von Münchner Löwe | Juni 27, 2025 | basketball
Bayern sind Meister
Nach den Titel für die Münchner Fußballer und Fußballerinnen hat jetzt auch der FC Bayern Basketball Grund zum Jubel. Sie bezwangen in einer spannenden Best-of-5-Serie ratiopharm Ulm mit 3:2. Gerade die 5. Partie zehrte an den Nerven von Fans und Faninnen. Matchwinner wurde letztlich ein deutscher Weltmeister: Johannes Voigtmann in der absoluten schlussphase verwandelte 3 entscheidende Dreier und ließ den SAP Garden dann doch ein bisschen überschäumen. Ansonsten ist der Münchner Basketballzuschauer eher ein stiller Genießer. Immerhin dabei waren auch die Bayern-Granden Uli Hoeneß samt seiner Ehefrau Susi (ohne den es dieses Projekt vor gut 15 Jahren wahrscheinlich nie gegeben hätte) und Herbert Hainer, der tapfer wenigsagend Fragen zum anstehenden Wec hsel von Nick Woltemade eher nicht beantwortete.
Für die Münchner bedeutete der Titel auch die Rettung der Saison, nachdem sie im Pokal sensationell gescheitert waren und vor allem auch in der Euroleague mit dem Verpassen der Play-offs das Ziel klar verfehlt hatten. In der Euroleague werden sie einen neuen Angriff wagen, im Gegensatz zu Alba Berlin, das freiwillig (?) sich aus der Königsklasse zurückgezogen hat und künftig in der Champions League (nur der drittwichtigste Wettbewerb in Europa) versuchen wird.
Cooper Flagg die Nummer 1
Wie angekündigt haben die Dallas Mavericks im Draft um die besten Nachwuchsspieler Cooper Flagg als ersten Pick gezogen. Die Mavs hatten ja in der Draft Lottery bei nur 1,8 Prozent Wahrscheinlichkeit das Glück des ersten Loses gezogen. Flagg gilt als Ausnahmetalent, der nach Meinung aller Experten den Basketball fürs nächste Jahrzehnt prägen wird. Ein Ballyhoo um ihn vielleicht nicht ganz so sehr wie vor zwei Jahren um Victor Wembanyama, aber nicht wenig dahinter.
Der Forward von der für seine starke Basketball-Ausbildung bekannten Uni Duke bringt alles mit, was ein guter Spieler braucht. Stark in Offensive und Defensive, mit gutem Wurf ausgestattet und auch robust genug gegen die Muskelpakete in der NBA. Mit 18 Jahren ist er noch blutjung.
Doch dass er bei den Mavericks gelandet ist, ist ein zweischeniediges Schwert. Die ambitionierten Texaner haben große Pläne, wollen in den Play-offs möglichst weit kommen. Sie haben mit Kyrie Irving (derzeit allerdings noch veletzt) und Anthony Davis zwei absolute Star-Spieler. Ob da Flagg sich wirklich ausprobieren kann, auch Fehler machen darf, das wird sich zeigen. Auch und vor allem, wie viel Verantwortung ihm Trainer Jason Kidd in heiklen Phasen überlassen will. Andererseits: Er kann beschützt von Klassespielern sich entwickeln, es geht gleich um etwas bei ihm. Anders als bei vielen Supertalenten, die in so schwachen Teams spielen, dass sie nicht und nicht weiterkommen
An zweiter Stelle holten sich die San Antonio Spurs Dylan Harper, dem ebenfalls eine glänzende Zukunft bescheinigt wird. Spurs und Mavs sind nun im ohnehin so starken Westen zwei weitere Aspiranten auf die Play-off-Plätuze, de Unterschied der beiden Konferenzen West und Ost ist ohnehin schon dramatisch hoch.
