreffer fiel in der Nachspielzeit durch einen Elfer im Nachschuss. Platz 16 geht damit an den VfL Bochum, der auf Fortuna Düsseldorf trifft. Allerdings ohne Stammtorwart Riemann, der wegen ungebührlichen Verhaltens dsuspendiert wurde.
Auf Wiedersehen, Hansa
Die Rostocker verloren zu Hause gegen Paderborn und verblieben auf Platz 17. Ein paar Chaoten warfen mit Feuerwerkskörpern und sorgten für eine Spielunterbrechung. Diese Idioten wird niemand in der 2. Liga vermissen
Und sonst
– Preussen Münster steigt direkt in die 2. Liga auf, Regensburg spielt Relegation gegen Wehen-Wiesbaden
– Energie Cottbus steigt als Meister der Regionalliga Nordost in die 3. Liga auf. Da freue ich mich schon ein bisschen, denn diesen Club habe ich während seiner Zeit in der 1. und 2. Liga als MOZ-Redakteur betreut.
Kader steht, Fragen bleiben
Tröpfchenweise haben mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten die nominierten Spieler für den deutschen EM-Kader bekannt gegeben. Eine nette Spielerei, nicht mehr, nicht weniger.
Viel wichtiger ist der Kader selbst: Es gibt wohl keinen Fußball-Fan, der vor einem Großereignis hundertprozentig mit den auserwählten Spielern konform geht. Diesmal blieben die ganz großen Überraschungen Aus. Die Diskussion entzündete sich hauptsächlich, ob es richtig ist, dass Julian Nagelsmann auf Mats Hummels und auch Leon Goretzka verzichtet. Ich hätte Hummels auf alle Fälle mitgenommen. Er ist auf jeden Fall formstärker als die berücksichtigten Nico Schlotterbeck und vor allem Robin Koch. Außerdem hat er Turniererfahrung und hat gerade in nervenaufreibenden Champions-League-Spielen gezeigt, dass eer vor allem in heiklen Phasen kühlen Kopf bewahrt. Und er ist noch torgefährlich. Nagelsmanns Begründung, Hummels sei schlechter für die Teamchemie und nicht so gut zu integrieren, wenn er nicht von Beginn an spielt, ist durch nichts belegt. Der Bundestrainer hat sich damit freiwillig eines echten Abwehrtrumpfes beraubt. Gerade wenn es gilt, einen Vorsprung über die Zeit zu retten, ist Hummels mit seiner Erfahrung, Zweikampf- und Kopfballstärke geradezu prädestiniert.
Und wenn jetzt ins Feld geführt wird, dass die jüngeren Turnier-Erfahrung sammeln für die WM 26, dann halte ich das, entschuldigung, für echten Blödsinn. Diese Heim-EM ist viel zu wertvoll und wichtig für den deutschen Fußball, um hier Vesuchballons im Hinblick auf später zu starten. Ich wünsche Tah und Rüdiger alles Gute und vor allem Gesundheit.
All das, vielleicht nicht ganz so zwingend, gilt auch für Goretzka.
Und damit komme ich zu einem Spieler, den ich auch sehr gerne dabei gesehen hätte. Torwart Stefan Ortega. Ich glaube, es ist nicht vermessen zu behaupten, dass er wesentlichen Anteil am Titel von Manchester City hat mit Glanzleistungen am Dienstag gegen Tottenham und zuvor in den Titelspielen gegen Arsenal und Liverpool. Und vor allem: Er ist der ideale Ersatztorwart, ist sofort zur Stelle, wenn er eingewechselt wird. Und angesichts der Leistungen des in Deutschland ach so unantastbaren Manuel Neuer, muss einem eh Angst und Bange werden. Schaut das Heidenheim-Spiel, wenn ihr euch gruseln wollt über eine Torhüterleistung.
Großer Abschied für Klopp
näheres hier
https://blickueberdenteich.de/juergen-klopp-so-geht-abschied/
Zverevs Statement
Der Hamburger gewann das Turnier in Rom und damit sein erstes Masters seit der Zwangspause aufgrund seines Bänderisses vor zwei Jahren in Paris. Er zeigte durchweg solides bis überdurchschnittliches Sandplatztennis. Natürlich hat er auch profitiert, dass Sinner und Alcaraz nicht dabei waren und Djokovic früh die Segel streichen ließ, aber diese Chance nutzte er in beeindruckender Weise. In dieser Form ist er für mich Mitv+favorit für die French Open ab Sonntag.
