DFB: Marktwirtschaft oder Vaterlandsverrat

Nike statt Adidas

Die Meldung ploppte gestern relativ unscheinbar per Pressemitteilung auf: Der DFB wird ab 2027 nicht mehr wie bisher von Adidas ausgestattet, sondern von Nike. Wohlgemerkt, nur Trikots, Hosen und Stutzen, also keine Schuhe, und die sind doch eigentlich das wichtigste Utensil. Dem Vernehmen nach hat Nike mit 100 Millionen Euro etwas das Doppelte geboten, wie Adidas zuletzt an den größten Sprtverband der Welt gezahlt hat. Nach Schockstarre (?) gibt es Reaktionen, und die fallen nicht sehr schmeichelhaft aus. Vor allem die große Politik kriegt sich gar nicht mehr ein in ihrer selten einhelligen Kritik, ja Verdammung. Ein Auszug.

  • Wirtschaftsminister Robert Habeck hätte sich mehr Standortpatriotismus (sehr schönes Wort von einen Grünen) seitens des Verbandes gewünscht
  • Gesundheitsminister Karl Lauterbach: „Kommerz hat Tradition und ein Stück Heimat vernichtet.
  • Markus Söder: entscheidung ist falsch, schade und unverständlich. Deutscher Fußball ist Heimat pur – und kein Spielplatz internationaler Konkurrenzkämpfe

Man möchte meinen, das Ende des Vaterlandes sei eingeläutet. Naja, gab auch aus deren Sicht sonst nichts Wichtiges. Cannabis-Freigabe, so what? Den Vogel abgeschossen an Trauer- und Unmutsbekundungen hat aber der hessische Ministerpräsident Boris Rhein. Wörtlich sagte er: „Der Weltmeister trägt Adidas und nicht irgendeine amerikanische Fantasiemarke.“ Er ergänzte: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der DFB das am Ende durchhalten kann. „Dazu ist dreierlei anzumerken. Den Marktführer in Sachen Sportbekleidung als Fantasiemarke zu bezeichnen – darauf muss man erst mal kommen als MP eines Bundeslandes, das den wichtigsten Börsenplatz in Deutschland beherbergt. Allerdings hat er Recht, wenn er sagt, dass der Weltmeister Adidas trägt. Blöd halt, dass er blau-weiß gestreifte Trikots hat und kein schwarz-rot-goldenes. Ach ja, Eintracht Frankfurt (Hessen!) ist in Nike-Ausrüstung 2022 EL-Sieger geworden. War in den Jubelarien kein Thema, warum auch?

So gerne ich den DFB kritisiere. Wenn die Zahlen stimmen, ist das die einzig richtige Entscheidung. Es geht ja nicht um ein paar Millionen hin oder her, wo vielleicht die Empathie ausschlaggebend ist, sondern um einen Unterschied von insgesamt 400 Millionen Euro (10 Jahre Laufzeit). Der DFB ist (aus eigenem Verschulden, Akademie!) klamm, das Geld kann er bestens gebrauchen für seine Einrichtungen, mehr Personal für den Nachwuchsfußball. Die Profis selbst dürften wenig bis gar nicht von dem Deal profitieren (hoffe ich zumindest). Wäre daa eine öffentlich-rechtliche Ausschreibung, wäre der DFB quasi vepflichtet gewesen, dieses Angebot anzunehmen.

