von Münchner Löwe | Feb. 15, 2026 | Winterspiele 2026
Pflichtprogramm
10/13:30: Slalom der Männer
Kaum zu glauben, schon der letzte Wettberwerb der Männer im alpinen Skisport. Und wie es aussieht, auch der offenste. Etwa 20 Fahrer kommen für die Medaillenränge infrage, und viele Nationen, die bisher in den Männer-Rennen kaum eine Rolle spielten, haben ein Eisen im Feuer.
Dass der Slalom auf dem flachen Endstück der Stelvio ohne große Tücken ausgetragen wird, macht die Prognose nicht einfacher. Der Teamslalom lässt den Schluss zu, dass etwa der Schweizer Tanguy Nef hervorragend mit den Verhältnissen zurechtkommt, auch der Münchner Linus Straßer machte eine vorzügliche Figur. Österreich hofft auf Manuel Feller, Frankreich auf Clement Noel, die Norweger auf das Trio Timon Haugan, Henrik Kristoffersen und Atle McGrath. Sogar die Finnen (Eduard Hallberg) und Bulgarien (Albert Popov) dürfen hoffen. Und natürlich ist auch Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Braathen aus Brasilien sehr zu beachten. Oder someone completely different.
19:00: Skispringen, Super-Team, Männer
Zuierst muss ich ein Verbrechen melden. Nämlich einen Raub des IOC oder der FIS, die einen wunderschönen Nationen-Wettbewerb aus dem Programm geworfen werden: das Teamspringen mit 4 Athleten aus einem Land.
An dessen Stelle rückt ein sogenannter Super-Team-Wettbewerb, mit jeweils nur zwei Vertretern. Und anders als bei den Alpinen darf jedes Land auch nur ein Duo in den Wettbewerb schicken, für Deutschland sind das Olympiasieger Philipp Raimund und Andreas Wellinger, der den Vorzug von Felix Hoffmann erhielt, der seine Form verlor.
Spannend wird es natürlich trotzdem, aber der Mannschaftsgedanke geht halt völlig verloren. Insgesamt 3 Runden stehen an: Für die 2. Runde qualifizieren sich die 12 besten Duos, für die 3. dann noch acht.
Favorisieren würde ich die Japaner, bei den Slowenen stellt sich die Frage, ob Domen Prevc für seinen Partner Ante Lanisek genug Vorsprung herausholt. Österreich scheint auch sehr gut aufgestellt zu sein mit Jan Hörl und Christoph Embacher.
Wird sicher spannend
19:30: Ski Freestyle, Big Air Frauen
Wie im Snowboard, steiler Anlauf – und dann ein Sprung mit mögllichst vielen Schrauben und Saltis. Spektakel ist angesagt und immer schwingt die leichte Beklommenheit mit, dass alles gut geht.
21:04: Monobob Frauen, 4. Lauf
Die Entscheidung, und wie es sich für einen Wettbewerb im Eiskanal gehört, mischt eine Deutsche vorne mit. Nach den 2 Durchgängen vom Sonntag führt Laura Nolte vor zwei US-Amerikanerinnen, eine Medaille ist ihr fast sicher.
Schon um 10 Uhr startet der Zweierbob der Männer, hier ist eigentlich nur die Frage, welcher der beiden Deutschen Johannes Lochner oder Francesco Friedrich gewinnt.
Und sonst:
- Eiskunstlauf, Kür der Paare: Erst am Sonntagabend das Kurzprogramm (warum das so dichtgedrängt ist, wissen die Termingötter). Minerva Hase/Nikita Volodin haben durchaus Medaillenchancen (tatsächlich: außerhalb des Eiskanals). Trotz eines Patzers wurden sie EM-Zweite.
- Eishockey: Die Frauen-Halbfinali stehen an. Alles andere als klare Siege der USA gegen Schweden/16:40 und Kanada vs Schweiz/21:10) wäre eine Riesensensation. In allen bisherigen Frauen-Finals standen sich die beiden amerikanischen Teams gegenüber.
von Münchner Löwe | Feb. 14, 2026 | Allgemein
Favoriten habens schwer
Ob Lou Jeanmonnot, Marc Odermatt oder gar Ilia Malinin. Die höchstgewetteten Sportler vepassten Gold, zwei von ihnen werden trotzdem einigermaßen zufrieden sein – hoffe ich. Ob das auch für die Silber-Staffel der Schwedinnen zutrifft, wage ich leicht zu bezweifeln.
Das Traurige gleich zu Beginn: der Sportgerichtshof bestätigte den Ausschluss des Ukrianers Wladimir Heraskewytsch wegen seines Helmes und den Bildern der im Krieg umgekommenen ukrainischen Sportlern. Ich verkneife mir weitere Kommentare über diese Putin-hörige Bande.