Bei den Frauen gewann Iga Swiatek und revanchierte sich im Finale am Samstag für die Niederlage gegen Aryna Sabalenka zwei Wochen zuvor in Madrid. Diese zwei stehen auf Sand über allen anderen oder können Lena Rybakina und Coco Gauff noch mal eingreifen?
Solo Pogacar
Dass der Slowene den Giro gewinnen würde, war für fast alle Experten klar. Die Art und Weise wie er das Feld dominiert, beeindruckte mich dann doch sehr. Auf schwierigen Bergetappen spielt er sich gerade mit der Konkurrenz, sein Team hat das Feld jederzeit unter Kontrolle, und auch im Zeitfahren wird ihm höchstens der ausgemachte Spezialist Ganna gefährlich, der aber für die Gesamtwertung keine Rolle spielt. 4 Etappensiege hat er schon eingefahren, und wenn er wirklich will, werden es in dieser Woche in den Bergen noch mehr.
Souverän im Viertelfinale
Nach den beiden klaren Niederlagen des deutschen Teams zu Beginn der Eishockey-WM gegen USA und Schweden durfte man sich leichte Sorgen machen. Unbegründet, denn zumindest das Vietelfinale hat das Team danach durch klare Siege eindrucksvoll geschafft. Der Gegner dort steht noch nicht fest, Schweiz oder Tschechien, das ist die Frage, die erst heute Abend geklärt ist.
Für das bisher so fulminante österreichische Team hat sich das Viertelfinale dagegen durch das 2:4 gegen Absteiger Großbritannien erledigt. Der Sieg in buchstäblich letzter Sekunde und die Aufholjagd gegen Kanada zum 6:6 nach 1:6 werden als absolute Höhepunkte des österreichischen Eishockeys in erinnerung bleiben.
Und sonst
– begannen die Basketball-Play-offs mit Überraschungen. Vor allem die Heimniederlage des FC Bayern gegen Ludwigsburg kam unerwartet, konnte aber am Montag repariert werden. Allein Alba Berlin hat zwei Heimsiege auf dem Konto. Ab heute geht es in die dritten Spiele
– zu NBA und NHL verweise ich auf meine Blicke über den Teich: Hier nur soviel: Die Conference Finals stehen ab sofort auf dem Programm. Dallas ist die einzige Stadt, die noch in NBA und NHL dabei ist. Die Titelverteidiger Las Vegas (NHL) und Denver (NBA) sind raus.
– Max Verstappen hat mal wieder gewonnen. Doch Mc Laren ist seinem Red Bull ziemlich auf die Pelle gerückt. Könnte man vielleicht ein Auge drauf werfen zumal jetzt Monte Carlo ansteht
– Xander Schauffele der erste Major Sieg im Golf bei den PGA Championships. Er siegte mit einem Schlag Vorsprung auf Bryson DeChambeau. Vor 3 Jahren gab es ernsthafte überlegungen, ob der deutschstämmige Profi nicht fürs deutsche Olympia-Team antreten könnte. Die Idee hat sich dann zerschlagen, schade eigentlich.
von Münchner Löwe | Mai 21, 2024 | Eishockey, NHL
Blick über den Teich, NHL
Vancouver Canucks – EDMONTON OILERS 2:3 (3:4)
Die Edmonton Oilers mit Leon Draisaitl stehen im Conference Final des Westens. In Spiel 7 gewannen sie bei den Vancouver Canucks mit 3:2 und treffen nun auf die Dallas Stars
Zunächst verzweifelten die klar überlegenen Oilers schier am überragend haltenden Arturs Silovs. Der Rookie, eigentlich nur Ersatzmann war im ersten Drittel unüberwindlich, wehrte alle 13 Schüsse ab. Im zweiten Drittel netzten die Oilers dreimal ein und alles schien gelaufen. Doch nah zwei Toren der Canucks im Schlussabschnitt wurde es für viereinhalb Minuten noch mal eng, doch die Oilers brachten den Sieg über die Zeit.
