von Münchner Löwe | Aug. 19, 2024 | Allgemein, Wochenvorschau
Endlich Bundesliga
Wenn ich ehrlich bin: Meine Vorfreude hält sich noch in argen Grenzen, und der Pokal hat wenig Appetit gemacht. Dennoch werde ich och eine gesonderte Vorschau vesuchen am Donnerstag und/oder Freitag.
Während der Woche steigt in den europläischen Wettbewerben jeweils die letzte Qualifikationsrunde. Dabei spielt in der CL unter anderem Red Bull (offiziell: FC) Salzburg vs Dynamo Kiew. Deutsche Beteiligung gibt es nur in der Conference League, wo der 1. FC Heidenheim am Donnerstag bei BK Häkken (Schweden) antritt. Die Rückspiele sind jeweils eine Woche später.
Endspiele in Cincinatti
Ausnahmsweise ganz regulär (wg Olympia-Nachwehen) an einem Montag, also heute. Zunächst spielt Jessica Pegula gegen Aryna Sabalenka (21.00), danach Jannik Sinner vs Francis Tiafoe. Zweimal also USA gegen Europa, wenn man so will
Außerdem beginnt heute die Quali für die US Open. Dominic Thiem bleibt diese erspart, er bekommt als ehemaliger Champion eine Wildcard.
Schließlich noch Tennisturniere in Winston Salem (Männer sowie Monterrey und Cleveland (Frauen). Die Topspieler bereiten sich schon vor Ort in Flushing Meadows vor. Die Auslosung ist am Freitag.
Und sonst
- Die Vuelta kommt ins Laufen und ist mittlerweile in Spanien angekommen. Erstmals warten auch hügelige und bergige Etappen auf die Fahrer.
- Formel 1 ist zurück: Der WM-führende Max Verstappen hat auf dem Dünenkurs in Zandvoort ein echtes Heimspiel (die Holländer folgen ihn zumindest in Europa überall hin. Zuletzt waren die Rennen sehr spannend. Mal sehen, wer die Sommerpause am besten übestanden hat.
- Das 2. Turnier der Fedex-Ausscheidung steht an bei den BMW Championships ab Donnerstag. 50 Profis sind noch dabei, reduziert wird auf 30. Und es geht beim Turnier selbst um 20 Millionen Dollar.
- Diamond League in Polen: Am Sonntag steigt die erste echte Olympia-Revanche. So ist unter anderem Mondo Duplantis am Start. Aber es gibt auch reizvolle Duelle wie das das in Paris angeschlagenen Hochsprung-Europameister Gianmarco Tamberi vs Olympiasieger Hamish Kerr.
von Münchner Löwe | Aug. 19, 2024 | Allgemein, Wochenrückschau
Der Fußball hat uns wieder voll im Griff. Ansonsten pflegen fast alle Sommersportarten eine kleine Olympia-Pause – außer Beachvolleyball und Tennis
Bayer macht Bayer-Dinge
Nämlich späte Tore zum Ausgleich schießen. Und Patrik Schick ist ein Spezialist dafür. Am Samstag traf er in einem höchst unterhaltsamen Super-Cup-Spiel in der BayArena für die Leverkusener. Sowohl Bayer als auch der VfB scheinen für die am Freitag beginnende 62. Bundesliga-Saison gerüstet. Levekusen siegte letztlich im Elferschießen, eine Verlängerung blieb den Teams erspart und den Zuschauern verwehrt. Große Freude über den Titel.
Lahmer Pokal
Die 1. Runde in Deutschland verlief ohne große Überraschungen. Allenfalls bemerkenswert: Die beiden Überraschungs-Halbfinalisten der vergangenen Saison, 1. FC Saarbrücken und Fortuna Düsseldorf sind schon raus. Einen Bundesligisten hat es vor den verbleibendne 4 Partien heute doch erwischt: Der VfL Bochum unterlag beim Zweitliga-Aufsteiger Jahn Regensburg. Das mit großem Bohei angekündigte Groenemeyer-Pokal-Sponsoring am Ärmel hat sich damit schon erledigt. Die Laune ist entsprechend prächtig, genau wie in Hannover, wo der Manager gleich mal Mannschaft und Trainer einen Einlauf gab.
City souverän
Auch der Start verlief ziemlich nach Plan. Die Großen 3 City, Liverpool und Arsenal vebuchten 2:0-Arbeitssiege. Klasse ist da, aber noch reichlich versteckt. Einen Audtakt nach Maß feierte bei Brighton an Hove Albion. Die Südengländer siegten gleich 3:0 beim FC Everton und sind erster Tabellenführer.
