von Münchner Löwe | März 6, 2024 | Fußball
Tuchel und Bayern schaffen Bewährungsprobe
Die Bayern haben mit 3:0 gegen Lazio Rom gewonnen und stehen im Viertelfinale der Champions League. Das internationale Minimalziel ist somit erreicht. Mehr ist Zugabe, und warum soll das eigentlich nicht gelingen. Je nach Auslosung ist das Halbfinale, sogar das Finale möglich. Und dann … Ich sehe weiterhin kein überragendes Team in der Verlosung.
Zumindest dürfte sich ein vorzeitigeRAuswurf von Trainer Tuchel vor dem Saisonende erledigt haben. Und zwar nicht nur, weil die „Bild“ gönnerhaft schrieb: „alles richtig gemacht“. Er hat jetzt ein Ziel, die Bundesliga ist angesichts des Riesenabstands zu Bayer Leverkusen nurmehr zweitrangig, denn auch der Abstand auf einen Nicht-CL-Platz ist äußerst kommod.
Die Partie gegen Lazio war bestimmt die beste der Bayern in diesem Kalenderjahr, allerdings auch gegen einen grauenhaft schlechten Gegner. Noch schlimmer3 als die Spieler auf den Platz waren die Laziali, die zuvor im Hofbräushaus den Hitlergruß zeigten und „Duce!, Duce! schrieen. Einfach widerwärtig. Mal sehen, ob die UEFA, die jede Leuchtfackel im Stadion einzeln sanktioniert hier mit der einzigen Strafe tätig wird: Ausschluss der Fans zumindes auswärts für die nächste internationale saison, die die Römer spielen. Aber wahrscheinlich sagt sie: War nicht im Stadion, das geht uns nix an.
Ebenfalls im Viertelfinale steht Paris st Germain durch ein eher schmuckloses Weiterkommen gegen Real Sociedad San Sebastian.
Heute dann Real Madrid – RB Leipzig (Hinspiel: 1:0) und Manchester City – Kopenhagen (2:1). Wenn die Bullen mutig sind, wäre in der Theorie durchaus etwas drin für die Leipziger. die Praxis aber heißt: Champiolns League, Real Madrid, Heimspiel in Bernabeu.
Und sonst?
– ratiopharm Ulm hat sich in der Gruppenphase des Eurocups im Basketball berabschiedet
– Die deutschen Handball-Clubs sind in der European League durchaus erfolgreich. SG Flensburg-Handewitt steht direkt im Viertelfinale. Die Füchse Berlin (vs Schaffhausen) , Rhein-Neckar Löwen (Nadice) und Hannover-Burgdorf (Sävehof) haben im achtelfinale noch eine Chance.
– Leon Draisatl in Scorerlaune. In den vergangenen 3 sSpielen 7 Scorerpunkt (3 Tore, 4 Assists). Mittlerweile auf Platz 8 der NHL-Wertung
von Münchner Löwe | März 4, 2024 | basketball, Fußball, Handball, Leichtathletik, Tennis, Wintersport, WM, Wochenrückschau, Wochenvorschau
Wirklich die Entscheidung?
Jetzt sind es 10 Punkte zwischen Bayer und Bayern. DA fehlt mir die Fantasie, wie das die Münchner noch aufholen wollen. Viel spannender ist da die Frage, ob Thomas Tuchel wirklich bis zum Saisonende Trainer bleibt respektive überhaupt bleiben will. Denn wie er gerade von einigen Medien zu Hauptschuldigen der mauen Auftritte gemacht hat, stellt sich mir die Frage: Warum soll er sich das eigentlich antun? Und dass so viele vermeintliche Interna nach außen dringen, spricht auf für sich. Natürlich hat Tuchel seine Fehler gemacht, aber mittlerweile gibt es eine klare Hexenjagd von Springer, genau wie gegen Joshua Kimmich.
Ansonsten haben sich die Trends weiter festgezurrt. Der VfB Stuttgart nähert sich der Champions-League-Qualifikation mit Riesenschritten. da bleibt also nur der Zweikampf zwischen dem BVB und RBL um den 4. Platz. Die internationale Hochrechnerei, ob vielleicht sogar Platz 5 reicht, erspare ich mir noch. Und hinten bleibt es beim Dreikampf Köln, Mainz und Darmstadt um den Relegationsplatz.
