Wa so übrigbleibt

Si tacuisses

 

Die Österreicher spielen natürlich absoluten Anti-Handball. Das möchte auch eigentlich keiner sehen.

(Der Deutsche Andreas Wolff vorm EM-Auftakt am Donnerstag gegen Austria)

 

Keine Frage, Andi Wolff ist ein Weltklassetorwart, er gehört zu den Top 3 der Welt, an guten Tagen ist er schier unüberwindlich. Doch offenbar ist ihm in seiner Karriere der eine oder andere Ball zu viel an den Kopf gerauscht, oder wie soll ich diese Beleiding deuten?.

Hier spricht der Torwart einer Handball-Nation über einen absoluten Außenseiter. Eben nicht respektvoll, wie ich schon in manch Verteidigungsrede lesen konnte, sondern voller Verachtung, voller deutscher Arroganz (ein Piefke im schlimmsten Sinn und eben kein Nachfolger fürs DÖF). Welcher Handballer will sich schon als „absoluten Anti-Handballer“ bschimpfen lassen.

Damit hat Wolff vorm ersten EM-Spiel am Donnerstag gegen Österreich ein völlig unnötiges Fass aufgemacht. Gerade im Handball können durchgebrannte Sicherungen (etwa ein mit voller Absicht gegen den Kopf von Wolff gefeuerter Ball) schwere Verletzungen nach sich ziehen. Man kennt sich ja gut, ein Großteil der Ösis spielt in der deutschen Bundesliga. Der von Wolff besonders kritisierte Mykola Bylyk ist sogar dessen Kieler Teamkollege, da wird sich nach der EM die Vereinsführung freuen …

Es ist für mich auch nicht der übliche Trashtalk, eben weil Deutschland in allen Belangen überlegen ist. Zumal Wolff mit seinen Deutschen in einem gefährlich engen Glashaus sitzt. Der ganze EM-Kader ist nämlich eher auf Zerstörung und harte Verteidigung (basierend auf den überragenden Torhütern Wolff und Späth) ausgelegt. Bundestrainer Alfred Gislasson nahm lieber gute und harte Verteidiger als eher filigrane Angriffsspezialisten mit (Dahmke statt Freihöfer), was im Vorfeld für gehörigen Ärger sorgte. Mal sehen, wie sich Wolff äußerst, wenn die Deutschen in der Zwischenrunde gegen Top-Favorit Dänemark den österreichischn „Anti-Handball“ zeigen.

Zu hoch hängen möchte ich das Ganze allerdings auch nicht. Vielleicht gehört dieses Klappern wirklich zum unschönen Handwerk. Aber wers Maul derartig unflätig aufmacht wie Wolff, der darf sich über entsprechende Antworten nicht wundern.

 

Trainereffekt bei Real

 

Nur als Nachtrag des Rauswurfs von Xabi Alonso. Das stolze Real Madrid hat sich ruhmlos aus dem spanischen Pokal verabschiedet. Beim abstiegsgefährdeten Zweitligisten Albacete Balompie verloren die Königlichen durch ein Gegentor in letzter Minute mit 2:3 und zeigte eine insgesamt indiskutable Leistung. Nein, Schadenfreude lieggt mir völlig fern, ich bin nur der Chronist …

 

Und sonst?

 

  • Bundesliga: Hinrundenrekord des FC Bayern: Die Münchner gewannen nach 0:1-Rückstand noch mit 3.1 beim 1. FC Köln. Sie beendeten damit die Hinrunde mit 15 Siegen, 2 Remis und 0 Niederlagen (47 von 51 möglichen Punkten). Das unfassbare Torverhältnis lautet nun 66:14; das wären hochgerechnet 132 erzielte Treffer, der bisherige Bestwert, natürlich von den Bayern aufgestellt (1973), liegt bei 101 erzielten Toren.
    Ansonsten war der Mittwoch ein Fest für die Plastikclubs und somit ein Graus der Traditionalisten. Es siegten Leipzig (2:0 vs Freiburg), Hoffenheim (mit 5:1 gegen Gladbach) und Wolfsburg (2:1 vs St. Pauli). Bayer Leverkusen verpasste am Dienstag den Sieg, die Partie beim HSV fiel wegen Tauwetters aus.
  • Biathlon: Dramatische Frauenstaffel zum Auftakt der Rennen in Ruhpolding. Zum abschließenden Schießen kamen fast gleichzeitig gleich 5 Schlussläuferinnen. Die Italienerin Lisa Vitozzi veließ en Schießstand zwar als Erste, wurde aber noch von der Norwegerin Maren Kirkeeide auf der Zielgeraden noch überholt, auch dank eines rüden Manövers offenbar noch haarscharf innerhalb der Regeln. Dritte wurde Schweden vor Frankreich. Das deutsche Team mit Schlussläuferin Franziska Preuß hatte bis zum letzten Schießen noch alle Chancen, doch die Weltcupsiegerin 2025 musste gar in die Strafrunde und musste sich letztlich mit Platz 6 zufriedengeben.
  • Afrika-Cup: Marokko und der Senegal stehen im Finale in Rabat. Die Gastgeber gewannen im Elfmeterschießen gegen Nigeria durch, Senegal setzte sich 1:0 gegen Ägypten durch. Den entscheidenden Treffer erzielte ein alter, aber dort nicht guter Bayern-Bekannter. Sadio Mané (mittlerweile 33 und in Riad aktiv) war mit einem schönen 14-Meter-Flachschuss erfolgreich. Das Endspiel findet am Sonntag (20 Uhr) in Rabat statt.

