von Münchner Löwe | Feb. 21, 2025 | NBA, NHL
Blick über den Teich, Allstar-Woche bei NHL und NBA
Die All-Star-Zeit in verschiedener Form sind bei NBA und NHL Geschichte. Im sehr prestige-trächtigen 4-Nationen-Turnier setzte sich am Ende Kanada heute Nacht im Endspiel zu Boston mit 3:2 nach Overtime gegen die USA durch. Den entscheidenden Treffer erzielte der beste Spieler der Welt Conor McDavid, ein standesgemäßes Ende.
Das sehr engagiert geführte Turnier hatte nichts mit den Larifari-Allstar-Treffen der vergangenen Jahre zu tun. Gerade das Duell Kanada gegen USA war, auch durch die Bundesstaat-Faseleien (oder steckt sogar mehr dahinter?) des US Präsidenten, hoch emmotional. Während sich beim ersten Treffen der beiden vor einer Woche in Montreal diese Emotionen durch Schlägereien auf dem Eis und Hymne-Ausbuhgen entlud, blieb es in der Nacht zu Freitag weitgehend sportlich, und das obwohl DT vor der Partie noch mal Öl ins Feuer gegossen hatte, unter anderem verhöhnte er Kanadas Noch-Premier Justin Trudeau als Gouverneur Trudeau
Gerade in Nordamerika war die Angelegenheit bitter ernst, zumindest lässt sich das aus den Reaktionen der Spieler, aber auch der Medien schließen. Inwieweit sich insgesamt vier (respektive drei für Schweden und Finnen) kräfteraubende Partien auf die Fitness der Spieler auswirkt, bleibt abzuwarten. Die Skandinavier werden zudem anführen, dass sie auf hervorragende Spieler außerhalb der NHL nicht zurückgreifen konnten.
Nächstes Jahr wird es kein Allstar-Weekend geben, da die NHL wegen Olympia in Mailand Pause macht und dort die besten Spieler der Welt für ihre Länder antreten, dann sind auch tschechische, deutsche und schweizer Stars dabei.
NBA
Auch das All-Star-Game-Weekend der NBA wurde in einem neuen Format ausgetragen. Das „Game“ wurde in ein Viererturneir gesplittet: nicht mehr Ost gegen West, sondern die auserwählten 24 Profis wurden in. drei Teams (Grundidee: international, Junge, Erfahrene) aufgeteilt, zudem wurde zwei Tage zuvor ein viertes Team in einem weiteren Viererturnier ermittelt. Gespielt wurde jeweils auf 40 Punkte.
Gerade der Sonnta zog sich extrem lange hin. Für knapp 45 Minuten brauchte es sage und schreibe mehr als drei Stunden (Vorstellungen, Werbung, Analysenen, wieder Werbung und das wurde unterbrochen durch ein bisschen Basketball-Zocken, dessen Ergebnis völlig egal war. Gerade in der originalen TNT-Übertragung überboten sich smanche „Experten“ in Hohn und Spott und Häme.
Gedanken muss sich die NBA auch um ihren Samstag machen. Gerade der Dunk-Wettbewerb gerät zur Farce, denn die besten Stars der Liga meiden. Zum dritten Mal in Folge gewann Mac McClung den Wettbewerb mit spektakulären und auch bestens gelungenen Auftritten. Der ist wohl nur noch deshalb überhaupt im erweiterten Kader der Orlando Magic. Vielleicht ist das die Zukunft: Absolute Spezialisten bereiten sich speziell auf den Dunk-Wettbewerb vor. Dann sieht das Publikum zwar keine großen Namen, aber eine tolle und kreative Dunking Show. 105.000 Dollar strich Mr. McClung ein, insgesamt hat er mit seinen drei Erfolgen 310.000 Dollares vedient, mehr als bei den Magic. Dafür, dass ohne ihn der Wettbewerb un terirdisch gewesen wäre, sind die 105.000 Dollar eigentlich viel zu wenig.
Jetzt hat die Spielpause endlich ein Ende. Sowohl in NHL und NBA sind noch knapp 30 Spiele zu bewältigen. Zumindest eine NBA-Übfersicht folt in den nächsten Tagen.
von Münchner Löwe | Feb. 9, 2025 | NBA, Tennis
Blick über den Teich, NFL und NBA
Verdammt soll der Super Bowl sein
Na, dass ist doch mal eine Überschrift, die zum Lesen reizt … Eigentlich wäre für den Blick-über-den-Teich-Schauer heute Nacht DER Feiertag. Aber noch selten hat mich ein Super Bowl so wenig interessiert wie dieses Jahr. Für mich ist die Partie im Super Dome zu New Orleans zwischen den Kansas City Chiefs und den Philadelphia Eagles eher ein Horror Bowl. Die Chiefs regen mich schon die ganze Saison mit ihrem extrem effizienten, aber wenig attraktiven Defensiv-Football auf (plus ein paar überragende, leider sehr seltene Offensiv-Highlights von Quarterback Patrick Mahomes und vornehmlich Travis Kelce). Die Eagles sind mir, auch wegen ihres mir grund-unsympathischen Anhangs, schon seit jeher eher ein Graus. Das gilt leider für alle Philly-Teams (außer vielleicht den Flyers in der NHL), die ich ja aufgrund ihres Stadtnamens mögen müsste. Das fast nur auf Laufspiel basierendes Offensiv-Play der Eagles (überagend natürlich Running Back Shaqin Barkley) macht mich auch nicht grade an.