Auch 2 Akteure der BBL, beide von ratiopharm Ulm wurden in der 1. Runde gezogen. Die Chicago Bulls sicherten sich die Dienste des Franzosen Noa Essengue, die New Jersey Nets die des Israeli Ben Sharaf. Im Hinblick auf die Draft hatten die Ulmer gar die Liga und die Bayern um Verlegung der Partien 4 und 5 gebeten, damit sich die Speiler nicht zwischen Finale und Draft entscheidn müssten. Das Gesuch wurde schnöde abgelehnt. Essengue flog am Mittwoch nach New York und fehlte in der entscheidenen Meisterschaftspartie, Saraf blieb zwar zu Hause, dürfte aber die nacht vorm Fernseher verbracht haben und dementsprechend abgelenkt gewesen sein.
Deutsche Frauen chancenlos
Wie erwartet war fürs DBB-Team im EM-Viertelfinale Schluss. Gegen Belgien verlor das Team um die WNBA-Profis Leonie Fiebig und Luisa Geisensöder letztlich klar und chancenlos mit 59:83. Konnte Deutschland in der 1. Hälfte noch einigermaßen mithalten (36:41), hatte es gegen den Titelverteidiger und haushohen Favoriten im 2. Durchgang nicht den hauch einer Chance. Vielleicht wäre es mit den Sabally-Schwestern Satou (WNBA) und Nyara (Aufbautraining) sowie der verletzten Kapitänin Marie Julich besser gelaufen. So wie vor einem Jahr bei Olympia, als die Mannschaft Belgien in der Vorrunde besiegte. Immerhin: Im ersten Platzierungsspiel gewannen die Deutschinnen gegen die Türkei mit 93:73, was ihnen eine Partie um Platz 5 gegen Tschechien beschert. Die K.o.Spiele finden allesamt in Piräus statt, doch die Atmosphäre in der höchstens zu einem Zehntel gefüllten Halle ist gespentisch. Der Grieche mag seine Männer-Teams frenetisch anfeuern, Frauen-Basketball lässt ihn gut klimatisierten halle offebar völlig kalt.
Und sonst
- Der Verdacht bei Tyrese Haliburton auf Achillessehnenriss hat sich bestätigt. Der Spielmacher der Indiana Pacers, der sich im 7. Spiel der NBQ Finals gegen Oklahoma City Thunder nach 7 Minuten vverletzte, wird dem Team ungefähr ein Jahr lang fehlen.
- Kevin Durant zu den Houston Rockets. Der 37-Jahre alte Forward, 15-mal im Allstar-Team arf zu einem seiner 3 Wunschteams wechseln. Die Phoenix Suns Suns erhalten im Gegenzug Dillon Brooks, Jalen Green, die Nummer 10 der Draft 25, also Khaman Maluach, ein sehr versierter Center, sowie noch 4 Second-Round-Picks. Wahrscheinlich das Beste, was die Suns kriegen konnten, nachdem bekannt war, dass sie Durant unbedingt loswerden wollten.
von Münchner Löwe | Juni 24, 2025 | basketball, Fußball, Tennis, Wochenrückschau
Bubliks Rasenzauber
Publikumsliebling bei allen Turnieren ist Alexander Bublik schon lange. Er spielt ein extrem attraktives abwechslungsreiches Tennis. Nie vorhersehbar, was er als nächstes macht; ein Stop hier, eine unterschnittene Vorhand dort. Überschäumende Spielfreude von einem, der wahrscheinlich selbst nicht weiß, was er als Nächstes tun wird. Wenn er denn will, denn der Kasache gilt nicht als Trainingsweltmeister, der sein ganzes Leben dem Tennis unterordnet, sondern lieber Zeit mit der Familie verbringt. Work life balance at its best, der auch noch mit 50 einen gesunden Körper samt wachen Geist haben will. Und so gibt es auch viele Turniere, wo er keine Lust hat und die Matches abschenkt. Nur noch nach Hause will er dann.
Zurzeit allerdings läuft es wie geschnitten Brot bei Bublik. Schon der Einzug ins Viertelfinale bei den French Open war aufsehenerregend, und jetzt (auf seinem Lieblingsbelag Rasen) legte er in Halle/Westfalen nach und holte sich zum zweiten Mal nach 2023 die Siegestrophäe. Auf dem Weg dorthin begeisterte er durch sein wunderbares Tennis, besiegte unter anderem Jannik Sinner und Daniil Medwedew. Wir dürfen mehr als gespannt sein auf sein Abschneiden in Wimbledon ab nächster Woche. Sein Turniersieg spülte ihn noch auf Platz 30 der Weltrangliste, er wird also gesetzt sein (wahrscheinlich werden die Top-Spieler darüber ziemlich aufatmen).
