Das war die Woche, die war

Dänemark – die Handballmacht

 

Dänemark – und dann lange nicht, aber dieser Rest ist sehr eng zusammen: So könnte das Resümee der Handball-Weltmeisterschaft der Männer lauten. Die Dänen sicherten sich im Osloer Finale durch einen klaren Sieg gegen Kroatien zum vierten Mal hintereinander die Weltmeisterschaft, und wer dieses junge Team durchs Turnier zaubern sah, kann sich nicht vorstellen, dass nicht in den nächsten Jahren noch einige große Titel folgen werden. Ein unglaubliches Reservoir an Klassespielern fügt sich da zusammen, bestens angeleitet vom Trainerstab um Nicolai Jacobsen. Dass nach dem Olympiasieg der Ex-Welthandballer Mikkel Hansen und der beste Torwart des vergangenen Jahrzehnts Niklas Landin (trotz eines Andreas Wolff) ihre internationale Karriere beendet haben -es fiel nicht auf. Die Nachfolger um den Berliner Fuchs Mathias Gisdel (Spieler des Turniers) und Schlussmann Emil Nielsen stehen bereit für die nächste Dekade. Wahrscheinlich wäre eine Auswahl der Daheimgebliebenen (es durften halt nur 15 Spieler nominiert werden) immer noch stark genug.
Letztlich keine Überraschung: Handball ist in Dänemark die Sportart Nummer 1, jeder dänische Junge und jedes Mädchen spielt ab frühester Kindheit. Die Hallen sind offen, und die besten Talente werden spätestens ab dem 15. Lebensjahr in Förderschulen zusammengezogen. Es geht dabei  eher um die Entwickklung des Sportlers, des Menschen, des Zusammenlebens, der Freundschaftund nicht um frühe Titel. Erstaunlich genug, dass die Frauen nicht ähnlich überlegen sind, aber die Norwegerinnen, die ein ähnliches Konzept verfolgen, machen es zurzeit halt noch ein bisschen besser.
Und wie die Dänen ihre Sportart, ihre auch nicht-dänischen Sportler lieben, zeigte sich in einer ganz bemerkenswerten Szene am Ende des Finals. Da standen sie Spalier für den Kroaten Domagoj Dubnjak, der sich in der Vorrunde verletzt hatte. Die gewährten ihm die letzte Aktion und noch ein Tor. Nicht gönnerhaft war das, sondern geprägt durch eine tiefe Respektbezeugung für einen der ganz großen ihrer Handballzunft. Denn auch Dänen wissen: Es braucht gute Konkurrenz. Hier fällt mir die Tischtennismacht China ein, wo europäische Spitzenspieler wie Jan-Ove Waldner und Timo Boll sehr viel bekannter sind als hierzulande und dort bei aller Rivalität auch sehr verehrt.

Während es sich also die Dänen hoch oben auf dem Thron scheinbar unbehelligt gemütlich gemacht haben, tobte der Kampf Best of the Rest. Kroatien, beflügelt durch die Heimspiele in der schäumenden Zagreber Halle, zogen ins Endspiel ein, das leider nicht dort, sondern in Oslo stattfand. Alle K.-o.-Partien ab dem Viertelfinale ohne dänische Beteiligung waren extrem spannend und wurden erst mit dem letzten Angriff entschieden. Die Deutschen scheiterten bereits im Viertelfinale nach Verlängerung am Überraschungsteam aus Portugal – trotz einer unfassbaren Leistung ihres Torhüters Andi Wolff, der auch schwierigste Bälle hielt, auch mit seinem „Signature Move“, der Fußspitze über Schulterhöhe. Platt gesagt: Deutschland braucht mehr Wölffe …

 

Bayern weiter vorn, aber …

 

Die vermeintlich beste Nachricht für die Münchner gab es schon am Freitag. Da war ihnen die Losfee in der Champions League hold , ersparte ihnen in der Zwischenrunde Manchester City und zog Celtic Glasgow. Wer gerade die trostlosen Leistungen von City verfolgt und andererseits die fantastische Atmosphäre im Celtic Park kennt, wird noch sinnieren, ob das wirklich so ein Glückslos ist. Am Samstag gab es dann gegen Aufsteiger Holstein Kiel, das nicht wirklich beruhigend war. 4:0 führten die Bayern nach 50 Minuten, am Ende hieß es 4:3, weil Holstein Kiel plötzlich das Angreifen fand und riesige Löcher in der Abwehr. Zwei Tore fielen in der Nachspielzeit, und wäre es noch 5 Minuten gegangen, wäre wahrscheinlich noch der Ausgleich gefallen. Dementsprechend sparsam sahen die Gesichter seitens der Verantwortlichen auf der Tribüne und der Profis/Trainer aus. Immerhin: Der 6-Punkte-Vorsprung auf Meister Bayer Leverkusen (3:1 vs Hoffenheim hielt.