 

Was vom Tage übrigbleibt

Magischer Ronnie O’Sullivan

 

Quervergleiche in Sportarten sind immer schwierig, aber meiner Meinung nach zeigt Snooker-Rekordweltmeister Ronnie O’Sullivan die außergewöhnlichsten Leistungen überhaupt, wenn er einen guten oder gar fantastischen Tag hat. Weil Snooker eben auch ein Sport ist, wo der Gegner anders als beim Tennis oder Tischtennis nicht eingreifen/stören kann, sondern nur hilflos auf seinem Stuhl zuschaut, wie der Kontrahent eine Kugel nach der anderen versenkt.

Und manchmal hat der Engländer einen Tag oder einen Moment, an dem er nicht von dieser Welt ist. Wie einst, als er in nur 5:20 Minuten ein Maximum Break schaffte:  den Heiligen Gral aller Snookerspieler, nämlich in einer Aufnahme alle roten samt einer schwarzen Kugel zu lochen. https://www.youtube.com/watch?v=e_Oa92CTkmM

Jetzt, am Freitag gelang ihm wieder ein außergewöhnliches Kunststück. Zum erst zweiten Mal in der Snooker-Geschichte überhaupt schaffte er in einem regulären Turnier gleich 2 Maximum Breaks. Leider, muss ich sagen, geschah dies in Saudi-Arabien und fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ich stelle mir gerade die unglaubliche Begeisterung etwa bei der WM im Crucible Theatre zu Sheffield vor. Und doch: Wieder mal eine Leistung für die Ewigkeit für den Exzentriker zwischen Genie und Wahnsinn (der Wahnsinn verhindert bei ihm, dass er nicht noch weit mehr WM- und andere Titel gewonnen hat als ohnehin.

 

Zverev äußerst souverän

 

An derlei Kunststücke kam der Hamburger Tennisprofi in Cincinnati zwar nicht ganz heran, aber die Leistung beim Masters im Viertelfinale gegen Ben Shelton war trotzdem außergewöhnlich. Hochkonzentriert fertigte er den Amerikaner mit 6:2 und 6:2 ab, obwohl dieser mit dem Rückenwind des Triumphes in Toronto eine Woche zuvor nach Ohio kam. Alexander Zverevs Aufschlag kam fast wie gewünscht (und ist dann praktisch nicht zu retournieren), und er nutzte die Chancen gnadenlos. Gerade gegen Sheltons 2. Aufschlag punktete er fast wie er wollte (79 % Erfolgsquote sind im Männertennis ein absurder Wert).
In dieser Form sehe ich ihn auch heute Nacht gegen Carlos Alcáraz nicht chancenlos (Jannik Sinner im anderen Halbfinale gegen den Sensations-Qualifikanten Terence Atmane aus Frankreich ist da noch mal ein anderer Schnack).

Bei den Frauen mussten die beiden Topgesetzten die Segel streichen: Die sehr fehlerhafte Aryna Sambalenka hatte gegen Lena Rybakina keine Chance, Lokalmatadorin Coco Gauff unterlag Yasmine Paolini in 3 Sätzen. Die Italienerin hat endlich ihre Leichtigkeit wiedergewonnen nach den nicht so geglückten Grand-Slam-Turnieren in Paris und Wimbledon, wo sie dem Druck des Punkte-Verteidigens (jeweils das Finale 2024) nicht gewachsen schien.
Im Halbfinale trifft Rybakina auf Wimbledonsiegerin Iga Swiatek, Paolini bekommt es mit der Russin Veronika Kudemertowa zu tun.

