Das war die Woche, die war

Ein folgenschwerer McLaren-Fehler, irdische Bayern und erfolgreiche Handballerinnen im eigenen Land. Dazu viel Wintersport, Ballsport und eine erste Vor-Entscheidung in der NBA.

 

McLarens Doppelfehler lässt Verstappen hoffen

 

Alles schien gerichtet für die Titelfeier von Lando Norris beim vorletzten WM-Lauf in Katar. Die McLarens waren auf der Strecke mit Abstand die schnellsten Autos. Sie im Sprint und Qualifikation für Oscar Piastri, und auch WM-Leader Lando Norris war klar besser als Max Verstappen, der übrig gebliebene WM-Konkurrent und Titelverteidiger im Red Bull. Würde Norris vor Verstappen bleiben, so viel war klar, ginge nach dem Konstrukteurstitel auch der der des besten Fahrers an McLaren.
So viel zur Theorie. In der Praxis sah es dann so aus, dass Norris (mal wieder) seinen Start verpatzte und den 2. Platz hnter dem souveränen Piastri an Verstappen abgeben musste. So weit, so ungut, so undramatisch. Doch in der 7. Runde der fatale Doppel-Fehler- Nico Hülkenberg baute einen schweren Fehler, die Gelb-Phase nutzten alle Fahrer zu einem frühen Boxenstopp. Alle Fahrer außer beide McLarens, dessen Kommandozentrale den Einsatz verpatzte, vielleicht auch nicht den einen oder anderen Fahrer bevorzugen wollte. Mit der Folge, dass Verstappen und praktisch dass gesamte Fahrerfeld einen der zwei Boxenstopps absolvieren konnten, ohne nennenswert an Zeit zu verlieren.
Letztlich kam es dann so, wie es kommen musste. Irgendwann mussten auch Piastri und Norris an die Box, und die Führung im Rennen war futsch. Der fahrerisch überlegene Verstappen raste dann als Sieger ins Ziel vor Piastri. Norris dagegen kämpfte wie ein Löwe um den 4. Platz gegen Kimi Antonelli. Schwieriges Unterfangen, da eer praktisch nichts riskieren durfte. Antonelli machte ihm letztlich den Gefallen mit einem Fahrfehler, und Norris rettete wenigstens Rang 4 hinter dem erstaunlichen Williams-Fahrer Carlos Sainz, der damit völlig überraschend einen Podestplatz einfuhr.
Diese 2 zusätzlichen Punkte für Norris könnten sich noch als wichtig erweisen. Vorm letzten Rennen hat er noch 12 Punkte Vorsprung auf Vestappen, ein dritter Platz reicht ihm also
näheres zur Ausgangsposition, siehe meine Wochenvorschau https://blickueberdenteich.de/das-wird-die-woche-die-wird-89/

 

Unfassbar – Bayern verliert, und zwar völlig verdient

 

In der Champions League hieß der Schlager des 5. Spieltags FC Arsenal gegen den FC Bayern, und die höchstklassige Partie hielt fast alles, was sich Fans und Experten versprachen. Hochgeschwindigkeits-Fußball, mannschaftliche Geschlossenheit, individuelle Klasse. Am Ende siegten die Londoner völlig verdient mit 3:1. Sie sind zurzeit das beste Teams zumindest in Europa (die Welt kann ich nicht einschätzen). Ich betone zurzeit, da Titel erst im Mai vergeben werden, etwa im Königsklassenfinale in Budapest.

Dementsprechend gelassen nahmen die Bayern die erste Saisonniederlage überhaupt hin. Man betonte den Lerneffekt, den diese Partie geboten hätte (etwa die unfassbar gut geschlagenen Eckbälle von Arsenal). Im Blickpunkt waren dann zwei Akteure, die ohnehin in München für Schlagzeilen sorgen

  • Lennart Karl: Zurzeit der heißeste Scheiß im Kader. Mit einer großartigen Direktabnahme, die mit Sicherheit einfacher aussah als sie war, vollendete er den schönsten Angriff des Abends zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Einen herrlichen Diagonalpass von Joshua Kimmich hatte Serge Gnabry technisch perfekt in Richtung des 17-järhigen gelenkt. Die Stimmen, die Karl unbedingt im deutschen WM-Kader sehen wollen, werden lauter, viele Argumente dagegen gibt es nicht (außer dass bis zur Nominierung im Mai noch sehr viel Wasser die diversen Flüsse hinabfließen wird.
  • Manuel Neuer: Beim Rauslaufen verschätzte sich der Schlussmann total, verpasste den Ball, den Arsenals Martinelli auch noch geschickt an ihn vorbeispitzeln konnte (und danach lässig ins verlassene Tor zum 3:1 verwertete). Das wäre ihm vielleicht vor 5 Jahren und erst recht vor 11 beim WM-Titel (vergleichbare Momente zu hauf etwa gegen Algerien). Der nächste schwere Patzer nach dem Kuller-tor in Berlin und zweimaligen´m Herumirren im Strafraum, erst gegen Freiburg, aber eben auch in London nach einer dieser großartigen Eckbälle. Seine schwache Form bestätigte er am Samstag beim 3:1 gegen St. Pauli, als er einen harmlosen Schuss des Hamburgers Andréas Hountondji passieren ließ. Hinterher räumte er erst mal die Spekulationen im seine Rückkehr ins Nationalteam auf. „Ich bin freiwillig zurückgetreten. Meine Konzentration gilt dem Verein“, bekräftigte er. Bei diesen Lestungen ist das h kein Thema, sollte Neuer aber künftig wieder gut halten, werden die Foredrungen wieder laut, das Vertrauen in die Nummer 1 Oliver Baumann ist bei Fans und Expeten, sagen wir, überschaubar.

Immerhin: Duch Tore in der Nachspielzeit gewannen die Bayern gegen den Nachzügler mit 3:1 und bleiben souverän an der Bundesliga-Spitze.