Der Spieltag war geprägt von zwei Aufregern. Der eine bei der bis zur Nachspielzeit eher dahindümpelnden Partgie Werder Bremen gegen Mainz 05, ehe sich Schiedsrichter Martin Petersen zur Hauptfigur aufschwang. Innerhalb von Sekunden schmiss er zwei Bremer mit Gelb-Rot vom Platz, erst Niklas Stark wegen Spielverzögerung (extrem pedantisch, aber nicht falsch und ein Zeichen gegen die elendige Zeitschinderei)), danach Kapitän Marco Friedl wegen zu heftigen Meckerns und vor allem Schiri-Betatschen (mE muss der Österreicher froh sein, dass er nicht glatt Rot sah). Die Partie exkalierte, nach dem Schlusspdfiff ssah auch noch der tobende und beleidigende Werder-Trainer Ole Werner Rot. Sie alle werden am Freitag beim Gastspiel in München fehlen, dazu auch Siegtorschütze Leo Bittencourt, der sich am Oberschenkel verletzte.
Mein persönlicher Aufreger war der Auftritt des Dortmunder Interims-Trainer Mike Tullberg. Nach dem eher glücklichen und zugegebener maßen sehr wichtigen 2:1 beim 1. FC Heidenheim rastete der Coach völlig aus. Wie von Sinnen rannte er in die Fankurve, deutete wiederholt auf sich und ließ sich wie Jürgen Klopp feiern. Wie Jürgen Klopp allerdings, nachdem er die Meisterschaft geholt hatte und nicht den ersten Bundesligasieg. Die Reaktionen waren gespalten. Die einen fanden die Aktion toll, die anderen weit drüber. Ich persönlich fand es extrem egomanisch auch angesichts der Tatsache, dass Thunberg jetzt wieder ins zweite Glied rückt (U-19) und Nachfolger Niko Kovac ein ohnehin schweres Amt noch schserer gemacht wird.. Angesichts der exaltierten dänischen Trainer (Henricksen, Svensson) drängt sich bei mir ein Verdacht auf: Wer die dänische Gelassenheit nicht hat (um das Modewort Hygge zu vermeiden), der muss die Handballszene leider verlassen und sich dem Fußball zuwenden.

 

Tel zu Tottenham – oder etwa doch nicht?

 

Am Montag endete die Transferperiode im europäischen Fußball, der sogenannte Deadline Day. Der große Moment der Transfer-Journalisten, die gibt es wirklich. Wer wissen will, wie es da zugeht, den verweise ich auf den Live-Ticker der „11 Freunde

https://www.11freunde.de/bundesliga/transfers-der-deadline-day-im-liveticker-ich-bin-ein-youngster-holt-mich-hier-raus-a-db014017-0c5c-47bb-8747-f83be8b72d6e

Jetzt hat sich der Pulverdampf verzogen. Die wichtigsten Transfers (oder Nichttransfers)
– Mathis Tel per Leihe zu Tottenham (wenn ich das Ende des ewige Hin und Hers richtig deute)
– Micky Batshuay von Galatasaray zu Eintracht Frankfurt. Wem der Name irgendwie bekannt vorkommt: Vor ein paar Jahren sorgte der Stürmer
für Furore beim BVB und galt als ganz heißer Scheiß, vevor er verglühte und entschwand
– André Silva per Leihe von RB Leipzig zu Werder Bremen. So toll er in Frankfurt traf (wie so viele), so sehr glich er bei Red Bull einer
Platzpatrone
– 3 Spieler verstärken Borussia Dortmund, na hoffentlich verstärken sie auch: Diant Ramaj von Ajax Amsterdam, Carney Chukwuemeka und
Daniel Svensson (jewils leihweise) vom FC Chelsea und FC Nordsjaelland
– international: Joao Felix von Chalsea zu Milan (Leihe) und Marco Asensio von PSG zu Aston Villa. Die Villans verpflichteten auch Marcus
Rashford von Manchester United, gaben dafür Jhon Duran zu Al Nasr ab, dem das absurdeste Statement der Woche gelang:
„I grew up watching Al Nassr. Its a dream club.“ Anstatt beschämt zu schweigen und die Kohle abzufreifen …

Im Windschatten des Deadline Days verrlängerte Manuel Neuer seinen Vertrag bei Bayern München um ein weiteres Jahr. Da dürften die diversen Ersatztorhüter (Urbig, Peretz, Ulreich) beim FCB zum „Althans“ (Sepp Maier einst über Walter Junghans). werden.

 

Und sonst?