Eine Kür zum Vergessen
Es sollte ein Höhepunkt der gesamten Spiele werden, und sogar mich lockte die angekündigte Kür des US-Amerikaners Ilia Malinin vor den Fernseher, obwohl ich mit Eiskunstlauf recht wenig anfangen kann. Eissprunglauf, müsste es eh richtiger heißen, denn angekündigt hatte der US-Amerikaner 7 Viefachsprünge und den Rückwärtssalto. Zu sagen, dass die Kür schief ging, wäre die Untertreibung des Jahres, denn ein solches Desaster eines Top-Favoriten hat man noch selten gesehen. Der Vierfach-Axel – nur einfach, da dachten alle noch an einen Ausrutscher. Doch Stolperer und Stürze wechselten sich in schlechter Regelmäßigkeit ab, wunderschön nur der Flip (oder war es der Lutz?), und auch der gefährliche Salto klappte (Gott sei Dank). Doch das konnte einfach nicht reichen, zumal Malinin am Ende sichtlich die Luft ausging. Das konnten nicht mal die wohlgesonnensten Punktrichter übersehen (auch weil das neue System allzu groteske Manipulationen nicht zulässt, es ist immer noch schlimm genug), und tatsächlich machten sie ihren Job. Sie stuften die Kür nur als die 15.-beste ein, und Malinin fiel von Platz 1 nach dem Kurzprogramm auf Rang 8 zurück. Zum Vergessen habe ich getitelt, aber wer kann so ein Desaster schon vergessen? Malinin sicher nicht.
Überhaupt war die Kür der vermeintlich besten Läufer ein wüstes Sturzfestival, kaum einer kam ohne mehrere Fehler durch. So gewann am Ende einer, mit dem wohl niemand gerechnet hat. Mikail Shaidorov aus Kasachstan holte sich mit der besten Kür des Abends die Goldmedaille. Fassungslos stand er in der Box des Führenden und sah, wie er durch Fehler der Konkurrenten Platz um Platz gewann, bis niemand mehr da war, der ihn hätte überholen können. Das zweite Gold für Kasachstan seit dem legendären Langläufer Wladimir Smirnov 1994.
Erstes Winter-Gold für Brasilien
Gestatten, Lucas Pinheiro Braathen, Gewinner aus Brasilien, zum ersten Mal Samba-Gold. Im leicht verschneiten Bormio nutzte er im 1. Durchgang des Riesenslaloms die ideale Startnummer 1 zu einem fulminannten Lauf, der den Grundstein zum Erfolg setzte. Kein anderer kam auch nur annähernd heran, am ehesten noch Top-Favorit Marc Odermatt, der Überflieger, doch auch er hatte einen Rückstand von 95 Hundertstel.
Im 2. Lauf wurde dann in gestürzter Reihenfolge gestartet, das heißt, Braathen musste als 30. ran (danach nur noch einige echte „Exoten“. Die Schweizer legten vor, erst Loic Meillard, dann Odermatt. Doch die Lauf-Zeiten waren nicht überragend, ja nicht mal die besten im 2. Durchgang. Allen Experten war klar: Würde Braathen auch nur einigermaßen vernünftig herunterkommen, würde es zu Gold reichen, natürlich sehr viel einfacher gesagt als getan. Braathen zeigte keine Nerven; Sicher und doch schnell absolvierte er den Kurs auf einem bis auf den Anfang absurd leichten, weil allzu flachen Hang ohne Herusforderung. Am Ende hatte er satte 59 Hunderstel Vorsprung auf Odi und gar 1,17 Sekunden auf Meillard.
Nun ist Lucas Pinheiro Braathen kein Ungekannter, geschweige denn ein Exot, wie es das brasilianische Länderkürzel vemuten ließe. Geboren ist er in Norwegen, und er gehört seit Jahren zur Top-Elite im Slalom und auch im Riesenslalom. Vor 3 Jahren überwarf sich der Exzentriker mit dem norwegischen Verband, es ging um Werbeeinnahmen. Er trat zurück, doch nicht einmal ein Jahr Pause gönnte er sich. Zwar war eine Rückkehr ins Norge-Team für ihn ausgeschlossen, doch dank seiner brasilianschen Mutter war es ihm ein Leichtes, die Staatsbürgerschaft des südamerikanischen Landes zu erhalten. Seit anderthalb jahren hat deshalb Brazil einen Weltklasse-Skifahrer, und seit dem 14. Februar 2026 einen Olympiasieger. Seine norwegischen Freunde und Rivalen? Landeten auf den Platzen 5 (Atle McGrath) und 7 (Henrik Kristoffersen). Noch schlimmer erging es den Österreichern. Im dritten Einzelrennen der Männer das 3. Fiasko, denn als solches erachtet die Skination Austria die medaillenlosen Ränge 8 und 9 für Stefan Brennsteiner und Marco Schwarz.