 

Liverpool zeigt, wie man würdevoll gedenkt

 

Noch immer hat der FC Liverpool den Tod seines Stürmers Diogo Jota und dessen Bruder Andre Silva nicht verwunden, und er wird wohl die gesamte Saison nachwirken. In einer eindrucksvollen Zeremonie gedachten Verein und Fans im Stadion an der Anfield Road den beiden Portugiesen. Bilder sagen mehr als Worte, deshalb: https://www.youtube.com/watch?v=HVmbMWUhEaw

Nur eine Anmerkung: (Fast) Komplette Stille von mehr als 60.000 Menschen bei einer Schweigeminute i- unfassbar großartig. Noch Fragen, warum Florian Wirtz unbedingt zu den Reds wechseln wollte?

Was so übrigblieb

Erfolgslauf von Ella Seidel erst im Achtelfinale gestoppt

 

Die 20-jährige Hamburgerin hat in Cincinnati erste sichtbare Spuren auf der Frauen-Profitour hinterlassen. Sie schaffte zum ersten Mal die Qualifikation für ein Masters-Turnier und besiegte unter anderem die gesetzten US-Amerikanerinnen Emma Navarro und McCartney (was für ein Vorname) Kessler. Sogar das Viertelfinale schien greifbar gegen die Französin Varvara Gracheva (Qualifikantin wie sie selbst), doch nach dem 6:2 im ersten Satz lief gar nichts mehr zusammen bei der jungen Deutschen (1:6, 1:6).
Immerhin kann sie sich mit gut 100.000 Dollar Preisgeld trösten (Planungssicherheit!) und den Sprung auf Patz 105 der Weltrangliste. Vor allem aber: Sie hat ihre unglückliche Verletztung aus Wimbledon gut überstanden, als sie in der 1. Runde auf einer Spielfeldumrandung umknickte und aufgeben musste.
Die Top 3 der Welt (Sabalenka, Gauff, Swiatek) sind allesamt noch vertreten und spielen am heutigen Freitag im Viertelfinale (vs Rybakina, Paoini und Kalinskaya. Dazu das Duell der Ungesetzten zwischen Gracheva und Veronica Kudemertova.

Bei den Männern stehen Jannik Sinner und dem französischen Überraschungs-Qua,lifikanten Terence Atmane bereits im Halbfinale. Atmane besiegte unter anderem Taylor Fritz und Hlger Rune Im Viertelfinale stehen heute noch die Partien Alexander Zverev vs Ben Shelton sowie Carlos Alcáraz vs Alexander Rublew auf dem Programm. Zverev revanchierte sich im Achtelfinale gegen Karim Khachanov für die Nieerderlage in Toronto. Shelton prolongiert seinen Erfolgsrun nach dem Turniersieg in Kanada.

 

PSG siegt und degradiert den Torwarthelden

 

Das Supercup-Finale am Mittwoch in Udine zwischen Champions-League-Gewinner Paris Saint Germain und den Tottenham Hotspur (Europa League) wurde erst im Elfmeterschießen entschieden. Dort hatte der französische Dauermeister das bessere Ende für sich. Der Erfolg spielte aber nur eine zweitrangige Rolle. Im Blickpunkt stand und steht die Degradierung des Torwart Gianluigi Donnarumma. Der Italiener hatte mit grandiosen Partien in den K.-.-Runden erst den Triumph in der Champions möglich gemacht, jetzt befdand TrainerLuis Enrique, dass er nicht mehr gut genug für die Nummer 1 sei und gab Nuezugang Lucas Chevalier den Vorzug. Ein böser Affront, und folgedessen fühlt sich Donnarumma „gemobbt“, wie sein Berater klagte. Der sich sofort bei Europas Spitzenclubs umsieht, wo er besser behandelt wird. So zeigt Manchester City großes Interesse, wo Trainer Pep Guardiola mit den Leistungen von Ederson nicht hundertpronzent glücklich ist. Gut 2 Wochen sind es noch, in denne ein möglicher Transfer abgeschlossen werden muss.

Apropos schlecht behandelte Torhüter bei Top-Clubs. Der öffentlich ausgetragene Streit des FC Barcelona mit Marc-André ter Stegen scheint offiziell beigelegt. Ter Stegen hart nun doch zugestimmt, dass seine medizinischen Daten nach seiner Rücken-OP an den spanischen Verband weitergeleitet werden. Im Gegenzug hat Barca ihn wieder die Kapitänsrolle zugestanden. Der Vergband seinerseits hat den Verletzungsstatuns auf 4 Monate eingeschätzt, so dass die Katalanen den NeuzugangGarcia als Torwart für die Saison inklusive Champions League benennen dürfen.
Trotz des Burgfriedens scheint es mehr als fraglich, dass der 33-Jährige noch mal ein wichtiges Spiel für Barca bestreiten wird. Um seine Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme zu wahren, müsste er im Winter den Club wechseln. Galatasaray soll weiter interessiert sein.

