von Münchner Löwe | Feb. 18, 2026 | Allgemein, Mailand, ski alpin
Nach einem Tag selbst auferlegter Olympia-Pause (na ja fast) gibt es einiges aufzuarbeiten.
Ein Slalom, sehr viel Ärger
Kurz zu den Fakten: Der Schweizer Loic Meillard triumphierte und bestätigte seinen WM-Titel aus dem vergangenen Jahr. Das gelang bisher nur dem großen Ingemar Stenmark und Benni Raich, also zwei Skilegenden. Zweiter wurde Fabio Gstrein, die die Ehre der Österreicher rettete mit der ersten Einzel-Medaille bei den Alpinen, vor dem norwegischen Altmeister Henrik Kristoffersen.
Geredet wurde aber über 2 andere Sportler
Atle McGrath – der Unglücksrabe
Mit klarer Bestzeit hatte der Norweger den 1. Durchgang absolviert. Doch ihn ereilte im 2. Lauf das Slalom-Schicksal, das alle fürchten und alle schon getroffen hat: den berühmt-berüchtigten Einfädler. McGrath erwischte es an einem vermeintlich ganz einfachen Tor, Chance aufs Gold weggeschmissen. Wie die Stöcke, die er wutentbrannt in die Gegend schleuderte. Danach machte sich McGrath auf, überwand einen Zaun und stapfte in Richtung Wald. Dort legte er sich in den Schnee, Leib und Seele brauchten Abkühlung. Es passt zur so unpersönlichen Organisation, dass sich alsbald ein Offizieller aufmachte und Meillard bedeutete, dass er dort nicht liegen bleiben dürfe. Anstatt ihn dort einfach in Ruhe (sich abkühlen) zu lassen.
In der Pk am Abend war McGrath schon wieder gefasst. Er erzählte von schrecklichen Wochen, weil kurz vor den Spielen sein geliebter Großvater gestorben sei. Nur der Gold-Triumph seines besten Skikumpels Lucas Braathen im Riesenslalom sei ein kleiner Silberstreif in den dunklen Tagen gewesen. Am Freitag ist die Besetzung in der norwegischen Heimat, extra für McGrath und „seinen“ Slalom wurde sie verschoben.
Die Wut des Ski-Löwen
In dürren Fakten: Linus Straßer beendete den Slalom als Neunter, nicht schlecht, aber doch weit weg von den ersehnten Medaillenrängen. Noch während das Rennen lief, ließ der Fahrer des TSV 1860 München, deshalb Ski-Löwe, Dampf ab und kein gutes Haar an Olympia allgemein und dem Austragungsort Bormio im Besonderen. „Zu steril, keine Emotionen, zu teure Karten, die Zuschauer zu weit weg“, schimpfte er. So wie er würden viele denken.
Natürlich schwang da viel Frust übers Verpassen der Medaille mit, aber es steckte auch viel Wahrheit drin. Der Slalomhang im Schlussteil der Stelvio war viel zu flach, absolut unwürdig fürs wichtigste Rennen des Jahres. Die Olympia-Organisatoren wollten Bormio unbedingt als Olympia-Ort präsentieren – mit dem Ergebnis, dass die alpinen Männer dort die einzigen Olympioniken waren; also kein Austausch mit anderen Sportlern. Ja nicht einmal mit den alpinen Frauen, denn die starteten in Cortina, wo es im übrigen auch Männer-taugliche Strecken (und für Slalom und Riesenslalom viel bessere!) gegeben hätte.
Bormio ist das Sinnbild dieser furchtbar zerstückelten Spiele. Wo es für normalsterbliche Fans (also diejenigen ohne Privat-Hubschrauber, Herr Skipräsident Eliasch!) unmöglich ist, mehrere Sportarten zu besuchen: was aber genau den Charme von Olympischen Spielen ausmacht.
In einem anderen Blog habe ich Straßer für seine beinharte Kritik kritisiert. Ich meinte vor allem den Umstand, dass er dies getan hat, während das Rennen noch lief, also seine Slalom-Gefährten noch um Medaillen kämpften (und er selbst wie ein schlechter Verlierer daherkam). Dazu stehe ich weiterhin, aber in der Sache gebe ich ihm völlig Recht (wobei ich die fehlende Stimmung im Ziel natürlich nicht wirklich vom Fernsehgerät beurteilen kann).
Was ich ja immer wieder betont habe, manifestiert sich: Für uns Zuschauer mag Olympia das Größte sein. Für die Aktiven und objektiv viel wertvoller ist ein Triumph im Gesamtweltcup, weil dieser den sportlichen Erfolg einer gesamten Saison und nicht nur eines Rennens honoriert. Zufalls-Olympiasieger (ein böses Wort) hats schon viele gegeben, aber noch nie einen zufälligen Weltcupsieger.
Ein Abbruch, viel Ärger und einige offene Fragen
Apropos Wut. Diese entlud sich vor allem seitens der deutschen Skispringer über die Organisatoren des Super-Team-Wettbewerbs. Gerade hatte Philipp Raimund mit einem tollen Sprung die Führung übernommen (mit Andi Wellinger), da setzte recht plötzlich heftigster Scheefall ein. Die Organisatoren warteten zu, ließen sogar noch den bedauernswerten wie chancenlosen Kacper Tomasiak vom Bakken, der weit hinter Raimund blieb und mit Polen vermeintlich alle Chancen auf eine Medaille verlor. Drei Athleten warteten noch oben, doch es war klar, dass bei diesen Verhältnissen kaum jemand Raimund und seinen Teamkollegen Wellinger würden einholen können. Denn sehr viel Schnee bedeutet: die Anlaufsspur wird erheblich langsamer, der Springer wird dadurch komplett chancenlos.