Also eher die Wahl zwischen Pest und Cholera: zwischen dem einmaligen Dreifachtriumph en suite der Chiefs und einem unerträglichen Triumph-Geheul der Eagles. Da passt es vortrefflich, dass DT als erster amtierender Präsident sich live vor Ort die Ehre gibt und womöglich den Münzwurf ausübt (samt dem üblichen Getöse). Dass die Trump-hörigen NFL-Milliardäre den Leitsatz „End racism“ wieder von der Endzone entfernen ließen, um ihren lieben und vor allem teuren Donald nicht zu vergraulen, passt da bestens ins Bild.
Viel Vergnügen trotzdem, vielleicht wirds ja ein attraktives spannendes Spiel. Morgen Vormittag relive reicht mir allerdings völlig.
Schluss der Transferzeit in der NBA: ein Ende mit Schrecken! Nur für Wen?
Endlich hat das Gerüchteln um Verstärkungen, Transfers, Rebuild ein Ende. Manche Teams sind kaum wiederzuerkennen. Wenn ich etwa an „meine“ Sacramento KIngs denke: Gegangen ist mit (unter anderen) DeAaron Fox (auf eigenes Betreiben!) der beste und aufregendste Spieler, dafür kamen Zach Levine und vor allem als Defensiv-Verstärkung Jonas Valenciunas, der jetzt mit Domantas Sabonis litauische Twin Towers weit weg in Kalifornien bildet.
Hauptaufreger war allerdings der immer noch unfassbare Tausch Luca Doncic/Anthony Davis zwischen den Dallas Mavericks und Los Angeles Lakers. Doncic war DER Franchise-Player der Mavs, vielleicht der begabteste Basketballer unserer Zeit. Ja, die Fitness ist nicht so sein Ding, auch nicht das Verteidigen, und seine ständige Meckerei über die Refs nervt unendlich; aber sein Unterhaltungsfaktor ist einmalig, seine Ideen, seine Kreativität. Der Finaleinzug letzten Juni war vor allem seiner Brillanz geschuldet. Gibt man wirklich so einen Spieler ab, auch wenn es gesundheitliche Probleme gab?
Die Mavs-Fans gaben die Antwort, trugen ihr Team sinnbildlich mit einem Sarg zu Grabe. Vor allem stieß sauer auf, dass der Trade offenbar ein Alleingang des Team-Managers Nico Harrison war, ohne Absprache mit dem Trainerstab. Verschwörungstheorien machten und machen die Runde (Umzug nach Vegas? Hat die NBA, vielleicht sogar Commisioner Adam Silver die Finger im Spiel, um die Liga zu pushen?) Vor allem aber: Der Gegenwert hätte viel mehr sein müssen als Anthony Davis. Mindestens noch ein Starting-Five-Spieler der Lakers (Austin Reaves, Rui Hachimura) hätte herausspringen müssen. Warum wurde übehaupt nicht mirt anderen Teams verhandelt? Gerade die Deutschen schauen ja besonders gespannt auf die Mavericks, spätestens seit Dirk Nowitzkis glorreichen Zeiten in Texas, großer Seufzer.
Der fantastische Verteidiger Anthony Davis wiederum wird den Lakers fehlen (Defense wins Championships). In seinem ersten Spiel für die Mavericks legte er gleich mal 26 Punkte, 16 Rebounds, 7 Assists und 3 Blocks auf, bevor er mit einer nicht näher bezeichneten Oberkörperverletzung das Parkett verlassen musste. Doncic wiederum verpasste sein für gestern Nacht anvisiertes Debüt bei den Lakers, die dennoch gegen die Indiana Pacers klar gewannen, weil Austin Reaves (sic) gleich 45 Punkte erzielte.
Auch zwei Deutsche gerieten in den Trade-Strudel. Nationalmannschafts-Kapitän Dennis Schröder, erst im Dezember von den Brooklyn Nets zu den Golden State Warriors gewechselt, wurde via Utah Jazz als eintägige Zwischenstation an die Detroit Pistons weitergereicht. Ein Team, das durchaus Play-off-Chancen hat, wo er helfen kann. Schon zuvor hatte er den „modernen Sklavenhandel“ in der NBA beklagt und bekam medial (vor allem auch hierzulande) ordentlich Dresche für die Wortwahl. Der Ausdruck „Sklave“ ist natürlich ob der Irrsinsgehälter reichlich absurd, doch dass die Profis bis auf ganz wenige Ausnahmen so überhaupt kein Mitspracherecht haben, wo sie spielen (dürfen), finde ich schon seit Jahren bedenklich; auch weil Spieler bei all den Millionen-Privilegien Menschen (mit Familie) sind. Und mit Geld kann man zwar vieles kaufen, aber zum Beispiel eben keine (Schul)Freunde.
