von Münchner Löwe | Dez. 4, 2023 | Allgemein, basketball, bundesliga, EM, Fußball, NBA, NFL, Wintersport
Selektive Wahrnehmung
Mit einer an italienische Verteidigungskünstler at their best erinnernde Abwehrleistung haben die Borussen aus Dortmund ein 1:1 bei Tabellenführer Bayer Leverkusen ergattert. Grund für Trainer Edin Terzic, sollte ich glauben. Doch dieser meckerte vor allem über das Schiedsrichtergespann inklusive VAR, der Karim Adeyemi doch einen klaren Elfmeter verweigert habe .Klar, es gab einen kleinen Kontakt im Leverkusener Strafraum und es gab auch schon Schiris, die bei solchen Szenen auf Elfer nentschieden haben, aber viel klarer war doch die Aktion gegen den Bayer-Spieler Palacios im Borussen-Strafraum, eine Szene, auf die Terzic nicht eingehen wollte. Diese Kunst der selektiven Wahrnehmung, man beklage heftigst nachteilige Pfiffe mit mehr oder weniger Tendenz zum Vorwurf der absichtlichen Benachteiligung, und ignoriere tunlichst jedwede begünstigende Szene oder kommentiere sie allenfalls mit einem knappen „da hatten wir schon Glück“. Da das praktisch jeder Trainer und auch alle Spieler beherzigen, gleicht sichs also wieder aus.
Ein echtes Ärgernis bleiben die obskuren Handelfmeter, die gegeben werden (oder auch nicht), obwohl null Torgefahr verhindert wurde. Hier fände ich eine neue Regel sehr erfreulich, zurzeit aber völlig utopisch. Warum gibt man dem Schiri-Gespann nicht die Möglichkeit, wenn er schon pfeift, dann wenigstens „nur“ (indirekten?) Freistoß zu geben. Bei der jetzigen Situation, wäre es geradezu fahrlässig von Trainern, nicht das gezielte Anschießen an die Hand des gegnerischen Verteidigers zu üben. Also wie im Hockey das Fußanschießen, wobei lang nicht so viele Strafecken zum Erfolg führen wie ein Elfmeter im Fußball.
Zur Lage der Liga: Trotz des Punkverlustes bleibt Bayer an der Spitze, und die Bayern würden bei einem Sieg im Nachholspiel gegen Union nur aufgrund des Torverhältnisses die Tabellenführung übernehmen. Ist eh hypothetisch, weil diese Partie erst im Januar 24 ausgetragen wird. Stuttgart bleibt die Überraschung, hat jetzt aber die Partien gegen Bayer und Bayern vor sich. Der Rest ist im Titelrennen erst mal abgeschlagen, und im Abstiegskampf hat der FC einen elementar wichtigen Sieg in Darmstadt gelandet.
Deutsche Erfolge im Schnee
Allerdings nicht bei den Alpinen, wo die Männer-Rennen in Beaver Creek ausfielen und die Frauen im Riesenslalom in Kanada wie erwartet keine Rolle spielten. Insgesamt konnte in dieser Saison immer noch kein Speedrennen, insgesamt waren 9 geplant. Während der kollektive Ausfall am Matterhorn erwartbar war, hatten sie auf der Birds of Prey in den USA einfach Wetterpech. Schade um diese wunderbare Abfahrt.
Geradezu brillant sind die deutschen Biathleten in die Saison gestartet. So feierte Philipp Nawrath in Östersund im Sprint seinen ersten Weltcupsieg und führt im Weltcup (Justus Strelow ist Vierter).. Und bei den Frauen überzeugen vor allem Franzi Preuß und Vanessa Voigt, die nach dem ersten Wochenende im Weltcup auf den Plätzen 1 und 3 stehen. Schon ist von einem deutschen Wunderwachs die Rede, nachdem Fluor wegen Umweltschädlichkeit verboten sind. Vor allem die Norweger sind ziemlich sauer auf ihre Skier.
Vor allem in der Breite bestechen die Skispringer, die in Lillehammer auf der Normalschanze vier und auf der Großschanze drei Springer unter die ersten Zehn brachten. Andreas Welliknger musste sich jeweils nur dem überagenden Stefan Kraft beugen, der alle vier Saison-Wettbewerbe für sich entschied.
Last but not least: Die Langlaufstaffeln belegten bei den Männern und Frauen die Plätze 3 und 2.
Das NBA-turnier während der NBA-Saison.
Umstritten, aber doch attraktiv: So kann man das In-Season-Tournament der NBA auf einen Nenner bringen. Die gerade Ende November oft vor sich hin määndernde Saison, der Reiz des Starts in die Spielzeit ist weg und die Playoffs sind noch weit weg, hat mit den Partien, die quasi doppelt zählen, durchaus seinen Reiz bekommen. Je vier Teams aus dem Osten und Westen spielen jetzt in einer K.o.-Runde (jeweils ein Spiel) den Sieger aus. Auß0er um die Ehre geht es auch um einen Batzen Geld.
Ansetzungen (MEZ)
Di., 01:30: Pacers – Celtics
Di., 04:00: Kings – Pelicans
Mi., 01.30: Bucks – Knicks
Mi., 04:00: Lakers – Suns
Und die NBA selbst?
Im Westen führen die Timberwolves mit zwei Spielen Vorsprung auf die Thunder und Nuggets.
Im Osten liegen die Celtics voran.Auf Platz 2 sind die Magic mit dem grandiosen Franz Wagner (3 Spiele in Folge mit 30+ Punkten), die nach 9 Siegen in Folge bei den Nets verloren. Ein typisches Back to Back Spiel: Sie waren erkennbar müde.
Niners bleiben im Rennen
Das NFC-Spitzenspiel zwischen den Eagles und den 49ers ging klar an die Gäaste aus San Francisco, die gleich mit 41:13 in Philadelphia gewannen und den Rückstand auf den Conference Leader auf ein Spiel vekürzten. Brock Purdy überragte mit 4 TD Pässen bei keiner Interception. Ein echtes Statement gegen den vermeintlich härtesten NFC-Kontrahenten. Mehr zur NFL morgen in einem gesonderten Text.
Die deutschen Bundesligen
– Handball: SC Magdeburg und Berlin Füchse führen mit drei Punkten Vorsprung auf die SG Flensburg-Handewitt. THW Kiel hat schon einen Respektabstand, findet aber siene Form.
