Das wird die Woche, die wird

Champions League – und erste Entscheidungen?

 

Der 5. Spieltag und damit die 2. Hälfte der Vorrunde steht an. Noch immer scheiden sich die Geister, ob das neue Format mit nur einer 36er-Gruppe besser oder schlechter ist als die 8 Gruppan á 4 Teams. Jedenfalls könnten erste Entscheidungen fallen. So ist RB Leipzig bei Inter Mailand fast schon zum Siegen verdammt, um die Chance aufs bloße Weiterkommen zu wahren.nach bisher 4 Niederlagen in 4 Partien (Heute, 21 Uhr). Zur selben Zeit bestreitet Bayern München ein Heimspiel gegen Paris St. Germain, zumindest auf dem Partie das letzte wirklich heikle Aufeinandertreffen, weil danach die vermeintlichen Leichtgewichte Schachtjor Donezk (in der Arena AufSchalke), Feyenoord und Bratislava warten.Die gesamte Verteidigung machte zuletzt einen sehr guten Eindruck und kassierte keinen Treffer in den vergangenen 6 Spielen.
Machbare Aufgaben haben vor allem Bayer (vs RB Salzburg, der VfB Stuttgart (bei RS Belgrad(Mi., 18.45) und Borussia Dortmund (bei Dinamo Zagreb/21.00).
Schlager des Spieltags ist die Partie zwischen dem noch velustpunktreiem FC Liverpool und Real Madrid. Liverpool kann mit einem Sieg wahrscheinlich schon den direkten Einzug ins Achtelfinale fixieren.

 

Wiedersehen mit Cucurella, hoffentlich ohne Pfiffe

 

Am Donnerstag gastiert der FC Chelsea in der Conference League beim 1. FC Heidenheim. Im Kader de Londoner und wahrscheinlich auf dem Feld steht Marc Cucurella, jener lockenköpfige Spanier, dessen nicht geahndetes Handspiel bei der EM hierzulande so viel Aufsehen erregte. Der Verteidiger wurde von den deutschen Fans im Halbfinale und Finale gnadenlos niedergepfiffen, ich bin gespannt, wie das Heidenheimer Publikum reagiert. Ansonsten könnten die Unterschiede der kaum größer sein. Hier ein Sensationteam mit äußerst bescheidenen Mitteln, dort ein mit Fantastilliarden reichlich planlos zusammengestelltes Ensemble, das verzweifelte an Erfolgstage anknüpfen will.

In der Europa League will Hoffenheim den Rückenwind mit dem neuen Trainer Christian Ilzer nutzen und sich mit einem guten Ergebnis bei Sporting Braga der K.-o.-Runde nähern. Gleiches gilt für Eintracht Frankfurt bei Midtiyland (beide Do., 21.00).

 

Viel Wintersport für die, die es mögen

 

Was habe ich sie (nicht!) vermisst, die epischen Wintersport-Wochenendtage bei ARD und ZDF und Eurosport, in dem hintereinander weg die Rodler rodeln, die Bobfahrer Bob fahren, sie Biathleten biathleten laufen und schießen, die Skifahrer abfuhren oder lanfgliefen oder sprangen oder crossten, die Eisläufer schnell oder voller Kunst laufen. Die Vor- und Nachmittage hatten endlich einen Sinn.
Im Ernst: Ich habe mich dem fast entsagt und werde (außer den Alpinen, teilweie Biathleten  und ausgesuchten Wettbewerben das Ganze nur sehr partiell verfolgen. Jedem das Seine, und da gibt es auf Eis und Schnee mehr als genug.
Die Alpininnen bestreiten am Wochenende in Killington/USA einen Slalom und Riesenslalom. Die große Frage dabei: Schafft Mikaela Shiffrin quasi zu Hause ihren 100. Weltcupsieg, es wäre passend für die Ausnahmesportlerin. Ansonsten: Nordischer Skisport in allen Facetten in Ruka und Biathlon ebenfalls in Finnland (Kontiolahti) mit gleich 4 (!) Staffelwettbewerben. Mixed, Single Mixed, Frauen, Männer.

 

Football satt beim Truthahn satt

 

Am Donnerstag feiern die USA Thanksgiving, und das bedeutet nicht nur für Millionen von Truthähnen das Lebensende im Ofen (der Präsident darf einen begnadigen), sondern auch sehr viel Football. Wie es die Tradition seit Jahrzehnten gebietet, haben die Detroit Lions und Dallas Cowboy Heimspiele. Die Lions ununterbrochen seit 1934, die Cowboys seit 1966. Und seit einiger Zeit kommt noch ein Abendspiel (das reguläre Thursday Night Game)  hinzu mit wechselnden Gastgebern. Dieses Jahr treffen die extrem starken Lions auf die Chicago Bears, die eine wechselhafte Saison hinter sich haben. Eher ein bedeutungsloses Spiel erwarte ich  zwischen den so schwachen  Dallas Cowboys (trotz des Überraschungssieges zuletzt bei den Washington Commanders) gegen die fast indiskutablen New York Giants vor sich (so katastrophal haben das die Spielplan-Gestalter mit Sicherheit nicht erwartet). Attraktiv dagegen dürfte die Nachtpartie (unserer Zeit) zwischen den Green Bay Packers und Miami Dolphins werden, in der sich beide Teams berechtigte Chancen auf die Play-offs machen dürfen.
Tags darauf, also am Black Friday, spielt ausnahmweise ebenfalls die NFL (ansonsten gehört der Football am Freitag den Colleges). Die Kansas City Chiefs empfangen zur besten deutschen Sendezeit um 21 Uhr die Las Vegas Raiders. Der Spieltag komplettiert sich dann wie gehabt mit Spielen am Sonntag und Montag. Dabei empfangen die Cincinatti Bengals im Divisionsduell die Pittsburgh Steelers und die Buffalo Bills die San Francisco 49ers, die allerdings gerade eine ziemliche Formdelle durchleben.

