Erbärmliche Entscheidung vom erbärmlichen DFB

Nächste Woche werden auf einer FIFA-Sitzung die WM-Gastgeber für 2030 und 2034 vergeben. Das Besondere und Absonderliche: Es gibt jeweils nur einen Kandidaten und es gibt nur eine Abstimmung, die auch keine geheime Wahl, sondern online geschieht. Es steht also jetzt schon fest, dass es 2030 zur obskuren 3-Kontinente-WM (je ein Spiele: Argentinien, Paraguay, Uruguay, dazu Marokko, Portugal und vor allem Spanien. 2034 kommt dann im Zuge der Kontinente-Rotation gezwungenermaßen Asien und damit Saudi-Arabien zum Zug, weil Australien dankend abwinkte.

So weit, so schlecht und traurig genug. Gerade ein Gastgeber Saudi-Arabien weckt bei Menschenrechtlern schlimmste Befürchtungen in punkto Frauenfeindlichkeit, katastrophale Bedingungen für die Stadion-Bauarbeiter. Katar mal 10, möge man sich das vorstellen, kritisieren Umwelt- und Menschenrechsverbände. Auch Fangruppen protestieren gegen die erneute Wüsten-WM.

Und die Verbände, gerade die in Europa? Sie tun: nicht, nada, niente. Das liegt natürlich an der perfiden Zusammenführung der Wahlen für 2030 und 2034. Man kann also nur gemeinsam beide Kandidaten gutheißen ode ablehnen oder sich enthalten, was aeiner Ablehnung gleichkommt. Diese Zusammenlegung, das dear FIFA-Chef Gianni Infantino praktisch im Alleingang verfügte, sorgte zwar durchaus für Grummeln, aber alle fügten sich, auch der DFB, immerhin der größte Sportverband der Welt und somit auch der größte Fußball-Verband der Welt. Kein Aufbefehren, nichts.

Die jetzige Zwickmühle sehe ich natürlich auch: Ein Nein des DFB zu Saudi-Arabien hätte unweigerlich auch ein Nein für die beiden befreundeten Europa-Verbände Spanien und Portugal zur Folge. Wobei auch dazu anzumerken sei, dass diese WM mit dem Südamerika-Trip auch der helle Wahnsinn ist, auch eine der fantastischen Infantino-Ideen.

Aber jetzt soll es um das Ja des DFB zu Saudi-Arabien gehen: Und dass es diese Ja-Stimme gibt, ist seit heute offiziell. Einstimmig beschloss das Präsidium dieses Votum, das der Chef Bernd Neuendorff nächste Woche also online abgibt. „Es gab keine Stimme, die gesagt hat, dass wir hier falsch unterwegs sind“ versicherte. er. Es hatte also keiner den Mut, aufzubegehren gegen diesen Schritt, der den Gipfel des Sportswashing, das Saudi-Arabien betreibt, anzweifelt. Es gab also niemanden, der den absoluten Unrechtsstaat geißelt, der Kritiker gerne mal auch im Ausland verfolgen und ermorden lässt. Neuendorff nannte das „kritisch“, welch ein Euphemismus. Vielleicht hatte vielleicht der  oder die andere (es gibt mittlerweile sogar mehr als eine Frau im Präsidium)  Bedenken, doch da fehlte der Mut, frei nach Oliver Kahn (man möge mir verzeihen): die Eier, die Cojones, die Balls. Niemand will es sich verscherzen mit, ja mit wem eigentlich? Mit Neuendorff??? Und wwarum eigentlich zieht der DFB so erbärmlich den Schwanz ein? Man habe Angst, isoliert zu werden bei einem Nein, betont Neuendorff. Und dieses Nein wäre auch rein symbolhaft, weil Saudi-Arabien ohnehin gewählt würde. Und so folgert Neuendorff in verquerer Logik: Nur, wenn der DFB jetzt Ja zu Saudi-Arabien sage und die Menschenrechte somit ignoriere, könne der Verband seriös danach auf Menschenrechte pochen.

Meine Kritik an Sportverbänden und ihren Repräsentanten ist jedem bekannt, der hier länger dabei ist. Aber dieses Gebahren ist ein weiterer Tiefpunkt. Nicht, dass ich Herrn Neuendorff selbst auch nur ansatzweise Mut oder so etwas zugetraut hätte. Aber dass alle im Verband wie die Lemminge folgen, zum tausendsten Mal die Stimmen der Fans nicht einmal ignoriert werden, macht mich traurig, ja fuchsteufelswütend. Getrieben von purer Geldgier, riesigem Geltungsdrang wird hier abgestimmt, weil ja sonst angeblich nie, nie, nie mehr Deutschland auch nur das geringste mehr zu sagen haben oder sogar Gastgeber eines Sommermärchens. Die Fußballer dürfen es dann 2034 ausbaden (was ich hoffentlich noch erlebe), und wie das dann fantastisch schiefgeht, haben wir 2022 gesehen. Also heißt das Motto: Nimm jedes Geld und ignoriere auch die schlimmsten Schandtaten.

Da freut sich der GEZ-Zwangsabgeber – Millionen Euro für Multimillionäre

Tage wurde gemunkelt und gerüchtelt – am heutigen Donnerstag hat die DFL verkündet, welcher Sender wann welche Spiele live oder als Zusammenfassung zeigen darf. Gleich 15 Pakete wurden geschnürt, die versteigert wurden an den Höchstbietenden.