Im Verfolgerduell gelang Borussia Dortmund ein Achtungserfolg: Bei Bayer Leverkusen gewann der BVB in einer nicht immer hochklassigen Partie mit 2:1. Beide Teams hatten während der Woche in der Champions League gewonnen (Dortmund 4:0 über Villarreal, Bayer 2:0 bei Man City). Beide bestätigten ihre Anwartschaft auf einen erneuten Champions-League-Platz. Im Pokal-Achtelfinale treffen beide am Mittwoch erneut aufeinander, diesmal im Westfalenstadion.

 

Handball-Frauen mit weißer Weste

 

3 Spiel, 3 souveräne Siege gegen Island, Uruguay und vor allem beim 31:20 gegen Serbien: Die Hauptrunde der Heim-WM (mit Co-Gastgeber Niederlande) kann kommen. In Dortmund warten Spanien, die Färöer und Montenegro, die jetzt auch nicht angsteinflößenden Spitzen-Handball zeigten. Die Färingerinnen (so werden sie offenbar genannt, wie Beobachter vor Ort in Trier versicherten) setzten das emotionale Highlight des bisheigen WM-Verlaufs. Sie gewannen ihre Partie gegen die haushoch favorisierten Spanierinnen, 250 Schla chtenbummler (von insgesamt 40.000 Einwohnern hatten sich von der Insel ins so schwer erreichbare Trier aufgemacht und feieten vor, während und nach der Partie Party, während die Reporter mit Tränen in den Augen kommentierten.

Die Titelfavoritinnen gaben sich keine Blöße. Dänemark, Norwegen, Frankreich cruisen derzeit souverän durchs Turnier.

 

NBA-Cup-Viertelfinale steht

 

Zu méiner eigenen Überraschung ist alles so gekommen, wie ich es in meine Vorschau zum letzten Spieltag vorhergesehen habe. Bemerkenswert finde ich den Sieg der Orlando Magic (mit Franz Wagner und Tristand da Silva) bei den bisher so erfolgreichen Detroit Pistons. Sie werden nächste Woche im Viertelfinale mit einem Heimspiel gelohnt gegen den Florida-Konkurrenten Miami Heat . Außerdem empfangen im Osten die Toronto Raptors die New York Knicks. Im Westen kommt es zu den Paarungen Oklahoma City Thunder – Phoenix Suns und LA Lakers vs San Antonio Spurs.
Apropos NBA: Titelverteidiger Oklahoma City Thunder gewann am Sonntagabend bei den Portland Trail Blazers. Dort hatten sie ihre bisher einzige Saisonniederlage bezogen nach jetzt immerhin schon 20 Partien.

 

Odermatt siegt, Odermatt patzt

 

Das erste US-amerikanische Ski-Wochenende fand ausschließlich in Copper Mountain statt mit je zwei Rennen für Männlein und Weiblein. Marco Odermatt siegte gewohnt souverän im Super-G, schied aber im Riesenslalom (eigentlich seine Domäne)nach einem für ihn völlig untypischen Innenski-Fehler aus. Die Gusnt der Stunde nutzte der bereits 33-jährige Österreiche Stefan „Brandy“ Brennsteiner für seinen ersten Weltccup-Sieg überhaupt. Nur der Höhepunkt für das insgesamt sehr starke Austria-Team, die in besagtem Super-G die Plätze 2 bis 4 hinter Odermatt belegt hatten. Eine erstaunliche Frühform im Olympiawinter.
Die zeigte auch die Deutsche Lena Dürr. Überraschenderweise bereits im Riesenslalom, als sie beim Triumph der Neuseeländerin Alice Robinson mit Rang 6 ihr bestes Resultat überhaupt in dieser Disziplin herausfuhr; mit – ich sags jetzt uncharmant) 34 Jahren hat sie den Riesenslalom neu entdeckt. Im Slalom legte sie dann noch einen drauf und siegte wurde hinter der unschlagbaren Mikaela Shiffrin Zweite. Shiffrin schraubt weiter an ihren Rekorden, schaffte den 104. Weltcuptriumph insgesamt und gewann auch den 3. Slalom der Saison. Mit der Besonderheit, dass ihr diesmal tatsächhlich nicht zwei Laufbestzeiten gelang, dfür war sogar für sie die Piste im 2. Durchgang zu ramponiert.
Und auch Robinson stellte mit ihrem 5. Weltcupsieg einen Rekord auf, wie das US-Fernsehen kundtat. Sie ist nun Rekord–Weltcup-Gewinnerin aller Fahrerinnen, die nicht aus Europa oder Nordamerika kommen. Ich überlege, staune und rätsle, wen sie abgelöst haben könnte. Es müsste die neuseeländische (und gebürtige Österreicherin) Slalom-Spezialistin Claudia Riegler sein, die in den 90er-Jahren viermal in einem Torlauf triumphierte. Sofern ermittelbar, ist Robinson tatsächlich eine waschechte Neuseeländerin.

 

Und sonst

 