  • Bundesliga: Ach Gott, der Abstiegskampf: Das Trio Heidenheim (12 Punkte), Kiel (10) und Bochum (8) hat sich mit Niederlagen gegen Dortmund, Bayern und Freiburg weiter nach unten abgesetzt.
    Der VfB Stuttgart musste nicht nur das Champions-League-Aus durch das gruslige 1:4 gegen Paris verkraften, sondern auch eine sehr bittere Bundesliga-Heimniederlage gegen Burussia Mönchengladbach
  • Internationaler Fußball: Debakel für Manchester City: Der englische Meister verlor das Verfolgerduell beim FC Arsenal gleich mit 1:5, die höchste Liga-Niederlage, seitdem Ppe Guardiola dort Trainer ist (2016). Ein Desaster gab es auch für Brighton und dem jungen Coach Fabian Hürzeler, dsas bei Nottingham Forest gleich mit 0:7 unterging. Der FC Liverpool zieht vorne einsam seine Kreise, diesmal ein eher schmuckloses 2:0 in Bormemouth
    In Italien setzt sich das Fernduell um den Scudetto zwischen Napoli und Inter fort. Während die Neapolitaner in der Nachspielzeit bei der Roma noch den Ausgleich kassierten, schaffte Inter ebenfalls in der Nachspielzeit noch das Unentschieden im Mailänder Stadtderby gegen Milan. Damit bleibt es beim 3-Punkte-Rückstand von Inter, den es im Nachholspiel am Donnerstag gegen die Fiorentina aufholen kann
    Rückschlag für Real:
    Nicht nur verlor der spanische Rekordmeister bei Expanyol, sondern auch den deutschen Nationalverteidger  Antonio Rüdiger durch Verletzung. Atlético (2:0 gegen Mallorca) und Barca (1:0 vs Alaves) finden wieder Anschluss.
  • Wintersport: Während der Woche gab es die letzten Weltcups vor der WM ab heute in Saalbach. In Schladming gab es zwei norwegische Siege durch Alexander Steen-Olsen im Riesenslalom und Timon Hauge im Slalom. Linus Straßer belegte nach Laufbestzeit im 1. Durchgang  den 4. Platz und ärgerte sich maßlos über den eigenen  Kurssetzer Stefan Kogler, der die Tore seiner Meinung nach viel zu kompliziert für ihn gesetzt habe. Nicht das erste mal, wie sich herausstellte.
    Die deutschen Skispringer im Formtief: Bei den Heimspringen in Winterberg gab es als beste Ergebnisse die ernüchternden Plätze 13 (Philipp Raimund/Samstag) und 12 (Andreas Wellinger/Sonntag). Pius Paschke verpasste am Sonntag gar den 2. DurchgangDie Siege holten sich der Norweger Johann Andre Forfang und der Österreicher Daniel Tschofenig, der die Weltcupwertung ganz überlegen anführt.
  • Tennis: 1. Runde im Daviscup. Das deutsche Team ohne Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff setzte in Vilnius sich ungefährdet gegen Israel durch. Österreich bezwang zu Hause Finnland, große Überraschungen blieben aus. Turniersiege holten sich Ekaterina Alexandrowa in Linz, Elise Mertens in Singapur sowie Felix Auger-Alliasime in Montpellier.
  • Begonnen haben die 6 Nations im Rugby: Dabei deklassierte Frankreich Wales mit 43:0, Irland schaffte erst im Endspurt einen Erfolg über England und Schottland gewann gegen Italien mit 31:19
    Die 2. europäische Garde trägt die EM aus, gleichzeitig auch WM-Qualifikation. Das deutsche Team ging dabei in Rumänien mit 10:48 unter. Die 2. Halbzeit endete dabei desaströs mit 0:35.
    Football: Der ProBowl der NFL fand in Orlando statt, wie gehab ohne die Spieler der Super-Bowl-Teilneher aus Kansas City und Philadelphia, also noch mehr Muster ohne Wert. Das Team der AFC gewann gegen das der NFC mit 76:63, ein lächerlich hohes Ergebnis geschuldet dem Nicht-Verteidigen, das eigentlich dazugehört. Wems dennoch gefällt …
  • Golf: Rory McIloy gewann das mit 20 Millionen dotierte Top-Turnier in Pebble Beach. Der nach der 3. Runde Führende Sepp Straka aus Österreich fiel noch auf Platz 7 zurück, trotzdem ein Top-Ergebnis.

 

Das wird die Woche, die wird

Schongang für die (meisten) Bundesliga-Clubs

 

Tatsächlich: Fast keine Spiele während der Woche. Damit der Fußball-Fan keine Entzugserscheungen bekommt, hat der DFB für Dienstag und Mittwoch je ein Pokalspiel angesetzt, die Hälfte des Viertelfinals. Die andere Hälfte findet dann in 3 Wochen statt.
Am Dienstag empfängt der VfB Stuttgart zum württembergisch-bayerischen Schwaben-Derby den FC Augsburg. Die Stuttgarter haben zum Jahresstart zwar in Augsburg gewonnen, doch seitdem ist der FCA ungeschlagen, der VfB musste dagegen diese Woche erst das Aus in der Champions League gegen PSG und am Samstag die Heimpleite gegen Gladbach verkraften.
Am Mittwoch kommt es in Leverkusen zum rheinischen Derby Bayer gegen 1. FC Köln. Köln ist perfekt ins Jahr gestartet und führt die 2. Liga an, Bayer ist auch in guter Form und ist klarer Favorit.

Die Bundesliga bittet am Wochenende zum 21. Spieltag. Tabellenführer Bayern München erwartet am Freitag Werder Bremen. Die eh riesige Favoritenstellung wird noch erhöht, weil Werder zwei Spieler durch Gelb-Rote Karten gespert fehlen (übrigens auch Trainer Ole Werner) und der zuletzt so starke Leo bittencourt verletzt ausfallen dürfte. Andererseits hat Werder fast genau vor einem Jahr in München gewonnen, es war der Anfang einer desaströsen Bundesliga-Rückrunde.
Am Samstag steht das Trainer von Dortmunds neuen Trainer Nico Kovac an, wenn der BVB Stuttgart empfängt. Bayer Leverkusen hat die heikle Aufgabe bei VfL Wolfsburg zu bewältigen.