Zverev scheitert ganz knapp
Beim Masters in Cincinatti war im Halbfinale Schluss. Jannik Sinner hatte im Tiebreak des 3. Satzes das bessere Ende für sich und trifft heute Abend auf Francis Tiafoe, der Holger Rune im Semifinale eliminierte. Zverev hatte seine Chancen, aber das zieht sich schon das ganze Jahr dahin. Immer fehlt ein Itzerl zum Turniersieg. Dabei ist Sinner, wie so viele andere, Top-ten-Spieler, von seiner besten Form zu Beginn der Siaon etwas entfernt.
Bei den Frauen meldete sich Aryna Sabalenka zurück. Sie bezwang in Cinci Iga Swiatek mit 6:3, 6:3. Dabei nervelte die Weißrussin, denn sie vergab gleich 9 Matchbälle, und viel hätte nicht gefehlt und Swiatek hätte die Partie noch vollends gedreht. Auch die Frauen spielen das Finale erst am Montag – Olympia und seine Nachwehen. Sabalenka bekommt es mit Jessica Pegula zu tun, die vor einer Woche das Turnier in Toronto gewann.
Wieder Finale, wieder verloren
Das deutsche Beachpaar Ehlers/Wickler bestätigte bei der EM in Holland seine Glanzform. Wie bei Olympia kamen sie in Endspiel, dort allerdings fanden sie erneut ihre Meister. Die Letten Plavins/Fokerots triumphierten in 3 Sätzen, der entscheidende fast demütigend mit 15:5 an das Paar.
Noch besser machten es die deutschen Frauen: Cilja Tillmann/Svenja Müller wurden Europameisterinnen durch ein 2:0 im Finale gegen die Italienerinnen Gottardi/Mennegatti.
Spannendes Tour-Finale
Die der Frauen, versteht sich: Am Ende trennten die Polin Katarzyna Niewiadoma und die zweitplatzierte Vorjahressiegerin Demi Vollering aus Holland gerade mal 4 Sekunden. Die Entscheidung fiel tatsächlich auf den letzten Metern des Anstiegs nach Alpe d´Huez. Vollering hatte eine Attacke gestartet hatte schon das virtuelle Gelbe Trikot, aber die Polin kämpfte sich eindrucksvoll zurück und rettete den hauchdünnen Vorsprung.
Und sonst
- Wout van Aert vorn: Der Belgier erhielt als Zweiter der 2. Vuelta-Etappe 6 Sekunden Zeitgutschrift, die ihn in Leadertrikot hievten. McNulty aus Australien hatte den Prolog in Lissabon für sich entschieden..
- Hideki Matsuyama brilliert: Beim 1. Fedex-Play-off siegte der Japaner mit 2 Schlägen Vorsprung auf Victor Hovland und Xander Schauffele. Einen hohen Vorsprung hatte de Golfprofi in der Schlussrunde abgegeben, mit zwei brillanten Birdies auf den letzten beiden Löchern sicherte sich der Olympia-Dritte den 10 Sieg auf der PGA-Tour.
von Münchner Löwe | Aug. 17, 2024 | Allgemein, MLB
Etwa 120 Spiele haben die Teams jetzt absolviert, 40 stehen also noch aus. Einige Teams können sicher für Play-offs repektive Wild Card planen, einige sind noch voll in der Verlosung, und für manche heißt es jetzt nur noch, das Jahr einigermaßen zu Ende zu bringen. Ein kleiner Überblick, wie es so steht vorm letzten Fünftel der Saison. Wenn ich von „sicher“ schreibe, dann ist das noch nicht mathematisch fix, aber sehr wahrscheinlich bei all den Unwägbarkeiten.
AMERICAN LEAGUE
Eastern
Weiter ein heißer Zweikampf zwischen den New York Rangers und den Baltimore Orioles um Rang 1, zZ führen die Yankees mit einem Spiel. Dieser dürfte fast sicher einen der zwei Freilose der Conference League in der 1. Play-off-Runde bedeuten. Platz 2 hätte einen sicheren Wild-Card-Platz inne, wahrscheinlich als Nr.-4-Spot.
Für die Yankees sprechen die bessetre Form, der auf dem Papier einfachere Spielplan mit mehr Heimspielen und die Tatsache, dass sie auch die letzte noch ausstehende 3-Spiele-Serie gegen die Os zuhause bestreiten dürfen.