  • Bundesliga: Eine völlig überflüssige 1:2-Niederlage kassierte der VfB Stuttgart beim HSV. Beim Stand von 1:1 und in Überzahl riskierten die Schwaben bei einem eigenen Eckball in der Nachspielzeit alles und liefen prompt in den entscheidenden Konter.
  • Internationaler Fußball, England: Der FC Arsenal hat auch die schwere Hürde Chelsea genommen. An der Stamford Bridge begnügten sie sioch allerdings trotz Überzahl mit einem 1:1. Die Premier League führen die Londoner jetzt mit 5 Punkten vor ManCity (3:2 vs Leeds United) an. Vielleicht den Erfolglos-Bock umgestoßen hat der FC Liverpool mit dem harterkämpften und letztlich duchaus glücklichen 2:0 bei West Ham United.
    Italien: Spitzenreiter AS Rom musste durch die 0:1-Heimniederlage gegen Meister SSC Neapel die Tabellenführung schon wieder abgeben. Diese übernahm der AC Mailand durch ein 1:0 über Lazio. 4 Teams innerhalb von nur einem Punkt (plus Bologna mit einem Nachholspiel), diese Spannung an der Spitze ist grandios.
    Spanien: Das gilt auch für die Privera Division: Dort hat der FC Barcelona mit dem 4. Liga-Sieg in Folge Real Madrid (zuletzt 3 Remis) an der Spitze abgelöst. Dahinter lauern mit je einem Punkt Abstand Villarreal und Atlético. Balsam auf die Seele der Katalanen nach dem noch glimplichen 0:3-Debakel während de Woche beim FC Chelsea
    Frankreich: Quelle surprise, PSG ist nicht mehr Tabellenführer. Die Pariser verloren bei der AS Monaco und müssen sich derzeit mit Rang 2 hinter RC Lens zufriedengeben.
  • Basketball: Die deutschen Weltmeister errfüllten die Pflichtübung auch ohne ihre NBA-Prois um Schröder und Wagner und starteten mit einem Sieg über Israel in die WM-Qualifikation. Erfreulich: Rund ums Spiel blieb alles weitgehend ruhig.
  • Wintersport: 4 Staffeln standen zum Biathlon-Auftakt in Östersund auf dem Programm. In glänzender Frühform die Französinnen, die die Frauen-Staffel, sowie die Single-Mixed-Staffel (dank der überragenden Weltcup-Zweiten Loun Jeanmonnot) für sich entschieden. Die deutschen Starter insgesamt blieben ohne Podestplatz, gerade die Frauen um Franiska Preuß suchen noch ihre Form. Mal sehen, was die je 3 Frauen- und Männer-Einzelrennen diese Woche ebenfalls in Östersund bringen.
  • Dopingsperren: Jetzt scheint es festzustehen. Langlauf-Olympiasiegerin Victoria Carl wird wegen ihres positiven Tests zum Saison-Abschluss 2025 Olympia verpassen. Es bleibt bei der vorläufigen Suspendierung für die gesamte Saison, auch wenn der Arzt die alleinige Verantwortung für das VErabreichen des verbotenen Mittels übernahm.
    Auch die beste österreichische Rodlerin Magdalena Egle muss Olympia abschreiben. Ihre Sperre wegen gleich drei verpasster Doping-Tests wurde nur auf dreieinhalb Jahre reduziert. Sicher den Regeln entsprechend, aber ich finde die Gleichsetzung Verpassen Test=positiver Test problematisch, isnbesondere wenn ich sehe, mit welchen Ausreden die Überführten Dopingsünder davonkommen (Sinner, Swiatek, Chinas Schwimmer).
  • Motorsport: Im letzten Rennen hat Sébastien Ogier den Titel geholt. Dem Franzosen reichte ein 3. Platz beim Abschluss in Saudi-Arabien und verdrängte noch den Waliser Elfyn Evans. Es ist der 9. Titel für Ogier, der damit mit seinem Landsmann Sebastien Loeb gleichzog. Die Leistung ist umso ersstaunlicher, weil Ogier 5 der ersten 8 Rennen ausgelassen hatte.

 

Das wird die Woche, die wird

Formel-1-Showdown in Abu Dhabi, Pokal-Viertelfinale und vielleicht heikle Beschlüsse der Innienministerkonferenz zu Fußballspielen. Dazu am Freitag die Auslosung für die Fußball-WM in Washington – ohne Iraner, dafür vielen korrupten Funktionären.

 

Verstappen siegt und hofft

 

Der letzte Grand Prix bringt die Entscheidung. 3 Fahrewr dürfen noch auf den WM-Titel hoffen. Die besten Chancen hat Lando Norris, obwohl diese am Sonntag die größte Enttäuschung hinnehmen musste. Nach der total missglückten McLaren-Taktik wurde er nur Vierter, während Titelverteidiger Max Versappen im Red Bull den nächsten Sieg einheimste vor Norris´Teamkollegen Oscar Piastri (wbenso Oper der Taktik). Norris hat alle Trümpfe in der eigenen Hand. 12 Punkte hat er gegenwärtig Vorsprung auf Verstappen, sogar 16 sind es auf Piastri. Das bedeutet:

Norris wird Weltmeister

  • wenn er vor Verstappen und Piastri landet.
  • wenn er gewinnt oder mindestens Dritter wird
    – gewinnt Verstappen, muss er mindestens Dritter werden
    – gewinnt Piastri, reicht sogar Rang 6.

 

Verstappen wird Weltmeister, wenn

  • er gewinnt und Norris nicht unter die besten Drei kommt
  • er auf Platz 2 kommt, Piastri nicht gewinnt und Norris nicht unter die besten Siegen kommt
  • er mauf Platz 3 kommt, Piastri nicht gewinnt und Norris bestenfalls Achter wird.
  • er auf Platz 4 kommt, Norris nicht punktet (kein Top-10-Platz) und Piastri nicht mindestens Zweiter wird.

 

Piastri wird Weltmeister

  • wenn er gewinnt, Norris nicht unter die besten Fünf kommt.
  • er Zweiter wird, Verstappen bestenfalls Vierter wird und Norris höchstens Neunter.

 

Pokal-Revanche in Dortmund

 

Schlager des Achtelfinals ist ohne Zweifel die Partie zwischen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen. Im Westfalenstadion kommt es am Dienstag zur Revanche der Bundesliga-Partie vom Samstag, das die Dortmunder mit 2:1 für sich entschieden. Anstoß ist erst um 21 Uhr, das dürfte dem vorher stattfindenden Nations-League-Finale der deutschen Frauen gegen Spanien in Madrid (siehe unten) geschuldet sein. Ich sehe das Spiel zwischen den beiden nach Bayern besten deutschen Teams (trotz RB Leipzig) völlig offen.
Die Bayern wollen im Pokal mal wieder überwintern. Ausgerechnet beim 1. FC Union müssen sie antreten. Die Berliner sind bisher die einzige nationale Mannschaft, gegen die der Meister seit Saisonbeginn Punkte gelassen hat. Die absolute Topfom scheint mir beim FCB verloren, vielleicht fordert jetzt eben doch die Club-WM und der recht kleine Kader ihren Tribut. Trotzdem sind die Münchner im Stadion An der Alten Försterei natürlich (natürlich!) klarer Favorit.