In Halle endete Alexander Zverevs nächster Versuch, ein Rasenturnier zu gewinnen, im Halbfinale. Dort verlor er gegen „Angstgegner“ Daniil Medwedew in knapp drei Stunden. Jener Russe, der in diesem Jahr bisher extrem wenig erfolgreich war, doch jetzt zu alter Form zurückzukommen scheint. Trotz der Niederlage schaut Zverev einigermaßen zuversichtlich nach Wimbledon.
Die Top-Elite der Frauen traf sich in Wimbledon. Von den Top Ten fehlte in der Meldeliste nur Iga Swiatek. Umso erstaunlicher, dass sich im Finale Marketa Vondrousova aus Tschechien und die Chinesin Wang trafen. Vondrousova immerhin hat auf Gras ihre Stärke mit dem Wimbledonsieg 2022 eindrücklich hinterlegt und spielte eine Woche lang großartiges Tennis mit Siegen unter anderem gegen Madison Keys in der 1. Runde und Aryna Sabalenka (Halbfinale). Im Endspiel brauchte sie dann 3 Sätze, um sich gegen die unverwüstliche Qualifikantin Wang durchzusetzen. Sie wird wie ihre Final-Konkurrentin für Wimbledon nicht gesetzt sein. Apropos: Wer für Wimbledon einen validen Turniersiegerinnen-Tipp hat: herzlichen Glückwunsch. Ich hab nicht die leiseste Ahn ung, wr in gut 2 Wochen die Trophäein die Luft stemmt. Eine „ova“ (also eine Tschechin) scheint wahrscheinlich, aber welche?
Auf den Spuren der Weltmeister 2014?
In einem jetzt schon legendären EM-Viertelfinale (naja vielleicht doch etwas aufgebauscht) setzten sich die Deutschen U-21-Männer gegen Italien durch. Nach dem 0:1 drehten Woltemade und Weiper die Partie. Die Italiener verloren die Nerven und 2 Spieler durch Platzverweise. Zu neunt gelang ihnen durch einen Freistoß in allerletzter Minute (hach haarsträubenden Abwehrfehler) der Ausgleich. Die Verlängerung war ein ewiges Anrennen 11:9 (meinetwegen 10:8), eher systemlos, aber mirt viel Leidenschaft gegen ebenso leidenschaftlich verteidigende Azzurri. Merlin Röhl erlöste die Deutschen mit seinem knallharten Schuss zum 3:2 und bewahrte sie vorm Elfmeterschießen und der möglichen Pleite in Überzahl.
Ein aufregendes Spiel, und schon werden Erinnerungen wach an diesen unfassbar starken 2009er-Jahrgang, als die Deutschen gar Europameister wurden. Und mit Manuel Neuer, Mats Hummels, Jerome Boateng und Mesut Özil in der Stammelf hatten, die 2014 Korsettstangen im Weltmeisterteam waren. Ob den heurigen Spielern Ähnliches gelingt, bleibt abzuwarten, aber einem Woltemade und Torwart abotube wird eine große Zukunft prophezeit.
Die Deutschen qualifizierten sich als einzige Gruppensieger fürs Halbfinale, in dem sie am Mittwoch (21:00) auf Frankreich treffen. Zuvor (18:00) ermitteln England und Holland den anderen Finalisten. Ausgeschieden sind dagegen die hochgehandelten Spanier und Portugiesen.
Und sonst?
- Tennis-Turniersiege feierten auch McCartney (wer zum Teufel nennt sein Mädchen so?) Kessler (in Nottingham) Carlos Alcáraz (in Queens). Das Doppel in Halle sicherten sich Kevin Krawitz/Tim Pütz, eine gelungene Generalprobe des besten deutschen Paars für Wimbledon.