Die Boston Red Sox sind noch im Wild-Card-Rennen mit aufholbaren 2,5 Siegen Rückstand. Tampa Bay Rays und Toronto Blue Jays sind raus.
Central
Die Cleveland Guardians verteidigen hartnäckig ihre Spitzenposition vor den Minnesota Twins ((3,0) und den Kansas City Royals (5,0) Sie sind gleichauf mit den Yankees und vor dem direkten Einzug in die 2. Play-off-Runde. Twins und Royals bestens im Wild-Card-Rennen. Ein Kapitel für sich sind die Chicago White Sox. Mit 30:93 Siegen sind sie auf dem schlechtesten Weg, den absoluten Negativrekord von 42 Siegen in einer Saison zu unterbieten.
West
Die Houston Astros haben den Tornaround vollbracht und sind stehen vor dem erneuten Divisiionssieg, der ihnen Heimrecht für die Wild-Card-Runde bescheren würde. Dagegen setzen die Seattle Mariners ihre Abwärtsspirale fort, sind nicht nur 3 Siege hinter den Astros, sondern sogar 4,5 hinter dem letzten Wild-Card-Spot. Titelverteidiger Texas Rangers hat keine Chancen mehr, kämpfen gegen die LA Angels und Oakland Athletics nur noch gegen den letzten Divisionsplatz.
Wild Card
Der Platz für den 2. der Eastern (Orioles/Yankees) ist praktisch sicher. Zurzeit belegen die Twins und Royals als Fünfte und Sechste die letzten Spots. Seriöse Chancen können sich nur noch die Red Sox einräumen, der Rest bräuchte schon eine außergewöhnliche Erfolgsserie.
NATIONAL LEAGUE
Eastern
Die Philadelphia Phillies dürften den Divisionssieg sicher haben bei 8.0 Siegen vor den Atlanta Braves. Die stecken in einem hübschen Zweikampf mit den New York Mets, Ausgang ungewiss. Washington Nationals und Miami Marlins sind raus.
Central
Hier ist die Sache noch klarer: Die Milwaukee Brewers haben gar 10 Siege Vorsprung auf die Cincinatti Reds und die St. Loiis Cardinals, die nach verheißungsvollem Start mehr und mehr abgebaut haben. Dasselbe gilt auch für die Pittsburgh Pirates bei zuletzt 1:9 Siegen, mit denen sie sich aus dem Rennen rausgeschossen haben.
West
Hier geht es am spannendsten zu: Die Los Angeles Dodgers führen mit „nur“ 3 Siegen vor den Arizona Diamondbacks und San Diego Padres, die jetzt beide nach 8 Siegen in Folge wieder mal eine Niederlage kassierten. Alle 3 Teams werden wir in der Post Season wiedersehen., anders als die San Francisco Giants (wahrscheinlich) und Colorado Rockies (sicher)..
Wild Card
Für mich sind Dbacks und Padres durch. Um den letzten Spot matchen sich Braves und Mets, da wage ich keine Vorhersage.
von Münchner Löwe | Aug. 14, 2024 | Allgemein, Olympia, Paris
Heute will ich mich mit MAGISCHEN MOMENTEN der Spiele beschäftigen.
Alle olympischen Spiele haben ihre besonderen Momente, an die sich Sportfans noch Jahrzehnte danach erinnern. Jahrzehnte! Bei mir ist das Hochspringerin Ulrike Meyfarth 1972 und die 200-Freistil-Staffel 1984. Oder Hermann Maiers unfreiwilliger Skiflug in den Tiefschnee 1998 samt Gold-Comeback zwei Tage später. Jetzt habe ich 6 besondere Begebenheiten der Spiele in Paris herausgepickt, es könnten natürlich auch zehn oder 15 sein, aber echte Magie geschieht eben wirklich selten.