Doof lief es auch für Daniel Theis. Den gaben die New Orleans Pelicans an die Oklahoma City Thunder ab. Die allerdings fanden keine Verwendung für ihn und setzten ihn auf die Straße (waived). Nein, dort wird Multimillionär Daniel Theis nicht verhungern, aber er ist erst mal verbannt von den geliebten Basketball-Feldern. Vielleicht ein Mann für die Euroleague, speziell für den FC Bayern?
Fast in den Hintergrund bei all dem Irrsinn geriet der Wechsel von Jimmy Butler von den Miami Heat zu den Golden State Warriors. Hier war wiederum der Spieler der Initiator. Seit Monaten drängte er auf den Trade, aus reiner Geldgier, vielleicht auch aus Prinzip, weil er noch nie im Freiden schied von seinen Teams. Die Heat signalisierten ihm nämlich, dass sie eine Vertragsverlängerung nicht zu den von Butler gewünschten Konditionen (Maximum-Gehalt, mehr als 50 Millionen Dollar/Jahr) für den Mittdreißiger zahlen wollen, sondern nur 40 Millionen oder gar 30 Millionen, ein echter Hungerlohn. Ob ihn die Warriors die gewünschten Summen wirklich zahlen, weiß ich nicht, aber es könnten am Ende tatsächlich alle Beteiligten als Sieger aus der Sache herauskommen. Die Warriors bekommen einen Top-Spieler gerade in den Play-offs (wenigstens noch für 1, 2 Jahre), die Heat sind einen Dauer-Konflikt los, und Jimmy Butler selbst hat seinen Seelenfrieden wieder und darf mit Steve Curry auf große Taten in San Francisco hoffen.
Fazit: Ich kann gerade nicht absehen, wer am Ende Gewinner und Verlierer sind. Dem ersten Eindruck nach haben die Spurs das große Los gezogen zumindest für die mittelfristige Zukunft mit dem „Außerirdischen“ Victor Wembanyama. Die Mavs müssen erst mal ihre Fans zurückholen, die Lakers die offene Baustelle „Defense“ schließen. Und meine Kings? Ich sehe tatsächlich viel Potenzial, aber ob das reicht für ganz oben, da habe ich meine ernsthaften Zweifel.
von Münchner Löwe | Feb. 2, 2025 | basketball, NBA, Tennis
Blick über den Teich, NBA
Erwarte das Unerwartete! Wer wüsste das besser als der entnervte Sportfan, der wieder mal enttäuscht auf seinen Wettschein schaut, Auch außerhalb des Spielfeld gibt es immer wieder Entscheidungen, die nur ein entgeistertes „WAS????“ hervorrufen.
So wie die Doncic-Davis-TradeNachricht, die heute Morgen aufploppte (noch nicht offiziell bestätigt, aber sehr valide) und (nicht nur) die NBA-Blase in helle Aufruhr versetzte: Anthony Davis wechselt von den LA Lakers zu den Dallas Mavericks, im Gegenzug kommt Luka Doncic von den Mavs zu den Lakers. Dazu noch ein paar Nebengeräusche, unter anderem spielt jetzt auch Maxi Kleber in Kalifornien statt in Texas.
Ein Spielertausch kurz vor Ende der Transferfrist und doch so viel mehr. Denn sowohl Doncic als auch Davis sind (besser: waren) absolute Schlüsselspieler ihrer Teams. Auf der einen Seite Luka Doncic, 25 Jahre alt: ein begnadeter Basketballspieler, zumindest in der Offensive (in der Defensive allenfalls, wenn er mag …). Seitdem er als 19-Jähriger zu den Mavs stieß, prägt er diese Franchise, galt als legitimer Nachfolger des großen Dirk Nowitzki. Er führte das Team 2024 in die NBA Finals. Bei aller Genialität ist er leider auch verletzungsanfällig (derzeit plagt ihn mal wieder die Wade), auch weil er außerhalb der Saison vielleicht nicht ganz so pflichtbewusst lebt und immer ein paar Kilo mit sich herumzutragen scheint. Außerdem notorisch unzufrieden mit den Referees, berühmt-berüchtigt ist sein Blick nach praktisch jeder zweifelhaften Aktion – oft gepaart mit lautstarken Meckereien.
Auf der anderen Seite Anthony Davis: ein großartiger Verteidiger, Turm in der Schlacht, ein toller Beschützer des eigenen Korbs, vermeintlich unersetzlich mit seiner Größe in dem ansonsten relativ kleinen Lakers-Team. Die ideale Ergänzung zu LeBron James, der zwar immer noch zu herausragenden Leistungen fähig ist, dem man aber gerade in der Verteidigung seine 40 Jahre doch ansieht. Wie Doncic ist auch Davis relativ verletzungsanfällig, auch wenn bisher gut durch die Saison kam.