- Motorrad: Die Marquez-Festspiele in der MotoGP gehen weiter. In Mugello gewann Marc sowohl Sprint als auch Hauptrennen, jeweils vor seinem jüngeren Bruder Alexis. Allein diese beiden kommen noch für den WM-Titel in Frage.
- Basketball: Die deutschen Frauen haben sich in der „Hamburger Gruppe“ mit 2 Siegen gegen Schweden und Großbritannien (und einer Niederlage gegen Spanien) fürs Viertelfinale qualifiziert. Dort treffen sie am Mittwoch in Piräus auf den Turnierfavoriten Belgien. Eine fast nicht zu stemmende Aufgabe.
- US Sport: Die Florida Panthers verteidigten gegen die Edmonton Oilers den NHL-Titel. Erstmals feierte das Team der Oklahoma City Thunder über eine NBA-Meisterschaft. Mehr in aller Ausführlichkeit in gesonderten Texten.
Einen Mega-Transfer gab es schon vor dem offiziellen Start. Kevin Durant, trotz seiner 36 Jahre immer noch einer der besten Spieler der NBA, wechselt von den Phoenix Suns zu den Houston Rockets. Dafür erhält das Team aus Arizona Jalen Green, Dillon Brooks, den diesjährigen Nummer-10-Pick der Draft am Mittwoch. Die Meinungen, ob das genug Kompensation ist, sind geteilt. Ich glaube sehr viel mehr, war nicht rauszuschlagen, weil klar war, dass die Suns Durant unter allen Umständen loswerden wollten. Ob dieser den Rockets wirklich entscheidend weiterhilft, ist die große Frage. Ich persönlich habe da so meine Zweifel.
- Leichtathletik: Gina Lückenkemper stellte mit 10,93 Sekunden ihre persönliche Bestzeit über 100 Meter ein. Leider wird die Zeit offiziell nicht gewertet, weil der Wind mit 2,5 m/s etwas zu stark von hinten anschob. Trotzdem: Sie scheint in Form zu sein.
von Münchner Löwe | Juni 22, 2025 | basketball, Formel 1, Motorrad, Tennis, Wochenvorschau
Letzte Grastests vor Wimbledon
Die dritte Woche auf Gras steht schon ganzn im Zeichen von Wibledon, das dann nächste Woche die Schlagzeilen füllt. Erneut schlägt ein großer Teil der Frauen-Weltelite beim schmicken Turnier in Bad Homburg auf. Gemeldet und bisher auch nicht abgesagt haben 6 Tpop-12-Spielerinnen, darunter Jessica Pegula und die letztjährige Wimbledon-Finalistin Jasmine Paolini.
Bereits ausgeschieden ist allerdings Tatjana Maria, die in der 1. Runde Leila Fernandez unterlag. Bei ihrem Triumphzug in Queens vor einer Woche hatte Maria die Kanadierin noch besiegt. Künstlerpech oder doch: Normalität. Die deutschen Farben hält jetzt im Einzel nur noch Laura Siegemund hoch, die mit einer Wild Card bedacht wurde und es mit Qualifikantin Victoria Azarenka zu tun bekommt. Eva Lys dagegen scheiterte in der Qualifikation, musste dort aufgeben.
Die Frauen spielen außerdem traditionsgemäß in Eastbourne (Kasatikina, Kreijikova), die Männer ebenfalls in Eastbourne (Fritz, Paul, Mensik) und auf Mallorca (Shelton, Auger-Alliasime).
Im Blickpunkt steht natürlich jetzt schon die Wimbledon-Qualifikation, die wie immer in Roehampton ausgetragen wird. Wer sich da in insgesamt 3 Runden durchsetzt durchsetzt, ist schon mal gestählt und auch im Hauptwettbewerb für den einen oder aderen Sieg gut.