NHL und NBA spielen weiter ihre regulären Partien ihrer ellenlangen 82er-Saison. Wobei die NBA am Donnerstag Thanksgiving-Pause macht

 

Verstappens Ehrenfahrt, I

 

Der Holländer kürte sich am Sonntag in Las Vegas zum vierten Mal in Folge zum Weltmeister, jetzt können seine beiden Ehrenfahrten beginnen. Und wir Zuschauer dürfen uns auf spannende Rennen freuen, in der wieder der Einzelsieg und nicht taktisches Punkten im Vordergrund steht. Ich sehe vier Teams mehr oder weniger gleichauf vorne, dass verheißt viel Aufregung in Katar, zumal es auch noch um den Erfolg in der Konstrukteurswertung geht, den den Teams fast so viel bedeutet wie die Einzelwertung. Hier hat McLaren zurzeit die Nase vorn, aber Ferrari ist in Lauerstellung, vielleicht auch ncoh RedBull dank der fahrerischen Ausnahmestellung von Verstappen.

 

 

Und sonst?

  • Fußball-Bundesliga: Topspiel ist die Partie zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern, auch „deutscher clasico“ genannt. Der BVB ist zu Hause noch makelllos, die Münchner überhaupt noch ohne Bundesliga-Niederlage. Im Abstiegskampf kommt es zum Duell der Aufsteiger, in dem St. Pauli Heimrecht vs Holstein Kiel hat (Fr., 20.30)
  • Internationale Ligen: In der Premier League steht am Sonntag der absolute Schlager zwischen Tabellenführer FC Liverpool und Manchester City an. City hat zuletzt in der Meisterschaft dreimal verloren, darunter 0:4 (!) zu Hause gegen Tottenham. Pool könnte sich mit einem Erfolg an der Anfield Road schon um 11 Punkte vom Pep-Team absetzen. Der FC Arsenal ist am Samstag im London-Derby bei West Ham gefordert, Chelsea hat ein heikles Heimspiel vs Champions-League-Teilnehmer Aston Villa vor sich.
    Zur ungewöhnlichen Zeit (Sa., 14.00) empfängt der FC Barcelona Las Palmas in der Primera Division. Auch Verfolger Real Madrid hat ein Heimspiel gegen den FC Getafe
  • Basketball: Ein stimmungsvolles Auswärtsspiel erwartet den FC Bayern bei Roter Stern Belgrad, wo er seine ausgezeichnete Position 3 verteidigen will. Die Beogradska-Halle hat Platz für mehr als 20 000 Zuschauer, die nicht gerade für ihre Zurückhaltung bekannt sind.. In der Euroleague gibt es auch den spanischen Clasico zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid.
  • Handball: Im extrem spannenden Meisterschaftsrennen der HBL empfängt am Freitag Tabellenführer MT Melsungen den Dritten SG Flensburg-Handewitt, das nur einen Punkt weniger auf dem Konto hat. Meister SC Magdeburg wird versuchen, mit einem klaren Heimsieg gegen Bietigheim aus der Formdelle herauszukommen.

 

 

Das war die Woche, die war

Hoeneß nimmt den Mund sehr voll, zu Recht?

Was wären wir Fußballfans nur ohne unseren Uli. Der die Weisheit für sich gepachtet hat uns Gott sein Dank an ihr teilhaben lässt. Also sagte er: „Was ich zusagen kann, ist die deutsche Meisterschaft.“ (Hervorhebung von mir). So geschehen im Forum der Schweizer Zeitung „Forum und Wirtschaft“ in Zürich. Das kann ja sein, ist zurzeit vielleicht sogar wahrscheinlich, aber in dieser Absolutheit ist diese Zusage, rechtlich also eine verbindliche Verpflichtung, die einklagbar ist, doch an Arroganzund an Respektlosigkeit nach noch nicht einmal einem Saisondrittel kaum noch zu überbieten. Immerhin: Sein Team entledigte sich am Freitagabend in der eiseskalten heimischen Arena der Pflichtaufgabe FC Augsburg mehr oder weniger souverän mit 3:0. Harry Kane erzielte seinen nächsten Hattrick mit zwei Elfmetern und einem artistischen Treffer. „so beweglich kenne ich ihn gar nicht“, sagte seine Frau Katie, die seine Beweglichkeit am besten beurteilen können müsste.
Andererseits wird sich Hoeneß zumindest durch das Ergebnis des härtesten Verfolgers RB Leipzig bestätigt fühlen. Die Sachsen verloren eine wilde Partie bei 1899 Hoffenheim trotz dreimaliger Führung mit 3:4. Für Hoffenheims neuen Trainer Christoph Ilzer ein Start nach Maß. Aber mit Bullenärgern kennt er sich aus, schnappte er sich doch mit seinem EX-Club vor RB Salzburg die österreichische Meisterschaft. Und doch gab er den Lockrufen aus dem Kraichgau nach.
Bayer Leverkusen hingegen vermied ein weiteres Debakel, das sich nach dem 0:2 zu Hause gegen Heidenheim schon abzeichnete. Doch die Alonso-Truppe drehte die Partie. Maßgeblich daran beteiligt war Patrik Schick mit 3 blitzsauberren Treffern, der nur wegen der Verletzung von Victor Boniface in die Startelf rückte.

 

Murmeltiertag beim HSV

 

Auch der bestens beleumdete Trainer Steffen Baumgart hat es nicht geschafft: Nämlich den mittlerweile als Zweitliga-Dino bekannten Club ins  Oberhaus zu führen. Das 2:2 nach 2:0-Führung gegen das ebenfalls darbende Schalke war den Verantwortlichen um Stefan Kuntz zu viel des Schlechten (oder zu wenig des Guten?). Am Sonntag feuerte ihn Baumgarts „absoluter Lieblingsclub“, wie er auch nach der Entlassung beteuerte. Ein Nachfolger steht noch nicht bereit. Kuntz versicherte, er selbst werde diesen Job nicht ausüben. Namen wie Bruno Labbadia (es wäre sein drittes HSV-Mal) und Felix Magath (Vereinslegende auf Ewigkeit, remember 1983, seufz …) machen die Runde. Wie gehaltvoll dieser Spekulatius ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Wohl aber, dass es nicht nur an den Trainern liegen kann, dass der Aufstieg trotz des immer teuersten Kaders nicht klappt. Baumgart war der 7. Trainer im 7. Jahr, der jetzt gescheitert ist. Auch jetzt ist es ja nicht so, dass die Hamburger abgeschlagen sind. In dieser absurden 2. Liga, in der zwischen dem Ersten Paderborn und dem 12. Hertha BSC gerade mal 6 Punkte sind, belegt der HSV Rang 8, nur hinter einem direkten Aufstiegsplatz.