Die Jury hatte ein Einsehen und brach nach Minuten des Überlegens und Diskutierens den Wettbewerb ab. Gewertet wurden also nur zwei anstatt der drei vorgesehenen Durchgänge, und da lagen die Deutschen 0,3 Punkte hinter den bronzenen Norwegern und klar hinter den siegreichen Ösis und silbernen Polen. Also sprachen die Verantwortlichen von „Skandal!“ und „geraubter Medaille“.
Dazu ein paar Anmerkungen: Natürlich war es extrem unglücklich, dass das Springen abgebrochen wurde, zumal sich das Wetter recht schnell besserte. Die richtige Entscheidung wäre wahrscheinlich gewesen: zumindest alle zweiten Springer der acht verbliebenen Nationen den 3. Durchgang noch mal absolvieren zu lassen. Dies hat die Jury unterlassen mit der für mich schwer nachvollziehbaren Begründung, das sei auch Wunsch der Fernsehanstalten gewesen. Als ob es in der Olympischen Geschichte noch nie längere Unterbrechungen gegeben hätte. Noch besser wäre gewesen, den Wettbewerb angesichts des drohenden Schneefalls schneller ablaufen zu lassen …
Zum Punkt „geraubte Medaille“: Zur Wahrheit gehört allerdings, dass die Deutschen vor dem entscheidenden Durchgang von Raimund schon sehr viel Rückstand hatten, der unter normalen Umständen kaum aufzuholen gewesen wäre. Die Deutschen trauern also einer (Gold)Medaille nach, die sie höchstens den Verhältnissen zu verdanken gehabt hätten (was es schon oft gegeben hat). Sportlich fair klingt anders, vor allem der Auftritt von Sportdirektor Horst Hüttel stieß bei mir sauer auf, der mehr oder weniger unverblümt sagte: sollen die anderen doch schauen, wie sie mit Drecksverhältnissen zurechtkommen, Hauptsache wir bekommen die Medaille.
Am verdienten Gold der Österreicher Jan Hörl und Stefan Embacher gab es eh nie den geringsten Zweifel. Sie erlösten das Springer-Team Austria, über dessen „Versager“ nach den bis dato medaillenlosen Spielen schon der Stab gebrochen wurde.
Eine Kür zum Träumen
Ich meine den wundeschönen Lauf des japanischen Paares Riku Miura und Kihara Ryuichi. 4 Minuten voller Poesie, voller Höchstschwierigkeiten, vielleicht das Beste, was die Eiskunstlauf-Welt je gesehen hat in dieser traditionsreichen Disziplin (sagt der Münchner Löwe, der Eiskunstlauf-Super-Auskenner …). Die Punktrichter jedenfalls sahen das Außergewöhnliche, vergaben so viele Punkte wie noch nie für eine Kür. Ausgemerzt war die verpatzte Kurzkür, die das Weltmeisterpaar auf Platz 5 noch recht glimpflich beendete (jaja, die Punktrichter …).
Schon bevor die Führenden Minerva Fabienne Hase und Nikita Volodin als Letzte zur Kür schritten, war klar: Nur ein absolut fehlerloser Lauf würde den Deutschen zu Gold reichen – wenn überhaupt. Doch schon beim dreifachen Salchow patzte Hase, sprang nur einfach, damit war der Goldtraum dahin. Es reichte letztlich zu Bronze, und nach einer ersten kleinen Enttäuschung waren beide auch hochzufrieden mit der Medaille.
Grotesk empfand ich die Überschriften all überall in den Online-Medien: „Gold verpasst“ anstatt „Bronze gewonnen“. Warum kann man nicht einfach eine großartige Leistung von anderen würdigen? Zumal Medaillengewinner für detsche AthletInnen höchst rar gesät sind, außer …
Danke, lieber Eiskanal
Die Röhre in Cortina wurde ja gerade noch rechtzeitig fertig, zur Ver- und Bewunderung fast aller Beobachter. Aus deutscher Sicht kann man nur sagen: Gott sei Dank. Denn während in anderen Sportarten die hiesigen AthletInnen allzu oft mehr oder weniger weit weg von der Spitze vorbeifahren und -springen, sammeln sie in Cortina Edelmetall im Überfluss.
Vorläufiger Höhepunkt der Erfolgsstory war der Zweierbob der Männer. Johannes Lochner siegte vor seinem Erzrivalen Francesco Friedrich und Adam Ammour (I love that name). Deutscher Dreifach-Erfolg, das hatten bei diesen Spielen nur die schwedischen Langlauf-Sprinterinnen geschafft. Nach der Silbermedaille von Laura Nolte im Monobob und den reich bedachten Rodlern und Skeletoni also der Meaillen-Sweep. Ein Sonderlob gebührt den Technikern vor allem denen des FES (Institut für Forschung und Entwicklung), das maßgeschneiderte Gefährte und Kufen gezimmert haben. Berliner Wertarbeit, wer in der Hauptstadt kann das noch von sich behaupten?
20 Medaillen hatten die deutschen SportlerInnen bis Dienstagabend gesammelt, 15 (!) davon im Eiskanal. Nough said zu diesem ungesunden Verhältnis, außer: Es stehen im Bob noch der Frauen-Zweier und Vierer-Männer an …
Und sonst?
