von Münchner Löwe | Dez. 25, 2025 | NFL
Blick über den Teich
Für alle, die nach dem hoffentlich schön verbrachten Heiligen Abend schon genug vom Feiern haben, bringt der Blick über en Teich Verheißungsvolles: ein pickepackevolles NBA- und NFL-Programm über die echten Feiertage.
Und so sehr ich mich auch auf die Relive-Spiele nach einem hoffentlich schönen Maultaschenessen mit der Schwester und Freunden freue, wirklich relevant sind die 5 „Christmas Games“ heute ab 18 Uhr nicht. Klar, es wird ein Stelldichein toller Spieler und toller Teams (die Superstars wie Jokic und Shai und Brunson) und solche, die noch ganz am Anfang ihrer verheißungsvollen Karriere stehen (Wembanyama und Flagg fallen mir als Erste ein). Doch für kein Team wäre eine Niederlage en Desaster, so ärgerlich sie auch sein mag vor der landesweiten Öffentlichkeit.
NFL
Ganz im Gegensatz zum Football. Hier steht ab Donnerstag bis Dienstagmorgen der vorletzte Spieltag der regulären Saison an. Einige Teams sind sicher in den Play-offs, manche stehen unmittelbar davor und brauchen nur noch einen Sieg, und manche kämpfen um die letzte Chance und benötigen 2 Siege (und ggf. dazu noch Hilfe). Die meisten Teams, so ehrlich muss ich dann auch sein, haben sich schon aus dem Play-off-Rennen auch rechnerisch verabschiedet.
AFC
Soviel vorweg. In keiner der 4 Divsionen steht der Divisionssieger fest. Ausgerechnet die Pittsburgh Steelers sind das einzige Team, das auf den Zweiten schon 2 Siege Vorsprung hat, dem in 2 Partien ein Sieg (und sogar ein eher theoretisches Remis) reicht
Eastern Division
Nachdem die New England Patriots eher wundersam auch die Hürde bei den Detroit Lions genommen haben, gehen sie mit einem Erfolg Vorsprung auf die Buffalo Bills in die letzten beiden Partien. Beide Teams müssen noch bei den New York Jets antreten (die Pats diese Woche, die Bills in der nächsten). Außerdem empfanen die Pats diese Woche die Philadelphia Eagles (das klingt zwar schwser, aber diese stehen schon als NFC-East-Sieger fest und können es ruhig angehen). Alles sprich also für die Patriots, die wie die Bills auf jeden Fall das Play-off-Ticket sicher haben (siehe Wild Card). Dolphins und Jets sind raus.
🧠 Patriots
North
Wie gesagt: Die Steelers haben 2 Siege Vorsprung auf die Baltimore Ravens, am letzten Spieltag kommt es in Pittsburgh noch zum direkten Duell. Um es darauf nicht ankommen zu lassen, müssen die Steelers deshalb unbedingt bei den Cleveland Browns punkten, was angesichts der Schwäche des Kontrahenten eine Pflichtübung sein müsste, ja wenn es nicht die besondere Rivalität gäbe. Die Ravens ihrerseits müssen auf jeden Fall ihre restlichen beiden Spiele gewinnen (am Sonntag bei den Green Bay Packers, viels Spaß dabei), um ihre theoretischen Chancen auf den Divsionssieg zu wahren. Der Wildcard-Platz ist schon perdu. Ganz raus sind die Bengals und Browns.
🧠 Steelers
South
Die Jacksonville Jaguars führen mit einem Spiel (11:4) vor den Houston Texans (10:5). Höchstens Chancen auf die Wild Cards haben die so gut gestarteten Indianapolis Colts (8:7). Es gibt kein direktes Duell mehr, je eines haben Jaguars und Texans für sich entschieden.
Um den Divisionssieg zu sichern, müssen die Jaguars ihre beiden Spiele bei den Colts und gegen die Titans gewinnen. Velieren sie nur eine Partie, würden sie die Texans mit 2 Siegen bei den Los Angeles Chargers (Sa., 22:30) und gegen die Colts überflügeln, aber auch nur dann.
🧠 Jaguars
West
Die Denver Broncos liegen ein Spiel vor den LA Chargers. Am letzten Spieltag kommt es in Denver noch zum diekten Duell (das erste in LA haben die Chargers gewonnen, fürhen also zurzeit im direkten Duell). Zuvor stehen diese Woche noch die Partien Broncos bei den Kansas City Chiefs (ohne Patrick Mahomes kaum wettbewerbsfähig/Fr., 02:15) und Chargers vs Texans (Sa., 22:30) an.
Beide Teams sind sicher in den Play-offs, sicher raus sind Chiefs und Las Vegas Raiders.
🧠 Broncos
Wild Card
2 der 3 Wildcard-Plätze sind vergeben, jeweils an den Zweiten der Divisionen East (Bills/Patriots) und West (Cargers/Broncos). Die klar besten Karten um den letzten Spot haben die Texans: 2 Siege Vorsprung auf die Colts, das muss sich ausgehen.
NFC
East
Die Eagles stehen als Divisionssieger fest, Cowboys, Comanders und Giants ohne Chance auf einen Wildcard-Platz
North
Die Chicago Bears führen mit 1,5 Siegen Vorsprung auf die Green Bay Packers, die ihr Remis in Dallas bei den Cowboys noch bereuen könnten. Ein Sieg bei den San Francisco 49ers, und der nie erwartete Divisionssieg wäre erreicht. Ist angesichts der Gegner allerdings keine Selbstverständlichkeit. Die Packers ihrerseits müssen beide Partien gegen die Baltimore Ravens (So., 02:00) und bei den Minnesota Vikings gewinnen. Sollte das gelingen, hätten sie unabhängig vom Divisionssieg einen Wildcard-Spot sicher.
Die Detroit Lions haben nach ihren Niederlagen zuletzt bestenfalls noch theoretische Chancen auf eine Wild Card, die Vikings noch nicht einmal diese.
🧠 Bears
South
Unfassbar, aber die Carolina Panthers führen die Division weiter an mit einem vor auf die Tampa Bay Buccaneers. Das Restprogramm ist allerdings happig: Gegen die Seattle Seahawks, das zurzeit beste Team der gesamten Liga (So., 19:00) und dann nächste Woche zum möglichen Showdown in Jacksonville. Die wiederum sollten am Sonntag (19:00) bei den Colts mit deren Veteranen-Quarterback Philip Rivers (45) ihrer Favoritenstellung gerecht werden.
Eines ist jetzt schon klar: De Zweite dieser Division wird auf keinen fall einen Wildcard-Platz erringen.
