Das war die Woche, die war

Zwei Frauen-Großereignisse fast ohne Beachtung (Open Championships im Golf, Tour de France), der Auftakt der neuen Saison in der 2. und 3. Liga und eine erneute McLaren-Demonstration in Budapest.
Anmerkung: Ein tolles Sportfest gab es bei den sogenannten Finals in Dresden in verschiedenen Sportarten. Ich bin aber schlicht nicht dazu gekommen, das näher zu verfolgen (oder gar vor Ort zu sein)und verweise auf andere Zusammenfassungen wie etwa hier

https://www.zdfheute.de/sport/die-finals/2025-dresden-zuschauerrekord-bilanz-100.html

 

Frankreich kann doch die Tour gewinnen

 

Die französischen Männer hatten ein trauriges 40-jähriges Jubiläum ohne heimischen Sieg bei der Großen Sschleife, dafür sind jetzt die Frauen eingesprungen. Genauer gesagt Pauline-Frevot, die die enorm anspruchsvolle, bis zuletzt äußerst spannende Tour gewann. Nicht durch Zufall oder Etappenglück, sondern mit zwei reifen Leistungen bei zwei extrem schweren Teilstücken am Wochenende mit Bergankunft am Col de la Madeleine und am Sonntag bei eine Berg- und Talfahrt mit Ziel im Ski- und Mountainbike-Gebiet von Châtel Les Portes du Soleil. Die Holländerin Dana Vollering wurde Zweite vor der polnischen Titelverteidigerin Katarzyna Niewiadoma.

 

Japanerin Yamashita triumphiert

 

Die Britisch Open der Golferinnen waren eine asiatische Angelegenheit mit europäischer Beteilung. Am Ende siegte die Japanerin auf dem Kurs in Royal Porthcrawl mit zwei Schlägen Vorsprung (277/-9) auf ihre Landfrau Minami Katsu und der Engländerin Charley Hull, die mit 2 Bogeys am Ende der Schlussrunde ihre Siegchancen vergab, dennoch die europäische „Ehre rettete“ (Löwe, gehts noch höher?).
Gleich 5 Asiatinnen kamen in die Top 10, dagegen mit Megan Khang nur eine US Amerikanerin. Die Deutschinnen hatten letztlich mit der Entscheidung nichts zu tun. Beste war die Olympiazweite Esther Henseleit auf dem geteilten 23. Rang.

 

Norris mit Taktik-Coup

 

Den Start verhunzt (nicht zum ersten Mal) und trotzdem gewonnen. Lando Norris profitierte von einer taktischen Meisterleistung seines McLaren-Teams und siegte vor dem australischen Teamkollegen Oscar Piastri und George Russell im Mercedes. Im Gegensatz zur Konkurrenz kam er mit nur einem (statt 2) Boxenstopp aus und rettete sechs Zehntel vor Piastri ins Ziel, der allerdings am Ende auf dem überhol-feindlichen Kurs auf allzu hohes Risiko verzichtete (zur Erleichterung und wahrscheinlich auf Anweisung der McLaren-Crew). Damit verkürzte sich Norris‘ Rückstand in der WM-Wertung zu Piastri auf 9 Punkte. Die beiden Teamkollegen werden den Titel unter sich ausmachen, denn der Dritte, Titelverteidiger Max Verstappen, liegt im klar unterlegenen Red Bull bereits 97 Zähler zurück, das sind fast vier Rennsiege à 25 Punkte.
Fahrer des Tages war Gabriel Borteloto. Der brasilianische Sauber-Teamkollege von Nico Hülkenberg belegte den hervorragenden 6. Platz und ließ damit unter anderem Max Verstappen/9., Kimi Antonelli/10., und Lewis Hamilton/12. hinter sich – und das ohne Renn(Wetter)-Glück oder einer Ausfall-Orgie, sondern allein mit fahrerischer Klasse.
Jetzt steht eine dreiwöchige Pause an, in der auch jegliches Arbeiten an den Boliden verboten ist.

 

Gastgeber dominieren 1. Spieltag

 

9 Partien, 8 Heimsiege, das ist die fast makellose Bilanz des 1. Spieltages. Allein der 1. FC Magdeburg patzte beim Zweitligaauftakt vor eigener Kuliise, gegen den (geografischen) Nachbarn Eintracht Braunschweig.
Erster Tabellenführer ist Aufsteiger und Pokalfinalist Arminia Bielefeld, offenbar immer noch auf der Erfolgswelle im Frühling reitend. Die Ostwetfalen deklassierten den Aufstiegs-Mitfavoriten (sofern ich überhaupt welche ausmachen kann) Fortuna Düsseldorf gleich mit 5:1. Nicht viel besser erging es Absteiger VfL Bochum, das bei Darmstadt 98 eine 1:4-Klatsche erfuhr.

Eine Klasse darunter beherrschten Unentschieden das Geschehen. Gleich 6 Partien endeten Remis, darunter auch die Begegnung Rot-Weiss Essen gegen 1860 München. Eine schöne Geste zeigte dabei Löwen-Torschütze Florian Niederlechner, der mit seinem Jubel des am Freitag gestorbenen Sohnes von Bayern-Ersatzschlussmann Sven Ulreich gedachte. Beide Familien sind eng befreundet, das zählt natürlich viel mehr als eine Vereins-Rivalität, die bei einer so traurigen Nachricht eh keine Rolle spielen sollte. Erster Tabellenführer ist die SV Wehen-Wiesbaden nach dem 3:1 gegen Absteiger Ulm 46.