 

Brisante IMI-Konferenz

 

Die Minister tagen ab Mittwoch, und unter anderem steht ein Strauß von Maßnahmen gegen die angeblich uferlose Gewalt in Fußball-Stadien auf der Agenda. Im Gespräch sind unter anderem personalisierte Tickets und erkennungsdienstliche Maßnahmen durch KI. Was mir am übelsten aufstößt: Die Vereine respektive die DFL soll zu Stadienverboten aufgrund des bloßen Verdachts (und zudem evtl. noch als Kollektivstrafe ausgesprochen) genötigt werden. Gegen diesen rechtsstaatlichen Irrsinn wehren sich gerade die Fans (mit Schweigen in den ersten 12 Minuten/12. Mann und so). Sollte uns alle angehen, weil die Herrschaften Innenminister (beileibe nicht nur die Unionisten) den Fußball und sein Umfeld gerne als Versuchsballon für ihre Maßnahmen betrachten.
Ich finde im übrigen nicht, dass die Gewalt in den Stadien derart zugenommen hat, dass derart drastische Maßnahmen notwendig sind. Inakzeptable Aktionen wie das Abschießen von Feuerwerkskörpern in vollbesetzte Tribünen sind natürlich konsequent zu verfolgen. Leider gebären sich Fußball-Fans gerade auf den Fahrten zu Spielen für andere Bahn-Gäste schlicht indiskutabel (kein Mensch bei Sinnen steigt in einen Zug mit hunderten besoffenen, gewaltbereiten, nahezu ausschließlich Männern!). Mal sehen, wass von den dickhosigen Ankündigungen auch von SPD-Politikern übrig bleibt, dann gehe ich auch näher auf die Maßnahmen ein.

 

Todesgruppe oder Spaziergang?

 

Die WM in Amerika wird am Freitag konkrete Konturen annehmen. Dann nämlich erfolgt in Washington die Auslosung de 12 WM-Gruppen à 4 Mannschaften, und die Teilnehmer wissen, wohin die Reise im riesigen Amerika sie führt: Kanada, Mexiko, USA West oder Ost, Süd oder Nord.
Die Deutschen sind in Top 1 gesetzt, treffen vorerst also nicht auf ultrastarke Teams wie Spanien, England, Frankreich  und Argentinien (das sind zurzeit meine engsten Turnierfavoriten, liebe Brasilianer und Holländer). Dennoch könnte die Nagelsmann-Truppe etwa auf Uruguay, Elfenbeinküste und Italien treffen (heftig-herb) oder auf Iran, Neuseeland und Curacao (süß).
Ein Weiterkommen ist so oder so Pflicht, da insgesamt neben den ersten Zwei jeder Gruppe auch die acht (!) besten Gruppendritten weiterkommen. Danach folgen gleich 5 (!) K.o-Runden bis zum Titelgewinn. Der Weltmeister benötigt also erstmals 8 Spiele.

Das Sportliche ist das Eine, die politische Dimension das Andere. Und da hat die US-Regierung mit dem Ausschluss der iranischen Delegation, deren Vertreter allesamt kein Visum erhalten haben, ein deutliches Zeichen gesetzt, wohin die Reise geht: Der US-Gastgeber schafft an. Ein absolutes NoGo bei einer solchen Großveranstaltung, doch weder FIFA und ihr Trump-Speichellecker Präsident Präsident Infantino noch die Verbände haben auch nur ein Wort des Protests erhoben. Da das Ganze in Washington stattfindet, ist es durchaus wahrscheinlich, dass Top-Terrorist und Massenmörder Trump (die auf seinen Befehl gesprengten Boote mit 100 Toten und mehr vor Venezuela sind nichts anderes als Mord) sich persönlich die Ehre gibt. Niemand der Top-bezahlten Funktionäre wie DFB-Präsident Bernd Neuendorf (300.000 Euro netto plus üppiges Tagesgeld plus Unterbringung in Luxushotels plus andere Annehmlichkeiten aller Art) will es sich verscherzen. Die Gier bei gleichzeitiger Unfähigkeit kennt hier wirklich keine Grenzen.

 

Beaver Creek, leider abgespeckt

 

Die Ski-Abfahrtsstrecke „Birds of Prey“ gehört zu meinen Lieblingen. Doch akuter Schneemangel auch in den USA haben eine Änderung des Programms erforderlich gemacht. Die Männer-Abfahrt am Donnerstag fällt komplett aus, die am Freitag findet auf verkürzter und verändeter Strecke statt. Dazu ein Super-G und ein Riesenslalom am Samstag und Sonntag.
In den vergangenen Jahren waren die Schweizer in den Speed-Disziplinen eine Klasse für sich. Doch außer Marco Odermatt (trotz des Ausscheides im Riesenslalom in Copper Mountain) havben die Eidgenossen noch nicht zu ihrer Form gefunden).
Die Frauen müssen auf Speed noch verzichten. Für sie stehen im kanadischen Tremblant 2 Riesenslaloms auf dem Programm. In dieser Disziplin bisher Top: die Österreicherin Julia Scheib (1 Sieg, 1 Zweiter Platz) und die Neuseeländerin Alice Robinson (1 Sieg).

 

Fußball-Frauen spielen um Titel

 

Im Nations-League-Finale steht am Dienstag (18:30) das Rückspiel zwischen Spanien und Deutschland an. Dasa Hinspiel am Freitag in Kaiseslautern endete 0:0, wobei die Gastgeber eine bärenstarke Leistung zeigten, nur das Toreschießen vergaßen. Ich selbst havbe die Partie wegen eines Konzertbesuchs nicht gesehen, aber alle Kommentatoren bescheinigten der Truppe von Cjhristian Wück einen sehr Auftritt, der sich halt nicht in Zahlen widerspiegelte. Ob das im Madrider Metropolitano, der so stimmungsvollen Heimstätte von Atlético) wiederholen lässt, ist die große Frage. Noch einmal werden sich die spanischen Starspielerinnen innen Putellas und Bonmati wohl nict auf der Nase herumtanzen lassen.