Und wenn die Vaterlandskeule schon so heftig geschwungen wird, darf ich schon die Frage stellen, warum die beiden Milliardenkonzerne Adidas und Puma nicht mehr geboten haben für des Deutschen liebstes Kind. Sie werden gerechnet haben. Nike geht es offenbar darum, seine Position weiter auszubauen. Mit Trikotverkauf wird diese Summe nicht erwirtschaftet werden. Die Anleger sehen das Ganze erst mal kritisch. Der Kurs von Nike brach ein, sicher nicht nur wg dieser Entscheidung, sondern weil das insgesamt Ergebnis nicht gefiel

Aber der Zeitpunkt – ein Desaster

Nur wäre der DFB nicht der DFB, wenn er nicht den Zeitpunkt der Bekanntgabe Bekanntgabe völlig verhunzt hätte. Eine Woche nach der Vorstellung der neuen (Auswärts)-Trikots für die Heim-EM, in der Woche vor zwei ganz wichtigen Länderspielen so ein Fass aufzumachen, ist absolut indiskutabel. Größer und gereckter kötte der Stinkefinger gegenüber dem bis dahin doch sehr treuen Vertragspartner nicht sein. Aber für die katastrophalen Zeitpunkte von wichtigen Bekanntgaben ist der DFB berüchtigt, man denke an die Vertragsauflösung mit dem damaligen Bundestrainer Hansi Flick punktgenau zu dem Zeitpunkt, als die deutschen Basketballer im Finale gegen Serbien drauf und dran waren den Titel zu holen

 

Was vom Tage übrigblieb

Vertane Chance, deprimierende Saison

Das letzte Pokalviertelfinale konnte tatsächlich gespielt werden. konnte tatsächlich gespielt werden im Saarbrücker Ludwigspark trotz des vielen Regens. der herunterfiel, aber eben nicht am Tag vor der Partie des 1. FC Saarbrücken und Borussia Mönchengladbach.. Während der Partie: Dauerregen und Gladbacher Fohlen, die damit und dem immer schlechter werdenden Geläuf überhaupt nicht zurechtkamen. So siegten die Saarbrücker letztlich verdient gegen einen maßlos enttäuschenden Kontrahendten, der jetzt vor den Scherben einer deprimierenden Saison steht.

Aber was für eine Chance war das im Pokal. Viertelfinale bei einem Drittligisten un d bei einem Sieg wäre der 1. FC Kaiserslautern auf em gar nicht mehr so uneinnehmbaren Betzenberg auch eine machbare Hürde gewesen. Das Pokalv´finale wäre ein dickes Trostpflaster gewesen – perdu. Gut in Saarbrücken haben zuvor auch die Bayern und Eintracht Frankfurt verloren, aberje weiter dieser Wettbewerb fortschreitet, desto mehr konzentrieren sich die Clubs, die Fahrt nach Berlin wird ja immer konkreter.

Was bleibt, ist tiefer Frust. Der einzige Trost ist, dass mit Köln, darmstadt und Mainz dieses Jahr drei Teams so unterirdisch mies punkten, dass wenigstens der Abstieg kein Thema mehr ist. Jetzt haben die Spieler neun Partien Zeit, sich zu präsentieren. Die Gladbacher verantwortlichen werden sich aber auch ernsthaft fragen müsen, ob sie mit Trainer Gerard Seoane wirklich ds große Los gezogen haben. Seine Hilflosigkeit gestern gab dazu wenig Gründe.

Und Saarbrücken: Schwebt weiter auf der Pokalwolke, die ja auch extrem einträglich ist. Gute 3.3 Millionen Euro sind sicher, und im Halbfinale wartet mit Kaiserslautern auch ein machbarer Gegner. Das andere Halbfinale bestreiten Bayer Leverkusen und Fortuna Düsseldorf – in der BayArena. Wer wetten will …