Für den Zuschauer, der bisher via DAZN und Sky die Liga vollständig verfolgte, ändert sich praktisch nichts. Was die live-Rechte betrifft, gab es zum Ist-Zustand nur einen Ringtausch. Das Freitagsspiel, bisher bei DAZN, wandert zu Sky, dafür gibt es die Samstags-Konferenz nunmehr bei DAZN anstatt bei Sky.  Da Sky allerdings gleichzeitig (wie bisher) die Einzelspiele zeigen kann, gibt es vor allem für die Fußball-Kneipen jetzt das Problem, dass sie sehr teure Gststättenverträge mit beiden Anbietern abschließen müssen, wenn sie den kompletten Samstag abdecken wollen (wenn sie das nicht ohnehin schon getan haben wg der Sonntagsspiele.

Es ist also sehr übertrieben, von einem TV-Hammer zu sprechen. Der DFL ging es nach all dem Ärger (die erste Versteigerung wurde gerichtlich einkassiert) um die Verteilung; Sie wollten beide potenziellen und potenten Fernsehsender (ob sie wirklich finanziell-potent sind, sei dahingestellt), nicht zu vergraulen. So können sowohl Sky als auch DAZN sich als Sieger fühlen (und taten das in den ersten Reaktionen auch). Die Konferenz ist außerdem eher eine Prestigesache, gilt doch Sky (bzw damals der Vorgänger Premiere) als „Erfinder“ der Konferenz. Was insofern absurd und somit Unsinn ist, weil schon Jahrzehnte davor im Radio die Konferenz lief, wo immer zwischen den Partien hin und hergewechselt wurde und immer noch wird. Erfunden hat sie also eher Kurt Brumme vom WDR in den 70ern (oder gar 60ern?).

Als Sieger geriert sich auch die DFL: Weil es ihr gelungen ist, entgegen dem internationalen Trend (Frankreich, Italien) einen besseren Abschluss getätigt zu haben als zuletzt. Insgesamt erlöst sie in den nächsten vier Jahren 1,121 Milliarde Euro per annum, das sind 21 Millionen/Jahr oder 2 Prozent mehr als zuletzt. Klingt gut, ist auch gut, allerdings insgesamt auch unter der Inflationsrate. Interessant wird die Verteilung an die Clubs, doch das Hauen und Stechen beginnt erst und entscheidet sich erst im Januar ff.

 

Aufreger ARD-Sportschau

 

Mein größter Aufreger ist der erneute Zuschlag der Spiele-Zusammenfassung an die ARD. Derselbe öffentlich-rechtliche Sender, der beim Vefassungsgericht gemeinsam mit dem ZDF höhere GEZ-Zwangsgebühren einklagt, verpulvert Millionen Euronen, damit Millionen-Unternehmen Millionen und Abermillionen an Multimillionäre bezahlen. Gut, etwas überspitzt formuliert, aber Tatsache ist: ARD und RTL haben um die Rechte geboten, das erste Gebot sah offenbar RTL vorn, das im Zweifel an seine Schmerzgrenze der Werbe-Gegenrechnung gegangen ist. Und nach allgemeiner und nicht dementierter Auffassung hat die ARD dann noch mal nachgelegt (offenbar war das als bisheriger Rechte-Inhaber möglich) und das RTL-Angebot noch einmal verbessert. Wohlwissend, dass sie die Summe nie im Leben durch Werbe-Erlöse, wohl aber durch das garantierte GEZ-Geld ausgleichen kann. Ich gehe gar nicht so weit wie viele Kritiker und will der ARD gar keinen Fußball mehr gönnen: Aber dass sie einerseits in einem (ungleichen) Wettbewerb einen privat-finanzierten (nur durch Werbung) Konkurrenten überbieten kann UND  auf Erhöhung der GEZ-Gebühren pocht vorm höchsten deutschen Gericht und gleichzeitig auch noch Kahlschlag bei Kultutsendern planz, das ist ein starkes Stück. Ich hoffe nur, die Verfassungsrichter sehen das auch so und knallen per lautstarker Ohrfeige der ARD die Erhöhung genau mit dieser Begründung um die Ohren. Mir zumindest fehlt da jedwedes Verständnis.

Was so übrigblieb

Der Held von Sevilla ist tot

 

Nein, es geht nicht um einen deutschen Fußballer, der 1982 im WM-Halbfinale gegen Frankreich (die Nacht von Sevilla) dabei war. Aber vier Jahre später wurde Helmut Ducadam zu einem Helden, der im gleichen Stadion Pizjuan Unfassbares leistete. Der Schlussmann in Diensten von Steaua Bukarest vollbrachte im Finale gegen den hohen Favoriten FC Barcelona ein einmaliges Kunststück und wehrte im Elfmeterschießen alle vier Versuche der Katalanen ab. Damit verhalf er dem rumänischen Meister zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte und zum ersten Triumph einer Ostblock-Mannschaft in der Königsklasse. Vier Elfer hintereinander zu halten, das hat es meines Wissens in einem Elferschießen weder vorher noch nachher gegeben, zumindest nicht in einem bedeutsamen Wettbewerb. Schon in der Partie hatte er mit Glanzparaden Tore der Katalanen verhindert, die im andalusischen Sevilla auch nicht unbedingt ein Heimspiel hatten. Funfakt am Rande mit der deutschen Brille: Bernd Schuster, der blonde Engel, wurde zur Verlängerung von Trainer Terry Venables ausgewechselt. Wutentbrannt verließ er umgehend das Team, stieg in ein Taxi und vefolgte das Elferschießen im Autoradio, so geht zumindest die Legende – und wer sollte diese bei diesem Augsburger Exzentriker nicht glauben?.

