Das wird die Woche, die wird

Nordisches Skifest in Trondheim

 

Nach alpiner Ski-WM in Saalbach und Biathlon-WM in Lenzerheide findet ab Mittwoch die Nordische Ski-WM im norwegischen Trondheim statt. Wie die Alpinen in 1991 Saalbach waren auch die Nordischen 1997 in Trondheim schon mal bei Welttitelkämpfen am Start.
Es gibt einige Neuerungen: Erstmals werden zwei Para-Ski-Wettbewerbe in die reguläre WM eingebettet (jeweils ein klassischer Langlaufsprint). Außerdem dürfen sich die Frauen erstmals  in einem 50-Kilometer-Langlauf vesuchen, der am Sonntag in einer Woche auch den Abschluss bildet.
Die Kombinierinnen schließlich bestreiten zwei Wettbewerbe (und ein Mixed). Jeweils auf der Normalschanze mit dem Unterschied, dass einmal zuerst 5 km gelaufen werden im Massenstart und dann gesprungen wird und einmal die bewährte Gundersen-Methode (1 Sprung, Langlauf je nach Abstand, und die erste im Ziel gewinnt). Die Männer wie gewohnt einmal von der Großschanze und einmal von der Normalschanze in der Gundersen-Methode (10 repektive 7,5 km), aber neben dem Mixed nur noch eine Staffel.
Insgesamt stehen 27 Entscheidungen an.

Mein Interesse am nordischen Skisport hat stark nachgelassen (ich muss Prioritäten setzen), doch so viel lässt sich sagen. In allen Langlauf-Disziplinen bei Frauen und Männern gehören die Norweger zu den Titelfavoriten, nicht nur eine(r), sondern mehrere. Was dann die vermeintlichen Superstars Therese Johaug und Johannes Klaebo wirklich zeigen auch gegen die nationale Konkurrenz, muss man sehen. Im Skilanglauf haben die Deutschinenen um Katharina Hennig und Victoria Carl durchaus Medaillenchancen, vor allem in der Staffel und im Teamsprint, aber vielleicht auch im 10-km-Einzel und Skiathlon. Der 50er am Ende wird dann eher ein Survival of the fittest sein.

Anders sieht es in der Nordischen Kombination aus. Bei den Männern werden Deutsche, Österreicher und Norweger die Medaillen unter sich ausmachen. Jedes Land hat mehrere Kandidaten dazu. Ich sehe außerhalb dieser Nationen keinen echten Kandidaten auf Edelmetall, aber bei Großereignissen kotzen die Pferde besonders gerne vor der Apotheke.
Bei den Frauen ist die junge Schwarzwälderin Nathalie Armbruster diesee Saison zu eine Siegläuferin avanciert, und das in ihrem Abiturjahr. Mal sehen, wie  es ihr bei ihrem ersten Großereignis auf Schanze und Loipe ergeht. Erfrischend ist die junge Dame auf jeden Fall, wie auch ihr Sportstudio-Auftitt zeigte.

Schließlich noch das Skispringen, wo es mittlerweile 7 (!) Wettbewerbe gibt, je drei bei Männern und Frauen (Normalschanze, Großschanze, Team) und ein Mixed mit je 2 Frauen und Männern.
Die deutschen Männer sind nach nahezu perfektem Saisonstart und eine noch ordentlichen Tournee in ein gruseliges Formtief geplumpst, gerade der November/Dezember-Siegspringer Pius Paschke. Ob sie sich da wieder rausrobben, ist doch sehr zweifelhaft, aber nicht ausgeschlossen. Die Österreicher sind bei den Männern klar zu favorisieren, auch wenn Slowenen und auch die Norweger fast von Woche zu Woche stärker wurden.
Ein wenig anders sieht es bei den Frauen aus: Hier sind die Deutschinnen um Juliane Seifarth und Katharina Freitag Medaillen- (und wenn es gut läuft)sogar Gold-Favoritinnen.

„Nordisches Skifest“, habe ich getitelt. Die Stimmung in Trondheim nahe des Polarkreises wird grandios sein. Bei aller Begeisterung für einheimische Erfolge werden die norwegischen Fans eine fantastische Stimmung für alle schaffen, so war es zumindest 1997 in Trondheim, und das sehen wir ja auch jedes Jahr bei den Wettbewerben am Holmenkollen nahe Oslo. Unvergessen natürlich Olympia 94 in Lillehammer, großer Seufzer.

Ich werde die Wettbewerbe also verfolgen (allerdings nicht sklavisch) und sicher auch die eine oder andere Entscheidung hier kommentieren und analysieren: aber sicher nicht in dem Umfang wie bei den Alpinen, auch weil es 27 anstatt nur 11 Wettbewerbe sind.

 

Ach, Pokal ist ja auch noch

 

Der DFB hat ja in all seiner Weisheit das Viertelfinale zweigeteilt. Nach den ersten beiden Partien vor drei Wochen, die Bayer levekusen vs Köln und der VfB Stuttgart vs FC Augsburg für sich entschieden, steht jetzt der zweite Schwung an. Heute empfängt dabei der letzte verbliebene Drittligist Arminia Bielefeld Werder Bremen (oder auch die Herzensclubs von Arnd Zeigler und Philipp Köster), die darüber in ihrem gemeinsamen Podcast launig (oder übellaunig berichten). Morgen kommt es zum Plasikclub-Knaller RB Leipzig gegen VfL Wolfsburg, für Traditionsfans ein echtes Grauen anders: Pest gegen Cholera. Das ZDF wird jeweils live dabei sein zur besten Sendezeit ab 20.15 Uhr.

 

Und sonst?