- Biathlon: Die 3 dominierenden Nationen machten die Männer-Staffel unter sich aus. Frankreich siegte trotz der Strafrunde für Startläufer Fabien Claude vor Norwegen und Schweden. Das deutsche Quartett wurde Vierter – immerhin Best of the Rest. Obs die Frauen am Mittwoch besser machen? Ich hab meine Zweifel.
- Eisschnelllauf: Wieder was gelernt: Im Mannschaftswettbwerb gibt es keine Führungswechsel mehr. Eine fährt die gesamten 3000 Meter voran, die anderen beiden eng hinterher, zum Teil mit (erlaubter) Berührung. Führungswechsel, so die neueste Erkenntnis, würden zu viel Zeit kosten und wären zudem zu fehleranfällig. Es siegten die kanadischen Frauen und die italienischen Männer.
- Ski Freestyle: Wer kann, möge sich in der Mediathek das Männer-Finale im Big Air anschauen. Schon beim Zuschauen wirds einem angesichts der Drehungen und Windungen (bis zu sechsfach!) schwindlig. Gewonnen hat ein allen Experten bis dato fast unbekannter Norweger namens Tormod Frostad vor dem US Boy Mac Forehand (wieso spielt der nicht Tennis, hihi?) und Matej Svancer aus Österreich.
von Münchner Löwe | Feb. 16, 2026 | Allgemein, Biathlon, Winterspiele 2026, Wintersport
Pflichtprogramm
14:30: Biathlon-Staffel, Männer
4 Athleten pro Nation gehen nacheinander (Ablösung per Handauflegen) auf die 7,5 Kilometer, mit Liegend- und Stehendschießen. Je 5 Schüsse auf die Scheiben, wer nicht alle abräumt, bekommt jeweils 3 Nachlader, danach drohen Strafrunden. Immer wieder ein extremer Spannungsmoment, weil beim Stehen schnell die Beine das Zittern anfangen, weil der Puls zu tief sinkt, die berühmte Nähmaschine.
Es gibt 3 klare Favoriten auf die Medaillenränge: Frankreich, Norwegen und Schweden (alphabetische Reihenfolge, nicht meine Bewertung) dürften die Plätze 1 bis 3 unter sich ausmachen, wenn alles normal abläuft. Die Hoffnung der Hinteren (Deutschland, Italien): Wann läuft eine Biathlon-Staffel schon normal ab?
16:22/16:41: Eisschnelllauf, Mannschaftsverfolgung Finale, Männer und Frauen
2 Teams à 3 Läuferinnen (oder Läufer) laufen gegeneiander 3000 Meter. Möglichst dicht beeinander (sie dürfen sich sogar berühren) und mit Führungswechseln wegen Luftwiderstand. Jede halbe Runde wird der Abstand der Teams gemessen. Wenns knapp ist, ist die Spannung unerträglich.
Zuvor werden noch die Halbfinali ausgetragen; bei den Frauen USA vs Kanada und Holland vs Japan, bei den Männern Holland vs Japan und USA vs China. Oranje zweimal bowen?, dem Holland-durchsetzen Publikum würde es gefallen …
Wird sicher spannend
10:00/13:30: Nordische Kombination, Großschnze und 10 Kilometer
Ein Sprung und dann wie gehabt die Gundersen-Methode. der Sprungbeste geht als Erster in die Loipe, die Platzierten folgen je nach ihren Sprung-Abständen. Das heißt: Der Erste im Ziel nach 10 Kilomtern ist auch der Goldmedaillen-Gewinner.
Athleten von 3 Nationen haben zuletzt fast alle Weltcups unter sich ausgemacht: Norweger, Deutsche und Österreicher. Tatsächlich AthletEN, denn Frauen sind in der Noko für Olympia nicht vorgesehen. Angeblich zu wenige aus zu wenigen Nationen. Was für eine Sauerei angesciths der lachhaften Rodel-Konkurrenzen mit 5 wettbewerbsfähgien Teams.
Für die Deutschen lief es im ersten Wettbewerb von der Noralschanze wenig berauschend, auch die Trainingsergebnisse vom Großen Bakken sind bestenfalls ordentlich zu nennen. Wieder gut sind die Ösis um Johannes Lamparter und Norge um Öftebrö. Und vielleicht wieder ein Finne, diesmal Herola?
12:10: Eishockey, Männer, Zwischenrunde
Obs wirklich spannend wird, sei mal dahingestellt. Das deutsche Team trifft auf Frankreich, und die NHL-Profis um Leon Draisaitl sind klarer Favorit. Auch die weiteren Partien Schweiz vs Italien (12:10), Tschechien Dänemark (16:25) und Schweden – Lettland (21:10) dürften für das jeweils erstgenannte Land klare Angelegenheiten werden. Für die heißt es auch: Kraft sparen, denn schon am Mittwoch stehen die Viertelfinali gegen dann ausgeruhte Teams an.
Und sonst?
- Bob, Zweier der Männer: Vielleicht sogar ein deutscher Sweep, also Gold, Silber und Bronze für Team Germany. Zumindest führte nach 2 von 4 Läufen Deutschland (Lochner) vor Deutschland (Friedrich) vor Deutschland (Ammour). Zumindest die USA können den Dreier noch verderben.
von Münchner Löwe | Feb. 16, 2026 | Allgemein
Italienische Märchen im Doppelpack
Was Olympia ausmacht? Die Gechichte hinter der Siegerin. Der unfassbare Außenseiter-Erfolg. Oder die unglaubliche Comeback-Story. 2 große Italienerinnen boten Letzteres. Wohlfühlkino mit Happy Ends, das auch die härtesten Konkurrentinnen nicht neiden werden und wenn doch, dann bestimmt nicht öffentlich.