Im Jahr 1986 war der Fußball noch längst nicht so omnipräsent wie heute, wo es keine Geheimnisse auch in den entferntesten Ligen mehr gibt. Ich zumindest wusste über das damalige Steaua wenig bis nichts (außer ein Scheitern 1974 im EC-Halbfinale gegen die Bayern), der Weg des Clubs ins Finale fand unbeachtet statt; mir ist nicht erinnerlich, irgendwelche bewegten Bilder gesehen zu haben, wahrscheinlich erst im Vorfeld des Finales. Ich musste das jetzt auch erst nachlesen, aber der Weg führte unter anderem über Honved Budapest, Lahti und RSC Anderlecht. Alles Landesmeister rekapituliere ich leicht seufzend angesichts der jetzigen aufgeblähten Champions League mit Tabellenfünften. Noch weniger wusste man über die Spieler, auch nichts über Ducadam trotz des deutschen Vornamens Helmut. Für mich beeindruckend, als ich ihn das erste Mal sah, war der mächtige Schnurrbart, ein wahrhaftes Prachtstück.

Das sollte sich danach ändern, doch leider meinte es das Schicksal mit Helmut Duckadam nicht gut. Während andere Steaua-Helden wie Belododici, Bölöni und Lacatus große Karrieren später auch im Westen starteten, war das Endspiel von Sevilla tatsächlich Duckadams letztes Spiel auf Profi-Ebene. Ein Blutgerinnsel im Arm machte weitere Heldentaten unmöglich. Gerade in Deutschland gab und gibt es Spekulationen, dass in Wahrheit Schergen der Securitate Ducadam den Arm brechen ließ, weil er sich an Spielmanipulationen nicht beteiligen wollte. Duckadam hat das allerdings stets bestritten, und warum hätte er nach dem Zusammenbruch des Regimes noch lügen sollen?

Was bleibt, ist dieses eine Spiel. Das One Game Wonder. Wie sagte Venables, der unterlegene Trainer? „Was dieser Mann gemacht hat, will mir nicht in den Kopf.“

RIP, Helmut Duckadam

 

Auch Ilke Wyludda ist viel zu früh von uns gegangen

 

Sie war einer der großen maächtigen Diskus-Riesinnen in de Zeit vor und nach der Wende. Die gebürtige Leipzigerin war früh äußerst erfolgreich, war Junioren-Weltmeisterin, hält immer noch den Junioren-Weltrekord mit 74,40 Metern. Ihre Karriere krönte sie  im vereinigten Deutschland, als sie 1996 in Atlanta Olympia-Gold eroberte, mit einer Weite, die auch 2024 in Paris zum Sieg gereicht hätte.
Ihre Karriere verlief allerdings nicht immer gradlinig. Sie galt, wie so viele Schwerathletinnen und -Athleten, als Nervenbündel, scheiterte etwa 92 in Barcelona als Mit-Favoritin bereits in der Qualifikation. Als eine der ersten nahm sie konsequent psyc hologische Hilfe in Anspruch.
Wie viele andere DDR-Sportlerinnen kursierten auch um sie permanent Doping-Gerüchte, zumal sie an die Superweiten vor der Wende nicht mehr herankam. Sie beteurt, nie illegeale Mittel zu sich genommen zu haben. „Ich weiß, dass ich nie gedopt habe“, beteurte sie immer wieder.
Wie bei Duckadam: Das Schicksal meinte es nach dem größten Triumph nicht mehr gut mit Wyludda. Auch aufgrund zahlreicher Veletzungen, vieleicht auch bewirkt von bis zu 63 Mitteln, die sie so nahm, beendete sie 2002 die Karriere. Nach einer Operation wegen eines treppensturzes erlitt sie eine schwere Blutvergiftung, ein Bein musste amputiert werden. Sie ließ sich alber nicht hängen, trotz Phantomschmerzen: Wyludda startete eine zweite sportliche Karriere: Sie startete bei den Paralympics im Kugelstoßen und Diskuswurf, und auch wenn sie eine Medaille verpasste: Der Sieg über sich selbst machte sie stolz. Genauso stolz ist sie auf ihre Arbeit als Medizinerin, wo sie zuletzt als Schmerztherapethin tätig war: „Ich weiß, was Schmerz bedeutet, und die Patienten wissen, dass ich weiß, von was ich rede“, bekannte sie.
Jetzt ist Ilke Wyludda gestorben an den Folgen einer Erkrankung, mit gerade mal 55 Jahren.

Und sonst?

  • Kreuzbandriss beendet Comeback: Marcel Hirscher zog sich die Verletzung beim Training in Österreich zu. Damit ist die vielbeachtete Rückkehr des Slalom- und Riesenslalom-Genies nach mehr als fünf Jahren zu Ende, bevor es richtig losgeht. Denn die Slalom-Höhepunkte finden im Januar statt. abschreiben muss Hirscher auch die WM in Saalbach-Hinterglemm, also mehr oder weniger vor seiner Haustür. Ob der für Holland startende Österreicher nächstes Jahr einen weiteren Anlauf wagt, wollte er noch nicht sagen. Aber noch ein Olympiastart, 2026 in Cortina, wäre sicher ein Ansporn.
  • K.-o.-Phase des NBA-Cups steht: Und das Hoffen der spielfreien Boston Celtics vorm Fernseher war umsonst. Sie sind draußen, weil die New York Knicks gegen die Orlando Magic klar, aber nicht desaströs hoch gewannen. Beide Teams sind weiter, genaus wie die Atlanta Hawks und Milwaukee Bucks, die sich bei den Detroit Pistons durchsetzten. Nächste Woche  empfangen die Bucks die Orlando Magic (Di.) und die Knicks die Hawks Mi.).
    Im Westen sicherten sich die Oklahoma City Thunder und Dallas Mavericks die noch offenen Play-off-Plätze, die vorher schon die Golden State Warriors und Houston Rockets inne hatten. Hier kommt es zu den Partien Thunder vs Mavericks (Di.) und Rockets vs Warriors (Mi.).