Draisaitl Watch
Der Kölner schaffte einen Assist. Dagegen ging Conor McDavid völlig leer aus. Gut zu wissen für die Oilers, dass sie nicht allein von den beiden abhängig sind. Immerhin führt Draisaitls mit 24 Scorerpunkten vor den Mannschaftskollegen McDavid, Evan Bouchard und Ryan Nugent-Hopkins an
Ausblick
Zum zweiten Mal steht Leon Draisaitl mit den Oilers im Finale der Western Conference. Die Chancen gegen die Stars sehe ich 50 zu 50. Die Oilers haben gezeigt, dass sie ein Spiel 7 auch auswärts gewinnen können, und Dallas ist auch keine Heimbastion (in 7 Spielen vier Heimhiederlagen. Auswärts dagegen sehr stark (in 6 Spielen nur eine Niederlage).
Ansetzungen
Do., 02:00: New York Rangers – Florida Panthers (0:0) Korrigiert dank Uwe
Fr., 02:00: Dallas Stars -Edmonton Oilers (0:0
von Münchner Löwe | Mai 20, 2024 | Fußball
Als im Januar Jürgen Klopp bekanntgab, er wolle Ende der Saisonals Trainer beim FC Livepool aufhören, weil er keine Kraft mehr haben, war die Trauer bei den Reds groß, man konnte es sich nicht vorstellen. Immerhin: Alle hatten Zeit genug, sich auf den Abschied vorzubereiten und alle Beteiligten (nicht zuletzt Klopp selbst) haben diese Zeit bestens genutzt: Es waren großartige Momente an der legendären Anfield Road.
Gestern war es also soweit, das letzte Spiel der Reds unter Klopps Ägide. Es ging um nichts mehr, und das war auch gut so, auch wenn Pool gerne noch im Meisterschaftsrennen gewesen wäre oder den Titel gar gewonnen hätte. So geriet die Partie zur Nebensache, weil auch Gegner Wolverhampton Wanderers den erstrebten Klassenerhalt längt gesichert hatte. Kein bangender Blick zu anderen Spielständen, alle konnten auf den Abschied konzentrieren. Unzählige Plakate teils sogar in Schwarz-Rot-gold waren zu sehen. „Thank you, Boss“ stand drauf oder „Thank You Jürgen“, sogar mit den für Angelsachsen untypischen Punkten überm „U“. Und sie sangen die Lieder für ihren Jürgen, vor allem immer wieder das Jürgen-Klopp-Lied nach der Beatles-Melodie „I Feel Fine“.
„Jürgen said to me, you know / We win the Premier League, you know / He said so / I’m in love with him and I feel fine / I’m so glad that Jürgen is a Red / I’m so glad he delivered what he said“.
Eine Liebeserklärung der Fans, des Clubs, ja der ganzen Stadt, die Klopp seit Oktober 2015 im Sturm erobert hat. Lassen wir die Versprengten, die zum Lokalrivalen FC Everton halten, gnädig außen vor.
Sogar das Wetter außergewöhnlich schön mit strahlendem Sonnenschein, als wolle sich Petrus persönlich für die oft so grauen sturmgepeitschten Tage am Merseyside entschuldigen. Nach dem Schlusspfiff (für Statistiker 2:0 für Liverpool) eilte Klopp nach ersten Gratulationen und Umarmungen erst mal in die Katakomben; um sich zu sammeln, zu begreifen, was da alles auf ihn einprasselt. Ich musste an Dirk Nowitzki nach dem NBA-Triumph für Dallas 2011 denken.
Und dann wurden alle einzeln vomn Club herausgeholt, die den Verein verlassen. Erst die Spieler, der begnadete Thiago, leider so oft verletzt, Joel Matip, den Klopp 2016 zu den Reds geholt wurde und sich dort zu einem Klasse-Verteidiger entwickelt hat. Es folgte der gesamte Trainerstab, der ja geschlossen mit Klopp den Club verlassen wird.