– Basketball: Reichlich überraschende Heimniederlage der Ulmer gegen Rostock. Alleiniger Tabellenführer sind die Niners Chemnitz.. Die Basketballer aus München hatten keine Lust auf eine beschwerliche Reise nach Berlin, und die Partie wurde auf deren Bitte abgesagt. Anders übrigens machten es die Volleyballer aus dem benachbarten Dachau, dass per Bus in die Hauptstadt fuhr, um sich dort die erwartete 0:3-Klatsche bei den Berlin Volleys abzuholen.
– Eishockey: Hier wechselt die Tabellenführung regelmäßig. Jetzt sind nach zwei Siegen am Wochenende wieder die Eisbären Berlin vorn, weil die Straubing Tigers am Sonntag mit 0:2 gegen Wolfsburg verloren und punktgleich mit den Fischtown Pinguins auf dem dritten Platz liegen. Die Kölner Haie erlebten ein 1:7-Debakel beim bis dato so enttäuschenden Rheinrivalen DEG. Wird für die Fans eine wenig luschtige Heimfahrt auf dem Rhein geworden sein, ertränkt mit dem einen oder anderen oder mehreren Kölsch.
Fußballer atmen auf
Eine machbare Gruppe, das ist der allgemeine Tenor, nachdem den deutschen Fußballern Schottland, Ungarn und die Schweiz für die Gruppenphase der Heim-EM zugelost wurde. Tolles Eröffnungsspiel in München gegen Schottland und zigtausenden britischen Fans. Angesichts der jetzigen Form ist das trotzdem ein durchaus kniffliges Programm, zumal die Deutschen bei den vergangenen Turnieren gerade gegen die vermeintlich sdchwächeren Gegne nicht gut aussahen, während esgegen vermeintlich starke Teams wi Spanien in Katar und Purtugal sowie Frankreich bei der EM 2021 gut lief.
Die stärksten Gruppen zumindest der Papierform nach sind die B mit England, Spanien, Kroatien und Albanien sowie die D mit Holland, Frankreich, Österreich und dem Nations-League-Sieger A, Polen, Finnland, Wales, Estland).Viel schwerer geht es kaum.
Frauen hoffen auf Olympia
Die deutschen Fußballerinnen gewannen in der Nations League gegen Dänemark mit 3:0 und stehen damit als Gruppensieger praktisch fest, denn ein Sieg in Wales muss drin sein. Außerdem stehen Spanien und Frankreich als Gruppensieger fest. Den vierten Halbfinalisten ermitteln Holland (gegen Belgien) und England gegen Schottland. Die vier Halbfinalisten ermitteln die beiden europäischen Olympiateilnehmer neben Gastgeber Frankreich, das trotzdem im Halbfinale dabei ist den Olympia-Spielverderber mimen kann.
Extrem pikant und eigentlich ein absolutes No go: Da Großbritannien mit einem gesamt-britischen Teama bei Olympia startet, ist Schottland sehr daran gelegen, dass England sich für Olympia qualifiziert, also erst mal Gruppensieger wird. Also müssen sie möglichst hoch verlieren, während Holland, das zurzeit die um drei Tore bessere Tordifferenz hat, auf Belgien trifft, das zumindest noch theoretische Chancen hat. Sehenden Auges und völlig unnötig hat die unfähige UEFA diese Konstellation hinausbeschworen. Auch das Thema Frankreich hat einen üblen Beigeschmack.
von Münchner Löwe | Nov. 28, 2023 | Allgemein, basketball, bundesliga, Fußball, NBA
Dortmunder Chance(n)
Die Champions-League-Vorrunde der Fußballer hält am Dienstag und Mittwoch den 5. Spieltag ab. Völlig offen ist die Dortmunder Gruppe F, in der alle Teams es noch in der eigenen Hand haben, das Achtelfinale zu erreichen. Dortmund führt die Tabelle mit 7 Punkten an, und wäre mit einem Sieg durch. Einen Sieg entweder heute oder gegen PSG in 2 Wochen) dürften sie aber auch auf jeden brauchen, um sicher weiterzukommen. Bei zwei Unentschieden bräuchte man die Hilfe von Newcastle.
FCB und RBL sind durch. Union kann höchstens noch Platz 3 und die Europa League erreichen, muss aber morgen in Braga gewinnen. Bei einem Remis, müssten die Berliner in zwei Wochen gegen REal verlieren und Braga in Neapel.
Ansonsten ist noch die Gruppe E mit dem Dreikampf Atlético, Lazio und Feyenoord zu beachten.
Am Sonntag sind die Dortmunder im Bundesliga-Schlager bei Tabellenführer Bayer Leverkusen gefordert. Nach dieser Woche sind wir (vielleicht) schlauer, wohin die Reise des BVB und Trainer terzic geht.
Todesgruppe oder Freilos?
Am Samstag werden in der Europa League die EM-Gruppen ausgelost. Es gibt sehr schwere Konstellationen, auch weil etwa Italien nur im 4. und vermeintlich stärksten Topf ist, aber auch sehr leichte, zumal ja auch vier Gruppendritte ins Achtelfinale kommen. So kann Deutschland vemeintlich Glück haben und Albanien, Slowakei zbd Play-off C ziehen. Oder ein sogenanntes Hammerlos mit der Türkei, Holland und Italien. Aber wirklich los geht die EM mE eh est im Achtelfinale. Zu den möglichen K.o.Gegnern dann nächste Woche mehr.
Skifahrer auf Reisen.
Die Männer fliegen in die USA, wo in Beaver Creek am Wochenende zwei Abfahrten und 1 Super-G auf dem Programm stehen. Es wären die ersten Speedrennen der Saison. Bei den Frauen sind zwei Riesenslaloms im kanadischen Temblant geplant. Das wären dann schon 4 bei 3 Slaloms und keinem Speedrennen. Seltsame Planung.
Auch sonst voller Wintersport unter anderem mit Biathlon in Östersund, Langlauf in Galivare und .Skispringen in Lillehammer.
Blick über den Teich
Das Spiel in Week 13 in der NFL ist zweifellos das Duell zwischen den Eagles und den 49ers, für viele Experten und auch mich das Conference Finale (wenn denn die Lions nix dagegen haben. Mit einem Sieg wäre den Eagles Platz 1 in der NFC und ein Freilos in der 1. Play-off-Runde kaum noch zu nehmen.