  • Bundesliga: Der FC Bayern beendet seinen heißen Februar am Freitag mit dem Ausswärtsspiel gegen den VfB Stuttgart. Die Ausgangsposition des Tabellenführers ist mit 8 Punkten plus weitaus besserem Torverhältnis auf Bayer Leverkusen mehr als kommod.
    Der Meister seinerseits ist bei Eintracht Frankfurt gefordert: Es geht auch um die unglaubliche Serie in de Fremde von zuletzt 27 Spielen ohne Niederlage (zuletzt im Mai 2023 beim VfL Bochum).
    Apropos Bochum: Das Team trifft am Samstag auf 1899 Hoffenheim und könnte mit einem Sieg bis auf  4 Punkte an den Gegner heranrücken (plus 2 potenzielle Zähler aus dem Union-Spiel im Dezember).
    Der unglaubliche SC Freiburg (Platz4) erwartet am Sonntag (17:30) den nicht viel weniger unglaublichen FC Augsburg
  • 2. Bundesliga: Der März beginnt und damit normalerweise auch die Leidenszeit des HSV. Ein Sieg beim SC Paderborn am Sonntag würde de Seele also besonders gut tun..
  • Internationaler Fußball: Die Premier League spielt schon während der Woche, weil in England am Wochenende die nächste FA-Cup-Runde ansteht (alledings ohne echten Schlager). Am Mittwoch empfäng der souveräne Tabellenführer Liverpool die Wundertüte Newcastle; außerdem kommt es unter anderem zum Verfolgerduell, Verfolger im weiteren Sinne also, Arsenal vs Nottingham.
    Der Dreikampf an der Spitze in Spanien geht weiter. Atlético hat mit dem Vierten die schweirigste Aufgabe, wenigstens zu Hause. Real spielt bei Betis Sevilla, der FC Barcelona empängt am Sonntag Real Sociedad San Sebastian, ein hübsches katalonisch-baskisches Duell.
    Der absoltute Schlager des Wochendes findet allerdings in Italien statt, wenn am Samstag (18.00) der Zweite SSC Neapel den Ersten Inter Mailand empfängt. Inter hat einen Punkt Vorsprung; Atalanta Bergamo (vs Venedig) ist nach einer kleinen Formdelle (un ter anderem das Überraschungs-Aus in der Champions League gegen Brügge) nur noch in Lauerstellung.
  • Handball: Der nächste Schlager in der HBL: Dabei ist die SG Flensburg-Handewitt gegen die MT Melsungen zum Siegen verdammt, will sie noch in den Titelkampf eingreifen (Sa., 19 Uhr). Eher Pflichtaufgaben haben die anderen Titelanwärter THW Kiel (in Bietigheim), Füchse Berlin (in Leipzig), Hannover-burgdorf (in Erlangen) und SC Magdeburg (vs Potsdam).
  • Basketball: Nach der EM-Qualifikation geht es für die Vereine wieder heftig zur Sache. In der Euroleague muss de FC Bayern bei Paris ran; die beiden Teams sind sieggleich auf Platz 6 und 7. Wem das nicht reicht: Es kommt auch zum innerspanischem Clasico zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona.
    In der BBL gibt es am Freitag das Verfolgerduell zwischen Ulm und Braunschweig, die Münchner sind am sonntag bei den Niners Chemnitz gefordert.
  • Tennis: Die Männer sind in Dubai (Medwedew, Rublew, Tsitsipas, Struff)), Acapulco (Zverev, Ruud, Paul, Runde, Altmaier) sowie Santiago (Cerundolo, Hanfmann) zu Gange; die Frauen haben die letzten Vorbereitungsturniere vor dem Doppel Indian Wells/Miami in Austin (Pegula, Shnajder, Maria, Siegemund) und Mérida/Kolumbien (die beiden Milliardärinnen Navarro, Badosa).
  • Wintersport: Die Frauen ab Freitag in Kvitfjell (2 Abfahrten, Super-G), die Männer Samstag/Sonntag in Kranjska Gora (Riesenslalom, Slalom).

 

Das war die Woche, die war

Mit einem Tag Verspätung, die Nachwehen einer langen Wahlnacht und der Aufarbeitung. Willkommen im Merz-Land, seufz. Mehr Worte will ich hier dazu erst mal nicht verlieren, zu bitter oder sarkastisch wären meine Gedanken.

 

Mikaela Shiffrin – allein im 100er-Club

 

Da war sie wieder, die wunderbare Slalom-Artistin Mikaela Shiffrin, der ich seit 12 Jahren bewundernd zuschaue. Sestriere, 2. Duchgang. Als Beste des 1. Laufes stand die Amerikanerin im Starthäuschen und legte dann auf der schon reichlich ramponierten Piste einen fabulösen Lauf in den sulzigen Schnee, der sehr an ihre besten Zeiten erinnerte. Die noch gar nicht so lange her sind, bevor sie sich Ende November in ihrer Fast-heimat Killington bei einem Riesenslalom-Sturz eine Stichverletzung zuzog. Seitdem war sie nicht mehr die Alte, auch nach ihrem Comeback Ende Januar, stand sie ungewohnt unsicher auf dem Ski, wackelte gar nicht Shiffrin-Like. Noch tags zuvor hatte sie im Riesenslalom im 1. Lauf den 33. Platz belegt und erstmals seit 2012 (!) den 2. Durchgang verpasst. Tiefe Verzweiflung hatte sie gepackt.
Jetzt also der Triumph, der 100. im Weltcup, was noch die ein (alpiner) Skifahrer geschafft hat. Hochemotional reagierte sie, vergoss Tränen der Freude, der Erleichterung. Sie selbst ist ja ihre schärfste Kritikerin, die auch nach vielen Siegen noch einiges auszusetzen hatte, weil dieser Rechtsschwung oder jene Haarnadelkombination nicht perfekt gelungen war nach ihren Maßstäben. Jetzt war nur noch Glück. Und an diesem Glück werden wir hoffentlich noch lange teilhabendürfen (mindestens bis Olympia 2026, allein um uns an wunderbarem und für objektive Augen perfektes Skifahren ergötzen zu dürfen.
Wer es nicht gemerkt haben sollte: Ich bin absoluter Shiffrin-Fanboy, obwohl ich es normalerweise nicht so habe mit Seriensiegern. Zu den Ausnahmen gehört auch das Tennis-Genie im Ruhestand Roger Federer.
In Shiffrins Schatten fuhr Emma Aicher als Sechste zu ihrem besten Slalom-Ergebnis, Lena Dürr landete auf Rang 7 und war nicht wirklich zufrieden.

 

Brignone feiert Doppel-Heimsieg

 

Nicht nur Mikaela Shiffrin durfte in Sestriere jubeln, sondern auch Federica Brignone. Die Italienerin gewann auf der Olympiastrecke von 2006 gleich 2 Riesenslaloms und führt jetzt im Gesamt-Weltcup klar vor der Schweizerin Lara Gut-Behrami, die einmal den zweiten Platz belegte. Nur diese beiden kommen realistischerweise für die Große Kristallkugel in Betracht. Brignone hat auch den Riesenslalom-Weltcup im Blick, muss hier allerdings auf die sehr konstante Neuseeländerin Alice Robinson (in Sestriere einmal Zweite, einmal Dritte)  40 Punkte aufholen.

Die Männer bestritten Abfahrt und Super-G in Crans Montana, dem WM-Austragungsort 2027. Es war auf einer eher leichten (langweiligen?) Strecke ohne große Herausforderung (deshalb umso schwieriger zu gewinnen) wieder mal eine Stärke-Demonstration der Schweizer Gastgeber. Abfahrts-Weltmeister Franjo van Allmen führte in der Abfahrt den Dreifachtriumph vor Marco Odermatt und Alexis Monney an, im Super-G hielt sich das Ski-Genie Odermatt schadlos und siegte vor Monney und Dominic Paris, tatsächlich: kein Schweizer, sondern stolzer Italiener.