Und dann der Meister selbst. Über das ganze Gesicht strahlend, die markanten Zähne zeigend. Ein rundum glücklicher Mann. Und er reagierte wie so oft groß, lobpreiste das Team, die Zeit, die Stadt, den Brexit (äh nein!). Und auch wenn er jetzt geht, er wird nicht nur sprichwörtlich weiter einen Koffer in Liverpool haben. Dort wo er zu den ganz großen Legenden aufgestiegen ist, zu den immer noch heiß geliebten und verehrten Bill Shankley und Bob Paisley.
Doch sein Leben geht ja weiter, erst mal mit einer längeren Pause, die er mit seiner Frau Ulla zu verbringen gedenkt und vielleicht tatsächlich mit seligem Nichtstun. Doch mit seinen 56 Jahren und vor allem seinem Tateendrang ist er zu jung für den endgültigen Ruhestand, und da stellt sich mir ernsthaft die Frage, welchen Verein er nach diesen Gefühl-Overkill noch trainieren will. In England? Undenkbar. In Deutschland? Nach Borussia Dortmund, wo er ja (fast?) genauso verehrt wird. Klar, der FC Bayern wäre eine Option, aber ich kann es mir einfach nicht vorstellen. Nicht der Dortmunder Erzrivale, nicht der großkopferte Mia-san.mia-Verein. Nicht jetzt und auch nicht in einem Jahr oder später.
Also Spanien oder Italien. Der Barcelona, das wäre schon reizvoll, das mit der Sprache würde schon hinhauen, aber irgendwie passen diese Super-Großclubs wie Barca, Real, Milan und Juve nicht zu Kloppo. Am ehesten noch Inter.
Oder zwei verwegene Ideen: Athletic Bilbao, enorm viel Tradition und Begeisterung, der immer noch nur baskische Spieler zulässt, aber eben auch nicht-baskische Trainer wie einst Jupp Heynckes, der dort zum Spitzencoach reifte. Aber halt doch recht weit von der absoluten Spitze. Und dann wäre da noch der HSV. Der ja Ende der Nuller-Jahre schon drauf und dran war, ihn als Trainer zu verpflichten und nicht verstummenden Gerüchten nach vor allem deshalb drauf verzichtete, weil ihnen Kloppos Fünf-Tagesbart und die zerrissenen Jeans nicht gefielen. Darüber würden sogar die edlen HSVer heute großzügig hinwegsehen, aber auch nur vielleicht.
Jetzt muss Klopp erst mal diese unfassbare kollektive Liebesbezeugung verarbeiten, nicht abheben (er neigt ja zur Besserwisserei). Und dann wird er schon wieder irgendwo auftauchen, vielleicht als Sportdirektor, wieder Fernse-Experte, aber wahrscheinlich da, wo ihn jetzt keiner vermutet.
von Münchner Löwe | Mai 20, 2024 | basketball, NBA
Blick über den Teich
Ganz kurz NHL: Heute Spiel 7 zwischen Vancouver Canucks und Edmonton Oilers. Die Dallas Stars warten. Und in eigener Sache: Den Wochenrückblick schaffe ich erst morgen. Heute versuche ich mich noch am unfassbar emotionalen Kloppo-Abschied auf Anfield.
NBA
Zweimal Spiel 7 am Sonntagabend/Nacht, zweimal siegte das Auswärtsteam. Gerade der Erfolg der Timberwolves bei deim Titelverteidiger Denver Nuggets war schon ein Meisterstück, auch wenn es zum tatsächlichen Titel noch ein langer Weg wird.
New York Knicks – INDIANA PACERS* 109:130 (3:4)
Die Knicks warfen noch mal alles herein im heimischen brodelnden Madison Square Garden, boten sogar den angeschlagenen OJ Amunoby auf. Und tatsächlich gestalteten sie die Anfangsphase relativ ausgeglichen. Aber schnell war klar: Sie waren mit der Kraft am Ende, konnten nicht mehr so physisch verteidigen. Und die Pacers? Nutzten die kleinen Freirräume gnadenlos aus mit einer unglaublichen Wurfeffizienz. 77 Prozent trafen das Ziel, davon 7 von 9 Dreiern. Es ist nur dem unglaublichem Kampfgeist der Knicks geschuldet, dass es nach 12 Minuten „nur“ 27:39 stand. Im zweiten Viertel dasselbe Bild. Die Pacers trafen und trafen ihre Versuche, verzichteten gnädigerweise aufs Dreierwerfen, die Knicks (inzwischen wieder ohne Amunoby) wehrten sich. Namentlich durch Alec Burks, die Knicks-Entdeckung der Serie, der 12 Minuten durchspielte und 14 Punkte sammelte. Doch gerade ein Jalen Brunson tat sich unheimlich schwer Würfe zu erarbeiten.