Erwarte das Unerwartete! Gerade zu Ende der Transferzeit der NBA (dieses Jahr am 6. Februar). Und auch wenn alle sog. Trade Machines und Transfer-Experten noch mit einem großen Knall rechneten, ein Tausch Doncic gegen Davis hatte wohl niemand ernsthaft auf dem Zettel. Auch LeBron James, das Um und Auf bei den Lakers, war nach eigener Aussage komplett überrascht, geschweige denn involviert, das will einiges heißen beim (vermeintlichen?) GOAT.
Jetzt stellt sich natürlich die große Frage: Was haben sich beide Teams dabei gedacht, ihre absoluten Schlüsselspieler auszuwechseln und vor allem: Wer hat am „langen Ende“ (Grüße an Max Eberl) das bessere Los gezogen.
Ich setze jetzt mal einen gesunden Doncic und einen gesunden Davis voraus (wahrscheinlich schon der erste Fehler): Die Lakers bekommen durch Doncic in der Offensive unglaublich viel Kreativität, LeBron James wird im Spielaufbau sichtlich entlastet, die beiden dürften auch sehr gut harmonieren. Und für die Glitzerstadt LA nicht unwichtig: sehr viel Glamour, Spektakel auf dem Parkett. Und Doncic ist mit seinen erst 25 (kaum zu glauben) sechs Jahre jünger als Davis. Auf der anderen Seite verlieren sie ihren mit Abstand besten Verteidiger, ihren einzigen übedurchschnittlich guten großen Spieler. Der auch offensiv viel liefert. Ich kann nur mutmaßen, dass sie sich von dem endlich gesunden Vanderbilt einiges erhoffen, aber ob dieser je an die Klasse von Davis heransreichen wird, wage ich doch zu bezweifeln
Die Mavs bekommen im Gegenzug mit Davis einen fantastischen Verteidiger, den großen Spieler, den sie gerade nach dem Ausfall von Derrick Lively dringend gebraucht haben (wobei Davis ein paar Klassen stärker einzuschätzen ist als Lively). Aus meiner bescheidenen Sicht passt das bei den Mavs besser zusammen, auch weil sie mit Kyrie Irving einen weiteren herausragenden Spieler haben, der die Doncic-Rolle einigermaßen ausfüllen kann. Bei den Lakers ist dagegen die große Frage, wie sie die Davis-Lücke schließen wollen. Gerade in den Play-offs ist ja eher die Defensive gefragt. Vielleicht durch einen weiteren Trade, wobei gute Center, die wirklich weiterhelfen und auch noch zu haben sind, nicht im Überfluss herumlaufen.
Ich bin wirklich sehr gespannt und erwarte das Unerwartete.
von Münchner Löwe | Jan. 3, 2025 | basketball, NBA, Tennis
Blick über den Teich, NBA
Für viele beginnt die NBA ja mit den sogenannten Christmas Games am 25. Dezember. Dieses Jahr gab es gleich fünf, die landesweit übertragen wurden. Mittlerweile sind auch die Jahreswechsel-Partien absolviert, die Teams haben 31 bis 35 Begegnungen auf dem Buckel; man nähert sich also der Hälfte der regulären Saison. Ein Trend ist also schon deutlich auszumachen, es kann allerdings immer noch gewaltige Ausschläge nach vorn und nach hinten geben. Außerdem können noch bis Anfang Februar Transfers die Kader enorm verändern.
EASTERN CONFERENCE
Einsam vorn, die Cavaliers
Das Team aus Cleveland hat den besten Saisonstart der Team-Geschichte konserviert. Mit 29:4 Siegen haben die Cavs die beste Bilanz der gesamten Liga und sich im Osten mit 4,5 Siegen Vorsprung auf die Boston Celtics schon einen hübschen Vorsprung erarbeitet. Auch wenn im Kader ein absoluter Superstar eher nicht dabei ist (oder etwa doch der famose Donovan Mitchell?), es ist ein fantastisch zusammengestelltes Team, in dem Center Evan Mobley einen großen Schritt nach vorn getan hat. Zuletzt wieder 8 Siege in Folge, darunter drei bei einem beeindruckendem Auswärtstrip bei den Denver Nuggets, Golden State Warriors und LA Lakers..
Das Verfolger-Duo
Die einzigen Konkurrenten in Reichweite sind die Boston Celtics und New York Knicks. Die Celtics haben allerdings schon erstaunliche 9 Niederlagen auf dem Konto. Es gab ja Phantasten, die dem Titelverteidiger eine Rekord-Saison zutrauten und höchstens mit 12 Niederlagen für die gesamte Saison rechneten. Ist es der Titelblues, die Verletzungen (Porzingis, Brown): Oder nehmen die Celtics das Ganze doch nicht so ernst vor den Play-offs?
Die Knicks kommen nach eher verhaltenem Saisonstart mächtig in Fahrt (zuletzt 9:1 Siege). Karl-Anthony Towns und Mikal Bridges ist die erhoffte Verstärkung, die Jalen Brunson sichtbar entlasten. Für mich ein sicherer Play-off-Kandidat.