 

Platz Fünf reicht Verstappen zum WM-Titel

 

Der Ort Las Vegas passt zur Krönung des Holländers. Im Spielerparadies zockte Max Vestaqppen allerdings nicht, sondern fuhr taktisch die Punkte ein. Ich hab noch nie gesehen, dasss er sich am Ende des Rennens quasi kampflos überholen ließ. Vor Lando Noris ankommen, hieß die Devise, egal ob als Dritter oder Fünfter. Norris seinerseits hat mit seinem McLaren die Superform vor der langen Pause verloren.
Viel ist jetzt die Rede davon, dass Norris dem Titelkampf nicht gewachsen war. Ich halte das in dieser Form für ziemlichen Unsinn. Tatsache ist, dass Verstappen sich in der ersten Saisonhälfte einen extrem komfortablen Vorsprung in der WM-Wertung herausgefahren ist. Als Norris so im August ernsthaft begann, die Rückstand zu reduzieren, war klar, dass er praktisch jedes Rennen gewinnen müsste, um überhaupt eine seriöse Chance zu haben. Und das in einem Feld, wo die McLarens bestenfalls ein bisschen besser zu laufen schien als die der Konkurrenz. Spätestens nach der einmonatigen Pause hatten nicht nur Red Bull, sondern auch Mercedes und Ferrari ein paar Sachen an ihren Fahrzeugen gefunden, die diese erkennbar verbesserten. Norris machte natürlich auch selbst Fehler, gerade seine Startschwäche war oft eklatant. Doch Verstappen musste nie das Letzte riskieren, und seine fahrerische Ausnahmestellung ist ohnehin unbestritten.
Tatsache ist, dass es zurzeit vier siegfähige Austos gibt: Das verspricht für die kommende Saison extrem viel Spannung, vor allem wenn ich bedenke, dass dann Lewis Hamilton für Ferrari fährt. Wie stark sein derzeitiges Auto ist, bewies der Mercedes-Doppelerfolg, den in Las Vegas George Russell und er in Vegas einfuhren.

 

Shiffrin und Noel dominieren den Slalom

 

Zweites Rennen, jeweils zweiter Sieg. Im Slalom sind Mikaela Shiffrin und Clement Noel derzeit eine Klasse für sich. Die Amerikanerin gewann in Gurgl ihr insgesamt 99. Weltcuprennen undsiegte vor der Albanerin Lara Culturi. Die 18-Jährige schaffte den ersten Podestplatz für ihr Land überhaupt in einem Wintersport-Weltcup. Wem der Name italienisch vorkommt: Colturis Mutter ist Daniela Ceccarelli, die 2002 im Super-G Olympia-Gold für Italien holte, aber auch albanische Wurzeln hat. Weil in Italien die nationale Konkurrenz sehr groß war, fiel 2002 die Entscheidung, dass die damals 15-jährige Lara für Albanien startet, was in dem Alter auch ohne Zustimmung des italienischen Verbandes möglich ist.
Clement Noel dagegen bewies vor allem im 1. Lauf seine Ausnahmestellung, als er die Konkurrenz fürmlich deklassierte. 88 Hunderstel betrug da sein Vorsprung auf den Zweiten McGrath – eine Slalom-Ewigkeit. Und wie vor einer Woche in Levi brachte der französische Olympiasieger den Vorsprung mit einem kontrollierten Lauf ins Ziel, was bei ihm lange keine Selbstverständlichkeit war.
Einen rabenschwarzen Tag erwischte Linus Straßer, der den völlig falschen Ski erwischte und als 38. mit mehr als 3 Sekunden Rückstand deutlich den 2. Lauf verpasste. Die beiden Rückkehrer Lucas Braaten und Marcel Hirscher schieden im 1. Lauf vorzeitig aus.

 

Italien – die Tennismacht

 

Die Jubelstürmer um die Squadra Azzurra reißen nicht ab. Sowohl die Frauen als auch die Männer sicherten sich diese Woche in Malaga die beiden wichtigsten Mannschaftswettbewerbe. Zunächst triumphierten Yasmine Paolini, Lucia Bronzetti und Doppelspezialistin Sara Errani, die im Halbfinale Polen um Iga Swiatek eliminierten und im Finale auch gegen Außenseiter Slowakei die Oberhand behielten. Gestern machten es ihnen die Männer im Finale gegen Holland nach. Erst gewann Matteo Berrettini gegen Botic de van Zandschulp, danach ließ der Weltranglistenerste Jannik Sinner Tallon Griekspoor keine Chance. Sinne krönte ein Superjahr, in dem er erstmals die Australian Open, die US Open und auch noch das ATP Finale in Turin gewann. Allerdings bleibt der Schatten der (Noch nicht geahndeten) positiven Dopingprobe.
Die Holländer selbst standen erstmals überhaupt in einem Daviscup-Finale. Ihr Meisterstück machten sie schon in der Vorschlussrunde engen , als van de Zandschulp und Griekspoor nach zwei engen Einzelsiegen gegen Daniel Altmaier und Jan-Lennard Struff die entscheidenden Punkte holten.

 

Tina Rupprecht schreibt Box-Geschichte

 

Ich gestehe zu meiner Schande, dass ich von dieser Dame noch nicht viel gehört habe, wobei das „viel“ noch sehr euphemistisch zu nennen ist. Jetzt gelang der deutschen Boxerin etwas, was noch nie einem Landsmann oder einer Landsfrau gelang, keinem Max Schmeling, keiner Regina Halmich, keinem Henry Maske. Sie gewann in Heidelberg einen Vereinigungskampf gegen die Japanerin Eri Matsuada und hält nun gleichzeitig drei WM-Titel der durchaus bedeutenden Weltverbände WBC, WBO und WBA. Das ganze im Atomgewicht (wat aller jibt), der leichtesten Klasse, in der die Athletinnen nicht mehr als 46,5 Kilo auf die Waage bringen dürfen. An den drei Gürteln hatte sie also ordentlich zu tragen …Vielleicht noch bedeutender ist die Auszeichnung der Box-Bibel „The Ring“. Die zeichnete Rupprecht mit einem gesonderten Gürtel aus, weil sie den Kampf der beiden besten Kämpferinnen einer Gewichts-Klasse für sich entschied. Allein Max Schmeling hat als Deutscher diese Ehre erfahren.