 

Da geht sie dahin, die Spannung

 

Zumindest im Meisterrennen de Fußall-Ligen in Deutschland und England. Da beseitigten die jeweiligen Tabellenfühhrer Bayern München und FC Liverpool praktisch die letzten Zweifel am Titelgewinn. Die Münchner siegten (zeitgleichund deshalb zumindest bei mir überschattet) gegen Eintracht Frankfurt fast locker mit 4:0. DieHessen erinnerten mit einem fast hasenfüßigen Aufritt an viele Gastspiele von Borussia Dortmund, als diese zum vermeintlichen Gipfeltreffen in der WM-Arena aufkreuzten. Balsam für die Seele der Münchner, wo die Laune nach dem ermauerten 0:0 in Leverkusen und dem fast glücklichen 1:1 am Dienstag in der Champions League gegen Celtic Glasgow doch arg gelitten hatte.
Und Liverpool? Ich hatte ja nach dem 2:2 am Mittwoch bei Aston Villa geargwöhnt, dass es noch knapp werden könnte. Und was passierte? Der letzte ernsthafte Verfolger Arsenal verliert zu Hause gegen West Ham United, und die Reds gewinnen sehr souverän beim Meister Manchester City, das allerdings meilenweit von der Bestform entfernt ist. Jetzt haben die Reds wieder 9 Punkte Vorsprung auf die Gunners (bei einem Spiel mehr).

 

Bauchweh verhindert weitere Großtaten

 

Die so erfolgreiche Biathlon-WM der Franziska Preuß endete am Wochenende mit 2 leichten Enttäuschungen. In der Frauen-Staffel konnte sie als Schlussläuferin nichts mehr ausrichten, und das deutsche team verpasste eine Medaille. Im Massenstart kämpfte sie trotz großer Bauchschmerzen, wie sie hinterher erzählte, lange zumindest um Medaillen mit. Am Schießstand lief es bei nur einem Fehler auch prächtig, aber in der Loipe war sie weit weg von guter Laufform. So reichte es „nur“ zu Rang 7.
Dafür gewann das bis dato heftig kritisierte deutsche Männer-Team doch noch eine Medaille. Die Staffel riss sich    zusammen, war am Schießstand sehr gut und eroberte noch Bronze, was nach den Einzelleistungen nicht zu erwarten war.
Der große Sieger der WM war Frankreich, das insgesamt 6 Titel und 13 Medaillen holte. Vor allem das Frauen-Team ist der Konkurrenz meilenweit voraus, zu sehen bei dem unglaublich überlegenen Triumph der Staffel. Wahrscheinlich hätte auch eine zweite Staffel um die Medaillen mitgekämpft. Unfassbar stark in Spitze und Breite.
Die Norweger räumten bei den Männern ab. Johannes Tignes Boe gewann seine WM-Titel Nummer 21 bis 23 und ist damit alleiniger Redordsieger. Die Konkurrenz wird aufatmen, wenn er wie angekündigt seine Karriere nach diesem Winter beendet. Nachfolger und Kronprinzen in Norge gibt es allerdings mehr als genug.

Und sonst?

  • Wembanyama veletzt: Saisonaus für grandiosen Profi im Dress der San Antonio Spurs. Der Franzose leidet an einer Venen-Thrombose in der linken Schulter. Da kann ich für ihn nur hoffen, dass das keine chronische Verletzung ist, sonst könnte die so vielversprechende Karriere des 2,21-Meter-Mannes gehörig leiden.
  • Bundesliga: Borussia Dortmund atmet ein bisschen auf: Das 6:0 gegen ein allerdings zusammenbrechendes 1. FC Union gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Westfalen vielleicht doch noch in den Kampf um Champions-league-Plätze eingreifen kann.
    Im Abstiegskampf setzte der VfL Bochum das nächste Achtungszeichen mit dem 2:2 beim VfL Wolfsburg. Zumindest Platz 16 scheint machbar, das hätte ich vor Jahresfrist klaum noch für mögllich gehalten.
  • 2. Bundesliga: Kann es tatsächlich sein? Der HSV ist nach dem überzeugenden 3:0 gegen den 1. FC Kaiseslautern Tabellenführer und auf dem besten Weg zurück ins Obehaus. Naja, die für die Hamburger heiklen Monate März und April kommen noch und damit einige Partien, die man noch versemmeln kann
  • Internationaler Fußball: Anders als in England und Deutschland ist in Spanien Hochspannung im Titelkampf angesagt. Die ersten Drei Barcelona, Real und Atlético Madrid trennt gerade mal ein Punkt. barca scheint seine Formdelle überwunden zu haben, bei Real zaubert der alte Luca Modric wie zu besten Zeiten (was für ein Tor vs Girona) und Atlético ist halt Atlético mit unangenehmen Fußball.
  • Europäische Wettbewerbe: In der Champions-League-Zwischenrunde setzten sich Borussia Dortmund gegen Sporting und der FC Bayern gegen Celtic mehr oder weniger souverän durch. Ein Debakel erlebte Manchester City, das 1:3 bei Real Madrid im Rückspiel spiegelt die Unterlegenheit nicht im Entferntesten wider. Da geht eine Ära zu Ende.
    Im Achtelfinale kommt es zu deutschen Duell Bayern München vs Bayer Leverkusen, der BVB bekommt es mit OSC Lille zu tun, das erscheint durchaus machbar.
    Vorbei ist das europäische Abenteuer für den 1. FC Heidenheim nach der 1:3-Heimniederlage in der Conference League gegen den FC Kopenhagen. Vielleicht besser für die Ostalbstädter, dass sie sich jetzt auf den Abstiegskampf konzentrieren können.
  • Handball: MT Melsungen verteidigte die Tabellenführung der HBL durch ein schmuckloses 35:29 gegen Stuttgart. Beeindruckend der Heimerfolg der Füchse Berlin im Verfolgerduell mit der SG Flensburg-Handewitt.
  • Basketball: Die deutschen Männer haben durch Siege in Montenegro und gegen Bulgarien wie erwartet die EM-Qualifikation geschafft. Der Weltmeister wird sich im Sommer allerdings gehörig steigern müssen, kann dann aber auch auf die NBA-Profis um Franz Wgner und Dennis Schröder zurückgreifen.
  • Tennis: Turniersiege feierten der der argentinische Titelverteidiger  Sebastian Baez in Rio (nachdem die Woche zuvor der Brasilianer Joao Fonseca in Buenos Aires triumphierte), Alexander Rublew in Doha sowie die erst 17-jährige Russin Mirra Andreewa, die in Dubai erstmals ein 1000er-Turnier für sich entschied und in der Weltrangliste nunmehr schon Zehnte ist.