In der NBA steht das In-Season-Tournament im Blickpunkt, wo heute die letzten Spiele der Gruppenphase ausgetragen werden. Ein Fall für Freunde des Rechenschiebers, im Einzelfall kann tatsachlich das Korbverhältnis entscheiden. Das Ganze ist für mich eine nette Spielerei, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
In der NHL versuchen die Oilers, weiter aufzuholen im Kampf um die Play-offs.
Und Sonst?
Die Mannschaftssportarten setzen ihre nationalen und internationalen Wettbewerbe fort. Während die Basketballer aus München und Berlin eher mau in die CL gestartet sind, schaut es für die Handballer aus Kiel und Magdeburg recht gut aus. Auch in den zweitklassigen Wettbewerben: Eurocup bzw EHF-Cup: volles Programm. DAZ und Magenta sind dabei.
Im Snooker die UK Championship mit voller Besetzung.
Und last, but not least das Finale der U-17-WM zwischen Deutschland und Frankreich am Samstag (13 Uhr, Sky Sport News)
von Münchner Löwe | Nov. 27, 2023 | Allgemein, basketball, bundesliga, Fußball, Tennis
Trauriger deutscher Fußball, erfolgreiche deutsche Wintersportler und ein glückliches italienisches Tennisland. dies und einiges andere mehr geschah sportlich in dieser Woche. Der US Sport bekommt heute Abend oder morgen Vormittag einen gesonderten Beitrag, dann auch mit der Wochenvorschau.
Nagelsmann schon unter Druck
Nach der Heimpleite gegen die Türkei am vorvergangenen Samstag ging auch das zweite Prestigeduell der deutschen Fußballer verloren. Beim völlig verdienten und in der Höhe noch schmeichelhaften 0:2 gegen Österreich in Wien zeigte das Team eine in allen Belangen desaströse Leistung. Und es zeigte sich mal wieder: viele gute Einzelspieler ergeben noch kein gutes Team. Denn einen Head to Head-Vrgleich der einzelnen spieler in ihrer gegenwärtigen Vereinsform hätte sicher ein sattes Plus für Germany auf den meisten Positionen ergeben. so aber war das von Trainer Ralf Rangnick bestens eingespielte Österreich in allen Belangen überlegen. Die Deutschen standen zum Teil wie falschgeld herum, mich beschlich das Gefühl, das mancher Spieler nicht wusste, was er wann und wo und wie zu bewerkstelligen hätte. Ich hatte das Gefühl, dass manchmal der sehr viel weniger begabte Zwillingsbruder auf dem Platz stand. Und das muss sich Trainer Julian Nagelsmann ankreiden lassen. Knapp acht Monate vor Beginn der Heim-EM könnte die Stimmung im Land nicht schlechter sein, auf Fußball bezogen und auch sonst. Blöd für Nagelsmann ist, dass er jetzt 4 Monate eher zum Nichtstun verurteilt ist, was die Verbesserung seines Rufes betrifft. Arbeit wird er genug vorfinden. Zum jetzigen Zeitpunkt schwant einem allerdings Böses, was im März die Gegner Frankreich und Holland mit dem deutschen Team anstellen könnten.
Tuchel, der Merkwürdige
Was hat der Bayern-Coach getobt, dass seine Mannschaft nach den zum Teil strapaziösen Länderspielreisen schon am freitag wieder antreten musstebeim 1. FC Köln . Und dann? Vollzieht er nicht eine einzige Auswechslung, obwohl einige ausgeruhte Spieler wie Thomas Müller auf der Bank saßen. Er sei zufrieden mit dem Auftritt gewesen und habe einen Wechsel „nicht gepürt“. Womit zumindest hier das Thema Überbelastung und Belastungssteuerung eine ganz neue Dimension bekommt. Nur ein Hirngespinst?
Die Bayern sind nach dem 1:0-Arbeitssieg weiter 2 Punkte hinter dem weiterhin stark auftretenden Bayer Leverkusen, das nach dem 3:0 nach 12 Spieltagen 11 Siege und ein Remis bilanzieren kann. Und in jedem Spiel hat der Werksclub mindestens 2 Tore geschossen.
Erstaunlich auch weiterhin der VfB, der dank zweier Tore von Denis Undav 2:1 bei Eintracht Frankfurt gewann. dabei hat der fast schon sagenumwobene Guirassy tatsächlich mal eine große Chance ausgelassen, man will es nicht glauben.
Dem BVB reichte eine starke Viertelstunde vor der Pause, um das Borussenduell gegen Gladbach nach 0:2-Rückstand zu drehen und am Ende etwas glücklich mit 4:2 zu gewinnen. Dochn die Unruhe um Trainer Edin Terzic bleibt bestehen und würde morgen bei einer Niederlage beim AC Mailand erst so richtig aufflammen.
Der 1. FC Union hat einen neuen Trainer: Es wird aber nicht die Real-Legende Raul, wie hoffnungsvolle Medien spekuliert habensondern „nur“ Nenad Bjelica, der bisher unter anderem Austria Wien, Trabzonspor und Dinamo Zagreb trainiert hat, aber noch nie in einer großen Liga. Als Spieler war er in der Bundesliga beim 1. FC Kaiserslautern tätig.
Unentschiedene Spitzenduelle
ManCity gegen Liverpool in England endete genauso 1:1 wie das Derbi Italia zwischen Juve und Inter. In der Premier League führt nunmehr der FC Arsenal vor City und Liverpool sowie dem erstaunlichen Aston Villa die Tabelle an. Das Team aus Birmingham siegte bei Tottenham mit 2:1 und hat nur 2 Punkte Rückstand auf Arsenal. Die Hotspur kassietern dagegen die 3. Niederlage in Folge. Harry Kane ist halt doch nicht so einfach zu ersetzen. Inter und Juventus haben dagegen schon einen kleinen Vorsprung auf Milan und Napoli.
In Spanien gewann Real bei Cadiz mit 3:0 und übernahm wieder die Tabellenführung. Jude Bellingham war erneut erfolgreich und hält jetzt bei 11 Ligatoren und 14 Treffern insgesamt. Das hat in den ersten 15 Pflicht-Partien für Real noch nicht mal Cristiano Ronaldo geschafft. Allerdings können die Königlichen heute vom Sensationsteam aus Girona wieder von Platz 1 verdrängt werden, wenn dieses gegen Athletic Bilbao gewinnt. DAZN ist Euer Freund.