Und sonst

  • Bundesliga: Den beiden Neulingen Holstein Kiel und St. Pauli ist die Pause für die Länderspiele nicht bekommen. Kiel unterlag Mainz 05 zu Hause mit 0:3 Pauli bei Gladbach mit 0:2. Es spricht alles dafür, dass diese Clubs gemeinsam mit dem VfL Bochum die Abstiegsplätze unter sich ausmachen. Allein Heidenheim muss aus meiner Sicht befürchten in den Abstiegskampf noch hieneinzugeraten.
  • Handball: Ernüchterung in Magdeburg. Schrieb ich letzte Woche, schreibe ich erneut (wie originell). Der Meister verlor am Samstag die Spitzenpartie bei Hannover-Burgdorf und kassierte schon die 3. Bundesliga-Niederlage in dieser Saison. Das lässt den SCM gara auf Platz 5 abstürzen in einer allerdings extrem engen Tabellenspitze.Auch nin de Champions League läuft es gar nicht: Magdeburg verlor bei Nachzügler Zagreb und muss in seiner Gruppe ernsthaft ums Weiterkommen fürchten.
  • Basketball: Weltmeister Deutschland verlor in der EM-Qualifikation in Schweden mit 72:73 und ist in seiner Gruppe nur Letzter. Ohne die NBA-Profis und die Spieler vom in der Euroleague beschäftigten Teams FC Bayern und Alba Berlin fehlt viel Klasse, die nicht einmal der überragende David Krämer kompensieren konnte. Seine 43 erzielten Punkte wurden in einem Länderspiel nur einmal von Dirk Nowitzki übertroffen. Noch ist nichts verloren, aber das junge deutsche Team steht heute in Heidelberg (19.30/Magenta) unter Druck.
  • Wintersport: Einen überragenden Start in die Saison hatten die deutschen Skispringer in Lillehammer. Zunächst gewann das Mixed-Team: Danach schafften Katarina Schmid und Selina Freitag einen Doppelerfolg. Auch Veteran Pius Paschke darf höchst erfreut auf Lillehammer zurückblicken. Ein Springen gewann er (vor gleich vier Österreichern), am Sonntag wurde er zweiter hinter dem Ösi Jan Hörl.

 

 

Si tacuisses, Herr Nagelsmann

„Wir haben in Katar gesehen, dass zu viele politische Themen eine Mannschaft schon belasten können. Da sollten wir alle draus lernen. Dass nicht alle Dinge top funktionieren in Saudi-Arabien, glaube ich, liegt auf der Hand. Aber das sind nicht unsere Bewertungsgrundlagen. Wir müssen uns sportlich so präparieren … dass wir ein gutes Turnier spielen.“ (Julian Nagelsmann, deutscher Bundestrainer)

Was für ein Armutszeugnis, was für ein Offenbarungseid eines doch intelligenten Mannes (muss ich dieses Attribut aus meinem Hirn löschen?). Deutlicher könnte einer seine Abgehobenheit nicht zum Ausdruck bringen. Da ist ein Mann, der in Deutschland als Bundestrainer durchaus ein Standing hat, dessen Worte Gewicht haben, der mit diesen eine Gesellschaft aufrütteln könnte. Dieser Mann hat sogar erkannt, dass die Menschenrechte und vieles andere mehr in Saudi-Arabien mit Füßen getreten werden. Nicht einmal diesen Umstand will er klar benennen, sondern euphemisiert („nicht alle Dinge top funktionieren“). Und zu was entscheidet er sich? Nichts dazu zu sagen und eben noch schlimmer: Auch noch zu sagen, dass er nichts sagt. Wie schrieb schon Erich Kästner sinngemäß?: „An allem Unrecht sind nicht nur die Schuld, die es begehen, sondern auch diejenigen, die es nicht verhindern.“

Dabei wäre genau jetzt der Zeitpunkt des Fußballs und seinen seinen Funktionären, den Sportdirektoren, den Trainern, dass sie dem vom geldgeilen FIFA-Chef Gianni Infantino ausbaldowerten WM-Teilnehmer 2034 (!) Saudi-Arabien den Stinkefinger zeigen. Denn höchstwahrscheinlich am 11. Dezember wird das Land offiziell gewählt, da es keinen Gegenkandidaten gibt (unter anderem aufgrund der irrsinnigen 3-Kontinente-WM 2030  – ein Trauerspiel für sich -, die am selben Tag kurz zuvor durchgewinkt werden wird. Und das, obwohl in Saudi-Arabien Bauarbeiter für Großprojekte laut Amnesty International noch furchtbarer behandelt werden als in Katar anlässlich zur WM 2022, ich kann es mir kaum vorstellen. Was wäre das für ein Zeichen, wenn der DFB mit seiner sportlichen Führung klar benennen würden, was für eine erbärmliche, indiskutable, menschenverachtende Entscheidung es ist, dieses zutiefst frauenfeindliche Land, das Morde im Ausland an kritischen Menschen beauftragt  (Kashoggi), zum WM-Gastgeber zu küren. Warum schaffen es die großen europäischen Verbände nicht, sich gemeinsam gegen den FIFA-Diktator Gianni Infantino zu stellen. Aber nein: Alle kuschen, freuen sich auf die blutgetränkten Milliarden-Einnahmen. Scheiß da doch auf die Menschenrechte, scheiß auch auf die erbärmliche Behandlung der Bauarbeiter, die die Stadien unter unwürdigsten Bedingungen hochziehen müssen, die wie Sklaven behandelt werden.