 

Ledecky kann es auch spannend

 

Die 800 Meter der Frauen waren mein persönlicher Höhepunkt der Becken-Wettbewerbe der Schwimm-WM in Singapur. Drei Starterinnen kämpften um den Sieg, lagen bis zur letzten Wende praktisch gleichauf. Am Ende siegte die überragende Langstrecklerin der vergangenen Jahre, Katie Ledecky, ganz knapp vor der erstaunlichen Australierin Lani Pallister und der kandaischen Gold-Sammlerin Summer McIntosh und sicherte sich ihren insgesamt 23. WM-Titel. Zuvor hatte sie in Singapur schon über 1500 Meter (wie so oft völlig ungefährdet) und mit der US-Staffel über 4×200 Meter triumphiert.

Noch erfolgreicher war Summer McIntosh mit 3 Titeln. Dennoch war die erst 18-jährige Kanadierin nicht vollends zufrieden mit den Titelkämpfen. Zum einen wegen des verpassten Sieges gegen Ledecky, vor allem aber, weil sie über 400 Meter Lagen den anvisierten Weltrekord verfehlte. So sauer habe ich noch selten eine gerade gekürte Weltmeisterin gesehen …

Die Deutschen schafften 2 Goldmedaillen im Becken. Die von Weltrekordler Lukas Märtens über 400 Meter Freistil kam erwartet, die von Anna Elendt über 100 Meter Brust ziemlich überraschend, zumal sie nur mit  viel Glück überhaupt n den Endlauf gekommenn war. Stark auch der Langstreckler Sven Schwarz, der über 800 und 1500 Meter jeweils Silber holte und sich beide Male nur dem Tunesier Ahmed Jaouadi geschlagen geben musste. Der viermalige Freiwasser-Champion Florian Wellbrock kam über 1500 Meter nicht über Rang 5 hinaus, dürfte Singapur dennoch höchstzufrieden verlassen.

Insgesamt waren es unterhaltsame Titelkämpfe. Gerade die Final-Sessions jeweils über 2 Stunden waren sehr komprimiert und ließen kaum Längen zu (ja, Siegerehrungen gehören halt dazu). Da kann die längliche Leichtathletik nur lernen, ich fürchte, sie tut es nicht.

 

Und sonst?

 

  • Zeigt sich Alexander Zverev von seinem Erstrundenaus in Wimbledon (samt Seelen-Offenbarung vor der Welt-Öffentlichkeit) gut erholt. Beim Masters-Turnier in Toronto gewann er dreimal ohne Satzverlust, profitierte allerdings in der 3. Runde auch von der Aufgabe seines „Angstgegners“ Fernando Cerundolo.
    Bei den Frauen sind alle Deutschinnen schon ausgeschieden. Eval Lys hatte gegen Wimbledonsiegerin Iga Swiatek keine Chance, freute sich dennoch über immerhin 4 Spielgewinne (2:6, 2:6).
  • Die US-Sprinter zeigen auf: Bei der WM-Ausscheidung in Eugene zeigte sie, dass die Titel über 100 und 200 Meter nur über sie gehen. Herausragend etwa die 10,65, die Melissa Jefferson-Wooden auf die Bahn knallte. bei den Männerns siegte auf selber Strecke Kenny Bednarek mit 9,79. Einen Junioren-Weltrekord stellte der erst 16-jährige (!) Cooper Lutkenhaus über 800 Meter (nein, das ist kein Sprint) auf, der als Zweiter hinter Donovan Brazier nur 1:42,27 Minuten brauchte – eine geradezu unfassbare Leistung für dieses Alter.
  • Finnischer Heimsieg: Bei der 1000-Seen-Rallye triumphierte der zweifache Weltmeister Kalle Rovenperä, der zum ersten Mal zu Hause gewann und den ersten finnischen Sieg in Finnland seit 8 Jahren landete. Es war die schnellste WM-Rallye der Geschichte: Rovenperä hatte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 129,9 km/h – und das auf Schotterstraßen mit hunderten Sprüngen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutschinnen brauchen eine Musialova

Fußball-EM der Frauen, Halbfinale

 

Die Deutschinnen haben es nicht geschafft. Gegen den Favoriten Spanien bot das Team von Christian Wück zwar erneut einen großartigen Kampf, doch am Ende setzten sich die Weltmeisterinnen dank ihrer spielrischen Überlegenheit und eines Geniestreichs der Weltfußballerin Aitana Bonmati mit 1:0 nach Verlängerung durch. Aus ganz spitzem Winkel überlistete sie bis dato erneut überragende Schlussfrau Ann-Katrin Berger, die auf eine Hereingabe spekulierte und „ihr“ kurzes Eck offenließ, durch das der genau gezirkelte Ball die Lücke ins Tor fand. Bonmati, deren EM-Einsatz wegen einer Hirnhautentzündung auf der Kippe stand, hatte genau auf dieses Spekulieren spekuliert, wie sie erzählte. Die schwer enttäuschte Berger nahm alle Schuld am Ausscheiden auf sich, was natürlich völlig absurd war aufgrund ihrer starken Leistungen, die das Team erst ins Halbfinale und dort im Spiel gehalten hatten. Gerade in einer Drangphase der Spanierinnen kurz vor der Pause rettete sie mit einigen starken Paraden das torlose Unentschieden.