 

 

 

 

Das wird die Woche, die wird

Erste K.-o.-Runde im Europacup, Weltmeisterschaften im Ski alpin und ab Mittwoch auch im Biathlon, und der Hallensport tritt langsam in die entscheidende Phase.

 

Machbare Hürden für Bayern und Dortmund

 

Nach der schier endlosen Vorrunde mit insgesamt 144 Spielen, bei denen gerade 12 von 36 Teams ausgeschieden sind, geht es jetzt ratz fatz. Am Dienstag und Mittwoch in der Champions League stehen die Hinspiele der Zwischenrunde an. Borussia Dortmund (bei Sporting Lissabon) und Bayern München (bei Celtic Glasgow) erwischten attraktive und dennoch machbare Gegner. Insgesondere der Auftritt im stimmungsvollen Celtic-Park mit Edelfan Rod Stewart ist für jeden Fußballprofi ein herausragendes Ereignis.
Im Mittelpunkt des Interesses steht aber das Treffen der beiden Dickschiffe Manchester City und Real Madrid. Für eines der beiden Teams, die eigentlich mindestens das Halbfinale im Sinn haben,  ist nächsten Mittwoch schon Schluss mit der internationalen Reise und die Saison im Eimer.

Die Ansetzungen im einzelnen. Die Rückspiele sind dann nächste Woche. DAZN überträgt alles einzeln und in Konferenz (außer Sporting vs BVB (exklusiv bei Prime)

Dienstag

18.45: Stade Brest – PSG (französisches Duell als Appetizer, naja)
21:00: Juventus – PSV Eindhoven
21:00: Sporting – BVB
21:00: Manchester City – Real Madrid

Mittwoch

18:45: FC Brügge – Atalanta Bergamo
21:00 AS Monaco – Benfica (für Connaiseure)
21:00: Celtic – FCB
21:00: Feyenoord – Milan

 

Am Donnerstag geht es dann in der Europa League und Conference League mit der Zwischerunde weiter. Europa League ohne deutsche Beteiligung, weil sich Eintracht Frankfurt direkt fürs Achtelfinale qualifiziert hat und Hoffenheim bereits ausgeschieden ist. Der 1. FC Heidenheim muss in der Conf League beim FC Kopenhagen antreten. Ob es für die abstiegsgefährdeten Ostalbstädter ratsam ist, viele Kräfte international zu vepulvern sei dahingestellt, ein tolles Erlebnis ist es allemal.
Das namhafteste Duell ist zweifellos die Partie zwischen der Roma (mit Mats Hummels) und dem FC Porto.

 

Zeit für die Techniker

 

Die zweite Woche der alpinen Ski-WM in Saalbach steht im Zeichen der Techniker. Aus deutscher Sicht ist vor allem das Abschneiden von Lena Dürr und Linus Straßer im Slalom spannend, die beide zu den Medaillenanwärtern gehören. Am Dienstag und Mittwoch die beiden Teamwettbewerbe bei Frauen und Männern.
Mehr dazu in gesonderten Texten.

 

Laufen und Schießen in Lenzerheide

 

Wenn ich das richtig sehe, findet erstmals eine „richtige“ Biathlon-WM in der Schweiz statt (es gab in den 80ern mal gesonderte Titelkämpfe der Frauen, als die noch nicht olympisch waren). Ambitioniert für eine Skination, dass sich die Wettbewerbe teilweise mit denen in Saalbach überschneiden.
Insgesamt stehen 12 Entscheidungen an, je 5 bei Frauen und Männern sowie zwei gemischte Staffel-Wettbewerbe. Die Mixed Staffel am Mittwoch macht den Anfang.
Es sind die letzten Böe-Festspiele. Sowohl Tarjej als auch der jüngere Bruder Johannes Tignes werden nach der Saison ihre erfolgreiche Karriere beenden, also Olympia 2026 in Cortina nicht mehr in Angriff nehmen.

Favoriten

Platt gesagt: in jedem Wettbewerb norwegische Männer und französische Frauen, wo die beiden Nationen in allen Wettbewerben jeweils gleich mehrere heiße Eisen im Feuer haben.

Die deutschen Hoffnungen tragen fast ausschließlich die Frauen, vornehmlich die Weltcup-Führende Franziska Preuß, die eine unglaublich erfolgreiche Saison mit Medaillen krönen könnte. In ihrem Windschatten können Talente wie Selina Grotjan ohne großen Erwartungsdruck Erfahrungen sammeln. Die deutschen Männer haben allenfalls Außenseiterchancen, aber gerade im Biathlon kann enorm viel passieren gerade am Schießstand.

 

Und sonst?

  • Bundesliga: Der Top-Schlager Bayer Leverkusen gegen Bayern München steht im Blickpunkt (Sa., 18.30): Allerdings ist die ganz große Spannung schon draußen, denn mittlerweile haben die Münchner bereits 8 Punkte Vorsprung auf den Meister, das heißt auch eine Niederlage wäre verkraftbar für die Münchner zumindest mit Blick auf die Tabelle. Vielleicht schonen die Bayern im Hinblick auf ihr Champions-League-Rückspiel gegen Celtic nächsten Dienstag sogar Kräfte.
    Das Ruhrderby zwischen Bochum und Dortmund (Sa., 15.30) lockt vielleicht ein paar Unfallglotzer an. Beiden Teams hilft nur ein Sieg für den Abstiegskampf respektive den um Champions-League-Plätze.
  • Internationaler Fußball: Schon am Mittwoch das Merseyside-Derby zwischen dem FC Everton und FC Liverpool, mit dem die Tabelle der Premier League endlich begradigt wird. Letztmals übrigens im Goodison Park, weil nächste Saison Everton im neuen Stadion spielt. Tabellenführer Liverpool kann mit einem Sieg 9 Punkte auf den Zweiten herausholen – das wäre mehr als eine Vorentscheidung.
    Match of the Day am Sonntag (17:30) ist das Duell der Enttäuschten zwischen Tottenham und Manchester United. Der Verlierer muss tatsächlich in Richtung Abstiegszone schauen.
    Das sogenannte Derbi Italia zwioschen Inter Mailand und Juventus Turin steht im Blickpunkt der Serie A (So., 20:45). Inter steht bei einem Punkt Rückstand im Meister-Fernduell mit Napoli, das tags zuvor bei Lazio (Sa., 18:00) eine schwere Aufgabe hat.
  • Allstar-Weekend in der NBA: Man vearsucht ein neues Format. Gebildet werden drei Teams, dazu kommt der Sieger zwischen dem Nachwuchsduell Rookies vs Sophomores (2. Jahr). Mal sehen, ob die Herrschaften es ein bisschen seriöser angehen als die vergangenen Jahren, als überhaupt keine Defense mehr gespielt wurde. Franz Wagner könnte als Ersatzmann für den verletzten Giannis Antetokuonpo nachrücken, das entscheidet Liga-Chef Adam Silver höchstselbst.
  • Basketball: Tatsächlich keine europäischen Wettbewerbe, sondern „nur“ das Final Four im nationalen Pokal, das in Weißenfels ausgetragen wird. Der FC Bayern spielt im Halbfinale gegen den gastgebenden Mitteldeutscher BC, die 2. Partie am Samstag bestreiten die Skyliners Frankfurt und Bamberg Baskets.
  • Eishockey: Wie gehabt ein Doppelspieltag in der DEL, wo sich die Vorrunde ganz langsam dem Ende zuneigt. Für mich persönlich interessant wird die Partie Red Bull München gegen die Schwenningen Wild Wing, die ich live vor Ort im SAP Garden sehen werde.
  • Handball: Einen deutscher Schlager gibt es schon am Dienstag in der European League, wenn Bundesliga-Tabellenführer  MT Melsungen den Rekordmeister THW Kiel empfängt (20:45). Ein weiteres nationales Duell gibt es vorher zwischen dem VfL Gummersbach und der SG Flensburg-Handewitt. Da hat die Losfee ganze Arbeit geleistet.
  • Tennis: Für die Männer beginnt die südamerikanische Sandplatz-Tour in Buenos Aires. Topgesetzt ist Alexander Zverev, unter anderem dabei sind Holger Rune und Lorenzo Musetti. Wer es lieber hart mag, startet in Marseille/Halle (Daniil Medwedew, Ugo Humbert, Karim Katschanow, Jan-Lennard Struff) oder Delray Beach/USA (Taylor Fritz). Bestens besetzt ist das Frauen-Turnier in Doha, wo praktisch die gesamte Weltelite (außer Australian-Open-Siegerin Madison Keys) am Start ist, also Aryna Sabalenka, Iga Swiatek et all.

