Das wird monympia, Samstag

Der zweite Olympia-Samstag ist traditionell der vielseitigste. Wo man hinschaut, Entscheidungen, insgesamt 29, wenn ich mich nicht verzählt habe. Und manche Sportart wird sich nach der 1. Woche schon verabschieden. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Abendsessions in de Leichtathletik und Schwimmen durchgehend interssant sind.

Pflichtprogramm
16.20: Turnen, Frauen, Sprung Finale. Simone-Biles-Watching und staunen ist angesagt. Bringt sie ihre zwei Sprünge durch, ist sie nicht zu schlagen.
21.20: LA, 100 m Frauen. Wer wird die Sdchnellste der Welt. Die US Girls um Shar´ri Richardson würde ich gegen die Jamaikanerinnen favorisieren.Es wäre ein Wunder, wenn sich Gina Lückenkemper für den Endlauf qualifizieren könnte. Auch der Zehnkampf mit dem abschließenden 1500-Meter-Lauf ist ein Muss. Hier hat Leo Neugebauer nach weinem vortrefflichen ersten Tag gute Chancen mindestens auf eine Medaille. Andererseits hat er noch nie ein Championat gewonnen, Bei der WM im vergangenen Jahr warf er am Ende ziemlich die Nerven weg, war viel zu angespannt und verpasste gar eine Medaille.
21.58: Schwimmen, Mixed Staffel Lagen. Je zwei Frauen und Männer. Jedes Land kann aussuchen, wer welche Lage schwimmt, es treten also Männer und Frauen auf einer Strecke gegeneinander an. Und eine Besonderheit. Die Chinesen vertrauen in der Freistilstrecke auf Weltrekordler Pan Zhanle, der wahrscheinlich gegen 7 Frauen einen gewaltigen Rückstand aufholen muss. Das macht den Reiz aus, auch wenn es etwas unübersichtlich ist. Ansonsten wahrscheinlich die üblichen Verdächtigen USA und Australien vorn.
22/23.12: Surfen, Finale Männer und Frauen. Tahiti wartet hoffentlich mit Monsterwellen. Spektakulär. Wer dann gewinnt ist mir ziemlich egal.

Wird sicher spannend
09.42: Rudern, Männer Einzel. Der Deutsche Oliver Zeidler ist haushoher Favorit. Ansonsten auch die Entscheidungen im Frauen, Einer und in beiden Achtern.
11.00: Rad, Straße Männer.Es geht über 272 km rund um Paris. Das Ganze dürfte also rund sechseinhalb Stunden brauchen.16.00: Judo, MixStraße Männered Finale. Der Schlussakkord in dieser Sportart. Der Mannschaftswettbewerbist auch im Judo immer etwas Spezielles

Appetizer
16.40: Kanuslalom, Cross Einzel, 1. Runde: Nach dem eher müden Qualifikations-Einzel am Fraitag starten heue wie im Ski und Snowboard 4 Männer/Frauen gleichzeitig. Mal sehen, ob die auch wie in der Quali eine Kenterrolle einbauen müssen. Kenterrolle? So eine Unterwasserrolle mittlerweile, die hier bekannte Eskimorolle ist nicht mehr politisch korrekt, weil die Inuit das angeblich gar nicht machen. Meine Fresse.

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16.00: Die deutschen Frauen treffen im Viertelfinale auf Kanada. Sicher kein Glückslos, denn die Kanadier sind noch ungeschlagen und nur deshalb wegen ihres Punktabzugs Zweiter in ihrer Gruppe geworden..
18.00: Die 3×3-Basketballerinnen haben gegen Spanien ihr letztes Gruppenspiel. Platz1oder 2 ist noch möglich, damit würde man sich ein Play-In-Spiel noch am selben Abend ersparen. Dieses allerdings haben sie schon mindestens erreicht.