Wer Neuers Glanztat vermisst, morgen vielleicht nach Ende der Pokalrunde.

Das wird die Woche, die wird

Zwei Pokalendspiele im Achtelfinale

 

Zwei Top-Schlager gibt es bereits in der Runde der besten 16 Teams. Heute empfängt Tabellenführer FC Bayern Bayern  den Deutschen Meister Bayer Leverkusen. Die Münchner müssen auf Top-Torjäger Harry Kane verzichten, werden also ohne echten Mittelstürmer ihr Glück versuchen. Bayer hat zwar schon in der Bundesliga 7 Punkte Rückstand, allerdings auch erst eine Niederlage hinnehmen müssen und zuletzt zweimal gewonnen. Der Liga-Schlager endete vor gut einem Monat mit 1:1. Mal sehen, ob Xabi Alonso sein Team diesmal offensiver afgieren lässt.
Morgen kommt es zur Partie RB Leipzig vs Eintracht Frankfurt. Für die Sachsen fast schon die letzte Titelchance, nach dem Katastrophen-November. Die Eintracht im Hoch. Beide Teams sind Pokalspezialisten. Sollten die Bullen verlieren, dürften die Tage von Trainer Marco Rose gezählt sein.
Die sonstigen Partien fallen erheblich ab. Der letzte verbliebene Drittligist Arminia Bielefeld empfängt heute (18.00) den SC Freiburg. Außerdem kommt es zum namhaften Zweitligatreffen zwischen dem 1. FC Köln und Hertha BSC (Mi., 18.00).

 

Die Speedfahrer greifen ein

 

Nach etlichen Slaloms und einem Riesenslalom stehen für die Männer die erste Abfahrt und ein Super-G an – sowie am Sonntag ein Riesenslalom. Ich mag die Traditionsstrecke „Birds of Prey“ in Beaver Creek sehr. Die frauen haben Pause, weil di Rennen im kanadischen Tremblant wegen Schneemangels abgesagt wurden und auf die Schnelle kein Ersatzort gefunden wurde. Gut für Mikaela Shiffrin, die dadurch vorerst keine technischen Wettbewerbe vepasst nach ihrer Sturzverletzung von Killington.

 

Abschluss der Formel 1

 

Die Königsklasse beendet ihre Mammut-Saison mit dem Rennen in Abu Dhabi. Max Vestappen steht bereits als Einzelweltmeister fest. Offen ist noch der Konstrukteurstitel, in dem McLaren mit einem vermeintlich komfortablen 19-Punkte Vorsprung auf Ferrari führt. Die Scuderia braucht schon 2 Podestplätze, um überhaupt noch theoretische Chancen zu haben.

 

Deutsche Handballerinnen unter Druck

 

Bereits das letzte Vorrundenspiel der EM ist ein Do-or-die-Spiel. Wenigstens reicht dem Team in der Innsbrucker Olympiahalle (remember Eishockey-Bronze bei Olympia 1976) gegen Island ein Remis, um in die Sechser-Hauptrunde aufzusteigen. Draußen ist bereits Co-Gastgeber Österreich nach zwei Niederlagen gegen Norwegen und Slowenien. Die Hauptrunde der besten 12 Teams aufgeteilt in 2 Gruppen wird dann am Donnerstag fortgesetzt.

Und sonst?