 

Transferfenster schließt sich

 

Deadline Day heißt seit ein paar Jahren der europaweit letzte Wechseltag im Sommer und Winter. Am Montag bis 20 Uhr ist also die letzte Möglichkeit, den Kader aufzupeppen und/oder Transfererlöse durch Verkäufe zu generieren. Begleitet von extrem aufgeregten Medien, zahllosen Gerüchten, Bestätigungen, Dementi etc. Wechselt Bayerns Mathys Tel nach England, wen holt Kovac nach Dortmund, wer reagiert wie auf welche Ausfälle? Funktionieren E-Mail-Vekehr oder wenigstens das Fax-Gerät (man glaubt gar nicht, welche Millionendeals an der profanen Technik schon gescheitert sind). Danach ziehen alle Bilanz, Experten loben und tadeln und wissen nach der Saison genau, warum alles schief- oder gutgelaufen ist, auch wenn das der ersten Einschätzung konträr widersprach. Immer wieder luschtig anzusehen, aber man kann es auch lassen.

 

Super Bowl in New Orleans

 

In der Nacht zum 11. Februar schauen alle Fans nach New Oreleans, wo in einem riesigen Dome der NFL-Titelträger gekürt wird. Für mich ist die Super-Bowl-Partie zwischen den Kansas City Chiefs und Philadelphia Eagles eher ein Horror Bowl, Pest oder Cholera da mich beide Teams dieses Jahr extrem genervt haben. Wie zumindest für mich persönlich Football an Attraktivität verloren hat. Nun denn, ein mediales Spektakel steht uns bevor. Die Chiefs könnten als erstes Team überhaupt den dritten Titel in Folge gewinnen und die These „jeder kannn Meiser werden“ ad absurdum führen. Die Eagles werden swahrscheinlich wieder aberhunderte Yards laufen.

Als Hauptakt der mindestens genauso beachteten Halbzeitshow ist die Musikerin SZA angekündigt, die mit dem Westcoast-Rapper Kendrick Lamar auftreten wird. Wems gefällt, aber wenn ich an die Topacts Prince, Michael Jackson et all zurückdenke, bleibt mir nur ein großer tiefer Seufzer.

 

Saalbach erwartet Skifest

 

Alpine Ski-WM in Österreich, mehr geht nicht. Austria freut sich auf Festtage in Saalbach-Hinterglemm, der Ost ist zum zweiten Mal nach 1991 Gastgeber. 11 Entscheidungen stehen ab Dienstag  auf dem Programm, je fünf für Frauen und Männer. sowie zum Auftakt der Mixed-Teamwettbewerb. Wie immer bei Großereignissen danach erst mal die Speed-Wettbewerbe (damit man Luft für etwaige Wetter-Kapriolen hat).
Neu ist jeweils die sogenannte Team-Kombination anstatt der Einzel-Kombi. Der Modus: Zwei Frauen (respektive Männer) einer Nation bilden ein Team, die eine fährt ab, die andere bestreitet einen Slalom-Durchgang, und die Zeiten werden addiert. Es gibt keinerlei Testwettbewerb, demnach also auch keine Erfahrungswerte. Möglich ist zB das US-Traumpaar Lindsey Vonn/Mikaela Shiffrin (deren verhältnis angeblich kühl bis kalt ist), die gegen ein potenzielles deutsches Paar Kira Weidle/Lena Dürr antreten würden.
Die Wetterprognose ist für die erste Woche eher so lala. Die Sonne zeigt sich nur bis Mittwoch, danach eher bedeckt, aber wenigstens einigermaßen kalt, so dass die Pisten halten.
Ich freue mich sehr und werde hoffentlich täglich updaten, zumindest an Wettkampftagen.

Schi-WM zuhause in Österreich – da steht natürlich auch die rot-weiß-rote Ehre der Nation auf dem Spiel. Medaillen zu Hauf müssen her, unbedingt auch goldene. Die Männer sind allerdings noch ohne Weltcupsieg in diesem Winter. In den Speed-Disziplinen schaut es so dürr aus wie seit Jahrzehnten nicht. Mit Vincenz Kriechmayr nur ein realistischer Medallenkandidat für Super-G am Freitag und Abfahrt am Sonntag, dafür eine Übermacht des Erzfeindes aus der Schweiz um Marco Odermatt. Tristesse auch im Riesenslalom, am ehesten tatsächlich das Team oder eben Manuel Feller im Slalom, wenn er denn mal zwei Läufe fehlerlos ins Tal hinbekommt.
Bei den Frauen sieht es auch nicht viel besser aus. Conni Hütter ist in Abfahrt/Super-G Medaillenkandidatin, Katharina Liensberger der Trumpf im Slalom.