Monympia tous les jours

Die sportliche Vielfalt, das macht Olympia aus. Und für mich persönlich: Dass ich bis zum Schluss nicht weiß, im Idealfall zumindest, ob mein auserkorener Favorit am Ende gewinnt oder nicht.

Japanische Dramen an der Platte

Nehmen wir das gestrige Tischtennis-Viertelfinale. „Meine“ Sportart, weil ich hier selbst wahrscheinlich am begabtesten bin. Früher am Fernsehen kaum zu verfolgen, heute eine der telegensten Sportarten überhaupt. Unglaubliche Ballwechsel. Und gestern zwei Japaner in den tragischen Hauptrollen. Zunächst Miu Hirano gegen die Yubin Shin. Ein nervenzerreißendes Auf und Ab über sieben prickelnde Sätze. Zwei Matchbälle hatte Mirano, zweimal vergab sie oder wehrte Shin gekonnt ab – je nach Sichtweise. Sie selbst nutzte ihre erste Möglichkeit. Danach weinten beide, die eine vor Glückselgikeit, die andere aus Enttäuschung. Wenig später traf Tonukazo Harimoto auf Zhendong Fan. Harimoto war ein Wunderkind, mischte schon als 13-Jähriger die Weltelite auf. Jetzt ist er 21, gesettled in der Weltelite, das schon, aber noch ohne die großen Titel, die ihm damals alle Experten en masse zugetraut hatten. Auch gegen Fan gab es ein begeisterndes 7-Sätze-Match, auch hier mit stetem Auf und Ab. Harimoto durfte beim Stand von 7:6 im 7. vom Sieg träumen, doch Fan rettete die chinsesische Ehre und gewann letztlich mit 11:7. Er verhinderte damit eine veritable Staatskrise, denn bei seinem Ausscheiden wäre die Tischtennis-Nation China ohne Männer-Medaille geblieben. Ein Trost für Japan: Mit Hina Hayata hat wenigstens eine Spielerin das Halbfinale erreicht.
Zwei junge Europäer sind ebenfalls noch im Medaillenrennen. Der erste 21-jährige Felix Lebrun , ein 21-jähriger Franzose, wie ein Philophiestudent aussehend mit seinem kurzen blonden Haar mit Nickelbrille. Er begeistert die Landsleute, die die Halle in ein Tollhaus verwandeln. Und da ist Truls Moredgard. Ein Schwede, der mit einem eckigen Schläger spielt als einziger der Weltelite. Herrlich (oder doch nervend?) aufbrausend. Episch jetzt schon die Szene, als er nach einem vergebenen Satzball wie ein ganz trotziges Kind wütend auf und ab sprang. Hat mich an meine eigenen Dramen an der heimischen Platte gegen Papa erinnert, seufz. Es könnte also ein französich-schwedisches Finale geben. Wie 1992 in Barcelona, als der große Jan-Ove Waldner auf Jean-Philippe Gatien traf. https://olympics.com/en/video/barcelona-1992-gold-medal-table-tennis-match

Unglaubliche Simone Biles

Die amerikanische Turnerin gewann den Mehrkampf, so weit, so erwartet. denn dass sie nach ihrem olympischen Nervenkollaps 2020 wieder in Topform ist, hat sie die Tage zuvor nachdrücklich gestätigt. Aber was sie am Boden ablieferte, ließ mich staunend und fassungslos zurück. Ja, der Untergrund federt, aber wie sie sich bei einem Schwung höchst in die Lüfte erhob wie ein stolzer Adler auf Beutejagd, dann Saltis und Schrauben noch und nöcher drehte (ich komm da beim Zählen nicht mehr mit), um dann fast wie festgemauert wieder zu landen, war mal wieder einer dieser olympischen Momente. Hier die Übungen. https://www.eurosport.de/kunstturnen/olympia-paris-2024/2024/olympia-2024-highlights-mehrkampf-gold-simone-biles-bleibt-gottin-des-kunstturnens-nur-rebeca-andrade-halt-mit_vid2200955/video.shtml