Was bleibt, ist ein tatsächlich heroischer Kampf einer angeschlagenen Mannschaft gegen ein spielerisch klar besseres Team. Der durchaus hätte erfolgreich enden könnte, wenn das Team die durchaus vorhandenen Konterchancen schlauer ausgespielt hätte. Und wenn nicht Spaniens Torfrau Cata Coll in der Nachspielzeit einen abgefälschten Schuss aus dem Winkel gekratzt hätte (nicht ganz so spektakulär aber doch ähnlich wie Berger im Viertelfinale gegen Frankreich) und auch den zwar scharfen, aber nicht sonderlich platzierten Nachschuss von Charlotta Wamser entschärfte.

 

Was bleibt für die Deutschinnen von dieser EM?

 

Nach dem Weiterkommen gegen Favorit Frankreich im Viertelfinale genoss das Team Heldenstatus. Diese Partie (108 Minuten in Unterzahl und Elferschießen) wird in die deutsche Fußballgeschichte eingehen (Männlein und Weiblein) ähnlich wie etwa das 3:3 im WM-Halbfinale 1982 ebenfalls gegen Frankreich (die Nacht von Sevilla). Und auch das Halbfinale zeigte, dass zumindest kämpferisch das Team absolute Weltspitze ist. Und doch: Bei all den Heldensagen um Berger, Kleinherne, Bühl et all bleibt auch die ernüchternde Erkenntnis, dass spielerisch doch viel im Argen ist. Die Mängel hier, die die beiden Arbeitssiege zum Turnierbeginn gegen Polen und Dänemark noch kaschierten, traten insbesondere beim 1:4 in der Vorrunde gegen Schweden bedenklich auf. Und sowohl gegen Frankreich (bedingt natürlich auch durch die Unterzahl) als auch gegen Spanien verlegte sich das Team fast nur aufs Verteidigen und suchte das Glück im Kontern. Wenn ich mir die fließenden Kombinationen der Spanierinnen, aber auch von Frankreich, England und sogar Italien anschaue, dann fehlt da doch einiges. Insofern war das Halbfinale noch das höchste der Gefühle, noch dazu mit diesem jungen und ersatzgeschwächten Team.

Doch gerade die spielerische Brillanz einer Aitana Bonmati oder Alexia Putellas lässt sich nicht von Jetzt auf Gleich erlernen, die Grundlagen dazu braucht es schon in der Jugend. Keine deutsche Feldspielerin stach spielerisch heraus in diesem Turnier, allenfalls durch Laufbereitschaft und enormen Kampfgeist. Deutsche Tugenden also, die Matthias Sammer bei den Männern vermisst. Aber die große Frage lautet: Gibt sich der deutsche Fan mit dieser Art von Außenseiter-Fußvball zufrieden mit „Hansperterbriegel-“ oder „Griechenland2004-Fußball“, wie die „Zeit“ bemängelt. Wo ist die Wirtzin und/oder eine Musialova?

Und doch: Der positive Eindruck überwiegt. Vor allem auch angesichts der Tatsache, dass die Deutschen (mal wieder) den Frauen-Fußball entdeckt haben. 14,26 Millionen fieberten am Fernseh-Gerät allein in der ARD mit, alle Zeitungen berichten ausführlichst. Ähnliche Quoten hat es zwar schon bei der Heim-WM 2011 gegeben, doch jetzt scheint mir der Vereins-Unterbau gerade auch international weitaus gestärkter als damals, als die Euphorie schnell wieder verebbte. Allerdings hat die Bundeslgia im Vergleich zu England, Spanien und sogar Frankreich erheblichen Nachholbedarf. Ein erster Schritt wäre es meiner Meinung nach, wenn die Clubs (mittlerweile fast alle den Männer-Bundesligisten angeschlossen) verstärkt in die großen Stadien gingen und nicht nur bei absoluten Höhepunkten. Fußball der Frauen ist mittlerweile zu einer eigenständigen attraktiven Angelegenheit geworden, die refgelmäßig ein entsprechendes Ambiente verdient hätte und nicht ein CL-Spiel auf einem besseren Trainingsgelände.
Das gilt übrigens auch für mich, der den „normalen“ Frauenfußball (die Bezeichnung ist ziemlich unerwünscht, es heißt ja auch nicht Frauen-Tennis oder gar Damentennis) abseits der Großereignisse recht stiefmütterlich behandelt habe. Ich gelobe Besserung.

 

 

Das Endspiel steht noch aus

 

Weltmeisterin Spanien kann also das Doppel WM/EM perfekt machen, wie ihre Männer 2008 und 2010 (+2012). Dazu braucht es am Sonntag einen Finalerfolg gegen England, in einer Wiederholung des Endspiels 2023 in Sydney. Die Engländerinnen ihrerseits sind die Stehauffrauen dieses Turniers. Zweimal retteten sie sich in Viertel- und Halbfinale gegen Schweden und Italien nach Rückstand bis in die Schlussphase noch in die Verlängerung. Gegen die tapferen Italienerinnen schafften sie dann durch einen berechtigten wie überflüssigen Strafstoß eine Minute vor Schluss die Entscheidung, als Chloe Kelly zunächst scheiterte, dann aber im Nachschuss erfolgreich war. In de regulären Spiezeit gelang erst in der 6. Minute der Nachspielzeit der Ausgleich. Zurück blieben in Tränen aufgelöste Azzurri und ihr glück nicht fassen könnende Lionesses.

Auch im Basler Finale (Sonntag ab 17 Uhr ZDF, SRF, ORF, DAZN) sind die Rollen klar verteilt. Hier die Favoritin Spanien, die jetzt auch wissen, dass sie ganz knappe Partien gewinnen können, dort die Außenseiterin England, die auf weitere geniale Einwechselideen ihrer holländischen Trainerin Sarina Wiegmann hoffen darf: Diese sitzt nur beim 4. WM- oder EM-Finale seit 2019 auf der Bank (besser: an der Seitenlinie). Da kann sie wohl nichts und niemand mehr erschüttern, nicht einmal die brillanten Aitana und Alexia.