Oberes Mittelfeld
Noch belegen die Orlando Magic Platz 4 in der Conference, aber es wird gerade in den kommenden Wochen sehr schwer, diesen Rang zu halten. Mit Paulo Banchero (immerhin wieder im Training), Franz und Moe Wagner (Saison-Aus) fehlen drei absolute Schlüsselspieler. Bisher haben die Magic das einigermaßen kompensieren können, aber Niederlagen wie zuletzt bei den Detroit Pistons zeigen, dass der Qualitätsverlust auf Dauer zu groß ist. Die Frage lautet: Wann kommen Banchero und Franz Wagner wieder zurück und finden sie gleich zu ihrer Top-Form?
Im Kommen sind die Milwaukee Bucks. Nach dem katastrophalen Saisonbeginn läuft es jetzt für das Team um Giannis Antetokuonpo und Damian Lillard besser, wenngleich immer noch nicht optimal. Insgesamt scheint aber der Trend nach oben zu gehen.
Ich persönlich bin von den Miami Heat und den Atlanta Hawks aufs Gute überrascht, die beiden letzten Teams im Osten mit einer positiven Bilanz. Gerade die Hawks haben gezeigt, dass sie für jedes Team gefährlich werden können (2 Siege vs die Cavaliers). Number-1-Pick Zachary Risacher hat sich gut eingefunden, ohne dass er Monsterzahlen auflegt. Und die Heat gelten eigentlich als Mannschaft, die in der regulären Saison schwer in die Gänge kommen. Tyler Herro spielt bisher eine großartige Saison, die ihn sogar ins All-Star-Team spülen könnte.
Unteres Mittelfeld
Das reicht meines Erachtens von Platz 8 (Indiana Pacers) bis 11 (Philadelphia 76ers). Dazwischen liegen noch die Detroit Pistons und Chicago Bulls. Eines dieser vier Teams wird die Play-Ins also nicht erreichen. Während sich die Pacers als Conference-Finalist mit Sicherheit mehr ausgerechnet haben, dürften die Detroit Pistons hochzufrieden sein mit ihrer klaren Verbesserung gegen über der Horrorsaison 23/24.
Eion Sonderfall sind die 76ers, die normalerweise viel weiter oben mitspielen müssten. Aber wenn die Leistungsträger kaum (Joel Embiid), selten (Paul George) und spieleweise (Tyrese Maxey) fehlen, ist es halt schwer, in einen Rhythmus zu kommen. Vielleicht wird das in der 2. Saisonhälfte besser, aber es bleiben darob große Zweifel.
Trauriger Rest
4 Teams haben ja schon vor der Saison mehr oder weniger deutlich gemacht, dass sie ohne Ambitionen sind und es ihnen viel wichtige ist, das Team neu aufzubauen. Das böse Wort tanken (absichtlich verlieren) wird nur sehr halbherzig verborgen, doch das Ziel ist klar: eine möglichst miese Bilanz, um dann sich am offenbar hervorragenden Draftjahrgang 2025 früh einen Pick zu holen. Dann kann es halt auch passieren, dass ein Dennis Schröder transferiert wird von den New Jersey Nets zu den Warriors, weil er viel zu gut gespielt hat. Hier und da bleibt ein überraschendes Erfolgserlebnis, aber mit den Nets, Toronto Raptors, Charlotte Hornets und Washington Wizards bleibt ein trauriges Quartett zum Auffüllen.
WESTERN CONFERENCE
Thunder einsam vorn
Der Westen gilt als viel leistungsstärker als der Osten, und deshalb ist die klare Führung der Oklahoma City Thunder noch höher einzuschätzen als die der Cavs, weil sie eben die schwierigeren Partien haben. 28:5 lautet die Bilanz (zuletzt sogar 10:0), mit der sich die Thunder schon um 5,5 Spiele abgesetzt haben. Seitdem Neuzugang Isaiah Hartenstein nach seinem Handbruch wieder dabei ist, läuft es noch besser. Der 2,16-Meter-Riese war im eher kleinen Team das fehlende Puzzlestück. Außerdem hat Shai Gilgeous-Alexander einen weiteren Schritt nach vorn gemacht,hat den besten Punkteschnitt der Liga. Aber erst in den Play-offs wird sich wohl zeigen, ob das Team tatsächlich titelreif ist
Die Verfolger
Bei all den klangvollen Teams im Westen fliegen die Memphis Grizzlies und auch die Houston Rockets bei mir etwas unter dem Radar (nicht einmal ich kann und will jedes Spiel schauen. Gerade die Grizzlies zeigen, dass sie ein großartiges Team sind und nur das unglaubliche Verletzungspech für die desaströse vergangene Saison verantwortlich war. Auch jetzt fehlen immer wieder wichtige Akteure wie Ja Morant, aber halt nicht die gesamte Starting Five. Die Rockets sind für mich die vielleicht noch größere Überraschung, aber hier ist die Team-Chemie offenbar hervorragend. Alperen Sengun ist einer der kommenden Topstars der Liga.