 

Mondo bleibt der Überflieger

 

Beim Meeting in Budapest überquerte der 25-jährige Ausnahme-Athlet mit dem Stab 6,19 Meter, sein mittlerweile 13. Weltrekord, den er Zentimeter für Zentimeter verbessert, was ihm jeweils eine Prämie von 100.000 Dollar einbringt. 6,40 Meter seien auf jeden Fall drin, ließ der Armand Duplantis verlauten.
Eine weitere herausragende Leistung in Budapest schaffte Lokalmatador Bence Halasz, der den Hammer auf 83,18 Meter schleuderte und Olympiasieger Ethan Katzvberg (81,61) auf Platz 2 verwies. Der Jamaikaner brillierte über 200 Meter mit 19,68 Sekunden, die Holländerin Femke Bol mit 52,24 über 400 Meter Hürden.

Was so übrigbleibt

In eigener Sache: Am Donnerstag werde ich noch mal für knapp eine Woche nach Kressbronn am Bodensee fahren. Ich habe zwar WLan, aber vielleicht nicht so viel Zeit. Allerdings scheint das Wetter gruselig zu werden, so dass ich vielleicht länger als erhofft am Rechner verbringe.

 

Venus Williams (45) siegt fürs Geschichtsbuch

 

Vernus Williams darf beim Tennis-Turnier in Washington per Wildcard starten: Was ich als reinen Veranstaltungs-Gag abtat, ist tatsächlich schon eine Erfolgsgeschichte. Mit ihren 45 Jahren gewann sie in der 1. Runde sowohl im Einzel (gegen die US-Landsfrau Peyton Stearns/WTA-Nummer 35!) als auch im Doppel zusammen mit Heather Baptiste gegen Boucard/Ngonoue. Sie ist damit die älteste Siegerin in einem regulären WTA-Turnier-Spiel seit Martina Navratilova (2004 in Wimbledon). Dafür kann ich nicht genug Hochachtung bezeugen für die ältere der Williams-Sisters. In der 2. Runde trifft sie auf die Polin Magdalena Frech, Freche Wortspiele darf sich dann jeder selbst erfinden …

 

Pogacar weiter souverän

 

Auch der Mont Ventoux war für den Slowenen auf dem Weg zum Tour-de-France-Sieg kein unüberwindbares Hindernis. Er fuhr taktisch klug (und angeblich nicht 100-prozentig fit) weitgehend am letzten verbliebenen Konkurrenten Jonas Vingegaard und konnte seinen Vorsprung im Schlussspurt 2 weitere Sekunden auf 4:13 Minuten ausbauen. Einen großen Schritt in Richtung Podestplatz machte Florian Lipowitz. Der Deutsche verlor zwar weitere Zeit auf das Duo Pogacar/Vingegaard, konnte aber seinen Konkurrenten um Rang 3 weitere abnehmen. 2:01 Minuten beträgt jetzt schon der Vorsprung auf Platz 4: natürlich keine Garantie für die schweren Alpen-Etappen am Donnerstag und Freitag, aber doch ein Faustpfand. Zumal er von all den Top-Ten-Fahrern zwischen 3 und 10 die beste Form zu haben scheint nach mehr als 2 Wochen Plackerei.

 

Max Kepler mit dem 11. Homerun

 

Der Berliner drosch den Ball beim 4:1 seiner Philadelphia Phillies gegen die Boston Red Sox über den Zaun. Ein seltenes Erfolgserlebnis für ihn als Schlagmann. Sein Durchschnitt beträgt traurige 0.207 (in den letzten 7 Spielen gar nur 3 von 21 (0.143). Wenn ich bedenke, dass er gegen linkshändige Werfer gar nicht erst eingesetzt wird, weil er mit denen überhaupt nicht zurechtkommt, ist das jenseits von Gut und Böse. Fast ein Wunder, dass er noch einen Platz in der Line Up findet (er hat den schlechtesten Schnitt der derzeitigen 9 Phillies-Schlagmänner zu Beginn). Allerdings ist sein Fielding ohne Fehl und Tadel (nur 1 Error), das zählt natürlich auch.

 

 

Was so übrigbleibt

Ski-Klassiker in Wengen, Biathlon in Ruhpolding und viel (Transfer-)Wahnsinn im Fußball.