Odermatt beendet die Spiele mit 2 Silber- und einer Bronze-Medaille, der Sieg-Besessene wird es süß-sauer quittieren, zum Slalom tritt er nicht mehr an. Braathen kann am Montag ein zweites Mal in die Medaillenränge fahren – oder etwa noch mal zu Gold?
Kirkeeide siegt, Jeanmonnot „nur“ Dritte
Maren Kirkeeide hatte am Mittwoch ein eher katastrophales Einzelrennen. 5 von 20 Schüssen verfehlte sie, 5 Strafminuten – das reichte nur zum 49. Rang. Nur drei Tage später schaffte sie es zur Goldmedaille im Sprint. Diese sicherte sie sich mit einer ihrer gefürchteten Schlussrunden, in der sie die nach dem 2. Schießen noch führende Ocaene Michelon in einem unfassbaren Endspurt noch überflügelte. Dabei kam der später gestarteten Norwegerin zu Gute, dass sie über die Zeiten der Französin genau Bescheid wusste. Bronze sicherte sich Favoritin Lou Jeanmonnot, die sich einen Schießfehler leistete. Müßig hochzurechnen, ob es bei ihren 23,7 Sekunden Rückstand ohne Fehler zu Gold gereicht hätte, ich tendiere zu einem klaren Vielleicht …
Anderson fällt, Norwegen siegt
Was hatte ich vor den Staffeln (zugegeben der Männer) geschrieben? Es verbietet sich, die Einzelergebnisse hochzurechnen. Das wissen spätestens seit Samstagmittag auch die Schwedinnen. So überlegen waren sie in den bisherigen drei Rennen, überließen der Konkurrenz nur 2 läppische Bronzemedaillen. Und alles schien nach Plan zu laufen, als Ebba Anderson als Zweite mit schon recht großem Vorsprung in die Loipe ging. Was konnte da schon geschehen?
Etwa dies: Sturz in einer der angesichts der weichen Schneeverhältnisse komplizierten Abfahrten. Anderson verlor die Führung an Norwegen (in Schlagdistanz), aber große Sorgen machte sich niemand bei Sverige – angesichts der fulminanten Läuferinnen Frida Karlsson und Jonna Sundling, die da noch warteten. Und dann? Ein zweiter Sturz Andersons, gar mit Salto mortale. Fatal war aber, dass eine Bindung hinüber war – und kein Helfer in der Nähe, der ihr einen Ersatzski hätte reichen können. Mit einem Ski humpelte sie mehrere hundet Meter weit, bis sie endlich einen Ersatzski bekam. Der Rückstand auf Norwegen betrug nun uneinholbare anderthalb Minuten, die Gesichtszüge von Karlsson entgleisten, die an der Wechselmarke wartete.
Es ist der Schwedin hoch anzurechnen, dass sie ihr Möglichstes vesuchte. Zwar waren die Norwegerinnen mit Schlussläuferin Heidi Weng außer Reichweite, doch die Laufleistung genügte wenigstens zur Silbermedaille vor den Finninnen, diee ihrerseits ihr Glück über Bronze kaum fassen konnten. Nur zu Blech (also Rang 4) reichte es für die deutsche Staffel, obwohl gerade Schlussläuferin Pia Fink ein exzellentes Rennen lief und die viel schneller eingeschätzte Jessica Diggins hinter sich ließ.
Und sonst?
- Eisschnelllauf: Sage noch eine, dass die langen Strecken langweilig sind. In einem faszinierenden Endspurt rettete Gina Lollobrigida über 5000 Meter als letzte Starterin in der letzten Runde den hauchzarten Vorsprung von nur einem Zehntel auf die Hlländerin Merel Conijin und Ragne Wiklund aus Norwegen und sicherte ihr zweites Gold.
- Eishockey: Eine überraschende 3:4-Niedelrage kassierten die deutschen Männer um Leon Draisaitl gegen Lettland. Draisaitl vergab ein paar veritable Schuss-Chancden, die Abwehr wirkte nicht imme sattelfest. Im letzten Gruppenspiel trifft Deutschland auf die USA und ist dort klarer Außenseiter. Also muss das TEam höchstwahrscheinlich in die zwichenrunde, um das Viertelfinale noch zu erreichen.
von Münchner Löwe | Feb. 14, 2026 | Allgemein
Arnd Zeigler würde sagen: ein pickepackevoller Tag mit vielen Entscheidungen. Heute kommen tatsächlich Sommerspiele-Gefühle auf.