Brignone, das Medizin-Wunder
Sie ist hier ja schon eine gute Bekannte. Im April zerstörte Federica Brignone bei einem Sturz ihr linkes Bein: Schien- und Wadenbeinbruch, dazu ein Kreuzbandriss. Olympia? Keine Chance, hieß es allüberall von medizinischen Experten und auch denen, die sich nur dafür halten. Diese Null-Chance nutzte sie, arbeitete fanatisch und mit großen Schmerzen am Comeback. Erste zaghafte Versuche im Januar, und nun das Märchen. Erst der Triumph im Super-G, jetzt am Sonntag im Riesenslalom, als sie der kompletten Weltelite in einem an sich äußerst knappen Rennen auf und davonfuhr.
Klare Bestzeit im 1. Durchgang, im 2. Lauf behielt sie die Nerven, und trotz einen Fehlers am Ende hatte sie 62 Hunderstel Vorsprung auf die zeitgleichen Thea Louise Stjernesund und Sara Hector, die witzigerweise schon im 1. Lauf zeitgleich waren. Nur mal zur Verdeutlichung der Überlegenheit von Brignone: 62 Hunderstel betrug auch der Abstand zwischen Platz 2 und 15.
Vitozzi, die Schnellschützin
Fliegend wechselte Sonntagmittag das Geschehen zum Biathlon. Zu Lisa Vitozzi, und der nächsten italienischen Heldinnennsaga. Wegen einer hartnäckigen Rückenverletzung musste sie die gesamte Saison 24/25 passen, als sie im November zurückkam, war sie weit von ihrer Glanzform entfernt. Sie stand in Antholz vielleicht im erweiterten Favoritenkreis, doch schon in den ersten Rennen deutete sie an, dass sie in Form war.
Fünfte wurde sie am Samstag im Sprint, war mit 40 Sekunden Rückstand noch in Schlagdistanz für den Verfolger am Sonntag. In dem sie eine Glanzleistung ablieferte und nicht nur schnell wie ein Wilddieb (Copyright Fritz Fischer) schoss, sondern auch in der Loipe über sich hinauswuchs. Weil die Konkurrenz patzte, schloss sie zur Spitzengruppe auf und beim letzten Schießen zeigte sie ihre einmaligen Qualitäten. In Rekordzeit räumte sie alle 5 Scheiben ab, während sich die Norwegerin Maren Kirkeeide 2 Strafrunden einhandelte und auch Lou Jeanmonnot patzte. Unter dem Jubel der Landsleute absolvierte sie ihre „Ehrenrunde“ und avancierte zur ersten italienischen Olympiasiegerin im Biathlon überhaupt.
2 starke Frauen, 2 Comeback-Märchen: Ich wage die Behauptung, dass diese ohne die Anziehung von Heim-Olympia nicht möglich gewesen wären.
Die Deutschinnen patzen
Beide italienischen Märchen hatten als Sidekick eine deutsche Komponente: Die Darstellerinnen hießen Lena Dürr und Franziska Preuß. Beide hatten zeitweise veritable Medaillenchancen (nicht für Gold!), beide patzten in der entscheidenden Phase.
Lena Dürr: Der Riesenslalom war nur als Aufgalopp für ihre Spezialdisziplin Slalom am Mittwoch gedacht. Sensationell fuhr sie im 1. Durchgang auf Platz 2, so gut war sie im RS noch nie. Und auch im 2. Lauf sah es sehr gut aus zumindest für eine Medaille – bis sie kurz vor Schluss an einem für alle Läuferinnen tückischen Tor besonders viel Zeit verlor und alle Chancen verlor. Traurige Erinnerungen kamen da auf an 2022, als sie im Slalom nach Bestzeit im ersten Durchgang noch auf Platz 4 zurückfiel – Blech statt Bronze: der Albtraum jedes Olympioniken (für Altphilologen: mittlerweile werden tatsächlich die Teilnehmer so genannt und nicht nur die SiegerInnen).
Franzi Preuß: Wieder war sie fehlerfrei geblieben bis zum letzten Schießen, hatte sich dadurch im Verfolger auf Platz 6 vorgearbeitet. Und wieder patzte sie beim letzten Anschlag, verfehlte 2 Scheiben, wodurch sie alle Medaillen-Chancen vergab. Wie schon im Sprint, wo sie durch Fehler sicher eine Medaille vergab (und obendrein eine bessere Ausgangsposition für die Verfolgung). Ob sie jetzt sich nach einem Nuller gegen die ebenfalls fehlerlose Suvi Minkkinen im Bronze-Kampf durchgesetzt hätte – niemand weiß es. Preuß‘ Schussschwäche beim letzten Schießen zieht sich wie ein roter Faden durch die Olympischen Wettbewerbe. Wäre ich deutscher Trainer, würde ich sie in der Staffel nicht aufs Schlussläuferin aufstellen.
Und sonst:
- Rekordsieg: Johannes Klaebo sicherte der norwegischen Langlauf-Staffel als Schlussläufer Gold. Es war ein besserer Sonntagsspaziergang und sein 9. Triumph bei Olympischen Spielen, mehr hat im Winter noch nie jemand gesammelt. Gewiss: Klaebo ist en überragender Langläufer, doch ist die Sportart auch prädestiniert für Medaillenhamster, weil sie bei jedem Olympia-Treff viele Möglichkeiten gibt (im Gegensatz etwa zu einem Eishockeyspieler).