 

Für die Handball-Frauen wird es ernster

 

Sie bestreiten die WM-Hauptrunde in Dortmund mit Partien gegen Spanien, die Färingerinnen und Montenegro. Platz 1 oder 2 müssen her in der Sechsergruppe fürs Minimalziel Viertelfinale (die 2 Siege gegen Serbien und Island werden mitgenommen). Sollte machbar sein, obwohl sich WM-Neuling Färöer bisher fantastisch schlägt mit einem sieg über Spanien.

 

Franziska Preus auf Mission Titelverteidigung

 

Nach den Biathlon-Staffeln vom Wochenende finden in Östersund die ersten Einzel-Wettbewerbe für Frauen (und Männer) statt. Auf der Agenda steht das volle Programm mit Einzel (Di., Mi.), Sprint (Fr., Sa.) und Verfolgung (beide So.). Es gilt, gut in die Saison hineinzukommen.
Gibt es wieder einen Zweikampf Preus gegen Jaquemot, der in der vergangenen Saison erst in der letzten Kurve entschieden wurde zu Gunsten der Deutschen. Welche andere Französin des trotz der internen Zwistigkeiten so unfassbar starken Teams (Simon? Braizat-Bouchet??) kann eingreifen? Machen die deutschen Talente (Grothar) weiter Boden gut?
Extrem der Aderlass bei den Norwegern, die nach dem Rücktritt die beiden Böe-Brüder Johannes-tignes und Tarjej ersetzen müssen.

Laura Dahlmeier schaut hoffentlich vom Himmel aus zu.

 

Und sonst?

 

  • Bundesliga: Schlager des 13. Spieltags ist der Südgipel zwischen dem VfB Stuttgart und Meister FC Bayern. Das ist ja auch eine At Familientreffen zwischen Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß und dem sehr viel beühmteren Bayern-Onkel Uli (nominell „nur“ noch Ehrenmitglied, tatsächlich immer noch der mindestens Mit-Herrscher). Wie oben erläutert, sehe ich die Münchner nicht mehr völlig unangetastet, der VfB hat sich trotz des Abgangs von Nick Woltemade gefunden und könnte durchaus Ärger bereiten.
    Nominell das Topspiel ist die Begegnung zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt (Sal., 18:30). Die Frankfurter zuletzt in der Liga zumindest ergebnismäßig wieder auf Kurs, das gilt erst recht für die Bullen, immerhin auf Platz 2 der Liga.
    Im Blickpunkt steht nach 7 Jahren Pause auch das Nordderby zwischen dem HSV und Werder Bremen, wobei die Partie nicht mehr die Brisanz hat wie bei der Viererserie 2009 (Stichwort: Papierkugel).
  • Internationaler Fußball, England: Gleich 2 Spieltage stehen in der Premier League an, die berühmte Entlische Woche. Spitzenreiter FC Arsenal empängt am Mittwoch den FC Brentford und hat am Samstag (13:30) eine durchaus heikle Aufgabe bei Aston Villa. Meisetr Liverpool muss gegen Sunderland (Di., 21:15) und bei Leeds United (Sa., 18:30) seine Form finden.
    Spanien: Knifflige Auswärts-Aufgaben für den FC Barcelona (Betis Sevilla) und Atlético (Athletic Bilbao).  Real empfängt Celta Vigo (So., 21:00).
    Italien: Meister Napoli gegen Rekordmeister Juventus (So., 20:45), immer ein reizvolles Duell Süd gegen Nord. Die Alte Dame aus Turin allerdings auf Formsuche (zurzeit nur auf Platz 7).
  • Basketball: Die deutschen Weltmeister bestreiten in der WM-Qualifikation nach dem Heimsieg über Israel die Pflichtaufgabe auf Zypern (Mo., 18:00).
    In der Euroleague müüsen die Münchner in der extremstimmungsvollen Belgrader Halle bei Partizan unbedingt mal wieder einen sieg landen, um die Playoff-Plätze nicht fcrühzeitig aus den Augen zu verlieren.
  • Handball: Der SC Magdeburg hat gegen FA Göppingen die nächste machbare Aufgabe. Die Meisgterschaft rückt jetzt schon nahe, weil die Verfolger Flensburg-Handewitt und THW Kiel überraschend Federn lassen.
  • Wintersport: Das volle Programm: Skispringer (Trondheim), Langläfer und Kombinierer (WM-Ort Trondheim), Eisschnelllauf (Heerenveen). ZDF und Eurosport mit ewigen Sendestrecken (nicht nur) am Wochenende.

Echtes Endspiel in Denver

Blick über den Teich, NBA

 

Der letzte Vorrunden-Spieltag des NBA-Cups steht heute Nacht an, wo im Osten und Westen jeweils vier K.-o.-Runden-Teilnehmer ermittelt werden. Fix ihren Platz haben erst 2 (Toronto Raptors/Ost und LA Lakers/West), fix ausgeschieden sind jeweils 8 Mannschaften, darunter erstaunlicherweise die grundsätzlich so gut in die Saison gesarteten Houston Rockets. 12 Teams haben also noch mehr (Miami Heat) oder weniger (Milwaukee Bucks) realistische Chancen. Das versuche ich zu beleuchten, wobei ich jetzt nicht jede Unwahscheinlichkeit (Siege mit mehr als 40 Punkten Unterschied einfließen lasse.
Am interessantesten dabei sind naturgemäß die direkten Duelle, in denen der Sieger (fast) sicher weiter ist und der Verlierer das Viertelfinale verpasst.