Geteiltes Saisonfinale der Alpinen

Erst heute ist mir ein Irrtum meinerseits bewusst geworden. Das Saisonfinale der alpinen Skifahrer wird dieses Jahr an zwei Wochenenden ausgetragen und nicht wie bisher von Mittwoch bis Sonntag. Das bedeutet im Klartext, dass amSamstag und Sonntag, jeweils die Riesenslaloms und Slaloms stattfinden und nachste Woche am Freitag die Super-Gs und am Samstag die Frauenabfahrt und am Sonntag die Männer-Abfahrt. Der Teamwettbewerb wurde gestrichen. Den Vorteil dieser Änderung erkenne ich nicht – im Gegenteil. Es war ja der Charme dieser Veranstaltung, dass in geballter Form sich an viert Tagen en sute die jeweils besten 25 (+ einige mit anderer Qualifikation wie 500 Punkte, Europacupgewinner, Juniorenweltmeister) Läuferinnen und Läufer in den einzelnen Disziplinen maßen und dazwischen der doch immer wieder unterhaltsame Teamwettbewerb ausgetragen wurde. Da stürzte sich schon ein Abfahrer in den Stangenwald und umgekehrt. Jetzt die strikte Trennung Speed und Technik. Für die reinen Techniker ist die Saison spätestens am Sonntag beendet, während die reinen Speedfahrer dann zwei Wochen zum Nichtstun verurteilt sind und für sie eben die Saison noch eine Woche später endet. Und richtig peinlich, weil so evident geldgierig ist die Idee, Frauen und Männer die Abfahrten an gesonderten Tagen bestreiten zu lassen, bei einem Starterfeld von jeweils etwa 30 FahrerInnen.

Verrücktes NBA-Spiel

In LA empfingen die Clippers die Minnesota Timberwolves, und am Ende gewannen die Gäste klar und eindeutig. 118:100. Und was ist daran verrückt? Na ja, der Spielverlauf: Die Clippers führten nämlich schon mit 22 Punkten vorsprung, ehe sie in der 2. Halbzeit völlig einbrachen und insgesamt nur 37 Punkte zusammenkratzten. Zeitweise lagen sie gar mit 22 Punkten vorn – ein Swing von 44 Punkten.

Und sonst
– Der fC Arsenal im Elfmeterschießen gegen Porto und der FC Barcelona mit einem 3:1 gegen Napoli haben das Viertelfinale der Champions League erreicht. Arsenal war überlegen, aber Porto hatte durchaus auch seine Chancen. Die Londoner zum ersten Mal seit 2006 unter den besten Acht.
– Zverev weiter, Kerber raus. Im Duell der Mamas und Freundinnen verlor Kerber klar gegen Caroline Wozniacki. Sascha Zverev brauchte drei Sätze gegen den in dieser Saison so starken Australier Alex de Minaur. Jetzt trifft er auf Carlos Alcaraz, auch nicht ganz einfach …

Das war die Woche, die war

Unaufhaltsam Richtung Meisterschaft

Auch wenn die Bayern ihre Form offenbar wiedergefunden  haben (ist das 8:1 gegen Mainz allerdings ein Maßstab?), Bayer Leverkusen lässt sich nicht beirren und nahm auch die Hürde VfL Wolfsburg beim ungefährdeten 2:0 souverän. Spektakulär ist es nicht, was Bayer da grade spielt, aber halt sehr erfolgreich.

Großen Spaß macht weiter der VfB: Die Schwaben spielen einfach tollen Fußball, und es drängen sich einige Spieler für die Nationalmannschaft auf – allen voran Denis Undav und Waldemar Anton, aber auch Chris Führich und Mittelstädt. Bin gespannt, wie das der Bundestrainer zu lösen gedenkt.

Unten im Keller bleibt es beim Schneckenrennen zwischen Köln, Mainz und Darmstadt. Ein Team von denen kommt in die Relegation: Und egal wer in der 2. Liga Dritter wird, etwa der HSV?, ist mit Sicherheit nicht chancenlos. St. Pauli kann schon für die 1. Liga planen, und alles spricht auch dafür, dass Holstein Kiel als erstes Team aus Schleswig Holstein ins Oberhaus kommt.