Viel Freude im Schnee
Glänzender Saison Auftakt für die deutschen Biathleten bei den ersten Einzelrennen am Sonntag in Östersund, nachdem es in den Mixed-Staffeln tags zuvor bei keinem Podestplatz nicht ganz nach Wunsch lief. Bei den Männern feierten Roman Rees und Justus Strelow über 20 km einen Doppelerfolg. Bei den Frauen mussten Franziska Preuß und Vanessa Voigt als 2. und 3. nur der Italienerin Lisa Vitozzi den Vortritt lassen.
Lena Dürr wurde im Slalom 4. beim Heimsieg von Mikaela Shiffrin in Kllington. Weltcupsieg Nummer 90(and counting) für die Amerikanerin, die zweimal Laufbestzeit fuhr.
Eine Klasse für sich im Riesenslalom ist derzeit Lara Gut, die am Samstag ebenfalls in Killington nach Sölden auch den zweiten Wettbewerb gewann. Die Schweizerin siegte vor der endlich wieder starken Alison Robinson und Shiffrin. Emma Aicher war als einzige Deutsche dabei – und schied aus.
Stark waren die deutschen Skispringer in Kuusano sowohl am Samstag als auch am Sonntag. Am Samstag belegten Pius Paschke, Stephan Leye und Andreas Wellinger die Platze 2 bis 4. Am Sonntag Wellinger, Leyhe und Paschke die Ränge 3 bis 5. Überragend war jeweils der Österreicher Stefan Kraft, der zweimal siegte, einmal mit etwa 10 Punkten Vorsprung auf den Zweiten und einmal sogar mit 22,6. Zu früh in Form oder einfach wirklich gut? Spätestens bei der Tournee sind wir schlauer.
Sinners Glanzstück
Für Italien war Vitozzis Triumph im hohen Norden nicht der einzige. In Südeuropa, nämlich Malaga, gewannen die Tennisspieler zum 2. Mal nach 1976 den Daviscup, damals unter anderem mit dem unvergleichlichen Adriano Panatta, Im Finale gewannen die Azzurri gestern mit 2:0 gegen Australien. Matteo Arnaldi und Jannik Sinner schafften die Punkte gegen Popyrin und De Minaur. Sein Meisterstück hatte Sinner bereits tags zuvor im Halbfinale vollbracht. Beim Stand von 0:1 (Lorenzo Musetti hatte gegen Kecmanovic verloren) gewann er gegen Novak Djokovic in 3 Sätzen und schaffte das Kunststück, dabei 3 Matchbälle in Folge abzuwehren, was laut Statistik dem serbischen Weltranglistenersten noch nie passiert ist. Quasi zum Drüberstreuen war Sinner an der Seite von Lorenzo Sonego auch im Doppel gegen den Djoker und Kecmanovic erfolgreich und ausschlaggebender Akteur. Krönender Abschluss eines tollen Tennisjahres. Bereit für einen Grand-Slam-Sieg 2024?
Humphries macht das Darts-Triple perfekt
Luke Humphries ist zurzeit der heißeste Spieler auf der Dart-Tour. Im Finale der Players Championships besiegte er im Finale Michael van Gerwen mit 11:9. Es war sein drittewr großer Turniererfolg innerhalb von gut einem Monat, nachdem er zuvor den world Grand Prix und vor einer Woche den Grand Slam of Darts für sich entschieden hat. Van Gerwen kann sich damit trösten, einen 9-Darter geworfen zu haben, seinen 10. während einer Live-Übertragung. Sehr gut schlug sich der Deutsdche Gabriel Clemens, der erst im Halbfinale von MvG gestoppt wurde.
Und sonst?
In der Handball-Bundesliga sind an der Spitze die Füchse Berlin und der SC Magdeburg im Gleichmarsch vorneweg. Der THW Kiel scheint sich ein wenig gefangen zu haben. und gewann in Stuttgart. Auch Melsungen lässt sich erst mal nicht abschütteln.
Im Basketball führen die sensationellen Niners Chemnitz gemeinsam mit Titelverteidiger ratiopharm Ulm mit 9:1 Siegen. Alba Berlin steckt in der Formkrise, verlor auch in Ludwigsburg. Und in der Ezroleague ist der Hauptstadtclub Letzter. Hier gelang Bayern München ein sehr wichtger und hauchzarter 101:100-Erfolg nach der 2. Overtime bei Villeurbanne.
Sehr erstaunlich ist die Spijtze in der DEL anzusehen. Wer mit den Straubing Tigers und den Fischtown Pinguins auf den Platzen 1 und 2 nach 22 Spieltagen gerechnet hat – herzlichen Glückwunsch. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Nach dem 1:5 bei Red Bull München haben die Adler Mannheim ihren Trainerstab samt Sportmanager entlassen. Dallas Eakins übernimmt in Personalunion die Ämter des Cheftrainers und des Sportmanagers.
von Münchner Löwe | Nov. 24, 2023 | bundesliga, EM, Fußball
Was für eine Länderspielwoche. Zwei Niederlagen gegen die Türkei udn in Österreich, also Gegner, bei denen traditionell besonders viel Emotion freigesetzt wird, wenn es gegen die Deutschen geht. Gerade die Vorstellung in Wien war erschütternd. Gewinner sind all die, die nicht dabei waren, also vor allem Neuer und Musiala. Ansonsten war schon erschütternd, wie fast jeder Spieler meilenweit von der Form entfernt war, die er zuletzt in den Ligaspiuelen zeigte. allen voran Rüdiger, Tah und Sané. Wobei die Leistung von Fülllkrug kaum messbar war, weil er als Stoßstürmer schliechtweg keine Bälle bekam.
Der kleine Hoffnungsschimmer, der durch die am Ende wahrscheinlich viel zu hochgehängten auftritte gegen Frankreich, den USA und Mexiko aufflammte, ist verglommen. Vier Monate werden wir jetzt Gott sei Dank von der Nationalmannschaft nicht mehr belästigt, dann warten spiele gegen Holland und Frankreich, das könnte auch sehr luschtig werden.
Bis dahin wird Julian Nagelsmann auch begriffen haben, dass kurzfristige Experimente wie Havertz auf der linken Außenbahn jetzt .wenig Sinn ergeben. Dafür fehlt schlicht die Zeit.