🧠 Buccaneers
West
Was für eine Division! Die drei Teams Seattle Seahawks (12:3), San Francisco 49ers und LA Rams (je 11:4) havben das Play-off-Ticket mindestens über die Wild Card sicher. Das Fiese ist der irre Un terschied zwischen Diviskionssieg und den Plätzen 2 und 3. Wer Rang 1 schafft, dürfte alle Wahrscheinlichkeit nach auf den ersten Platz in der gesamten Conference inne haben mit Freilos in der 1. Runde und Heimrecht bis inklusive Conference Final. Die anderen beiden müssen dagegen im Wildcard-Spiel auswärts bei einem der anderen Divisionssieger antreten (gnädigerweise den beiden schlechtesten).
Gewinnen die Seahawks beide Spiele bei den Panthers (So., 19:00) und eine Woche danach bei den 49ers, ist die Sache mit dem Divisonssieg geritzt. Aber auch die 49ers haben den Divisionssieg in der eigenen Hand. Wenn sie nämlich nicht nur die Seahawks nächsten Sonntag im eigenen Stadion schlagen (dort wird übrigens auch der Super Bowl diese Saison ausgetragen), sondern auch diese Woche (Mo., 02:20) gegen die Chicago Bears.
Die Rams müssen also auf mehrere Ausrutscher hoffen, damit das mit den Divisionssieg noch klappt. Voraussetzung ist ohnehin, dass sie ihrerseits ihre Spiele bei den Atlanta Falcons (Di., 02:20) und gegen die Arizona Cardinals gewinnen, was wiederum zu erwarten ist.
🧠 San Francisco 49ers
Wild Card
Zwei Spots der 2 West-Verlierer im Triell 49ers, Seahawks und Rams sind vergeben. Bleibt das nord-interne Duell zwischen Packers und Lions, in dem die Packers besagte 1,5 Siege Vorsprung haben. Ein Sieg der Packers gegen Ravens oder bei den Vikings würde reichen, dann würden auch 2 Erfolge der Lions ebenfalls bei den Vikings und bei den Bears nichst mehr nutzen.
🧠 Packers
Nach diesem Spieltag werden wir erheblich schlauer sein …
von Münchner Löwe | Dez. 21, 2025 | Fußball, NBA, ski alpin, Wintersport, Wochenvorschau
Die Weihnachtswoche war in meiner Kindheit und Jugend sportliches Brachland. Der Videotext verabschiedete sich und wünschte ein frohes Fest: England und die USA unerreichbar, und hätte nicht am 26. Dezember das Wiener Hallenturnier die Pforten aufgemacht, hätte ich mich tatsächlich länger mit den geschenkten Büchern und Platten beschäftigen müssen …* Ganz hinten für den 30. Dezember leuchtete ganz schwach der Oberstdorfer Auftakt der 4-Schanzen-Tournee (eigens für die Überbrückung der Tage zwischen den Jahren erfunden).
Wie anders ist jetzt: Ein fast volles Programm erwartet uns, sogar mit einer Premiere: Fußball am Heiigen Abend, das hat es meines Wissens noch nie gegeben. Der Afrika-Cup erstmals schon Ende Dezember macht es möglich. Ansonsten viel Wintersport (natürlich auch die Tournee), Fußball in England, US Sport im Überangebot und mittlerweile auch die nicht mehr wegzudenkende Darts-WM aus dem Ally Pally.
Die NBA startet durch
Für viele beginnt die nordamerikanische Basketball-liga erst am 25. Dezember so richtig. Und das, obwohl die Erfahrung lehrt, dass nach den tatsächlich schon gespielten etwa 30 Partien die Fronten schon weitgehend geklärt haben, also weder ein Sprung von unten nach oben gelingt, aber eben auch nicht ein Absturz
Und dennoch: Dank der Rechte-Inhaber werden jedes mehrere Schlager mit den beliebtesten und besten Teams/Profis angesetzt werden, die sich einander messen sollen. Mittlerweile ist das auf 2 Tage aufgeteilt, am 25. Dezember sind es 5 Spiele hintereinander weg ab 18 Uhr MEZ. Wer also schon Weihnachtspause benötigt, kann sich bei Sky gemütlich machen mit den Schlagern
18:00: NY Knicks (Madison Square Garden) – Cleveland
20:30: OKC (Titelverteidiger, MVP Shia Gilgeuos Alexander) – San Antonio Spurs (Wemby!)
23:00: Golden State (Curry) vs Dallas Mavericks (Nowitzki, äh Doncic, äh Flagg (nona))
02:00: LA Lakers (Hollywood, LeBron James) vs Houston (Durant, Top-Team)
04:30: Denver (Jokic) vs Minnesota (Edwards)
Die „2.“ Garde ist dann am 26. Dezember dran, u. a. Pacers (Finalist) vs Boston (Titelträger 2024).
Der berühmte Boxing Day
Nicht-englische Fußball-Trainer wie einst Kloppo, die es in die Premier League zog und zieht, hassen diese Besonderheit. Das irrsinnige Weihnachtsprogramm in den englischen Ligen mit bis zu 4 Partien innerhalb 8 Tagen. Gerade der 26. Dezember (Boxing Day), ist eigentlich reserviert für den Fußball (um den der Familie überdrüssigen Männern eine Zuflucht zu gewähren, wie es heißt). Dieses Jahr ist alles anders, da es ein Freitag ist: Nur Old Trafford ist geöffnet, wenn Manchester United den Woltemade-Club Newcastle United empfängt. Dafür gleich 12 Partien in der 2. Liga, die sich vollmundig Championship nennt. Am Samstag gibt es dann auch in der PL den kompletten Spieltag, unter anderem mit der Begegnung von Tabellenführer Arsenal vs Brighton.
Das Semmering-Doppel
Zwischen Weihnachten und Neujahr gibt es in der Ski-Nation Österreich für die Frauen immer ein Doppel in den technischen Disziplinen. Diesmal wieder am Semmering, wo am Samstag ein Riesenslalom und am Sonntag ein Slalom auf dem Programm stehen. Dann ist auch die zuletzt in Val d’Isere pausierende Weltcup-Führende Mikaela Shiffrin wieder dabei, die im Slalom unschlagbar scheint.
