Die Thunde sind der verdiente NBA-Meister

Blick über den Teich, NBA

 

Die Saison ist vorbei, und zwar mit dem vor Beginn der Play-offs erwartbaren Ausgang: Das mit Abstand beste team der reguläten Saison, dien Oklahoma City Thunder, haben sich letztlich durchgesetzt in einer sehr spannenden Finalserie gegen die Indiana Pacers. Die Post Season war also keineswegs für die Katz, sondern brachte spannenden und teilweise hocklassigen Sport

 

OKLAHOMA CITY THUNDER – Indiana Pacers 103:91 (4:3)

 

Der Schock: Immer blöd, wenn so ein Text mit einer Verletzung beginnt, die zum Sport schlicht dazugehört. Aber der frühe Ausfall von Pacers-Spielmacher und -Superstar Tyrese Haliburton hat die Partie geprägt. Mal abgesehen vom persönlichen Drama (sein Entsetzen, seine spürbare Verzweiflung, als er auf den Boden hieb). Auch die Mitspieler waren sichtlich mitgenommen von der  schweren Verletzung ihres Spielmachers. Diskussionen, ob sie mit einem gesunden (der er ja schon vorher nicht war) Haliburton gewonnen hätten, erübrigen sich, sie führen zu nichts (außer endlosen Diskussionen). Die Thunder konnten nur das Team besiegen, das auf dem Parkett stand. Haliburton allerdings bezahlt jetzt schwer für seinen Einsatz, denn sollte sich die erste (Fern)Diagnose Achillessehenriss bestätigen, wird er einen Großteil der nächsten Saison fehlen.

Und die waren zunächst extrem widerspenstig, hielten die Partie bis zur Pause völlig ausgeglichen und gingen sogar mit einem 2-Punkte-Vorsprung in die Kabine. Ihr Coach Rick Carlisle fand die richtigen Schlüssel, und bei den Thunder klappte längst nicht alles.

Doch nach dem Wechsel wendete sich das Blatt relativ schnell. OKC erhöhte den Druck in der Verteidigung und nötigten die Pacers zu vielen Ballverlusten oder ziemlich unkontrollierten Abschlüssen. Einzig der erstaunliche TJ McConnell traf in eine langen Phase überhaupt für die Gäste, der Rest landete nur Fahrkarten. . Anders die Thunder, bei denen gleich 7 Spieler mindestens ein Korb aus dem Feld gelang trotz der ausbaufähigen Dreierquote von 5/13, aber das zieht sich ja schon durch die gesamten Play-offs.

Der Rest war Schaulauafen und Preparieren für die Siegesfeier, die nach der Schlusssirene natürlich besonders ausfiel, war es doch der erste NBA-Triumph der Oklahoma City Thunder, seit sie 2008 aus Seattle (Supersonics) nach Oklahoma City gezogen sind. Ob sich alte Sonics-Fans jetzt überschwänglich mit dem Team freuen, wage ich  zu bezweifeln.

 

Bester der Sieger

Shai Gilgeous-Alexander: 29 Punkte sammelte er und legte satte 12 Assists auf. Die Wurfquote des Kandaiers war ausbaufähig (8/27), erst recht jenseits der Dreierlinie (2/12). Aber Shai leitet das Team, und nur ein Ballverlust spricht auch für sich.
Folgerichtig und keinesfalls überraschend wurde er zum MvP der Finalserie gewählt. Er ist damit der 1. Spieler seit Shaqille O´Neal, der in einer Saison MvP der Finals und Spielzeit wurde und gleichzeitig auch erfolgreichster Korbjäger war. Das schaffte auch ein Michael Jordan (sogar dreimal), aber ein LeBron James oder Kobe Bryant nicht.

 

Stark beim Verlierer

Bennedict Mathurin und TJ McConnell. Mathurin legte starke 24 Punkte auf und hatte 13 Rebounds, davon gleich 7 am offensiven Brett. Der schon 33-jährige McConnell war im 3. Viertel der einzige, der sich gegen die anbahnende Niederlage wehrte. Insgesamt spielte der Ersatzspielmacher sehr gute Play-offs und auch Finalspiele. Ich lass die gleich 7 Ballverluste jetzt mal gnädig unter den Tisch fallen …
Hier noch ein paar Worte zu Haliburton und seine Verletzung. Die Ärzte rieten von einem Einsatz ab, und in der normalen Saison hätte er mit seiner angeschlagenen Wade wahrscheinlich Wochen pausieren müssen. Doch er wollte unbedingt spielen (wie oft steht er als Teamleader der Pacers  in den Finals?) und er war ja in seinen 7 Minuten auch ein Faktor mit seinen 3 Dreiern.