Hoffentlich abgekühlt nach Spielberg
Nach dem McLaren-internen Crash zwischen Lando Norris und Oscar Piastri in Montreal dürfte die Stimmung beim britischen Rennstall angeheizt sein. Norris nahm zwar alle Schuld auf sich, aber er ist nun mal Wiederholungstäter. Nach einer Woche Pause wandert der Formel-1-Zirkus nach Spielberg, wo sich die Gemüter bis Rennstart hoffentlich abgekühlt haben. Auch wenn die McLarens mit dem Sieg in Kanada nichts zu tun hatten (unabhängig vom Crash wenige Runden vor Schluss), sie sind erneut zu favorisieren. Die Merxcedes-Kobo George Russell/Kimi Antonelli hat allerdings einen markanten Schritt nach vorn gemacht, und die fahrerische Klasse von Max Verstappen im Red Bull ist immer noch einzigartig.
Höhepunkt der Motorradler
Für die Traditionalisten ist das niederländische Assen immer noch der Gral des Motorrad-Rennsports. Ein fahrerisch äußerst anspruchsvoller Kurs, auf dem sich am Sonntag die besten Fahrer beharken werden. Das Maß aller Dinge in der MotoGP sind weiter die Marquez-Brüder Marc und Alexis, die der Konkurrenz ein ums andere Mal auf und davon fahren. Warum nicht auch in Assen?
Pfliicht erfüllt, schwierige Kür für Basketball-Frauen
Mit Siegen über Schweden und Großbritannien und einer Niederlage gegen Spanien haben sich die Deutschinnen fürs Viertelfinale der EM qualifiziert. Dort wartet am Dienstag mit Belgien eine sehr hohe Hürde. Zwei Testspiele im Juni gegen diesen Gegner gingen haushoch verloren. Auch wenn da die WNBA-Stars Leonie Fiebig und Luisa Geiselsöder nicht dabei waren – ich sehe die komplette Wende nicht.
Und sonst?
- Auch die U-21-EM der Männer geht in die K.-o.-Phase. Das deutsche Team spielt bereits am Sonntag gegen Italien.
- Ach ja, die Club-WM: Sie mäandert so vor sich hin, doch ab Samstag kommt mit den Achtelfinali vielleicht doch etwas Spannung auf. Das sehen im übrigen die Südamerikaner ganz anders, für die ist dieses Turnier tatsächlich eine Herzensangelegenheit. Nun denn.
- Matchball für ratiopharm Ulm. Die Donaustädter können am Dienstag mit einem Erfolg gegen en FC Bayern die Basketball-Meisterschaft klarmachen. Am Samstag gewannen sie im Münchner SAP Garden etwas überraschend, dafür umso verdienter mit 79:77 und führen in der Serie Best of 3 mit 2:1.
- 3×3-Weltmeisterschaft: In der Mongolei treffen die je 20 besten Teams aufeinander. Über die Chancen der deutschen Mannschaften kann ich wenig sagen. Die Vorschauen sind, sagen wir es, äußerst dürftig auch vom übertragenden Sender Magenta (sei hiermit auch erwähnt).
von Münchner Löwe | Juni 19, 2025 | basketball
Schande über mich: In meiner Wochenvorschau habe ich tasächlich die Basketball-EM gesehen und damit ausgelassen, die in dieser Woche startete. Dabei bin ich wirklich Fan, spätestens seit der sagenhaften Olympia-Qaulifikation der Deutschinnen im Februar 2024 in der „Hölle von Belem“ und danach dem wirklich tollen Turnier in Paris/Lille, das hochwertigsen Basketballsport zeigte und sich vor dem der Männer nicht verstecken musste.
Der Modus
16 Teams haben sich für die Endrunde qualifiziert. Sie spielen in 4 Gruppen à 4 Mannschaften in der Vorrunde. Und zwar in 4 Städten. Neben Hamburg (wo das deutsche Team ab heute auf Schweden, Großbritannien und Spanien trifft) sind auch Brünn, Präus und Bologna Austragungsalle aller Spiele einer Gruppe. Die jeweils besten 2 Mannschaften erreichen die K.o.-Runde: Ab Viertelfinale wird ausschließlich im basketballverrückten Piräus (ich hoffe einfach, dass das auch für die Frauen gilt) um den Titel gespielt
Das deutsche Team
Von den 4 Profis in der WNBA sind nur Leonie Fiebich und Luisa Geiselsöder dabei. Ihre Teilnahme abgesagt haben dagegen die Sabally-Schwestern Satou und Nyara, die sich auf die Liga konentieren wollen. Ein herber Verlust, zumal auch Kapitänin Marie Jülich wegen eines Kreuzbandrisses fehlt.