Hoffnung macht höchstens die unbestreitbare individuelle Klasse in der Offensive. Musiala, Wirtz und auch Sané in Bestform können jede Verteidigung vor große Probleme stellen, und Füllkrug hat bewiesen, dass er Chancen zuz verwerten weiß. Nein er ist kein Mbappé und auch kein Kane, aber ein mehr als brauchbarer Mittelstürmer.
Manchen Spruch wie der von den fehlenden Verteidigermonstern von Nagelsmann grenzt an Unverschämtheit. Ein Antonio Rüdiger spielt bei Real praktisch fehlerlos, ein Tah hält bei den Offensivkünstlern vlon Bayer den Laden zusammen. Aber wenn das Konzept immer wieder völlig durcheinandergewirbelt wird, ist es für jeden schwer, die PS auf den Rasen zu bringen.
Ein Wort noch zu Rudi Völler: Dass er ein exklusivinterview beim rechtsradikalen Sender Nius mit seinem alten Weißbierkumpel Waldi Hartmann führt, passt zum grauenhaften Eindruck, den Mannschaft und vor allem auch der Verband mit seiner Führung seit Jahren hinterlassen – und zwar in praktisch allen Bereichen siehe die katastrophale Aufarbeitung der missglückten Frauen-WM.
Und die Österreicher? Haben das beste aus ihren Möglichkeiten gemacht. Das war ein Team, und kicken können sie eh: Hier ist fast das Gegenteil zu beobachten. In der Gesamtheit spielt jeder besser als in seinem Verein. Tja – Ralf Rangnick hat dem Team sichtbar gutgetan mit einem stringenten und auch schön anzusehenden Konzept. rangnick als deutscher Bundestrainer – das hätte was werden können, aber ich lasse das Spekulieren über das was wäre wenn …
Jetzt also wieder Bundesliga, und gleich heute mit der Partie Köln gegen Bayern, letztlich das Spiel, das in der vergangenen Saison die Meisgterschaft entschieden hat. Der Entscheider Musiala ist allerdings nicht dabei. Die Bayern jammern, dass sie bereits am Freitag antreten müssen, obwohl praktisch das gesamte Team auf Länderspielreisen war, auch eben in Asien oder Amerika. Aber das sind halt die Kröten, die man nach einem milliardenschweren Fernsehdeal schlucken muss. Klar, man könnte argumentieren, dass die Bayern besonders viele Nationalspieler haben und deshalb besonders geschützt gehören. Aber die Freitagsspiele nach englischen Wochen und auch nach Länderspielen gehören nun mal dazu, und DAZN will eben auch mal die Topclubs zeigen und zahlt entsprechend.. Wer das nicht will, muss die Verträge danach gestalten, also weniger kassieren.
Ansonsten bin ich vor allem auf drei Spiele gespannt: Das Borussenduell zwischen den schwächelnden Dortmundern und den aufstrebenden Gladbachern. Der BVB ist zu Gewinnen verdammt, sonst könnte es für Trainer Edin Terzic ungemütlich weren. Wie schlägt sich Leverkusen in Bremen. Bayer sollte bis zur Winterpause möglichst viele Punkte sammeln, denn im Januar/Februar müssen sie von allen Bundesligisten die meisten Spieler für den Afrika- oder Asien-cup abstellen. Und schließlich noch Eintracht gegen den VfB am Samstagabend. Könnte eine hübsche Prüfung für die Schwaben werden.
von Münchner Löwe | Nov. 20, 2023 | Allgemein, basketball, Fußball, NBA, NFL, Tennis
Absage mit Ansage, Teil II
Nach den Männern reisten auch die Skifahrerinnen unverrichteter Dinge aus Zermatt ab. Nichts wurde es mit der Doppel-Abfahrt unweit des Matterhorns hinunter ins italienische Cervinia. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind hatte etwas dagegen und ließ nur ein reguläres Training zu. Eine Woche zuvor ereilte die Männer das gleiche Schicksal, da kamen auch noch Schneemassen hinzu. Verbandspräsident Eliasch wollte mit dem Rennen in spektakulärer Umgebung ein Zeichen setzen, eine echte Duftmarke hinterlassen. Und entgegen von Wetterexperten eben schon im besonders anfälligen November, um durch tolle Bilder Geschmack auf die Skisaison zu machen. Das ist gehörig schiefgegangen.Folgt Fortsetzung im nächsten Jahr und wenn ja wann?
So gab es am Wochenende nur ein Rennen, den Slalom der Männer im Hochgurgl, erstmals im Weltcupzirkus. Manuel Feller führte einen österreichischen Dreifacherfolg an, sein erster Sieg im Weltcup; schon öfter hatte er nach dem ersten Durchgang beste Chancen gehabt, aber zu oft die Nerven weggeworfen.Linus Straßer zeigte zwei fehlerbesetzte Läufe und wurde Neunter.
Und warum nur ein Rennen? Österreich darf nur eine Maximalzahl an Veranstaltungen austragen, und zB Kitz und Schladming sind gesetzt. Man hätte den ausgefallenen Riesenslalom von Sölden abhalten dürfen, aber das wollten die Veranstalter nicht. Lieber eines gescheit als zwei so lala, lautete die Devise bei ihrer Premiere. Durchaus nachvollziehbar.
Jetzt macht der Skizirkus eine Woche Pause, bevor er sich nach Amerika aufmacht. die Männer mit insgesamt 3 Rennen auf der Birds of Prey in Beaver Creek, die Frauen mit Slalom und RS in Killington, wo immer eine bärige Stimmung ist, erst recht mit der nationalen Heldin Mikaela Shiffrin.
Ehre wem Ehre gebührt
Um es vorwegzunehmen: Ich mag Novak Djokovic nicht, seine Art, sein Nationalismus. Zurzeit nervt mich extrem, wie er bewusst ein Publikum gegen sich aufbringt. Und seine ewige Balltipperei vor wichtigen und auch unwichtigen Ballwechseln, gerne auch zwischen ersten und zweiten Aufschlag, finde ich extrem unsportlich und nervend. All but Djoker lautet meine so oft vergebliche Hoffnung.