6. Flugshow am Boden
Besser: In der Luft. Seit 2016 ist Simone Biles die mit Abstand beste Turnerin der Welt. Auch bei den Spielen 2020 war das so, aber da spielten ihre Nerven nicht mehr mit und sie gab auf, sagte dem Leistungssport erst mal adieu. Jetzt das olympische Comeback, und am Boden zeigte sie gleich mehrere Küren (oder wie die Mehrzahl von Kür halt heißt), die dem Betrachter schlicht den Atem raubten. Es gibt schon unzählige Elemente, die nach ihr benannt werden, die keine Frau auch nur ansatzweise beherrscht und auch nur ganz wenige Männer. Am besten war das bei ihrer Bodenkür für den Mehrkampf zu beachten, als sie meterhoch in die Lüfte sich aufschwang, dort saltierte und rotierte, dass mir schon beim Zuschauen schwindelig wurde, und felsenfest zum Stand kam. Das Publikum rastete aus. Aber Simone Biles ist eben kein Roboter. Bei der Bodenkür fürs Einzel wirbelte die US-Amerikanerin zwar genauso schwungvoll durch die Luft, aber diesmal zeigte sie sich nicht ganz so standfest, sondern musste das Karrée zweimal verlassen und kassierte Strafpunkte. So reichte es nur zu Silber. Und was tat sie? Gratulierte der fantastischen Brasilianerin Rebeca Andrade und lag ihr im Wortsinn bei der Siegerehrung beifall-gebend zu Füßen.
5. Nerven, meine Nerven
Okay, jetzt tümelt es ein bisschen Deutsch, man möge es mir verzeihen. Aber mein persönlicher Spannungsmoment kulminierte im 3×3- Basketball-Finale der deutschen Frauen gegen Spanien. Das Team um Svenja Brunckhorst und Sonja Greinacher hatte einen so grandiosen wie alle Experten überraschenden Triumphzug ins Endspiel hinter sich. Jetzt sollte gegen Spanien die Krönung erfolgen. Ein echter Nailbiter, wie man so schön-schlimm sagt. Rückstand, Aufholjagd, Führung, Ausgleich. Getroffene Würfe und gruselige Ballverluste – auf beiden Seiten. Vor den Augen des spanischen Königs Felipe und den zwei europäischen Basketball-Königen Dirk Nowitzki und Pau Gasol. Am Ende hatten die Deutschen die Nase vorn und holten das höchstwahrscheinlich überraschendste Gold fürs Land.
4. Der Superstar liefert zum ersten Mal ab
Jetzt wissen wir es: Leon Marchand ist der erfolgreichste Olympionike mit 4 Goldenen und einer Bronzenen in der Lagenstaffel. Der Vorschusslorbeer auf den Ausnahme-Schwimmer war riesig, noch dazu in der französischen Heimat. Die Stimmung in der Halle dementsprechend aufgeputscht vor seinem ersten Finale über 400 Meter Lagen. Von Anfang führt Marchand. Frenetischer Jubel bei jedem Zug auf der Bruststrecke, als sich der Sieg schon abzeichnete. Kurze Zeit später stand das erste Gold feste und brachte die Stimmung zum Überkochen. Trotz der noch folgenden Glanzleistungen: Das erste gold strahlt vielleicht doch am schönsten.
3. Logischer Weltrekord
Die Leichtathleten boten insgesamt eine tolle Leistungsshow. Wirklich magisch wurde der Stabhochsprung. Alle Entscheidungen im Stade de France waren an jenem Abend gefallen, und Mondo Duplantis stand auch schon als Olympiasieger fest. Jetzt ging er den Weltrekord an. 6,25 Meter, das ist bei manchen Häusern der 3. Stock. Keiner der 80 000 Zuschauer war gegangen, die geschlagenen Konkurrenten erhoben sich zum Beifallklatschen. Wie es sich für ein guten Film gehört, scheiterte Duplantis beim ersten Versuch knapp. Er hatte die Höhe an jenem Tag also drin. Der zweite ging klar schief: War Mondo etwa doch müde? Dann der 3. Versuch, und jetzt klappte es. Ohne die Stange auch nur zu berühren flog Duplantis über sie hinweg und ab in die Unendlchkeit. Alle Last fiel von ihm ab, er lief jubelnd zur Familie, zu den Trainern, und ein Kollege nach dem anderen klatschte ihn ab.
Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass Armand Duplantis spätestens im nächsten Jahr seinen eigenen Weltrekord verbessert und noch einmal und noch einmal. Doch dieser gleißende Moment wird für immer bleiben.