Gleichzeitig hatten die Männer immer ihre Abfahrt (und Super-G) in Bormio. Doch diesen Winter nicht, weil die so schwierige Stelvio olympische Weihen genießt in knapp 2 Monaten (wenns denn Schnee gibt …). Als Ersatz gibt es nur einen Super-G am Samstag in Livigno. Die Terminplanung bei den Männern ist eh absurd: Nach dem Italien-Fünfer von vergangenen Donnerstag bis Montag (Slalom in Madonna) gibt es danach bis zum 7. Januar nur diesen einen Super-G in Livigno. Nicht dass die strapazierten Herrschaften diese Pause sich nicht redlich verdient hätten.
Darter in der entscheidenden Phase
Nach dem nicht enden wollenden Prolog der ersten 2 Runden (an insgesamt 12 Wettkampftagen! und von mir weitgehend ignoriert) geht es nach Weihnachten Schlag auf Schlag mit dem Pfeilewerfen. Noch eine eher schleppende 3. Runde, danach aber Achtel-, Viertel-, Halbfinale bis zum WM-Endspiel am 3. Januar in rasender Abfolge. Viele Erkenntnisse habe ich bisher nicht gewonnen, die Top-Favoriten wie Weltmeister Luke Littler, dessen 2024er-Vorgänger Luke Humphries und auch Michael van Gerwen sind alle noch dabei. Genau wie aus deutscher Sicht Ricardo Petreczko, der am Samstag in einem Thriller den höher eingeschätzten Dave Chisnell aus dem Turnier nahm.
Natürlich – die Tournee
Das Jahreswend-Ereignis in Deutschland (Oberstdorf, Garmisch) und Österreich (Innsbruck, Bischofshofen) hat trotz der Konkurrenz wenig von seiner Bedeutung verloren. Tournee-Sieger genießen höheres Ansehen als die oft zufälligen Triumphatoren bei WMs und sogar Olympia (die sich trotzdem gut vermarkten).
Die vergangene Tournee war eine rein österreichische Angelegenheit. Dreifach-Gesamt-Erfolg, und in den 4 Springen gabe es nur einen Nicht-Austria-Podestplatz, den der Schweizer Gregor Deschwanden in Garmisch ergatterte, also der Schanze, die Österreichern traditionell nicht liegt ….
Ob sich diese Total-Triumph dieses Jahr (1. Springen am 29. in Oberstdorf) trotz durchau starker Austria-Adler wiederholt, erscheint mir doch äußerst fraglich. Zum einen scheint mir die Konkurrenz viel breiter aufgestellt, weil zum Beispiel die Slowenen beschlossen haben, dass es in einer Olympia-Saison vielleicht ratsam wäre, nicht erst zu den Skifliegen ab Mitte Januar gut in Form zu sein. Mit der Folge, dass Domen Prevc in den vergangenen Weltcups der Konkurrenz auf und davonflog. Was allerdings nix heißen muss für die Tournee, wie deutsche Frühformler vergangener Jahre (und in der Tournee eher zurückgeblieben) traurig bestätigen werden.
Apropos Deutschland: Seit Sven Hannawalds Grand Slam 2001/02 hat kein hiesiger Springer die Tournee gewonnen. Dass sich das ändert, ist trotz guter Platzierungen etwa von Philipp Raimund noch unwahrscheinlicher als ein Österreich-Durchmarsch.
Die Frauen sind übrigens zum letzten Mal bei diesem Großereignis nicht dabei. Ab 26/27 sollen sie tatsächlich auch springen dürfen, was jahrelange Lobby-Arbeit am Ende doch bewirken kann …
Wer wird Afrikas Bester?
Der Afrika-Cup beginnt heute, wenn die marokkanischen Gastgeber in Rabat die Kormoren-Auswahl empfangen. Für Europa von doppelter Bedeutung. Zum einen fehlt fast jedem Spitzenteam mndestens ein herausragendewr Profi, der eben für sein afrikanisches Land antritt wie etwa Mo Salah für Ägypten. Vor allem abe ist der Afrika-Cup ein Vorspielen der WM-Nationen, die zumindest bei den Fans doch sehr viele unbekannt sind. Afrika-Cup und WM in eine Saison, das ist nicht üblich und nur Terminveschiebungen geschuldet. Man wird sehen, wie die Naitonen diese pausenlose Hetzjagd verkraften. Mich würde jedenfalls nicht wundern, wenn die Teams im Huli in Amr3eika nicht mehr auf der Höhe ihrer Schaffenskraft wären.
Zum Turnier selbst: Die Gastgeber sind selbstreden zumindest Mit-Favorit, auch wegenihres tollen Abschenidens bei der WM 2022 in Katar, als sie Vierte wurden (jemals die beste Platzierung aus Aufrika beim Weltturnier). Auf dem Zettel habe ich auch die ivorischen Titelverteidiger. Sehr stark in der Abwehr und mit dem Leipziger Himmelsstürmer Diomande. Die Ivorer sind natürlich für deutsche Fans besonders interessant, weil sie Gruppengegner in der 2. WM-Partie Houston sein werden.
Ansonsten ist das Afrika-Turnier mit 24 Teams für mich eine Wundertüte, meistens nicht sehr torreich. Sehr körperlicher Fußball mit manch technischem Gustostückerl. Wers sehen will (zB am Heiligen Abend gleich 4 Spiele), Sportdigital überträgt alle Spiele
Und sonst?
- Internationale Ligen, Italien: Voller Spieltag auch in der Serie A. Heraus sticht die Partie der Champions-League-Teilnehmer Atalanta gegen Meiser Inter am Sonntag.
- Basketball: Die Euroleague macht tatsächlich Pause. Schlager der BBL ist am Sonntag die Partie von Meister Byern München gegen den Sensationsaufsteiger Gladiators Trier, der auf Platz 2 steht.
- Handball: Die HBL gibt sich die Ehre mit einem vollen Spieltag am 26. und 27. Dezember, allerdings ohne Topschlager. Die Hallen werden erfahrungsgemäß trotzdem voll sein.
- American Football: Der vorletzte Spieltag der Saison steht an. Zum letzten Mal verteilt auf mehrere Tage Donnerstag, Samstag bis Montag (Ortszeit). Mehr dazu in einer speziellen Vorschau (vor allem Rückschau auf diese Woche) hoffentlich noch vor Weihnachten.
- Wintersport: Nächsten Sonntag beginnt die Tour de Ski. Mittlerweile ist das Mehr-Nationen-Event allerdings eine rein italienische Veranstaltung, zunächst in Toblach und mit Ende wie gehabt mit dem Anstieg heianuf zur Alpe ciemis. Im Zweifel gewinnt eine Schwedin und ein Norweger, vielleicht auch umgekehrt …
von Münchner Löwe | Dez. 19, 2025 | NFL, ski alpin
2 Ereignisse, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen ein unfassbares Football-Match, zum anderen einen Überraschungs-Sieger beim Super-G in Gröden, den nur diese Strecke und dieser Ort kreiern kann
Seattle Seahawks – Los Angeles Rams 38:37 (OT)
Von diesem Spiel werden sie noch lange reden, in seattle wie LA und wahrscheinlich in der gesamten NFL-Blase weltweit.
