Wildes Rennen in der AFC

Blick über den Teich, NFL

 

AFC

 

Wirklich von Stuhl haut mich kein Team. Egal wer letztlich in den Super Bowl kommt: Dort würde ich das NFC-Team auf jeden Fall favorisieren. Aber einer muss ja …

 

East

 

Für mich sind die New England Patriots klar die größte positive Überraschung der gesamten Liga. Eigentlich wähnten alle das Team aus Boston noch in der Aufbauphase nach den glorreichen jahren um Tom Brady. Doch der junge Quarterback Drake Maye legt nach mediokren 1:2-Start mittlerweile unglaubliche Zahlen auf. 10 Siege in Folge sind dann absolut kein Zufall mehr, auch wenn der Spielplan recht gnädig war, aber es steht eben auch der wahrscheinlich divisions-entscheidende Auswärtssieg bei den Buffalo Bill zu Buche
Ob es zum Divisionssieg reicht? Wenn das Heimspiel am Sonntag gegen die Bills gewonnen wird, ist dieser schon fix. Doch sogar bei einer Niederlage stehen die Chancen nicht schlecht.
Die Bills selbst galten (und gelten immer noch)  für viele sogar als Favorit für den Super Bowl. Doch die Leistungen entsprachen nicht immer jeden Erwartungen. Zuletzt gegen die Dincinnati Bengals benötigten sie am Ende die gütige Mithilfe von Bengals-Quarterback Joe Burrow, der in der Schlussphase nach zuvor starker Leistung zwei abstruse Bälle in die Hände de Bills-Verteidiger löffelte. Andererseits kann die Offense um Josh Allen jeden Gegner aus den Schuhen spielen.

🧠 Patriots

 

North

 

Unfassbar: Die Pittsburgh Steelers sind drauf und dran erneut in die Play-offs einzuziehen, nämlich als Divisionssieger Nord. Das ist (neben der schauderhaft schwachen Division) vor allem Verdienst der knallharten Verteidigung, weniger des Alt-Quarterbacks Aaron Rodgers, der zwar einige sehr hübschen Pässe an den Mann bringt, andererseits mit seinen 41 jahren in etwa so beweglich ist wie eine schlecht geölte Bahnschranke. Macht offenbar nichts, auch weil die Nord-Konkurrenz aus Baltimore (Lamar Jackson) und Cincinnati (Joe Burrow) lange auf ihre Top-Quarterbacks verzichten musste.
Noch sind die Ravens in Schlagdistanz, wenn das so bleibt, würde das direkte Duell am letzten Spieltag zu Hause gegen Baltimore entscheiden. Dass der Zweite über die Wild Cards weiterkommt, ist eher unwahrscheinlich.

🧠 Steelers

 

South

 

Lange schienen die Indianapolis Colts unaufhaltsam, doch zuletzt 3 Niederlagen in Folge haben die Stimmung arg gedämpft. Noch mehr allerdings die schwere Verletzung des vor allem zu Saisonbeginn so starken Quarterbacks Daniel Jones. Da auch der Ersatz und der Ersatz des Ersatzes malade ist, haben die Colts in ihrer Verzweiflung gar beim 44-Jährigen (!) Philip Rivers nachgefragt. Und ja, er will (und wird tatsächlich am Sonntag gegen die Seattle Seahawks als Stgarting Quarterback auflaufen, wie das Team gerade bestätigte.
Plötzlich in der Vorderhand sind die Jacksonville Jaguars mit ihrem außergewöhnlichen Spielmacher Trevor Lawrence (wenn er es nicht übertreibt, wie so gerne). Und auch die Houston Texans mit CJ Strout sind weiter in der Verlosung.

🧠 Jaguars

 

West

 

Zumindest eines steht rechnerisch fest: Die Kansas City Chiefs werden diese Saison ihre Division nicht gewinnen. 5 Siege Rückstand bei noch 4 Spielen, das kann nicht einmal Houdini-Quarterback Patrick Mahomes aufholen, der ansonsten so viele Unmöglichkeiten schafft.
Vielmehr dürften am Ende die Denver Broncos die Nase vorn haben, die erst 2 ihrer 13 Partien verloren haben (ernsthaft!?). Nicht mit Champagner-Football (falls es so etwas gibt), sondern mit einer allenfalls soliden Offensive, dafür einer umso zupackenderen Defensive.
Rechnerisch abgefangen können sie noch von den Los Angeles Chargers, die mit Justin Herbert einen der aufregenderen und wurfstärksten Quarterbacks der Liga haben (zurzeit etwas angeschlagen). Allerdings haben sie ein ziemlich heftiges Restprogramm mit 3 Auswärtsspielen, darunter in Denver und Kansas City