- Eishockey: Wie erwartet müssen die deutschen Männer in die Zwischenrunde. Dort wartet morgen mit Frankreich ein schlagbarer Gegner. Im Viertelfinale würden Leon Draisaitl und Co. auf die Slowaken treffen – auch das scheint bei allem Respekt nicht völlig aussichtslos.
- Skispringen: Die Prevc-Geschwister sammeln weiter Medaillen. Domen gewann von der Großschanze bei den Männern, Nika wurde bei den Frauen Dritte, nur Dritte, möchte ich angesichts ihrer Ausnahmestellung fast schreiben. Von der Großschanze, erstmals für Frauen im Programm, gewann wie vokleinen Bakken die Norwegerin Anna Odine Ström. Noch so ein olympisches Märchen.
- Legenden-Gold: Doch noch ein olympischer Triumph für den Buckelpisten-König Michael Kingsbury. In den Dual Moguls (2 fahren gleichzeitig im K.-o.-Modus) setzte sich der Kanadier im Finale gegen Ikuma Horishima durch und holte Gold nach dem für ihn enttäuschenden 2. Platz im Einzel auf der Buckelpiste. Jetzt kann er beruhigt abtreten. Für Kanada war es das erste Gold der Spiele überhaupt, man wurde schon unruhig.
von Münchner Löwe | Feb. 14, 2026 | Allgemein
Favoriten habens schwer
Ob Lou Jeanmonnot, Marc Odermatt oder gar Ilia Malinin. Die höchstgewetteten Sportler vepassten Gold, zwei von ihnen werden trotzdem einigermaßen zufrieden sein – hoffe ich. Ob das auch für die Silber-Staffel der Schwedinnen zutrifft, wage ich leicht zu bezweifeln.
Das Traurige gleich zu Beginn: der Sportgerichtshof bestätigte den Ausschluss des Ukrianers Wladimir Heraskewytsch wegen seines Helmes und den Bildern der im Krieg umgekommenen ukrainischen Sportlern. Ich verkneife mir weitere Kommentare über diese Putin-hörige Bande.
Eine Kür zum Vergessen
Es sollte ein Höhepunkt der gesamten Spiele werden, und sogar mich lockte die angekündigte Kür des US-Amerikaners Ilia Malinin vor den Fernseher, obwohl ich mit Eiskunstlauf recht wenig anfangen kann. Eissprunglauf, müsste es eh richtiger heißen, denn angekündigt hatte der US-Amerikaner 7 Viefachsprünge und den Rückwärtssalto. Zu sagen, dass die Kür schief ging, wäre die Untertreibung des Jahres, denn ein solches Desaster eines Top-Favoriten hat man noch selten gesehen. Der Vierfach-Axel – nur einfach, da dachten alle noch an einen Ausrutscher. Doch Stolperer und Stürze wechselten sich in schlechter Regelmäßigkeit ab, wunderschön nur der Flip (oder war es der Lutz?), und auch der gefährliche Salto klappte (Gott sei Dank). Doch das konnte einfach nicht reichen, zumal Malinin am Ende sichtlich die Luft ausging. Das konnten nicht mal die wohlgesonnensten Punktrichter übersehen (auch weil das neue System allzu groteske Manipulationen nicht zulässt, es ist immer noch schlimm genug), und tatsächlich machten sie ihren Job. Sie stuften die Kür nur als die 15.-beste ein, und Malinin fiel von Platz 1 nach dem Kurzprogramm auf Rang 8 zurück. Zum Vergessen habe ich getitelt, aber wer kann so ein Desaster schon vergessen? Malinin sicher nicht.
Überhaupt war die Kür der vermeintlich besten Läufer ein wüstes Sturzfestival, kaum einer kam ohne mehrere Fehler durch. So gewann am Ende einer, mit dem wohl niemand gerechnet hat. Mikail Shaidorov aus Kasachstan holte sich mit der besten Kür des Abends die Goldmedaille. Fassungslos stand er in der Box des Führenden und sah, wie er durch Fehler der Konkurrenten Platz um Platz gewann, bis niemand mehr da war, der ihn hätte überholen können. Das zweite Gold für Kasachstan seit dem legendären Langläufer Wladimir Smirnov 1994.
Erstes Winter-Gold für Brasilien
Gestatten, Lucas Pinheiro Braathen, Gewinner aus Brasilien, zum ersten Mal Samba-Gold. Im leicht verschneiten Bormio nutzte er im 1. Durchgang des Riesenslaloms die ideale Startnummer 1 zu einem fulminannten Lauf, der den Grundstein zum Erfolg setzte. Kein anderer kam auch nur annähernd heran, am ehesten noch Top-Favorit Marc Odermatt, der Überflieger, doch auch er hatte einen Rückstand von 95 Hundertstel.
Im 2. Lauf wurde dann in gestürzter Reihenfolge gestartet, das heißt, Braathen musste als 30. ran (danach nur noch einige echte „Exoten“. Die Schweizer legten vor, erst Loic Meillard, dann Odermatt. Doch die Lauf-Zeiten waren nicht überragend, ja nicht mal die besten im 2. Durchgang. Allen Experten war klar: Würde Braathen auch nur einigermaßen vernünftig herunterkommen, würde es zu Gold reichen, natürlich sehr viel einfacher gesagt als getan. Braathen zeigte keine Nerven; Sicher und doch schnell absolvierte er den Kurs auf einem bis auf den Anfang absurd leichten, weil allzu flachen Hang ohne Herusforderung. Am Ende hatte er satte 59 Hunderstel Vorsprung auf Odi und gar 1,17 Sekunden auf Meillard.
