Oklahoma City Thunder – San Antonio Spurs 122:113 (1:1)
Die Thunder von Beginn an bissiger und griffiger, aber lange konnten sich die Spurs erfolgreich wehren. Das Ganze glich einem Hase-und Igel-Spiel. Mehrfach zogen die Thunder auf 10 Punkte und mehr davon, mehrfach kamen die Spurs heran. Aber eben immer nur heran, nie vorbei: fast schien es, als trieben die Thunder ein böses Spiel (natürlich nicht). Vielmehr zeugt es von der großen Klasse der Texaner mit ihrem außergewöhnlichen Potenzial.
Die Partie war von enormen Tempo geprägt, was sich allerdings nachteilig auf die Qualität und vor allem Genauigkeit des Ballvortrags auswirkte. Viele erratische Entschedungen, viele Ballverluste auf beiden Seiten
Die Entscheidung dann im 4. Viertel, als die Thunder mehr zuzusetzen hatten und die Gäste nach dem Ausfall von De’Aaron Fox auch das Fehlen von Dylan Harper verkraften mussten. Zwei Spielmacher mit gutem Ballvortrag fehlten also gegen diese abwehrstarken und aggressive Defense, das konnte nicht gutgehen und das ging nicht gut. So konnten die frenetischen Fans den elementar wichtigen Erfolg bejubeln.
Bester der Sieger
Shai Gilgeous Alexander: 30 Punkte hatte er am Ende und 9 Assists. Standesgemäß für den MvP, und doch war der Kanadier nicht ohne Schwächen. Etwa bei den Dreiern (0 von 5). Aber dieser SGA, gerade wenn er so mannschaftsdienlich agiert, dürfte die härteste Nuss sein, die es seitens der Spurs zu knacken gibt.
Stark beim Verlierer
Stephon Castle: 25 Punkte und 8 Assists, das sind glänzende Zahlen. Der „nur“ 1,98 ;eter große Guard sorgte mit einem spektakulärem Dunk über die Thunder-Riesen hinweg für die monumentale Szene des Spiels. Zur Wahrheit gehören aber leider auch gleich 9 Ballverluste.
Wemby-Watch: Nicht ganz so auffällig wie in Spiel 1, nicht ganz so dominant wie in Spiel 1. Eine eher irdische Leistung (auf sehr hohem Niveau) mit 21 Punkten, 17 Rebounds (davon zwei spektakuläre Tip-Dunks), 6 Assists und 4 Blocks. Wirkte am Ende ebenfalls etwas angeschlagen.
X-Faktoren
Thunder-Bank: Gleich 4 Spieler, die zunächst nur Ersatz waren, punkteten zweistellig. Der beste von ihnen war wieder Alex Caruso mit 17 Punkten, dazu wie immer der besonders vortreffliche Verteidiger dieser extrem lästigen Defense.
Zahlereien
34 Assists (Vorlage zum direkten Korberfolg) bei den Thunder, Ausdruck eines deutlich verbesserten Zusammenspiels. In der ersten Partie waren es trotz zweier Verlängerungen und 10 Minurten mehr Spielzeit nur 25. Jeder kann jeden bedienen, jeder kann werfen (außer Hartenstein Dreier), das macht das Ganze für den Gegner zu schlecht ausrechenbar.
23 Ballverluste der Spurs – das ist einfach zu viel. Geschuldet der enorm starken Verteidigung. Gerade Castle (9 Turnover) muss einfach besser auf den Ball aufpassen.
🇩🇪👓
Isaiah Hartenstein hätte ich auch als X-Faktor benennen können. Viel aktiver als in Spiel 1, gerade in der entscheidnen Schlussphase mit mehreren ganz starken Offensiv-Rebounds. Am Ende zweistellige Werte bei Punkten und Rebounds (10/13). Wurde auf Wembanyama angesetzt, und machte seine Sache auch in dieser Beziehung mehr als ordentlich. Wahrscheinlich die beste Leistung des deutschen Centers in den diesjährigen Play-offs.
Ausblick
Die Serie geht jetzt nach San Antonio, und trotz des Reisetages ohne größere Unterbrechung. Sehr wichtig wird sein, o und in welchem Zustand die Angeschlagenen zurückkommen. Sollte bei den Spurs neben De’Andre Fox auch Dylan Harper ausfallen, wäre das eine mittlere Katastrophe (ja, ich weiß, es geht um Sport). Gerade der ballsichere Harper wäre als Aufbauspieler elementar wichtig und kaum ersetzbar. Die Thunder haben schon in den ersten Runden bewiesen, dass sie den Asufall von Jalen Williams verkraften, Ajaj Mitchell stünde bereit.
Ansetzungen
Fr., 02:00: Knicks – Cavaliers (1:0)
Sa., 02:30: Spurs – Thunder (1:1)
So., 02:00: Cavaliers – Knicks
Mo., 02:30: Spurs – Thunder
Anmerkung in eigener Sache. Über Pfingsten bin ich nicht in München, sondern in einem Bauernhaus ohne WLAN. Morgen wirds noch einen Spielbericht geben, dann erst wieder am Dienstag.
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