  • Fußball-Bundesliga: Der 13. Spieltag beschert den Top-Teams auf dem Papier machbare Heimpartien gegen Teams im Abstiegskampf. Der FC Bayern ist gegen den 1. FC Heidenheim genauso Favorit wie der Zweite Frankfurt gegen den FC Aufgsburg und BLeverkusen gegen St. Pauli (alle Sa., 15.30). Spannung verspricht das borussenduell Gladbach vs BVB, in dem die Dortmunder ihre furchtbare Auswärtsbilanz aufpäppeln wollen.
    Apropos Bundesliga: Diese Woche endet die Fernsehrechte-Versteigerung für die Saisons 2025/26 bis 28/29. Die DFL will die Ergebnisse am Freitag bekannt geben. Einiges ist ja schon durchgesickert, aber ich werde mich erst zu Offiziellem äußern, auch weil erst dann insgesamt feststeht, wer welche der insgesamt 14 Pakete erworben hat.
  • Internationale Ligen: In der Premier League gibt es einen Doppelspieltag, also die englische Woche, die Dienstag/Mittwoch sowie Samstag/Sonntag ausgetragen wird. Am Mittwoch gibt es die Schlager Newcastle United vs Liverpool und Arsenal vs Manchester United. Am Samstag sticht das Merseyside-Derby zwischen dem FC Everton und dem FC Liverpool. Letztmals im Goodison Park, weil in der nächsten Saison Everton das neue Stadion bezieht.
    In Spanien hat der leicht schwächelnde (Noch?)-Tabellenführer FC Barcelona am Dienstag die Auswärtspartie auf Mallorca vor der Brust.  Noch heikler ist die Aufgabe am Mittwoch für Real Madrid bei Athletic Bilbao, wahrlich kein Selbstgänger im feurigen San Mames. Nicht viel einfacher werden für die beiden Topteams die Partien bei Betis (Barca) und FC Girona (Real).
    Atalanta Bergamo ist derzeit das Team der Stunde in Italien mit zuletzt 8 Siegen und dem Sprung auf Platz 2 hinter Napoli . Zum Lombardentanz bitten die Bergamasken bereits am Freitag den AC Mailand.
  • Mannschaftssport: Im Eishockey gibt es die ersten Partien des Viertelfinals der Champions League, die nach dem Modus Best of 3 entschieden werden. Zwei deutsche Vertreter sind am Start, jeweils gegen Schweizer Teams. Fischtown Bremerhaven heute in Genf, also Auswärtsnachteil, obwohl sie in der Vorrunde die bessere Bilanz hatten; die Eisbären Berlin morgen in Zürich.
    Basketball: Erneut ein Doppelspieltag in der Euroleague: Bayern München muss heute nach Istanbul gegen Efes und empfängt am Donnerstag Baskonia. Alba mit 2 Auswärtspartien morgen in Bologna und am Freitag bei Monaco. Am Wochenende folgt das nationale Pokal-Viertelfinale, in dem Alba am Sonntag bei den Bamberg Baskets antritt und der FC Bayern am Montag Vechta empfängt, gegen das die Münchner gerade am Sonntag zu Hause verloren. Mal wieder eine seltsam-gedrängte Terminplanung gerade für Alba: Hallenproblematik oder was?
    Die HBL könnte kaum spannender sein, zumal die Meisterschaft ohne Play-offs entschieden wird. Tabellenführer Melsungen ist in Wetlar gefordert, das punktgleiche Hannover-Burgdorf empfängt am Freitag die Rhein-Neckar Löwen. Für die Topteams SC Magdeburg und Füchse Berlin gibt es Champions League (SCM in Nantes, Füchse vs Sporting).
  • Wintersport: Weltcups, wohin das Auge reicht: Biathlon in Kontiolahti, Skilanglauf in Lillehammer, Skispringen in Wisla, Rodeln in Innsbruck, Bob/Skeleton in Altenberg. Eurosport und auch die ARD (koan Presseclub am Sonntag) sind praktisch überall live oder als Aufzeichnung dabei. Wers braucht …
  • US Sport: Am Freitag wird in der NBA die Vorrunde des Cups beendet. Einige Teams sind schon fertig und müssen zB wie die Celtics warten, ob sie noch überholt werden. Ich erspare mir das Ausrechnen der einzelnen Szenarien.
    In de NFL steht der 14. Spieltag an, an dem dann die letzten Teams (unter anderem die Bills und Ravens) ihre Bye Week haben ohne Partie. Spannend zu sehen wird sein, auf welch absurde Art  und Weise die Kansas City Chiefs ihre Partie bei den LA Chargers diesmal gewinnen. Ein Sieg durch ein Safety in letzter Minute fehlt noch.

 

 

 

Das war die Woche, die war

Schlager in der Bundesliga und Premier League, ein Riesenschreck um Mikaela Shiffrin und sehr erfolgreiche deutsche Wintersportler. Anmerkung: Zur Vergabe der Fernsehrechte (bisher nichts offiziell, sondern nur allerdings fast bestätiogter Spekulatius) und (wie gewöhnlich) dem US Sport mache ich gesonderte Teile.

 

Spitzenspiel endet Remis – und alle sind leidlich zufrieden

 

Vor der Partie Borussia Dortmund gegen Bayern München entbrannte sich ein erstaunlich ernst geführter Streit, ob diese den Clasico oder Klassiker genannt werden darf oder ob dafür die gemeinsame große Vergangenheit nicht zu kurzfristig gewesen sei. Ein Klassiker sei zeitlos, sagten die Kritiker dieser Bezeichnung. Dortmunds Noch-Geschäftsführer Aki Watzke blaffte, nur Ignoranten würden nicht sehen, das es in Deutschland kein größeres Spiel gäbe. Nun denn: Die gut 80 000 Zuschauer im natürlich ausverkauften Westfalenstadion sahen eine gutklassige, keineswegs aber mitreißende Begegnung. Der BVB ging nach einem rasanten Lauf von Jamie Gittens in Führung. Dabei war der junge Flitzer reichlich allein bei seinem Run gegn das Tor von Manuel Neuer, der zudem mit dem Herauslaufen zögerte. Schlecht sah es zudem für die Bayern aus, als Harry Kane nach eine halben Stunde vom Platz humpelte. Sie hatten danach durchaus Chancen duc´rch Thomas Müller und Leroy Sané, aber erst Jamal Musialas Kopfball brachte ihnen kurz vor Schluss wenigstens den Ausgleich. Einen Punkt gewonnen, resümierte Trainer Vincent Kompany. Gegen ein absolutes Spitzenteam nicht verloren, befand Dortmunds Nuri Sahin.
Tatsächlich haben die in der Bundesliga noch unbesiegten Bayern nach dem 11. Spieltag 4 Punkte Vorsprung auf Eintracht Frankfurt (und das ungleich bessere Torverhältnis). Die Hessen wiederum gewannen nach ihrem mühsamen 2:1 in Midtyiland souverän mit 4:0 in Heidenheim. Dritter ist jetzt Meister Leverkusen, das gegen den 1. FC Union mit 2:1 besiegte.

 

Wer will Liverpool besiegen?