Trotz dieser Ausfälle ist eine Medaille das erklärte Ziel. Mit dem Heimvorteil in Hamburg müsste zumindest der Einzug ins Viertelfinale drin sein. Leistungsträgerinnen sind neben Fiebig und Geiselsöder vor allem die junge Frida Bühner, die in den Testspielen zu gefallen wusste. Und doch der Tipp „Europameisterin“ von Dirk Nowitzki erscheint mir kühn, auch angesichts der deutlichen Testspielniederlagen gegen Belgien, das man bei Olympia noch besiegte.
Die Favoritinnen
Belgien schätze ich sehr stark ein, sie haben ein eingespieltes Team. Interessant wird zu sehen sein, wie der Olympia-Zweite Frankreich (hinter den USA) ohne Heimvorteil auftritt. Spanien und auch Tschechien habe ich ebenfalls auf dem Zettel.
Fernsehen
Magenta Sport zeigt die deutschen Begegnungen und ausgesuchte Top-Spiele unverschlüsselt. Wer alles sehen will, muss über DAZN ein Zusatz-Abo buchen (9 Euro).
von Münchner Löwe | Juni 17, 2025 | basketball, NBA
Blick über den Teich
Orlando Magic füllen Schwachstelle – aber zu einem gewaltigen Preis
Die Transferzeit in der NBA beginnt eigentlich erst im Juli, doch schon jetzt steht ein spektakulärer Transfer fest. Desmond Bane wechselt von den Memphis Grizzlies zu den Orlando Magic. Auf dem ersten Blick (und auch auf dem zweiten) ein wie maßgeschneidert passendes Puzzlestück fürs Team um Franz Wagner. Bane ist ein veritabler Dreierschütze und auch Spielmacher, der eigene Würfe kreieren kann: Das war in der vergangenen Saison die große Schwachstelle (schlechtestes Dreierteam der gesamten Liga). Bane ist auch erst 26 Jahre alt, passt also bestens in die Altersstruktur der jungen Orlando-Mannschaft.
An seinen herausragenden Qualitäten (zumindest in der Offensive) habe ich keinerlei Zweifel, und doch gibt es nicht uneingeschränkten Beifall für diesen Trade: Denn der Preis, den die Magic zahlen, ist gewaltig. Zum einen stehen da durchschnittlich etwa 40 Millionen Dollar pro Jahr an Gehalt, eine gewaltige Summe für einen Spieler an dritter Stelle (nach Paulo Banchero und Franz Wagner), da bleibt nicht mehr so irre viel Geld für die übrigen Profis im Kader übrig, was wiederum Moe Wagner vor seinem letzten Vertragsjahr zur Kenntnis nehmen dürfte. Zum anderen mussten die Magic auch viel Gegenwert an die Grizzlies abgeben. Nicht nur Kentavious Caldwell Pope und Cole Anthony (das wäre vielleicht noch verkraftbar, zumal die Gehälter auch wegfallen). Aber zudem verlieren sie insgesamt 4 Erstrundenpicks (immerhin zB dieses Jahr die Nummer 16). Orlando geht also All In, Ziel kann jetzt nur mindestens das Conference Finale in den nächsten Jahren sein. Kann aufgehen, muss nicht aufgehen.
Oklahoma City Thunder – Indiana Pacers 120:109 (3:2)
Hat Pacers-Coach Rick Carlisle die Partie verloren, verzockt? Diese Frage stellt sich unweigerlich nach der am Ende doch recht klaren Niederlage bei den Thunder in Spiel 5 der NBA Finals. Natürlich etwas ketzerisch, weil letztlich die Spieler auf dem Parkett ein Spiel entscheiden. Und doch bleibt das beliebt-berüchtigte „was wäre wenn“: Nämlich: Wie wäre es ausgegangen, wenn Carlisle nicht in der Schlussphase seinem angeschlagenen Star Tyrese Haliburton (rechts Bein) vertraut hätte, sondern weiter dessen bestens aufgelegten TJ McConnell.