Pflichtprogramm
10:00/13:30: Riesenslalom der Frauen
Im Gegensatz zum flachen „Babyhang“ der Männer fahren die Frauen auf einem durchaus anspruchsvollen Hang in Cortina, der sich auch im Weltcup schon bewährt hat. Für mich ein völlig offenes Rennen mit drei großen Favoritinnen, die diese Saison bisher dominiert haben. Für die Österreicherin Julia Scheib und Sara Hector aus Schweden ist es die Premiere bei Olympia 2026, Alice Robinson aus Neuseeland hat einen eher enttäuschenden Super-G hinter sich. Und dann ist natürlich noch Mikaela Shiffrin, die sich diese Saison im Riesenslalom Rennen für Rennen gesteigert hat, allerdings im Teamslalom weiter an ihrem olympischen Trauma arbeitete, das sie seit 2022 befallen hat.
Mein Dark Horse ist Federica Brignone. Die Italienerin kommt mit dem Rückenwind des Olympiasieges im Super-G, allerdings müsste sich der Trainingsrückstand im Riesenslalom stärker auswirken.
Riesenslalom ist fast schon traditionell die schwächste Disziplin der Deutschinnen (Victoria Rebensburg wird tief seufzen), in der auch die vielseitige Emma Aicher weit von den Top-Plätzen zu finden ist, wenn sie überhaupt ins Ziel kommt.
11:15/14:45: Biathlon, Verfolgung Männer/Frauen
Das Handicap-Rennen, denn die Ergebnisse aus dem Sprint vm Freitag werden mitgenommen. Der Beste Quentin Fillon Mallet startet als Erster, danach gehen die Läufer nach und nach je nach ihrem Rückstand in die Loipe. 4 Schießeübungen gibt es, zunächst zweimal liegend, dann zweimal stehend. Keine Nachlader, sondern Strafrunde pro verfehlter Scheibe. Die Erfahrung zeigt zwar, dass das Feld in einem Verfolger noch gehörig durcheinandergewirbelt wird, aber die Dominanz der Franzosen, Norweger und Schweden ist so groß, dass es mich wundern würde, wenn den Kampf um Medaillen nicht diese drei Nationen unter sich ausmachen würden.
Die Frauen bestreiten erst am Samstagnachmittag den Sprint. Große Verwunderung meinerseits, dass sie ohne einen Tag Pause zum nächsten Rennen gezwungen gebeten werden.
12:00: Skilanglauf, 4x 7,5 Kilometer der Männer
Höchstwahrscheinlich wird hier Geschichte geschrieben. Denn Norwegen ist haushoher Favorit, und deren Schlussläufer Johannes Klaebo könnte seine insgesamt 9. Goldmedaille holen (und die 4. dieser Spiele), wäre dann alleiniger Rekordsieger bei Winterspielen. Es müsste schon verdammt viel schieflaufen, wenn Norge nicht die Nase vorn hätte (verwachst? falsche Aufstellung??). Ihr Reservoir ist riesig (zurzeit allerdings nur bei den Männern). Wenn überhaupt, können allenfalls die Franzosen gefährlich werden, die im Langlauf extrem aufgeholt haben und die nordischen Schwergewichte Schweden und Finnland klar abgehängt haben. Die Gastgeber haben bisher in der Loipe bitter enttäuscht, es bleiben nur Erinnerungen an 1994 und Silvio Fauner vs Björn Daehlie und ein absolutes Highlight der olympischen Geschichte (1:49, wer wenig Zeit hat …).
https://www.olympics.com/de/video/herren-4x10km-staffel-lillehammer-1994-grosse-olympische-wintermomente?uxreference=playlist
Wird sicher spannend
17:00: Eisschnelllauf, 500 Meter Frauen
Die Domäne der kleinen, aber besonders schnellkräftigen Japanerinnen und Südkoreanerinnen. Und sicher die eine oder andere Holländerin (1000-Meter-Olympiasiegerin Jutta Leerdam?) wird sicher in den Medaillenkampf eingreifen wollen. Wie die Männer bestreiten sie 2 Läufe.
Ein Spektakel erwarte ich in der Teamverfolgung der Männer. Jeweils 2 Teams à 3 Läufer starten gegeneinander in 3 K.-o.-Runden ab Viertelfinale. Holland gegen den Rest der Welt, prognostiziere ich ohne große Ahnung. Obs so spannend wird wie 2010 bei den Frauen mit dem Slider von Anni Friesinger, wage ich zu bezweifeln.
https://www.eurosport.de/eisschnelllauf/olympia-eisschnelllauf/2022/vancouver-2010-anni-friesinger-postma-slidet-auf-dem-bauch-zum-sieg-im-team-lauf-gegen-die-usa_vid1580465/video.shtml
18:45: Skispringen Frauen, Großschanze
Die Frauen-Premiere vom großen Bakken und die Frage: Alles Nika Prevc oder was: Nachdem die Slowenin über Silber von der Normalschanze tief betrübt war und im Mixed Gold holte, will sie von der Großschanze ihrer Favoritinnenrolle gerecht werden. Norwegerinnen und Japanerinnen sind die schärfsten Konkurentinnen, die Deutschinnen kommen auch vom großen Bakken offenbar nicht wunschgemaäß zurecht.