Mit 17 Punkten Defizit gingen die Knicks in den Schlussabschnitt, und den mussten sie ohne ihren Superstar Brunson bestreiten, der einen Handbruch erlitt. Passte zum Verletzungsdrama. Die Aufholjagd musste also ausbleiben. Am Ende hatten die Statistiker noch was zu feiern. Mit einer Trefferquote von 67,1 Prozent stellten die Pacers einen Rekord für dieses Jahrhundert in einem 7. Spiel aus. Ein Mix aus unglaublicher Treffsicherheit, aber auch nicht mehr so hartnäckiger Verteidgung.
Mann des Tages
Tyrese Haliburton: Der Spielmacher begann brillant verwertete 4 von 5 Dreiern und brachte die Pacers schnell auf die Siegesstraße. Am Ende kam er auf 26 Punkte und 6 Assists.
Stark trotz der Niederlage
Donte DiVicenzo: Was für eine Partie des Italo-Amerikaners. Sein Dreier funktionierte von Beginn an (am Ende großartige 9 von 15). Lange weigerte er sich aufzugeben, die 39 Punkte sind Play-off-Rekord für ihn. Eine Minute vor Schluss verließ er vorzeitig das Feld: Das Publikum erhob sich und huldigte eine phänomenale Leistung, die leider wegen des mangelnden Suports seitens des Teams ohne Belohnung blieb.
x-Faktor
Trefferquote der Pacers: Während der gesamten Partie auf unglaublichem Niveau: Aufgedröselt nach Vierteln: 76,2/76,5/59,1/57,9 (also ein dramatischer Niedergang in der 2. Halbzeit …)
🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Isaiah Hartenstein war von Beginn an anzumerken, dass er mit den Kräften relativ am Ende war. Nicht so spritzig bei den Rebounds, und schon der erste Wurf viel zu kurz aus guter Position ließ Schlimmes vermuten. Am Ende blieb er ohne Punkt, immerhin schnappte er doch 8 Rebound (ein guter Wert angesichts der Tatsache, dass es nicht viel zu rebounden gab am defensiven Brett.
Hartenstein hat eine formidable Saison gespielt und erst recht formidable Play-offs. Meines Erachtens wäre es schon Luxus vom deutschen Bundestrainer Gordie Herbert, ihn nicht für Olympia zu nominieren oder es wenigstens ernsthaft zu versuchen.
Analyse
Was wäre wenn (what if): Lieblingsbeschäftigung der Spekulanten, Mutmaßer. Doch hier komme ich nicht dran vorbei. Was wäre, wenn das Verletzungspech bei den Knicks nicht so furchtbar zugeschlagen hätte. Vier Spieler (Randall, Amunoby, Bogdanovic, Robinson) der ersten Acht fehlten teilweise oder ganz: Es fehlte also nicht nur deren Input, sondern hatte auch zur Folge, dass sich der Rest aufrieb und das übrigens in beeindruckender Art und Weise tat.
Die Pacers waren nicht immer souverän, aber sie haben eben mit Pascal Siakam und Tyrese Haliburton, die jederzeit den Unterschied ausmachen können. Im Conference Finale sind sie gegen die Boston Celtics dennoch klarer Außenseiter.
Und der Verlierer?
Muss jetzt im Wortsinn die Wunden pflegen. Doch am Ende wird die Zufriedenheit vorherrschen, mit ihren Ausfällen überhaupt so weit gekommen zu sein. Und der sonst so kritische Garden hat das mehr als wohlwollend registriert. Und mit Brunson haben sie ihren Franchise-Spieler für die nächsten Jahre gefunden.