 

Während die Partie Dortmund vs Bayern leidlich gut unterhielt, riss mich zumindest die erste Halbzeit beim Premier-League-Spiel FC Livepool vs Manchester City förmlich vom Sofa. Was die Reds da an einem Tempospiel mit zahlreichen schönen Kombinationen auf den Rasen der Anfield road zauberten, sucht derzeit in Europa seinesgleichen. Da greift ein Rädchen ins andere, Schwchstellen kann ich kaum ausmachen. Der Halbzeitstand von 1:0 spiegelte die Überlegenheit gegen den hoffnungslos überforderten englischen Meister nur unzureichen wieder. Schon während der Woche hatte Pool in der Champions League beim 2:0 nur wenig Chancen gelassen.
Natürlich – die Saison ist noch lange. Aber in der Liga haben die Reds jetzt schon 9 Punkte Vorsprung auf die punktgleichen FC Arsenal und FC Chelsea, ManCity, denen Weltfußballer Rodri an allen Ecken und Enden fehlt, findet sich gar auf Platz 5 wieder, wann hat es das bitte zuletzt gegeben?

 

Akia statt Jubiläumssieg

 

Alles schien gerichtet für Mikaela Shiffrin zum 100. Weltcupsieg. Nach dem 1. Durchgang des Riesenslaloms in Killington führte sie souverän. Doch im Skifahren reicht eine kleine Unachtsamkeit zum Desaster: eine Unebenheit warf die Amerikanerin in die Luft, die nicht reagieren konnte und äußerst unsamt auf dem pickelharten Schnee aufschlug. Benommen blieb sie legen und musste letztlich mit dem Akia talswärts geschafft werden. Praktisch gleichzeitig und in Sichtweise vollführte man die Siegerehrung, als sei nichts geschehen: Die Fis und die Ausrichter zeigten mal wieder ihr einmaliges Taktgefühl in dere´lei Dingen. Sara Hector, die letztlich gewann, fasste es richtig zusammen: „Es ist so traurig, Mikaela so stürzen zu sehen. Es bricht mir und allen hier das Herz“, sagte die Schweding nach ihrem 6. Weltcup-Erfolg.
Shiffrin gab zwar noch am Samstagabend Entwarnung, es tue „nur“ alles weh. Es hat sie dann allerdings doch schlimmer erwischt: Die Ärzte Diagnostizierten eine tiefe Stichwunde am Unterleib. Man rätsele noch, wie es dazu kam. Ein Start am Sonntag in ihrer Spezialdisziplin Slalom an gleicher Stelle kam also nicht in Frage. Es triumphierte nach einem spektakulären 2. Lauf die Schweizerin Camille Rast vor den zeitgleichen Wendy Holdener und Anna Swenn-Larsson. Lena Dürr verspielte zum xten Mal eine Halbzeitführung und landete letztlich auf Platz 4, gerade mal 3 Hundertstel hinter dem 2. Platz. bei Eurosport gab es eine witzige Text-Bild-Schere. Man sah extatisch jubelnde Schweizerinnen, und Wolle Nadvornik kommentierte: „Ist das bitter.“ Der deutsche Blick allüberall.

 

Staffeln im Viererpack

 

Das war wirklich nicht einfach, am Wochenende den Überblick zu behalten beim Bíathlon-Auftakt in Kontiolahti. Staffeln, wohin man schaute: Single Mixed (1 Mann, eine Frau), Mixed (2 Frauen, 2 Männer), tags darauf erst Männer (4) dann Frauen (auch 4). Gefühlt waren dann doch immer die gleichen Nationen vorn. Schweden, Frankreich und Norwegen machten jeweils die Podestplätze unter sich aus, nur einmal in der Single Mixed, oder war es doch die Mixed, schob sich ein junges deutsches Team auf Platz 3.

 

Deutsche Überflieger

 

Ich selbst habe Skispringen nicht verfolgt, aber die deutsche Erfolgsbilanz ist aufsehenerregend. Im finnischen Ruka gewannen am Samstag Pius Paschke und am Sonntag Andreas Wellinger jeweils auf der Großschanze. Schon am Wochenende zuvor hatte Paschke mit einem ersten und einem zweiten Platz überzeugt. Allein die Österreicher um Weltcupsieger Stefan Kraft können da mithalten.
3 Siege in den ersten vie Springen, so gut sind die Deutschen noch nie in eine Saison gestartet. Wieder mal werden sehr früh große Hoffnungen auf einen Tourneesieg geschürt. Doch den jagen die Deutschen seit 2002 hinterher, zu Weihnachten kommt regelmäßig der Formabbau (besser gesagt: Die anderen Nationen holen auf). Schaun wir mal, wies heuer wird bzw Anfang Januar.

 

Früher Rückschlag der Handballerinnen

 

Schon am 2. Spieltag der EM in Österreich, Ungarn und der Schweiz kassierte das Team gegen Holland die erste Niederlage – und die fiel mit 22:29 deftig aus. Das ausgegebene Ziel Halbfinale scheint in dieser Form außer Reichweite, weil Norwegen,  Dänemark, Schweden und Frankreich noch eine Ecke stärker einzuschätzen sind als die Oranjes. Jetzt kommt es morgen schon zum „Endspiel“ gegen Island, um überhaupt in die Hauptrunde einzuziehen.