Ein solches findet in Denver statt, wo die Nuggets in 1600 Meter Seehöhe die San Antonio Spurs empfangen. Wer gewinnt, ist Gruppensieger und sicher weiter, wer verliert, ist sicher raus. Bei den Nuggets fehlen sehr starke Spieler wie Christian Braun und Aaron Gordon, bei San Antonio der Außerirdische Victor Wembanyama.
Im Westen sind sonst noch die Partien Thunder vs Suns (Gruppe A) und Clippers vs Grizzlies (B) relevant fürs Weiterkommen. Die Ausgangsposition: Thunder und Suns liegen derzeit bei 3:0 Siegen, wer gewinnt kommt also sicher weiter  (bei der unfassbaren Form der Thunder höchstwahrscheinlich die Suns). Der Zweite Phoenix hat derzeit das klar bessere Korberhältnis (+35) gegenüber den Protagonisten Grizzlies (+9) oder gar Clippers (-15). einzig einigermaßen spannendes Szenario entwickelt sich also bei einer Niederlage der Suns und einem Sieg der Grizzlies, wo de Unterschied „nur“ 26 Punkte beträgt, die sich bei Niederlage Suns und Sieg Clippers ja gegenseitig abknabbern.

 

Mehr Spannung im Osten

 

Nur kampflos zuschauen können die Miami Heat, ob sie als Gruppensieger in der Gruppe C noch von den New York Knicks abgefangen werden. Diese empfangen die Milwaukee Bucks und würden mit einem Sieg aufgrund des Erfolgs im direkten Duell am 3. Spieltag auf jeden Fall an den Heat vorbeiziehen. Verlieren sie dagegen, sind sie sicher raus. Doch die Bucks (auch noch ohne Giannis Antetokuonpo) haben eben gegen die Heat verloren, können also nicht mehr Gruppensieger werden. Und ihr Korbvehältnis ist so schlecht (+11), dass es äußerst unwahrscheinlich praktisch ausgeschlossen ist, dass sie als bester Gruppenzweiter weiterkommen.

In der Gruppe B gibt es ein direktes Duell um den Gruppensieg: Dabei empfangen die Pistons (2:1) die Magic (3:0) mit Franz Wagner und Tristan da Silva). Wer gewinnt, ist also sicher durch. Falls die Magic verlieren, hätten sie noch die Chance auf den besten zweiten Platz, den sie zu 98 Prozent sicher haben, wenn sie nicht mit mehr als 12 Punkten Unterschied unterliegen (und den Cavs nicht ein Kantersieg gelingt/siehe unten). Die Pistons wären mit einer NIederlage auf jeden Fall raus.

Ihtr wollt es noch komplizierter, bitte sehr! Bleiben nämlich die Chancen der Cavaliers, die bestenfalls auf ein Weiterkommen über Platz 2 hoffen dürfen (die Raptors können sie in der Gruppe A nicht mehr einholen). Sie müssen also vor den Heat (ich setz jetzt mal den Sieg der Knicks gegen die Bucks voraus) und Magic/Pistons bleiben.
Die Heat würden sie mit einem Sieg mit +16 und mehr abfangen. Dann hinge alles von der Partie Pistons vs Magic ab. Gewinnen die Magic, wären die Cavs auf jeden Fall vor den Pistons. Auf die Magic müssten sie insgesamt 28 Punkte gutmachen.

Wer das jetzt alles verstanden hat, Gratulation … Wobei die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass ichs falsch erklärt habe.

 

Langer Rede, kurzer Tipp

 

Im Westen kommen weiter: Oklahoma City Thunder (Gruppe A), LA Lakers (B), Nuggets/Spurs (C) sowie als bester Gruppenzweiter die Phoenix Suns.
Im Osten kommen weiter: Raptors (A), Magic (B), Knicks (C) und als bester Gruppenzweiter Miami Heat.

Schaun mer mal …

Jeweils die beiden besten Gruppensieger in Ost und West haben in den Viertelfinali (9./10. Dezember) Heimrecht. Nach Stand der Dinge wären das die Raptors und Magic respektive die Thunder und Lakers.

Das Final Four findet in Las Vegas statt mit den Halbfinali (Sa., 13. Dezember, 23::30/So., 03:00 MEZ) und dem Finale (16. Dezember/02:30).

Bahn-Sanierung endet im Desaster

Nein, es geht nicht um unser allerliebstes Verkehrsmittel. Sondern um olympische Bob- und Rodelbahn in Innsbruck-Igls, wo 1976 tollkühne Frauen und Männer zu Tal gesaust sind. Mit 3 Goldenen für die DDR, wer sich erinnert. Und erstaunliche riesenei-hafte Behelmung in scheußlichem Gelb der bundesdeutschen Starter (bisschen scrollen, bitte).

https://www.sport1.de/news/wintersport/rodeln/2022/10/weltmeister-und-visionar-fendt-wird-75

Seitdem ist die Bahn im schönen Tirol natürlich immer wieder aufgehübscht worden, um auch den modernen Anforderungen des Schlittensports (zu Bob und Rodel  kamen die Skeletonis dazu) gerecht zu werden. Natürlich das Trainingszentrum für die Österreicher, die neben Deutschland gefühlt einzige Nation, die Rodeln ernsthaft betreibt (ich übertreibe nur ein bisschen, liebe Italiener und Letten!). Sehr medaillenträchtig fürs Ösi-Land. Und nach dem vorläufigen Zerstörung der Bahn vom Königssee nach dem verheerenden Murenabgang 2021 die einzig noch aktiv betriebene Kunsteisbahn in den Alpen (RIP die musealen Cesenatico 2006 und La Plagne 1992). Innsbruck-Igls galt lange sogar als seriöse Alternative für die olympischen Wettbewerbe 2026, falls die Bahn in Cortina nicht rechtzeitig fertig würde (was wie durch ein Wunder tatsächlich gelang).