Das war die Woche, die war

Anmerkung: Zur EM der Fußballfrauen habe ich mch schon in einem gesonderten Text befassthttps://blickueberdenteich.de/deutsche-fussballfrauen-beamen-uns-zurueck-in-die-80er-jahre/

 

Pogacar unaufhaltsam

 

3 Pyrenäen-Etappen, dreimal beherrschte Tadej Pogacar das Geschehen, auch wenn am Samstag in Superbagneres der fürs Gesamtklassement uninteressante Holländer Arensmann als Erster durchs Ziel fuhr. Besonders beim Anstieg nach Hautacam am Donnerstag bewies der Slowene seine Ausnahmeklasse, als er zwischen sich und dem Zweiten Jonas Vingegaard mehr als 2 Minuten legte. Ich sehe nicht, wer dem Titelverteidiger das Gelbe Trikot für Paris noch streitig machen kann, vorausgesetzt natürlich, er bleibt gesund.
Hinter Pogacar und Vingegaard hat sich Florian Lipowitz ins Rampenlicht gefahren und gleichzeitig ins Weiße Trikot des besten Jungprofis. Der deutsche ehemalige Biathlet zeigt sich bisher als klare Nummer 3, erst recht nach der Aufgabe von Remco Evenepoel, der allerdings vorher schon Schwächen zeigte. Beeindruckend, wie er am Berg mit den allerbesten mithält, dazu noc h hervorragende Qualität im Zeitfahren. Klar, ein Schwächeanfall kann den noch Unerfahrenen Fahrer jederzeit passieren (gerade am Mont Ventoux am Dienstag), aber es sieht sehr gut aus für den erst 24-Jährigen. Seine besten Jahre hat er zudem noch vor sich.

 

Wellbrock unbesiegbar

 

4 Freiwasser-Wettbewerbe bei der Schwimm-WM in Singapur, viermal stand Florian Wellbrock ganz oben auf dem Siegerpodest. Der Magdeburger triumphiert über 5 und 10 Kilometer, in einem Ausscheidungsrennen und mit der gemischten Staffel (zusammen mit seinen Magdeburger TeamkollegInnen Isabell Gose, Celine Rieder und Oliver Klemet). Das hat es bei einem Großereignis noch nie gegeben – und das ein Jahr nach dem für ihn völlig verpatztem Olympia. Wellbrock wollte nach dem Desaster schon  aufhören, fand aber in seiner Trainingsgruppe und Chef Bernd Berkhahn neue Motivation. Der sich ja schon seit längerer Zeit auch internationale SpitzenschwimmerInnen anschließen. So gewann die Australierin Moesha Johnson die Titel über 5 und 10 Kilometer. Auch der neue 400-Meter-Weltrekordler Lukas Märtens gehört im übrigen dieser Gruppe an. Dieser wird dann nächste Woche bei der Becken-WM starten, wie auch Florian Wellbrock über 1500 Meter.

 

Eintracht Frankfurts nächster Goldesel – der Transfermarkt

 

Eintracht Frankfurt gibt Stürmer Hugo Ekitiké an den FC Liverpool ab, für die stolze Summe von 95 Millionen Euro. Die nächste Irrsinnssumme, die der Bundesligist einstreich: Erst im Januar wechselte Omar Marmoush für 80 Millionen zu Manchester City, und vor 2 Jahren wechselte Kolo Muani für 95 Millionen zu PSG. 300 Millionen in 2 Jahren – Sportdirektor Markus Krösche ist ein waher Geldesel. Ersatz haben die Frankfurter schon gefunden: Jonathan Burkhardt wechselt vom Ligakonkurrenten Mainz an den Main.

Die Reds wiederum verpflichteten mit dem Franzosen bereits den dritten namhaften Bundesliga-Profi nach Florian Wirtz und Jeremy Frimpong, die beide von Bayer Leverkusen kamen.

Und die Bayern? Sind bei ihren Wunschtransfern Nick Woltemade (Stuttgart) und Luis Diaz (Liverpool) nicht groß weitergekommen. Zumindest bei Diaz haben sich die Chancen wegen des Ekitiké-Transfers verbessert, zumal der Kolumbianer sein Interesse hinterlegt hat. Verhärtete Fronten dagegen bei Woltemade. Der deutsche Senkrechtstarter will ja unbedingt zu den Münchnern, es hakt „nur noch“ an der Ablösesumme. Und was macht der Profi in solchen Fällen. Schickt den Berater vor, der jammert. Es sei ungehörig, dass die Stuttgarter bei einer Bundesliga-internen Rekordsumme von 55 Millionen noch nicht mal verhandeln wollen (er verschweigt natürlich, dass er bei einem derartigen Transfer kräftig verdienen würde, sehr viel mehr als bei einer schnöden Vetragsverlängerung oder -Aufbesserung). Dumm gelaufen, hättest Du mal vergangenes Jahr eine Ausstiegsklausel in Woltemades Stuttgart-Vertrag eingebaut, aber wer hätte diese Leistungs-Explosion schon vorhergesagt? Das Ganze zeigt mal wieder anschaulich, wie verwerflich das Fußballgeschäft ist, wo Verträge (Woltemade bis 2028!) nichts mehr zählen.