Und sonst?
- Eishockey: Die Männer um Leon Draisaitl bestreiten gegen die USA schon ihr letztes Gruppenspiel (21:10). Die Amerikaner sind klarer Favorit, für die Deutschen gilt es, sich für die K.o.Runde weiter einzuspielen. Sollte sie gewinnen (nicht völlig unwahrscheinlich), steigen sie direkt ins Viertelfinale auf und ersparen sich das Zwischenrundenspiel, das viel Kraft und Nerven kosteen wird.
- Ski freestyle: Big Air, Qualifikation Männer: Sicher ein Spektakel. Es gibt 3 Durchgänge, der beste Sprung entschediet, ob es für die besten Zwölf und das Finale tags darauf reicht.
von Münchner Löwe | Feb. 13, 2026 | Winterspiele 2026
Pflichtprogramm
10:00/13:30: Riesenslalom der Männer
Angesichts von 2 Medaillen klingt es absurd, aber bisher sind die Spiele für den Ski-Dominator Marco Odermatt nicht nach Wunsch gelaufen. Gerade der vierte Abfahrtsplatz wurmt den ehrgeizigen Schweizer, Bronze im Super-G und Silber in der Team-Kombi sind da nur ein schwacher Trost. Noch weniger, dass Landsmann Franjo van Allmen dreimal Gold abgeräumt hat ….
Für den Riesenslalom, der die technischen Wettbewerbe einleitet, ist er der Favorit. Zwar ist er in dieser Disziplin nicht mehr ganz so dominant wie noch vor zwei Jahren, doch der Sieg führt nur über den Titelverteidiger bei seiner letzten Gold-Chance. Schärfste Widersacher sind die Norweger um den Altmeister Henrik Kristoffersen, Österreich hofft auf Stefan Brennsteiner, der in dieser Saison regelmäßig Top-Plätze belegt. Nach schwachen Saisonstart habe ich auch den Schweizer Schladming-Sieger Loic Meillard auf der Rechnung. Oder schafft gar Lucas Pinheiro Braathen die erste Winter-Medaille überhaupt für Brasilien?
Die deutschen Männer haben den Anschluss an die Weltspitze geschafft: Fabian Gratz und Armin Grammel sind sicher für Top-10-Plätze gut, Medaillen wären allerdings eine Riesenüberraschung.
12:00: Langlauf, 4x 7,5 Kilometer der Frauen
Ich hab wegen der schwedischen Alleinherrschaft in der Loipe gezögert, ob ich die die Frauenstaffel als „Pflichtprogramm“ benenne. Doch Staffeln haben ihre faszinierenden eigenen Gesetze, es wäre fatal, nurEinzelergebnisse zu addieren. Andrerseits ist Sverige vor allem wegen der überragenden Frida Karlsson derart dominierend, dass alles andere als Gold eine veritable Sensation wäre. Norwegen allerdings könnte jederzeit gefährlich werden und die Amerikanerinnen um Jessica Diggins habe ich zumindest für Bronze auf dem Zettel.
Für die Deutschinnen lief Olympia bisher überhaupt nicht nach Plan, die Staffel ist fast schon die letzte Gelegenheit zur Rehabilitation.
14:45: Biathlon, Sprint der Frauen
Jede Läuferin läuft einzeln 7,5 Kilometer und absolviert ein Liegend- und ein Stehendschießen. Frankreich zum Dritten bei den Frauen? Die Form von Julia Simon und Lou Jeanmonnot ist jedenfalls großartig. Franzi Preuß braucht 2 fehlerlose Schießübungen, dann hat sie Chancen. Die Schwedinnen haben bisher enttäuscht – wie auch ihre Landsmänner. Können die Öberg-Schwestern Hanna und Elvira zurückschlagen?
18:45: Skispringen Männer, Großschanze
Kann Domen Prevc nach seinem „Nuller“ vom kleinen Bakken zurückschlagen, immerhin schon mit Gold bedacht im Mixed-Wettbewerb? Der Sieg führt nur über den Slowenen (obwohl die Schnze ihm noch Kummer bereitet), ansonsten die übrigen Verdächtigen: die starken Österreicher um Jan Hörl wollen endlich die erste Sprung-Medaille und die Japaner (Nikaido, Kobayashi). Ob der Goldjunge Philipp Raimund seinen Coup wiederholt? Die Trainingsleistungen geben durchaus Anlass zur Hoffnung. Remember Simon Ammann, wenns läuft, dann läuft es.