Und wer folgt Tuchel?
der erklärte Liebling der Bayern ist Xabi Alonso. Mich persönlich würde es extrem wundern, wenn Alonso dem Ruf folgen würde. Ich könnte mir vorstellen, dass er seine Mission in Leverkusen auch mit dem Meistertitel als nicht beendet ansieht und es mit dieser truppe auch in der Champions League versuchen will.. Und danach wird er bei Real Madrid anheuern.
Schweizer Dominanz
5 Rennen, 4 Siege, drei 2. Plätze. Das ist die beinahe makellose Bilanz der Schweizer Alpinen bei den Rennen am Wochenende. Bei den Männern gewann Marco Odermatt beide Riesenslaloms in Aspen (er verlängerte seine Siegesserie auf 12) behrami jeweils vor Luc Meillard, der dafür den Slalom entschied. Einen großartigen zweiten Platz belegte der Skilöwe Linus Strasser. Er hat zwar noch theoretische Chancen auf den Slalom-Weltcup, aber den dürfte sich Manuel Feller nicht mehr nehmen lassen.
Die Frauen-Abfahrt in Kvitfjell wurde durch einen Super-G ersetzt, den Lara Gut-Behrami für sich entschied. Im 2. super-G musste sich die Schweizerin nur der Italienerin Federica Brignone geschlagen geben. Das Rennen war irregulär, wurde mehrere Male wg Nebels unterbrochen und dauerte insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden.
Gut-Behrami hat damit beste chancen auf den Gesamtweltcup und auf die kleinen Kristallkugeln in der Abfahrt, im Super-G und im Riesenslalom. sie profitiert dabei natürlich auch vom längerfristigen Ausfall von Mikaela Shiffrin, sofia goggia und Petra Vlhova.
Femke Bol ganz toll
Die Holländerin setzte mit ihrem Weltrekord über 400 Meter das Glanzlicht der Hallen-WM in Glasgow. Sie brauchte für die 2 Runden 49,17. Sie ist damit klare Favoritin für Olympia, und nur der Zeitplan verhindert ein Doppel 400 m flach und 400 m Hürden. Und wenn die Holländerinnen den Staffelstab ohne Unfall ins Ziel bringen, ist Gold auch über 4×400 Meter ziemlich realistisch.
Und sonst?
- Pokalsiege für die Berlin Volleys und die Frauen des MTV Stuttgart. Eine gelungene Doppel-Veranstaltung in Mannheim, zu der am Sonntag 10000 Zuschauer kamen. Leider recht klare Angelegenheiten in den Finals gegen Herrsching und Potsdam
- Füchse ohne Blöße. Die berliner gewannen in der Handball-Bundesliga gegen erlangen und führen weiter mit einem Punkt Vorsprung auf den SC Magdeburg.
- Bayern marschiert. „Nur“ im Basketball, aber immerhin. In der BBL führen sie, und in der Euroleague rücken die Play-Ins in Reichweite.
- Zweite Plätze für deutsche Langläuferinnen in Lahti. Christina Rydzek musste sich im Freistilsprint nur der Norwegerin Kristine Stavas Skistad beugen. Victoria Carl wurde Zweite über 20 km klassisch im einzelstart hinter der Finnin Lristina Parmäkoski.
- ein schöner zweiter Platz für Benedict Doll bei seinem Abschied vom Holmenkollen im Massenstart hinter sture Laegreid. In der Mixed-staffel und in der Single-Mixed-Staffel blieben die Deutschen ohne Podestplatz. es siegten Frankreich und Norwegen.
- Turniersiege im tennis für Alex de Minaur in Acapulco, Ugo Humbert in Dubai und Sebastien Baez in Santiago sowie Yuan Yi in Austin und Katie Boulter in San Diego.