 

Nächster Schweizer Weltcup-Sieger

 

Franjo van Almen ist diese Saison der Durchbruch bei den Alpinen geungen Nach zwei zweiten Abfahrts-Plätzen in Gröden und Bormio fuhr er am Freitag im Super-G in Wengen zu seinem ersten Weltcup-Sieg. Das ist mittlerweile schon unglaublich, was die Eidgenossen vor allem in den Speed-Disziplinen für eine Auswahl haben. Da kann ich dem Teamchef nur viel Glück wünschen, jeweils nur vier Fahrer für die WM-Rennen in Abfahrt und Super-G zu mominieren. Möge er die richtigen auswählen (die Konkurrenz hofft eher nicht darauf).
Van Almen profitierte ,it seiner frühen Startnummer 3 allerdings auch von einer nachlassenden Piste, gerade im eher flachen und doch entscheidenden Mittelteil gab es schnell hindernde Schläge. Das allein allerdings kann den enttäuschenden 7. Platz von Marco Odermatt nicht erklären, der einen wilden allerdings auch fehlerbehafteten Ritt am Lauberhorn hinlegte.
Zweiter wurde Vincent Kriechmayr mit gerade mal einem Zehntel Rückstand vor dem Schweizer Stefan Rogentin und dem Kanadier James Crawford. Am Samstag steht die traditionelle Lauberhorn-Abfahrt auf dem Programm, mit 4,2 Kilometern die längste im Weltchupzirkus.

Die Frauen sind ebenfalls auf einer absoluten Traditionsstrecke am Start, auf der Tofana in Cortina, wo 2026 auch die Olaympischen Ski-Wettbewerbe ausgetragen werden. Lindsey Vonn hatte beim Training einen Sturz. Schwerwiegende Verletzungen hat sie offenbar nicht davongetragen. Im 2. Trainingslauf ließ sie es ruhig angehen, mal sehen wie mutig sich die Amerikanerin morgen und übermorgen auf ihre Lieblingsstrecke stürzt. Favoritinnen sind die Etablierten wie Sofia Goggia, Lara Gut-Behrami und Federica Brignone

 

Preuß zurück in der Erfolgsspur

 

Nach dem missglückten Heimauftritt in Oberhof schaffte sie im noch heimischeren Ruhpolding im Einzel einen hervorragenden zweiten Platz und verteidigte die Weltcup-Führung vor der am Donnerstag siegreichen Lou Jeanmonnot. Ein Schießfehler kostete sie den Sieg, aber so dürfen Biathletinnen und Biathleten nicht rechnen. Die Laufform stimmt, nur Elvira Öhberg war in der Loipe noch ein bisschen schneller.
Die deutschen Staffel-Männer schafften heute den ersten Podestplatz der Saison. Sie wurden Dritte hinter Frankreich und Schweden. Das klar favorisierte Norwegen leistete sich insgesamt drei Strafrunden und kam nur noch auf Rang 4 heran.
Am Samstag folgt die Frauen-Staffel und am Sonntag die beiden Massenstarts.
Apropos Biathlon: Der Weltverband gab bekannt, dass der Saisonstart 2025 in München in München erfolgen wird. Im Oktober im Olympiapark, allerdings auf Skirollern.

 

Mega-Vertrag für Haaland, Marmoush im Anflug

 

Der Norweger verlängerte seinen Kontrakt bei Manchester City vorzeitig bis 2034 (!). Dem Vernehmen nach („The Athletic“)  kassiert er pro Woche 600.000 Euro, das beläuft sich auf ein Gesamtvolumen von 310 Millionen Euro. Nehme ich die absurden verträge in Saudi-Arabien aus (Neymar, Ronaldo), dürfte das Rekord für einen Fußballprofi sein. Der sich allerdings im Vergleich zu Basketball- und Baseball-Superstars wie ein armer Schlucker vorkommen muss (haja …).
Trotz der Haaland-verlängerung verdichten sich die Anzeichen, dass City mit Omar Marmoush einen weiteren Top-Angreifer verpflichten wird, und zwar schon jetzt im Januar. Laut „Kicker“ wird der Ägypter heute nicht im Kader von Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund stehen. Offenbar ist den Verantwortlichen der Hessen die Gefahr zu groß, dass eine Verletzung den auf mindestens mit 80 Millionen Euro taxierten Wechsel verhindern könnte. Sportlich wäre das eine herbe Schwächung der Eintracht, die allerdings in der Vergangenheit gezeigt hat, dass sie gerade für Offensiv-Positionen immer wieder Weltklassespieler findet.