Natürlich wird ein einzelner Bundestrainer die Entscheidung nicht verhindern können. Aber was wäre das für ein Zeichen: Julian Nagelsmann und der Prädident des größten nationalen Fußball-Verbandes der (okay, bei diesem trostlosen, dafür von der FIFA-Mafia bestens dotierten DFB-Chef Bernd Neuendorff wäre das in etwa so wahrscheinlich, wie wenn die Hölle zufriert) geißeln die Entscheidung, geißeln Saudi-Arabien, geißeln Infantino und all seine geldgierigen Vasallen. Und suchen dafür wichtige Mitstreiter in Europa, in Südamerika, die noch einen Hauch Anstand in ihren Funktionärsseelen haben. Die muss es doch geben!, hoffe ich  – noch nicht völlig desillusioniert. Aber nein, hübsch diplomatisch bleiben, kuschen, vielleicht darf Deutschland ja bald wieder Gastgeber eines großen Turniers sein. Final Four der Nations League 2025 etwa. Neues Geld auch für die eigene Funktionärskasse, und die Geltungssucht kann erneut befriedigt werden.

Und ein heutiger Aufruhr würde wohl kaum das sportliche Abschneiden von 2034 belasten wie das unselige Binden-Theater 2022. Zumal es höchst unwahrscheinlich ist, das Julian Nagelmann bis dahin noch Bundestrainer ist. Und deswegen könnten mutige Menschen einen Aufstand anzetteln. Schade, dass ein Julian Nagelsmann diesen Mut, der ihm persönlich gar nicht viel abfordern würde, nicht aufbringen will.

Das war die Woche, die war

Traumtrio in der Nation League

Um es gleich zu sagen: Ich habe die 7:0-Gala der Deutschen vs Bosnien-Herzegowina nicht gesehen, sondern nur Ausschnitte. Doch auch dort war klar, was für eine exquisite Offensive das Team von Julian Nagelsmann hat. Kai Havertz, Jamal Musiala und Florian Wirtz können sicher auch bessere Abwehrreihen durcheinanderwirbeln. Und ganz vorne mit Tim Kleindienst eienr der prima mitspielt und mitspielen kann. Wer war noch mal Niclas Füllkrug?
Einen katastrophalen Abend erlebte hingegen der bosnische Schlussmann Nikola Vasilj. Da muss Paulis Trainer, dort ist er hauptamtlich tätig, Aufbauarbeit haben. Die Bezeichnung „haltbares“ Tor bekommt einen Namen.
Mit dem klaren Erfolg haben die Deutschen den Gruppensieg in ihrer Nations-League-Gruppe geschafft und stehen neben Holland im Viertelfinale. Dort treffen sie auf einen anderen Gruppenzweiten, der allerdings auf keinen Fall Holland heißt. In Betracht kommen Italien, Dänemark/Serbien und Kroatien/Schottland. Die jeweiligen Sieger bestreiten in einem noch zu benennenden Land das Final Four.

England wieder erstklassig

Mit überzeugenden Siegen in Griechenland (4:1) und gegen Irland (5:0) haben die Thee Lions den Gruppensieg in ihrer B-Liga-Gruppe geschafft. So torhungrig hätte ich sie gerne bei der EURO gesehen (verschüttete Milch, seufz). Dagegen verpasste Österreich durch das 1:1 gegen Slowenien trotz großer Überlegenheit die Gruppensieg und musste Norwegen den Vortritt lassen.. Das frühe 1:0 und viele gute Chancen reichten nicht, in solchen Spielen fällt dann der Ausgleich fast zwangsläufig. Als Gruppezweiter haben die Rangnick-Männer gegen einen Gruppendritten  der A-Liga (das wären: Polen/Schottland/Kroatien, Serbien/Dänemark, Ungarn und Belgien) eine weitere Chance zum Aufstieg.

Jannik Sinner demontiert die Konkurrenz

Das ATP-Finalein Turin  wurde eine klare Angelegenheit des italienischen Lokalmatadoren. Ohne Satzverlust sicherte sich die Nummer 1 der Tenniswelt das Abschlussturnier des Jahres. Auch das Endspiel gegend Taylor Fritz war beim 6:4, 6:4 eine klare Angelgenheit. Der Amerikaner wiederum ist ein echter Angstgegner von Zverev und eliminierte den Deutschen im Halbfinale. Zuvor schon war Fritz für Zverev Endstation in Wibledon, Flushing Meadows und in Paris bei Olympia.
Auch ohne Grand-Slam-Sieg beendete Zverev das Jahr als Weltranglistenzweiter. Sollte der Sportgerichtshof Sinner doch noch wegen dessen Doping-Verstoßes sperren, wofür es meines Erachtens gute Gründe gäbe, würde de Hamburger zur Nummer 1 aufsteigen – als zweiter Deutscher nach Boris Becker.

Ein Rentier für den Weihnachtsmann

Für Ski-Olympiasieger Clemens Noel verlief der Saisonstart perfekt. Beim Slalom in Levi sicherte er sich überlegen den Sieg vor dem im 2. Durchgang furiosen Henrik Kristoffersen und Luc Meillard. Als Lohn gab es für den Franzosen nebst 100 Weltcup-Punkten und Preisgeld auch die Patenschaft für ein lebendes Rentier, sein erstes. Lisus Strasser vebremste den zweiten Lauf und wurde letztlich Sechster. Marcel Hirscher kam bei seinem ersten Slalom nach 5 Jahren Pause nicht in den 2. Lauf.

Mikaela Shiffrin dagegen hat schon eine ganze Sammlung Rentier-Patenschaften, darunter für einen Rudolph und einen Ingemar. Am Samstag gewann sie bereits zum achten Mal ein Rennen in Levi, wie sie ihreneueste Errungenschaft nennt, wird sie diese Woche bekanntgeben. Insgesamt war es für die Amerikanerin Weltcupsieg Nummer 98, der 100er ist nur noch eine Frage der Zeit.