Dritter im ersten Verfolger-Trio sind die Denver Nuggets, was hauptsächlich an dem unglaublichen Nikola Jokic liegt, der Abend für Abend grandiose Zahlen auflegt. Wenn dazu noch ein Jamal Muray zu alte Form findet, muss man die Nuggets erst mal aus dem Weg räumen.
Zumindest tabellarisch gehören auch die Dallas Mavericks (gleiche Bilanz wie die Nuggets) zu den ersten Vefolgern. Doch der Ausfall von Luka Doncic (mindestens noch ein Monat wegen einer Wadenverletzung) ist nicht zu kompensieren, wie schon die ersten Partien ohne den Slowenen (0:3) zeigten. Irgendwie den Monat überstehen und dann wieder angreifen, heißt die Devise.
Kampf um die Play-offs (Play-Ins)
Die Plätze 6 bis 12 könnte ich weiter unterteilen, aber ich schmeiß jetzt die 7 Teams einfach mal in einen Topf, zumal sie nur durch 4,5 Siege getrennt sind. Für mich die ganz große Überraschung sind die LA Clippers, die sich hartnäckig in der oberen Hälfte halten. Die neue Halle tut ihr übriges (mittlerweile 11:6). Zurzeit trennen die Clippers nur ein halbes Spiel von Platz 6, den Lokalrivale Lakers besetzen. Hier zeigt Center Anthony Davis eine All-Star-Saison (vor allem konnte er fast alle Spiele mitmachen). LeBron James ist weiter für mehrere Highlights pro Spiel gut und ist immer noch überdurchschnittlich (nehme ich als Nicht-Fan mit großem Respekt wahr).
Mehr hätte ich von den Minnesota Timberwolves erwartet. Sie haben sich zwar nach grauenhaften Saisonstart konsolidiert, aber der letzte Schritt fehlt noch, vielleicht auch weil Anthony Edwards sich bisher nicht weiterentwickelt hat (auf höchstem Niveau, versteht sich). Leider scheint er in den Schiri-Anmeckern-Modus á la Luca Doncic zu verfallen, das legt sich hoffentlich wieder.
Die Golden State Warriors und San Antonio Spurs haben die gleiche 17:16-Bilanz wie die Wolves. Unterschiedlicher könnte die Team-Entwicklung aber nicht sein. Hier die alternden Warriors mit den altenden Steph Curry und Draymond Green (und seit Dezember eben auch Dennis Schröder), dort die jungen Spurs mit dem grade mal 20-jährigen Victor Wembanyama, der auf dem besten Weg ist, jeden noch so absurd hohen Vorschusslorbeer (Außerirdischer, der beste seit LeBron) noch übezuerfüllen. Brillant war die Idee, Altstar Chris Paul nach Texas zu holen, der auf und neben dem Feld mit seiner Erfahrung und bisweilen immer noch tollen Zuspielen genau der richtige Lehrmeister ist fürs harte NBA-Geschäft.
Bleiben die bis dato herbe enttäuschenden Phoenix Suns und Sacramento Kings (Disclaimer: mein Lieblingsteam, seufz). Die Kings haben nach eine Reihe von zum Teil knappen und auch absurden https://blickueberdenteich.de/vom-harten-fanleben/
Niederlagen Trainer Mike Brown entlassen, der sie in den vergangenen Jahren aus dem ewigen Höllenschlund der Erfolgslosigkeit geführt hat. Nachfolger Doug Christie (bisher nur Interim) ist tatsächlich mit zwei Siegen gegen die Mavs und Sixers gestartet.
Die Suns hingegen leiden auch darunter, dass bei jedem Spiel mindestens einer der Großen Drei (Kevin Durant, Bradley Beal, Devin Booker) fehlt. der Rest des Teams kann das bisher nicht auffangen.
Trauriger Rest
Von den Utah Jazz und vor allem Portland TrailBlazers (noch so ein Historie-Seufzer) war nicht mehr als Tanken zu erwarten, dafür haben sich die Blazers zumindest anfangs wacker geschlagen. Aber dass die New Orleans Pelicans mit bisher gerade 5 Siegen das schlechteste Team der gesamten Liga sind, hätten auch größte Pessimisten nicht geglaubt. Klar,viele Verletzungen, vor allem die des Unterschiesspielers Zion Williamson (bei dessen Figur aber nicht wirklich überraschend). Der spielende Rest hat sich offenbar schon aufgegeben, vielleicht auch auf Answeisung der Teamleitung, wer weiß das schon. Aus eine m aufregendem Team noch im Frühjahr ist eine Lachnummer geworde, wenn es nicht so traurig wäre.
von Münchner Löwe | Dez. 27, 2024 | basketball, NBA
Für mich das das Sportschauen nur einen echten Sinn, wenn ich einen Favoriten habe, dem ich die Daumen drücke. Fürs Spiel, für die Saison und im Fall von 60 München fürs ganze Leben.
Dieses Jahr erlebe ich bei meinem Blick über den Teich nicht so viel Erfreuliches. Ich bin jetzt kein beinharter Fan des einen oder anderen Teams hier oder dort, aber es haben mir schon immer die Außenseiter angetan und weniger die Seriensieger. Das kann sich auch immer wieder ändern so gerade im Fall der Kansas City Chiefs, die ich immer gemocht habe und jetzt nicht mehr leiden kann, weil sie auf abstruse Weise einen Sieg nach den anderen einfahren.