 

Zverev trainiert mit Toni Nadal

 

Das wäre ein Paukenschlag, wenn Toni Nadal den Deutschen länger betreuen würde. Zunächst gab es vergangene Woche „nur“ gemeinsame Trainingseinheiten dem Mann, der Rafael Nadal zu einer Tennislegende formte. Ob mehr daraus wird, bleibt abzuwarten, doch Zverev könnte vom unermesslich großen Wissen Toni Nadals extrem profitieren. Viel fehlt Zverev ja nicht zu einem Grand-Slam-Triumph (auch wenn derzeit Carlos Alcáraz und Jannik Sinner unerreichbar scheinen). Nadal gilt als Disziplin-Fanatiker (Zverev als eher unpünktlich, oh, oh), Widerspruch duldet er kaum, erst recht nicht von Angehörigen. (Papa und Bruder Zverev, oh, oh). Wie geschrieben, alles bisher nur Spekulatius, zumal niemand verlässlich weiß, ob sich Toni Nadal eine Tour-Begleitung rund um die Welt noch mal antun will. Charme hätte eine wie auch imme geartete Zusammenarbeit auf jeden Fall, und sie wäre für Zverev die Ideallösung.

 

Und sonst?

 

  • Motorrad: Marc Marquez, wer sonst? Der spnische MotoGP-Fahrer holte sich auch in Brünn das Double Sprint und Normalrennen – zum fünften Mal in Folge. Dem WM-titel steht wohl nicts mehr entgegen.
  • Rallye: Der Schwede Oliver Solverg (im eigenen Oliver-Solberg-Team) gewann die Rallye Estland vor dem Lokalmatoadoren Ott Tänak. Tänak führt die WM-Wertung mit einem Punkt Vorsprung auf Elfyn Evans an.
  • Schwimm-WM: Gold für die Österreichischen Schwestern Ekaterini und Eirini Alexandri im Synchron-Schwimmen. Ihre Drillingsschwester Vasiliki wurde im Einzel Vierte und Fünfte.
  • Golf: Scottie Scheffler siegte überlegen bei den Open Championships. 4 Schläge Vorsprung hatte der US Boy auf Landsmann Harris English. Scheffler holte sich damit den zweiten Major-Titel des Jahres und den vierten insgesamt. Nur die US Open fehlen noch in seiner Sammlung.
  • Tennis: Turniersiege holten sich  Luciano Darderi in Bastad, Alexander Bublik (Gstaad) und Denis Shapovalov (Los Cabos) sowie Lois Boisson (Hamburg) und Irina-Camelia Begu im heimischen Iasi/Rumänien.

 

 

Deutsche Fußballfrauen beamen uns zurück in die 80er-Jahre

Die Viertelfinali der Fußball-EM der Frauen sind gespielt, mit zum Teil bemerkenswerten Partien mit allem, was diese Sportart so faszinierend und (je nach Ansicht) wunderbar oder grauenhaft macht.

 

Ein Sieg der Leidenschaft und des Herzblutes

 

Ein Kapitel für sich schrieb die Partie Deutschland gegen Frankreich, die uns in längst vergangen geglaubte Zeiten zurückbrachte. Schon die Vorzeichen waren klar: Hier ein teilweise begeistendes Team von les Bleues, dort eine Mannschaft, die nach einem mehr als ernüchternden 1:4 in der Vorrunde gegen Schweden die Wunden leckte. Und spätestens nach dem vorsätzlichem Haareziehen von Kathrin Hendrich gegen eine französische Spielerin samt Rot und (recht glücklich) verwandeltem Elfmeter in der 13. Minute schienen alle Messen doch gesungen. Wer jetzt übrigens meint, Haareziehen sei typisch Frau, den verweise ich gerne auf eine Szene von vor einer Woche, als im Finale der Club-WM Joao Neves (PSG) Chelsea-Spieler Marc Cucuralla das gleiche Delikt beging. https://www.ran.de/sports/fussball/klub-wm/videos/fifa-klub-wm-cucurella-im-fokus-neves-sieht-rot-nach-haare-ziehen
Was dem langhaarigen Spanier nicht zum ersten Mal passierte.

Deutsche und Aufgeben?, denktste! Denn sie besannen sich wie zu besten Zeiten   auf die deutschen Tugenden (die Dauer-Motzki Matthias Sammer schon vergessen glaubt) und lieferten einen tollen Kampf bis über die Schmerzgrenze hinaus. Eine schöne Ecken-Variante brachte das 1:1 durch Sjoeke Nüsken, und die Verteidigung wehrte alle Angriffe der Französinnen mit riesigem Herzen ab. Wobei es ihnen die bemerkenswert einfallslosen Gegnerinnen auch recht einfach machten. Glück kam hinzu bei zwei Abseitstreffern der Equipe tricolore (eines davon haarscharf). Auf der anderen Seite scheiterte Nüsken mit einem ganz schwachen Elfmeter und prolongierte die Serie von absurd schwachen Versuchen vom Punkte bei diesem Turnier.