 

Und sonst

  • Bundesliga: Einen Befreuungsschlag im Abstiegskampf gelang dem FC St. Pauli, der mit dem klaren 3:1 gegen Mitaufsteiger Holstein Kiel auf Platz 15 rückte. Die Hamburger feieten ihren ersten Heimsieg seit dem Wiederaufstieg. Finster sieht es für den VfL Bochum aus, das nach dem 0:1 in Bochum qweiter nur 2 Punkte hat. Ist der Trainer-Effekt um Dieter Hecking etwa schon verpufft?
    Seinen schwarzen November komplettierte RB Leipzig mit dem 1:5 zu Hause gegen den VfL Wolfsburg. Schon nach einer Viertelstunde stand es 0:3. Die November-Bilanz: in der Bundeslgia 3 Niederlagen und ein 0:0 gegen Gladbach, dazu zwei CL-Pleiten, die praktisch schon das Aus bedeuten. Sollte am Mittwoch gegen Frankfurt das Pokal-Aus hinzukommen, wären die Tage des Leipzigers Marco Rose auf der Leipzige Triainerbank trotz aller Heimatgefühle wohl gezählt.
  • Internationaler Fußball: Schock in Florenz. In der Partie der Fiorentina vs Inter brach Edouardo Bove (Florenz) in der 17. Minute zusammen. Man reagierte schnell, reanimierte den Spieler noch auf dem Feld und transportierte ihn ins Krankenhaus. Von dort kam noch am Sonntag die erste Entwarnung. Bove sei bei Bewusstsein. Eine akute Beschädigung des Nentralen Nervensystems könne ausgeschlossen werden. Hoffen wir das Beste. Die Partie wurde ohne große Umstände abgebrochen und soll zu einem späteren zeitpunkt fortgesetzt oder neu angesetzt werden.
    Sensation in Spanien: Tabellenführer FC Barcelona kassierte gegen Nachzügler Las Palmas eine 1:2-Niederlage. Zwar behielten die Katalanen Platz 1 in der Primera Division, doch Real Madrid (2:0 vs Getafe) hat noch ein Nachholspiel in der Hinterhand und könnte Barca überflügeln. Erste Risse im Flick-Kosmos?
    Riesenjubel bei Botofogo: Der brasilianische Traditionsclub sicherte sich zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Copa de Libertatores, das europäische Pendant zureuropäischen Champions League. Das Team besiegte im Finale gegen die Landsmaänner aus Mineiro mit 3:1. Dabei spielte man ab der ersten Minute nach einer frühen Roten Karte  in Unterzahl. Bei Botofogo wirkt übrigens Michael Gerlinger als Chief Officer, lange Chefjustiziar beim FC Bayern. Der international tätigen Eagle Football Group gehört neben Botofogo unter anderem auch Olympique Lyon an, der wg Überschuldung der Zwangsabstieg droht. Können da Quersubventionen vielleicht noch helfen?
  • Handball: Die MT Melsungen gewann das Spitzenspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt klar mit 33:24 und ist punktgleich Spitzenreiter mit Hannnover-Burgdorf (in Lemgo 31:22). SC Magdeburg entledigte sich der Pflichtaufgabe Bietigheim souverän. Viel wichtiger war für den Meister, dass er in der Champions League mit einem Kampfsieg gegen den FC Barcelona in die Erfolgsspur zurückfand. Zumindest die Zwischenrunde ist wieder in Reichweite.
  • Basketball: Keine gute Woche für den FC Bayern. Die Münchner waren beim Euroleague-Spiel bei Roter Stern Belgrad chancenlos und verloren mit 77:101. Am Sonntag folgte in der BBL gegen Vechta die erste Heimniederlage. Alba verlor zu Hause gegen TelAviv und auch gegen Ludwigsburg. Dabei brachten die Hauptstädter im 2. Viertel das Kuststück fertig, ganze 4 Punkte zu erzielen.
  • Formel 1: Weltmeister Max Verstappen gewann auch das Vorletzte Saisonrennen. In Katar siegte der Holländer vor Charles Leclerc aus Monaco und dem Australier Oscar Piastri. Spannennd ist noch die Konstrukteurswertung: McLaren (640)  führt vor dem letzten Rennen in Abu Dhabi vor Ferrari (619) Red Bull (590) kann sein Abo auf diesen Titel somit nicht mehr verteidigen.

Liverpool – die Macht in Europa und England

Goldene Zeiten in Anfield

 

Die Reds ohne den Heiland Jürgen Klopp, was kursierten da für Schreckensszenarien. Und jetzt?: Nach gut einem Drittel der Saison steht der FC Liverpool so gut da wie noch selten. Ohne Punktverlust in der Champions League fast schon sicher direkt im Achtelfinale, souverän an der Spitze in der Premier League. Und auch wenn bis Saisonschluss noch viel Wasser an der Merseyside fließen wird: Sollte die Mannschaft am Sonntag gegen das zurzeit inferiore Manchester City gewinnen, dann das Team fast schon einen Haken an die Meisterrschaft machen. Okay, sehr, sehr, sehr früh, aber es wären dann elf Punkte auf den Titelverteidiger, und der Rest der Liga scheint auch nicht konstant, nicht wahr Arsenal?

Es sind ja nicht nur die Siege am laufenden Band, sondern die Art und Weise, wie Klopp-Nachfolger Arne Slot sein Team spielen lässt und wie es spielt. Sie können mittlerweile alles, wie das Spiel am Mittwoch gegen Real Madrid zeigte. Volles Tempo, aber auch Tempomäßigung. Und jeder der elf Spieler ist außergewöhnlich gut, ohne dass die Mannschaft auf einen einzigen angewiesen ist. Ein Mo Salah mag derzeit Scoring-Rekorde aufstellen und (mal wieder) in der Form seines Lebens sein – unersetzlich scheint er nicht, zumal die Spieler anderer Clubs fast Schlange stehen, damit sie bei den Reds anheuern dürfen; enannt sei Salahs ägyptischer Landsmann Marmoush, der der fast schon zu  logische Nachfolge wäre.

Ein Großteil der Mannschaft ist  noch jung, Klopp hat es nach den Triumphen geschafft, den Umbruch bestens einzuleiten. Slot verfeinert das Ganze jetzt. Es sind goldene Zeiten, die auf den FC Liverpool warten.

