von Münchner Löwe | Apr. 22, 2024 | bundesliga, Fernsehen, Fußball, Golf, Olympia, Tennis, Wochenrückschau
Vorbemerkung: NBA und NHL mache ich in einem gesonderten Text. Sonst wird es uferlos.
Klage der Woche
Die hat Toni Polster angestrengt. Es geht um 3 Länderspieltore, mit der er seine Bilanz von jetzt 44 aufstocken will. Das Problem ist, dass er diese bei nicht offiziellen Länderspielen erzielte 2 gegen Liechtenstein, eines gegen Tunesien, so etwas gab es zu seinen Zeiten nicht nur in Österreich. Das will Toni Doppelpack nicht auf sich sitzen lassen, 47 klingt halt besser als 44, mit denen er übrigens bereits Österreichs Rekordtorschütze ist und mittelfristig auch bleiben dürfte (darauf kommt es ihm angeblich nicht an). Klagegegner ist übrigens der Österreichische Fußball-Verband, der sich wiederum auf FIFA-Regeln beruft, die in einem ähnlichen Fall schon mal gegen eine Spieler (Romelu Lukaku) entschied.. Und zumindest die Liechtensteinpartie auf einen besseren Kartoffelacker bei Vaduz war eher ein Kraut-und-Rüben-Spiel als ein Ländermatch. So wurde unter anderem ein Spieler erst aus- und dann wieder eingewechselt, was sämlichen Regeln wiederspricht.
Das ficht die Anwälte nicht an, no na, ist ja auch nicht ihr Geld, das verpulvert wird, im Gegenteil. Die Herren Anwälte sagen, es würde doch Spaß machen, „ein bissl Rechtsgeschichte“ zu schreiben.
Am Freitag war der erste Verhandlungstag, mindestens ein weiterer ist für Mai anberaumt. Toni, hierzulande auch bekannt als Sänger mit den Thekenschlampen („Toni lass es polstern“) ist übrigens gerade 60 Jahre alt geworden und hat eine ziemlich ernste Krankheit überwunden. Manche leben danach bewusster, manche verbringen eben die Zeit im Gericht, obwohl es ihm dort überhaupt nicht gefällt. Wie es ausgeht: Hier in diesem Kino. Und ein vergnüglicher Text aus dem österreichischen Kicker vom Januar
https://www.kicker.at/die-seltsame-drei-tore-klage-des-toni-polster-987152/artikel
Erfolgreich in Europa
Besser hätten die Europacup-Spiele für die deutschen Vertreter kaum laufen können. Dortmund und Bayern setzten sich in der Champions League gegen Atlético Madrid und ein wirklich auf der ganzen Linie enttäuschenden FC Arsenal durch und stehen im Halbfinale. Dort treffen die Dortmunder auf Paris St. Germain und Bayern auf Real Madrid. Die Hinspiele sind nächste Woche jeweils in Deutschland. Gerade die Dortmunder werden es sehr bedauern, dass sie nicht zuerst auswärts spielen dürfen, denn das Westfalenstadion ist in einem Rückspiel für mindestens ein Tor gut. Siehe die Partie gegen die Madrilenen, als sie den Schock eines schnellen Ausgleichs nach der Pause gut wegsteckten und angefeuert von einem jetzt endlich nicht mehr ziemlich lethargischen Publikum die Spanier förmlich überrannten.
In der Europa League kam Leverkusen zu einem 1:1 bei West Ham mit einiger Mühe weiter. Mal wieder erzielte der Werkclub ein spätes Tor. Jetzt bekommen sie es mit der AS Rom zu tun, die Wiederholung des Halbfinals vom Vorjahr. Auf Roms Trainerbank sitzt allerdings nicht mehr José Mourinho. Es ist also mit Danilo de Rossi ein weitaus offensiveres Rom zu erwarten als die Maurertruppe vom Vorjahr.
Die internationalen Erfolge bringen es mit sich, dass Platz 2 in der Nationen-Jahreswertung greifbar nahe ist und somit ein weiterer Champions-League-Platz für die Bundesliga. Sollte Dortmund die Champions League gewinnen und nicht unter die besten 4 kommen, würden nächstes Jahr gar sechs deutsche Mannschaften an der reformierten Königsklasse teilnehmen. Das wäre des Guten aber schon arg viel.
Bayern auf Trainersuche
Und die wird noch sehr luschtig. Ein Kandidat nach der Absage des alllgemeinen Lieblings Xabi Alonso war auch Julian Nagelsmann, doch der ist nicht mehr auf dem Markt (wenn er es denn je war). Der erst im März 2023 von den Münchnern gefeuerte Trainer hat offenbar großen Gefallen an seinem Job als Bundestrainer gefallen und wird diesen Job zumindest bis 2026 und die WM in Amerika ausüben. Angeblich gibt es für den DFB eine Klausel, bei einem Vorrunden-Aus bei der Heim-EM den verlängerten Vertrag ohne große Abfindungen einzukassieren. Die jetzt am höchsten gehandelten Kandidaten sind offenbar in England tätig. Roberto de Zerbi, mit Lob unter anderem von Pep Guardiola überhäufter Coach von Brighton und Unai Emery, der Aston Villa vielleicht sogar in die Champions League führt und mit dem Team auch noch im Halbfinale der Conference League steht. De Zerbi gilt als höchst innovativ, hat allerdings noch keinen großen Club in einer Top-Liga gecoacht, nichts für ungut Schachjor Donezk. Unai Emery hat bereits internationale Meriten, holte mit dem FC Sevilla dreimal die Europa League und schaltete mit dem FC Villarreal 2022 die Bayern im CL-Viertelfinale aus. Allerdings scheiterte er beim FC Arsenal. Wenn ich tippen müsste, würde ich bei ihm landen obwohl Bayern nicht in der Europa, sondern in der Champions League spielt. Sonstige mehr oder weniger seriös gehandelte Kandidaten: Zinedine Zidane (wäre extrem charmant und spannend, aber die Sprache …), Ralf Rangnick (eigentlich bei Österreichs Nationalteam unter Vertrag und im Wort), Hansi Flick (will angeblich nicht mehr in Deutschland trainieren), Roger Schmidt von Benfica und neuerdings sogar Lucien Favre, der ja mit dem neuen Sportvorstand Max Eberl in Gladbach bestens und lange zusammenarbeitete (kann ich mir kaum vorstellen).