Wird sicher spannend
11:46: Doppel-Moguls, Frauen
Neu im Programm. Buckelpiste mit 2 Frauen gleichzeitig auf der Piste. Wenn ichs richtig sehe, stehen 5 K.-o.-Runden an.
13:10: Shorttrack, Mixed Staffel
Allein der Hektik wegen. Die Ablösung der Läufer erfolgt per Schleudergriff wie im 6-Tage-Rennen der Radfahrer. Der Athlet, der ins Rennen geschickt wird, kommt von innen, die Ablösungen werden also ein Total-Gewusel. 3000 Meter sind zu absolvieren auf der ganz kurzen Runde, Stürze und andere Unwägbarkeiten gehören dazu, die aber meist glimpflich verlaufen. Die Favoriten sind im Zweifel (ich bin bar jeder Ahnung) Holland, Japan, Südkorea und Kanada.
17:00: Eisschnelllauf, 500 Meter Männer
Die 500 Meter werden seit längerer Zeit in 2 Läufen absolviert. Grund: Aufgrund der enormen Geschwindigkeit ist es ein Riesennachteil, in der zweiten Kurve die Innenbahn zu haben. Die große Frage lautet: Schafft der Amerikaner Jordan Stolz auch im kurzen Sprint 2 Goldfahrten. Japaner und Kanadier dürften ihm das Leben schwer machen. Auf jeden Fall ein kurzes Vergnügen mit den Männern mit den ganz dicken Oberschenkeln.
Und sonst?
- Eishockey: Das Viertelfinale der Frauen wird komplettiert, folgende Paarungen: Tschechien – Schweden (Fr., 16:40), USA – Italien (Fr., 21:10), Kanada – Deutschland (Sa., 16:40), Finnland – Schweiz (Sa., 21:10)
Deutschland hofft auf eine Sensation, doch wie das gelingen soll, sehe ich nicht gegen die Eishockey-Großmacht.
- Skeleton Frauen: Bäuchlings den Eiskanal runter, der vierte und entscheidende Lauf. Die beste nach drei Läufen startet im Finaldurchgang als Letzte, wie gehabt bei solchen Entscheidungen.
von Münchner Löwe | Feb. 12, 2026 | Biathlon, Mailand, ski alpin, Winterspiele 2026
Skandal um den Ukrainer Heraskewytsch
Das IOC hat den Skeletoni tatsächlich disqualifitziert. Wegen des beanstandeten Helmes, auf dem Bilder von rund 20 der insgesamt 100 ukrainischen Sportler geklebt waren, die im Krieg von Kugeln oder Bomben getötet wurden. Das IOC sah hierin eine – verbotene – politische Botschaft, Verteidiger von Wladislaw Heraskewytsch sprechen von einer – nicht verbotenen – Erinnerung an gute Freunde.
Schon nach den Trainingsläufen mit diesen Helm kündigte das IOC die Disqualifikation an, sollte er diesen auch im Wettkampf benutzen. Hweraskewytsch blieb dabei. Er habe nicht provozieren wollen, sondern nur erinnern, sagte er. Und verwies unter anderem auf den „goldenen“ deutschen Gewichtheber Matthias Steiner, der bei der Siegerehrung in Peking das Foto seiner verstorbenen Ehefrau in die Kameras hielt (ohne Sanktion, warum auch?).
Zwar sprach offiziell der Skeleton-Verband die Disqualifikion aus, aber sicher nach Absprache mit dem IOC. Insofern war der Auftritt von Kirsty Coventry pure Heuchelei, als sie beim ZDF in Tränen ausbrach. Wenn denn jemand die Disqualifikation hätte verhindern können, dann wohl die IOC-Chefin. Sich hinter angebliche Regeln zu verschanzen – das ist erbärmlich.
Falls Heraskewitsch provozieren und die wieder zunehmende Russland-Freundlichkeit des IOC und der Verbände anprangern wollte, hat er sein Ziel erreicht. Kaum ein akkreditiertes Medium, das jetzt nicht groß berichtete. Wäre er ohne von vornherein ohne Beanstandungen gefahren, hätten die wenigsten die Aktion überhaupt mitbekommen, so weiß die ganze (Sport)Welt davon. Streisand-Effekt at its best.
https://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt
Emma Aicher tappt in die Kursfalle
Dass der Super-G extrem anspruchsvoll, ja fast bösartig gesetzt war, zeichnete sich schon bei den ersten Läuferinnen ab. Reihenweise fuhren die besten Skiläuferinnen mit zu hohem Tempo in die tricky gesetzten Tor-Kombinationen und schieden aus.