2. Das Ende, das es nicht geben konnte
Immer wenn ich glaube, dass mich im Sport nichts mehr überraschen kann, werde ich eines besseren belehrt. Griechen als Fußball-Europameister? 2004! US-College-Boys Eishockey-Olympiasieger, gegen das übermächtige Russland? 1980! So war ich auch der festen Meinung, dass ein Handball-Team mit zwei Toren Vorsprung bei noch 12 Sekunden Spielzeit eine Partie nicht mehr verlieren kann, zumindest nicht in einem Olympia-Viertelfinale. So wie ich dachte jeder Handball-Experte. Denkste, wie die Partie Frankreich vs Deutschland zeigte.Die Gastgeber führten nach einer aufreibenden Partie 29:27.Es fiel der Anschlusstreffer, na und? 6 Sekunden vor Schluss nahm der französische Trainer bei eigenem Ballbesitz eine Auszeit. Sie hätten den Ball nur irgendwohin ins Publikum werfen müssen, die Zeit wäre abgelaufen. Doch der Franzose Mmoh, bis dato bester Mann seiner Mannschaft, bekam den famosen Einfall, den Ball über den als 2,08-Meter-Riesen Julian Köster überlobben zu wollen. Der fing den Ball ab, passte umgehend nach vorn zum völlig freistehenden Uscins, der den perplexen französischen Torwart in letzter Sekunde überwand. Unentschieden, also Verlängerung, in der sich dann das deutsche Team nach kaum weniger spannenden 10 Minuten durchsetzte. Und erst im Finale gegen Dänemark wurde es gestoppt. Deprimierend klar. Wunder gibt es eben doch nicht immer wieder.
1. Der Engel von Paris
Eröffnungsfeier. strömender Regen und trotzdem spektakuläre Bilder. Das Entzünden des olympischen Feuers in einem Ballon, die offiziellen Reden, der Ritt durch die französische Kultur begleitet von federleichter Musik. Schon viel zum Schwelgen, auch zum Nachdenken. Jetzt war die Eröffnung zu Ende. Eigentlich: Doch dann kam sie, tatsächlich. Celine Dion. Auf einer Empore des Eiffelturms, hell illuminiert stand sie da. Und sie sang ein wunderschönes altes Edith-Piaf-Lied über die Liebe, begleitet von einem Pianisten auf einem Klavier, auf dem sich zahllose Regentropfen spiegelten. Mucksmäuschenstill war es, nur diese wunderbare Stimme der Celine. Auch all jene, die die traurige, ja tragische Geschichte der Kanadierin nicht kannte, der Tod von Familienangehörigen, ihre schwere Krankheiten, ihre lange Zeit des Nicht-Auftretens; er musste ergriffen sein, außer er hat ein Herz aus Stein. In ihrem weißen Kleid, vom Regen durchfeuchtet, glich sie einem Engel. Spätestens jetzt war klar: Es werden tolle Spiele, es müssen gute Spiele werden. Und es wurden großartige Spiele, vielleicht sogar die besten aller Zeiten, wer will das schon vergleichen?.
Bei all den großartigen Bildern, den fantastischen Leistungen, den unvergleichlichen Sportstätten, den charmanten Gastgeber: Wer in ein paar Jahren an die Spiele 2024 denkt, wird sich auch an Celine Dion erinnern, wie sie dort in ihrem weißen Kleid auf dem Eiffelturm stand und mit ihrer Stimme die Welt verzauberte und für einen kurzen Moment zum Stillstand brachte.
von Münchner Löwe | Aug. 9, 2024 | Allgemein
Samstag der letzte Großkampftag, den am Sonntag stehen zum Abschluss nur noch ein paar Wettbewerbe auf dem Programm. Ich fass heute schon mal zusammen, aktualisiere gegebenfalls morgen den Sonntag.
SAMSTAG
Pflichtprogramm
10.00: Tischtennis Frauen, Spiel um Platz 3, Deutschland vs Südkorea mit der unglaublichen erst 18-jährigen Annett Kaufmann. Das Finale (15.00) zwischen China und Japan wird höchstwahrscheinlich eine einseitige Angelegenheit.
11.00: Basketball Männer, Spiel um Platz 3: Deutschland gegen Serbien. Die Serben um Nikola Jokic standen im Halbfinale dicht vor der Sensation vs die USA. Das wird sehr schwer für Franz Wagner und Co. Die USA sind im Finale gegen Frankreich (21.30) klar zu favorisieren.
13.00: Volleyball Männer, Finale Frankreich gegen Polen. Grandiose Atmosphäre und Spektakel sind garantiert.
19.05: Leichtathletik, Männer, 800 Meter: In diesem Jahr hat es eine Leistungs-Explosion gegeben mit zig Läufen unter 1:43. Ob es in einem Olympischen Finale ganz so schnell wird, ist zweifelhaft, ein fantastisches Rennen müsste es auf jeden Fall geben. Noch mal ein insgesamt herausragendes Programm mit den 400-Meter-Staffeln zum Abschluss (21.00 und 21.15 Mä. und Fr.)