Haliburton hatte einen schrecklichen Tag. Nicht einen einzigen Wurf aus dem Feld verwandelte er (er probierte es auch nur sechsmal). Auch seine 6 Assists sind unterdurchschnittlich für den genialen Spielmacher. Anders dagegen McConnell. Vor allem am Backup lag es, dass die Pacers nach großem Rückstand zur Pause wieder in Reichweite kamen (allein 13 Punkte im 3. Viertel), doch in der entscheidenden Phase musste er auf der Bank zuschauen, wie die Felle davonschwammen.
Es wäre natürlich unfair, die Niederlage allein Haliburton und Carlisle zuzuschreiben. Die Thunder zeigten sich gegenüber den beiden Partien in Indianapolis stark verbessert. Da war es wieder das schöne Kombinationsspiel (allein in der 1. Hälfte 16 Assists und damit 5 mehr als in der gesamten 4. Partie). Auch der Dreier fiel überdurchnittlich gut (8/17) nach dem Desaster in Spiel 4 (nur 3/16 Dreier insgesamt).
Die Pacers sind die Comeback Kids, die nicht und nicht aufgeben (und am Ende trifft Haliburton per Buzzerbeater zum Sieg …. Sie bewahrten Ruhe und kämpften sich in der 2. Hälfte nach und nach heran, weil die Thunder zwar stark verbessert, aber keineswegs perfekt agiierten wie auch Trainer Mark Daigneault befand. „Es gibt noch Einiges zu verbessern“ kritisierte er in Hinblick auf Spiel 6 in Indianapolis in der Nacht zu Freitag.
Bester Mann der Sieger
Jalen Williams: Vor den Play-offs gab es leichte Zweifel am Forward, normalerweise die zweite Option hinter Shai Gilgeous-Alexander. Diese zerstreute er mit guten bis sehr guten Auftritten, und jetzt machte er sein Meisterstück (noch ohne Trophäe). 40 Punkte sammelte er (Karriere-Höchstwert in Play-offs), mit einer überragenden Quote (14/25). Bestens unterstützt wurde er von SGA (31 Punkte, 10 Assists).
Stark trotz der Niederlage
Pascal Siakam: Sehr schwierig zu stoppen, und diesmal durfte er seine körperliche Überlegenheit auch öfter ausspielen. 28 Punkte, 6 Assists, 5 Rebound, 3 Steals, 2 Blocks sind Klassestats. Allerdings verlor er gegen die unfassbar aggressive Verteidigung der Thunder auch sechsmal den Ball.
X-Faktoren
Aaron Wiggins und Carson Wallace: Sie verwandelten für die Thunder in der 1. Halbzeit je 3 von 4 Dreier. Immerhin dagegen hatte Coach Carlisle ein Mittel gefunden zur Pause, denn danach traf Wiggins nur noch einmal und Wallace kam gar nicht mehr zum Zug.
Zahlereien
22 Ballverluste leisteten sich die Pacers, die Thunder mussen nur 11-mal den Ball abgeben.
Hartenstein Watch
Gleich zu Beginn ein krachender Slam Dunk des Centers (es sollte die einzigen Punkte aus dem Feld bleiben). Der Deutsche war viel besser integriert ins Spiel (4 Assists) und gerade am offensiven Brett eine Macht (6 Rebounds, insgesamt 8). Hat allerdings in der Defensive immer noch leichte Schwierigkleiten gegen das flüssige Kombinationsspiel der Pacers.
Ausblick
Jetzt haben die Thunder 2 Matchbälle. Es wäre allerdings ein Riesenfehler die Comeback-Truppe der Pacers abzuschreiben. Viel wird natürlich davon abhängen, ob Tyrese Haliburton sein angeschlages rechtes Bein wieder einigermaßen hinbekommt.