 

Ds weiße Ballett humpelt

 

Ganz anders Real Madrid: In der Primera Division selten souverän und katastrophal beim 0:4 gegen den FC Barcelona. Dafür stehen die Königlichen mit nur vier Punkten Rückstand und einem Spiel weniger auf den katalanischen Erzrivalen noch relativ gut da. Der Auftritt an der Anfield Road war fast schon desaströs zu nennen, natürlich auch bedingt durch enormes Personalsorgen gerade in der Abwehr, wo Ausnahmekönner wie Alaba, Carvajal und Militao schmerzlichst vermisst werden. Vor allem aber gibt es das Problem Kylian Mbappé – dessen Verpflichtung eh schon heikel war und mir zumindest sportlich überflüssig schien, weil auf dessen Lieblingsposition die Madrilenen mit Vini jr. bestens besetzt waren. Dementsprechend schwer tut sich der Ausnahmestürmer noch, er fremdelt noch merklich. Und auch als er wg Vinis Verletzung auf der linken Seite spielen durfte – das war gar nichts gegen Pool, und sein verschossener Elfer war nur der traurige Beleg.
Real hat mal wieder den Fehler gemacht und nach Namen eingekauft und nicht, was das Team benötigt. Den Abgang von Toni Kroos wollten die Königlichen vereinsintern kompensieren, aber das ging schief, auch weil der dazu auserkorene Fernando Valverde ob der Verletzungen hinten aushelfen muss. Damit fehlt aber der Taktgeber, der Dirigent, ohne den die Stars vorne in der Luft hängen. Und da diese eher wenig geneigt sind, hinten tatkräftig mitzuhelfen, gibt es die Unwucht. Dass mündet dann halt schon in drei Vorrundenniederlagen in der Champions League, und die beiden Heimsiege gegen die deutschen Clubs Stuttgart und Dortmund kamen ja auch eher glücklich (positiv gesagt: Bernabéu und Ausnahmekönnen) zu Stande.
Das bedeutet natürlich nicht, dass ich Real abschreibe, dazu ist die Klasse der Einzelnen zu groß zumal die Verletzten spätesgtens 2025 zum großen teil zurückkommen. , zu außergewöhnlich. Ein Mbappé kann jederzeit „explodieren“. Und jetzt hilft die aufgeblähte Champions League extrem. Mann stelle sich jetzt ein Endspiel bei Atalanta bergamo vor, stattdessen hat Real danach noch zwei Fangnetz-Spiele im Januar gegen Red Bull salzburg und Stade Brest. Und in einer K.-o.-Runde ist Real immer zu unglaublichen Taten fähig.

 

Freude und Ärger übers neue Format der Champions League

 

Meine große Skepsis gegenüber der 36er-Monstertabelle, die die 8 Vierergruppen ablöste, habe ich hier und anderswo schon hinreichend zum Ausdruck gebracht. Diese Skepsis ist beileibe nicht verflogen, sondern hat sich eher verfestigt. Ich will nicht verhehlen, dass es Spieltag für Spieltag höchst attraktive Partien allein vom Namen her (Liverpool vs Real, Bayern – PSG) oder der Dramaturgie (City vs Feyenoord, PSV vs Donezk) der Partie selbst. Aber auch nach dem 5. Spieltag kann ich das Ganze immer noch nicht einordnen (vielleicht bin ich auch zu blöd dazu). Die Tabelle määndert  unübersichtlich vor sich hin (wer hat schon im Kopf, wer wann noch gegen wen spielt) und alles ist auch noch um zwei Spieltage aufgebläht, also noch sehr viel zusätzlicher Fußball in einem ohnehin schon völlig übersättigten Fußball-Kalender. Natürlich hat das Aufblähen auf 8 Spieltage die Folge, dass nach dem 4. Spieltag noch nichts entschieden ist, aber das empfinde ich eben als sehr vergifteten Vorteil.
Die acht Vierergruppen hatten ihre Nachteile – ganz gewiss. Und in einigen Gruppen war in den vergangenen Jahren nach dem 4. oder spätestens 5. Spieltag alles entschieden. Aber es gab eben auch in jedem Jahr auch einige Gruppen, in dem praktisch bis zur letzten Minute noch alles kippen konnte. Vor allem wusste jeder, wer gegen wen spielt, und es gab zwei Aufeinandertreffen der Gegner, also die Möglichkeit der „Racha“, wie das mein Vater zu nennen pflegte. Es gab die sogenannten Todesgruppen und machbare Gruppen, also hatte auch schon die Auslosung ihren Reiz. Jetzt übernimmt diese komplett ein Computer. Und der spuckt dann eben für Leipzig ein ungleich schwereres Programm aus als etwa für Borussia Dortmund. Ein Kontrahent Celtic Glasgow zu Hause ist ein Glücksfall, Celtic Glasgow in Schottland eher ein Albtraum.
Es gibt in der Tat sehr viele nicht nur auf dem ersten Blick überraschende Ergebnisse, die ich durchaus goutiere. Aber die sind eben auch dem Umstand geschuldet, dass die Topclubs diese vielleicht nicht mit dem letzten Ernst angehen, weil es eben zwei Partien mehr zum kompensieren gibt.
Nun denn, es stehen noch 3 Spieltage an. Real auf Platz 24 muss tatsächlich ums bloße Weiterkommen bangen wie auch PSG, ManCity, der VfB Stuttgart. Vieles ist allerdings auch jetzt schon praktisch entschieden wie das Aus für RB Leipzig, Young Boys Bern oder das sichere Weiterkommen aller Teams mit 10+ Punkten, das sind zurzeit schon 12 Clubs, also ein Drittel. Schauen wir mal, wie es sich entwickelt.