Das wird die Woche, die wird
Rückspiele in der Champions League, Teil 1
Am Dienstag wird es für die Bayern ernst. Sie müssen im Rückspiel gegen Lazio ein 0:1 aufholen. Machbar angesichts der Mittelmäßigkeit des Gegners. Falls es schiefgeht, war es das wohl mit TT. Für RB Leipzig wird es ungleich schwerer. sie müssen auswärts ein 0:1 aufholen, noch dazu gegen Real Madrid. Die Königlichen sind aber zu knacken. Allerdings: bernabeu und Champions League, das ist schon eine Festung. Ansonsten spielen Manchester City gegen Kopenhagen (2:1) und Real Sociedad – PSG (0:2). Nachste Woche dann Teil 2 der Rückspiele.
Diese und nächste Woche kommt es zum Achtelfinale in der Europa League und Conference League. Bayer Leverkusen muss bei Quarabag Agdam antreten, die Reise nach Aserbaidschan dürfte das Beschwerlichste sein. SC Freiburg spielt zu Hause gegen West Ham United.
Abschluss der DEL-Runde
Der 52. und letzte Spieltag des Grunddurchgangs steht in der DEL an. Der Zweite Eisbären Berlin empfängt dabei den Ersten Fischtown Bremerhaven. Nur wenn die Eisbären ohne Verlängerung gewinnen, schaffen sie noch den ersten Platz. Als Letzter stehen die Augsburger Panther fest. Ob sie tatsächlich absteigen müssen, hängt davon ab, ob der Zweitliga-Meister auch aufsteigen darf und will.
Und sonst?
– Das erste Masters-Turnier im Tennis in Indian Wells.Erst aber die Quali u. a. mit Maxi Marterer. Laura Siegemund ist schon raus, hat auch keine Chance auf einen Lucky-Loser-Platz.
– Wintersport satt. Ski alpin in Kransga Gora (Männer, Sl, RS) und Are (Riesenslalom, Slalom)
biathlon in Soldier Hollow/USA. Holmenkollen mit Skispringen, Skilanglauf und Nordische Kombination
Handball national und international
Basketball naitonal und international
Rugby: 6 Nations, 4. Spieltag
Formel 1 in Saudi Arabien. Zu Horny Horner vielleicht morgen ein paar Zeilen.
von Münchner Löwe | März 3, 2024 | basketball, bundesliga, Fußball, NBA
Nix für die Heimteams
Schon die Ansetzungen ließen es erwarten, dass es für die Heimteams in der Fußball-Bundesliga schwer weren würde, denn sie bekamen es mit den ersten 6 der Tabelle zuz tun. Die Bilanz vor den Sonntagsspielen liest sich entsprechend: 5 Auswärtssiege, 2 Unentschieden, davon eines ausgerechnet die Bayern. Bemerkenswert ist der indiskutable Auftritt der Darmstädter gegen den FC Augsburg, wo es nach einer halben Stunde 5:0 für die Gäste stand nach zum Teil indiskutablen ABwehrfehlern, die ich ein einer solchen Häufigkeit noch selten gesehen habe. Am Ende stand es „nur“ 0:6. Ein Einpeitscher kletterte in den Innenraum und redete lautstark mit wahrscheinlich nicht sehr freundlichen Worten auf die versammtelten Profis ein, die den Anstand hatten (oder zu feige waren?) sich nicht einfach vom Acker zu machen.
Der merkwürdige Pfiff
Es war ein stimmungsvoller und auch ergreifender Abend im Mestalla-Stadion zu Valenciaq. Zuerst gedachten alle der Opfer des furchtbaren Wohnungsbrandes, dem 11 Menschen zum Opfer fielen. geehrt wurden Feuerwehrleute, Sanitäterinnen, die durch beherztes Eingreifen noch Schlimmeres verhinderten. Das Mestalla mit seinen steilen Tribünen ist immer wieder toll anzusehen, die Stimmung einzigartig.
Das Spiel hatte es in sich. 2:0-Führung der Gastgeber, dann traf Vinicius jr zweimal, seine sportliche „Rache“, nachdem er vor Jahresfrist ekelerregend rassistisch beleidigt wurde. Und dann schwang sich Schiedsrichter Senor J. Manzano zum Hauptdarsteller der dramatischen Schlussphase auf: Jude Bellingham hatte per Kopf den vermeintlichen Siegtreffer der Madrilenen erzielt, doch während (!) der Flanke dorthin ertönte der Schlusspfiff. Heftige Proteste, zu heftig für Manzano, der Bellingham Rot zeigte. Schiris haben es unbestritten schwer, aber warum machen sie sich das Leben mit so obskuren völlig überflüssigen Pfiffen das Leben doppelt und dreifach schwer? werde ich nicht mehr verstehen.