Die Chiefs verlieren – endlich

Jetzt hat das 1972er-Team der Miami Dolphins wieder Grund zur Freude und zu einem fröhlichem Zusammenkommen. Ihre perfekte NFL-Saison bleibt einzigartig. Als letztes Team erwischte es dieses Jahr die Kansas City Chiefs in ihrem 10. Spiel, denn sie unterlagen bei den Buffalo Bills 21:30. Die Niederlage war überfällig, denn bei mancher Partie fragen sich die Leute noch heute, wie sie das haben gewinnen können. Bills-Quarterback schaffte mit einem fulminanten Touchdown-Lauf, bei dem er sich von nichts und niemanden aufhalten ließ, die letztlich entscheidenden Punkte. Danach konnte auch „Houdini“ Mahomes nicht mehr helfen, statdessen warf er Zauberkünstler den ganz schnöde Ball in die Hände eines Bills-Verteidigers.
Trotz der Niederlage bleiben die Chiefs das beste Team der AFC, ein Spiel vor den Bills und den Steelers, die mit ihrem 18:10 gegen die Baltimore Ravens einen großen Schritt in Richtung Divisionssieg AFC North machten.
In der NFC sind die Detroit Lions das Maß aller Dinge. Sie deklassierten die völlig überforderten Jacksonville Jaguars mit 52:6. Aron-Ra St. Brown fing zwei Touchdown-Pässe und insgesamt 11 Bälle für 161 Yards.

Bagnaia siegt, Martin jubelt

Jorge Martin ist neuer MotoGP-Weltmeister. Dem Spanier reichte zum Saisonabschluss in Barcelona ein dritter Platz, um sich den Titel zu holen. Sein einzig noch verbliebener Rivale Francisco Bagnaia gewann am Sonntag zwar auf dem Circuit de Catalunya, konnte den Rückstand allerdings nicht mehr aufholen. Die beiden hatten die gesamte Saison einen begeisternden Zweikampf geführt. Dabei ging es immer fair zu, sie sind befreundet, waren einst auch Teamkollegen und Zimmerpartner.

Und sonst?

  • Basketball: Bayern München erfolgreich. Am Donnerstag verlängerten sie im SAP Garden ihre Heimsiegserie in der Euroleague durch einen klaren Erfolg gege ein sehr ersatzgeschwächtes Alba Berlin. Auch in der Bundesliga kommen sie ins Rollen und feierten gegen die Telekom Baskets Bonn den 5. Sieg in Folge.
  • Handball: Ernüchterung in Magdeburg. Im Pokal schieden sie am Mittwoch gegen den THW Kiel aus, am Samstag setzte es in der HBL bei MT Melsungen eine 23:31-Niederlage. Der THW seinerseits verlor durch die heimpleite am Sonntag gegen die SG Flensburg-Handewitt schon den Kontakt zur Spitze.
  • Zahltag für Rory McIlroy: Der Nordire gewann nicht nur das Abschlussturnier der DP Tour in Dubai, sondern auch zum sechsten mal die Saison-Gesamtwertung. Somit strich er insgesamt fast 5 Millionen Dollar ein.
  • Vize-Weltmeister in Form: Luke Littler gewann den Grand Slam of Darts in Wolverhampton, das wohl zweitwichtigste Turnier nach der WM im Ally Pally. Der 17-Jährige gewann damit seinen ersten Ranking-Major-Titel und ist einer derTop- Favoriten für die WM zum Jahreswechsel.

 

 

 

Das war die Woche, die war

Es waren entsetzliche Tage für mich mit der Trump-Wahl, den Nachwirkungen in den Staaten, dem Regierungsknall, dem Knatsch um den Zeitpunkt der Vertrauensfrafge. Das ganze Elend bündelte sich dann gestern im Gespräch Miosga – Scholz. Jetzt weiß jeder, was nichtssagender Scholzismus ist

Gut, dass es den Sport gibt, dass gibt schöne Ablenkung. So glaubte ich, bis mich die entsetzlichen Bilder aus Amsterdam erreichten, als junge Araber eine regelrechte Hetzjagd auf Fans von Hapoel Tel Aviv veranstalteten, die ganz friedlich das Europa-League-Spiel bei Ajax anschauen wollten. Asugerechnet Amsterdam, wo sich Israeli im Herzen Europas normalerweise sehr wohl fühlen. Dass dann Hapoel-Schlachtenbummler per von der israelischen Regierung gecharterten Flugzeuge heimgebracht werden müssen, das passt zu diesen grauenhaften grauen Novembertagen. In denen eine in Kalifornien wohnendeBekannte berichtet, dass sie kaum noch atmen kann bei schlechten Wind angesichts der Waldbrände dort.

Aber damit wende ich mich jetzt tatsächlich zum Sport, der mich allerdings auch nicht vor Freude vom Hocker gehauen hat diese Woche.

 

Musialas Show

 

Zweimal siegte der FC Bayern diese Woche mit 1:0, in der Champions League gegen Benfica, in der Bundesliga bei St. Pauli. Zweimal war Jamal Musiala der Goldtorschütze. Ein wunderbarer Spieler, dem ich auch als Nicht-Bayern-Fan gerne zuschaue mit seinen Kunststücken und plötzlich entdeckter Torgefählichkeit. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Bayern dank ihres Zauberers ein Spiel nach dem anderen gewinnen und in der Bundesliga bereits mit 5 Zählern Vorsprung grüßen. Weil die Titel-Konkurrenz immer wieder Punkte lässt wie Bayer Leverkusen beim 1:1 beim VfL Bochum. Spiele, die der Meister in der vergangenen mit Sicherheit gewonnen hätte.
Und Borussia Dortmund? Gewinnt zwar zu Hause, verliert aber auswärts wie jetzt beim FSV Mainz 05. Als Erklärung reichte der Teamspitze, dass der BVB nach Emre Cans Brutal-Foul-Rot gut eine Stunde zu zehnt spielen musste. Als ob es noch die eine Mannschaft gegeben hätte, die sich auch in Unterzahl zu wehren weiß.
Das Spiel des Tages fand ohne Zweifel in Stuttgart statt, das Eintracht Frankfurt nach einer wilden Schlussphase mit 3:2 für sich entschied. 3:0 führten die Hessen bis zur 85. Minute, als deren Trainer Dino Toppmöllerim Glauben an den vermeintlich sicheren Sieg taktisch wechselte. Es folgte das 1:3, das 2:3 in de Nachspielzeit, und tatsächlich lag der Ball noch einmal im Tor der Frankfurter. Nur eine ganz knappe Abseitsstellung, die erst der VAR feststellte, vehinderte den Ausgleich und eine veritable Diskussion über Toppmöller.