 

Zverev schlägt sich bestens

 

Der Hamburger ist bei den Australian Open als einziger der Top-Spieler nach 3 Spielen noch ohne Satzverlust, ließ in seinen Partien Louis Poille, Paolo Portero-Martinez und Jacob Fiernley (zugegeben nicht die härtesten Brocken) keine Chance. Das spart Kraft, die er sonst bei Grand Slams in ermüdenden Vier- oder Fünfsatzpartien in den ersten Runden vergeudete. Jetzt wartet der Franzose Ugo Humbert, auch eine lösbare Aufgabe, zumal Zverevs Aufschlag glänzend funktioniert. Ebenfalls mehr ode weniger souverän das Achtelfinale erreicht haben in der unteren Hälfte Carlos Alcáraz und Novak Djokovic. Jannik Sinner bestretet erst huete Nacht sien Drittrunde-Spiel gegen Marcos Giron. Asgeschieden ist dagegen schon Vorjahresfinalist Daniil Medwedew gegen den amerikanischen Qualifikanten Tien.
Bei den Frauen ist von den Deutschen nur noch Eva Lys im Einzel dabei. Die kam nur als Lucky Loserin ins Hauptfeld, weil eine andere Spielerin ihre Teilnahme abgesagt hat. 15 Minuten vor der Abreise hat sie angeblich ewrst von ihrem Glück erfahren. Danach gewann sie zwei Partien gegen Birrell und Gracheva und hat heute Nacht gegen die Rumänin Jaquelin Christian auch keine unlsbare Aufgabe. Alle Mitfavoritinnen sind noch im Rennen. Das mit Spannung erwartete Duell der Mütter entschied die Schweizerin Belinda Bencic gegen die Japanerin Naomi Osaka für sich.

Und sonst?

  • Transfer-Gerüchte im Fußball: Der FC Bayern  geht die Torwartfrage, also die irgendwann tatsöchlich eintretende Nachfolgeregelung für manuel Neuer, offensiv an. Offenbar stehen die Münchner unmittelbar vor einer Verpflichtung des Kölners Jonas Urbig (22), der als größtes deutsches Torwart-Talent gilt. Allerdings war er zuletzt beim Zweitligisten 1. FC Köln nicht mehr erste Wahl, sondern nur Ersatz hinter Martin Schwäbe. Das befeuert natürlich die Wechsel-Gerüchte. Offenbar sind die Münchner auch nicht vollends von den bisher als Neuer-Nachfolger ausgeguckten und sogar verpflichteten Alexander Nübel überzeugt, der bei Stuttgart und auch im Nationalteam nicht immer brillierte, um es noch freundlich auszudrücken.
    Dass der ohnehin ins Auge gefasste Wechsel von Uhrig zu den Bayern jetzt schon erfolgt (noch ist ein kleines Fragezeichen wg der Ablöse), hängt damit zusammen, dass zum einen Manuel Neuer tatsächlich dem Alter Tribut zollt, vor allem aber die Ersatzmänner Sven Ulreich (wg privater Angelegenheiten) und Daniel Peretz (verletzt) derzeit nicht einsatzfähig sind.
    Tedesco gefeuert: Die Nachricht kommt wahrlich nicht überraschend. Der belgische Verband hat Domenico Tedesco von seinen Aufgaben suspendiert, wie es so hübsch heißt. Das eher schwache Abschneiden bei der EM und jetzt in der Nations League, als die „Roten Teufel“ gegen Italien und Frankreich chancenlos waren und nur mit Mühe den Abstieg in die 2. Leistungsklasse verhinderten, war das eine: Dass er aufgrund von Unstimmigkeiten auf Thibault Courtois verzichtete, für mich der beste Schlussmann weltweit, war nicht förderlich. Offenbar gibt es auch mit dem neuen Sportdirektor Vincent Mannert unterschiedliche Auffassungen, und wer hat wohl in einer solchen Konstellation das Nachsehen? Ein Nachfolger steht noch nicht fest: Er muss mit dem immer noch hochgeschätztem Team zum einen die Nations-League-Relegation gegen die Ukraine schaffen, vor allem aber auch die WM-Qualifikation für 2026, in der Wales wohl der stärkste Gegner sein wird.
  • Arsenal beschwichtigt die Fans: Das Aus im FA Cup zu Hause gegen Manchester United tat sehr weh, da ist der Sieg im Nordlondon-Derby gegen Tottenham Hotspur sehr lindernder Balsam. Die Gunners drehten noch vor der Pause einen 0:1-Rückstand, verplemperten aber im 2. Durchgang beste Konterchancen und strapazierte unfreiwillig das Nervenkostüm aller Beteiligten. Die Spurs ihrerseits haben auf Platz 14 jeglichen Kontakt zu deninternationalen Plätzen verloren, haben aber (noch) genug Abstand auf die Abstiegszone.
    Manchester United, im Pokal siegreich bei Arsenal, verhinderte mit Mühe eine Blamage gegen den abgeschlagenen ´Letzten Soiuthampton. Erst ein ganz später Hattrick von Amad Diallo (81./90./90+4) stellte die Weichen auf Sieg.
  • Dreikampf in Italien: Ohne zu spielen, darf sich die SSC Neapel als Siegerin fühlen. Denn die beiden Meisterschafts-Konkurrenten Inter (vs Blogna) und Atalanta Bergamo (vs Juventus) kamen nicht über Heim-Unentschieden hinaus. Napoli fhrt jetzt mich 3 Punkten Vorsprung auf Inter (das ein Spiel weniger hat) und vier auf Atalanta.
    Beste Stimmung also in Neapel? Im Prinzip schon, aber der von Cwitscha Kwarazchelia forcierte Wechsel zu Paris Saint Germain, der unmittelbar bevorstehen soll, bringt natürlich Unruhe. Der Georgier war mit insgesamt 25 Torbeteiligung maßgeblich beteiligt am Meistertitel für Neapel 2023 (die Feier mit den lautesten Kanonenböllern klingt mir immer noch in den Ohren). Kvaradona wurde er liebevoll genannt in Anlehnung an Diego Maradona, aber jetzt folgt er dem Ruf des Geldes, soll das fünffache bei PSG verdienen (11 statt 2 Millionen /Jahr). Das nimmt er lieber, als in Napoli (vielleicht) zur zweiten unsterblichen Legende zu werden.