Vorentscheidung im Abstiegskampf …
Nach der auch rechnerisch fixen Meisterschaft für Bayer ist im Abstiegskampf mehr als eine Vorentscheiung gefallen. Der 1. FC Köln verlor am Samstag zu Hause gegen den Letzten Darmstadt 98 und hat mittlerweile 5 Punkte auf Platz 16. Die wohl allerletzte Chance gibt es nächste Woche beim Duell mit dem 15. Mainz 05. Im rheinischen Karnevalsduell spricht aber so gut wie alles für die formstarken Mainzer.
Die können sogar auf die direkte Rettung hoffen. Sie sind punktgleich, aber 9Tore vor dem 16. Bochum und sind klar in der besseren Form. In der Verlosung ist vor allem noch der 1. FC Union, gerade mal 2 Punkte vor Mainz/Bochum. Der Rest dürfte einigermaßen gesichert sein.
… Und im Aufstiegsrennen der 2. Liga
Holstein Kiel (beim HSV) und St. Pauli (bei Hannover) gewannen ganz wichtige Auswärtsspiele. Ihr Vorsprung auf den Dritten Fortuna Düsseldorf beträgt 6 bzw 5 Punkte bei noch 4 Spieltagen. Die Fortuna selbst kann für die Relegation planen angesichts von 6 Punkten Vorsprung und dem klar besseren Torverhältnis auf den HSV. Der hat mit einer erneut schwachen Rückrunde jetzt höchstwahrscheinlich schon zum 6. Mal trotz des höchsten Budgets den Wiederaufstieg verpasst. Nächstes Jahr also das 7. Jahr, verflixt oder doch erfolgreich?, Zweitliga-Dino halt. Mal sehen wann sie die Uhr anschmeißen.
Im Abstiegskampf der 2. Liga ist der VfL Osnabrück nicht mehr zu retten. Kaiserslautern, Rostock, Wehen-Wiesbaden und vielleicht noch Braunschweig machen die Plätze 14 bis 17 unter sich aus, wobei Braunschweig gerade mit Abstand die beste Form zeigt.
Endlich Struffs Turniersieg
Mehr als 10 Jahre hat Jan-Lennard Struff auf einen Turniersieg auf der ATP-Tour warten müssen, im eiskalten und regnerischen München schaffte er ihn endlich mit durchwegs überzeugenden Leistungen. Am Samstag gegen Holger Rune spielte er vielleicht so gut wie noch nie in seinem Leben. Sascha Zverev kam mit den Bedingungen überhaupt nicht zurecht und schied bereits im Viertelfinale ziemlich sang- und klanglos aus gegen die Nummer 92 Cristian Garin.
Ebenfalls ein Premierensieg gelang Christian Ruud. Der Norweger gewann das Finale von Barcelona und sicherte sich erstmals ein 500er-Turnier. Im Endspielk revancierte er sich gegen Stefanos Tsitsipas für die Finalniederlage eine Woche zuvor in Monte Carlo. Diese beiden sind bisher in der Sandplatzsaison dominant.
Beim grandios besetzten Turnier in Stuttgart (von den Top Ten fehlte nur Maria Sakkari) gewann Lena Rybakina gegen die Überraschungsfinalistin Marta Kostyuk. Trotz der Niederlage: grandios, was die Ukrainerin in diesen für ihr Land so furchtbaren Zeiten leistet.
Scottie Scheffler weiter überragend
Nur der einsetzende Regen verhinderte schon gestern den nächsten Turniersieg des amerikanischen Golfprofis in Hilton Head Island, Den holte vollendete er dann aber am Montag. Die gerade im Golf unfassbare Bilanz seiner letzten 5 Turniere:: 4 Siege, 1 zweiter Platz hinter Stephan Jaeger. Vor einer Woche hat er ja auch das Masters überlegen gewonnen. Das Turnier-Doppel Augusta/Hilton Head schaffte 1985 ein gewisser Bernhard Langer … Jaeger kam diesmal auf den geteilten 18. Platz, der Österreicher Sepp Straka schaffte mit Platz 5 sein bestes Ergebnis des Jahres.
Eisbären auf Titelkurs
Die Berliner gewannen gestern das dritte Spiel der DEL-Finalserie bei den Fischtown Bremerhaven und führen in der Serie mit 2:1. Das entscheidende Tor erzielte Veilleux nach 37:54 in der 2. Overtime, also nach fast 100 Minuten Spielzeit. Morgen in Berlin dann Spiel 4.
Titelverteidiger schon draußen
Seit Samstag läuft die Snooker-WM in Sheffield, die ich in meiner vergangenen Wochenvorschau schmählicherweise unterschlagen habe. Titelverteidiger Luca Brecel aus Belgien ist schon raus, er verlor mit 9:10 gegen Gilbert. Da auch der hochgewettete Chinese Zhang schon gescheitert ist, ist das Ganze eine fast komplett britische Angelegenheit. Ronnie O´Sullivan kann den 8. Titel gewonnen. Er machte sich vor dem Turnier sehr beliebt in Sheffield, als er das Cruicible Theatre als nicht mehr zeitgemäß für eine derart große Sportveranstaltung kritisierte. Das kann man ja durchaus so sehen, aber die vorgesehene Alternative Saudi-Arabien oder Katar stößt nicht nur Traditionalisten sehr sauer auf.
Unruhe bei der DFL
Gerade werden die Fernsehrechte für 4 Jahre ab 2025 versteigert. Beziehungsweise sollen versteigert werden. Denn nachdem DAZN das Verfahren hart kritisierte und sich benachteiligt fühlt, angeblich hat die DFL viel zu kurzfristig eine Bankgarantie verlangt, stoppte die DFL das Verfahren. Wie es weitergeht, steht in den Sternen.
Und sonst?
– Der SC Magdeburg vor dem Handballtitel: Das Team siegte beim Dritten SG Flensburg-Handewitt und nahm damit die schwierigste Hürde zum titel. Die Bördestädter sind punktgeleich mit den Füchsen Berlin (Unentschieden gegen THW Kiel), haben aber eine Partie weniger bestritten und haben auch den direkten Vergleich mit den Füchsen. Ich sehe angesichts des Restprogramms niemmanden, der ihnen noch entscheidende Punkte abknöpfen kann.