Letzte Zuckungen im (Kunst)schnee

Es ist Mitte März, und ganz langsam neigt sich die Wintersportsaison dem Ende entgegen. Mein Highlight war die fulminante Rückkehr von Mikaela Shiffrin. Nach sechs Wochen Pause bestritt sie in Are wieder einen Slalom und gewann ihn mit standesgemäßen 1,24 Sekunden Vorsprung auf die Zweite Ljutic und Michelle Gisin.Lena Dürr verfehlte das Stockerl um eine Hundertstelsekunde, Emma Aicher wurde glänzende Siebte.
Zum Nichtstun verurteilt waren mal wieder die Männer. Riesenslalom und Slalom in Kransjska Gora fielen einem Wärmeeinbruch samt Dauerregen zum Opfer. Somit hat Linus Straßer in der Slalomwertung auch seine theoretischen Chancen auf die kleine Kristallkugel verloren. Die holt sich völlig vedient der Österreicher Manuel Feller.

Vorbild Raw Air

Was ist das für ein,  Rumgeeiere, ob und wie sich die 4-Schanzentournee auch den Frauen öffnet, was wirklich an der Zeit wäre. Das noerwegische Gegenstück ist die Raw Air in Norwegen mit drei Stationen unter anderem am Holmenkollen und das Skifliegen in Vikersund. Die Frauen sind voll dabei. Die gleichen Wettbewerbe, und auch von der Flugschanze dürfen sie sich wagen. Und sie erhalten für ihre Darbietungen das gleiche Preisgeld. beschämend, dass das vor allem die Österreicher nicht hinbekommen, obwohl ihre Frauen nicht minder erfolgreich sind als die Männer. Das Besondere an der Raw Air: Hier fließen auch die Qualifikationssprünge in die Gesamtwertung ein. Bei den Frauen führt die Norwegerin Eirin Maria Kvandal vor Katharina Schmid und Eva Pinkelnig, bei den Männer Stefan Kraft vor Ryoyo Kobayashi und Jan Hörl.

Vorentscheidung für Magdeburg?

Am Sonntag trafen in der Handball-Bundesliga der Zweite SC Magdeburg und der Erste Füchse Berlin aufeinander. Am Ende hatten die Magdeburger die Nase vorn und gehen jetzt als Tabellenführer und Favorit in die letzten Spieltage. Hier gibt es ja keine Play-offs, anders als etwa im Basketball und Eishockey. Ich plane mal ein pro und contra Play-offs, was ja auch für die Fußballer immer wieder als Thema aufploppt.
In der Champions League der Männer haben der THW Kiel und Magdeburg direkt das Viertelfinale erreicht.

Angie rockt Indian Wells

Nach ihrer Babypause und dem doch zurückhaltenden Comeback in Australien kommt die Tennisspielerin immer besser in Fahrt. In Indian Wells erreichte sie als ungesetzte Spielerin das Achtelfinale und eliminierte dabei die weit höher  eingestuften Jelena Ostapenko und Veronika Kudemertova. Jetzt kommt es zum Duell der befreundeten Mamas gegen Caroline Wozniacki, die wie die Kerberin polnische Wurzeln hat. Bei den Männern ist Sascha Zverev noch im Wettbewerb. Jan-Lennard Struff musste sich erwartungsgemäß Jannik Sinner geschlagen geben.

Apropos Tennis: Die von Verletzungspech so gebeutelte Sabine Lisicki hatte endlich mal eine gute Nachricht parat. Sie erwartet ein Kind. Offenbar war das nicht geplant, aber die Freude ist groß. Ich wünsche alles Gute für eine Tennisspielerin, die ohne ihre vermaledeiten Verletzungen bestimmt viel mehr erreicht hätte als „nur“ ein Wimbledonfinale.

Und sonst?