Hirn anschalten war also angesagt, und allein das Podium zeigt, dass Erfahrung extrem nützlich war. Es siegte die Italienerin Federica Brignone (35) vor der Französin Romaine Miradoli (31) und Conni Hütter (33) aus Österreich. Die Deutsche Kira Weidle-Winkelmann schied ebenso aus wie Emma Aicher, die zwar die erste Klippe gut nahm, an der zweiten aber grandios scheiterte. Sie wirds verkraften nach zwei Silbermedaillen, und ob es für eine Medaille oder gar den Sieg gereicht hätte, wage ich anhand der Zwischenzeiten eher zu berzweifeln. Auch die anderen Abfahrts-Medaillengewinnerinnen Breezy Johnson und Sofia Goggia sahen das Ziel nicht. Goggia schied gar mit der klar besten Zwischenzeit auf, ein typischer Lauf der risikobereiten Italienerin, der letztlich nicht gut gehen konnte.
So gab es tatsächlich das Happy End für Brignone, das kaum jemand für möglich gehalten hatte. Im April hatte sie sich bei einem Sturz bei den nationalen Meisterschaften so ziemlich alles am linken Bein verletzt, was man sich verletzen kann. Schien- und Wadenbeinbruch, dazu Kreuzbandriss. Doch die Italienerin hatte dieses eine Ziel: Heim-Olympia in Cortina, dafür nahm sie alle Qualen und bis zuletzt enorme Schmerzen in Kauf. Noch vor ein paar Tagen lag ihr Start in den Sternen, weil sie zu große Schmerzen hatte, die Ersatzfahrerin stand schon bereit.
Und dann diese Fahrt, maßvoll, wo es nötig war, mit Tempo, wo es der Kurs zuließ. Das ist ja grundsätzlich der Reiz des Super-Gs, der schnell gesteckt ist und ohne Trainingslauf bewältigt werden muss. Doch meines Erachtens hatte es der norwegische Kurssetzer übertrieben. Gerade beim Olympischen Lauf eine Falle nach der anderen aufzustellen (mit für Super-G ungewohnt kurzen Torabständen), kann nicht der Sinn der Sache sein. Schön anzusehen ist es auch nicht, wenn die besten Skifahrerinnen der Welt wie Anfängerinnen die Tore verpassen (in die Garage fahren, wie es so unschön heißt).
Das letzte Schießen – eine Qual
Dreimal hatte Franziska Preuß beim Einzel fehlerlos je fünf Scheiben abgeräumt, als sie zum letzten Stehendanschlag fuhr. Klar war: Würden erneut alle Scheiben fallen, wäre eine Medaille sicher. Doch die Weltcup-Gesamtsiegerin 2025 zeigte Nerven (oder dachte sie zu viel nach?), sie ist ganz bestimmt nicht die erste, der dieses Malheur passierte. Zwei Strafminuten handelte sie sich ein, Medaillenchance dahin, auch weil sie in der Loipe nicht mehr in der Galaform der vergangenen Saison ist, einige Erkältungen kosteten zu viel Tribut.
So war der Weg frei für Julia Simon. Noch vor Olympia hatte sie Rennen sausen lassen, weil die Laufform überhaupt nicht da war. Die Allerschnellste war sie zwar immer noch nicht in der Loipe, aber was Madame am Schießstand abliefert, ist außergewöhnlich. So schnell wie sie feuert keine Frau die Schüsse ab – und auch nur ganz wenige Männer, wenn überhaupt. Wenn sie dann noch von 20 Versuchen 19 ins Ziel bringt, ist sie schwer zu schlagen. Noch nicht einmal von ihrer überragenden Landsfrau Lou Jeanmonnot, die trotz zweier Fehlschüsse immerhin noch zu Silber lief.
Die Sensation schlechthin lieferte allerdings Lara Hristova. Die Bulgarin eroberte ohne Schießfehler die Bronzemedaille. Sogar Franziska Preuß fragte ungläubig nach, wer zum Teufel diese 22-jährige junge Frau war, die perfekt schoss und auch in der Loipe recht gut zurecht kam. Besser zum Beispiel als die unglückliche Vanessa Voigt, die bei ebenfalls fehlerfreier Darbietung 13 Sekunden langsamer war und „nur“ Vierte wurde. Platz 4 wäre im Weltcup eine fantastische Platzierung gewesen, bei Olympia gibts nur die symbolische Blech(Holz-)Medaille.