22.00: Beachvolleyball Männer: Die Deutschen Nils Ehlers und Clemens Wickler treffen auf die Schweden Ahman/Hellvig
Wird spannend auch für 🇩🇪🇦🇹
09.00: Golf, Frauen, 4. und letzte Runde. Die Entscheidung dürfte um 16 bis 17 Uhr fallen. Wie immer beim Golf viele Favoritinnen. Zurzeit (Fr., 14.50) führt die mir völlig unbekannte Schweizerin Morgane Metraux, Weltrangliste Nummer 137. Die Weltranglistenerste Nelly Korda ist im Lauerstellung.
15.00: Handball Frauen, Finale. Norwegen vs Frankreich. Die Skandinavier waren bisher sehr überzeugend und sind für mich Favorit. Aber der Heimvorteil, der vielleicht die Schiris beeinflusst …
15.00: Wasserspringen, Männer, 10-Meter-Turm. Die Königsdisziplin, wo auch nicht schon von vornherein feststeh, dass ein Chinese gewinnt.
17.00: Fußball Frauen, Finale: USA gegen Brasilien. Die Südamerikanerinnen trumpften ohne ihren alternden Superstar a.D. Marta in der K.-o.-Runde groß auf. Sie bleibt hoffentlich außen vor. Aber: Ronaldo, ick hör dir trapsen.
19.30: Synchronschwimmen: Freie Kür mit den österreichischen Alexandri-Schwestern.
SONNTAG
Pflichtprogramm
12.45: Bahnrad, Sprint Frauen Finale: Ein Duell Frau gegen Frau. Vorher noch die Halbfinals. Für die Deutschinnen lief es bisher nicht ganz nach Wunsch, aber Lea Friedrich und Emma Hinze gehören zum Favoritenkreis.
13.00: Volleyball, Finale Frauen, USA gegen Italien. Das könnte noch spektakulärer werden als das Männer-Endspiel. Für diejenigen mit discovery+: Gönnt Euch den italienischen Originalton.
13.30: Handball Männer, Finale: Es spielen die Sieger aus Deutschland vs Spanien und Dänemark vs Slowenien.
Wird spannend
14.00: Wasserball, Finale Männer, Serbien/USA vs Kroatien/Ungarn. Kroatien vs Serbien, da würden die Herrschaften den Unterleibsschutz wohl verstärken …
15.30: Basketball, Finale Frauen USA/Australien vs Frankreich. Wer holt das letzte Gold der Spiule 2024
21.00 ABSCHLUSSFEIER
Für mich als Sportfan wohl keinen Tag zu früh …
von Münchner Löwe | Aug. 9, 2024 | Allgemein, basketball, Leichtathletik, Olympia, Paris, Tischtennis
Ein Duell, das zum Solo-Triumphlauf wurde, unglückliche Basketballer und brave Kanuten – dies und vieles mehr passierte an diesem wahnsinnigen Donnerstag
Chance vertan, Medaillenchance vorhanden
Die Basketball-Weltmeister sind draußen aus dem Goldtraum, und wenn sich die Deutschen die Partie gegen Frankreich noch mal anschauen sollten, werden sie sich ärgern. Denn die Gastgeber um Viktor Wembanyama waren bei all ihrer schlagbar, deren Dreierquote mit 22 Prozent grauenhaft. In allen statistischen Bereichen war verlief die Partie ausgeglichen (auf relativ bescheidenem Niveau, möchte ich anmerken), aber man leistete sich immer wieder blöde Fehler: ein vergebener Freiwurf hier, ein verjuxter Korbleger dort. Exemplarisch die Szene ganz am Ende der Partie. Nach einem vergebenen Freiwurf der genauso fehlerhaft agierenden Franzosen, die genauso fehlerhaft agierten, hatte Franz Wagner schon den Rebound gesichert, er rutschte aus, und der Ball trudelte ins Aus. Ballbesitz Frankreich, anstatt die gute Möglichkeit auf den Ausgleich und eine eventuelle Verlängerung. Apropos Franz Wagner: Der startete zwar furios, hatte dann aber mal wieder große Probleme mit seinem Distanzwurf. Bester des deutschen Teams war für mich Daniel Theis, der an beiden Körben grandiose Arbeit verrichtete.