🇩🇪 🇦🇹 👓

– Die Basketballerinnen machen weiter extrem viel Spaß. In der regulären Version stehen sie bereits im Viertelfinale. Nach dem völlig überraschenden Sieg gegen Europameister Belgien gewannen sie auch gegen Japan, immerhin Silbermedaillengewinnerinnen 2020. Auch wenn diese nicht mehr so gut sind wie damals in Tokio -es war schon erstaunlich, wie abgezockt die deutschen Frauen sich den Sieg erarbeiteten. Grandios Satou Sabally, die allein in der 1. Hälfte 23 Punkte sammelte. Sie ist der Anker des deutschen Teams, Gott sei Dank hat sie ihre schwere Schulterverletzung, die sie im Qualifikationsturnier in Brasilien erlitt, offenbar bestens kuriert. Jetzt folgt noch ein (sportlich letztlich unbedeutendes) Zuckerl in der Vorrunde gegen die übermächtigen USA, bevor es im Viertelfinale ernst wird. Egal gegen wen es dort geht (die USA kommen ja nicht in Frage), ich sehe durchaus Gewinn-Chancen.
Genauso erstaunlich ist der Siegeszug des 3×3-Teams. Dieses steht nach dem Sieg heute Morgen gegen China bereits bei 4:1 Siegen. Im Achterfeld scheint ein Platz unter den besten 2 mehr als realistisch, das schon die direkte Halbfinal-Qualifikation bedeuten würde. Die Play-Ins dazu, also mindestens Platz 6, sind schon fix. Auch hier: Alles ist möglich. Heute Abend geht es noch gegen Gastgeber Frankreich, das wird ein Spektakel für sich am Place de la Concorde.

– Dass Sofia Polcanova das Tischtennis-Viertelfinale erreichte, ist ein Riesen-Erfolg, den niemand erwarten durfte. Die Österreicherin war die letzte europäische Vertreterin in der Runde der besten Acht. Dort allerdings erhielt sie von der Chinesin Meng Cheng beim 0:4 eine Lehrstunde, musste einen Satz gar mit 0:11 abgeben.

– Die Leiden des Sascha Z.: Der Hamburger Tennisprofi war in seinem Viertelfinale den Italiener Lorenzo Musetti körperlich sichtlich nicht auf der Höhe. Es war fast nicht anzusehen, wie er litt. Das erkannte offenbar auch die griechische Stuhlschiedsrichterin, die gnädig über seine längeri Pausen hinwegsah und ihn nicht wegen Zeitüberschreitungen verwarnte. Musetti ließ sich nicht beeindrucken. Der Italiener beendete die Partie mit einer seiner so wunderbaren anzusehenden einhändigen Rückhand. Jetzt darf er gegen Novak Djokovic ran. Der Serbe gewann gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas, obwohl auch er im 2. Satz wie einwandelnder Leichnam aussah. Er bekam eine Pille, offenbar eine mit Wunderwirkung, denn plötzlich rannte er wieder leicht wie ein lebhaftes Füllen umher. Für die haushohe Favoritin Iga Swiatek ist der Goldtraum dagegen passé. Im Halbfinale unterlag sie der Kerber-Bezwingerin Qinwen Zheng. Sensationell ebenfalls im Endspiel steht die Kroatin Donna Vekic, die eigentlich nach den French Open im Juni an hleicher Stelle ihre Karriere beenden wollte, aber es „ein letztes Mal“ noch mal probieren wollte. Jetzt hat die Kroatin mit dem starken Aufschlag Silber, Gold könnte es werden. Erinnerungen werden wach an das One-Hint-wonder Monica Puig 2016, die mit ihrem Endspielsieg gegen Angelique Kerber in Rio Gold holte.