– auch im Volleyball kämpft eine Berliner Mannschaft um den Titel. In der Finalserie liegen die Volleys für mich völlig überraschend mit 1:2 gegen den VfB Friedrichshafen zurück, die sich im Halbfinale ja nur ganz knapp gegen Giesen durchgesetzt hatten und besten Tage doch eigentlich hinter sich haben. Den ersten Matchball haben die Volleys am Samstag zu Hause abgewehrt. Jetzt müssen sie morgen bei den Häflern antreten.
– Pogacars Soloritt: Der Slowene sicherte sich im Alleingang den Radklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich, das vierte sogenannte Monument und der letzte Frühjahrsklassiker und bestätigte seine Favoritenstellung mit fast 2 Minuten Vorsprung. Die Vorentscheiung fiel, als sein härtester Konkurrent Matthew van der Poel stürzte. Der Holländer, zuvor Sieger bei den Monumenten Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix kam zwar noch mal ans Hauptfeld ran, doch als dann Pogacar antrat, hatten er und sein Team kräftemäßig nichts mehr zuzusetzen. Pogacar peilt ja dieses Jahr das Doppel Giro und Tour an. Die Chancen dazu hat er allemal, auch weil niemand wirklich weiß in, welchem Gesundheitszustand die vermeintlich härtesten Konkurrenten für die Tour, Jonas Vingegaard und Remko Evenepoel, nach ihren schweren Stürzen vor zwei Wochen zurückkommen, wenn sie die Tour überhaupt in Angriff nehmen
– Manchester-Finale im FA Cup. Während City sich mehr recht und schlecht gegen den Pokalspezielisten Chelsea mit 1:0 durchsetzte, kam es bei United gegen den Zweitligisten Coventry zu einem unerwarteten Spektakel. 3:0 führte United bis eine Viertelstunde vor Schluss, dann brach das Team völlig auseinander und kassierte noch 3 Tore. Ein viertes von Coventry in der Nachspielzeit wurde vom VAR wegen einer Millimeter-Entscheidung (wirklich abseits?) zurückgenommen. Letztlich entschied das Elferschießen für United, und die Hoffnung aufs internationale Geschäft auch nächstes Jahr (vielleicht mit einem Trainer Thomas Tuchel?) lebt.
Ärger der Woche I
Clasico in Madrid gegen Barca, und Real siegte durch ein mal wieder sehr spätes Bellingham-Tor mit 3:2. Barcas Ärger entlud sich auf den Schiri besser gesagt, auf das System. Denn nach einem Barca-Schuss deutete viel darauf hin, dass der Ball hinter der Linie war. Klarer Fall für die Torlinientechnik, doch – Überraschung, Überraschung: Die gibt es nicht in der so reichen Primera Division – und wahrscheinlich nicht nur ich will das kaum glauben. Die „normalen“ Fernsehbilder brachten kein endgültiges Ergebnis, sodass die ursprüngliche Entscheidung Nicht-Tor weiter Bestand hatte. Damit ist das Meisterrennen in Spanien zugunsten von Real entschieden. Und das Sensationsteam Girona dürfte sicher einen CL-Platz haben, allergrößten Respekt.
Ärger der Woche II
Zu enge Trikots: Als gäbe es in den USA keine Sexismus-Debatte, stattete Nike das US-Olympia-Team der Frauenmit besonders aufreizender Kleidung aus. Sehr zum Missfallen der Sportlerinnen, die sich vor allem an dem besonders hohen Beinausschnitt stoßen. Nike verteidigt sich, dass dieses Outfit nur eines von vielen Möglichkeiten sei, aber die Frage bleibt halt, warum so etwas überhaupt entworfen wird. Man mache sich sein eigenes Bild.
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/us-nike-outfit-athletinnen-sexismus-leichtathletik-kritik-olympia-paris-100.html
Die Wochenvorschau und NBA folgen
von Münchner Löwe | Apr. 19, 2024 | bundesliga, Fußball
Nachdem Experten wie Didi Hamann und die Bild sich „ganz sicher“ waren und „viele Anzeichen“ sahen, dass Julian Nagelsmann der neue Trainer beim FC Bayern wird, kam Gott sei Dank jetzt schon die Klarstellung. Nagelsmann bleibt Coach beim DFB, der Vertrag wird bis 2026 verlängert. Soweit kommuniziert ohne Ausstiegsklausel oder ein vorzeitiges Kündigungsrecht des DFB im Falle eines frühen Ausscheidens bei der Heim-EM.
Für mich ist das die einzig logische Entscheidung. Nagelsmann ist ja erst seit September Bundestrainer. Und nach einem nur dreiviertel Jahr freiwillig wieder zu gehen, wäre arg früh. Vor allem, weil die Entwicklung des Teams noch nicht abgeschlossen ist. Vor allem die Jungen Florian Wirtz und Jamal Musiala kommen erst noch ins beste Fußballer-Alter, können ihre ohnehin schon fast einzigartige Klasse weiter ausbauen. Und auch sonst gibt es gerade Talente zu Hauf gepaart mit einigen Etablierten. Beim DFB kennt er jetzt alle Abläufe, er hat nach dem tollen Spielen in Frankreich und gegen Holland ein großartiges Standing.
Und die Alternative? In Deutschland wäre das wohl nur der FC Bayern gewesen und ganz vielleicht auch Borussia Dortmund. Bleiben wir bei Bayern: Das wäre für beide Seiten ein extremes Wagnis. Zum einen ist es schon mal schiefgelaufen, und auch wenn die damaligen Hauptakteure des Rauswurfs Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic nicht mehr dabei sind: Niemand kann mir erzählen, dass die Granden Hoeneß und Rummenigge nicht ihren Segen zu diesem Schritt gegeben haben.
Viel entscheidender ist jedoch, dass die Bayern laut eigener Aussage einen Umbruch starten wollen, mit offenbar radikalen Änderungen im Kader. Da wäre es schon extrem hilfreich, den künftigen Trainer bei der Kaderplanung mit einzubeziehen. Doch Nagelsmann hat dieser Tage hoffentlich den Kopf voll mit der EM-Vorbereitung, und spätestens nach Saisonschluss gibt es für ihn sowieso kein anderes Thema. Und wie man sich verzetteln kann, wenn zu viele Themen auf einen einprasseln, durften wir ja bei der WM bewundern, wo es so viele Nebenkriegsschauplätze gab, die je nach dem, wen man fragt, mindestens eine Rolle wenn nicht gar der vielleicht entscheidende Grund am Vorrundenaus war, so hehr die Gedanken auch waren.