Jetzt bleibt der Trost des Spiels um Platz 3, also um die Bronzemedaille. Der Gegner heißt wie erwartet Serbien, die den USA im anderen Halbfinale allerdings einen heroischen Kampf boten. Sie führten zweistellig bis ins Schlussviertel hinein gegen die verunsicherten NBA-Stars, die derlei Gegenwehr nicht erwartet hatten. Doch sie haben eben ein Ensemble mit 12 überragenden Einzelkönnern, und irgendjemand wird dann schon wieder in unaufhaltsame Top-Form finden. In diesem Fall Kevin Durant, der zweieinhalb Viertel überhaupt nicht traf, dann aber Verantwortung übernahm und mit äußerst wichtigen Würfen auch aus fast unmöglicher Position die Wende herbeiführte. Und wenn ein Steph Curry dazu noch 36 Punkte auflegt, wird es halt schwierig, vor allem weil den Serben mit ihrer kleineren Rotation auch die Kräfte schwanden. Wenn sie in der Bronze-Partie morgen aber auch nur ansatzweise diese Form zeigen, wird das für das deutsche Team eine sehr schwierige Aufgabe im Revanchespiel des letztjährigen WM-Finals. Die USA dagegen dürften ihre Lektion gelernt haben, und im Kampf um Gold die Franzosen richtig ernst nehmen – und klar gewinnen. Prophezei ich jetzt locker vom Hocker.
Wo liegt die Grenze, Sydney?
Sydney McLaughlin vs Femke Bol, das war mein auserkorenes Duell für die gesamten Spiele. Dieses Duell über die 400 Meter Hürden fiel aus, weil Femke Bol, offenbar noch etwas geschwächt von ihrem famosen Lauf in der Mixedstaffel, nicht in Fahrt kam und sogr nur Dritte wurde.. McLaughlin-Levrone, wie sie nach der Heirat mit einem Footballprofi der Baltimore Ravens richtig heißen muss, lieferte dagegen. Sie lief unwirklich anmutende 50,37 und verbesserte ihren ohnehin schon unglaublichen Weltrekord um weitere 28 Hundertstel. Mit dieser Zeit hätte sie fast den 400-Meter-Endlauf (ohne die 10 Hürden, versteht sich) erreicht. Weil ich sie so leicht und locker und vermeintlich mühelos die Stadionrunde samt der Hürden dahinschweben sah, traue ich ihr mittlerweile alles zu: auch das Knacken der 50er-Grenze. Und wenn ihr die Hürden zu langweilig/mühsam werden, über die flache Strecke ein Auftauchen in Martina-Koch-Zeiten (47,60), die seit 1986 unerreichbar scheint. Morgen wird es wahrscheinlich noch mal zum Duell McLaughlin vs Bol kommen, in der 400-Meter-Staffel (ohne Hürden, versteht sich). Mal schauen, ob die Amerikaner sie auch aufstellen.
Hockey-Shootout – so was Blödes
Dass denken sich zumindest die Deutschen Hockey-Männer. Die scheiterten nämlich im Finale an dieser Art der Entscheidung an den Holländern, zu der es nach dem 1:1 in der regulären Spielzeit (ohne Verlängerung) kam: Ein Läufer startet an der 30-Meter-Linie und hat 7 Sekunden Zeit, den Ball im Tor unterzubringen. Die deutschen schafften es nur einmal, den holländischen Schlussmann zu überwinden, auch weil alle vier Versuche gleich einfallslos abliefen: auf den Torwart zurennen und dann probieren, den Torwart auszutricksen. Das gelang eben nur einmal, während die Holländer sich sehr viel geschickter und variantenreicher anstellten und gleich 3 Versuche um deutschen Kasten unterbrachten.
Sehr unschöne Szenen gab es nach Ende der Partie, als nach äußerst provokanten Berührungen der Holländer die Szene die Vertretungen beider Teams aufeinander losgingen und nur mit Mühe eine wäste Keilerei verhindert wurde. Auch gutes Gewinnen darf man Lernen, liebe Holländer.
Schon die deutschen Frauen waren im Shootout gescheitert – im Viertelfinale nach ähnlich einfallslosen Versuchen an Argentinien, weswegen sie sogar im Gegensatz zu den Silber-Männern ohne Medaille blieben.
Kanuten liefern (natürlich)
Bei (fast) allen Olympischen Spielen ist es das Gleiche: Auf die Deutschen Kanuten ist Verlass. Am ersten Entscheidungstag im Flachwasser gab es gleich zwei Medaillen: Gold im Viererkajak der Männer, der sich nach 500 Metern um vier Hundertstel gegen das australische Quartett durchsetzte, und Silber für die Viererfrauen, die sich nur Neuseeland, allerdings recht klar,geschlagen gegben mussten. Heute hat Canadier-Spezialist Sebastian Brendel beste Chancen auf Edelmetall, das sogar golden glänzen könnte.