 

 

Odi eine Klasse für sich

Alpine Ski-WM in Schladming, III

Marco Odermatt wird seiner klaren Favoritenstellung im Super-G gerecht, Raphael Haaser lässt Österreich erneut jubeln, und Adrian Smitheth Sejersted aus Norwegen überrascht (zumindest mich).
Am Wochenende finden dann die beiden Abfahrten bei Frauen und Männern statt.

 

Super-G der Männer

 

Das Rennen

 

Marco Odermatt – und dann lange nichts. Mit einer nahezu fehlerlosen Fahrt gewann der Schweizer sein erstes WM-Gold im Super-G. Der beste Skifahrer unserer Zeit hat sein erstes Statement bei diesen Titelkämpfen gesetzt.1 Sekunde war am Ende sein Vorsprung auf den Zweiten Raphael Haaser. Zum Vergleich: Zwischen Platz 2 und 12 waren es auch nur 1,05 Sekunden.
Obwohl die Schweiz die Nase vorne hatte, wird die Skination Österreich mehr als zufrieden sein. Mit einer Medaille gerade für Raphael Haaser war nicht unbedingt zu rechnen. Haaser selbst musste auch die Belastung wegstecken, dass seine Schwester Ricarda, nicht Rebecca, wie ich gestern schrieb, sich tags zuvor schwer verletzt hatte. „Sie hat mir eine WhatsApp geschickt, ich soll Gas geben.“ Völlig überraschend kommt Silber nicht, hatte er doch bei der Generalprobe in Kitzbähel ebenfalls Platz 2 belegt.
Dagegen bin zumindest ich völlig baff über Bronzefahrer Sejersted, zumal er mit der im Super-G undankbaren Nummer 1 ins Rennen ging. Undankbar deshalb, weil er damit als Testpilot ohne Training bei gewaltigen Geschwindigkeiten fungiert. Doch die Fahrt des Draufgängers war tadellos, und als sie Fahrer für Fahrer hielt (außer bei Odermatt und Haaser), war es schon absehbar, dass es sich mit Bronze ausgeht.

Ein Debakel erlebte der Titelverteidiger: James Crawford aus Kanada, strahlender Hahnenkammsieger in der Abfahrt, belegte nach einer extrem fehlerhaften Fahrt den letzlich indiskutablen 27. Rang mit unglaublichen 3,41 Sekunden Rückstand.

War es vielleicht sogar ein Startnummernrennen? Odermatt startete als Siebter (Cameron Alexander mit der 7 hatte zurückgezogen), Haaser als Neunter, und Sejersted eben mit der 1. Auch gestern beim Super-G der Frauen schienen die eher vorderen Startnummern bevorteilt bei Gold für Nr. 7, Silber für Nr. 6. Bronze für die 10 und 14 (soweit die Theorie …)

 

🇦🇹 🇩🇪 🇨🇭

 

Das vermeintliche Ass der Gastgeber war Vincent Kriechmayr. Der enttäuschte auch keineswegs, kam aber als Vierter nur zur Blechmedaille, 5 Hunderstel hinter Bronze. Stefan Babinsky als Sechster und Lukas Feurstein (12.) übertrafen die Erwartungen.
Das kann ich von den Schweizer Mitfavoriten neben Odermatt nicht behaupten. Stefan Rogentin (8.), Franjo van Allmen (12.) zahlten Lehrgeld, Alexis Monnet fiel mit toller Zwischenzeit gar aus.
Die Deutschen hatten mit den vorderen Plätzen erwartungsgemäß nichts zu tun. Simon Jocher, der trotz Fersenbruchs (!) startete wurde 1., Roded Baumann belegte unweit von seinem Heimatort den 22. Platz.

 

Ergebnis

 

Gold:     Marco Odermatt      (SUI).        1:24,57
Silber:    Raphael Haaser      (AUT)        1,00 Sekunden zurück
Bronze: A.S. Sejersted.         (NOR)        1,15

4. Kriechmayr (AUT 1,20, 5. Fredrik Möller (NOR 1,22, 6. Stefan Babinsky (AUT) 1,30, … 12. von Allmen (SUI) 2,05, 18. Jocher (D) 2,45, 22. Baumann 2,67, 27. Crawford (CAN/TV 3,41

 

Stimmen

 

Marco Odermatt: Der Lauf war schon sehr, sehr nahe an der Perfektion. Es ist extrem schön, auch im Super-G Weltmeister zu sein (nach Abfahrt 2023 und RS 2023/d. A.)
Raphael Haaser: Es war im oberen Teil eine ansprechende Fahrt. Nach der Mittelstation bin ich vielleicht ein bisschen in der Gegend herumgefahren.