Es wird ohnehin mehr als genug auf Nagelsmann einprasseln, da kann er Fragen zum neuen Verein absolut nicht brauchen und ergäben nur eine zweite Angriffsfläche. Außerdem endet die EM erst Mitte Juli, also lange nach Beginn der Vorbereitung der Clubs. Und ein normaler Mensch braucht nach dieser enormen vor allem auch psychischen Anspannung mindestens zwei Wochen komülett fußballfreien Urlaub.
Sollte die EM dagegen schieflaufen, käme Nagelsmann schon angezählt zu den Bayern.
Natürlich wäre auch das Verhältnis Nagelsmann/Medien/DFB belastet, wenn es ein frühes EM-Aus gibt und der Fußball nicht den Erwartungen entspricht. Aber dann können sich die Verantwortlichen in Ruhe zusammensetzen und analysieren, was schiefgelaufen ist. Und ich finde es auch komplett richtig, dass es jetzt kein wie auch immer formuliertes WM-Ziel gibt als Voraussetzung für eine Weiterbeschäftigung. Das haben die Handballer ja gerade praktiziert, als sie mit Gislason verlängert haben, diese Verlängerung aber hinfällig gewesen wäre, wenn die Olympia-Qualifikation nicht geschafft worden wäre. Das hat allen Beteiligten nicht gut getan und noch zusätzlichen Druck aufgebaut, der auch spürbar war.
Nagelsmanns jetzige Entscheidung ist auch gut für die Bayern, die Nagelsmann wie Alonso und Rangnick (kleines Fragmichzeichen) als Trainer-Kandidat streichen müssen. Einfach wird die Suche allerdings nicht. Mir würde die Variante Zidane/Ribéry am besten gefallen. Die Sprache sollte nicht das große Problem sein. Die Frage ist natürlich, ob Zizou das überhaupt in Betracht zieht und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Juve ist für ihn natürlich eher der Herzensverein. Ansonsten wünsche ich den Verantwortlichen viel Glück bei der Suche. Wird schwer genug.
von Münchner Löwe | Apr. 18, 2024 | Fußball
Lange war es eher Spielerei, vielleicht sogar Spinnerei. Aber jetzt ist ein deutsch-deutsches Champions-League-Finale nicht mehr unwahrscheinlich. Wie 2013. Wieder in Wembley. Und wieder Bayern gegen Dortmund. Hier ein kleiner Überblick über die Viertelfinals und danach ein Ausblick auf die Halbfinals
Bayern – Arsenal 1:0 (Hinspiel 2:2)
Es war schon ziemlich beeindruckend, wie abgeklärt die Münchner die Hürde Arsenal genommen haben. Ohne unnötiges Risiko, dafür mit sehr starken Außen rechts wie links. Der für die Londoner offenbar ziemlich überraschende Kniff von Trainer Thomas Tuchel mit Mazraoui und Guerreiro auf der linken Seite ist voll aufgegangen. Und rechts zeigte Joshua Kimmich vielleicht seine beste Saisonleistung und sein brachialer Kopfball brachte dann auch die Entscheidung.
Die Londoner enttäuschten mich auf der ganzen Linie, als wollten sie unbedingt ihren Ruf bestätigen, dass sie auf dem Festland nur halb so gut spielen. Sie hatten letztlich keine echte Torchance, ein Kai Havertz hing völlig in der Luft. Und es gab kein Aufbäumen. Es war insgesamt bei nasskaltem Wetter kein Fußballfest, aber ein hochverdienter Sieg der Münchner.
Manchester City – Real Madrid i. E. 2:4 (3:3)
Es war kein Fußballspektakel wie im Hinspiel, aber jederzeit hochklassig mit insgesamt großartigen Verteidigern. Da passt es irgendwie dazu, dass ein verteidiger, der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger, den entscheidenden Elfmeter für Real verwandelte. Die Madrilenen beschränkten sich darauf, ihr Tor sauber zu halten, erst recht nach ihrer ziemlich überraschenden Führung. Das gelang insgesamt vorzüglich; ganz ausschalten kann man eine Surm-Maschine wie City natürlich nicht. 34:8 lautete letztlich das Torschussverhältnis, aber Reals ukrainischer Torwart Luninbrauchte keine wirklichen Heldentaten, um weitere Gegentreffer zu verhindern.
Der zuletzt so kritisierte Erling Haaland spielte nur etwas besser als im HInspiel, er wurde vor der Verlängerung gegen Alvarez ausgewechselt. Im Elferschießen fehlte also ein sicherer Schütze, aber als solcher galt Bernardo Silva auch, bevor er in jämmerlicher Art und Weise scheiterte. Also darf mal wieder Real jubeln.
Dorussia Dortmund – Atlético Madrid 4:2 (1:2)
Mit einem spektakulären 4:2 haben sich die Borussen für die Runde der besten 4 qualifiziert, wer hätte das vor der Saison gernsthaft geglaubt auch angesichts der Todesgruppe“ mit PSG, AC Mailand und Newcastle United. Die Partie war ein Auf und Ab. 2:0-Führung der Dortmunder durch Brand und Maatsen, schneller Ausgleic h von Atlético nach der Pause und ein fulminanter Endspurt der Borussen, der durch Tore von Nilas Füllkrug per unnachahmlichen Kopfball und dem wieder überragenden Marcel Sabitzer belohnt wurde. Am Ende war dannn auch die wirklich tolle Stimmung zu hören, die ich vorher bei Dauergesängen arg vermisst habe
FC Barcelona – PSG 1:4 (2:1)
Die entscheidende Szene geschah bereits nach 28 Minuten, als Barcas Verteidiger Araujo nach Notbremse die Rote Karte sah. Bis dahin hatte der FCB die Partie beherrscht und lag mit 1:0 in Führung. Die Pariser sahen ihre Chance und drehten die Partie. Demélé traf noch vor der Pause zum Ausgleich, nach dem Wechsel trafen Vitinha und zweimal Mbappé gegen ein sich auflösendes Barca. Es bleibt müßig zu spekulieren, was ohne den Platzverweis geschehen wäre, und es hat ja auch schon Vereine gegeben, die mit einer Unterzahl umgehen konnten. Für Trainer Xavi wirds ein trauriger Abschied nach der Saison wohl ohne Titel. Am Samstag steht der Clasico gegen Real an, die letzte Chance im Meisterschaftskampf
Ausblick aufs Halbfinale
Die Partien und Termine stehen bereits fest.