Also Verlängerung, immer noch 10 gegen 11. Die gefährlichste Szene der Französinnen entschärfte die deutsche Schlussfrau Ann-Katrin Berger mit einer Monsterparade, als sie eine veunglückte Kopfball-Abwehr von Janina Minge von der Linie kratzte: sicher der beste Save des Turniers und vielleicht einer der besten in der EM-Geschichte (Männlein und Weiblein).

https://www.sportschau.de/fussball/frauen-em/weltklasse-parade-berger-verhindert-dfb-rueckstand,fussball-frauen-em-berger-parade-100.html

Mit etwas Glück (eine Französin traf in der Schlussminute der Verlängerung nur die Oberkante der Querlatte, an die Berger den Ball guckte) retteten sich die Deutschinnen ins Elfmeterschießen, und dort avancierte Berger endgültig zur Matchwinnerin. Nicht nur hielt sie 2 Versuche, sondern sie traf auch selbst vom Punkt, als sie selbstbewusst als 5. Schützin antrat und eiskalt verwandelte. Offen bleibt nur, ob ihr die auf einer Trinkflasche aufgemalten Hinweise halfen (Wer dachte da nicht an Jens Lehmanns Zettel 2006 gegen Argentinien, der im Fußball-Museum ausgestellt ist). Und wie es sich für ein deutsches Team im Elfmeterschießen gehört, waren die Schützinnen fast unfehlbar. Sechs verwandelten souverän, nur die extra dafür eingewechslte Sara Däbritz wollte es zu gut machen und zielte etwas zu hoch. Die französische Torhüterin jedenfalls berührte keinen Ball (außer, wenn sie ihn aus dem Tornetz holte).

So viele Parallelen zu den 1980ern und vor allem zur Nacht von Sevilla 1982, als die deutschen Männer sich gegen eine vermeintlich übermächtige Equipe Tricolore durchsetzten. Wieder diese unfassbare Leidenschaft, eine glänzenden Torfrau (die allerdings nicht der Gegnerin die Zähne ausschlug wie einst Toni Schumacher Patrick Battiston. Wobei: Haareziehen ist auch nicht die feine Art).

Apropos Haareziehen: Ich hatte riesiges Vegnügen in einem anderen Blog die Partie zu verfolgen, wo alle denkbaren und undenkbaren Haarwortspiele gemacht wurden. Mir persönlich fiel sofort „Asterix der Gallier“ ein, als der gefangenengenommene Miraculix den Römern statt des Zaubertranks ein Haarwuchsmittel braute (samt tausend Sprüchen über Haare).

Zurück zum Spocht: Die Deutschinnen treffen am Mittwoch auf den klaren Favoriten Spanien. Tags zuvor duellieren sich England und Italien

 

Elfmeterschießen aus Absurdistan

 

Und damit bin ich bei der 2. bemerkenswerten Viertelfinal-Partie, genauer gesagt, dem Elfmeterschießen zwischen England und Schweden, das nach dem 2:2 nach Verlängerung (die Schwedinnen hatten schon 2:0 geführt) nötig wurde. Ich kann es nicht anders sagen: Ein schlimmeres Duell vom Punkt habe ich noch nie gesehen. Nicht nur, dass nur 5 von insgesamt 14 Schüssen erfolgreich waren, sondern viel mehr die (Entschuldigung!) mehr als dilettantische Art, wie zahlreiche Versuche derart schwach in die Hände der gegnerischen Torfrau geschoben wurde, kaum dass der Ball die Torlinie erreicht hätte, ließ mich mehr und mehr staunend und (ich gebe es zu) laut lachend zurück. Zur tragischen Heldin avancierte die schwedische Torfrau Jennifer Falk: Die hielt zwar vier Elfer, versagte aber selbst vom Punkt, als sie den Ball bei ihrem Versuch, der das Match zu Gunsten Sverige entschieden hätte) weit übers Tor drosch.

Am Ende durften also die Engländerinnen jubeln trotz ihrer England-typischen 4 Fehlversuche im Elferschießen.

 

Viertelfinale

Norwegen – Italien 1:2

Das entscheidende Tor erzielte die Squadra Azzurra eine Minute vor Schluss

Schweden – England 5:4 n. E.
Spanien – Schweiz 2:0
Lange wehrte sich die Gastgeberinnen gegen übermächtige Ibererinnen, doch zwei fein herausgespielte Treffer entschieden das Spiel zugunsten der Spanierinnen um die brillanten Bonmati und Putellas

Frankreich – Deutschland 6:7 n. E.

 

Halbfinale

Di., 21:00: England – Italien in Genf/ZDF und DAZN
England ist Titelverteidiger und hat sich von Spiel zu Spiel gesteigert. Italien steht zum ersten Mal seit 28 Jahren in einem EM-Halbfinale

Mi., 21:00: Spanien – Deutschland in Zürich/ARD und DAZN
Bei Olympia 2024 setzte sich das deutsche Team im Spiel um Platz 3 mit 1:0 durch

Böses Spiel mit Marc ter Stegen

Marc-André ter Stegenist ein herausragender Torwart, 2009 absolvierte er für Borussia Mönchengladbach sein erstes von insgesamt 108 Bundesligaspielen, 2014 wechselte er zum berühmten FC Barcelona. Dort avancierte er nach etwas schwieriger Anfangszeit (Claudio Bravo war Stammtorwart) zur unbestrittenen Nummer 1, wurde 2024 Mannschaftskapitän. Mehr als 400 Spiele hat er  für die Katalanen absolviert, zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist allerdings mehr als fraglich, ob ein weiteres hinzukommt.
Denn der FC Barcelona, dieser selbsternannte Weltclub und noch viel mehr, plant nicht mehr mit ihm. Und tut alles, um den teuren Keeper (geschätzte 18 Millionen Gehalt per annum) loszuwerden – trotz eines Vertrages, der 2023 um 5 Jahre verlängert wurde, also noch bis 2028 läuft. Das mit mehr als 1 Milliarde verschuldete Barca muss sparen.