Drama um Wennemars
Sportlich vielleicht bisher sogar der größte Aufreger der Spiele, für die Eisschnelllauf-Nation Holland sogar ganz bestimmt. In aller Kürze: Joop Wennemars ist über 1000 Meter klar auf Medaillenkurs, doch beim letzten Seitenwechsel übersieht sein Laufpartner Ziwen Lian aus China klar die Vorfahrt und schneidet Wennemars den Weg ab. Der muss abbremsen, verliert bei dem Manöver mindestens eine halbe Sekunde (eher mehr) und der Medaillentraum ist geplatzt. Im Ziel ist der Holländer drauf und dran, dass er Ziwen an die Gurgel gehen will, der so tut, als sei nichts gewesen. Später wird der Chinese wegen seines klar sportwidrigen Verhaltens disqualfiziert, doch davon kann sich Wennemars natürlich nichts kaufen
Im nächsten Lauf fährt ausgerechnet Ziwens Landsmann Zhongyang Ning zu Bronze mit einer Zeit, die Wennemars ohne Behndeung mit Sicheheit klar unterboten hätte. Nach seinem Protest darf er zwar noch einmal starten, doch nur eine halbe Stunde nach dem ersten Lauf fehlt ihm natürlich die Kraft und er kann die zweit nicht unterbieten. Hinterher beschwerte er sich bitter, dass die Pause viel zu kurz gewesen sei.
Der eine Chinese verhilft dem Landsmann mit einem klar sportwidrigen Verhalten zu Bronze, ich bin tatsächlich geneigt, dass das absichtlich war (leide traue ich mittleweile fast jedem Sportler fast alles zu für einen Vorteil). Das lässt sich natürlich nicht beweisen, ich erinnere aber ungerne an den Formel-1-Fahrer Nelson Piquet jr., der mit voller Absicht einen Unfall verursachte, damit Teamkollege Fernando Alonso das Rennen gewann. Hätte vorher auch niemand geglaubt, dass so etwas möglich ist.
Zumindest am Sieg des überragenden Jordan Stolz gab es nicht die geringsten Zweifel. De Amerikaner siegte mit einer halben Sekunde Vorsprung auf den Holländer Jening de Boo. In dessen Zeitbereich wäre Wennemars ohne Behinderung wohl gefahren.
Wenn nur die Kunst zählt
Eistanzen ist nicht so meines, obwohl Torvill/Dean natürlich unvegessen sind: Was am Mittwoch aber die beste Paare aufs Eis zauberten, hat mich dann doch gefesselt, vor allem die US-Amerikaner und die Franzosen. Zunächst Madison Chock und Matthew Bates. Zu „Paint it Black“ tanzten sie einen Torero, in Schwarz gekleidet und roten Tuch. Schnell und ambitioniert wirkte es und ziemlich frisch. Den Gegensatz dazu lieferten Laurence Fornier Beaudry und Guiilaume Cizeron. Sie malten ein Gesamtkunstwerk aufs Eis, nicht ganz so spritzig wie die Amerikaner, aber mit vollendeter Harmonie (was ich aufgrund des klaren Urteils der Jury erst beim zweiten Mal anschauen wirklich zu würdigen weiß, denn ich hätte die Amis vorne gesehen). So ging Gold an Frankreich, und Ceizeron gelang Historisches. Noch nie hat ein Eistänzer Olympiagold mit zwei Partnerinnen gewonnen. 2022 hatte er mit Gabriella Papadakis triumphiert
Wer die Franzosen bewundern will (die Amis sucht ihr bei Youtube)
https://www.eurosport.de/eiskunstlauf/olympia-mailand-cortina/2026/laurence-fournier-beaudry-und-guillaume-cizeron-gewinnen-goldmedaille-gesamtkunstwerk_vid60055020/video.shtml
Und sonst?
- Rodeln: Die Doppelsitzer bei Frauen und Männern wurden zu einer italienischen Angelegenheit, die beide Wettbewerbe für sich entscheiden. Bei den Frauen siegten Voetter/Oberhofer vor den deutschen Eitberger/Matschina und Egle/Kipp aus Österreich, bei den Männern Rieder/Kainzwaldn vor den Österreichern Steu/Kindl und den Deutschen Wendl/Arlt. Medaillenvielfalt à la Rodeln. Wenn die von Olympia ausgeschlossenen Kombinierinnen diese einseitigen Konkurrenzen (gerade 11 Frauenpaare waren dabei) gesehen haben, müssen sie sich komplett verschaukelt fühlen. Denn genau die mangelnde Quantität ist eines der Hauptgründe, warum sich Olympia den Kombinierinnen verschließt.
- Ski Freestyle: Die Australierin Jakara Anthony ist die klar beste Buckelpistenfahrerin der Welt. Im Olympiafinale geriet sie aus dem Rhythmus und musste die Fahrt abbrechen. Den Sieg erbte Elizabeth Lemley, gerade 20 Jahre jung.
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