– Wer die Premier League und Pool vs City vermisst, den verweise ich auf den vorigen Beitrag. Grandioses Spiel
– die Biathleten traten in Soldier Hollow an. Die ARD übertrug Freitag und Samstag zur Primetime. Für Sportfans eine feine Sache, aber schon sehr bedenklich für ein angebliches Vollprogramm. Aus deutscher Sicht herausragend war die Frauenstaffel mit dem zweiten Platz hinter Norwegen – und das mit den ganz jungen Hüfperinnen Selina Grotian und Julia Kink, die kurzfristig als Schlussläuferin einspringen musste und ihre Sache glänzend machte.
– Zwei Langlaufklassiker am Holmenkollen über 50 Kilometer. Die Frauen dürfen diese Strecke jetzt auch in Angriff nehmen. Katharina Hennig belegte hinter den Schwedinnen Frida Karlsson und Ebba Anderson den 3. Platz. Bi den Männern gab es einen norwegischen Fünffacherfolg. Ein gar nicht so kleiner Wermutstropfen für die Puristen: Die Wettbewerbe fanden im Massenstart und nicht im Intervallstart statt.
– bei den Kombinierern war Jarl-Magnus Riiber einmal mehr eine Klasse für sich und siegte zweimal jeweils vor dem Österreicher Johannes Lamparter.
– Ein erst 19-jähriger Amerikaner setzt im Eisschnelllauf neue Maßstäbe. Nach seinen drei Titeln bei der Einzelstrecken-WM in Calgary sicherte er sich am Wochenende in Inzell den Vierkampf – mit neuem Weltrekord. Die Eislaufnation Holland hielt sich bei den Frauen mit einem Dreifacherfolg schadlos.

Die Wochenvorschau folgt

Was für ein Fußballspiel – eine Hommage

Die Erwartungen an das Premier-League-Spiel zwischen dem FC Liverpool und Manchester City waren schon enorm. Meisterschaftsduell und noch dazu vielleicht die letzte Begegnung der die Fußballwelt im vergangenen Jahrzehnt extrem prägenden Trainern Jürgen Klopp und Pep Guardiola.

Und was passierte? Ein fanrtastisches Fußballerlebnis mit allem, was dazugehört. Gänsehautstimmung, elektrisierende Spannung von der ersten bis zur letzten Minute. Grandiose Einzelleistungen, Aussetzer, wunderbare Verteidigungen. Bestes Anschauungsmaterial, um irgendjemanden zu erklären, warum ihr dem Fußball frönt. Und dann als Thrill, wie es sich zuz einem guten Drehbuch halt gehört, am Ende eine mehr als strittige Entscheidung. Elfer oder nicht für Pool. Der Schiri sagte nein nach Konsultation des VAR.  Für mich war der Tritt des City-Verteidigers strafstoßwürdig, aber der Schiri wollte diese rassige Partie halt aktiv nicht entscheiden: Und noch eine Pointe.Ansonsten zeigte Mr. Oliver eine vorzügliche Leistung Wenn Pool und City sich streiten, freut sich der Dritte, nämlich der FC Arsenal, der jetzt die Tabellenführung innehat knapp vor Liverpool und ManCity.Es geht weiter mit viel Spannung: in drei Wochen trifft City auf Arsenal.

Natürlich gab es auch Helden: tragische wie Liverpools Stürmer Luis Diaz, der ein unglaubliches Pensum absolvierte, aber im Abschluss eher unglücklich agierte. Oder City-Torwart Ederson, der nicht nur den Elfmeter zum Ausgleich nicht nur durch eine überflüssige Aktion verursachte, sondern sich dabei auch noch verletzte und ausgewechselt werden musste. Sein Vertreter Stefan Ortega, aus der Bundesliga wohlbekannt, machte seine Sache hervorragend. Er und noch mehr der fantastische Verteidiger Kyle Walker, an dem ja die Bayern vor der Saison so baggerten, retteten letztlich das Remis. Die packenden Duelle Diaz vs Walker waren allein das Zuschauen wert.