30.4./08.5.: Bayern – Real
01.5./07.5.: BVB – PSG
Ich kann bei beiden Partien keinen echten Favoritn erkennen. Vielleicht ist es der kleine entscheidende Nachteil für Bayern und Dortmund, dass sie zu Hause das erste Spiel haben. Gerade Real kann in einem Rückspiel im Bernabeu schon ein nettes Feuerwerk entfachen. Und der BVB hat sicher davon profitiert, die entscheidenden Minuten im Dortmunder Hexenkessel und nicht in dem von Atlético bestreiten zu dürfen. Andererseits kann man auswärts auch ein eher ungünstiges Ergebnis drehen wie Real in Manchester und vor allem PSG in Barcelona. Wobei hier anzumerken ist, dass Barca sich im Olympiastadion (das Nou Camp wird umgebaut) nicht wirklich heimisch fühlt.
Es kann also alles passieren: Jedes Team kann den Henkelpott gewinnen, aber auch im Halbfinale ausscheiden. Ein rein deutsches Finale ist genauso möglich wie eines ohne deutsche Beteiligung.
Eines aber zeichnet sich auf jeden Fall ab durch das englische Doppel-Aus. Deutschland wird ziemlich wahrscheinlich den zweiten Platz der Nationenwertung hinter Italien belegen, weshalb auch der 5. Platz in der Bundesliga für die Champions League startbechtigt wäre. Dortmund kann die Bundesliga also etwas entspannter angehen. Übrigens: Gewinnt der BVB die CL und wird Fünfter, würde dann auch der 6. Platz der Bundesliga reichen. ME dem Guten einiges zu viel, so sehr ich den Geldsegen dem betreffenden Verein gönnen würde.
Und noch ein Letztes: Durch das Aus von Arsenal steht jetzt schon fest, das RB Salzburg nächstes Jahr an der hochdotierten Club-WM teilnehmen darf.
von Münchner Löwe | Apr. 15, 2024 | Allgemein, basketball, Fußball, Golf, NBA, Radsport, Tennis, Wochenrückschau
Was für eine Woche mit Sport satt und das auch noch an einem so sonnensatten Wochenende, die sich zumindest für München erst mal für einige Zeit verabschieden dürfte. Ein Überblick über die großen und kleinen Dramen ohne den geringsten Anspruch auf Vollständigkeit
Scottie Sheffler souverän
Wirklich spannend wa es nicht, zumindest nicht am Ende, angesichts der Dramen, die es am letzten Tag schon gegeben hat und mit Scottie Sheffler gab es in Augusta auch noch einen logischen Sieger, der in diesem Jahr eine Klasse für sich ist. Mit 3 Schlägen Vorsprung ging er auf die letzten 9 Löcher und spielte diesen Vorsprung souverän nach Hause. Und da seine Frau mit den Wehen gnädigerweise wartete, musste er auch nicht vorzeitig abreisen, wie eres für diesen Fall angekündigt hatte.Am Ende hatte er 4 Schläge Vorsprung auf den Dänen Ludvig Aberg, der die Geschichte des Turniers schrieb. Anffang 2023 war er noch Amateur und in der Weltrangliste irgendwo auf Rang 3000. Es folgte ein kometenhafer Aufstieg, der mit der, durchaus diskutierten und diskutablen, Nominierrung für den Ryder Cup in Italien einen ersten Höhepunkt hatte. Er hat schon Turniersiege auf der europäischen Tour und PGA-tour. Das Masters war sein erstes Major-Turnier überhaupt. Von dem werden wir hoffentlich noch sehr viel schönes Golf sehen. Stephan Jäger zerlegte es ziemlich in der 2. Runde und verpasste den Cut. Insgesamt wieder ein wunderbar anzusehendes Turnier, und die einzelnen Bahnen mit all ihren Tücken sind mittlerweile mir gute Bekannte, die ich Jahr für Jahr gerne wiedersehe..
Bayer auch rechnerisch Meister
En letztlich beeindruckendes 5:0 beseitigte die letzten Zweifel, die es aber höchstens bei pathologischen Pessimisten gab. Und obwohl es alle wussten, war die Riesenfreude über den ersten Meistertitel überhaupt im ganzen Stadion greifbar. Manche konnten es kaum erwarten und stürmten schon Minuten vor Schluss das Feld, konnten aber zurückgedrängt werden. Als Florian Wirtz Sekunden vor Schluss den Fehler machte und noch ein wunderschönes Tor erzielte, gab es kein Halten mehr, und der Schiri machte das einzig Richtige und pfiff die Begegnung ab. Und da waren sie alle auch viele der Granden der 2000er-Jahre, die mehrmals den Titel so nah waren und doch immer wieder so tragisch scheiterten wie 2000 in Haching oder das dreifache Vizekusen 2002. Und auch wenn ich Reiner Calmund mit seinen of Endlos-Reden in Talkrunden oft schwer zu ertragen finde: Ihm gönne ich diesen Titel wwirklich von Herzen, denn er war schon bei Bayer, als dieses in den 70ern ein eher tristes Dasein in der zweiten Liga fristete.
Für Bayer geht die Hatz weiter mit besten Aussichten. Am Donnerstag wird im Londoner Olympiastadion ein 2:0 gegen West Ham verteidigen in Der Europa League. Und schon ziemlich greifbar ist tatsächlich die Saison ohne jede Niederlage, auch wenn in der Bundesliga noch happige Gegner wie Dortmund und Stuttgart warten. Aber jetzt sind alle Mann an Bord
Im Tabellenkeller hat Mainz 05 dagegen dem Abstiegskampf neuen Pfeffer gegeben mit einem beeindruckendem 4:1 gegen Hoffenheim. Plötzlich sind wieder Mannschaften in Gefahr, die fast schon als gerettet galten. Die Mainzer trennt nur ein Punkt von Platz 15 (Bochum), zwei (Wolfsburg) und 3 von Union. Hier hat sich mal ein Trainerwechsel so was von gelohnt. Der Däne Bo Henriksson hat eine Art Wunderheilung vollbracht
Europäisches Spektakel
Vor allem in der Champions League, wo es am Dienstag und Mittwoch 4 faszinierende Spiel mit insgesamt 18 Toren gab. Vor allem das 3:3 zwischen Real und ManCity bot schönen Angriffsfußball. Bayern schuf sich mit dem 2:2 bei Arsenal eine gute Ausgangsbasis fürs Rückspiel, auch Dortmund hat zu Hause nach dem 1:2 gegen Atlético noch alle Chancen. In der Europa League war vor allem das 3:0 von Atalanta Bergamo beim FC Livepool aufsehenerregend. Für Pool wie auch für Arsenal könnte es eine schwarze Woche werden, denn beide verloren am Sonntag ihre Premier-League-Heimspiele gegen Crystal Palace und Aston Villa. und einen herben Rückschlag im Meisterschaftsrennen erlitten.