🇩🇪 🇦🇹 👓
- Segelsieg fürs Binnenland: Die Österreicher Lara Vadlau (Steuerfrau) und Lukas Mähr (Vorschoter) gewannen die 470er-Klasse. Im entscheidenden Medal Race reichte ein 7. Platz. Es sind die dritten Segelolympasieger aus Austria, 2000 gewann Christoph Sieber, und gleich zweimal waren 200 und 2004 Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher im Tornado erfolgreich. Mit einer Medaille hatte Vadlau geliebäugelt, „aber dass wir Olympiasieger sind, ist unbeschreiblich“. Die Seglerin Vadlau eine offenbar brillante „und perfektionistische“ Forscherin auf dem Gebiet der Plastisch-Ästethischen Chirurgie. Und einen engen Deutschland-Bezug gibt es auch, schlechter gesagt: gab es: Sie war mit Nationalspielerin Lea Schüller liiert, doch diese Beziehung sei beendet, wie sie gestern auf Nahcfrage bekannt gab. Soweit Gala-Content hier.
- Mihambos Silbersprung: Wahrscheinlich nicht vollends zufrieden wird Malaika Mihambo die Spiele verlassen. Weniger der Umstand, dass sie ihr Gold von 2021 nicht wiederholen konnte, was noch nie einer Weitspringerin gelang, sondern vielmehr die „nur“ 6,98, die sie im Endkampf schaffte. Die Siegesweite von 7,10 Meter der Amerikanerin Tara Davis-Woodhall hätte die Deutsche in den Beinen gehabt. In der Quali sprang sie schon 6,87, obwohl sie beim Absprung 30 Zentimeter verschenkte. Besonders wird sie ärgern, dass sie ihren letzten Versuch, gewöhnlich ihre Domäne, schon im Anlauf völlig verpatzte. Immerhin: die zweite deutsche LA-Medaille.
- Medaillenfund im Sand: Die haben die Beacher Nils Ehlers und Clemens Wickler nach dem doch überraschenden 2:1 gegen das höher eingeschätzte Par Mol/Sörum aus Norwegen sicher. Nichts für schwache Nerven war die Partie, der Entscheidungssatz endete 15:13. Morgen geht es um Gold gegen die Schweden Ahmann/Hellvig, und wieder sind die Deutschen Außenseiter
- Medaillenchance für Darja Verfolomeev: Und das, obwohl sie ihre Reifen-Kür völlig verpatzte und in der dortigen Einzelwertung nur auf Platz 13 landete. Als insgesamt Zweitbeste qualifizierte sie sich aber souverän fürs Finale, bei dem es wieder von vorn losgeht. Dort dürfte es gegen die Italienerin Sofia Raffaeli und vielleicht auch die Bulgarin Boryana Kareyn um Gold gehen.
- Erwartete Niederlage: Die deutschen Titschtennisfrauen verloren ihr Halbfinale gegen Japan mit 1:3. Schon der eine Sieg der erst 18-jährigen Annett Kaufmann gegen die weit höher eingeschätzte Miwa Harimoto ist eine echte Sensation.
- Blech für die Bahnradler: Im Keirin belegte Emma Hinze den vierten Platz. Die höher eingeschätzte Lea Friedrich verpasste als Letzte in ihrem Halbfinallauf gar das Finale
Und sonst?
- Bronze mit Corona: Seltsam kraftlos wirkte der 200-Meter-Lauf von Noah Lyles, mit dem der 100-m-Olympiasieger nur den dritten Platz belegte. Kurze Zeit später kam heraus: Der US-Sprinter hatte Corona, ließ sich im Rollstuhl aus dem Stade de France karren. Ob er in Bestform den überragenden Letsile Tebogo aus Botswana geschlagen hätte, bezweifle ich. Der rannte 19,45 Sekunden und ließ es dabei angesichts seines Riesenvorsprung am Ende sogar locker angehen, war zumindest mein erster Eindruck.
Mit dem Speer überraschte die Pakistani Arshad Nadeem, der das Gerät zum Olympischen Rekord von 92,97 Meter schleuderte.
- Volleyball mon amour: Vor allem, wenn die Frauen am Werk sind, weil hier nicht nur die brachiale Gewalt entscheidet wie bei den Männern. Die beiden Halbfinals zwischen Italien und der Türkei (3:0) und vor allem USA vs Brasilien (3:2) waren spektakulär und machen Vorfreude aufs morgige Finale und das Spiel um Platz 3.
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