Letztlich kann Jürgen Klopp trotz des Ärgers über den verweigerten Elfmeter („Was hat der denn im Kaffeee gehabt?“)mit dem Punkt zufrieden sein. Unglaublich, welche Spieler er bei der Verletztenflut der Reds (u. a. fehlten Alisson, Trent Alexander Arnold, Diogo Jota, Konaté und Thiago) aus der eigenen Jugend ausgegraben hat. Ein Quansah, ein Eliot, ein Bradley spielten fast fehlerfrei, dabei mutig und abgeklärt. Guardiola dagegen zeigte durch eine grandiose Variante, dass man Eckbälle sehr wohl trainieren kann. Nicht nur die flache Hereingabe von Kevin de Bruyneauf John Stones überraschte die Pool-Abwehr, entscheidend war das perfekte Freiblocken von Ake, der die Verteidger neutralisierte.

Was bleibt, sind durchweg positive Erinnerungen an ein fantastisches Fußballspiel. Und auch ein bisschen Wehmut, dass Klopp erst mal dem Fußball Lebewohl sagt. Apropos: Ich hätte absolut nichts dagegen, wenn er auch aus den zig Werbespots verschwinden würde; was zuviel ist ist zuviel.

Die Fans mit ihrem infernalischem Lärm, aber Gott sei Dank aktionsabhängig und nicht nur monotones Singen, hatten erheblichen Anteil daran, dass dieses Spiel zum Spektakel wurde. Und Anfield zeigte, dass „Youll never walk alone“ hier zu Hause ist und nur hier und vielleicht noch im Glasgower Celtic Park. Immer wieder tatsächlich Gänsehaut, sogar an einem PC.

Gut eine Stunde danach der deutsche Kontrapunkt. Bayer Leverkusen gegen VW, äh, VfL Wolfsburg. Nur eine Mannschaft, angreifen will. Aber wenig inspiriert trotz aller Klasse schienen die Leverkusener mir. Dienst nach Alonso-Vorschrift. Schön, dieses Ballkreiseln, aber wenig Zug zum Tor. Eines fiel dann doch nach einer wunderbaren Kombination. In der 2. Halbzeit dasselbe Bild, vielleicht mit noch weniger Tordrang. Und der VfL? Eine makaber schlechte Leistung. Okay, gut verteidigt, aber was Eigenes, gar was  Produktives? Bestenfalls Ansätzchen, aber nie zwingend. Der DAZN-Reporter brachte es auf den Punkt: Der VfL spielt, als würde er noch auf ein Rückspiel hoffen. Man akzeptierte also die knappe Niederlage, und erst der fulminante Direktschuss von Florian Wirtz brachte wenigstens noch ein bisschen Leben in die eingeschlafene Partie.

 

 

Was vom Tage übrigblieb

Freiburg liefert

Das Achtelfinale der Europa League brachte für die deutschen Clubs alte Bekannte, denn Quarabach Agdam und West Ham United waren schon in der Gruppenphase die Gegner von Bayer Leverkusen und dem SC Freiburg. Bayer tat sich in Aserbaidschan lange sehr schwer. erst als Granit Xhaka und lForian Wirtz eingewechselt wurden, wurde es wirklich zwingend, und so konnten Wirtz und der ebenfalls eingewechselte Patrik Schick noch aus dem 0:2 ein 2:2 machen, das beste Chancen fürs Rückspiel offen lässt.
Ebenfalls eine gute Ausgangsposition schufen sich die Freiburger mit dem 1:0 gegen West Ham. Erneut Michael Gregoritsch erzielte das Goldtor. Ganz am Ende wurde es noch mal aufregend, als der Schiri und der VAR ein vermeintliches Freiburger Handspiel auf Elfmeter überprüften. Sie kamen zum für mich richtigen Schluss koan Elfer.