 

 

 

Das wird monympia, Freitag

Jetzt beginnt nach den zwei Geh-Entscheidungen am Donnerstag die Leichtathletik „richtig“: Das Stade de France ist gerchtet für die Kernsportart Nummer 1. Das zweite Olympia-Wochenende ist traditionell pickepackevoll, weil neben der Leichtathletik auch die Schwimmer ihre letzten Entscheidungen haben und alle Ballsportarten dicht vor der K.-o.-Runde stehen. Ich konzentriere mich jetzt auf den Freitag.

Pflichtprogramm
10.00/13.30: Tischtennis, Halbfinale Frauen und Männer. Brillanter Sport ist garantiert. Ich als leidlich guter Tischtennisspieler bin immer wieder ungläubig, was die Herrschaften an der Platte so veranstalten.
14.03: Bogenschießen, Mixed, Viertelfinale bis Finale: Haushoher Favorit ist Südkorea. Sehr gut zum Runterkommen nach schnellem Tischtennis. Und doch extrem aufregend zu verfolgen.
20.43: Schwimmen, Männer, 200 Meter Lagen: Ich sage nur: Leon Marchand, der französische Überschwimmer. Schafft er sein 4. Gold und das gar mit Weltrekord?21.20: Leichtathletik, 10 000 Meter, Männer: Die erste Entscheidung im Stadion. Kenia vs Äthiopien, heißt es auf den Langstrecken, vielleicht mit restafrikanischer Konkurrenz. Wenn Europa überhaupt eine Rolle spielt, dann durch einen eingebürgerten Afrikaner.

Wird spannend
10.05: Die Leichtathletik beginnt mit einem echten Knaller. Zehnkampf der Männer. An zwei Tagen je 5 Disziplinen und wie immer beginnend mit dem 100-Meter-Läufen. Abgeschlossen wird er wie immer mit den 400 Metern, die Kotzstrecke (20.40). Mit Leo Neugebauer startet die neben Malaika Mihambo größte Goldhoffnung der Deutschen Leichtathletik.Spätestens der morgige Tag wird Pflichtprogramm
14.03: Segeln Windsurfen Frauen, Viertelfinale bis Finale. Alle Segelwettbewerbe finden vor Marseille statt. Ich habe bisher allerdings noch gar nichts gesehen.
15.00: Badminton, Finale Frauen und Männer. Wer noch nicht genug von schnellen Rückschlagspielen hat, kann sich am Badminton delektieren. Oder doch Pflichtprogramm? Mit dem Wiesen-Federball-Sgespiele hat das allerdings nichts zu tun. Die Bälle aus echten Gänsefedern erreichen Geschwindigkeiten von 400 km/h.
16.00: Judo, Entscheidung All Kategorie. Die letzte Einzelentscheidung mit dem französischen Doppelol.ympiasieger Teddy Riner, da ja mit Marie-Jose Perec das Feuer entfachte.
21.00: Fußball, Männer Viertelfinale, Frankreich gegen Argentinien. Die vom Namen her attraktivste Begegnung der Runde der besten Acht. Viel Zunder ist im Spiel: Revanche des WM-Finals 2022, wenn auch mit ganz anderen Protagonisten. Und Ärger der Franzosen, dass die Argentinier sie verspottet haben nach ihrem Copa-Triumph.

Appetizer
15.30: Kanuslalom, Cross Zeitfahren. Offenbar eine Qualifikation für die Wettbewerbe, wo es dann Mann gegen Mann (Frau vs Frau) geht. Wie es vonstatten geht? Ich lass mich überraschen.
21.00: Basketball Männer, Frankreich gegen Deutschland. Nur deshalb „nicht spannend“, weil beide Teams schon fix im Viertelfinale stehen. Aber die Franzosen haben trotz ihrer beiden Siege enttäuscht, brauchten gegen Japan mehr Glück als Verstand. aber allein, um den geschmeidigen 2,24-Meter-Mann Victor Wmbanyama entspannt zu genießen, lohnt sich das Einschalten. Gerne auch relive wg paralleler Entscheidungen.