Schon vor der Partie war die Erwartungshaltung groß, trafen doch die beiden besten Teams der NFC aufeinander, beide in der Division West: Es ging also auch um einiges: den Divisonstitel, der gleichzeitig auch den Platz 1 der gesamten Konferenz und somit Freilos in der ersten Play-off-Runde bedeuten könnte.
Drei Viertel war es ein durchaus unterhaltsames Spiel mit einem glänzend aufgelegten Rams-Quarterback Matthew Stafford, aber auch ein paar schönen Spielzügen von den Seahawks in ihrem regnerischen Seattle. Doch als Darmold Anfang des 4. Viertels beim Stand von 14:30 den Ballin die Hände eines gegnerischen Verteidigers warf (2. Interception der Partie), schien die Messe gesungen. Wer von den Seahawks-Fans enttäuscht den Fernseher ausgemacht hat, wird sich bis an sein Lebensende darüber ärgern.
Denn es folgte ein unfassbares Comeback: Punt-Return-Touchdown plus 2-Point-Conversion zum 22:30. In der nächsten Angriffsserie der Seahawks ein fabulöser Touchdown-Pass von Darmold auf Barner zum 28:30. Es folgte ein erneuter Versuch einer 2-Point-Conversion und einer der absurdesten Spielzüge, die ich (und sehr viele Football-Fans) gesehen habe. Darmold passte, ein Rams-Verteidiger wurde getroffen, und der Ball fiel auf den Boden und rollte in die Endzone. Seahawks-Spieler Chgarbonnet klaubte das Lederei eher pflichtschuldig auf, und übergab es an die Schiris. Plötzlich Aufregung, denn Darmold hatte den Ball ja nach hinten gepasst, so dass er nach den Football-Regeln „frei“ war. Quasi ohne es zu wollen, hatte Charbonnet, der ausgezeichnete Running Back, die Conversion verwertet, und die Seahawks glichen aus.
Kurze Zeit später Overtime, und diese wird erst seit dieser nach einer abermals veränderten Regel gespielt. Kurz gesagt: Jedes Team ist wenigstens einmal im Ballbesitz; früher war es so, dass das erste Score, seit paar Jahren: der erste Touchdown schon das Endergebnis darstellte, ohne dass die verteidigende Mannschaft die Möglichkeit einer Antwort gehabt hätte. Wie gesagt das ist jetzt anders. Und sollte irgendein Traditionalist den Sinn dieser Regel bezweifeln, möge er an dieses Spiel erinnert werden.
Der brillante Rams-Receiver Nacua (wahrscheinlich der beste der Liga) verwertete einen 41-Yard-Pass von Stafford zum Touchdown – 37:30 für die Rams. Also brauchten die Seahawks in ihrer Angriffsserie ebenfalls einen Touchdown. Und der Routinier Darmold agierte wie ein ganz Großer, führte die Seahawks übers gesamte Feld: In der Endzone fand er den ebenfalls fantastischen Wide Receiver Smith-Njigba (wahrscheinlich de zweitbeste der Liga) zum Touchdown – 3:13 Minuten vor Ablauf der Overtime.
Was also tun?, war nun die Überlegung der Seahawks-Trainer. Ein Extra-Kick würde die Partie nur ausgleichen, und die Rams mit ihrer tollen Offensive hätten noch genug Zeit, in einer weiteren Angriffsserie zu punkten, jetzt würde sogar ein Field Goal reichen. Also eine erneute Conversion, weitaus unsicherer als ein Extra-Kick. Aber mit dem Riesenvorteil, dass ein Gelingen auch den Sieg bedeuten würde. Die Coaches entschieden auf Risiko, beide Teams verzögerten mit Auszeiten die Ausführung, doch dann war es soweit: der auf jeden Fall letzte Spielzug der Partie, erfolgsversprechend, aber nicht erfolgsgarantiert, das gibt es relativ selten im Football. Darmold nahm Maß feuerte das Ei mit Schmackes knapp an Freund und Feind vorbei in Richtung Mitspieler Saubert, der es auch zum Sieg festhielt. Riesenjubel im Seattle Stadion.
Der Erfolg der Seahawks bedeutet jetzt einen klaren Vorteil im Kampf um den Divisonssieg. Doch auch für die Rams ist der Kampf um die Super-Bowl-Teilnahme noch längst nicht vorbei, denn mindestens über die Wild Cards haben sie ebenfalls schon die Play-offs erreicht. Nicht wundern würde mich, wenn beide Teams das Conference Finale spielen würden, in dem der Superbowl-Teilnehmer der NFC ermittelt wird (der nach jetziger Lage der Dinge gegen den AFC-Kandidaten auch klar favorisiert wäre.
Super-G der Männer in Gröden
Wie ich schon in meiner Vorschau geschrieben habe, ist die „Saslong“ ein echter Klassiker, seit Jahrzehnten fester Bestandsteil im Rennkalender immer kurz vor Weihnachten. Mauer, Kamel, Chaslat-Wiesen – jeder Skifan kennt diese herrlich anzusehenden Passagen. Und jeder Skifan weiß auch, dass das Ergebnis gerade bei strahlendem Sonnenschein wie amheutigen Freitag auch weit nach den besten Fahrern noch kippen kann: Wenn nämlich die Sonne über den Langkofel herauskriecht, einen Teil der Strecke in plötzlich gleißendes Licht taucht und überdies den Schnee auch schneller macht (nicht fragen, glauben …).