🧠 Broncos

 

Wild Card

 

Schaue ich gerade auf die Tabelle der AFC, sind es hinter den 4 Divisionssiegern 4 weitere Teams, die sich um 3 freie Plätze sammeln. Mit 9:4 Siegen jeweils die Bills und Chargers, ein Sieg dahinter die Texans und Colts. Die mit Abstand schlechtesten Karten haben die Colts: wegen des Negativ-Trends und der nicht zufriedenstellend geklärten Quarterback-Situation (ein 44-Jähriger? Seriously??).
Und die Chiefs? Die ewigen Play-off-Kandidaten seit einem Jahrzehnt? Die Chancen sind minimal, aber in der Theorie noch vorhanden. Mindest-Voraussetzung: Sie gewinnen ALLE 4 ausstehenden Spiele, als da sind:
Chargers (H), Titans (A), Broncos (H), Raiders (A). Wie gesagt: Es ist Houdini Mahomes, von dem wir hier reden …

Dennoch 🧠:  Bills, Chargers, Texans

Lindsey Vonn beschämt alle Kritiker

Ich hatte Lindsey Vonn in meiner Vorschau wirklich nur vergessen: die beste Abfahrerin aller Zeiten. Spätestens nach dem unglaublichen Rennen am Freitag im sonnenunüberfluteten St. Moritz dürfte sie auch die letzten Zweifler überzeugt haben. Am Ende einer ansonsten extrem engen Abfahrt hatte sie sage und schreibe 0,98 Sekunden vor der Überraschungs-Zweiten Magdalena Egger und gar 1,16 auf Miri Puchner (beide Österreich). Um die unfassbare Dominanz von Vonn zu verdeutlichen: Zwischen der Zweiten Egger und der 20. Ester Lehecka lagen insgesamt auch nur 1,22 Sekunden.
Das märchenhafte Comeback, das Vonn im vergangenen Jahr mit damals 40 anstrebte, ist damit vollendet.

Das Ganze wurde von vielen sogenannten Experten als Scherz aufgefasst, Vonn als geltungsdsüchtige Idiotin beschimpft und verunglimpft, die sich auf der Piste zum Narren machen und 10 Sekunden hinterherfahren würde. Eine absolute Unverschämtheit, nicht wahr, Herr Wasmeier und viele Schweizer Größen (Urs Lehmann?). Schon in der vergangenen Saison hatte Vonn tolle Ergebnisse (unter anderem ein 2. Platz in Kvitfjell), aber erst jetzt ist sie wieder in der unschlagbaren Lindey-Vonn-Abfahrts-Form. Eine echte Entschuldigung der sog. Experten war nicht zu vernehmen oder habe zumindest ich nicht vernommen.

Vonn fährt mit einem künstlichen Kniegelenk. Ein großes Risiko, denn bei einem schweren Sturz (in der Abfahrt immer möglich) würden die Knochen drumherum bersten, schaudert es Medizinern; es bestehe dann die Gefahr einer Komplett-Amputation. Doch der Amerikanerin scheint das Risiko bewusst, geht gar nicht auf hundert Prozent, wie sie heute nach dem Rennen zwischen Freuden-Weinkrämpfen behauptete. Für die Konkurrenz bedeutet das nichts Gutes, zumindest wenn es um den Platz ganz oben auf dem Stockerl geht. Wobei natürlich auch der Vonn nicht jeder Lauf so aufgehen wird wie dieser bei besten Bedingungen auf der Corviglia.

Die Deutschinnen schlugen sich prächtig. Als Emma Aicher mit Nummer 13 auf Platz 1 raste, glaubte ich fest an einen Podestplatz. Sie wurde dann aber hintereinander von Miri Puchner, Sofia Goggia und eben Vonn nach und nach verdrängt und wurde letztlich Fünfte. Angesichts der Tatsache, dass sie auch die beschwerliche US-Tour mit 4 Rennen in Nordamerika auf sich nahm, ist diese Leistung nicht hoch genug einzuschätzen, zumal auf Platz 2 nicht mal eine halbe Sekunde fehlte. Auch Kira Weidle-Winkelmann dürfte mit ihrem 8. Platz zum Saison-Auftakt (nur 6 Zehntel hinter Rang 2) zufrieden sein.