Denver Nuggets – MINNESOTA TIMBERWOLVES* 90:98 (3:4)
Die Partie begann unserer Zeit nach kurz nach 2 Uhr nachts (netterweise vor einem Feiertag), und dennoch werden viele nach der ersten Halbzeit ihrem Schlafbedürfnis nachgekommen haben (Schlaumeier wie ich haben von vornherein auf relive heute Morgen gesetzt). Es war doch alles entschieden. Wie erwartet waren die jungen Wölfe dem Anlass nicht gewachsen. Ihre Würfe trafen nicht das Ziel (4 von 16 Dreier), die Abwehr ließ sich ausspielen. Der Titelverteidiger mit dem großartigen Nicola Jokic spielte dagen souverän, und ein Jamal Murray geigte auf wie noch nie in dieser Serie, sammelte 24 Punkte. Zur Pause konnten die Wolves froh sein, nur mit 15 Punkten im Rückstand zu sein, aber auch diese Differenz hat noch nie in der NBA-Geschichte ein Team in einen Sieg ummünzen können.
Tja und dann: Wuchs der Abstand erst mal auf 20, doch dann begannen die Wolfves zu knabbern, reduzierten den Rückstand nach und nach. Nicht mehr zweistellig, nur noch 6 Punkte, nur noch 1 Ballbesitz. Die Abwehr wurde zum Bollwerk, gegen das die Nuggets kein Mittel mehr fanden. Und so war die Partie Ende des 3. Viertels plätzlich auf Augenhöhe – und das, obwohl der Dreier bei Minnesota immer noch kaum fallen wollte (4 von 12).
Im vierten Viertel hatten die Nuggets dann nichts mehr zu melden, vielleicht auch, weil die Refs wieder mehr in der Verteidigung zuließen. Als Rudy Gobert mit einem Wurf aus der Drehung aus einiger Entfernung traf (das ist wirklich nicht das Ding des französischen Hönen), war die Partie entschieden. Die furchtbare Dreierquote der Nuggets in Durchgang 2 (4/21) half nicht gerade weiter.
Mann des Tages
Chris Finch: Der Wolves-Chefcoach muss großartige Worte gefunden in der Halbzeit gefunden haben und hat die Stellschrauben gerade in der Abwehr genau richtig neu justiert.Das gesamte Team war ausgeglichen und im 2. Durchgang richtig gut, außer bei den Dreiern (10/34)
Stark trotz der Niederlage
Jamal Murray: Mit Abstand sein bester Auftritt in der gesamten Post Season, in der ihn allerlei Wehwehchen plagten. Hauptverantwortlich mit 24 Punkten für den großen Vorsprung der Nuggets in der 1. Halbzeit. Dieses Niveau konnte er allerdings nicht halten, weil er wie alle auf ddem Parkett den Dreier nicht traf.
x-Faktor
Mike Conley: der so wichtige spiritus rector der Wolves. Seine Erfahrung (36 Jahre) war genauso hilfreich wie sein fehlerloser Ballvortrag (kein Turnover).
Analyse der Serie
Für mich war es die vorweggenommene Finalserie, vor allem im Westen. Die Wolves waren letztlich das vielseitigere Team und als einziges können sie Nikola Jokic wenigstens eein bisschen einbremsen mit Gobert und Towns. Ich sehe sie relativ klar favorisiert gegen die Dallas Mavericks.
Und der Verlierer
Hatten zumindest in der Theorie ein meisterschaftswürdiges Team, aber eben nur, wenn Jokic und Murray nicht Zuzweit-Unterhalter sind. Spiel 7 muss in Denver schwer zu denken geben. Jokic/Murray erzielten insgesamt 69 Punkte, der gesamte Rest nur 21. Noch schlimmer sah es bei den Bankspielern aus. Nur Christian Braun erzielte überhaupt Punkte (5), insgesamt gab Trainer Mike Maloney den Bankspielern nur 34 Minuten Einsatzzeit (Wolves 43), die insgesamt nur 4 Wurfversuche wagten. Deswegen hatten Jokic, Murray und Aaron Gordon 42+ Minuten auf dem Buckel.
Ansetzungen:
Die Conference-Finals stehen. In der Nacht zu Mittwoch beginnen die Celtics gegen die Pacers, einen Tag danach die Timberwolves gegen die Mavericks. Danach abwechselnd im Tagesrhythmus um 2 oder halb drei Uhr unserer Zeit. DAZN ist Euer Dauerfreund oder doch Original beim League Pass?
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