Und doch – als der überragende Marco Odermatt eine fantastische Bestzeit hinlegte, die auch nach den sehenswerten Fahrten von Guiseppe Franzoni aus Italien und Nils Allegre aus Frankreich Bestand hatte, da schien der nächste Triumph des Schweizers besiegelt. Bis Jan Zabystran die Saslong in Angriff nahm: Der 27-jährige Tscheche ist einer der vielen mutigen gungen Männer, die sich Jahr für Jahr auf die schwierigsten Abfahrten wagen, ohne ans Siegerpodest auch nur zu schnuppern. Zabistran hatte gleich tolle Zwischen-Zeiten, im Ziel verstummten die Interviews mit dem vermeintlichen Sieger und Platzierten, und alle starrten auf die Piste respektive Riesenmonitore. Als der Tscheche auch ohne erkennbaren Fehler die Chaslat-Wiesen passierte, war die Sensation zum Greifen nah, und tatsächlich hatte Zabystran im Ziel satte 22 Hundertstelsekunden Vorsprung auf Odermatt. Als er auf die Anzeigentafel guckte, schien er zunächst gar nicht zu begreifen, was diese grün leuchtende „1“ bedeutete, erst mit Verspätung setzte (immer noch ungläubiger) Jubel ein. „Ein verrückter Tag. Ich hatte noch nie grünes Licht, wenn ich im Ziel war“ bekannte der Tscheche
Und tatsächlich reichte es zum Sieg, obwohl noch weitere Läufer mit Startnummer weit jenseits der 40 noch glänzend unterwegs waren. Die Gratulation von Odermatt schien ehrlich: Schlussendlich hat jeder, der seine Chance nutzt, es auch verdient. Deshalb Gratulation an Jan. Aber klar fuchst es einen ein bisschen.“
Odermatt weiß selbst, wie wichtig die vemeintlichen Statisten fürs große Ganze sind, die aus so einem Skirennen erst ein Spektakel werden lassen. Und auch wenn der Tscheche (wahrscheinlich) bessere Verhältnisse vorgefunden hat, nutzen musste er die Chance, und das tat er beeindruckend und eben viel besser als die Läufer mit ähnlich guten Bedingungen.
Odermatt, der gestrige Sieger der Kurz-Abfahrt, wird es verschmerzen. Im Gesamtweltcup liegt er schon 383 (!) Punkte vor dem Zweiten Hendrik Kristoffersen, die nächste Große Kristallkugel scheint ihm jetzt schon sicher. Auch in den Spezialwertungen Abfahrt, Super-G und Riesenslalom hat er bereits die Nase vorn. Und morgen kann er auf der ihm wie auf den Leib geschneiderten Salsong den nächsten Sieg einfahren, oder kommt ihm dann erneut ein Fahrer mit Startnummer 30 oder später zuvor?
von Münchner Löwe | Dez. 16, 2025 | Fußball, ski alpin, Wintersport
Die letzte komplette Sportwoche bricht an. Wobe anzumerken ist, dass mittlerweile auch zwischen den Jahren das Programm sehr reichhaltig ist, zumal man ja mittlerweile leicht (allerdings teuer) locker über den Teich schauen kann zur NBA und NFL.
Erster Abfahrts-Klassiker
Die Saslong in Gröden. eine wunderbare Männer-Abfahrt. Kamelbuckel, bisschen abgetragen, das waschbrettartige Durchrütteln in den Chaslat Wiesen, jedes Jahr ein frischer Genuss. 2025 stehen gleich 2 Abfahrten auf dem Programm, am Donnerstag und Samstag. Dazwischen ein Super-G, und damit es den Herrschaften nicht langweilig wird, folgen am Sonntag und Montag n Alta Badia Riesenslalom (für jich der schönste und schwierigste der Saison) und Slalom.
Alle 5 Wettbewerbe wird wahrscheinlich kein Fahrer bestreiten, oder Marco Schwarz aus Österreich?, aber das Programm ist trotzdem sehr stattlich.
Für die Abfahrten gibt es mit Marco Odermatt einen natürlichen Favoriten. Aber der Schweizer scheint mir dieses Jahr nicht so dominant (gewagte These angesichts von bisher drei Siegen). Für Gröden gibt es eine echte Spezialisten wie den langbeinigen Bryce Bennett, der mit seinen Telekop-Haxen die Wellen am besten schluckt.
Italien (Südtirol) für die Männer, Frankreich für die Frauen. Schon heute der Nachtslalom in Courchevel mit der klaren Favoritin Michaela Shiffrin, die die bisherigen 3 Slaloms deutlich bis sehr deutlich für sich entschieden hat. Gespannt bin ich auf Emma Aicher: wie sie das anstrengende Programm samt Abfahrtstriumph und Super-G-Ausscheiden verkraftet hat. Viele Kandidatinnen fürs Stockerl, darunter vor allem Lara Culturi und die bisher noch eher zurückhaltende Weltcupsiegerin Zrinka Ljutic. Und von Lena Dürr ist immer etwas Gutes zu erwarten, aber wann in doppelter Ausführung an einem Tag?
Am Wochenende dann der Trip nach Val d’Isere, allerdings nicht am Face Bellevard wie die Männer, sondern auf der Ok-Piste. Abfahrt am Samstag, Super-G am Sonntag: erneute Festspiele für Lindsey Vonn?
Mainzer Europa-Ausklang
Der Europapokal leistet sich seine exklusive Conference-League-Woche, genauer gesagt finden die 18 Partien gleichzeitig Partien am Donnerstag (21:00) ohne Konkurrenz statt. Es ist der 6. und letzte Spieltag, in der die Teilnehmer der K.o.Runde ausgewürfelt ausgespielt werden.
Der FSV Mainz 05 wird im Wettbewerb verbleibend überwintern. Gewinnen die Rheinhessen ihre Heimpartie gegen Samsunspor, werden sie sich die Zwischenrunde (und damit 2 Spiele im Januar) ersparen und direkt ins Achtelfinale aufsteigen (für den punktgleichen Gegner aus der Türkei gilt das Gleiche). Wäre im Hinblick auf den Bundesliga-Abstiegskampf für den Tabellenletzten nicht das Schlechteste.
Ohne Chance ist Rapid Wien: 5 Spiele, 5 Pleiten, das muss den Ösis in diesem schwach besetzten Wettbewerb (nona) erst mal einer nachmachen.
Und sonst?
- US Sport: In der NBA geht es um den ersten Titel. Im Finale um den NBA-Cup treffen heute in Las Vegas die New York Knicks auf die San Antonio Spurs. Die das Kunststück geschafft haben und die überragenden Oklahoma City Thunder aus diesem liga-internen Wettbewerb rauszuwerfen. Völlig offen, also könnte die Qualität des Auftritts von Wembanyama der Schlüssel sein – wie gegen OKC.