Ein Debakel erlebten die Schweizerinnen. Als Beste kam Marjorie Blanc auf Rang 13. Es dürfte ein langer Winter für die Speedfrauen werden, weil die Besten Lara Gut-Behrami (Kreuzbandriss) und Michelle Gisin (schwerer Sturz im Trainingslauf) die ganze Saison abschreiben müssen. Der Nationen-Cup gegen die gut aufgestellten ÖsterreicherInnen (fünf kamen in St. Moritz unter die besten 11) dürfte schon verloren sein. So viele Punkte kann ein Marco Odermatt gar nicht gutmachen.

Fazit: Ein wunderbares erstes Speedrennen bei den Frauen. Schon morgen steht auf derselben Piste die 2. Abfahrt an und am Sonntag der Super-G. Und sogar wenn Vonn ihren Triumph nicht wiedeholen sollte: Ihr Comeback ist märchenhaft geglückt. Markus Wasmeier et all Kritiker: Schämen Sie sich und bitten Lindsey, aber alle Skifans um Entschuldigung für ihre Macho-Expertise!

Hochspannung im Westen

Blick über den Teich, NFL

 

Das letzte Viertel der regulären Saison bricht an. 4 kompletteSpieltage stehen noch an, vorbei ist also auch die Zeit der Bye Weeks, die eine spielfreie Woche für jede Mannschaft (und damit die krummen Tabellen). Höchste Zeit für mich, dass ich einen Blick auf die Konstellation werfe. Mein Lieblingsteam, die Cincinnati Bengals sind allerdings raus aus der Verlosung (vor allem wegen der langen Verletzung vonQuarterback Joe Burrow).
Das Play-off-Format im K.o.Modus (ein Spiel: wer verliert ist raus) bedeutet wie jedes Jahr: Irgendwie in die Post Season kommen, dann werden die Karten neu gemischt. Nur deshalb können die beiden Super-Bowl-Teilnehmer vom Januar, die Philadelphia Eagles und die Kansas City Chiefs, überhaupt noch mit einem ereuten Einzug ins größte Einzel-Sportereingis der Welt träumen, das in dieser Saison in Santa Clara nahe San Franzosco stattfindet.
Der Modus ist dabei der Gleiche geblieben. Jede Conference ermittelt einen Super-Bowl-Teilnehmer. In jeder Conference gibt es 4 Divisionen à 4 Teams. Die Divisisionssieger sind sicher in den Play-offs, dazu noch die 3 besten Mannschaften jeder Conference als Wildcard-Teilnhehmer. Das beste Team jeder Conference genießt Freilos in der 1. Play-off-Runde.
Anmerkung: In dieser leider besonders verletzungsintensiven Sportart kann sich jede Prognose, jede Formkurve   mit dem Saison-Aus etwa des Quarterbacks vollkommen ändern.

 

National Football League NFC

 

Zwar sind die Philadelphia Eagles in ein veritables Formloch gefallen (3 Niederlagen in Folge), trotzdem dürfte dem Titelverteidiger der Divisionssieg nicht mehr zu nehmen sein. Wegen der bis dato prima Vorstellung von Quarterback Hurts und vor allem auch der Verteidigung, aber auch wegen der schwachen Konkurrenz. Einzig die Dallas Cowboys sind überhaupt noch in Schlagdistanz, aber eben schon 1,5 Siege zurück (die Cowboys haben als einhiges Team Remis gespielt vs die Green Bay Packers). Absurd der Absturz der Washington Commanders, von den New York Giants war nicht mehr zu erwarten als die bisher kümmerlichen 3 Siege.

🧠 Eagles

 

North

 

Hier tobrt ein Dreikampf um den Divisionssieg. Nach dem klaren Sieg im direkten Duell haben die Green Bay Packers nun die Nase knapp vor den Chicago Bears. Quarterback Jordan Love bringt zurzeit gute Spiele auf den langsam immer kälter werdenden Rasen, umal im eisigen Lambeau Field. Die Bears sind die Resenüberraschung der Saison, grundsolide. Und doch müssen sie sich jetzt auch noch die viel höher gehandelten Lions vom Leib halten. Allein die Minnesota Vikings sind abgeschlagen.

🧠 Packers

 

South

 

Die Tampa Bay Buccaneers und Carolina Panthers sind sieggleich an der Spitze, abgeschlagen die New Orleans Saints und Atlanta Falcons. Die Entscheidung werden die beiden direkten Duelle in Week 16 und 18 bringen. Egal, wie es für die Panthers a letztlich ausgeht: Nach den verheerenden vergangenen Spieolzeiten gibt es einen deutlichen Aufwärtstrend. Bei den Bucs hat der Verletzungsteufel besonders hart zugeschlagen, unter anderem top-Receiver Mike Evans hat es erwischt.