Sparen nach Barca-Art bedeutet: Zunächst verpflichtete der Club den hochbegabten Schlussmann Joan Garcia für 40 Millionen vom Lokalrivalen Espanyol, setzte ter Stegen also einen starken Konkurrenten vor die Nase. Das kommt vor, und ter Stegen gab sich sportlich und wollte den Kampf um den Stammplatz im Tor aufnehmen, den er zu gewinnen glaubte. Doch dann der nächste Rückschlag: Trainer Hansi Flick bedeutete ter Stegen, dass er nur noch Nummer 3 wäre. Das geschah ohne Leistungsabgleich und im Zweifel auf Geheiß der Vereinsspitze, die Flick nicht verärgern wollte und deshalb kuschte. Nummer 2 hinter Garcia sei vielmehr Wojciech Szczesny, also jener 35-jährige Pole, den Barca nach ter Stegens schwerer Patallasehnen-Verletzung 2024 aus dem Ruhestand geholt hatte und der den Deutschen ordentlich, allerdings auch nicht überragend vertreten hatte. Jetzt darf der passionierte Kettenraucher noch ein Jahr anhängen wahrscheinlich ausschließlich auf der Bank; nur damit Barca ter Stegen vergraulen kann, um sich das Gehalt zu sparen (insgesamt mehr als 54 Millionen Euro). Dabei zeigte sich ter Stegen fit, als er im April von de Verletzung wiederkam, war unter anderem bester Deutscher bei den beiden Nations-League-Niederlagen gegen Portugal und Frankreich, verhinderte gar Schlimmeres. Jetzt wurde er verbannt hinter einem Auslaufmodell, darf auch nicht mehr mit der 1. Barca-Mannschaft trainieren.

Natürlich weiß der Club um ter Stegens Dilemma. 2026 steht die Fußball-WM an, und es wäre für den Nationalttorwart nach heutigem Stand das erste mal, dass er ein großes Turnier als  Stammtorwart fürs deutsche Team bestreiten könnte.. Zwar ist er seit 2012 Nationalkeeper, doch an Manuel Neuer gab es 12 Jahre lang kein Vorbeikommen. Zunächst war Neuer tatsächlich klar besser, in anderen Turnieren wollte sich die Trainer erst Löw, dann Flick keinen Stress  machen, die eine (sportlich wohl verdiente) Degradierung Neuers mit sich gebracht hätte. Um allerdings den Nummer1-Status fürs Turnier in Amerika zu behalten, braucht ter Stegen Spielpraxis. Die er bei Barca auf keinen Fall erhält, wie ihm klar bedeutet wurde. Absitzen des Vertrages kommt also eher nicht in Frage, die wirklichen Spitzenclubs sind allerdings auf der Torwartposition schon mehr oder weniger stark besetzt. Galatasaray, bei dem ein Geldscheißer offenbar seine Hinterlassenschaften abgelegt hat, zeigt Interesse; das wäre halt nur türkische Liga, allerdings auch ambitionierte Champions League und ein Wiedersehen mit Leroy Sané Trotdem sicher ein Downgrad.

„Mes que un club“ steht stolz auf der Barca-Homepage. Mehr als Fußball, natürlich nur im Guten. Barca betrachtet sich als Herz und Sprecher der Katalanen, oft auch des überbordenden Katalanismus, der die Separation von Spanien anstrebt. Er galt als das Gute in der Franco-Zeit, wo die Schiris Real Madrid gerne bevorzugten.
„Mes“ galt auch lange Zeit für Großzügigkeit, für Erhabenheit. Als die anderen Vereine schon längst ihre Trikotbrust kommerziell an die meistbietenden verhökerten für zweistellige Millionenbeträge, war das blaurote Trikot erst blank, dann durfte Unicef kostenlosfür seine Dienste werben.
Vorbei, vergessen: Jetzt wirbt Barca für kolportierte 70 Millionen für ein Streamingportal, das ist sehr viel „mes“. Doch Barca und die Finanzen, das ist mittlerweile eine äußerst übelriechende Geschichte. Mehr als 1 Milliarde Euro Schulden hat der FC Barcelona mittlerweile angehäuft, abstruse Gehälter einerseits (alle netto gezahlt), riesige Ablösesummen, und jetzt kommt auch noch der Aus-/Umbau der heiligen und so großartigen Spielstätte Camp Nou in die gigantischste, größte und (natürlich beste( Spielstätte Europas hinzu. Insgesamt 1,5 Milliarden Euro wurden dafür veranschlagt (neben dem reinen Stadion für 105.000 Zuschauer, ein Hotel, eine Basketball-Arena, Büros und ein Fancenter). was so eine moderne Arena halt so braucht). Camp Nou neu ist allerdings im Verzug, die Baukosten sind explodiert, erst 2026 ist die Arena vollständig fertig.
Damit Barca überhaupt eine Lizenz erhält, hat es sein Tafelsilber verkauft. Viele Logen in der neuen Super-duper-Arena sind schon bis über 20 Jahre im Voraus verkauft, ebenso Werbeeinnahmen bis übers Jahr 2040 hinaus.
Sogar der sehr nachsichtige spanische Verband achtet mittlerweile auf Finanzgebaren. Neue Spieler werden nur genehmigt, wenn die Summen nur durch Verkaufe anderer Profis gedeckt sind. Wahrscheinlich nur deshalb scheiterte der Wechsel des Hochbegabten Nico Williams von Athletic Blilbao, weil Barca dem Spieler keine Spielgarantie geben konnte.