Tsitsipas – Tenniskönig von Monte Carlo
Der Grieche hat bisher ein lausiges Jahr hinter sich. Doch sein erster Auftritt auf Sand noch dazu bei seinem Lieblingsturnier hat ihn aufleben lassen. Er gewann gegen Sascha Zverev, er gewann gegen Katschanow und eine großartige Partie gegen den Jahres-Dominator Jannik Sinner, der allerdings am Ende am Bein gehandicapt schien. Im Finale schließlich ließ er vor einem Teil der Fürstenfamilie Casper Ruud, der sich zuvor gegen Djokovic durchgesetzt hatte, keine Es war sein 3. Sieg in Monte Carlo. Die Sandplatzsaison kann kommen. Carlos Alcaraz dagegen, der Himmelsstürmer aus Spanien muss wegen einer Armverletzung erst mal passen.
Jubelnde Handballerinnen
Als bereits achtes Deutsches Team in einer Ballsportart sind sie bei Olympia dabei. Die Qualifikation zu Hause in Neu-Ulm geriet gegen Slowenien, Montenegro und Paraguay zum gefeierten Durchmarsch.
Blick über den Teich
Hier erst mal nur relativ kurz. In der NBA ist die reguläre Saison beendet. Es gab ja noch einige umkämpfte Plätze, wobei einige Teams das mit dem Kämpfen nicht so wirkloich ernst genommen haben. Das Wichtigste: Sieger der Western Conference sind die Oklhoma City Thunder. Platz 6 im Westen und direkt in den Play-offs sind die Phoenix Suns, die auswärts die Minnesota Timberwolfes demontierten. 7. New Orleans Pelicans, 8. LA Lakers, 9. Sacramento Kings, 10. GS Warriors. Im Osten schnappten sich die NY Knicks Platz nach einem großen Kampf gegen die Chcago Bull in de Overtime. Chicagos DeRozan warf den möglichen Sieg der Bulls an den Ring. Die Orlando Magic mit den Wagner.Brüdern wurden 5. und direkt in den Play-offs (vs Cleveland). Mehr und ein längerer Ausblick auf die Play-Ins/Play-offs in einem gesonderten Beitrag.
Ein Weltrekord auf einer Segelwiese
Im Diskuswerfen der Männer, man mag es kaum glauben. Der älteste, den es gab, vor fast 38 Jahren aufgestellt vom Potsdamer Jürgen Schult. Der Litauer Mykolas Alekna, 22-jähriger Sohn des Doppel-Olympiasiegers Virgilijus, schleuderte in Ramona/Oklahoma die 2-Kilo-Scheibe auf 74,35 Meter und damit 27 Zentimeter weiter als Schult.. Begünstigt durch perfekte Bedingungen mit einem Windkissen, auf dem der Diskus weit getragen wird. „Segelwiese“ nennen die Diskuswerfer eine solche Örtlichkeit etwas abschätzig. Und ddieses Ramona ist ist das Paradebeispiel einer solchen Segelwiese. Eine Wurfanlage im Nirgendwo, sogar weit weg von dieser 500-Seelen Gemeinde. Aber sie hat schon ihren Ruf, um die besten Werfer der Zunft anzulocken. Gleich 11 warfen diesmal über 65 Meter.. Und bei den Frauen schaffte die Kubanerin Yaime Perez mit 73,09 Metern den weitesten Wurf seit 1989 geschafft.
Und sonst?
– Jubel in Magdeburg: Die Handballer gewannen das Final Four in Köln und sind damit Pokalsieger. Im Finale bezwangen sie MT Melsungen klar, das im Halbfinale immerhin die SG Flensburg-Handewitt eliminiert hatte. Magdeburg hatte seinerseits im Halbfinale die Füchse Berlin, auch der letzte Kontrahent im Meisterschaftskampf, bezwungen. Überschattet wurde das Final Four vom Dopingfall des Magdeburger Torwarts Nikola Portner, bei dem in einer Probe Spuren von Crystal Metzh gefunden wurden. Er wurde umgehend suspendirt. Es drohen 4 Jahre Sperre. Crystal Meth kann laut Experten die Reaktionsschnelligkeit verbessern.
– Titel für Kanadierinnen: Im Dauer-Finale der Eishockey-WM hatten diesmal sie die Nase vorn. Ganz knapp siegten sie mit 6:5 in Overtime. Nach 5:16 Minuten fiel der Siegtreffer durch Danielle Serdachny.. Dritter wurde Finnland nach Sieg im Penaltyschißen gegen Tschechien. Die Deutschinnen schlugen sich sehr achtbar, verloren im Viertelfinale nur ganz knapp mit 0:;1 gegen Tschechien und im Spiel um Platz 5 erst in Overtime gegen die Schweiz.
von Münchner Löwe | Apr. 9, 2024 | Fußball, Golf, Tennis
Was für eine tolle Sportwoche steht uns bevor mit meinem persönlichen Golfhighlight des Jahres, dem Masters in Augusta. Außerdem endlich Spannung in der Champions League. Das Tennis-Masters in Monte Carlo usf.