Die Deutsche? Kein Speedfahrer weit und breit. Slalom-Artist Linus Strasser kämpft um Medaillen. Bei den Frauen ähnlich dürr. Lena Dürr im Slalom ist die einzige realistische Hoffnung auf Edelmetall. Emma Aicher könnte aufzeigen, leider gibt es für die Allrounderin die Einzelkombi nicht mehr.

 

Und sonst?

  • Bundesliga: Topspiel ist Samstagabend die Partie Gladbach gegen Eintracht Frankfurt. Die Fohlen mit dem Rückenwind des Auswärssieges in Stuttgart, die Frankfurter sehr gut im Rennen um die Champions-League-Plätze.
    Im Abstiegskampf helfen dem schon etwas abgeschlagenen Trio Heidenheim, Kiel, Bochum nur Siege. Alle Drei sind am Sonntag im Einsatz, Heidenheim gegen Freiburg, Kiel und Bochum im direkten Duell an de Förde.
  • Internationaler Fußball: Im LigaCup-Finale (Mittwoch, 21.00) wird in England der erste Titel der Saison vegeben. Im Nordlondoner Derby treffen in Wembley der FC Arsenal und Tottenham aufeinander. Die Spurs könnten mit einem Sieg über den verhassten Gegner eine katastrophale Liga-Saison retten, der sie an den Rand der Abstiegszone brachte..
    Die Liga pausiert am Wochenende, dafür steht der FA-Cup anDer ganz große Schlager ist nicht dabei.
    Inter kann aufschließen: Am Donnerstag steht in der Serie A das Nachholspiel bei der Fiorentina an, das wegen des Kollapses des Florenzer Profis Edoardo Bove im Dezember abgebrochen wurde. Bove geht es wieder besser, ob er aufs Fußballfeld zurückkehrt, ist aber ungewiss.
  • Handball: Keine Pause für die Männer. Nicht mal eine Woche nach der WM müssen sie in der Bundesliga und anderen nationalen Ligen wieder ran. Am Samstag gleich mit dem Verfolgerschlager Kiel gegen Magdeburg. Der SCM hat insgesamt drei Spiele weniger absolviert als die Konkurrenz, weil sie wegen des Anschlags auf den Weihnachstmarkt im Dezember ausgesetzt haben. Ein Sieg ist für beide fast Pflicht, um Anschluss an die Spitze um MT Melsungen und die Füchse Berlin zu halten.
  • Basketball: Die Terminhatz geht weiter. Wieder stehen zwei Spiele in der Euroleague an. Der FC Bayern empfängt am Dienstag Olympia Milano und am Donnerstag Villeurbanne. Alba hat die Partien in Kaunas (Dienstag) und gegen Belgrad vor der Brust.Dazu am Wochenende Bundesliga, wo die Bayern nach Vechta müssen, immer besonders schweirig nach so einem internationalen Doppelspieltag
  • Wintersport: Die Rodel-WM steht ab Donnerstag auf der Hochgeschwindigkeitsbahn in Whistler Mountain an. Die Saison beherrschten bisher Österreicher und Deutsche. Die schwierige Bahn in Kanada könnte die Vorherrschaft durcheinanderwirbeln, was der Sportart sehr gut täte. Überraschen die Gastgeber auf ihrer Heimbahn?
    Die Skispringer machen eine Stipppvisite in Lake Placid, wo zwei Wettbewerbe anstehen. Die Deutschen um Pius Paschke sind im Formtief. Falscher Aufbau nach den Top-Leistungen im November und Anfang Dezember?
  • Tennis: Die Männer schlagen auf in Rotterdam (Alcaraz, Medwedew), in Dallas (Frit, Ruud, Shelton), die Frauen in Abu Dhabi (Rybakina, Badosa, Bencic)
  • US Sport: Neben den spielen in NBA und NHL schauen die Fans vor allem aufs Ende der Transferzeit in der NBA. Der Monstertausch zwischen Lakers und Mavs, die Davis und Doncic untereinander wechselten, dürfte allerdings kaum zu toppen sein.

 

 

Doncic und Davis tauschen die Teams, ein Monstertrade haut mich um

Blick über den Teich, NBA

 

Erwarte das Unerwartete! Wer wüsste das besser als der entnervte Sportfan, der wieder mal enttäuscht auf seinen Wettschein schaut, Auch außerhalb des Spielfeld gibt es immer wieder Entscheidungen, die nur ein entgeistertes „WAS????“ hervorrufen.
So wie die Doncic-Davis-TradeNachricht, die heute Morgen aufploppte (noch nicht offiziell bestätigt, aber sehr valide) und (nicht nur) die NBA-Blase in helle Aufruhr versetzte: Anthony Davis wechselt von den LA Lakers zu den Dallas Mavericks, im Gegenzug kommt Luka Doncic von den Mavs zu den Lakers. Dazu noch ein paar Nebengeräusche, unter anderem spielt jetzt auch Maxi Kleber in Kalifornien statt in Texas.
Ein Spielertausch kurz vor Ende der Transferfrist und doch so viel mehr. Denn sowohl Doncic als auch Davis sind (besser: waren) absolute Schlüsselspieler ihrer Teams. Auf der einen Seite Luka Doncic, 25 Jahre alt: ein begnadeter Basketballspieler, zumindest in der Offensive (in der Defensive allenfalls, wenn er mag …). Seitdem er als 19-Jähriger zu den Mavs stieß, prägt er diese Franchise, galt als legitimer Nachfolger des großen Dirk Nowitzki. Er führte das Team 2024 in die NBA Finals. Bei aller Genialität ist er leider auch verletzungsanfällig (derzeit plagt ihn mal wieder die Wade), auch weil er außerhalb der Saison vielleicht nicht ganz so pflichtbewusst lebt und immer ein paar Kilo mit sich herumzutragen scheint. Außerdem notorisch unzufrieden mit den Referees, berühmt-berüchtigt ist sein Blick nach praktisch jeder zweifelhaften Aktion – oft gepaart mit lautstarken Meckereien.