Nun ist Lucas Pinheiro Braathen kein Ungekannter, geschweige denn ein Exot, wie es das brasilianische Länderkürzel vemuten ließe. Geboren ist er in Norwegen, und er gehört seit Jahren zur Top-Elite im Slalom und auch im Riesenslalom. Vor 3 Jahren überwarf sich der Exzentriker mit dem norwegischen Verband, es ging um Werbeeinnahmen. Er trat zurück, doch nicht einmal ein Jahr Pause gönnte er sich. Zwar war eine Rückkehr ins Norge-Team für ihn ausgeschlossen, doch dank seiner brasilianschen Mutter war es ihm ein Leichtes, die Staatsbürgerschaft des südamerikanischen Landes zu erhalten. Seit anderthalb jahren hat deshalb Brazil einen Weltklasse-Skifahrer, und seit dem 14. Februar 2026 einen Olympiasieger. Seine norwegischen Freunde und Rivalen? Landeten auf den Platzen 5 (Atle McGrath) und 7 (Henrik Kristoffersen). Noch schlimmer erging es den Österreichern. Im dritten Einzelrennen der Männer das 3. Fiasko, denn als solches erachtet die Skination Austria die medaillenlosen Ränge 8 und 9 für Stefan Brennsteiner und Marco Schwarz.
Odermatt beendet die Spiele mit 2 Silber- und einer Bronze-Medaille, der Sieg-Besessene wird es süß-sauer quittieren, zum Slalom tritt er nicht mehr an. Braathen kann am Montag ein zweites Mal in die Medaillenränge fahren – oder etwa noch mal zu Gold?
Kirkeeide siegt, Jeanmonnot „nur“ Dritte
Maren Kirkeeide hatte am Mittwoch ein eher katastrophales Einzelrennen. 5 von 20 Schüssen verfehlte sie, 5 Strafminuten – das reichte nur zum 49. Rang. Nur drei Tage später schaffte sie es zur Goldmedaille im Sprint. Diese sicherte sie sich mit einer ihrer gefürchteten Schlussrunden, in der sie die nach dem 2. Schießen noch führende Ocaene Michelon in einem unfassbaren Endspurt noch überflügelte. Dabei kam der später gestarteten Norwegerin zu Gute, dass sie über die Zeiten der Französin genau Bescheid wusste. Bronze sicherte sich Favoritin Lou Jeanmonnot, die sich einen Schießfehler leistete. Müßig hochzurechnen, ob es bei ihren 23,7 Sekunden Rückstand ohne Fehler zu Gold gereicht hätte, ich tendiere zu einem klaren Vielleicht …
Anderson fällt, Norwegen siegt
Was hatte ich vor den Staffeln (zugegeben der Männer) geschrieben? Es verbietet sich, die Einzelergebnisse hochzurechnen. Das wissen spätestens seit Samstagmittag auch die Schwedinnen. So überlegen waren sie in den bisherigen drei Rennen, überließen der Konkurrenz nur 2 läppische Bronzemedaillen. Und alles schien nach Plan zu laufen, als Ebba Anderson als Zweite mit schon recht großem Vorsprung in die Loipe ging. Was konnte da schon geschehen?
Etwa dies: Sturz in einer der angesichts der weichen Schneeverhältnisse komplizierten Abfahrten. Anderson verlor die Führung an Norwegen (in Schlagdistanz), aber große Sorgen machte sich niemand bei Sverige – angesichts der fulminanten Läuferinnen Frida Karlsson und Jonna Sundling, die da noch warteten. Und dann? Ein zweiter Sturz Andersons, gar mit Salto mortale. Fatal war aber, dass eine Bindung hinüber war – und kein Helfer in der Nähe, der ihr einen Ersatzski hätte reichen können. Mit einem Ski humpelte sie mehrere hundet Meter weit, bis sie endlich einen Ersatzski bekam. Der Rückstand auf Norwegen betrug nun uneinholbare anderthalb Minuten, die Gesichtszüge von Karlsson entgleisten, die an der Wechselmarke wartete.
Es ist der Schwedin hoch anzurechnen, dass sie ihr Möglichstes vesuchte. Zwar waren die Norwegerinnen mit Schlussläuferin Heidi Weng außer Reichweite, doch die Laufleistung genügte wenigstens zur Silbermedaille vor den Finninnen, diee ihrerseits ihr Glück über Bronze kaum fassen konnten. Nur zu Blech (also Rang 4) reichte es für die deutsche Staffel, obwohl gerade Schlussläuferin Pia Fink ein exzellentes Rennen lief und die viel schneller eingeschätzte Jessica Diggins hinter sich ließ.
Und sonst?
- Eisschnelllauf: Sage noch eine, dass die langen Strecken langweilig sind. In einem faszinierenden Endspurt rettete Gina Lollobrigida über 5000 Meter als letzte Starterin in der letzten Runde den hauchzarten Vorsprung von nur einem Zehntel auf die Hlländerin Merel Conijin und Ragne Wiklund aus Norwegen und sicherte ihr zweites Gold.
- Eishockey: Eine überraschende 3:4-Niedelrage kassierten die deutschen Männer um Leon Draisaitl gegen Lettland. Draisaitl vergab ein paar veritable Schuss-Chancden, die Abwehr wirkte nicht imme sattelfest. Im letzten Gruppenspiel trifft Deutschland auf die USA und ist dort klarer Außenseiter. Also muss das TEam höchstwahrscheinlich in die zwichenrunde, um das Viertelfinale noch zu erreichen.
von Münchner Löwe | Feb. 14, 2026 | Allgemein
Arnd Zeigler würde sagen: ein pickepackevoller Tag mit vielen Entscheidungen. Heute kommen tatsächlich Sommerspiele-Gefühle auf.