Insgesamt fand ich Real nicht unverwundbar. RB Leipzig muss am Mittwoch im CL-Rückspiel nur mutig sein, dann ist man nicht völlig chancenlos.
Apropos Endphase: Mit einem Tor buchstäblich in letzter Sekunde durch DArwin Nunez gewann der FC Liverpool bei Nottingham Forest und bleibt Tabellenführer in der Premier League.
40 000 Punkte
Als ob es ein Drehbuchautor geschrieben hätte: Dass LeBron James diese Saison die 40000 Punkte-Marke schaffen würde, war klar. Einen würdigeren Rahmen hätte es kaum geben können. Samstagabend in der heimischen Arena der LA Lakers gegen den Titelverteidiger Denver Nuggets. Zehn Punkte brauchte er vor dem Tip off: Zum letzten Mal, dass er weniger als 10 Punkte in einer NBA-Partie erzielte, war 2007 (!) und vor mehr als 1300 Spielen. Im zweiten Viertel schaffte er es dann nach einem schönen Spin-Move. Was ich danach schön fand: Das Spiel ging einfach weiter, keine Konfettis, keine Ansprache. Das war noch anders, als er vor einem Jahr den Punkterekord von Karim abdul-Jabbar geknackt hatte. Und dann hatte der drehbuchautor noch die makabre Idee und ließ die Lakers nach 46 Minute ausgeglichener Partie am Ende völlig zusammenbrechen, sodass die Nuggets mit 124:114 klar gewannen.
von Münchner Löwe | Feb. 27, 2024 | Allgemein, bundesliga, Fußball
Eines vorweg. Ich schätze Marcel Reif als Sportkommentator über die Maßen, fand ihn lange Jahre den besten der deutschen Zunft. Auch seine Meinungsfreude mag ich sehr, und meist bin ich mit ihm ziemlich kompatibel. Richtig berührend fand ich seine rede im Bundestag, wo er über seinen Vater und das 3. Reich sprach.
Aber schon die Tatsache, dass er ausgerechnet das springer-Medium sich erwählte, um zweimal in der Woche seine Meinung zum Fußball-Geschehen unter die Leute zu bringen, fand ich befremdlich. aber sogar das war zu ertragen, weil er sich auch vom unerträglichen Matthias Brüggelmann und Co nicht den Schnabel verbiegen lässt.
Um so ratloser, ja erschüttert (im Wortsinn) bleibe ich nach seiner fast schon fundamentalistischen Kritik an den Kritikern und ihre Weise ihrer Kritik des von der DFL geplanten Investors: nämlich die geworfenen Tennisbälle und anderes während eines Fußballspiels, die dieses bis zu einer halben Stunde unterbrachen.
Dass das extrem lästig war gerade auch für Stadionbesucher im Winter, konzediere ich sofort. Womit ich allerdings echte Probleme habe, dass dMarcel Reif allen Kritikern absprach, sich ernsthaft über die Zukunft des Fußballs Gedanken machen. Und dass viele vor allem die Art der Entscheidung kritisierten, nämlich das wohl entscheidende Votum von Martin Kind entgegen der klar formulierten Interesssen seines Vereins Hannover 96. Das „Wohl“ schreibe ich, weil die DFL mit voller Absicht eine geheime Wahl abhielt. Gewählt sei gewählt, und man könne eine Wahl doch nicht so lange wiederholen, bis einem das Ergebnis gefalle. Tja, im Prinzip stimmt das schon, doch
1. hat es vor der letztlich angegriffenen Abstimmung bereits eine Abstimmung gegeben, in der der Investor eben nicht die erforderliche Mehrheit der Delegierten fand
2. Die Wahl formal rechtmäßig sein muss. Siehe gerade Berlin, wo nach zweieinhalb(!) Jahren wiederholt wurde. Nun mag man juristisch drüber streiten, ob eine Stimme des Delegierten entgegen die Interessen des Vereins formal gültig ist oder nicht, moralisch steht das Ganze auf extrem tönernen Füßen. Und genau das haben die Entscheider (ein)gesehen und dass sie den Protest deshalb nicht aussitzen könnten.