 

Gauffs Tennisjahr endet versöhnlich

 

Die immer noch erst 20-jährige Amerikanerin hat eine durchwachsene Saison hinter sich. Gerade bei den Grand Slams enttäuschte sich weitgehend, weshalb sie sich im Herbst von ihrem Trainer Brad Gilbet trennte. Mit Matt Daly als neuen Coach ging es schnell aufwärts. Sie siegte baim Masters-Turnier in Peking und sicherte sich jetzt die WTA Finals in Riad durch einen Dreisatzsieg gegen die chinesische Olympiasiegerin Qinwen Zheng. 4.8 Millionen Dollar erhält sie für ihren Coup in Saudi-Arabien, das höchste Preisgeld, das je eine Tennisspielerin bei einem Event einstrich. Die Scheich-Milliarden machen es möglich, wen interesssieren da noch die Menschenrechte und gerade die der Frauen.

Football-Fest in München

 

Zum zweiten Mal nach 2022 gastierte die NFL in der WM-Arena, und auch wenn mit den New York Giants und Carolina Panthers unterdurchscnittliche Teams ohne große Namen aufkreuzten, der Begeisterung tat das keinen Abbruch. München war vier Tage lang Football-Stadt. Beste Stimmung in der Arena, aber auch zahlreichen Kneipen in der Innenstadt, wo friedliche Menschen feierten. Am Ende siegten die Panthers durch ein Field Goal in der Overtime, sweet Carolin(a) halt.
Die Kansas City Chiefs blieben auch in ihrem 10. Spiel ungeschlagen, und langsam wird es lächerlich, wie sie ihre Partien gewinnen. Die Denver Broncos hatten Sekunden vor Schluss mit einem sehr machbaren Fieldgoal die Chance auf dem Sieg, der Versuch von Will Lutz aus 43 Yard (eine Routineübung in der NFL) wurde geblockt. Der eigentlich zuverlässige Kicker hatte zuvor schon ein Fieldgoal vergeben.
Eine ziemlich absurde Partie gewannen die Detroit Lions bei den Houston Texans. Ihr Quarterback Jared Gauff leistete sich gleich 5 Interceptions. dennoch holten die Lions einen 6:23-Rückstand auf, wiel die Texans-Offense in der 2. Halbzeit praktisch nichts mehr zu Stande brachte (und ebenfalls ein Field Goal verschoss. Besser machte es bei den Lions Kicker Bates, der in der Schlussphase aus 58 respektive 52 Yards erfolgreich war. Amon-Ra St. Brown fing einen Touchdown-Pass und war damit auch im 7. Spiel hintereinander erfolgreich. Die Lions bleiben damit mit 8:1 Siegen das beste Team der NFC.

Und sonst?

  • Fußball-Bundesliga: Gerade mal 19 Tore fielen am 10. Spieltag. Gleich 3 Partien endeten 0:0, darunter auch die Begegnung FC Augsburg vs 1899 Hoffenheim. Zuwenig für die Kraichgauer Veranwortlichen, die Trainer Pellegrino Materazzo am Montag an die frische Luft setzten. Dabei hatten die Hoffenheimer während der Woche eine durchaus ansprechende Leistung in der Europ League gegen den französischen Spitzenclub Olympique Lyon gezeigt und beim 2:2 auch viel Charakter gezeigt, als sie nach dem 1:2 in der Nachspielzeit noch einmal zurückschlugen. Ein heißer Kandidat auf die Nachfolge ist Christian Ilzer. Der ist gerade Trainer beim österreichischen Meister und jetzigen Tabellenführer Sturm Graz. Wie es der Zufall läuft. Der neue Geschäftsführer Andreas Schicker war bis Herst ebenfalls beim steirischen Champions-League-Teilnehmer tätig.
  • Internationaler Fußball: Der FC Barcelona kassierte in der Primera Division die 2. Saison-Niederlage. Den Siegtreffer gegen enttäuschende Katalanen erzeilte der ehemalige Union-Stürmer Sheraldo Becker.
    Formkrise bei Manchester City: Der englische Meister verlor nach 1:0-Führung mit 1:2 beim von Fabian Hürzeler trainierten Brigthon an Hove Albion. Es war wettbewerbs-übergreifend die vierte Pflichtspiel-Pleite hintereinander, was es in der Ära Pep Guardiola seit 2017 noch nie gegeben hat. Auch in der Champions League bei Sporting lag das Team 1:0 in Führung – und ging mit 1:4 unter..
  • Mannschaftssport: Das deutsche Eishockey-Team belegte beim Deutschland-Cup in Landshut den 2. Platz hinter der Slowakei. Das 2:6 am Samstag gegen die Slowaken wird  vor allem wegen des miserablen Eises in Erinnerung bleiben.Mehr als eine halbe versuchten die Eismeister, die völlig ramponierte Spielfläche von den schlimmsten Löchern zu befreien.
    Zwei Pflichtsiege schafften die deutschen Handballer zum Start der EM-Qualifikation gegen die Schweiz und in der Türkei.
    Der FC Bayern München Basketball
    trumpft in der Euroleague weiter auf. Am Donnerstag gewannen die Münchner im neuen SAP Garden auch ihr 4.Heimspiel und sind gleichauf mit 3 Teams mit 6:2 Siegen Tabellenführer. Auch in der BBL führen sie das Klassement an – mit 5:2 Siegen gleichauf mit ratiopharm Ulm und den Niners Chemnitz.
  • Weltsport: Mit Siegen von Jannik Sinner (vs Alex de Minaur) und Taylor Fritz (Daniil Medwedew) begann das ATP Finale in Turin, bei dem heute Carlos Alcáraz (Casper Ruud) und Alexander Zverev (Alexande Rublew) eingreifen. Medwedew verlor völlig die Nerven, fabrizierte im 1. Satz gleich 3 Doppelfehler zum Satzverlust, warf wiederholt mit Schlägern um sich. Er sei „sauer auf sich selbst“, befand der offenbar mehr als urlaubsreife Russe.
    Auch Rublew hat eine zweifelhafte Aktion hinter sich. Erst beantragte er eine Wildcard fürs Turnier in Metz. Als dann feststand, dass seine Punkte fürs Turiner Finale reichen wüden, zog er seine Teilnahme zurück. Den Sieg in Frankreichsicherte sich Lokalmatador Benajamin Bonzi, während in Begrad Denis Shapavalov erfolgreich war.