Pflichtprogramm
10:00/13:30: Riesenslalom der Frauen
Im Gegensatz zum flachen „Babyhang“ der Männer fahren die Frauen auf einem durchaus anspruchsvollen Hang in Cortina, der sich auch im Weltcup schon bewährt hat. Für mich ein völlig offenes Rennen mit drei großen Favoritinnen, die diese Saison bisher dominiert haben. Für die Österreicherin Julia Scheib und Sara Hector aus Schweden ist es die Premiere bei Olympia 2026, Alice Robinson aus Neuseeland hat einen eher enttäuschenden Super-G hinter sich. Und dann ist natürlich noch Mikaela Shiffrin, die sich diese Saison im Riesenslalom Rennen für Rennen gesteigert hat, allerdings im Teamslalom weiter an ihrem olympischen Trauma arbeitete, das sie seit 2022 befallen hat.
Mein Dark Horse ist Federica Brignone. Die Italienerin kommt mit dem Rückenwind des Olympiasieges im Super-G, allerdings müsste sich der Trainingsrückstand im Riesenslalom stärker auswirken.
Riesenslalom ist fast schon traditionell die schwächste Disziplin der Deutschinnen (Victoria Rebensburg wird tief seufzen), in der auch die vielseitige Emma Aicher weit von den Top-Plätzen zu finden ist, wenn sie überhaupt ins Ziel kommt.
11:15/14:45: Biathlon, Verfolgung Männer/Frauen
Das Handicap-Rennen, denn die Ergebnisse aus dem Sprint vm Freitag werden mitgenommen. Der Beste Quentin Fillon Mallet startet als Erster, danach gehen die Läufer nach und nach je nach ihrem Rückstand in die Loipe. 4 Schießeübungen gibt es, zunächst zweimal liegend, dann zweimal stehend. Keine Nachlader, sondern Strafrunde pro verfehlter Scheibe. Die Erfahrung zeigt zwar, dass das Feld in einem Verfolger noch gehörig durcheinandergewirbelt wird, aber die Dominanz der Franzosen, Norweger und Schweden ist so groß, dass es mich wundern würde, wenn den Kampf um Medaillen nicht diese drei Nationen unter sich ausmachen würden.
Die Frauen bestreiten erst am Samstagnachmittag den Sprint. Große Verwunderung meinerseits, dass sie ohne einen Tag Pause zum nächsten Rennen gezwungen gebeten werden.
12:00: Skilanglauf, 4x 7,5 Kilometer der Männer
Höchstwahrscheinlich wird hier Geschichte geschrieben. Denn Norwegen ist haushoher Favorit, und deren Schlussläufer Johannes Klaebo könnte seine insgesamt 9. Goldmedaille holen (und die 4. dieser Spiele), wäre dann alleiniger Rekordsieger bei Winterspielen. Es müsste schon verdammt viel schieflaufen, wenn Norge nicht die Nase vorn hätte (verwachst? falsche Aufstellung??). Ihr Reservoir ist riesig (zurzeit allerdings nur bei den Männern). Wenn überhaupt, können allenfalls die Franzosen gefährlich werden, die im Langlauf extrem aufgeholt haben und die nordischen Schwergewichte Schweden und Finnland klar abgehängt haben. Die Gastgeber haben bisher in der Loipe bitter enttäuscht, es bleiben nur Erinnerungen an 1994 und Silvio Fauner vs Björn Daehlie und ein absolutes Highlight der olympischen Geschichte (1:49, wer wenig Zeit hat …).
https://www.olympics.com/de/video/herren-4x10km-staffel-lillehammer-1994-grosse-olympische-wintermomente?uxreference=playlist
Wird sicher spannend
17:00: Eisschnelllauf, 500 Meter Frauen
Die Domäne der kleinen, aber besonders schnellkräftigen Japanerinnen und Südkoreanerinnen. Und sicher die eine oder andere Holländerin (1000-Meter-Olympiasiegerin Jutta Leerdam?) wird sicher in den Medaillenkampf eingreifen wollen. Wie die Männer bestreiten sie 2 Läufe.
Ein Spektakel erwarte ich in der Teamverfolgung der Männer. Jeweils 2 Teams à 3 Läufer starten gegeneinander in 3 K.-o.-Runden ab Viertelfinale. Holland gegen den Rest der Welt, prognostiziere ich ohne große Ahnung. Obs so spannend wird wie 2010 bei den Frauen mit dem Slider von Anni Friesinger, wage ich zu bezweifeln.
https://www.eurosport.de/eisschnelllauf/olympia-eisschnelllauf/2022/vancouver-2010-anni-friesinger-postma-slidet-auf-dem-bauch-zum-sieg-im-team-lauf-gegen-die-usa_vid1580465/video.shtml
18:45: Skispringen Frauen, Großschanze
Die Frauen-Premiere vom großen Bakken und die Frage: Alles Nika Prevc oder was: Nachdem die Slowenin über Silber von der Normalschanze tief betrübt war und im Mixed Gold holte, will sie von der Großschanze ihrer Favoritinnenrolle gerecht werden. Norwegerinnen und Japanerinnen sind die schärfsten Konkurentinnen, die Deutschinnen kommen auch vom großen Bakken offenbar nicht wunschgemaäß zurecht.