In der Sendung nach der Entscheidung blieb Reif bei seiner Meinung: Die Fans haben die Bundesliga in die finanzielle Steinzeit zurückgebeamt, aber ohne Investor sei die Liga nicht mehr konkurrenzfähig, höchstens mit Nolland oder Portugal, aber bestimmt nicht mit der Premier League. Das mag stimmen, aber auch mit Investor wäre das nicht der Fall. Und schaue ich mir gerade die europäischen Wettbewerbe an, stehen insgesamt 5 Bundesligaclubs im Achtelfinale von Champions und Europa League, und außer RBL haben alle mehr oder weniger gute Chancen aufs Viertelfinale.
Richtig geärgert habe ich mich, dass Marcel Reif durchklingen ließ, dass der nächste Protest nicht lange auf sich warten lässt, weil die Protestler jetzt Rückenwind haben, mehr und mehr einfordern und es ja noch genug Tennisbälle gibt. Natürlich, viele wollen gar keine Änderungen, aber dieser Protest war deshalb erfolgreich, weil er
1. sehr gut koordiniert war
2. Es nicht zum Äußersten, also Spielabbruch kam, weil alle Beteiligten die Grenzen kannten und einhielten und außerdem die Unparteiischen sehr gut die Problematik handhabten
3. und am Wichtigsten: die Aktiven Protestler in der Sache und auch in der Art die Mehrheit der Schweigenden und ihr stilles Zustimmen hinter sich wussten.
Weil eben viele zwar durchaus auch finanziellem Fortschritt nicht abgeneigt sind, aber halt Bauchweh mit dem Investor haben. Wobei dieser bis dato kaum bis gar nicht beleuchtet wurde, und da gäbe es ziemlich kritische Punkte zu beleuchten.
Insgesamt also kein Ruhmesblatt von Marcel Reif. Ud es war leider erwartbar, dass dies ganz im Springerschen Sinn war, warum auch immer.
von Münchner Löwe | Feb. 23, 2024 | bundesliga, Fußball
Die Ereignisse haben mich überrollt. Da wollte ich einen hübschen Text schreiben, warum ich (offenbar) der Minderheit angehöre, die es für sinnvoll erachtet hätten, wenn Thomas Tuchel auch noch in der nächsten Saison Bayern-Trainer wäre, da kam die Meldung, dass zum Saison-Ende Schluss ist. Und zwar erst am Ende der Saison und nicht sofort, was angeblich mehr als die Hälfte aller Teilnehmer in einer Befragung befürworteten.
Ich versuche zu ergründen, was hinter genau dieser (Mittel)-Entscheidung stecken könnte.
Zuletzt also drei Niederlagen in Folge, ein ziemlich zerrüttetes Verhältnis zumindest zu den (vermeintlichen) Führungsspielern Thomas Müller und Joshua Kimmich. Wachsender Unmut. Nach menschlichem Ermessen ist die Meisterschaft weg, der Champions-League-Triumph ist zwar denkbar, doch den hat wohl niemand ernsthaft im Visier. Und mindestens Platz 4 in der Bundesliga, also die erneute Qualifikation für die Champions League, dürfte auch kein Problem darstellen angesichts von 10 Punkten Vorsprung auf Platz 5 und gar 17 auf Platz 6.
Es gibt also nicht mehr viel zu gewinnen und noch weniger zu verlieren, die Zeit für den sofortigen Wechsel würde sich also anbieten. Doch offenbar sehen die Verantwortlichen keinen idealen Kandidaten, der sofort verfügbar ist (und sich den FC Bayern antun will und erst recht nicht mitten in der Saison). Zinedine Zidane wäre frei, doch der spricht kein Deutsch, laut Stellenausschreibung aber unabdingbares Kriterium. José Mourinho wäre auch frei und lernt angeblich auch Deutsch, aber Mourinho und Bayern, so viel Popcorn gibt es nicht für dieses Theater. Abgesehen davon ist Mourinho nach etlichen Fehlversuchen (ManUnited, Roma) nicht vermittelbar und seine zynische Defensiv-Spielweise bei Bayern erst recht nicht.