 

Abfahrt der Frauen        Samstag, 11.30 ARD, ORF1, Eurosport

 

Favoritinnen

 

2. Speedrennen, 2. Chance für die Frauen. Das Feld der Favoritinnen dürfte dasselbe sein wie das im Super-G. Besonders auf dem Zettel habe ich allerdings Lara Gut-Behrami und vor allem Sofia Goggia, die eine Medaille am Donnerstag verpasst haben. Allerdings stürzte Goggia am Donnerstag im Training. Steffi Venier schätze ich in der Abfahrt nicht ganz so stark ein, dasselbe gilt eigentlich auch für Federica Brignone, die allerdings in einer so grandiosen Form ist, dass sie auf jeder Strecke reüssieren kann.

 

Sehr zu beachten

 

Die Tschechin Ester Ledecka enttäuschte als 5. im Super-G keineswegs. Im letzten Training fuhr sie Ski-Snowboard-Allrounderin Bestzeit. Gespannt bin ich auf die beiden Super-GBronze-Frauen Kajsa Vickhoff Lie und Lauren Macuga

 

WM 2023 in Courchevel

 

  1. Jasmine Flury (Schweiz
  2. Nina Ortlieb (Österreich)
  3. Corinne Suter (Schweiz)

Flury (Knorpelschaden) und Ortlieb können wegen Verletzungen nicht starten. Ortlieb ist eh eine Pechmarie. Sie stürzte in Garmisch im ersten Rennen nach einer schweren Verletzung und muss deshalb erneut lange aussetzen. Corinne Suter hat ebenfalls eine lange Verletzungsgeschichte hinter sich, für eine Top-Platzierung muss alles passen.

 

WM 1991 Saalbach

 

  1. Petra Kronberger (Österreich)
  2. Nathalie Bouvier (Frankreich)
  3. Swetlana Gladyschewa (UdSSR)

Kronberger war in den jahren 1990 bis 1992 die beste Skifahrerin der Welt und holte dreimal den Gesamtweltcup (als erste Österreicherin seit Annemari Moser-Pröll, die zuvor in der Saison gleich 8 Weltcup-Rennen für sich entschied, und zwar in allen 5 Disziplinen. 1992 ließ sie noch zwei Olympiasiege folgen, ehe sie im Dezember 92 ihre Karriere überraschend wegen „mangelnder Motivation“ beendete.
Nathalie Bouvier war ein „One Hit Wonder“ par excellence. Niemals zuvora und danach hatte sie bei einem Weltcuprennen einen Podestplatz belegt.
Swetlana Gladyschewas Bronzemedaille fiel in die beste Zeit des russischen Skisports und gehört jahrelang zumindest der erweiterten Weltklasse an. 1994 gewann sie Olympisches Silber im Super-G, 1996 schaffte sie in Vail ebenfalls im Super-G ihren einzigen Weltcupsieg

 

Die Gastgeberinnen

 

Cornelia Hütter will ihr eher enttäuschendes Abfahrts-Ergebnis wiedergutmachen. Miriam Puchner liegt die Strecke und hat sich einiges vorgenommen. Ariane Rädler, die erst für die verletzte Ricarda Haaser ins Team rückte, will ihre „Chance wahrnehmen“, was immer das bedeutet, was immer dann herauskommt. Freude am Fahren, lautet ihre Maxime.

 

🇩🇪 👓

 

Sprießen leichte Medaillenhoffnungen? Emma Aicher jedenfalls mag die Strecke am Zwölferkogel. Nach dem erfreulichen Platz 6 im Super-G kam sie im trainig auf Platz 3, obwohl sie weit vor dem Ziel aufmachte. Kira Weidle-Winkelmann kann es in der Abfahrt eigentlich nur besser ergehen als im Super-G.

 

Startliste

2 Kira Weidle-Winkelmann
5 Ester Ledecka
7 Conni Hütter
8 Lara Gut-Behrami
9 Mirjam Puchner
10 Kajsa Vickhoff Lie
12 Sofia Goggia
14 Federica Brignone
15 Stephanie Venier
18 Lauren Macuga
21 Lindsey Vonn
30 Emma Aicher

 

 

Österreich atmet auf

Austria ist gerettet! Der Albtraum einer Ski-WM zuhause ohne eigenen Titel (hat es in bisher 10 Auflagen nie gegeben) ist verflogen, bereits nach dem ersten Einzelrennen. Stephanie Vernier eroberte Gold im Super-G, ihr erster Saisonsieg erfolgte also genau zum richtigen Zeitpunkt. Am Freitag kann ihr Landsmann Vincent Kriechmayr nachlegen, allerdings dürfte er im Super-G nur Außenseiter sein.

 

Super-G der Frauen

 

1. Stephanie Vernier         Österreich            1:20,47
2. Federica Brignone        Italien.                 0,10 Sekunden zurück
3. Kajsa Vickhoff Lie.        Norwegen           0.24
Lauren Macuga                  USA                      0,24

5. Sofia Goggia (Italien) 0,30, 6. Emma Aicher (Deutschland) 0,52, … 8. Gut-Behrami (Schweiz) 0,70, 10. Hütter (Österreich) 0,91,
16. Bassino (Italien/TV) 1,63, 23. Kira Weidle-Winkelmann (Deutschland) 1,89, ausgeschieden (u. a.) Vonn USA

 

Das Rennen

 

Federica Brignone eröffnete mit Startnummer 6 bei strahlendem Sonnenschein den Reigen der Favoritinnen und legte gleich eine fulminante, im Schlussteil außergewöhnlich aggressive Fahrt hin. Ohne erkennbaren Fehler, alles auf Zug. Die könnte schon eine Medaille sein, ging es mir (und auch den Eurosport-Kommentator Guido Heuber) durch den Kopf. Diese Prognose schien sehr gewagt, als gleich darauf Steffi Vernier gerade im oberen Teil alles noch ein bisschen besser, noch ein bisschen schneller erledigte. Ein bisschen büßte sie ein, doch es blieb ein Zehntel. Dass ihr ein toller Lauf gelungen war, sah man an ihrem Jubel.
Und die Zeit hielt, knapp, aber doch. Die einhellige Favoritin Lara Gut-Behrami blieb ebenso ohne Medaille wie Abfaahrtskönigin Sofia Goggia. Bedrohlich nahe kamen nur Kajsa Vickhoff Lie und Laren Macuga, sie holten sich letztlich zeitgleich jeweils Bronze. Die deutschen durften auf eine Riesensensation hoffen, als Emma Aicher tolle Zwischenzeiten hinlegte. Doch hier ein Fehlerchen, dort eine kleine Unsauberkeit – und sie verpasste Edelmtall gerade mal um 28 Hundertstel. Dennoch war die Freude riesig bei ihr und dem deutschen Tross. Platz 6 ist mit das beste Ergebnis, das Aicher im Super-G hinlegte.
Danach warteten alle gespannt auf Lindsey Vonn und die Startnummer 30. Die Amerikanerin begann auch verheißungsvoll, doch dann blieb sie mit einer Schulter am Tor hängen und schied aus.Wie ob und wie schwer sie schwer die verletzt ist, steht noch nicht fest.