Davon ab: Was der Serbe dieses Jahr wieder mal geleistet hat, ist grandios. Unter anderem 3 Grandslam-Siege hat er gefeiert (und das Wimbledonfinale gegen Carlos Alcaraz nur hauchzart in 5 Sätzen verloren) und jetzt zum Saisonabschluss siegte er im ATP-Finale nach zwei unglaublich guten Spielen im Halbfinale gegen Carlos Alcaraz und im Endspiel gegen Jannik Sinner. Was er gegen den Italiener in den ersten anderthalb Sätzen gezeigt hat, war nahe an de Perfektion. Es passt irgendwie zu ihm, dass er nur dank Sinners Hilfe überhaupt ins Halbfinale gelangt ist, weil dieser in der Vorrunde ja unbedingt Holger Rune schlagen musste. Das hätte er mal lieber bleiben lassen, dann hätte er sich höchstwahrscheinlich den Titel geholt. Aber auch so war es ein tolles Jahr des Italieners mit seinem ersten Masters-Erfolg. Ihn sehe ich als zukünftigen Grand-Slam-Sieger. Vorhersagen sind allerdings naturgemäß sehr schwierig (weshalb ich die Prognosen nach Alcarazs Wimbledonsieg, der Spanier würde mindestens 20 Grand-Slam-Siege schaffen, reichlich voreilig fand und finde).
Jedenfalls hat der Saisonabschluss in Turin sehr viel Spaß gemacht mit einer tollen Kulisse und großartigen Spielen – kein Vergleich zum Frauen-Desaster eine Woche zuvor in Cancun. 2024 kann kommen. Und wenn sie dann noch die Spiele um 3 Uhr nachts Ortszeit sein lassen …
Deutsches Auswärtsspiel in Berlin
So eine Riesenstimmung hat man im Olympiastadion selten erlebt. Für die sorgten allerdings die türkischen Fans, die im Test gegen Deutschland nicht nur die Überzahl stellten, sondern auch ihr Team fantastisch und eben nicht nur mit bleiernen Sprechgesang unterstützten. Vielleicht auch deshalb gewannen die extrem engagierten Türken mit 3:2 und fügten dem deutschen Bundestrainer Julian Nagelsmann in dessen dritten Spiel die erste Niederlage zu. Wieder mal zeigte sich die Verteidigung, und da meine ich die Abwehrleistung des gesamten Teams, hoffnungslos überfordert, wenn es schnell ging. Dass der entscheidende Elfmeter mehr als zweifelhaft war, sei in diesem Zusammenhang geschenkt. An der eigentlichen Problematik ändert sich ja nichts.
Gut ein halbes Jahr bleibt jetzt dem deutschen Team bis zur Heim-EM, doch nach dem Spiel am Dienstag in Österreich hat die Nationalmannschaft erst mal Pause bis März. Bis dahin dürfte dann Nagelsmann wichtige Entscheidungen treffen müssen, etwa in der Torwartfrage und wohin mit Joshua Kimmich. Zusammen mit Ilkay Gündogan im defensiven Mittelfeld, das hat bisher überhaupt nicht funktioniert.
Unglaubliche Albaner
Die EM-Qualifikation geht am Dienstag zumindest in der Gruppenphase zu Ende. Heute gibt es noch drei echte Endspiele zwischen der Ukraine und Italien, Tschechien und Moldawien sowie Slowenien gegen Kasachstan. Die größte Überraschung ist für mich, dass sich Albanien für die EM-Endrunde qualifiziert hat. Okay, die Gruppe unter anderem mit Tschechien und Polen war nicht die schwerste, aber das tut dem Erfolg keinen Abbruch. Welcome to Germany, kann ich da nur sagen.
Erfolgreiche Fuchsjagd
Jetzt hat es auch die Berlin Füchse in der Handball-Bundesliga erwischt. Beim eigentlich schwächelnden Rekordmeister THW Kiel erlitten sie die erste Saisonniederlage und mussten die Tabellenführung an Titelverteidiger SC Magdeburg abtreten. Diese beiden Clubs, die vor einer Woche das Weltpokalfinale bestritten, dürften den Meistertitel unter sich ausnmachen. Die vermeintlichen Mitfavoriten Flensburg und vor allem Kiel haben doch schon einen Respektabstand. Und es gibt halt keine Play-offs.
Schwächelnde Bayern
Eigentlich wollten die Basketballer der Münchner in diesem Jahr in der Euroleague angreifen. Doch nach 9 Spieltagen finden sich die Bayern unter dem mit viel Vorschusslorbeer bedachten neuen Trainer Pablo Laso auf dem drittletzten Platz wieder. Vor allem auswärts kriegen sie wenig auf die Reihe, haben in sechs Partien nur einmal bei Baskonia gewonnen. Noch schlechter ergeht es dem zweiten deutschen Vertreter Alba Berlin mit nur einem Sieg in 9 Spielen. Auch in der Liga läuft es nicht wirklich rund für die beiden Teams.Am Sonntag erlebte Alba ein 75:108 (!)-Debakel gegen den MBC Und die Bayern bezogen schon 3 Auswärtsplelen. Zuhause im BMW Park ist München dagegen unbesiegt. Im Gegensatz zum Handball können jetzige Formkrisen ausgemerzt werden, denn richtig ernst wird es erst in den Play-offs ab kommenden Frühjahr. Erstaunlich sind vorne die Niners Chemnitz, und nach ihrem personellen Umbruch habe ich Ulm auch nicht unbedingt an de Spitze erwartet. Aber da ist alles noch sehr eng.
Megatalent zeigt auf
Matthias Aberg wird als Jahrhunderttalent gepriesen, der in diesem Jahr bei den Profis so richtig durchstargestartet istin. Nach dem ersten Sieg bei der European Tour in Crans Montana und seiner Ryder-Cup-Premiere im Oktober feierte er jetzt seinen ersten Triumph auf der US-Tour und siegte dank einer fulminanten 61er-Schlussrunde bei den RSM Classic in St. Simons Island. Von dem Schweden werden wir noch einiges sehen und hören, wenn er jetzt keinen Quatsch macht, aber warum sollte er.?
Erfolgreiche Krebstherapie
4 Monate nach seiner Krebsdiagnose ist Stefan Lainer wieder ins Training des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach zurückgekehrt. Beim Österreicher war eine Lymphknotenkrebserkrankung festgestellt worden. Jetzt gilt er erst mal als geheilt (sofern man das bei Krebs überhaupt sagen kann) und hat jetzt laut Vereinsführung alle Zeit, um wieder vollständig zurückzukommen. Ich wünsche ihm das Beste.