In de NHL steht für Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers ein Meilenstein ganz kurz bevor. Zurzeit hält der Kölner bei 999 Scorer-Punkten. Er könnte also der erste Deutsche im erlauchten 1000er-Club sein, dem insgesamt bisher 102 Spieler angehören. Allerdings wird er diese marke wahrscheinlich auswärts brechen: Es stehen an die Partien in Pittsburgh, Boston und Minnesota
- Bundesliga: Der 15. Spieltag bedeutet schon das Jahresende. Der klare Tabellenführer Bayern München humpelt und rumpelt nach dem Sommer ohne Ruhe (Club-WM!) reichlich ermattet der Winterpause entgegen. Torwart Manuel Neuer hat sich schon mit einem Muskelfaserriss in den Urlaub verabschiedet (schon praktisch). Irgendwie wird Trainer Vincent Kompany schon 11 noch einigermaßen fitte Profis finden (etwa die lange verletzten Ito und Davies). Die Aufgabe in Heidenheim (So., 17:30) ist durchaus anspruchsvoll: Ungemütliche Bedingungen auf der vielleicht winterlich kalten Ostalb, und die Württemberger sind trotz des Rückschlags auf St. Pauli wieder voll im Abstiegskampf-Modus.
Das Topspiel des Tages (Sa., 18:30) verdient diesmal seinen Namen. Der Zweite RB Leipzig empfängt den Vierten Bayer Leverkusen. Von der Meisterschaft wird keines der TEams noch seriös träumen, aber Punkte für die Champions-League-Qualifikation gegen einen direkten Kontrahenten zählen doppelt.
- 3. Liga: Meine erstaunlichen Löwen haben sich mit 4 Siegen in Folge an die Aufstiegsplätze herangepirscht. Es kommt zum Duell gegen das Überraschungsteam SC Verl, mit einen weiteren Erfolg könnten die allerdings ersatzgeschwächten Münchner (unter anderem ist Kevin Volland nach absurd Gelb-Rot gespert) den jetzigen Dritten sogar überholen. Jeder Sechzig-Fan weiß allerdings, was das bedeutet …
- Internationaler Fußball, England: Die Leichtigkeit des Noch-Tabellenführers FC Arsenal ist verschwunden. Am Samstag wartet für die Londoner die durchaus anspruchsvolle Aufgabe beim FC Everton in dessen neuen, schmucken Stadion direkt am Flussufer. Einfacher hats da der härteste Konkurrent ManCity mit der Heimpartie gegen Nachzügler West Ham United. In einem Duell der Enttäuschten erwarten die Tottenham Hotspur den FC Liverpool, wobe die Reds zuletzt aufsteigende orm zeigten. Florian Wirtz wartet allerdings immer noch auf sein erstes Saisontor.
Spanien: Ein Topschlager steht an, wenn der FC Villarreal den FC Barcelona empfängt (So., 16:15). Beide Teams zuletzt mit 5 Ligasiegen in Folge, Barca führt La Liga mit 4 Punkten Vorsprung auf Real Madrid an. Die Königlichen ihrerseits sind in Bernabeu Stadion gegen den FC Sevilla gefordert (Sa., 21:00).
Afrika-Cup: Eröffnungsspiel am Sonntag in Rabat, wenn Marokko die Auswahl der Komoren empfängt. Zu diesem kontinentalen Wettbewerb, der uns zwischen den Jahren begleiten wird bis in den Januar, nächste Woche mehr. Interessant genug wird er sein, weil wir uns ein Bbild der afrikanischen WM-Teilnehmer machen können. Und fast jeder europäische Spitzenclub muss einen oder mehrere Profis an die Vebände abstellen.
- Handball, Frauen: Schon eine Woche nach dem verlorenen WM-Endspiel geht es in der Bundesliga weiter, wenn die TuS Metzingen den VfL Oldenburg empfängt.
DHB-Pokal: 2 Topschlager im Viertelfinale. So empfangen die Füchse Berlin den THW Kiel (Do., 19:00). Praktisch gleichzeitig (19:30) bekommt es der klare Bundesliga-Tabellenführer SC Magdeburg mit der SG Flensburg-Handewitt (härtester „Vefolger“) zu tun. Wer macht diese Terminplanung?
- Basketball: 2 Auswärtsspiele für den FC Bayern in Frankreich in der Euroleague: Am Mittwoch ist ein Sieg Pflicht beim GTabellenletzten Villeurbanne, erheblich schwieriger ist die Aufgabe am Freitag bei der AS Monaco. Dann ist die mörderische Auswärtsserie von 6 Partien in der Fremde aber auch Geschichte.
- Wintersport: Biathlon in Annecy. Französisches Biathlon auf dem Vormarsch mit unfassbar vielen Frauen, gerne untereinander zerstritten und dennoch erfolgreich. Ab Donnerstag heißt es Sprint (Männer Freitag), Verfolgung (Samstag) und Massenstart (Sonntag).
Männer-Skispringen in Engelberg: wie jedes Jahr immer der Vor-Weihnachts-Kehraus, meist schon nicht mehr mit der vollen Weltspitze am Start. Wer schlägt den Slowenen Domen Prevc?
Kombination in der Ramsau: Der Österreicher Julian Lamparter ist bisher das Maß aller Dinge und feiert ein Heimspiel. Die Deutschen suchen noch ein bisschen nach de Top-Form.
- Ehrung: Die deutschen Sportler des Jahres werden am Sonntag bekannt gegeben in einer feierlichen Zeremonie in Baden-Baden und dem ZDF: Männer, Frauen, Mannschaft. Die große Frage: Haben die Handball-Vizeweltmeisterinnen überhaupt noch die verdienten Stimmen sammeln können?
von Münchner Löwe | Dez. 15, 2025 | Handball, NFL, ski alpin, WM
WM-Silber glänzt wie Gold
Zum Titel reichte es letztlich zwar nicht, dennoch dürften die deutschen Handballerinnen den Titelkampf in Stuttgart, Dortmund und Rotterdam als klaren Erfolg verbuchen. Als einziges Team überhaupt kitzelte man sogar die absolute Frauenhandball-Macht Norwegen. Erst als deren brillante Rückraumspielerin Henny Reistad das Heft des Handelns in die Hand nahm, war auch die bis dato überragende deutsche Deckung und Torhüterin Katharina Filter überfordert. Es müsste schon mit dem Teufel zu tun haben (oder einer gewissen Langweile der abstimmenden Journalisten), wenn die 26-jährige Reistad nicht auch 2025 zur besten Handballerin der Welt gewählt werden würde. Auf der anderen Seite bestätigte die 45-Jährige (!) Schlussfrau Katrine Lunde ihre Ausnahmestellung auf dieser Position, an der die deutschen Spielerinnen allzu häufig scheiterten. Handball ist in Norwegen Frauensportart Nummer 1, zumindest für all jene Mädchen, die es aus irgendeinen Grund nicht auf die Langlaufloipe. Skipiste oder Sprungschanze lockt. 5 Titel seit 2020 sammelte Norge, nur bei der WM 2023 musste man Frankreich den Votritt lassen.