Und sonst?
- Eishockey: Die Männer um Leon Draisaitl bestreiten gegen die USA schon ihr letztes Gruppenspiel (21:10). Die Amerikaner sind klarer Favorit, für die Deutschen gilt es, sich für die K.o.Runde weiter einzuspielen. Sollte sie gewinnen (nicht völlig unwahrscheinlich), steigen sie direkt ins Viertelfinale auf und ersparen sich das Zwischenrundenspiel, das viel Kraft und Nerven kosteen wird.
- Ski freestyle: Big Air, Qualifikation Männer: Sicher ein Spektakel. Es gibt 3 Durchgänge, der beste Sprung entschediet, ob es für die besten Zwölf und das Finale tags darauf reicht.
von Münchner Löwe | Feb. 11, 2026 | Allgemein
Nächste Medaille für Emma Aicher? Erster Auftritt von Leon Drasaitl und Co, und ein fast sicheres deutsches Rodel-Gold (nona).
Pflichtprogramm
11:30: Super-G, Frauen
Unerschütterlich bleib‘ ich dabei, die Alpinen wie Sauerbier anzupreisen. Die nächste veritable Medaillen-Chance von Emma Aicher, wenn sie nicht einen ihrer Susi-Sorglos-Fehler einbaut und an absurden Stelllen rausfällt, die für niemanden sonst ein Problem darstellen. Mit Lindley Vonn fehlt eine Top-Speedfahrerin, das Feld erscheint sehr offe. Aber wenn Aicher gut runterkommt müsste sie vorn dabei sein.
Härteste Konkurrentinnen sind die Italienerinnen um Sofia Goggia (wenn die denn nicht zu viel Risiko nimmt). Die Österreicherin Ariane Rädler kommt mit der Tofana-Strecke glänzend zurecht und mal sehen, ob Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson auch der etwas langsamer gesteckte Super-G taugt.
Eishockey der Männer
Das erste Spiel der deutschen Männer mit so vielen NHL-Profis wie noch nie gegen Dänemark (Do., 21:10).. Eben nicht nur Leon Draisaitl, sondern auf allen Positionen Top-Performer: Ob Philipp Grubauer (Tor), Moritz Seider (Abwehr) und Angriff (Tim Stützle, JJ Peterka). Die große Frage: Wie gut passt das alles zusammen, viel Zeit zum Kennenlernen hatten sie ja nicht, andrerseits kennen sie sich zum Teil schon aus Jugendtagen.
Das olympische Programm gibt diese zeit zum Kennenlernen. In den drei Vorrundenpartien geht es noch nicht um Alles, Ausschedin ist unmöglich.
Drei Gruppen à 4 Teams gibt es. Die Gruppensieger und der beste Zweite qualfizieren sich direkt fürs Viertelfinale, der Rest muss in eine Zwischenrunde, in der in 4 Partien 4 weitere Viertelfinalisten ermittelt werden.
Klarer Favorit sind die Kanadier, die auch in der 4. Reihe noch mit absoluten Superstars besetzt sind. Ich pesönlich rechne sehr mit Schweden. Aber auch „meine“ Finnen, natürlich die USA und Tschechien sind sehr zu beachten.
Die Russen sind nicht dabei, weil ein Team diese Kriegsnation nicht vertreten darf. Fürs Eishockey schon ein bisschen traurig, weil einige Superstars fehlen. Deshalb ist es auch nicht das bestbesetzte Turnier aller Zeiten.
Wird sicher spannend
14:46: Snowboard Cross, Finale
4 Läufer sind gleichzeitig am Start. Ein kurviger Kurs mit Sprüngen, in dem sich die Männer auch sehr nahekommen (ein bisschen Checken ist auch erlaubt). Nett anzusehen, hab ich dieses Jahr allerdings noch nicht gesehen. Deshalb bin ich auch ahnungslos über Favoriten und so. Vorm Finale gibts schon Viertelfinali und Halbfinali, in denen jeweils 2 Läufer weiterkommen.
Es kann viel passieren, wie Lindsey Jacobellis bestätigen wird.
https://www.eurosport.de/olympia/olympia-peking/2022/olympia-ruckblick-sturz-kostet-gold-lindsey-jacobellis-wirft-triumph-im-snowboard-cross-in-turin-2006-weg_vid1570813/video.shtml
18:30: Rodeln, Team
Obs spannend wird, sei mal dahingestellt, denn das Team Deutschland ist klarer Favorit. Aber mal was anderes. Männer, Frauen, sowie die Doppelsitzer fahren natürlich einzeln. Die Staffelübergabe geht wie folgt: Der Mann am Ziuel schlägt an eine große Scheibe, erst dann darf die Frau losfahren und so fort (ich glaub, dass die reihenfolge so ist). Österreich, Italien und Lettland dürften die weiteren Medaillen unter sich ausmachen.
Und sonst?
- Snowboard, Halfpipe, Frauen: Für mich die am wenigsten attraktive Disziplin der Snowboarder. Die Frauen bleiben hier doch weit hinter den Männern zurück, was Waghalsigkeit der Sprünge betrifft. Muss ich so deutlich sagen.
- Shorttrack: die Entscheidungen über 500 Meter (Frauen) und 1000 Meter (Männer). 4 fahren jeweils gleichzeitig auf einer viel küzreren Runde als im „normalen“ Eisschnelllauf. Die Hände auf dem Eis gehören genauso dazu wie gegenseitiges Checken (in Grenzen).
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