🧠 Buccaneers

 

West

Die stärkste Gruppe der Liga: Mit je 10:3 Siegen liegen die LA Rams mit dem offenbar nie mehr alternden Matt Stafford und einem tollen Receiver-Corps und Seattle Seahawks gleichauf vorn; nur einen Sieg dahinter lauern die San Francisco 49ers trotz teilweise großer Verletzungsprobleme (die aufgrund des möglichen Heim-Super-Bowls besonders motiviert sind). Die Seahawks haben noch die direkten Duelle gegen Rams und 49ers vor der Brust. Zumindest ein Wildcard-Platz dürfte allen 3 Teams sicher sein.

🧠 Rams

 

WildCard

 

Einer geht fast sicher an den „Verlierer“ des Duells Rams vs Seahawks. Dahinter haben die 49ers sehr gute Chancen. Bleibt 1 Spot übrig, den die Bears und Lions unter sich ausspielen. Den Cowboys helfen. eigentlich nur 4 Siege in 4 Partien, der Sout-Zweite muss auf den Einburch der andereren Teams hoffen.

🧠 Seahawks, 49ers, Lions

 

American Football Conference folgt in Teil II

 

 

Si tacuisses

„Ich wünsche mir mal wieder patriotische Experten im Fernsehen. ‚Wir lieben Yamal und machen uns Sorgen um ihn‘! Was haben wir mit Yamal zu tun? Nix“

(Jens Lehmann bei X beim Champions-League-Spiel FC Barcelona vs Eintracht Frankfurt voller Ärger über die Magenta-Crew)

 

Vorwurf aus Absurdistan. Fehlender Nationalismus, das kann ich deutschen Fußball- und Sportreportern wirklich nicht vorwerfen. Mir persönlich geht die fürchterlich auf die Nerven.
Ich empfinde jedwede Deutschtümelei als nervend. Bei Länderspielen kann ich sie ja noch verstehen (in Maßen, bitte). Aber warum soll ich, um beim Beispiel Barca vs Frankfurt zu bleiben, automatisch für die deutsche Mannschaft sein in einem schnöden EC-Spiel, die mich ehrlich gesagt sehr viel weniger interessiert als der FC Barcelona (den ich zurzeit leider überhaupt nicht mag wegen irrsinnigen Finanzgebarens et all.

Oder gar für den FC Bayern?, egal gegen wen?

Entsetzlich wird es dann, wenn wir Leistungen eines Ausnahmespielers nicht mehr goutieren dürfen, nur weil er  das falsche Trikot trägt und/oder die falsche Nationalität hat. Es sind doch die brillanten Kicker wie Lamine Yamal, wegen derer ich als Neutraler überhaupt so ein Fußballspiel anschaue.

(Disclaimer: Ich bin absolut kein Fan von Lamine Yamal. Das Gejammere von ihm und vor allem seines Vaters, dass er dieses Jahr nicht den Ballon d’Or gewonnen hat, fand ich empörend (der Sugar-Daddy sprach empört sogar vom größten Sportbetrug). Aber dass der an guten Tagen fantastisch kicken kann, steht außer Frage, und daran kann ich ich auch delektieren)

Vielleicht darf ein fanatischer Eintracht-Fan so reden. Vielleicht sogar hoffen, dass ein Yamal oder sonstiger starker gegnerischer Spieler verletzt (muss ja nicht schwer sein, Hauptsache er schadet „uns“ nicht mehr) ausgewechselt werden muss. Aber ein Reporter sollte bei aller Zuneigung für die ihm näherstehenden Eintracht-Profis doch auch ansprechen dürfen, wenn ihm ein Barca-Spieler gefällt (oder in diesem Fall analysieren, warum es gerade nicht so toll bei ihm läuft).

Aber Herrn Lehmann kann ich schon seit Jahren nicht mehr Ernst nehmen. Trunkenheitsfahrt nach der Wiesn (und zu besoffen, die Papiere zu zeigen). Als sein Starnberger Nachbar vermeintlich mit einem Schwarzbau die Sicht verstellte, rückte er dem Gebäude mit einer Kettensäge zu Leibe.

https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/lg-muenchen-ii-jens-lehmann-kettensaege-urteil-rechtskraeftig

„Mad Jens“, tauften ihn die englischen Reporter höchstbeeindruckt, als er bei seinem Arsenal-Gastspiel (höchst erfolgreich übrigens) sogar die Eskapaden der englischen Profis in den Schatten stellte, und die kann man nicht so einfach übertreffen, nicht wahr, Paul Gascoigne?
Jens Lehmann war ein großartiger Schlussmann. Ich war voll auf seiner Seite beim Duell gegen Oliver Kahn  um den Platz im deutschen Tor vor der WM 2006 und habe Klinsmanns Entscheidung gutgeheißen – gegen die Empörung der Bayern-MafiaFans.