Das wird die Woche, die wird
In Europa geht am Dienstag die Gruppenphase der EM-Qualifikation zu Ende. Danach gibt es noch für manches Team die Chance, sich über die Nations League ein EM-Ticket zu holen. Drei Plätze swerden im März nochvergeben, aber bereits zuvor findet im Dezember die Auslosung für das Turnier statt.
Den ewigen Schlager Brasilien gegen Argentinien gibt es in der Nacht zu Mittwoch in der WM-Qualifikation Südamerikas. Auch wenn beide Teams zuletzt verloren haben und gerade die Brasilianer schwächeln, dürften sich am Ende beide Teams für die WM qualifizieren, weil gleich sechs Mannschaften fix nach Amerika dürfen und der 7. noch eine interkontinentale Ausscheidung als Chance hat. Irgendwo wird dieses emotionale Spiel sicher übertragen, aber ich selbst bin noch auf der Suche. Unverständlich, dass DAZN jedes Europa-Drecksspiel zeigt (leider nicht in Konferenz), aber hier offenbar keine Aktien im Spiel hat.
Football satt gibt es diese Woche nicht nur am Sonntag. Es beginnt schon heute nacht mit dem MNF zwischen den Eagles und den Chiefs, eine Partie, die ich mir durchaus auch im Super Bowl vorstellen kann. Thanksgiving ist ein Football-Tag in der NFL, traditionell mit Spielen in Detroit und Dallas. Die Lions treten am Donnerstag ab 18.30 Uhr gegen die Packers an, die Cowboys im Anschluss gegen die Commanders. Es folgt das TNF zwischen den Seahawks und den 49ers. Und erstmals gibt es am Black Friday eine Partie, nämlich zwischen den taumelnden Jets und den Dolphins (21 Uhr). Die Partien (bis auf die in Seattle) laufen diesmal auf RTL Nitro und nicht RTL. Außerdem ist DAZN der Freund. Auch am Sonntag muss man RTL Nitro einschalten. Ab der Woche danach ist dann wieder RTL dran.
Und sonst? Fußball-Bundesliga mit der Freitagspartie Köln gegen Bayern und am Samstag mit dem Borussenduell. NHL und NBA wie immer mit einem dichten Programm. Und die sonstigen Sportligen national und international. Sport satt
Habt Spaß dabei, aber macht auch noch was anderes als Fersehen oder Streamen.
von Münchner Löwe | Nov. 13, 2023 | Allgemein, basketball, bundesliga, Fußball, NHL, Tennis
Absage mit Ansage
FIS-Präsident Johan Eliasch, der Allmächtige. Gegen viel Kritik setzte der umstrittene Schwede einen vermeintlichen Höhepunkt in den alpinen Rennkalender. Eine Abfahrt ganz nah am Matterhorn hinunter ins italienische Cervinia. Die erste Zweiländer-Abfahrt. Spektakuläre Bilder inklusive. Dass das Wetter windungeschützter Höhe gerade im November nicht mitspielt? Ebenso geschenkt, dass diese Strapaze den Fahrern die gesamte Saisonvorbereitung über den Haufen schmiss.
Es kam,. wie es kommen musste: Nach einem strahlend schönen Mittwoch mit tatsächlich fantastischen Bildern, in dem bei Kaiserwetter tatsächlich ein Trainingslauf abgehalten werden konnte, fiel der Rest der Veranstaltung dem Wetterunbill zum Opfer Vom Donnerstag bis Sonntag waren die Sporter zumindest skimäßig mehr oder weniger zum Nichtstun verurteilt. Kenner der Szenerie überraschte es keineswegs, dass es tatsächlich in 4000 Meter windete und schneite. Die Organisatoren versuchten alles – ohne Erfolg. Unverrichteter Dinge mussten die Fahrer wieder abreisen. Lässt sich Eliasch erweichen und den Irrsinn wenigstens zu dieser Jahreszeit bleiben? Höchst unwahrscheinlich, es gibt offenbar Verträge noch für drei Jahre: Es müssten halt die großen Verbände aus Österreich und vor allem den betroffenen Co-Gastgeber Schweiz und Italien ihr Veto einlegen. Damit sind die Männer immer noch ohne jeden Renneinsatz. Nächste Woche ist ein Doppelslalom in Österreich angesetzt.
Mehr Glück hatten die Frauen, die in Levi zwei absoluut reguläre Slaloms bei für finnische Verhältnisse sogar wunderbarem Wetter absolvierten. Petra Vlhova war die überragende Läuferin. Den ersten Slalom gewann sie mit anderthalb Sekunden auf die starke Deutsche Lena Dürr. Am Sonntag war sie ebenfalls klar auf Siegeskurs, und wieder hätte sie weit mehr als eine Sekunde Vorsprung gehabt, doch sie fädelte im 2. Durchgang klar in Führung liegend ein und schenkte Mikaela Shiffrin den Sieg, den 89. Weltcuperfolg der Amerikanerin. Der war es fast peinlich: Schön war, wie sie Vlhova tröstete. Die weiß jetzt trotz des Ausfalls, dass sie in der Vorbereitung alles richtig gemacht hat.
Glanzvoll gegen Europa
Die deutschen Fußball-Clubs haben eine bärenstarke Woche in den europäischen Wettbewerben hinter sich. Sechs Siege und ein Remis (Union immerhin bei der SSC Neapel) brachten sie aufs Konto. Und alle Clubs außer den Eisernen haben beste Chancen, jeweils in ihrem Wettbewerb zu überwintern. Erstaunen musste der zweite Sieg des BVB gegen ein zurzeit allerdings ziemlich schwächelndes Newcastle United. In gut zwei Wochen folgt das Schlüsselspiel bei Milan. FCB und RB Leipzig sind schon sicher durch genau wie Freiburg und Leverkusen, die in ihren Europa-League-Gruppen jetzt den Gruppensieg anpeilen, und Eintracht Frankfurt in der Conference League.
Derzeit sind die deutschen Clubs auf Platz 2 der Jahreswertung. Das würde, wenn ich das recht sehe, einen fünften Startplatz in der kommenden Champions-League-Saison bedeuten.
Bundesliga rockt
Wieder ein Haufen Tore. Vorn Bayer und Bayern praktisch im Gleichschritt. Beide ungeschlagen nach dem 11. Spieltag, Bayer mit einem Remis (Startrekord eingestellt), Bayern mit 2 Remis. Dahinter der erstaunliche VfB, wo Guirassy wieder zurück ist und gleich den entscheidenden Elfer gegen den BVB verwandelte. Der hingegen bot eine grausame Leistung, die mit dem Ergebnis von 1:2 nicht ansatzweise dokumentiert wird. Da ist jetzt hübsches Feuer unterm Dach.