Damit schaut es für die deutschen Clubs gut aus. Die Bayern stehen bereits im Viertelfinale der CL. Der BVB kann nächste Woche nach dem 1:1 gegen die PSV Eindhoven nachziehen. All das bedeutet auch wichtige Punkte in der Länderwertung. Die besten beiden Länder dieser Saison erhalten einen zusätzlichen Champions-League-Platz, damit würde auch der 5. Rang in der Bundesliga reichen. wäre allerdings schade für das spannende Duell zwischen dem BVB und Leipzig um den 4. Platz. Zurzeit liegen die deutschen Clubs auf eben jenem zweiten Platz hinter Italien und vor England und Spanien, allerdings sind noch eine Menge Punkte zu vergeben.

Spitzenspiel in der NBA

Viele Partien im Grunddurchgang der NBA sind wenig inspirierend. wenig Abwehr, viele Kantersiege. Ganz anders gestern das Spiel zwischen den Denver Nuggets und den Boston Celtics. es ging richtig zur Sache wie in einem Play-off-Spiel, und am Ende hatten die Nuggets das bessere Ende für sich. Mich würde es keineswegs wundern, wenn genau diese beiden Teams auch die Finalserie betreiten würden. Doch bis dahin kann natürlich noch enorm viel passieren. Morgen gibt es dann eine Übersicht nach gut drei viertel in der regulären Saison in der NBA und NHL.

Ein Mann für die Frauen am Weltfrauentag.

Jetzt steht es fest. Christian Wück wird nach Olympia Cheftrainer der deutschen fußball-Nationalmannschaft der frauen. er ist der erste Mann auf diesen Posten seit Gero Bisanz, noch im letzten Jahrhundert, wenn ich die Interims-Zeiten des sehr erfolgreichen Horst Hrubesch nicht zähle. ausgerechnet am Weltfrauentag gab der DFB diese Entscheiung bekannt, vielleicht nicht wirklich glücklich gewählt, aber für mangelndes gespür ist der vVerband bekannt, ich denke an den vergangenen September, als der DFB genau in der Crunchtime des Basketball-Finals Deutschland vs Serbien die Entlassung von Bundestrainer Hansi Flick bekannt gab. Wück hat Meriten: Er war Trainer der U-17-Mannschaft, die vor einem halben Jahr Weltmeister wurde. er kann also mit jungen Leuten.

Absurder Sportsamstag der ARD

Nicht nur plant der angebliche Vollprogramm-sender den obligatorische Wintersport von früh bis Nachmittag und die Sportschau mit den Fußball-Ligen. Jetzt gibt es auch zur Prime Time Biathlon, nämlich aus Soldier Hollow/USA. Biathlon ist damit eine der wenigen Sportarten, die es außerhalb des Fußballs und absoluten Großereignissen regelmäßig auch ins Hauptabendprogramm schafft. Man ist ja vieles gewöhnt, aber Sport von 9.25 bis 0.30 Uhr, nur unterbrochen von Tagesschau, Tagesthemen und (natürlich!) dem Wort zum Sonntag und die Ziehung der Lottozahlen, ist dem Guten bei Weitem zu viel und durch nichts zu gerechtfertigen, zumal ja Eurosport vieles auch überträgt.

 

 

Was vom Tage übrigblieb

Unmögliches Unterfangen

Wie erwartet ist RB Leipzig im Achtelfinale der Champions League an Real Madrid gescheitert. das rückspiel in bernabeu erwies sich als zu hohe Hürde, noch dazu nach der 0:1-Hinspielniederlage in Leipzig.. Mehr als achtbar schlugen sich die Leipziger, das 1:1 ist aller ehren wert. Und doch herrschte am ende klar der Ärger vor über eine verpasste sensation. RB haderte einerseits mit der eigenen chancenverwertung und zum anderen auch an dem Unparteiischen-Gespann. Vor allem, dass Vinicius für seine Würge-Attacke gegen Willy Orban nicht die rote Karte sah, stieß sauer auf. Eine klare Tatlichkeit, für die nur ein Platzverweis nach sich ziehen konnte. Nicht aber im Bernabeu, erst recht nicht in eiunem Rückspiel einer K.o.-Runde in der Champions League.
Es bleibt Spekulatius, ob die Bullen gegen ein nummerisch dezimiertes Real tatsächlich auch weitergekommen wäre. tatsache ist allerdings, dass eben jener Vinicius nach seiner Tat die Führung in einer Art und Weise erzielte, die nur ein Ausnahmespieler wie er zustande bringt. Die zweierlei Maßstäbe, die in Bernabeu wahrlich nicht zum ersten Mal vehement beklagt wurden, brachte Verteidiger Benjamin Henrichs auf dem Punkt. „Hätte einer unserer Spieler so etwas gemacht, wäre er garantiert mit Rot vom Platz geflogen. Und ich erhebe die rhetorische Frage: Wo war eigentlich der VAR? Austreten? Eine Rauchen?