Barca war immer ein Sehnsuchtsort der Fußball-Romatiker. Seit Johan Cruyff in den 70ern spielte und seit den 90ern das neue Barca erschuf mit dem berühmten Tiki Taka in diesem wunderschönen Camp Nou; das dann Pep Guardiola mit Superspielern wie Xavi und Iniesta und Busquets zur Perfektion trieb, garniert mit dem unerreichten Genie des Lionel Messi. Jetzt ist das das stolze „mes“ einem traurigen „mes“, also eher einem „menys“ gewichen. Wo verdiente Spieler vergrault werden, wenn es dem allmächtigen Präsidenten Laporta gefällt (wie Ilkay Gündogan 2024 ebenfalls als Kapitän, der immerhin bei ManCity und Pep Unterschlupf fand=. Jüngsten Gerüchten hat Pep Interesse an ter Stegen gezeigt, dann würde sich das üble und falsche Spiel für ter Stegen würdevoll schließen.

Und nachdem ich das alles aufgeschrieben habe, platzt die Meldung hinein, dass ter Stegen eine erneute Operation an seinem Knie plant. 4 Monate Pause würde das bedeuten und höchstwahrscheinlich das Ende aller WM-Träume als Torwart auf dem Feld. Das wäre eine allzu traurige Pointe eines üblen Spiels.

Das war die Woche, die war

Wimbledon habe ich in einem gesonderten Text behandelt, Tour und Fußball-EM der Frauen schon in die Wochenvorschau gepackt. Ein übersichtlicher Rest bleibt dennoch.

 

Deutsche rennen wirklich gut

 

Am Freitag fiel in Monaco ein weiterer deutscher Uralt-Rekord. Mohamed Abdilaahi rannte die 5000 Meter in 12:53,63 Minuten und blieb damit gut eine Sekunde unter der bisherigen Bestleistung, die Olympiasieger Dieter Baumann 1997 in Zürich aufgestellt hatte. Der nächste deutsche Laufrekord über eine Mittel- oder Langstrecke, nachdem zuvor schon Frederik Ruppert (3000 Meter Hindernis) und Robert Farken (1500 Meter, Meile) ewig lang bestehende Marken verbessert hatten.
Ein Glanzlich in Monaco setzte 800-Meter-Olympiasieger Emmanuel Wanyonyi, der die 2 Stadionrunden in 1:41,44 Minuten bewältigte. Insgesamt blieben 6 Läufer unter der 1:43er-Marke. Auch Femke Bol stellte über 400 Meter Hürden mit 51,95 Sekunden eine Weltjahresbestleistung auf, blieb aber fast eine Sekunde unter ihrem Europarekord und anderthalb Sekunden unter dem Weltrekord von Sydney McLaughlin-Levronne (50,37).

 

Chelsea triumphiert, und Trump feiert mit

 

Die Club-Weltmeisterschaft fand endlich einen Sieger, und der heißt etwas überraschend FC Chelsea. Die Londoner überrannten im Finale in New York förmlich das favorisierte Paris Saint-Germain. Schon zur Pause hieß es 3:0 durch 2 Treffer von Cole Palmer, der auch das 3:0 brillant vorbereitete. Live vor Ort im MetLive Stadium war auch Donald Trump. Der wurde von FIFA-Boss Gianni Infantino unterwürfigst hofiert und ließ es sich nicht nehmen, bei der Siegerehrung den wahren Siegern die Schau zu stehlen (er blieb viel länger auf dem Podest als vorgesehen). Das weiß ich allerdings nur aus Berichten, selbst angetan habe ich mir nur das Spiel.
Damit ist ein Monat zusätzlicher Fußball auch vorbei. Zurück bleiben sehr erschöpfte Spieler, sehr reiche Vereine (Chelsea sackte insgesamt mehr als 100 Millionen Euro ein), ein zwiespältiges Publikum (in Deutschland wollte nur 1,7 Millionen das Endspiel sehen und damit gerade mal die Hälfte der Anzahl, die zum gleichzeitige Frauen-Vorrundenspiel Frankrech gegen Schweden einschalteten). Infantino allerdings zeigte sich hochzufrieden mit „seinem“ Turnier, das er höchstselbst aus de Taufe gehoben hat. Und ich muss es bei aller Skepsis zugeben: Zumindest in Südamerika war es tatsächlich ein großer Erfolg. Ich persönlcih alledings brauche es in etwa so dringend wie Zahnschmerzen (reingeguckt hab ich natürlich trotzdem 🦁).

 

Und sonst

 

  • Radsport: Isaac del Toro hat die Österreich-Rundfahrt für sich entschieden, die über 5 zum Teil sehr anspruchsvolle Etappen (14.000 Höhenmeter) führte. Der Mexikaner hatte den Giro als Zweiter beendet und war dort 11 Tage lang in Rosa gefahren.
  • Motorrad: Der Marquez-Festspiele fanden auch am Sachsenring ihre Fortsetzung. Der Spanier siegte erneut sowohl im Sprint als auch im Hauptrennen, das durch zahlreiche Stürze geprägt war. Er feietre seinen 69. Sieg in der Königsklasse und übertrumpfte damit den legendären Giacomo Agostini. Das Familienfest machte der jäüngere Bruder Alexis als Zwweiter des Hauptrennens perfekt.
  • Tennis: Nach ihrem schnellen Wimbledon-Aus machte sich Tatjana Maria auf nach Newport/USA, wo ein Challenger-Turnier auf Rasen anstand. Dort kam sie immerhin bis ins Finale, wo sie dann allerdings der Amerikanerin Caty McNally unterlag. Immehin sprang Maria in der Weltrangliste auf ihren Bestwert 36.