Und unten? Sind Mainz und Augsburg nach ihren Trainerwechseln weiter ungeschlagen. Ein Bild des Jammers bietet der 1. FC Union, das bei Bayer die 9. Bundesliga-Niederlage in Folge kassierte und eine desaströse Leistung zeigte. Trotz des Absturzes auf Platz 18 halten Vereinsführung und Fans weiter an Trainer Urs Fischer fest, doch genau wie bei Köln und Baumgart stellt sich die Frage, ob das gutgehen kann. Bis zur Winterpause sind es immerhin noch 6 Spiele und durch die anstehende Pause wegen Länderspielen hätte ein etwaiger Nachfolger wenigstens ein bisschen Zeit. Während beim FC klar die Qualität fehlt, zeigte Union ja oft gute Ansätze. Allerdings haben die späten Neuzugänge Gosens, Volland und Bonucci bis dato wenig bis nichts gebracht, außer vielleicht den Kader durcheinander
Ein Turniersieg – und was bringt er?
Die deutschen Eishockey-Männer haben das Heimturnier in Landshut gewonnen, trotz der Niederlage gestern gegen die Slowakei, weil man den Dreiervergleich mit den Slowaken und Dänen mit dem besten Torverhältnis für sich entschied. Welche Relevanz das hat, muss man anhand der vielen Absenzen und nicht wirklich hochklassigen Gegner abwarten.
Ein Erfolg war offenbar die Einbindung der Frauen. Deutschland will ja 2027 sowohl die Frauen- als auch die Männer-WM austragen, allerdings nicht zeitgleich, sondern unmittelbar aufeinanderfolgend. Das in Deutschland praktisch nicht existente Frauen-Eishockey würde auf jeden Fall profitieren. Allerdings wäre es mE noch wichtiger, den himmelhohen Abstand aller Nationen zu USA und Kanada zu verkleinern. Das geht allerdings nur mit Hilfe der USA und Kanada.
Spannung im Basketball
Sehr schön läuft die BBL an, allerdings ist die reguläre Saison vor den Play-offs eher ein Muster ohne Wert. Die Bayern tun sich eher schwer, dürften aber trotzdem am Ende sicher die Play-offs erreichen. Trotz des personellen Umbruchs überzeugen die Titelverteidiger aus Ulm. Chemnitz und Vechta mit jeweils nur einer Niederlage nach 7 Spielen für mich sehr erstaunlich. Trotzdem bleibe ich erst mal mehr oder weniger außen vor, es gibt einfach zu viel anderen Sport.
Dominierende Handballer
Beim Super Globe im arabischen Damman gab es ein deutsches Finale: Nach Verlängerung setzte sich der SC Magdeburg gegen die Füchse Berlin mit 34:32 durch. Im Halbfinale hatten sie sich gegen Barcelona respektive Kielce durchgesetzt. Ein schönes Lebenszeichen vor der Heim-EM im Januar, wenngleich es auf beiden Seiten gerade die Legionäre waren, die den Unterschied ausmachten. Die Füchse und Magdeburg sind auch die klaren Favoriten für die deutsche Meisterschaft. Gerade die Kieler haben den Abgang der Weltstars Landin und Sagosan nicht kompensieren können und schon reichlich Federn lassen.
Pechvogelin der Woche (idiotisches Wort, also Pechvogel)
Ein großes Ziel hatte Megan Rapinoe noch in ihrer großartigen Fußball-Karriere: die amerikanische Meisterschaft. Doch im US-Finale, ihrem letzten Spiel, verletzte sie sich bereits nach 3 Minuten und zog sich offenbar einen Achillessehnenriss zu. Ihr Club OL Reign unterlag dem Gotham (ernsthaft?!) FC mit 1:2. Ich hoffe, die streitbare und charismatische Amerikanerin wird dem Fußball in einer bedeutenden Funktion erhalten bleiben. Starke Gegenstimmen zum allmächtigen FIFA-Präsidenten und seiner willfährigen FIFA-Bande wären extrem notwendig.
Go Kanada Go
Die Tennisspielerinnen haben den Billie-Jean-King-Cup für sich entschieden. Im Halbfinale gewannen Leila Fernandez und die aufstrebende Marina Stakusic im Halbfinale gegen Tschechien und im Finale gegen Italien. Allerdings war die Besetzung eine Woche nach dem WTA-Finale allenfalls zweitklassig, ein schöner Erfolg ist es trotzdem, und wenn dann Bianca Andreescu auch noch gesund ist …
Das wird die Woche, die wird
Um EM-Tickets
Nicht zu fassen, es stehen schon wieder Fußball-Länderspiele an, die Ligen pausiereniert also. Es werden die letzten EM-Tickets über die Gruppenphase ermittelt. Dort müssen vor allem Holland, Kroatien und Italien noch punkten. Albanien steht tatsächlich vor der Quali.
In Südamerika gibt es zwei weitere Quali-Spieltage für die WM 2026. Argentinien bisher makellos, der Rest inklusive Brasilien ist noch eng beisammen. Auch in Asien und Afrika ist WM-Qualifikation.
Die Deutschen testen in Belin gegen die Türkei und in Wien gegen Österreich.
NHL goes Europe
Am Samstag und Sonntag gastiert die NHL in Stockholm. Die Minnesota Wild spielen dabei gegen die Ottawa Senators und Toronto Maple Leafs.
Nächster Versuch am Matterhorn
Diesmal sind die Frauen dran. Es sind zwei Abfahrten geplant, allerdings von einem etwas niedriger gelegenen Start als bei den Männern. Das Wetter soll besser werden, ob es reicht für reguläre und ungefährliche Rennen, muss man sehen.
Letztes großes Tennis-Turnier
Das ATP-Finale in Turin unter anderem mit Sascha Zverev. Der hat gerade in 3 Sätzen gegen Alcaraz gewonnen. Der Djoker und Sinner sind gestern mit Siegen gegen Tsitsipas und Rune gestartet.
Und sonst? Champions of Champions im Snooker in Bolton, Darts World of Champions in Wolverhampton. Ligen in den Mannschaftssportarten auch international, und auch der Wintersport beginnt so langsam.
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