Also wartet man: und zwar auf Xabi Alonso, den designierten Meistertrainer von Bayer Leverkusen, an dem er wesentlichen Anteil hätte. Ja, er war bei Bayern, aber erst in der Endphase seiner fantastischen Fußballer-Karriere. Warum soll Alonso zu den Bayern wechseln, auch oder vor allem wenn er mit Bayer Meister wird. Hier kann er vergleichsweise ruhig arbeiten, die Entscheidungswege sind kurz, Geld ist zwar nicht im Übermaß da, aber doch mehr als reichlich für seriöse Wünsche. Und die Mannschaft selbst ist noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung. Und sogar wenn Alonso Bayer und Leverkusen zu eng werden sollte, wofür es keinelei Anhaltspunkte gibt: Ihm stehen alle Türen offen, und die zwei Ex-Vereine, mit denen er seine wichtigsten Triumphe gefeiert hat, werden früher (FC Liverpool) oder später (Real Madrid) einen neuen Trainer brauchen, und da steht Alonso ganz oben auf der Liste.
Mich würde es also extrem wundern, wenn Xabi Alonso zu den Bayern als Trainer wechselt, erst recht schon zur nächsten Saison.
Das Gute am Weitermachen mit Tuchel: Er kann jetzt ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten und Namen seine Vorstellungen bringen. Und die Spieler sind befreit, sie sehen ein Ende ihrer Leidenszeit. Also eine lahme Ente, die trotzdem Beine machen kann.
Außerdem wüsste ich erst mal keinen Namen, der auf all die Begehrlichkeiten und Befindlichkeiten wirklich passt. Zumal der FC Bayern sich gerade nicht als Trainer-Verein darstellt. das war er eigentlich noch nie, aber seit dem Abgang von Pep Guardiola 2016 gleicht der Trainerstuhl eher einer Drehtür. Es haben sich namhafte Männer versucht, wenn ich das noch richtig zusammenkriege …: Carlo Ancelotti, Niko Kovac, Hansi Flick, Julian Nagelsmann und eben jetzt Thomas Tuchel. Keiner mehr als zwei Jahre. Sie alle sind mehr oder weniger gescheitert wegen Erfolglosigkeit (jede Saison neben der gottgegebenen Meisterscxhaft, aber ohne die Champions League gilt ja schon als Misserfolg und wenn schon, dann scheitere man wenigstens an Manchester City oder Real Madrid, aber bitte nicht gegen Villarreal oder Atlético Madrid. Und sogar mit Erfolg wie Hansi Flick, der 7 Titel holte, aber entnervt von der Geschäftsführung (damals noch Salihamidzic und Kahn) das Weite suchte, und die schien mit der deutschen Nationalmannschaft auch sehr attraktiv, zumindest bis Katar 2022 …
Die Geschäftsführung, und da komme ich zum eigentlichen Problem. Auf die kann sich nämlich niemand verlassen bzw kann sich niemand darauf verlassen, dass sie auch wirklich etwas zu sagen hat. Und das liegt an der grauen Eminenz des Vereins, des Patrons, ohne den nichts geht. Nämlich Uli Hoeneß und seinen willfährigen Domestiken und viel mehr Karl-Heinz Rummenigge. Die können nicht loslassen. Gerade Uli Hoeneß. Seine Verdienste um den Verein wird niemand bestreiten. Er führte den Club zur absoluten Spitze in Europa und damit auch der Welt. Dass die Bayern den anderen zumindest deutschen Clubs so haushoch überlegen sind, liegt auch an Hoeneß. Und spätestens seit das neue Stadion abbezahlt ist und die Bayern Alleineigentümer sind (ein Münchner Löwe kann da nur seufzen angesichts von so viel blauer Unfähigkeit und Hochmut), fließt das Geld praktisch von alleine. Die Megafirmen streiten sich um Anteile, die Champions League und damit 70+x Millionen/Jahr sicher) ist praktisch garantiert. Und genau der Umstand, dass auch schwerwiegende Fehler in der Transferpolitik ohne sportlichen Niedergang einhergehen können, macht