Reaktionen

 

Steffi Vernier: „Es klingt unreal. Ich war vor dem Start extrem nervös. Ich hatte eine mäßig gute Nacht und bin mit zittrigen Knien an den Start gegangen.“
Federica Brignone: „Ich habe bei einer WM nich nie eine Medaille im Super-G gemacht. Das war nicht meine Strecke, ich mag lieber enge Kurven.
Ich habe aber alles probiert
Kajsa Vickhoff Lie: Es ist schön, die Medaille mit einer anderen zu teilen. Mit meinenm Lauf bin ich wirklich zufrieden. Unten habe ich Gas gegeben.“ Kuriosum: Schon bei der WM 2023 hatte sie den geteilten 3. Platz geschafft, damals mit Conni Hütter.
Lauren Macuga: Ich krieg mich gar nicht ein. Das ist so cool

Die übrigen Gastgeberinnen:

 

Die als Mitfavoritin Cornelia Hütter verlor auf der gesamten Strecke Zeit und musste sich mit dem 10. Platz zufriedengeben. „Es gibt Tage, da verliert man, und es gibt Tage, da gewinnen die anderen“, befand sie mit süß-saurer Miene. „Aber das erste Hakerl für Österreich ist gemacht.“ Rebecca Haaser stürzte und erlitt einen Kreuzbandriss. Für sie ist die Saison beendet.

🇩🇪 👓

Während Aicher zufrieden sein konnte und ihre Freude auch zeigte, hatte die zweite deutsche Starterin ein Rennen zum Vergessen. Sie kam nie in Fahr, viel zu zögerlich. Platz 23 ist bei gerade 31 Klassierten eine richtige Packung.

 

Super-G der Männer                    Freitag, 11:30 Uhr (ARD, Eurosport, ORF1)

 

Die Favoriten

 

Teil 1 der Odermatt-Festspiele? Der Schweizer ist Top-Favorit auf den Titel, alles andere zählt für den erfolgsbesessenen 27-Jährigen auch nicht. Allerdings scheint er dieses Jahr nicht ganz so leicht und locker unterwegs zu sein (weil er auch nicht das Letzte riskiert), aber das ist Klagen auf allerhöchstem Niveau. Seine Landsleute, vor allem Senkrechtstarter Franjo van Allmen,  und sind die härtesten Konkurrenten.
Österreich hofft auf den nächsten Gold- ode wenigstens Medaillencoup durch Vincent Kriechmayr und Raphael Haaser, dem Zweiten beim Super-G in Kitzbühel (hinter Odermatt). Kriechmayr hat seine Beinverletzung offenbar gut überstanden.

Sehr zu beachten

 

Bei Großereignissen wachsen US-Amerikaner und Kanadier regelmäßig über sich hinaus. Skifahren können die Jungs alle, und sie gehen mit einer ernsthaften Lockerheit in die Rennen. James Crawford aus Kanada ist Titelverteidiger, und er hat sich gerade mit dem Abfahrtssieg am Hahnenkamm unsterblich gemacht. Dem Amerikaner Ryan Cochran-Siegle scheint die Strecke zu liegen, in den Abfahrts-Trainings schaffte er zweimal die Bestzeit. Ob die wirklich ein Maßstab für den Super-G sind?

Gefährliche Außenseiter

 

Im Schatten seines italienischen Landsmannes Dominik Paris hat Mattia Casse einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht. So siegte er im Super-G von Gröden und holte einige Top-Platzierungen. Einen Premierensieg im Weltcup feierte der Norweger Frederic Möller in Bormio mit einem wahren Höllenritt.

 

Wichtigste Startnummern

 

4 Alexis Monnet (Schweiz)
8 Marco Odermatt (Schweiz)
9 Vincenz Kriechmayr (Österreich)
10 Raphael Haaser (Östereich)
11 Dominik Paris (Italien)
13 Dominik Paris (Italien)
14 Fredrik Möller (Norwegen)
15 Franjo van Allmen (Schweiz)
18 Ryan Cochran Siegl (USA)
20 James Crawford (Kanada)
29 Romed Baumann /Deutschland)

Insgesamt sind 62 Fahrer am Start

 

WM in Courchevel 2023

 

1. James Crawford (Kanada)
2. Alexande Aamodt Kilde (Norwegen)
3. Alexis Pintaurault (Frankreich)

Aamodt Kilde und Pintaurault fehlen wegen schwerer Sturzverletzungen. Hoffentlich sind sie im Olympiawinter 2026 wieder dabei. Dem Crazy Canuck Crawford ist alles zuzutrauen

 

WM 1991 in Saalbach

 

1. Stefan Eberharter (Österreich)
2. Kjetil Andre Aamodt (Norwegen)
3. Franck Piccard (Frankreich)

Eberharters Sieg überraschte ihn selbst vielleicht am meisten. Der Saalbacher Doppelweltmeister (später auch Kombination) fiel danach in ein großes Formloch, auch wegen Veletzungen. Erst in der Saison 1997/98 kehrte daurhaft in die Weltspitze zurück. Bei Olympia 1998 in Nagano holte er im Riesenslalom hinter Hermann Maier Silber. 2001 in St. Anton, 10 Jahre nach der Heim-WM wieder bei einer Heim-WM, holte er im Super-G Silber hinter dem Amerikaner Dahron Rahlves.
Seinen bestes jahre sollten noch folgen: 2001/02 holte er mit 10 Einzelsiegen und 17 Podestplätzen überlegen den Gesamtweltcup, sowie den in Abfahrt und Super-G. Bei Olympia 2002 in Salt Lake City gewann er zunächst Bronze in der Abfahrt und Silbe im Super-G und triumphierte dann im Riesenslalom vor Bode Miller. Auch 2002/03 triuphierte er im Gesamt-, Abfahrts-, und Super-G-Weltcup.

Kjetil Andre Aamodt gehört zu den erfolgreichsten Alpinen der Geschichte. Bei Olympiaschen spielen gewann er 4x Gold, und je zweimal Silber und Bronze. Dreimal triumphierte er dabei im Super-G (1992,2002, 2006). Bei WMs holte er 5G, 4S, 3B. Mit ihm und Lasse Kjus startete die norwegische Erfolgsgeschichte auch bei den Alpinen so richtig.

Franck Piccard hatte 3 Jahre zuvor in Calgary Olympiagold im Super-G gewonnen, in der Abfahrt holte er 188 Bronze und 1992 zu Hause in Albertville Silber hinter dem Österreicher Patrick Ortleb.