Bayerns Finale
Im Viertelfinale der Champions League geht es für die Bayern in den beiden Spielen am Dienstag und nächsten Mittwoch darum, diese vermaledeite Saison wenigstens mit einem Halbfinal-Einzug in der Königsklasse einigermaßen zu retten und dort dann zwei tolle Partien gegen Real Madrid oder ManCity zu bestreiten, wo dann wiederum alles passieren kann. DieAufgabe ist knackig, aber bestimmt nicht unlösbar. Die Londoner sind auf dem Festland meist viel schwächer als zuhause auf ihrer Insel. Es gilt also für die Münchner, morgen aus dem Emirates Stadium mit einem einigermaßen vernünftigen Ergegnis herauszukommen. Das wäre nach Lage der Dinge sogar eine knappe Niederlage, wobei Arsenal nicht zu vergleichen ist mit der Wenger-Truppe vor ein paar Jahren, die regelmäßig am FCB gescheitert ist. Die Augen sind dabei sicher auch auf Declan Rice gerichtet, der Spieler, den die Bayern und vor allem Tuchel vor der Saison unbedingt haben wollte, bevor die Ablöse in schwindelerregende Höhen stieg. Die Chancen aufs Weiterkommen sehe ich bei 50 zu 50, natürlich nur, wenn die Bayern ihre Bundesliga-Lethargie vergessen.
Auch die anderen 3 Viertelfinals versprechen sehr viel, vor allem auch sehr viel guten Fußball. Morgen Real – ManCity. Am Mittwoch Atlético – BVB und PSG – Barca. Zumindest vom Namen her könnte es kaum prominenter sein, vielleicht Inter statt AtléticoSehe in keiner Paarung einen echten Favoriten.
Die in der CL fehlenden Italiener sind dafür in Europa League gleich dreifach vertreten. Bayer Leverkusen trifft auf West Ham United und der FC Liverpool auf Atalanta.Dazu das italienische Duell Milan vs Roma sowie Benfica vs Marseille. Auch alles sehr namhaft.
Dagegen muss die Conference League ebenfalls am Donnerstag zurückstehen. Aston Villa (vs OSC Lille) und AC Florenz (Pilsen) würde ich favorisieren.
Scottie Sheffler – oder wer kriegt das Grüne Jackett?
Ab Donnerstag also das Masters in Augusta. Der Platz, wo so oft Geschichte geschrieben wurde. Der Platz auf dem Träume wahr wurden oder jäh zerplatzten. Der Platz, der immer wieder verlängert wird. Viel Flair, für den Golffan fast schon vertraute Löcher, vor allem die Back 9. Wie immer beim Golf kann ein gutes Dutzend gewinnen. Ein Favorit ist allerdings über die anderen zu stellen. Scottie Sheffler ist in einer grandiosen Verfassung, gewann zuletzt 2 Turniere und wurde beim dritten in Folge nur knappStephan Jäger geschlagen. Damit verdiente sich der Deutsche eine Einladung zum Masters, er wird der einzige seines Landes sein. Bernhard Langer, aufgrund seiner Turniersiege 85 und 93 spielberechtigt, muss nach einer Verletzung passen. Sehr schade, denn er kam meist sehr gut auf diesem so schweren Platz zurecht, wo Erfahrung so manchen Längennachteil ausgleicht.
Wer wird der Sandfloh der Saison
Mit dem Masters in Monte Carlo beginnt die krasse und eng getaktete Sandplatzsaison so richtig. Danach die Turniere in Barcelona/München, Madrid und Rom (jeweils 10 Tage und schließlich die French Open. Meist werden auf der roten Asche die Karten ziemlich neu gemischt. Sehr gespannt bin ich auf Jannik sinner, bisher nicht gerade als Sandspezialist bekannt, aber mit Selbstvertrauen ohne Ende ausgestattet. Und letztes Jahr kam er in MC immerhin ins Halbfinale, wo er an Holger Rune scheiterte. Titelverteidiger ist Andrej Rublew, der dieses Jahr bisher noch nicht allzu viel getroffen hat. Die komplette Weltelite ist bis auf Rafa Nadal am Start. Nadal musste kurzfristig absagen, die Zeit wird langsam knapp. Oder ist allein Olympia in Paris das eigentliche Saisonziel?
Und sonst
– Bayer Leverkusen kann mit einem Sieg am Sonntag gegen Werder Bremen die Meisterschaft auch rechnerisch fixieren. Ebenso wären sie Meister, wenn der VfB und die Bayern verlieren.
– der Dreikampf in der Premier League setzt sich am Wochenende fort. Arsenal (vs Aston Villa), der FC Liverpool (vs Crystal Palace) und Man City (Luton Town) haben jeweils Heimspiele.
– in der DEL werden die Finalisten ermittelt. Bremerhaven (vs München) und Berlin (Straubing) gehen mit einem 3:1 jeweils morgen ins 5. Spiel. Am Freitag und Sonntag wären die weiteren Spiele der Serien.
– Final Four im Pokal der Handballer. Im Halbfinale in Köln treffen am Samstag der SC Magdeburg auf die Füchse Belin sowie die SG Flensburg-Handewitt auf Melsungen.
– Endspurt der NBA. Es steht die letzte Woche der regulären Saison an. Die Post Season Sports sind vergeben, es geht nur noch um die Platzierungen. Die Houston Rockets sind nach ihrer 11-Siegesserie wieder auf Normalmaß gestutzt haben es nicht mehr geschafft. Weiter ein Dreikampf im Westen um Platz 1 zwischen den Denver Nuggets, den Minnesota Timberwolves und den Oklahoma City Thunder. Im Osten die Boston Celtics klar Erster und auch mit der besten Bilanz der ganzen NBA
Endspurt auch in der NHL. Es geht noch mit zum 18. April. Nur im Osten sind noch 2 Plätze zu vergeben an vier Kandidaten: die New York Isländers, Detroit Red Wings, Philadelphia Flyers und Washington Capitals trennen nur zwei Punkte. Im Westen duellieren sich die Winnipeg Jets und Edmonton Oilers um Platz 4, der den Heimvorteil in der 1. Play-off-Runde (wahrscheinlich zwischen diesen beiden Teams) bedeuten würde. Den Conference-Sieg dürften sich die NY Rangers oim Osten und die Dallas Stars im Westen schnappen. Rangers bisher auch mit der besten Bilanz der NHL.
von Münchner Löwe | Apr. 8, 2024 | Allgemein, basketball, bundesliga, Formel 1, Fußball, Radsport, Wochenrückschau
Vorbemerkung: I mittlerweile exch war diese Woche auf der wirklich wunderschönen Insel Lanzarote. Absolute Reiseemphehlung, gerade der Nordwesten. Deshalb habe ich wenig gesehen, aber mich doch über das Geschehen auf dem Laufenden gehalten. Und manche Dinge konnte ich via Wlan und diverse Streams auch verfolgen., notfalls relive.