RB ist also ausgeschieden, und damit steht jetzt schon fest, dass Borussia Dortmund nächsten Sommer bei der aufgeblähten Club-WM teilnehmen wird. Warmer Geldregen ist garantiert, genau wie für den FC Bayyern und die anderen Großkopferten. Der Teufel macht halt auf den größten Haufen.

Sieg durchs Nichtstun

Quasi im eigenen Bett erfuhr Manuel Feller, dass er die Slalom-Weltccupwertung in diesem Jahr für sich entschieden hat. denn wie auch der Riesenslalom wurde der Slalom in Kranjska Gora abgesagt, weil Dauerregen die Piste weggespült hat und an ein Rennen nicht zu denken war. Da die beiden Rennen auch nicht nachgeholt werden (wie so viele andere auch in diesem vermaledeiten Winter), gibt es nur noch beim saisonfinale in Saalbach am Sonntag in einer Woche einen Slalom, Feller führt also uneinholbar. Damit hat der deutsche Ski-Löwe seine Chancen ohne eigenes Zutun verloren. aber um der wahrheit die Ehre zu geben: Diese Chance war eine höscht theoretische. denn Feller hätte in zwei Rennen schon zweimal ausfallen oder schwer patzen müssen, damit ihn Strasser noch hätte einholen können. Sehr unwahrscheinlich, weil Feller bisher als schlechtestes Ergebnis einen 5. Platz zu stehen hat. Abe halt nicht ausgeschlossen, und wenn die Nerven erst ins Spiel kommen …

eine zweite slalom-Meldung erfreut mein Herz. Lucas Braaten, der vor der Saison wegen unüberwindbarer Unstimmigkeiten mit dem norwegischen Verband seinen Rücktritt erklärt hatte, kehrt in den Skizirkus zurück. Nicht wirklich überraschend, und weil er auch eine brasilianische Mutter hat, kann er ohne große Schwierigkeiten für dieses Land starten. Baaten ist nicht nur ein überragender Skifahrer, sondern beherrscht auch das Entertainment. Genaus diese Typen braucht aber der Skisport ganz dringend, gerade jetzt,  wo der Streit zwischen zwischen Weltverbandspräsident Johan Eliasch und führenden nationalen Verbänden zu eskalieren droht und sogar von Abspaltung die Rede ist.

Und sonst?

 

  • Angie Kerber, Tatjana Maria und Yannick Hanfmann stehen in der 2. Runde des Turniers in Indian Wells.ausgeschieden sind dagegen Tamara Korpatsch Dominic Köpfer. Jan-Lennard Struff und Sascha Zverev greifen nach einem Freilos erst in der 2. Runde ins Geschehen ein.
  • Wieder mal abgesagt hat Rafael Nadal. Das mit Spannung erwartete Duell gegen Milan Raonic fällt damit aus. Statt gegen Nadal spielt Raonic gegen Sumit Naga. Kann auch niemand erfinden.
  • Der THW Kiel gewann in der Handball-Champions-Leaglue klar gegen Zagreb und steht damit sicher im Viertelfinale. Der SC Magdeburg könnte heute mit einem Sieg in vezprem das viertelfinale ebenfalls klarmachen.