Also war die neue Sanierung nur logisch, und gerne sprangen Bund, das Land Tirol und die Stadt Innsbruck zu je ein Drittel als Finanzier ein, die Ösi-Medaillen, verstehst? 31 Millionen Schilling Euro kostete der Umbau, eine Stange Geld. Doch spätestens als die Ösi-Rodler im Oktober zu ihrer Hausbahn kamen, war der Schrecken riesig. 2 Kurven erwiesen sich bei ersten Probefahrten als absolut unfahrbar und brandgefährlich: Obwohl Weltklasserodler und Testpilot Jonas Müller sogar nur vom Juniorenstart losgefahren war, also wenig Geschwindigkeit hatte, war die Sturzgefahr immens. Kurzfristige Umbauten versprachen und versprechen absolut keinen Erfolg. In dieser Woche versuchten auch die Skeleton-Fahrer ihr Glück – und brachen ebenso chancenlos ab.

„Ein Desaster“, bilanzierte Austrias Rodelverbands-Präsident Markus Prock, zu aktiven Zeiten einer der härtesten Konkurrenten vom Hackl Schorsch. Nicht nur fallen die Weltcups auf der Traditions-Bahn aus. Den Österreichern fehlt jetzt auch die Trainigsbahn. Betroffen ist aber auch ein Teil der deutschen Fahrer, nämlich alle Bayern, die nicht nach Oberhof und/oder Winterberg ausweichen wollen. Innsbruck-Igls war nach dem Wegfall von Königssee (Wiedereröffnung frühestens 2026) die nahe Alternative: nicht nur für die Elite-Rodler, sondern vor allem auch für Kinder und Jugendliche, die an diesen Sport herangeführt werden sollen.

Und nun? Muss die Sanierung der Sanierung erfolgen. Die noch mal Geld kostet, und seien es nur 30 Millionen Schilling (Spaß muss sein …). Vor allem ist völlig unklar, wer diesen eklatanten Konstruktionsfehler der unfahrbaren Kurven 13 und 14 begangen hat. Angeblich kamen schon recht früh Zweifel an der neuen Bahnführung auf, warum denen nicht nachgegangen oder nicht abgeholfen wurde, das versucht man jetzt zu klären. Die gegenseitige Schuldzuweisung hat ebenso begonnen wie das Indeckunggehen der vermeintlich Verantwortlichen – zumindest auf diese Schutzmechanismen ist auch in Österreich Verlass.

Immerhin in einem Punkt sind sich alle einig: Schlittensport in Innsbruck-Igls soll es weiter geben. Ein wichtiges Datum leuchtet schon. Im Januar 2027 sollen Rodel-Weltmeisterschaften dort stattfinden. Es eilt also extrem.

Das wird die Woche, die wird

Handball-WM der Frauen, die deutschen Fußballfrauen im Nations-League-Finale, plötzlich Spannung in der Fomel 1 und Ski in den USA.

 

Norwegen auch ohne Eis und Schnee überragend

 

Stell Dir vor, es ist Heim-WM und niemand darf zugucken. Leider wahr, wie die Handballfrauen gerade feststellen müssen. Morgen beginnen die Titelkämpfe in Deutschland und Holland, aber das lineare Fernsehen bleibt außen vor. ARD und ZDF, die jeden schwachsinnigen Wintersport-Weltcup in epischen Wochenendstrecken übertragen (siehe unten), sind ebenso außen vorgeblieben wie die Privatsender. Reiner Frauensport, wenn es nicht gerade Fußball ist (siehe unten), fristet immer noch ein erbärmliches Dasein.
Ich will eingestehen, dass Frauen-Handball jetzt auch nicht das ist, wofür ich alles stehen und liegen lasse. Aber Welttitelkämpfe, die interessieren dann schon. Auch wenn mit Norwegen, zuletzt dreimal Olympiasieger, die Weltmeisterin schon feststeht – oder sind es doch die Französinnen oder gar Däninnen?
Die Deutschinnen jedenfalls gehören nicht zu den Topfavoritinnen. Viertelfinale wäre schon hübsch, allerdings bei einem (Co)-Heimturnier auch Pflicht. In Deutschland finden Spiele in Stuttgart (deutsche Gruppe), Trier (Vorrunde) sowie in der Dortmunder Westfalenhalle (Hauptrunde) statt. Im Nachbarland gibt es Spiele in s´Hertogenbosch und Rotterdam, wo dann auch das Finalwochenende (13./14. Dezember) ausgetragen wird.

 

Modus

 

32 Länder haben sich qualifiziert und  spielen in acht Gruppen mit jeweils 4 Teams. Drei Mannschaften steigen in die Hauptrunde auf, die jeweils Tabellenletzten dürfen (müssen?) im Presidents Cup eine Trostrunde ausspielen. In den 4 Hauptrunden á 6 Mannschaften erreichen die beiden besten das Viertelfinale.
Deutschland ist in der Gruppe C gesetzt und trifft jeweils in der Stuttgarter Porsche-Arena auf Island (Mi., 18:00), Uruguay (Fr., 18:00) und Serbien (So., 18:00). Sollte die Hauptrunde (es wäre die Gruppe 2) erreicht werden, trifft das Team um Emily Vogel (bekannter unter dem Mädchennamen Bölk) jeweils in Dortmund auf die 3 besten Vertreter der Gruppe D (Spanien, Montenegro, Färöer und Paraguay). Die Vorrundenpunkte gegen die ebenfalls qualifizierten Mannschaften werden wie gehabt mitgenommen.

 

Deutsche Aussichten

 

Ziel ist eine Medaille, Minimalziel das Viertelfinale. Das sollte angesichts der Gegner zu schaffen sein. Island in der eigenen Gruppe und später Spanien sehe ich auf Augenhöhe, gefährlich könnte Montenegro werden. Aber wirklich einschätzen kann ich die Konkurrenz nicht. Knackpunkt wird das Auftaktmatch gegen Island. Spekulatius über den weiteren Turnierverlauf erspare ich mir und Euch.