Auf der anderen Seite Anthony Davis: ein großartiger Verteidiger, Turm in der Schlacht, ein toller Beschützer des eigenen Korbs, vermeintlich unersetzlich mit seiner Größe in dem ansonsten relativ kleinen Lakers-Team. Die ideale Ergänzung zu LeBron James, der zwar immer noch zu herausragenden Leistungen fähig ist, dem man aber gerade in der Verteidigung seine 40 Jahre doch ansieht. Wie Doncic ist auch Davis relativ verletzungsanfällig, auch wenn bisher gut durch die Saison kam.

Erwarte das Unerwartete! Gerade zu Ende der Transferzeit der NBA (dieses Jahr am 6. Februar). Und auch wenn alle sog. Trade Machines und Transfer-Experten noch mit einem großen Knall rechneten, ein Tausch Doncic gegen Davis hatte wohl niemand ernsthaft auf dem Zettel. Auch LeBron James, das Um und Auf bei den Lakers, war nach eigener Aussage komplett überrascht, geschweige denn involviert, das will einiges heißen beim (vermeintlichen?) GOAT.

Jetzt stellt sich natürlich die große Frage: Was haben sich beide Teams dabei gedacht, ihre absoluten Schlüsselspieler auszuwechseln und vor allem: Wer hat am „langen Ende“ (Grüße an Max Eberl) das bessere Los gezogen.
Ich setze jetzt mal einen gesunden Doncic und einen gesunden Davis voraus (wahrscheinlich schon der erste Fehler): Die Lakers bekommen durch Doncic in der Offensive unglaublich viel Kreativität, LeBron James wird im Spielaufbau sichtlich entlastet, die beiden dürften auch sehr gut harmonieren. Und für die Glitzerstadt LA nicht unwichtig: sehr viel Glamour, Spektakel auf dem Parkett. Und Doncic ist mit seinen erst 25 (kaum zu glauben)  sechs Jahre jünger als Davis. Auf der anderen Seite verlieren sie ihren mit Abstand besten Verteidiger, ihren einzigen übedurchschnittlich guten großen Spieler. Der auch offensiv viel liefert. Ich kann nur mutmaßen, dass sie sich von dem endlich gesunden Vanderbilt einiges erhoffen, aber ob dieser je an die Klasse von Davis heransreichen wird, wage ich doch zu bezweifeln
Die Mavs bekommen im Gegenzug mit Davis einen fantastischen Verteidiger, den großen Spieler, den sie gerade nach dem Ausfall von Derrick Lively dringend gebraucht haben (wobei Davis ein paar Klassen stärker einzuschätzen ist als Lively). Aus meiner bescheidenen Sicht passt das bei den Mavs besser zusammen, auch weil sie mit Kyrie Irving einen weiteren herausragenden Spieler haben, der die Doncic-Rolle einigermaßen ausfüllen kann. Bei den Lakers ist dagegen die große Frage, wie sie die Davis-Lücke schließen wollen. Gerade in den Play-offs ist ja eher die Defensive gefragt. Vielleicht durch einen weiteren Trade, wobei gute Center, die wirklich weiterhelfen und auch noch zu haben sind, nicht im Überfluss herumlaufen.

Ich bin wirklich sehr gespannt und erwarte das Unerwartete.