für Fehler anfällig. Man nehme die drei gegenwärtigen Innenverteidiger deLigt, Kim und Upamecano, die insgesamt mehr als 200 Millionen Euro gekostet haben, sehe ich das Abwehrverhalten (wahrlich nicht nur dieser drei) an, und versteht, was ich meine. Sicher: Jeder für sich ist ein sehr guterSpieler und für sich allein der Transfer sogar sinnvoll trotz des Preises. Aber eine Mannschaft ist halt viel mehr als nur die Summe aller Einzelspieler. Und keiner hat bei den Bayern einen echten Leistungssprung gemacht, was auch an den dauernden Trainer- und Systemwechseln liegt
Und warum dann Tuchel noch ein weiteres Jahr? Zum einen bin ich der Meinung, dass Konstanz gerade auf dem Posten des Cheftrainers extrem wichtig ist. Zum anderen wird niemand die Fachkompetenz von Tuchel ernsthaft in Zweifel ziehe, okay die Kimmichies schon. Natürlich gilt das nur, wenn die Forderungen des Trainers erfüllt werden, und sei es die ominöse und von ihm erfundene „Holding Six“, die es zu verpflichten gilt. Mit dem ab März wirkenden Sportdirektor Max Eberl kommt auch ein frischer Wind in den verein, der Hoeneß und Rummenigge hoffentlich wieder in den verdienten Ruhestand als wohlwollende, aber nicht eingreifende Beobachter zurückbläst. Ich fände es halt sehr spannend und letztlich auch erfolgsversprechend, wenn Tuchel mal machen dürfte. Und by the Way, die Münchner haben zurzeit in der Liga mehr Punkte gesammelt als in den vergangenen Jahren zum gleichen Zeitpunkt, und nur wg Bayers unwirklichen Erfolgslauf ist man aus dem Meisterrennen.
Aber natürlich gibt es ein paar Tücken. Ein Rebuild der Mannschaft ist praktisch unmöglich. Das liegt an den 20 Millionen+x Euro/Jahr, die Spieler wie Kimmich, Goretzka und andere bis mindestens 2025 sicher verdienen. Ein Abgang vor Ablauf der Vertragszeiten ist also unwahrscheinlich. Aber sogar die Bayern haben nicht unendlich Geld, siehe auch oben, die Verteidiger … Und die paar Spieler, die den hohen Ansprüchen Tuchels an eine Holding Six stellt, sind äußerst rar und dementsprechend teuer, wenn sie denn zu haben sind.
Bayern trennt sich also von Tuchel, Stand jetzt zum Saisonende. Scheidet der FCB aber Anfang März gegen Lazio aus, dürfte sich das Thema dann schon erledigt haben. Oder gar schon bei einer Niederlage am Samstagabend gegen Red Bull Leipzig. Schaun mer mal, dann sehn wirs schon.
von Münchner Löwe | Feb. 21, 2024 | Fußball, Sonstiges
Zwei ziemlich amüsante Nachrichten geisterten dieser Tage durch die Medien. Endlich mal was eher Lustiges bei all dem Ernst
Eingesperrt im stillen Örtchen
Einen Protestgrund der ganz besonderen Art fand der Bezirksligist VfB Fichte nach dem 1:4 gegen den FC Gütersloh II. Die Mannschaft musste in der 2. Halbzeit ohne ihren Trainer Jan Kubovic auskommen. Den war nach der in der Toilette eingesperrt, und niemand fühlte sich bemüßigt, den Coach aus seiner misslichen Lage zu befreien. Obwohl er schrie und klopfte und das eigentlich doch so stille Örtchen in ein lauten Ort verwandelte.Es kam sogar ein Hausmeister, der nach einer halben Stunde endlich reagierte, doch der hatte nicht das passende Werkzeug parat und musste erst mal unverrichteter Dinge abrücken. Immerhin war der Mann so gnädig und informierte weitere Menschen von des Trainers Pein. Endlich hatte einer den Geistesblitz wie einst Alexander, der Große, der den Gordischen Knoten einfach mit seinem Schwert durchtrennte. Ein solches brauchte ein offenbar fußstarker Mann gar nicht und trat die Tür kurzerhand ein – leider erst nach Spielschluss.