Doch es besteht für die Deutschinnen wirklich kein Grund zur Traurigkeit nach einem phänomenalen Turnier erst zu Hause in Stuttgart und Dortmund, dann in Rotterdam. Mit acht zum Teil sehr klaren Erfolgen war die Truppe von Traine Matthias Gaugisch geradezu ins Finale spaziert, der 29:23-Halbfinalsieg gegen Titelverteidiger Frankriech war wahrscheinlich das beste Spiel einer deutschen Mannschaft seit dem WM-Gewinn 1993. Und sie sind noch alle sehr jung, viele haben ihre besten Jahre noch vor sich. Wie die 21-jährige Viola Leuchter (wie 2023 zur besten Jungspielerin gekürt). Wie Nieke Kühne. Allein die Kapitänin Antje Döll (37) und Emily Vogel (geb. Bölk) sind schon länger dabei, sie wurden ins Allstar-Team gewählt.
Mehr als 5 Millionen Zuschauer haben das Endspiel im Schnitt in der ARD gesehen, obwohl es erst am Freitag (nach dem erfolgreichen Halbfinale) ins Programm gerutscht war und gleichzeitig die Bayern spielten bei DAZN. Nur Böswillige werden behaupten, dass die Leute eigentlich Skispringen sehen wollten oder den Bericht aus Berlin. Das sind zum Beispiel mehr als die Basketballer bei ihrem WM-Endspiel 2023 und EM-Finale dieses Jahr.
Wäre halt schön, wenn die Truppe die Aufmerksamkeit mitnehmen könnte. Doch Frauenliga-Sport, das ist in Deutschland eine mühselige Sache, wie auch schon die Fußballerinnen nach erfolgreichen Turnieren feststellen mussten. Auch hier ist ja fast völlige Leere, wenn es um deutsche Handballerinnen geht oder Frauenhandball überhaupt. Hab künftig einen Blick drauf, Löwe!
Aicher top, Aicher ein bisschen flop
Die 23-jährige setzte das zweite große Ausrufezeichen des Wocenendes aus deutscher Sport-Sicht. Emma Aicher raste am Samstag auf der so schwierigen Corviglia-Strecke zum Sieg und ließ die am Vortag so überragende Lindsey Vonn und die Abfahrtsherrscherin der vergangenen Jahre, Sofia Goggia, hinter sich. Ein fast perfekter Lauf war ihr gelungen bei erneut strahlendem Wetter und besten Bedingungen. Da bestätigte sie all den Vorschusslorbeer und all die deutschen Ski-Hoffnungen, die sie mittlerweile fast alleine trägt neben Routinier Kira Weidle-Winkelmann und Slalom-Spezialistin Lena Dürr.
Aufgrund ihrer Vielseitigkeit (Aicher ist zurzeit die einzige im Skizirkus, die alle 4 Disziplinen mit Punkteaussichten bestreitet) gilt sie ja als Mit-Favoritin für den Gesamtweltcup. Dass sie dafür nicht haushohe Favoritin ist, bestätigte sie eindrucksvoll am Sonntag. Beim Super-G auf nahezu gleicher Strecke stürzte sie nach einem läppischen Fehler bei einer der harmloseren Passagen und schied aus (wenigstens ohne größeren Schaden zu erleiden). Diese Leixhtfertigkeiten und dämliches Ausscheiden hatte sie schon in den vergangenen Jahren gehabt, sind also nicht völlig verschwunden. Trotzdem wirklich ärgerlich, wie sie selbst befand: „Dumm einfach. Das pisst mich an.“ Den Sieg holte sich auf dem recht engen Kurs Riesenslalom-Spezialistin Alice Robinson aus Neuseeland, für die der Super-G allerdings die zweite ganz starke Disziplin werden dürfte: Sie verwies die überraschende Romaine Miradoli aus Frankreich und Goggia auf die Plätze 2 und 3.
Lindsey Vonn wurde im Super-GVierte, nicht mal 4 Zehntelsekunden hinter der Siegerin. Was für ein Wochenende für die 41-Jährige! Ich schätze gerade den 2. Abfahrtsplatz am Samstag mindestens genauso hoch ein wie den Triumph einen Tag zuvor.
https://blickueberdenteich.de/lindsey-vonn-beschaemt-alle-kritiker/
wegen all des Trubels, den sie danach erdulden musste und äußerst gerne bestritt. Aber der Konzentration ist so etwas doch abträglich, und nicht einmal einer Vonn gelingt jedes Mal so ein absoluter Traumlauf im zweiten Teil. Mit der Amerikanerin ist fortan in jedem Speedrennen zu rechnen, vor allem auch in Hinblick auf Olympia, wo Abfahrt und Super-G auf einem ihrer Lieblingshänge die Tofana hinunter stattfinden.
Die Männer bestritten Riesenslalom und Slalom in Val d’Isere. Dabei siegte Loic Meillard im RTL vor den Schweizer Landsleuten Lucas Aerni und Marco Odermatt. Im Slalom wurde der Schweizer Zweiter hinter dem Norweger Timon Haugan, der angeblich trotz Bandscheibenvorfalls fuhr. Die Formkrise des Slalom-Weltmeisters nach bisher sehr enttäuschenden Ergebnissen kann also getrost zu den Akten gelegt werden.
Chiefs-Ära endet
Es war zu erwarten, für die Fans zu befürchten: Die Kansas City Chiefs werden in den NFL-Playoffs nicht dabei sein, erstmals seit 2014. Dias verletzungsgeplagte Team um Patrick Mahomes verlor zu Hause in einer bestürzend fahrigen Partie mit 16:19 gegen die Los Angeles Chargers und haben nun nicht mal mehr theoretische Chancen auf die K.o.Runde. Das Ende war sinnbildlich für die durch und durch verkorkste Saison. Superstar Patrick Mahomes erlitt bei einem schweren Tackle einen Kreuzbandriss, sein Vertreter Minshaw warf dann die spielentscheidende Interception. Aufgrund der schweren Verletzung von Mahomes und dem fortgeschrittenen Alter von Leistungsträgern wie Travis Kelce (ich schreibs noch mal zur Sicherheit: der Verlobte von Taylor Swift) schaut es auch für die kommende Saison sehr finster aus.
Vor allem die vergangenen 6 Spielzeiten waren Chiefs-geprägt, eine enorm langer Zeit in der auf Abwechslung getrimmten NFL. Fünfmal standen sie als bestes AFC-Team im Super Bowl, dreimal triumphierten sie dort. Immer angeführt von Magier Mahomes, der auch in den verworrensten Situationen Mitspieler fand: sehr oft seinen Tight End Kelce (der jetzt sogar das Karriere-Ende erwägt).