Speziell geht es gerade um die Cincinatti Bengals in der NFL und die Sacramento Kings in de NBA. Cinci war Jahrzehnte lang die Lachnummer der Liga mit absurden Negativ-Rekorden. Doch seit einiger Zeit spielen sie einen wunderbaren Football, der sie auch vor zwei Jahren bis in den Super Bowl brachte, den sie dann ziemlich dramatisch verloren. In diese Saison spielen sie offensiv einen grandiosen Ball, angeleitet von Quarterback Joe Burrow, der mit seinem Studien-Kumpel Ja’Marr Chase den besten Widereceiver als Anspielstation hat. Leider ist die Defensive absolut nicht wettbewerbsfähig, so reichten schon einige Male mehr als 30 Punkte nicht zum Sieg. Sogar gegen die offensiv allenfalls durchschnittlichen Pittsburgh Steelers kassierten sie unfassbare 44 Punkte.
Dennoch können die Bengals noch in die Play-offs kommen, nunja, theoretisch zumindest. Ein Sieg am Samstag gegen die Denver Broncos vorausgesetzt und bei einem weiterer Erfolg die Woche darauf im Revanchespiel gegen die Steelers könnten sie dabei sein, ja wenn dann auch die von mir nicht mehr geliebten Chiefs ihrerseits ihre letzte Partie gegen die Broncos gewinnen. Was leider deswegen sehr viel unwahrscheinlicher geworden ist, weil sie ihren Number-One-Spot für die AFC und ein Freilos in der 1. Play-off-Woche sicher haben. Böse Zungen und Federn schreiben gar, dass die Chiefs dann mit Absicht verlieren, damit die Bengals als Gegner in der Post Season auf keinen Fall mehr in Betracht kommt.
Und die Kings? Die erkor ich 2021 zu meinem Lieblingsteam. Eine ähnliche Geschichte: mehr als zwei Jahrzehnte kein einziges Mal die Play-offs erreicht, dann ein extrem attraktiver und aufregender Offensiv-Basketball angeführt von DeAaron Fox und Domantas Sabonis. 2023 scheiterten sie in einer fantastischen 6-Spiele Serie durchaus unglücklich am späteren Champion Golden State Warriors, im Frühjahr 2024 war schon in der 2. Play-In-Runde Schluss.
Dieses Jahr läuft es überhaupt nicht, obwohl mit DeMar DeRozan ein Klassemann hinzustieß. Der Dreier fällt nicht, Sabonis sieht manchmal recht alt aus. Zuletzt kassierten die Kalifornier eine Heimniederlage nach der anderen, und die von dieser Nacht gegen die Detroit Pistons (die ich heute Mittag relive ertragen musste), schlug dem Fass unsinniger Pleiten den Boden aus. Lange führten die Kings souverän, zu Beginn des 4. Viertels immerhin noch mit 16 Zählern. Der Vorsprung schmolz und schmolz, und doch schienen sich die Kings gerade noch als Sieger zur Schlusssirene retten. 3 Punkte Vorsprung, letzter Angriff der Pistons, da kann man doch nicht mehr verlieren, oder? Kann man doch, nämlich, indem man
1. einen gegnerischen Angreifer (hier: Jaden Ivey) noch einen Dreier werfen lässt (okay, das kommt vor)
2. Der Gegner trifft (auch das kommt vor) und
3. ein Verteidiger den Angreifer noch foult, also nicht nur der Ausgleich und die Overtime, sondern, weil 4.
4. Jaden Ivey den Freiwurf verwandelte, die Niederlage gleich feststand.
Vor allem Punkt 3 schmerzt enorm (weil das gemeinsam mit Punkt 1/2 in dieser Konstellation eben praktisch nie vorkommt, ich frage mich da immer, was in einem Verteidiger bei derartig dämlichen Aktionen vorgeht.
Es war die 5. Niederlage in Folge, vier davon zu Hause, wo die Kings eigentlich eine Macht sind. Die Play-off-Chancen, zumal im starken Westen, schwinden, aber der Tornaround kann schon noch gelingen. Sie müssten halt von diesen knappen Spielen auch mal eines gewinnen.
Update 29/12: Ist es ein Trost, dass die Houston Rockets in den letzten 3 Minuten einen 16-Punkte Vorsprung gegen die Minnesota Timberwolves verdaddelt haben? Ist es nicht.
von Münchner Löwe | Dez. 25, 2024 | basketball, Fußball, NBA, ski alpin, WNBA
Ich will jetzt keinen nachträglichen Wochenrückblick mehr veranstalten, abe drei Themen möchte ich noch aufgreifern.barca, die Verletzung von Moe Wagner und Lindsey Vonns Rückkehr.