Vielleicht sollte Jens Lehmann  Skispringen in der ARD verfolgen. Mischen da deutsche Springer vorne mit (was sie gelegentlich bis häufig tun), freut sich Reporter Tom Bartels wie Bolle über jeden missglückten Versuch österreichischer und norwegischer Konkurrenz („Gott sei Dank, Kraft verpasst Absprung, wieder ein Platz gutgemacht“).

Glück im Unglück für Franz Wagner

Blick über den Teich, NBA

 

Noch mal einigermaßen davongekommen ist Franz Wagner. „Nur“ eine schwere Verstauchung des linken Knöchels, lautet die Diagnose für den deutschen Weltmeister. Da hatte ich (wie jeder Basketball-Fan) ganz andere Befürchtungen, als ich die Bilder sah: Wie er nach dem Stoß von Ariel Hukporti von den New York Knicks am Boden lag, die Hände vors Gesicht hielt und beim besten Willen nicht mehr auf die Beine kam. Gestützt auf die Arme seines (noch nicht spielfitten Bruders Moritz) musste der Star der Orlando Magic das Parkett im Madison Square Garden verlassen.

Ärgerlich genug ist die Zwangspause, die nach Auskunft der Ärzte 2 bis 4 Wochen betragen wird, aber eben nicht die befürchteten 2 bis 4 Monate und mehr. Franz Wagner war in absoluter Glanzform. Er trug wesentlich zum Aufschwung der Magic nach ihrem Fehlstart in die Saison bei, als Co-Star Paulo Banchero verletzt fehlte. Auch als der Nummer-1-Pick der Magic wieder zurückkam, legte Wagner weiter fabulöse Zahlen auf, sogar sein Dreier fiel an manchen (nicht jedem) Abend mehr als ordentlich – nein, ein Steph Curry dürfte er nicht mehr werden.

Aufatmen dürfte auch Landsmann Hukporti, über den sich der Zorn vieler Deutscher und Magic-Fans entlud. Ja, natürlich war es ein Foul, aber überhaupt nicht bösartig/unsportlich, sondern halt der klassische unglückliche Unfall eines lang nicht mehr körperlosen Sport, wenn zwei jeweils mehr als hundert Kilo schwere Körper aufeinanderprallen.

Verpassen wird Wagner auf jeden Fall den NBA-Cup, in dem seine Orlando Magic nach dem Gruppensieg heute Nacht im Florida-Viertelfinale auf die Miami Heat treffen.  Ein Ziel, das sich Stand heute und Diagnose heute auf jeden Fall ausgehen müsste für den Berliner Wagner, ist das Spiel der Orlando Magic gegen die Memphis Grizzlies in seiner Heimatstadt. In der Halle am Ostbahnhof kommt es am 15. Januar, also in gut 5 Wochen, zum „Berlin Game“, zum ersten regulären NBA-Spiel in Deutschland überhaupt. Die Magic sind ja so etwas wie das deutsche Team: Neben den Wagners Franz und Moritz (dessen Comeback dürfte unmittelbar bevorstehen) hat auch Tristan da Silva einen festen Platz: allerdings geht dessen Leistungskurve zurzeit ein wenig zurück.

NBA-Cup, Viertelfinale (MEZ, alle Spiele bei Prime)

Mi., 00:00: Orlando Magic – Miami Heat (Ost)
Mi., 02:30: Toronto Raptors – New York Knicks (Ost)
Do., 01:30: Oklahoma City Thunder – Phoenix Suns (West)
Do., 04:00: Los Angeles Lakers – San Antonio Spurs (West)

Das Final Four findet ab Samstag in Las Vegas statt. Im Halbfinale ermitteln die beiden Ost-Sieger (Sa., 23:30) und West-Sieger (So., 03:00) die Endspielteilnehmer, das am Mittwochmorgen um 02:30 Uhr MEZ stattfindet.. Alles andere als ein Triumph der bisher in jeder Hinsicht unfassbaren Oklahoma City Thunder (ein Niederlädchen bisher) wäre eine vertiable Sensation.