 

Favoritinnen

 

Norwegen war bei Olympia der Konkurrenz um Längen voraus, allerdings ist Welthandballerin Stine Oftedahl Dahmke zurückgetreten. Titelverteidigerin ist Frankreich, dessen junges Team zu großen Leistungen in der Lage ist, allerdings beim heimischen olympischen Turnier 2024 gegen Norge absolut chancenlos blieb. In Dänemark ist Frauenhandball Nationalsport. Zu beachten ist sicher Co.-Gastgeber Holland, 2019 völlig überraschend Weltmeisterin.

 

Fernsehen (Stream)

 

Wer alle Spiele sehen will, kommt um sporteurope.tv (früher sportdeutschland) nicht herum. Der Turnierpass kostet schlanke 15,99 Euro (wer legt solch krumme Preise fest?). ARD und ZDF gingen leer aus bei der Vergabe (offenbar ohne großes eigenes Verschulden, aber wirklich mit Verve hat man sich nicht bemüht, auch nicht nachträglich), Rechte an zeitversetzten Übertragungen sicherte sich Eurosport. Für ARD/ZDF bleiben Beiträge fürs Morgen- und Mittags-Magazin …

 

Fußball-Frauen kämpfen um Titel

 

Es geht um die Nations League, und in den beiden Endspielen ist mal wieder Spanien der Gegner. Und Espana muss als klare Favoritin gelten mit den beiden brillanten Mittelfeldakteurinnen Bonmati und Putellas sowie einer ganzen Armada von Hochbegabten. Doch schon der Final-Einzug ist ein großer Erfolg für das Team von Bundestrainer Christian Wück. Die Halbfinalerfolge gegen Frankreich durfte man wirklich nicht erwarten.
Das Hinspiel findet am Freitag (20:30) in Kaiserslautern statt. Das ZDF überträgt natürlich live (es geht um Fußball, nicht um schnöden Handball), das Rückspiel ist für Dienstag (2. Dezember) ab 18:30 in Madrid (Stadio Metropolitano, die Heimat von Atlético) terminiert oder für die Daheimgebliebenen in der ARD zu verfolgen.
Mit Rückenwind eines US-Titels kommt die deutsche Torhüterin Ann-Katrin Berger in die Heimat.

 

Ski Alpin über dem Teich

 

Männer und Frauen machen zum Auftakt des US-Trips in Copper Mountain Station. Für die Männer gibt es den ersten Super-G-Weltcup (Donnerstag) sowie tags den zweiten Riesenslalom der Saison, am Samstag und Sonntag folgen Riesenslalom und Slalom der Frauen. Als haushohen Favorit sehe ich Marco Odermatt (für Super-G und RS), bei den Frauen führt der Weg zum Sieg allein über Mikaela Shiffrin; im Slalom geradezu unschlagbar, im Riesenslalom allerdings nur eine von vielen Sieganwärterinnen. Siehe der Auftakt im österreichischen Sölden vor einem Monat, wo die Einheimische Julia Scheib triumphierte.

 

Und sonst?

 

  • Champions League: Wieder mit schön klingenden und schön anzusehenden Partien wie ManCity – vs Leverkusen (Di., 21:00/Prime), Arsenal vs FC Bayern und Atlético vs Inter( beide Mi., 21:00/DAZN). Allerdings jeweils ohne große Bedeutung, höchstens fürs Ego. Das gilt nicht für Eintracht Frankfurt, das ebenfalls am Mittwoch gegen Atalanta Bergamo (21:00/DAZN) unbedingt einen Sieg braucht, um einen Top-24-Platz (und damit die K.-o.-Runde) zu sichern. Ich persönlich kann mit dem Format nix anfangen, es gibt aber Fußball-Fans, die darauf schwören …
  • Bundesliga: Es wartet ein durchaus interessantes Freitagsspiel, wenn Borussia Mönchengladbach (zuletzt 3 Siege) den „schärfsten“ Bayern-Verfolger RB Leipzig empfängt. Die Münchner selbst sind am Samstag (15:30) Gastgeber für das derzeit desaströse St. Pauli (zuletzt 8 Ligapleiten in Folge). Echtes Topspiel am Samstag ab 18:30 bei der Partie der Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen gegen Borussia Dortmund.
  • Internationale Fußball-Ligen, England: Nächstes London-Derby für den souveränen Tabellenführer FC Arsenal. An der Stamford Bridge bittet der Zweite FC Chelsea zum Tanz (So., 17:30).
    Italien: Tabellenführer AS Rom empfängt Meister SSC Neapel (So., 20:45), der als Dritter nur 2 Punkte Rückstand hat und die Roma mit einem Auswärtserfolg ablösen könnte.
  • Basketball: Auftakt der WM-Qualifikation für die deutschen Männer mit einem Heimspiel gegen Israel (Do, 19:30/Ulm) und einer Partie am Montag auf Zypern (18:00). Drei Teams der Vierergruppe (für D auch noch Kroatien) erreichen die nächste Runde, das ist Pflicht ür den Titelverteidiger, auch wenn die NBA-Stars Dennis Schröder, Franz Wagner nicht dabei sind.
    Zuvor spielt der FC Bayern noch in der Euroleague in Valencia (Di.).
  • Wintersport: Nach und nach sind und kommen alle Disziplinen in den Weltcup-Modus. Die Skispringer sind schon heute und morgen in Falun im Einsatz (Normal- und Großschanze) sowie am Wochenende in Ruka.
    In Ruka haben auch die SkilangläuferInnen sehr gut zu tun mit Klassik-Einzel (Fr.), Klassiksprint (Sa.) und Massenstart in der Freien Technik (So.).
    In Östersund greifen die Biathleten ins Geschehen ein mit Männer/Frauen-Staffeln (Sa.) sowie Single Mixed und Mixed-Staffel (So.). Alles episch bei Eurosport und ARD zu verfolgen. Wer braucht da noch den Presseclub und andere uninteressante Politik-Magazine?