Barcas Niedergang
Was wurde Neu-Trainer Hansi Flick gehypt nach den ersten so fantastischen Spielen des FC Barcelona. Dem Traumstart in der Primera Division mit 10 Siegen in 11 Spielen, dem triumphalen 4:0 bei Real Madrid imneuen Bernabéu. Dem (zu) klaren 4:1 gegen seine ex Bayern München in der Champions League. Diese Eurphorie ist einer, nunja, Ernächterung gewichen, um es noch freundlich auzudrücken. Gleich drei Heimpleiten in Folge drüccken mindestens so aufs Gemüt wie die damit verlorene Tabellenführung. Jetzt wird das extrem offensive und aggressive Verteidigungskonzept in Frage gestellt, weil offenbar auuch die nicht so begabte Ggnerschaft wie Legranes und Las Palmas (von Atlético ganz zu schweigen)den Schlüssel gefunden hat. Das 1:2 zu Hause gegen Atlético, dem ersten Sieg von Diego Simeone bei Barca überhaupt, war die saure Kirsche auf dem Kuchen. Grundsätzlich eine tolle Leistung, Riesenchancen, die ein Robert Lewandwoski zu Saisonbeginn im Schlaf verwandelt hätte; und dann ein absurdes Kontertor in der Nachspielzeit, das die Niederlage besiegelte und Atletico an die Spitze hievte.
Veloren ist sicher och nichts, aber die Leichtigkeit fehlt. Viel zu kauen in der spielfreien Weihnachtszeit.
Der Fluch der guten Tat?
Was ist sie toll, die ZDF-Dokumentation über die Wagner-Brüder im Basketball: Moritz und Franz zogen aus Berlin, um die NBA und Basketball-Welt zu erobern. Doch Glück hat sie den Hauptdarstellern nicht gebracht, sondern eine verletzungsbedingte Zwangspause. Mag die äußerst seltene Bauchmuskelverletzung von Franz in absehbarer Zeit heilbar sein (wobei dieser Zeitraum, wie das Beispiel des Orlando-Vereinskollegen Paulo Banchero zeigt, noch gut einen Monat oder sogar mehr dauern kann, bedeutet der Kreuzbandriss von Moritz das Saison-Ende und wahrscheinlich auch das Aus für die EM im Sommer 2025. Besonders ärgerlich, weil die beiden bis dato jeweils die beste Saison in der NBA spielten. Während Franz seinen Mega-Vertrag für die kommenden Jahren sicher hat, kann sich Moritz jetzt nicht für einen ähnlich gut dotierten Kontrakt (na ja) empfehlen. Noch ärgerlicher ist für ihn und das Team, dass er seinen Orlando Magic mit seiner Energie und seinem Siegeswillen sehr fehlen wird. Ob und wie lange sie das kompensieren können (zumal erst mal eben auch ohne Banchero und Franz), bleibt abzuwarten.
Es gibt ja diesen Fluch der guten Tag. Titelhelden bei EA Sports durften den Kreuzbandriss oder andere schwere Verletzungen fast schon als gesichert abhaken. Wer aufs Cover der 11 Freude kam, den ereilte auch fast sicher eine veletzung oder ein veritables Formtief wie es gerade Eintracht Frankfurt durchlebt
Sie hat es getan, tatsächlich
Lindey Vonns großen Ankündigung folgte das ansprechende Debüt. Nach 5 Jahren Pause und im Alter von 40 und mit künstlichem Kniegelenk begab sich die ehemalige Speed-Queen in St. Moritz wieder als offizielle Starterin auf eine Piste. Sie belegte im Super-G den famosen 14. Platz, gerade mal 1,18 Sekunden hinter der Siegerin Cornelia Hütter. In zwei Teil-Sektoren kam sie bereits unter die besten Fünf.
Vielleicht ein bisschen verstummt sind ob dieser außergewöhnlichen Leistung die vehementen Kritiker des Comebacks wie Markus Wasmeier („Das ist Verarschung“), Franz Klammer („Vollschuss“) und der Schweizer Garde um Pirmin Zurbriggen („zu gefährlich“. Vonn wies die Vorwürfe schonvorher zurück (Sind die alle schlauer als die besten Ärzte der Welt, die Grünes Licht gegeben hätten?).
Natürlich weiß Lindsey Vonn um das Risiko ihres Tuns, das aber jeder Skifahrer auf sich nimmt, zumal in den schnellen Disziplinen. Und natürlich ist aucn Vonn vor Stürzen nicht gefeit. Aber die Amerikanerin beteuert, schmerzfrei zu sein, die Prothese behindere sie auch nicht.
Die Fahrt von Vonn (der 2. Super-G fiel dem Wind zum Opfer), dass sie nichts velernt hat. Ihr großes Ziel hat sie klar formuliert. Olympia 2026, wo die alpinen Wettberbe auf der Tofana stattfinden, einer Strecke, die ihr auf den Leib geschneidert ist und zu ihren Lieblingen (neben Lake Louise) gehört, wo sie unzähliche Triumpfe feiete. Ich wünsche ihr von Herzen, dass sie gesund bleibt, dann ist sie auf jeden Fall eine Bereicherung für die alpiinen Frauen.
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