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09.00: Volleyball Männer, Deutschland – Argentinien. das Team um Georg Grozer überzeugte bisher. Argentinier müsste ein schlagbarer Gegner sein

 

Monympia tous les jours

Erster Weltrekord – und so viel Schwimm-Mehr

Was für eine fantastische Abendsession am Mittwoch in der Schwimmhalle. 5 Entscheidungen, und alle hatten es in sich. Das Beste kam zum Schluss, nämlich der erste Weltrekord dieser Spiele. Der Chinese Pan Zhanle brauchte über 100 Meter Freistil nur 46,40 Sekunden und unterbot seine eigene Bestleistung um satte vier Zehntel. Er distanzierte die gesamte Konkurrenz um mehr als eine Sekunde – über 100 Meter eine Ewigkeit. Noch im Vorlauf hatte sich Pan Zhanle fast herausgebadet, als er nur um 5 Hundertstel am Ausscheiden vorbeischwamm. Die Diskussionen über ein langsames Becken dürften zumindest etwas verstummen.
Dennoch: (Nicht nur) mein Held des Abends war Leon Marchand. Der Franzose schaffte das noch nie da gewesene Doppelgold über  200 Meter Schmetterling/200 Meter Brust – und das binnen 90 Minuten.  Über die Schmetterlingstrecke besiegte er in einem faszinierenden Endspurt samt so noch selten gesehener letzter Wende den Weltrekordler Kristiof Milak. Der Ungar war völlig entgeistert und bedient ob des verlorenen Golds. Noch selten habe ich einen missmutigeren Silbermedaillengewinner gesehen. Am liebsten hätte er wie Fußballer nach einem verlorenen Finale die Medaille vom Hals gerissen und in die schmutzige Seine geworfen. Tat er dann doch nicht, aber das Siegerfoto zeigt einen zutiefst unglücklichen Mann. Marchand dagegeg genoss die Ehrung vor „seinem“ ihm zu Füßen liegenden sichtlich, brach sie ab, denn es standen ja noch die 200 Meter Brust auf seinem Programm. Und die gewann er souverän, und wenn er nicht die für Schwimmer mörderischen 200 Meter Schmetterling in seinem Körper gehabt hätte, wäre schon er zum Weltrekord geschwommen. Man beweise mir das Gegenteil. Egal was bei Olympia noch passiert, die Spiele haben ihren Helden schon gefunden.
Und die Frauen? Zwei Grand Dames triumphierten. Über 100 Meter die schier ewige Schwedin Sarah Sjöström, Weltrekordhalterin über diese Strecke, und schon 2016 in Rio Siegerin. Ihre Erfolgsbilanz bei Großereignissen ist atemberaubend: zweimal Gold bei Olympia, 14 WM-Titel auf der Langbahn und 6 WM-Titel auf der Kurzbahn. 17-mal EM-Gold und 12 Siege auf der Kurzbahn. Wäre spannend zu wissen, ob sie selbst ihre 51 Titel noch alle zusammenbekommt. Se will weitermachen, bis 2028, wie sie bekannte.
Noch erfolgreicher, was Olympia betrifft, ist Katie Ledecky. Die Ausnahme-Langstrecklerin gewann ein einsames Rennen über 1500 Meter und damit ihr achtes Gold. Sie ist damit gemeinsam mit ihrer US-Landsfrau Jenny Thompson, eine Sprintspezialistin, erfolgreichste Schwimmerin bei den Spielen, und sie hat in noch über 800 Meter eine fast sichere Gold-Chance und vielleicht auch in der 4x 200-Meterstaffel, wenn sie denn nominiert wird. Mehr als 10 Sekunden hinter Ledecky entbrantte ein schönner Kampf um die Medaillen. Die mutige Französin Anastasiia Kirpichininova wurde für ihre Flucht mit Silber belohnt, und mit ihrem atemberaubenden Endspurt sicherte sich Isabell Gose mit deutschem Rekord Bronze.