Bayer praktisch Meister
Bayer gewinnt, Bayern verliert. Jetzt sind es also 16 Punkte Vorsprung bei och 6 Spielen. Leverkusen kann also am Sonntag mit einem Sieg gegen Bremen bereits auch rechnerisch Meister werden. Vielleicht sind sie es aber schon tags zuvor auf der Couch geworden, wenn nämlich die Münchner zuhause gegen den 1. FC Köln verlieren. Das ist für mich gar nicht sooo abwegig, denn die Partie ist genau zwischen den beiden Champions-League-Spielen des FCB gegen Arsenal. Und die Unlust in der Liga ist mittlerweile mehr als deutlich, siehe das 2:3 am Samstag in Heidenheim nach 2:0-Führung. Tatsächlich muss man sich in München mehr um Platz 4 und die sichere CL-Teilnahme in der nächsten Saison sorgen. Den einen oder anderen Sieg werden sie schon noch benötigen.
Und der FC kommt mit bester Laune nach München. Am Samstag war der Club gefühlt bereits abgestiegen, als er kurz vor Schluss mit 0:1 gegen den VfL Bochum zurücklag und wirklich nichts auf eine Wende hindeutete. Doch die beiden eingewechselten Stürmer Stefan Tigges und Lucas Waldschmidt schafften die nicht mehr für möglich gehaltene Wende. Jetzt ist sogar der direkte Nichtabstieg nicht mehr völlig illusorisch bei nur 4 Punkten Abstand auf den taumelnden VfL und Platz 15. Einen Punkt Vorsprung auf die Kölner haben noch die Mainzer nach dem deutlichen Sieg gegen Darmstadt. Für die ist der Abstieg praktisch besiegelt.
Seltenes Doppel für Matthew van der Pool
Der Holländer gewann auch den Radklassiker aller Radklassiker Paris-Roubaix. Er verteidigte damit nicht nur seinen Titel als erster Profi nach Tom Boonen 2008/09, sondern auch das Doppel Roubaix-Flander-Rundfahrt in einem Jahr, was zuletzt Fabian Cancallara 2013 glungen ist. Wieder gewann er mit einem beeindruckenden Soloritt, und in dieser Form dürfte er auch bei den anstehenden Klassikern Lüttich-Bastogne-Lüttich und Amstel Gold Race klar favorisiert sein, zumal potenzielle Konkurrenten wie Wout van Aert und Primoz Roglic verletzungsbedingt passen müssen. Nach der Sturzserie in den vergangenen Wochen ging die Fahrt über die gefürchteten Pflastersteine offenbar glimpflich für alle Beteiligten aus. Nils Pollit wurde diesmal Vierter, eine weitere Top-Platzierung nach dem 3. Rang in Flandern.
Caitlin Clarks Niederlage zum Abschied
Die College-Basketballerin ist ja so etwas wie der heißeste Scheiß zurzeit im (Frauen)-Sport. Dabei spielt sie „nur“ College-Basketball, aber das halt so erfolgreich wie bisher noch niemand, mit zahllosen Statistik-Rekorden, egal ob Männlein oder Weiblein. Plötzlich haben alle mitbekommen, dass auch die Studentinnen ihre March-Madness haben. Deren Finale war also gestern, in ihr Team aus Iowa musste sich trotz einer Glanzleistung von Clark (30 Punkte) dem favorisierten Team aus South Carolina geschlagen geben. Jetzt wechselt sie in die WNBA, und das Interesse an ihr wird der gesamten Liga einen enormen Schub geben. Mal sehen, wo das endet.
Heute Nacht dann das Finale bei den Männern, wie immer Pausiert deshalb an diesem Tag die NBA.
Und sonst?
– ein elektrisierender Titeldreikampf in der Premier League. Da der bisherige Spitzenreiter FC Livepool trotz klaren Chancenplus beim Erzrivalen Manchester United über ein 2:2 nicht hinauskam, musste er Platz 1 an den FC Arsenal aufgrund der um 9 Tore schlechteren Tordifferenz abgeben. Einen Punkt dahinter lauert Manchester City. 7 Spieltage sind es noch.
– Vorentscheidungen im DEL-Halbfinale. Sowohl Bremerhaven gegen München als auch die Eisbären gegen Straubing gehen mit einer 3:1-Führung in das morgige 5. Spiel der Best-of-7-Serien jeweils zu Hause. Die Endspielserie kann also morgen eingetütet sein. Allerdings sind die Partien bisher alle ziemlich knapp, sodass Spannung auf jeden Fall gewährleistet ist.
– Handball-Spitze im Gleichmarsch: Sowohl die Füchse Berlin (in Göppingen) und der SC Magdeburg (gegen Stuttgart)gewannen ihre Schwaben-Spiele. Eine Vorentscheidung könntenächstes Wochenende fallen. Da muss der SC beim Dritten Flensburg-Handewitt antreten und die Füchse zuhause gegen den THW Kiel. Sollten die Magdeburger auch diese Hürde siegreich bestehen, ist das höchste Hindernis aus dem Weg geräumt.
Verstappen wieder in der Erfolgsspur: Der Holländer gewann in Suzuka klar vor seinem Red-Bull-Teamkollegen Sergio Perez und Carlos Sainz und führt in de WM-Wertung.
– Deutsche Eishacklerinnen im WM-Viertelfinale. In der Gruppe B steht schon vor ihren beiden letzten Spielen fest, dass sie als eine der drei besten Teams die nächste Runde erreichen. Es geht also nur noch um die Platzierung und den Gegner dort. Der Gruppensieg würde ihnen im Viertelfinale USA oder Kanada ersparen und damit das fast sichere Ausscheiden. Die anderen Teams Finnland, Tschechien und Schweiz erscheinen an einem guten Tag nicht völlig außer Reichweite.
– Auch die Fußball-Frauen haben ein Erfolgserlebnis. Am Freitag gewannen sie zum Auftakt der EM-Qualifikation in Österreich mit 3:2 taten sich aber schwerer als erwartet, als sie schon mit 0:2 zurücklagen. Morgen geht es zuhause gegen Island.
– Beginn der Sandplatzsaison: Turniersiege gingen an Hubert Hurkacz (Estoril), Bryan Shelton (Houston) und Matteo Berrettini (Marakesch) sowie Camila Osorio (Bogota) und Danielle Collins (Charleston), die damit nach Miami vor einer Woche gleich ihr nächstes Turnier gewann. Was für ein Lauf für die Amerikanerin.
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