Zu viel, zu beliebig – Format der Champions League mit vielen Schwächen

Der 4. Spieltag und damit die Hälfte der Vorrunde in der Champions League ist passé, Zeit für ein Fazit des neuen Formats mit einer 36-Club-Monster-Tabelle.

Ich war von Anfang an skeptisch. Zu groß, zu unübersichtlich, (viel) zu viele Spiele. Klar, beim Format 8 Gruppen à 4 Teams war oft am Ende das Problem, das alles entschieden war, aber zumindest war es klar, wer wann gegen wen spielen kann. Und jedes Jahr gab es mindestens drei oder vier Gruppen, wo bis zum Schluss alles offen blieb. Jetzt ist es ein großes Ganzes (um nicht zu schreiben: ein furchtb ares Kuddelmuddel) Wie die Gaußsche Kurve (dass ausgerechnet ich mal Mathematik bemühe …) eine kleine Spitze, ein riesiges Mittelfeld und ein kleines Ende. Und wer hat schon den Spielplan im Kopf? Außerdem verliert das direkte Duell erst mal völlig an Wert.

Ich will nicht bestreiten, dass es einige überraschende Ergebnisse gibt wie zuletzt das 1:4-Debakel von Manchester City bei Sporting Lissabon oder die zwei Niederlagen von Real Madrid. Doch ich habe das Gefühl, dass das vor allem daran liegt, dass der echte Druck fehlt, dass Spitzenteams bei zwei Partien mehr (8 statt 6) einen Aussetzer leicht kompensieren können. Weil sich eben 24 der 36 Teams für die nächste Runde qualifizieren. Natürlich ist es auch amüsant, wenn der FC Bayern sich plötzlich auf Platz 25 (!) wiederfindet wie am Mittwoch vor dem Benfica-Spiel („noch nie dagewesen!“). Dieses Aha-Erlebnis wird in den nächsten Jahren dann auch noch wegfallen.

Es gibt natürlich auch mehr Vorrundenpartien von (vermeintlichen) Top-Mannschaften gegeneinander, aber mal ehrlich, es fehlt der Thrill. Eher ist es ein Overkill, wenn gleichzeitig wie am Mittwoch Bayern vs Benfica, Inter vs Arsenal und PSG vs Atlético anstehen (na, weiß noch jeder, wie die Spiele ausgegangen sind oder gar den Verlauf?). Noch nicht einmal die zwei Auswärtsniederlagen der Bayern bei Aston Villa und Barca haben auch nur die geringste Panik verursacht. Und es trafen eben nicht nur Top-Teams aufeinander sondern es spielten (zumindest für mich) völlig belanglose Mannschaften gegeneinander, dessen Ausgang mir völlig wumpe war. Ich nenne jetzt keine Namen.

Und zur (vermeintlichen?) Spannung: Es wird sicher aufregend am Ende, wer in die Top Acht kommt und sich die Zwischenrunde erspart. Aber alle Teams, die vor dem letzten Spieltag darum noch kämpfen werden, haben die mathematische Gewissheit, dass sie noch das Sicherheitsnetz der Zwischenrunde auffängt, ein echtes Ausscheiden für sie also nicht mehr möglich ist. Echtes do or die (um es martialisch zu benennen) gibt es nur im Rangeln um Platz 24, und dieses Rangeln betrifft dann nur noch etwa 10, 12 Clubs, die höchstwahrscheinlich nur der (gehobenen) Mittelklasse angehören. Der letzte Spieltag wird zudem aus Angst vor Wettbewerbsverzerrung zur selben Zeit ausgetragen; viel Spaß wünsche ich (mir) jetzt schon, bei 18 Spielen gleichzeitig den Überblick zu behalten. Ein weiterer Nachteil: Die letzten beiden Vorrunden-Partien werden im Januar ausgetragen, wenn Teams sich also unter Umständen noch verstärken können oder wichtige Spieler verlieren – ist das nicht auch Wettbewerbsverzerrung?

Was jetzt schon (praktisch) klar ist. Für die Top 8 werden 18 Punkte auf jeden Fall, wahrscheinlich sogar 15 oder 16 reichen. Die hat naturgemäß jetzt noch keiner erreicht.  Aber da 10 Zähler fix für die Top 24 genurg sind, vielleicht auch 8 oder 9, können die ersten sieben Teams mit jetzt 9+ Punkten praktisch sicher für die K.-o.-Runde planen. Wir werden sehen, wie sich das dann auf die ausstehenden Begegnungen auswirkt.

Zum Sportlichen

Den Überblick bei den jetzt schon 72 Partien zu behalten, war nicht einfach. Der FC Liverpool hat als einziges Team alle 4 Partien gewonnen und dabei einen bärenstarken Eindruck hinterlassen. Aufregend ist Sporting, das einen wunderbaren Fußball spielt. Schade, dass Erfolgstrainer Ruben Amorim jetzt zu Manchester United wechselt. Dort hilft ihm der Kantersieg zuletzt gegen Lokalrivale Manchester City enorm für die Anfangszeit. Ach ja, viel Spaß in der Conference League, Senhor Amroim. Ansonsten haben mich auch die beiden französischen Clubs Monaco und Stade Brest überzeugt
Die größte negative Überraschung ist RB Leipzig mit 4 Niederlagen. Da hilft nur noch ein mittleres Wunder zum Weiterkommen angesichts der kommenden Gegner Inter (A), Aston Villa (H), Sporting (H) und Sturm Graz (A). Wahrscheinlich haben die Sachsen insgesamt das schwerste Gegner-Tableau aller 36 Teams erwischt. Erstaunlich auch die Schwierigkeiten vor allem von PSG. Die CL-Neulinge aus starken nationalen Ligen VfB Stuttgart, Bologna und Girona haben auch ihre Probleme; für sie ist aber noch nichts verloren auch dank des neuen Formats.