 

 

 

 

Was so übrigblieb

Der Held von Sevilla ist tot

 

Nein, es geht nicht um einen deutschen Fußballer, der 1982 im WM-Halbfinale gegen Frankreich (die Nacht von Sevilla) dabei war. Aber vier Jahre später wurde Helmut Ducadam zu einem Helden, der im gleichen Stadion Pizjuan Unfassbares leistete. Der Schlussmann in Diensten von Steaua Bukarest vollbrachte im Finale gegen den hohen Favoriten FC Barcelona ein einmaliges Kunststück und wehrte im Elfmeterschießen alle vier Versuche der Katalanen ab. Damit verhalf er dem rumänischen Meister zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte und zum ersten Triumph einer Ostblock-Mannschaft in der Königsklasse. Vier Elfer hintereinander zu halten, das hat es meines Wissens in einem Elferschießen weder vorher noch nachher gegeben, zumindest nicht in einem bedeutsamen Wettbewerb. Schon in der Partie hatte er mit Glanzparaden Tore der Katalanen verhindert, die im andalusischen Sevilla auch nicht unbedingt ein Heimspiel hatten. Funfakt am Rande mit der deutschen Brille: Bernd Schuster, der blonde Engel, wurde zur Verlängerung von Trainer Terry Venables ausgewechselt. Wutentbrannt verließ er umgehend das Team, stieg in ein Taxi und vefolgte das Elferschießen im Autoradio, so geht zumindest die Legende – und wer sollte diese bei diesem Augsburger Exzentriker nicht glauben?.

Im Jahr 1986 war der Fußball noch längst nicht so omnipräsent wie heute, wo es keine Geheimnisse auch in den entferntesten Ligen mehr gibt. Ich zumindest wusste über das damalige Steaua wenig bis nichts (außer ein Scheitern 1974 im EC-Halbfinale gegen die Bayern), der Weg des Clubs ins Finale fand unbeachtet statt; mir ist nicht erinnerlich, irgendwelche bewegten Bilder gesehen zu haben, wahrscheinlich erst im Vorfeld des Finales. Ich musste das jetzt auch erst nachlesen, aber der Weg führte unter anderem über Honved Budapest, Lahti und RSC Anderlecht. Alles Landesmeister rekapituliere ich leicht seufzend angesichts der jetzigen aufgeblähten Champions League mit Tabellenfünften. Noch weniger wusste man über die Spieler, auch nichts über Ducadam trotz des deutschen Vornamens Helmut. Für mich beeindruckend, als ich ihn das erste Mal sah, war der mächtige Schnurrbart, ein wahrhaftes Prachtstück.

Das sollte sich danach ändern, doch leider meinte es das Schicksal mit Helmut Duckadam nicht gut. Während andere Steaua-Helden wie Belododici, Bölöni und Lacatus große Karrieren später auch im Westen starteten, war das Endspiel von Sevilla tatsächlich Duckadams letztes Spiel auf Profi-Ebene. Ein Blutgerinnsel im Arm machte weitere Heldentaten unmöglich. Gerade in Deutschland gab und gibt es Spekulationen, dass in Wahrheit Schergen der Securitate Ducadam den Arm brechen ließ, weil er sich an Spielmanipulationen nicht beteiligen wollte. Duckadam hat das allerdings stets bestritten, und warum hätte er nach dem Zusammenbruch des Regimes noch lügen sollen?