Die Monsterkonferenz, zuviel fürs menschliche Hirn

Jetzt ist sie also Geschichte, die erste 18-Spiele-Konferenz im Europapokal. Sogar in doppelter Ausführung, erst in der Champions League sogar bei DAZN in einer hymnisch beworbenen 18er-Konferenz, ein Tag später in der Europa League. Dort beschränkte  sich RTL sich auf einige Spiele, zeigte dafür im Hauptprogramm eine Konferenz des Eintracht-Frankfurt-Spiels bei der Roma und  Dschungelcamp – das war sicher wahnsinnig luschtig.
Ich war ja von Anfang an skeptisch mit dieser 36er-Tabelle. Zu unübersichtlich, niemand weiß, wer wann gegen wen spielt, diese Befürchtungen wurden mehr oder weniger bestätigt. Doch ich war tatsächlich sehr gespannt auf die Konferenz, die ja auch Unterhaltung am laufenden Band versprach.
Zumindest rechnerisch war ja noch viel drin, vor allem im Kampf um den sagenumwobenen Platz 8, der den direkten Einzug ins Achtelfinale garantierte und zwei zusätzliche Spiele einsparen würde. Tatsächlich hielt sich aber die Spannung doch in Grenzen, wenn man nicht gerade Fan von OSC Lille war, der gegen Feyenoord Tor auf Tor schoss und sich noch mit dem knapp besseren Torverhältnis Platz 7 schnappte. Die Anhänger werden noch ihren Enkeln davon erzählen wie heute Eintracht-Fans vom wundersamen Nichtabstieg 1999 schwärmen (ich sag nur Fjörthoft oder Übersteiger, und alle wissen mit glänzenden Augen Bescheid).
Meine Vorplanung war minutiös. Fernseher, Laptop, ipad, iphone, was man halt so hat. Manchester City brauchte gegen den FC Brügge einen Heimsieg, um überhaupt weiterzukommen. Also machte ich diese Begegnung zu meinem Einzelspiel auf dem Laptop ohne Ton (DAZN bot neben der Konferenz tatsächlich jedes Spiel einzeln an, es waren insgesamt also 36 Reporter am Start), auf dem großen Fernseher lief die Konferenz mit Ton, auf dem dritten die Live-Ergebnisse und einem vierten die Live-Tabelle, die zwischenzeitlich allerdings zusammenkrachte, was der Übersicht nicht dienlich war.
City machte es tatsächlich spannend. Zur Halbzeit stand es nach einer desolaten Leistung 0:1: Würde der Mit-Favorit auf den Titel  wirklich jetzt schon ausscheiden? Nein, es kam eine veränderte Pep-Elf aufs Feld, die die Partie drehte und sich mit einem 3:1 qualifizierte.
Der Konferenz-Fokus von DAZN lag, zum Teil verständlicherweise, auf den deutschen Teams und den Tabellennachbarn (das bereits ausgeschiedene RB Leipzig bei Sturm Granz hätte man sich schenken können). Der Spielplan wollte es, dass Bayer, Bayern und der BVB jeweils Heimspiele gegen bereits ausgeschiedene Teams hatten, die sie dann auch mehr oder weniger souverän entscheiden. Bayer, das war klar, würde sich damit qualifizieren, der BVB und Bayern waren auf Schützenhilfe angewiesen, nicht in einem oder zwei Partien, sondern derer 6 – und das war letztlich zu viel.
Dem VfB Stuttgart hätte ein Remis zum Weiterkommen gereicht, doch der von mir erwartete und allseits befürchtete Nichtangriffspakt gegen Paris St. Germain (dem ebenfalls schon ein Unentschieden gereicht hätte) fiel aus, weil die Pariser relativ schnell zwei Tore erzielten und der VfB an jenem Abend zu desaströs auftrat, um noch den Ausgleich zuschaffen, am Ende gab es ein ernüchterndes 1:4. Da brauchte es also auch Schützenhilfe, doch die fiel aus, weil eben Manchester gewann.
DAZN rühmt sich jetzt, alle Tore gezeigt zu haben, doch das menschliche Hirn (meines zumindest) war damit heillos überfordert. So viel hin- und herrechnen kann niemand, und wer bitte schön ist so verrückt, das Ganze auf insgesamt 4 Bildschirmen zu verfolgen ..,

Gottseidank, jetzt ist die Vorunde endlich vorbei. Mich hat das Format absolut nicht überzeugt, Chaos und Unübersichtlichkeit sind nicht gleich Spannung. Ein zu hektisches und kaum verständliches Lösen des „Falls“ ist im Krimi misslich, aber eben auch im Sport. Das bisherige Format mit den 8 Vierergruppen war sicher auch nicht ideal, weil vieles schon vor dem letzten Spieltag entschieden war. Ich würde es trotzdem jederzeit vorziehen, insbesondere auch angesichts der Tatsache, dass im ohnehin schon übevollen Fußball-Kalender für manches Team gleich 4 Partien mehr anstehen. Aber ich will nicht verhehlen: Es gibt auch Vorteile. So gibt es an jedem Spieltag tolle Partien namhafter Teams gegeneinander, die zum Teil auch toll anzusehen waren, auch wenn es nie um alles oder nichts ging.

Jetzt also die Zwischenrunde. Das Losglück war den Deutschen erneut treu. So bekommt es der FC Bayern mit Celtic Glasgow und eben nicht mit Manchester City. Dortmund muss gegen Sporting Lissabon ran. Schlager ist Real Madrid gegen Manchester City, das ist endspielwürdig, und eines dieser beiden Teams wird nach dem sehr frühen Ausscheiden einen langen Frühling haben, bis es dann bei der Club-WM im Juni zur Revanche bläst. Ein weiteres trauriges Thema, das uns und mir bevorsteht.