Eine spektakuläre Partie gewannen die Buffalo Bills bei den New England Patriots. Sie lagen schon mit 0:21 zurück, konnten sich aber enorm steigern und siegten nach einem am Ende wüsten Schlagabtausch (auch mit Nickligkeiten dneben dem Spielfeld) mit 35:31. Auch LA Rams (vs Detroit Lions), Houston Texans (Cleveland Browns) und Seattle Seahawks (Indianapolis Colts) erragen wertvolle Siege. Für die Colts schaffte der 45-jährige Quarterback Philip Rivers einen Touchdownpass, den einzigen der Partie. Dennoch siegten die Seahawks, weil ihr Kicker bei 6 Versuchen maekallos blieb.
Und sonst?
- Bundesliga: Den zweiten Punktverlust der Saison musste der FC Bayern ausgerechnet zu Hause gegen den Letzten Mainz hinnehmen. Beim 2:2 rettete gar ein umstrittener Elfmeter den einen Punkt des souveränen Tabellenführers und verhindete den vollen Erfolg des neutrainers Urs Fischer. Einen Trikotzupfer nutze Harry Kane zum spektakulären Fall (so viel zum Thema, dass Engländer nie Elfer schinden, ha ha!). Und der Gefoulte (ich zögere, ob ich nicht Anführungsstriche setzen soll, aber eine Schwalbe wars halt doch nicht) verwandelte eiskalt wie bisher immer bei nunmehr 17 Bundesliga-Elfmetern.
Keiner der Verfolger wusste den Patzer zu nutzen. Nicht RB Leipzig (0:1 beim 1. FC Union), nicht Borussia Dortmund (1:1 in Freiburg). Der Vorsprung auf Platz 2 beträgt also immer noch stolze 9 Zähler. Immerhin gewann Bayer Leverkusen 2:0 gegen Köln dank eines Skorpions vom Terrier: Hä??? Skorpion nennen die Fußballer, wenn der Ball von hinten mit der Hacke nach vorn geschaufelt wird. Terrier heißt der Franzose, dem dieses Kunststück gegen den 1. FC Köln gelang. Noch schöner einst Rene Higuita
https://www.youtube.com/watch?v=yCxe4r6SjH0
- 2. Bundesliga: Schon am 16. Spieltag sicherte sich Schalke 04 die „Herbstmeisterschaft“. Mit ihrem Standard-Ergebnis 1:0 gewannen die Königsblauen gegen den 1. FC Nürnberg. Das erstaunliche Torverhältnis lautet 21:8, also insgesamt nicht mal 2 Tore pro Partie. Funfact: Der Tabellenletzte Dynamo Dresden hat 23 Tore erzeilt, aber halt auch 32 hingenommen (mehr als 4 Tore pro Spiel und offenbar sehr viel unterhaltsamer als die Dauernull im besten Huub-Stevens-Sinn, der vom Himmel aus beglückt zuschaut.
- Internationaler Fußball, England: Arsenal in der Krise? Zwar gewannen die Londoner, doch gegen den abgeschlagnenen Tabellenletzten Wolverhampton Wanderers benötigten sie 2 (!) Eigentore für den 2:1-Erfolg. Die Leichtigkeit des Seins ist für die Arteta-Truppe dahin. 2 Punkte dahinter lauert Manchester City (3:0 bei Crystal Palace/2 Haaland-Treffer), es folgt das weiter erstaunliche Aston Villa (3:2 bei West Ham United).
Spanien: Mal wieder ein Liga-Sieg für Real, nämlich das mühsame 2:1 bei Alaves. Der Rückstand in der PD auf Barca (2:0 vs Osasuna) beträgt allerdings weiter 4 Punkte.
Italien: Führungswechsel in der Serie A: Inter gewann 2:1 bei CFC Genua und verdrängte die SSC Neapel (0:1 bei Udinese) von der Spitze. Dahinter lauert Lokalrivale Milan, das mit einem 2:2 zu hause gegen Sassuolo seinerseits Rang 1 verpasste.
- Wintersport: Allüberall Weltcup. Ich beschränke mich auf Biathlon in Hochfilzen, wo meinem Namensvetter Philipp Horn im Sprint als Dritter der erste deutsche Podestplatz dieser Saison gelang. Die Frauenstaffel zog am Samstag als Dritte hinter Schweden und Norwegen nach. Ein großartiger Comeback-Sieg gelang der Italienerin Lisa Vitozzi in der Verfolgung, die ein ganzes Jahr verletzt zusehen musste. Ihr Landsmann Tommasso Giacomel wurde Zweiter in der Verfolgung, nachdem er den Sprint gewonnen hat. Schwedinnen und Norweger waren in der Staffel nicht zu bezwingen.
Bei den Skispringern ist derzeit Domen Prevc eine Klasse für sich. Er gewann beiden Wettbewerbe in Klingenthal mit riesigem Abstand. FAst ein schelchtes Omen allerdings für die 4-Schanzentournee zur Jahreswende, weil die Dezember-Triumphatoren fast regelmäßig eher schlecht über die Weihnachtstage kommen. Aber derzeit gibt es am Slowenen kein Vobeikommen, gerade die Österreicher suchen noch die Form der vergangenen Saison (die alledings so unfassbar gut war auch in de Breite, dass das kaum gelingen wird). Die deutschen fahnen halten Phillipp Raimund und auch Felix Hoffmann hoch. Schauederhaft die Auftritte von Andreas Wellinger, der sich erzürnt über sich sich erst mal aus dem Weltcup nahm, um zu trainieren. Wenns hilft …
- Basketball: Der FC Bayern verliert in der Euroleague weiter, diesmal in Dubai. Dort kassieten sie 0,6 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Korb, nachdem sie zu Beginn des letzten Viertels noch mit 12 Punkten geführt hatten. Die K.o.Runde ist schon in weite Ferne gerückt.
Besser läuft es national: In Oldeng´burg siegten die Münchner mit 87:79 und verteidigten die Tabellenspitze vor Sensations-Aufsteiger Trier.
- Handball: Der SC Magdeburg zieht weiter einsam seine Kreise. Auch die schwere Hürde in Gummesbach nahmen die Bördestädter und gewannen mit einiger Mühe mit 32:31. Der Vorsprung auf den zweiten SG Flensburg-Handewitt beträgt 6 Minuspunkte – das ist mehr als eine Vorentscheidung.
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