Was bleibt, ist dieses eine Spiel. Das One Game Wonder. Wie sagte Venables, der unterlegene Trainer? „Was dieser Mann gemacht hat, will mir nicht in den Kopf.“

RIP, Helmut Duckadam

 

Auch Ilke Wyludda ist viel zu früh von uns gegangen

 

Sie war einer der großen maächtigen Diskus-Riesinnen in de Zeit vor und nach der Wende. Die gebürtige Leipzigerin war früh äußerst erfolgreich, war Junioren-Weltmeisterin, hält immer noch den Junioren-Weltrekord mit 74,40 Metern. Ihre Karriere krönte sie  im vereinigten Deutschland, als sie 1996 in Atlanta Olympia-Gold eroberte, mit einer Weite, die auch 2024 in Paris zum Sieg gereicht hätte.
Ihre Karriere verlief allerdings nicht immer gradlinig. Sie galt, wie so viele Schwerathletinnen und -Athleten, als Nervenbündel, scheiterte etwa 92 in Barcelona als Mit-Favoritin bereits in der Qualifikation. Als eine der ersten nahm sie konsequent psyc hologische Hilfe in Anspruch.
Wie viele andere DDR-Sportlerinnen kursierten auch um sie permanent Doping-Gerüchte, zumal sie an die Superweiten vor der Wende nicht mehr herankam. Sie beteurt, nie illegeale Mittel zu sich genommen zu haben. „Ich weiß, dass ich nie gedopt habe“, beteurte sie immer wieder.
Wie bei Duckadam: Das Schicksal meinte es nach dem größten Triumph nicht mehr gut mit Wyludda. Auch aufgrund zahlreicher Veletzungen, vieleicht auch bewirkt von bis zu 63 Mitteln, die sie so nahm, beendete sie 2002 die Karriere. Nach einer Operation wegen eines treppensturzes erlitt sie eine schwere Blutvergiftung, ein Bein musste amputiert werden. Sie ließ sich alber nicht hängen, trotz Phantomschmerzen: Wyludda startete eine zweite sportliche Karriere: Sie startete bei den Paralympics im Kugelstoßen und Diskuswurf, und auch wenn sie eine Medaille verpasste: Der Sieg über sich selbst machte sie stolz. Genauso stolz ist sie auf ihre Arbeit als Medizinerin, wo sie zuletzt als Schmerztherapethin tätig war: „Ich weiß, was Schmerz bedeutet, und die Patienten wissen, dass ich weiß, von was ich rede“, bekannte sie.
Jetzt ist Ilke Wyludda gestorben an den Folgen einer Erkrankung, mit gerade mal 55 Jahren.

Und sonst?

  • Kreuzbandriss beendet Comeback: Marcel Hirscher zog sich die Verletzung beim Training in Österreich zu. Damit ist die vielbeachtete Rückkehr des Slalom- und Riesenslalom-Genies nach mehr als fünf Jahren zu Ende, bevor es richtig losgeht. Denn die Slalom-Höhepunkte finden im Januar statt. abschreiben muss Hirscher auch die WM in Saalbach-Hinterglemm, also mehr oder weniger vor seiner Haustür. Ob der für Holland startende Österreicher nächstes Jahr einen weiteren Anlauf wagt, wollte er noch nicht sagen. Aber noch ein Olympiastart, 2026 in Cortina, wäre sicher ein Ansporn.
  • K.-o.-Phase des NBA-Cups steht: Und das Hoffen der spielfreien Boston Celtics vorm Fernseher war umsonst. Sie sind draußen, weil die New York Knicks gegen die Orlando Magic klar, aber nicht desaströs hoch gewannen. Beide Teams sind weiter, genaus wie die Atlanta Hawks und Milwaukee Bucks, die sich bei den Detroit Pistons durchsetzten. Nächste Woche  empfangen die Bucks die Orlando Magic (Di.) und die Knicks die Hawks Mi.).
    Im Westen sicherten sich die Oklahoma City Thunder und Dallas Mavericks die noch offenen Play-off-Plätze, die vorher schon die Golden State Warriors und Houston Rockets inne hatten. Hier kommt es zu den Partien Thunder vs Mavericks (Di.) und Rockets vs Warriors (Mi.).

Wer Neuers Glanztat vermisst, morgen vielleicht nach Ende der Pokalrunde.