Im Sommer die Diagnose, im Januar tot

Der Krebs ist ein Arschloch. Der Tod des Nationalspielers erschüttert die deutsche Eishockey-Blase. Der Stürmer der Eisbören Berlin verlor am Mittwoch seinen Kampf gegen einen bösartigen Tumor. Er wurde nur 26 Jahre alt.
Im August suchte Tobias Eder wegen Schluckbeschwerden einen Arzt auf: die erschütternde Diagnose lautete ein bösartiger auch noch aggressiver Tumor. Eder nahm den Kampf auf, unterstützte von der Tribüne aus die Eisbären. Hoffnungsvoll war er, als er im Dezember im Münchner SAP Garden an einer Ehrung für Michael Wolf teilnahm.
Doch spätestens am Dienstag musste man das Schlimmste befürchten, als die Eisbären um Verlegung ihrees Spiels gegen Ingolstadt baten, weil siech die Spieler wegen des rapide verschlechterten Gesundheitszustandes von Eder außer Stande fühlten, einen sportlichen Wettkampf zu bestreiten. Eders Bruder Andreas, für RB München tätig, ließ sich schon am Sonntag freistellen. Am Mittwoch die traurige Gewissheit, als die Eisbären den Tod von Eder vermeldeten. 5 Monate hatte er nur noch zu leben nach der Diagnose.
Tobias hatte in der vergangenen Saison den Durchbruch geschafft, avancierte zum Nationalspieler. Bei der WM in Tschechien im Mai stand er im deutschen Team, erzielte ein Tor und gaab 3 Assists. Auch privat lief alles bestens, er hatte sich im Juli frisch verlobt, präsentierte mit seiner Freundin zwei Händen, an ihrer ein funkelnder Ring. „Heute, morgen, für immer“, schrieb er drunter. Dieses „für immer“ währte nur ein gutes halbes Jahr. Ruhe in Frieden

 

Der Erschaffer der Österreich-Adler ist tot

 

Baldur Preiml wurde immerhin 85 Jahre alt. Ein sehr guter Skispringer (Bronze in Grenoble 1968), vor allem aber ein fantastischer Skisprung-Trainer. Als er 1974 Österreichs Skispringer übernahm, lagen diese am Boden. Der ORF übertrug wegen notorischer Erfolgslosigkeit nicht einmal mehr die Wettbewerbe der deutsch-österreichischen Vierschanzentournee live. Preiml ließ keinen Stein auf dem anderen und überraschte alle mit damals unglaublich innovativ anmutenden Ideen. Ernährung, Psychologie waren seine Topthemen. Er selbst glaubte, dass er eine weitaus erfolgreichere Skisprung-Karriere hingelegt hätte, wenn er mental stärker gewesen wäre. Sportpsychologie in den frühen 70ern eine aber eher unbekannte Wissenschaft im Spitzensport, die manch Trainer (in allen Sportarten) nicht mal mit spitzen Fingern anfassen wollte. Und auch am Material tüftelte er, erschuf neue Anzüge, Bindungssysteme, Ski, bis dato auch oft reichlich vernachlässigt.
„Ich werde junge Leute trainieren und dann nicht eher abtreten, bevor einer Olympiasieger wird.“ Das hatte er sich schon während seine aktiven Karriere fest vorgenommen. Der Erfolg kam früher, als er es sich wahrscheinlich selbst in seinen kühnsten Träumen ausgemalt hat. Bei der ersten Tournee unter seiner Ägide gab es einen Dreifachtriumph für Austria. Die Adler waren geboren. Die jungen Burschen wie Karl Schnabl, Willy Pürstl und andere saugten alles auf, was er sagte. Vor allem hatte Preiml ein Jahrhunderttalent entdeckt, den jungen Toni Innauer, sein Lieblingsschüler, einerseits mit Talent gesegnet, andererseits extrem wissbegierig.
Baldur Preimls Ziel „Olympiasieg trat sehr schnell ein.“ 1976 zu Hause in Innsbruck siegte am letzten Wettkampftag auf der Großschanze Karl Schnabl vorm 17-jährigen Wunderkind Innauer, der darob nicht sehr erfreut war. Das zweite Österreich-Gold nach Franz Klammers Abfahrtsritt ganz nach Beginn der Spiele. Innauer rehabilierte sich mit dem vielleicht besten Sprung der Geschichte, bei der Skiflug-WM in Oberstdorf. Er segelte nicht zur zum damaligen Weltrekord von 176 Metern, erstmals in de Geschichte zogen alle Preisrichter die Höchstnote 20. „Wenn ich nicht abgebrochen hätte, wäre ich auf 250 Meter gekommen“, erinnerte  sich Innauer. 1980 in Lake Placid holte sich Innauer selbst dann das Gold auf der Normalschanze.
Preiml hatte die Skispringer ins österreichische Rampenlich gebracht, der OFR verzeichnete Rekordquoten. Unzählige Male war er selbst in der damaligen Kultsendung „Sport am Montag“, wo ich dem Studiogast Baldur Preiml immer sehr gerne zugeschaut habe. Ein sehr eloquenter Mann saß da, der viele Bücher auch über Psychologie gelesen hatte und das Sportvolk an seinem Wissen teilhaben ließ. Manchmal auch überforderte, wenn er Wunderheiler ins Team holte. Dennoch: „Gründer einer neuen Sportkultur“, beschrieb Innauer, der fast folgerichtig nach Ende seiner großartigen Karriere selbst Trainer wurde und die österreichischen Adler zu weiteren Erfolgen führte, die bis heute andauern. Den Grundstein dafür legte Baldur Preiml.