Die Manschaft sei ohne ihren Trainer völlig kopflos gewesen, beharrte Fichtes Fußball-Abteilungsleiter Jobst Hölzenbein. Und ein bis dato „ergebnisoffenes“ Spiuelk sei gekippt. Keiner des FC Gütersloh habe reagiert, bemängelte Hölzenbein, was für ein Fußball-Name, denn sofort denke ich an Bernd, WM-Finale 1974, Schwalbe, Elfmeter, Ausgleich, Weltmeister.Ach Bernd … Und der Schiri habe darauf bestanden, das Spiel fortzusetzen, vielleicht hatte er ein Date mit einer Frau.
Tja, so eine Abwesenheit des Cheftrainers kann schon zutiefst veunsichern. Andererseits: Ich denke gerade an Joshua Kimmich, wie er befreit wäre, wenn er die mürrische Miene von Thomas Tuchel nicht mehr sehen müsste. Oder die Spieler von Pep Guardiola, wenn sie nicht ihren ständig mit den Armen rudernden Trainer an der Seitenlinie ertragen müssten. Oder gar einst die Spieler von Dynamo Kiew, die angesichts der zur Salzsäure erstarrten Valeri Lobanowski auf der Trainerbank sich immer fragen mussten, der er jetzt wirklich noch am Leben sei. Vor allem die Neuen im Verein mussten sich an dessen völlige Bewegungslosigkeit, egal ob bei 30 Grad plus oder minus, erst gewöhnen.
Und doch: Dem Protest muss stattgegeben werden. Ich fordere ein Wiederholungsspiel, und notfalls kann Jan Kubovic ja den nächsten Baum suchen.
https://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/23786316_Zweite-Halbzeit-findet-ohne-ihn-statt-Bielefelder-Fussballtrainer-auf-der-Toilette-eingesperrt.html
„Das ist meine Kabine“
Auf Trainerentlassungen reagieren die Coaches höchst unterschiedlich. So lobten Galdbachs Verantwortliche, dass Jupp Heynckes seinen Dienstwagen schlüsselferig, vollgetankt und bestens gewartet übergeben hätte. Viele Trainer packen ihr Zeug zusammen, stopfen den Krempel ins eigene Luxusgefährt und brausen mit durchdrehenden Rädern auf erst mal Nimmerwiedersehen davon. Manche lassen sich dazu herab, bei meist offener Seitenscheibe noch mehr oder weniger freundliche/sinnvolle Worte zur Entlassung zu äußern, immer eingedenkt der Abfindung, die den Abschied vesüßt.
Und Niko Laukötter von der 2. Vertretung des FC Bocholt. Der baute die von ihm in freundlicheren (Corona)-Zeiten mit eigenen Händen errichtete Kabine, mit Discokugel (!) wieder ab. „Das ist ja meine“, sagte er sich, und seine Ex-Spieler unterstützten ihn bei seinem Tun. Dem Coach wurde ja auch übel mitgespielt, wurde ihm doch mitgeteilt, dass er zur kommenden Saison nicht mehr Trainer sein würde. Offenbar auch gegen den Willen seiner Spieler, die ob dieser Entscheidung kurzerhand zu einem Pflichtspiel nicht antraten, es wird kampflos zu Gunsten des Gegners SV Brünen gewertet. Und bis Mittwoch ließ sich auch niemand mehr blicken.Wohlgemerkt: Es geht um wichtige Zähler in der Kreisliga A Rees-Bocholt. Ich stelle mir geradeThomas Tuchel vor, wie er den hochmodernen Kabinentrakt der Bayern …, ach nein, er hat ihn ja nicht selbst gebaut.
Einen wunderbaren Kommentar schrieb dazu ein gewisser Linksaußen (12:03) bei aaas.de.
https://www.allesausseraas.de/mittwoch-21-02-2024/#comment-767906
„Wenigstens zeigt ich damit, dass ich nicht die Kabine verloren habe.“ Danke dafür.
https://www.focus.de/sport/fussball/irre-szenen-beim-1-fc-bochholt-nach-seinem-rauswurf-baut-dieser-kreisliga-trainer-die-ganze-kabine-ab_id_259691046.html
Während ich das schreibe, bricht die DFL die Suche nach einem Investor ab. Muss ich erst mal sacken lassen.
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