Ansetzungen
Fr., 02:30: Pacers – Thunder (2:3)
Mo., 02:00: Thunder – Pacers (falls erforderlich)
von Münchner Löwe | Juni 12, 2025 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Indiana Pacers – Oklahoma City Thunder 116:107 (2:1)
Ganz langsam müssen sich Basketball-Fans und -Experten mit einem NBA-Sieger Indiana Pacers arrangieren. In eigener Halle gewannen sie Spiel 3 am Ende sogar recht klar und führen in der Best-of-7-Serie mit 2:1 Siegen. Noch immer würde ich OKC leicht favorisieren, aber der von vielen erwartete Durchmarsch bleibt auf jeden Fall aus. Und die Statistik spricht schon klar für die Pacers. Das Team, das in den Finals beim Stand von 1:1 die 3. Partie gewann, holte zu 80 Prozent aucz den Titel.
Dieses Mal war die Partie von Anfang an umkämpft. Die höchste Führung, die sich die favorisierten Thunder erarbeiteten, waren 9 Punkte im 2. Viertel, doch Indiana hatte immer eine Antwort parat vor allem auch dank der großartigen Bankspieler. Die Partie wogte hin und her. Zur Pause führten die Pacers mit 4, nach dem 3. Viertel die Thunder mit 5. Und wieder zeigte Indiana, dass sie im Schlussabschnitt noch eine Schippe drauflegen können, wie schon des Öfteren in den Play-off. 32:18 endete das vierte Viertel.
Bester Mann der Sieger
Tyrese Haliburton: Nachdem er in Spiel 2 lange abgetaucht war, zeogte der Spielmacher schnell Präsenz. Schon zur Pause hatte er 12 Punkte (2 ganz wichtige Dreier) und 7 Assists, am Ende waren es 22 Zähler, 11 Assists und 9 Rebounds. Vor allem aber ist er das Herz des Teams.
Stark trotz der Niederlage
Jalen Williams: Nach verhaltenem Beginn übernahm er mehr und mehr Verantwortung. 26 Punkte sammelte er, sogar 2 mehr als der sonstige Top-Scorer Shai Gilgeous-Alexander.
X-Faktoren
Ben Mathurin: Mit 27 Punkten Top-Scorer der Partie. 9 von 12 Würfen fanden das Ziel. Er war damit nur der auffälligste der insgesamt starken und effektiven Pacers-Bankspieler. Und das in seiner ersten Play-off-Saison, denn letztes Jahr fehlte er als Rookie verletzt.
Zahlereien
49:18 Bankpunkte: So lautete das klare Verhältnis der zweiten Garde. Während bei den Pacers neben Mathurin auch TJ McConnell und Odd Toppin enormen Wirbel entfachten, blieben die Thunder-Ersatzleute eher blass. Das galt auch für Alex Caruso, der en schlechtesten +/-Wert aller Beteiligten hatte und auch in der Verteidigung nicht den für ihn üblichen Zugriff fand.
5 Blocks hatte Miles Turnier, dem die DAZN-Reporter dennoch lange Zeit ein eher schwaches Spiel attestierten. Ein ganz wichtiger Dreier brachte so etwas wie eine Vorentscheidung.
0 von 6: So lautete die traurige Quote der Dreier von Chet Holmgren. Der ansonsten ein gutes Spiel hatte mit 20 Punkten und 10 Rebounds. Allein im 1. Viertel waren es 13 Zähler.
Hartenstein Watch
Mit 4 Punkten und 3 Rebounds kaum ein Faktor. Der Center erhielt aber auch nur 18 Minuten Einsatzzeit.
Ausblick
Spiel 4 in der Nacht zu Samstag ist jetzt schon ein Muss für die Thunder, und den Sieg ist ihnen auch durchaus zuzutrauen. So stimmte dieses Mal auch die Dreierquote (außer eben bei Holmgren, ohne ihn 10/16), allerdings leistete sich Shai satte 6 Ballverluste. Gerade bei den Turnovers haben sich wiederum die Pacers enorm verbessert. Nur 13 Ballverluste gegen diese aggressive Abwehr, das kann sich sehen lassen.
Fun Fact: Zum ersten Mal in den diesjährigen Play-off-Runden haben die Pacers ein Spiel 3 gewonnen. Die 4. Partie haben sie dafür immer gewonnen.
Ansetzung
Sa., 02:30: Pacers – Thunder (2:1)
Di., 02:30: Thunder – Pacers
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