Danke Angie!

Jetzt ist sie also vorbei, die wundersame Tennis-Karriere der Angelique Kerber. Und in ihrem letzten Spiel auf den Centre Court in Roland Garros erlebten wir noch mal Kerber pur. Mit diesem unglaublichen Kampfgeist, der sie zu drei Grand-Slam-Titeln gebracht hat. Mehr als 3 Stunden beharkte sie sich mit Zheng Qinwen, eine aufstrebende Chinesin. Es war nicht immer schön anzuschauen, der vermeintlich ausgestorbene Mondball – ganz hoch in die Luft – feierte fröhliche Urständ. Der Tiebreak des 3. Satzes musste entscheiden. 3 Matchbälle in Folge wehrte Kerber unnachahmlich ab, doch Zheng ließ sich nicht beirren und verwandelte Matchball Nummer 4 nach einem dämlichen Kerber-Fehler. Die Kielerin  wird fehlen, nicht nur den Deutschen: Sie hat dem Tennis ein Gesicht gegeben, mit dem sich viele identifizieren konnten, anders als, bei allem Respekt, die vielen owas und evas. Genieß Dein Leben, Angie! mit der Tochter und vielleicht noch weiteren Kindern. Und wir alle wären froh, Dich an einem TV-Mikro wiederzusehen. Allerdings wird es da schwer, die fantastische eloquente so viel wissende Andrea Petkovic als Expertin zu übertreffen. Reporter-Gold für Petko!
Letzter verbliebener Deutscher in RG ist Sascha Zverev, der auch den Australier Popyrin besiegte.

Unglaubliche Jessica Fox

Die deutsche Slalomkanutin Elena Lilik durfte von Gold träumen. Hatte sie doch im Canadier mit einem fantastischen Lauf die Konkurrenz deklassiert um mehr als 6 Sekunden. Dementsprechend jubelte sie, obwohl noch so viele Konkurrentinnen nach ihr starteten. Doch dann kam sie: Jessica Fox, australische Nationalheldin trotz der so erfolgreichen Schwimmerinnen, der klaren Sportart Nummer 1 in ihrem Land. Die Fahnenträgerin unterbot Liliks Zeit um weitere unglaubliche 4 Sekunden, blieb dabei ohne Fehler. Das zweite Gold in Paris nach ihrem Kajak-Sieg und ihr viertes insgesamt. Auch ein Laie wie ich kann die Unterschiede sehen bei ihren Fahrten, braucht also keine mitlaufende Zeit, um zu sehen, dass sie weit vorn liegt. Hoffentlich noch viele Jahre, und ich werde mich auf die Suche nach Streams machen, weil das deutsche Fernsehen den so spektakulären Kanuslalom nicht einmal ignoriert außerhalb olympischer Zeiten.

🇩🇪🇦🇹👓
– Medaillen im Judo für Miriam Buttkereit und Michaela Polleres. Buttkereit gewann das direkte Halbfinale-Duell gegen die Österreicherin, verlor dann aber den Finalkampf gegen . Polleres dagegen siegte in ihrem Match um Bronze über Ai Tsunoda Roustant. Sie wird übrigens von der Potsdamerin Yvonne Bönisch betreut, die schon seit Jahren Bundestrainerin in Austria ist.
– Bitteres Aus für Dimitri Ovcharov im Tischtennis. Im Achtelfinale holte er gegen den Franzosen Felix Lebrun einen 0:3 Satzrückstand auf, verlor dann aber doch mit 3:4. Besser machte es Sofia Polcanova, die souverän mit 4:0 gegen die Rumänin Bernadette Szocs siegte. Eine Riesen-Überraschung gelang dem Schweden Truls Moregard, der den Chinesen Chuqin Wang in einer spektakulären Partie eliminierte.
Dressur-Team auf Gold-Kurs. Na und?, das ist doch immer so, sagt der Olympia-Kenner. Doch diesmal gelten die Deutschen nicht als Favoriten, sondern die Dänen. Doch die Deutschen führen vor der abschließenden Kür, und Jessica Bredow-Wendl liegt auch in der Einzelwertung vorn.