Italien für dem nächsten Skifest

Ich habe einiges vor für die Ski-WM in Saalbach, die am morgigen Donnerstag mit dem Super-G der Frauen erst so richtig beginnt. Vor jedem Rennen werde ich eine Übersicht wagen, mit Favoriten, Außenseitern, einer deutschen Brille, einem auf die österreichschen Gastgeber. Die vergangenen Titelkämpfe werde ich ebenso beleuchten wie die letzte WM in Saalbach-Hinterglemm. Und natürlich werde ich nach dem Rennen analysieren, warum alles ganz anders gekommen ist …

Generelle Übersicht

Die große Frage für die österreichischen Gastgeber lautet: Holt Austria überhaupt einen Titel oder wenigstens eine Handvoll Medaillen?: Und räumt der Erzrivale aus der Schweiz alles ab. Während die Ösis nur einige wenige Eisen im Feuer haben (Conni Hütter, Katharina Liensberger, Vincent Kriechmayr, Manuel Feller), gehören Schweizer in praktisch jeder Disziplin zu den Medaillenfavoriten und nicht nur einer, sondern gleich mehrere.
Und die Deutschen? Nachdem die seriöseste Medaillenentscheidung Teamwettbewerb nach dem recht unglücklichen Ausscheiden gegen die Schweiz kein Edelmetall gebracht hatte, wird es sehr schwer. Am ehesten noch Lena Dürr und Linus Straßer in den beiden Slaloms. Ansonsten wäre schon jeder Top-8-Platz ein Erfolg, aber der zählt gerade bei einer WM praktisch nichts, so schön er persönlich sein mag.
Jedes Land darf höchstens 4 Starter/-Starterinnen benennen, im Weltcup sind es bis zu 10. Der Titelverteidiger genießt ein persönliches Startrecht, der das nationale Kontingent nicht belastet.

Fernsehen

Der ORF und Eurosport zeigen jedes Rennen live samt ausführlicher Vor- und Nachbetrachtung. Wie gehabt bei Großereignissen teilen sich ARD und ZDF die Wettbewerbe auf. Die ARD von Donnerstag bis Sonntag, das ZDF die zweite Woche. Die Speedrennen Super-G und Abfahrt finden Donnerstag bis Sonntag statt, jeweils ab 11.30 Uhr.

 

Super-G der Frauen          Donnerstag, 11:10 (ARD, Eurosport, ORF1)

 

Favoritinnen

Super-G ist deshalb so tückisch, weil es keinen Trainingslauf gibt, die bisher bewältigten Abfahrtstrainings dürften nicht die alledletzten Erkenntnisse bringen. So sind Überraschungen gerade in dieser Disziplin fast an der Tagesordnung, wie zB der Sieg der Amerikanerin Lauren Macuga beim Weltcup in St. Anton.

Lara Gut-Behrami gegen Italien könnte ich überspitzt sagen. Die Schweizerin führt klar die Weltcup-Wertung in dieser Disziplin an, kam bei den 5 Rennen immer unter die besten 3. Die Azzurri werden von Federica Brignone und Sofia Goggia angeführt, die allerdings risikovoller fahren. Eine Goggia ohne Fehler dürfte kaum zu schlagen sein (das gilt noch mehr für die Abfahrt), aber die baut sie halt gerne ein.
Die Österreicherin Conni Hütter gewann diese Saison schon einen Super-G. Das Heimrennen kann beflügeln, und ihr Vorteil ist, dass sie in der Abfahrt noch eine Chance hat, und das Land hoffentlich noch nicht unruhig ist.

Sehr zu beachten (nicht nur wg der Platzierung, sondern wegen der Geschichte)

Ester Ledecka: Die Tschechin ist die Ausnahme-Athletin des gesamten Wintersports. Sie fährt nämlich gleichsam erfolgreich im Snowboard- als auch im Skiweltcup. Jetzt hat sie sich auf die alpinen Wettbewerbe konzentrieren können, und wenn ihr ein Lauf aufgeht, ist vieles drin
Lindsey Vonn: Nach ihrem spektakulären Comeback vor allem in St. Anton ist es ruhiger geworden. Die 40-Jährige musste etwa in Cortina einen Ausfall beklagen. Jetzt ist sie allerdings kampfeslustig.

Gefährliche Außenseiterinnen

Im Windschatten von Goggia und Brignone haben auch die anderen Italieneinnen diesen Winter schon aufgezeigt. An erster Stelle ist Marta Bassino zu nennen, die Titelverteidigerin. Auch Laura Pirovano und Elena Curoni sind für jede Überraschung gut.
Sehr zu gefallen wusste auch die Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie, mein darkest horse.

Die Gastgeberinnen

Neben Hütter räume ich Stephanie Vernier die besten Chancen ein. Sie zeigt immer sehr gute Teilabschnitte, bringt abe einen kompletten Lauf nur selten ins Ziel. Dann allerdings kann sie ganz vorne landen, wie beim zweiten Platz in St. Anton.

🇩🇪 👓

Kira Weidle-Winkelmann hat sich diesen Winter von Rennen zu Rennen gesteigert. Ein Top-10-Platz ist auf jeden Fall drin, für eine Medaille muss schon alles zusammenpassen. Auch die Allrounderin Emma Aicher ist am Start.

Wichtigste Startnummern wie immer bei Speedrennen starten die besten 10 der Weltrangliste mit den Nummern 6 bis 15

2 Laura Pirovano
5 Marta Bassino
6 Federica Brignone
7 Steffi Venier
9 Laura Gut-Behrami
10 Kajsa Vickhoff-Lie
11 Sofia Goggia
12 Ester Ledecka
15 Cornelia Hütter
18 Kira Weidle
20 Emma Aicher
30 Lindsey Vonn

Insgesamt starten 40 Läuferinnen

Stand im Super-G-Weltcup

1. Lara Gut-Behrami
2. Federica Brignone
3. Sofia Goggia
4. Kajsa Vickhoff Lie
5. Lauren Macuga

WM 2023 in Courchevel

1. Marta Bassino (Italien)
2. Mikaela Shiffrin (USA)
3. Kajsa Vickhoff Lie (Norwegen)

WM 1991 in Saalbach

1. Ulrike Maier (Österreich)
2. Carole Merle (Frankreich)
3. Anita Wachter (Österreich)

Tragisch: Ulrike Maier stürzte 1994 bei der Abfahrt in Garmisch und schlug so unglücklich mit dem Kopf gegen eine Zeitmessanlage, dass sie ihren schweren Verletzungen erlag. 1989 war sie Vail schon einmal Super-G-Weltmeisterin geworden. Erst danach gab sie bekannt, dass sie schon im 3. Monat schwanger gewesen ist. Sie wurde dann Mutter einer gesunden Tochter.
Carole Merle galt als „Madame Super-G“, die in dieser Disziplin fast als unschlagbar galt. Anita Wachter war sehr vielseitig, hatte zunächst im Slalom ihre größten Erfolge.

 

 

 

 

 

Donnerstag, 11:30: Super-G der Frauen