Und sonst?
– Tatsächlich Triathlon mit in der schmutzigen und ziemlich reißenden Seine. So schnell es flussabwärts ging, so mühsam war es gegen die Strömung. Die Französin Cassandre Beaugrand und Alex Yee aus Großbritannien mit einem unglaublichen Schlussspurt auf den letzten Laufmetern sicherten sich Gold. Mein Problem beim olympischen Triathlon. Beim Radfahren ist Windschattenfahren im Gegensatz zum Iron Man erlaubt, ein Riesen-Nachteil für die Spezialisten in dieser Teilsdisziplin.
– Spektakuläre BMXler: In einem Parcours mit Wellen und Steilwänden zeigten sie unglaubliche Drehungen und Wendungen, zum Teil sogar freihändig und freifüßig. Am Ende hatten die Chinesin Yawin Deng und der Argentinier José Torres Gil die Nase vorn. Mir persönlich hat die Vorstellung von Anthony Jeanjean aus Frankreich (ist das wirklich kein Künstlername?) besser gefallen.
– Kanada darf jubeln: Es blieb zwar nach erfolglosem Protestbeim 6-Punkte-Abzug der Fußballerinnen wegen Spionage, und doch stehen sie im Viertelfinale, weil sie auch die dritte Vorrundenpartie gegen Kolumbien mit 1:0 gewannen. Das deutsche Team (gestern 4:1 gegen Sambia) hat jetzt am Samstag (19.00) im Viertelfinale das zweifelhafte Vergnügen gegen den Olympiasieger.

Monympia am Donnerstag

Pflichtprogramm
15.00: Tischtennis, Männer Viertelfinale: Was für fantastische Ballwechsel und Spiele haben wir schon gesehen. Und ein Chinse ist überraschend schon draußen gegen den brillanten Schweden Mogegard.
18.15: Turnen, Mehrkampf Frauen. Die nächste Show der Simone Biles. Hauhohen#favoritin, und wenn sie ihre Übungen nur halbwegs durchbekommt, wird sie gewinnen.
17.30: Kanuslalom, Kajak Einer. Spektakuläre Bilder aus dem Wildwasserkanal sind garantiert. Für mich ist der Ausgang völlig offen.

Wird spannend
22.03: Schwimmen 4x 200 Meter Freistil, Frauen. Die USa sind Favorit. Für mich spannend, ob Ausnahme-Langstrecklerin Katie Ledecky in die Staffel darf. Über 200 Meter Rücken darf sich Lukas Märtens Medaillenhoffnungen machen.
19.00: Tennis, Männer, Viertelfinale: Djokovic – Tsitsipas. Sascha Zverev bekommt es um ca. 14 Uhr mit Lorenzo Musetti zu tun.

Appetizer
09.00: Golf Männer. Die 1. Runde startet. Die Golfer haben Olympia angenommen. 8 der ersten 10 der Weltrangliste sind dabei. Wer schlägt Scottie Scheffler?

🇩🇪🇦🇹👓
10.00: Tischtennis, Frauen Viertelfinale: Völlig überraschend hat Sofia Polcanova die Runde de besten 8 erreicht. Dort trifft sie auf die vermeintlich übemächtige Chinesin Cheng Meng.
11.00: Basketball, Frauen, Deutschland – Japan. Nach dem Überraschungssieg gegen Belgien wartet mit Japan der vermeintlich schwächste Gruppengegner. Aufpassen müssen die Deutschinnen natürlich. Mit einem Sieg wären sie fix im Viertelfinale.
16.00. Judo Frauen -78 kg. Fahnenträgerin Anne-Marie Wagner gehört zun den Favoritinnen. Aber im Judo bedeutet das relativ wenig.