 

X-Faktor

Mal wieder Alex Caruso. Wie immer kam er von der Bank, wie immer gab er sofort Signalstöße in Verteidigung und Angriff (gleich 2 Dreier). Eindeutig der beste Verteidiger des besten Verteidigung-Teams. Ein brillanter Neuzugang, ähnlich wie auch Center Isaiah Hartenstein

 

Zahlereien

5 Block schaffte Chet Holmgren mit seinen spinnenlangen Armen. So viele wie noch nie in einem Spiel der NBA Finals, wie schnell erforscht wurde (nicht von mir …).
0 Punkte hatte Obi Toppin. In Spiel 6 führte er die Pacers mit 20 Zählern noch zum Sieg.
4 Kanadier standen im Kader der beiden Teams: Jubeln durften Shai Gilgeous-Alexander und Lu Dort, bedröppelt zurück blieben Bennedict Mathurin und Andrew Nembhard. Wenn die besten Athleten alle Basketball spielen, ist es kein Wunder, dass kein kanadisches Eishockey-Team mehr den Stanley Cup gewinnt …

 

Hartenstein Watch

Diesmal durfte der deutsche Center wieder starten. Die schnöden Zahlen: 7 Punkte, 9 Rebounds, 4 Assists bei 18 Minuten Einsatzzeit. All diese Werte etwas geringer als seine Saisonstats. Nichtsdestotrotz extrem wichtig fürs Team mit seiner Größe und seinem unbedingten Willen (das sogenannte Huzzle-Play, also der Kampf um freie Bälle ist bei ihm extrem stark ausgeprägt). Wie Caruso ein extrem wichtiger Neuzugang.

 

Ausblick der Sieger

 

OKC ist das zweitjüngste Meisterteam seit den Portland TrailBlazers 1997. Zumindest für die nächsten Jahre ist es fantastisch aufgestellt (bis dann die steigenden Gehälter es auseinanderreißen dürften ganz im Sinne der nach Abwecchslung gierenden NBA). SGA ist mit Jokic der beste Spieler der Welt, und solange er bei OKC bleibt, kann es nicht ganz schlecht werden.Andererseits haben sie wertvolle Draftpicks, mit Sama Presti den besten Team-Manager der Liga, der mit Weitblick dieses Team zusammengestellt hat und eben mit Caruso und Hartenstein die genau fehlenden Puzzlestücke fand. Trainer Mark Daigneault ist noch ein junger Coach, der aus diesen Play-offs enrom viel gelernt hat. Der Himmel ist also voller Geigen. Ob das jetzt Titel in Serie werden, kann niemand vorhersagen, dafür ist NBA-Basketball zu vielen Unwägbarkeiten ausgesetzt (siehe die Verletzung von Haliburton).

 

Und die Verlierer

 

Den Titel erst in Spiel 7 der Finalserie verloren – knapper geht es kaum. Sie wurden immer unterschätzt (auch von mir). Ein Team mit unfassbar viel Herz, mit einem großartigen Coach Rick Carlisle, der so manchen Kniff fand, der die Gegner zeitweise vor unlösbare Probleme stellte. Aber: kein echter Superstar, vielleicht nicht mal Haliburton. Zwar eine sehr starke Bank, aber diese Spieler trumpfen in der einen Partie weltmeisterlich auf, gingen schon in der nächsten regelrecht unter. Das galt für Toppin, das galt für Mathurin, das galt aber auch für die erste Garde (Siakam, Nesmith, Nembhard, auch Haliburton).
Sollte sich Haliburtons Achillessehnenriss bestätigen, wäre das natürlich für die nächste Saiosn ein herber Verlust (er wäre frühestens im März/April wieder voll fit, siehe auch Jayon Tatum von den Boston Celtics). Andererseits ist die Eastern Conference insgesamt viel schwächer als der Westen, so dass sich die Pacers sogar ohne ihn in die Play-offs wurschteln können. Zumal ja auch die Celtics (Tatum) und die Milwaukee Bucks (Damian Lillard) zwei Spieler mit Achillessehenriss erst mal vorgeben müssen.

Das wird die Woche, die wird

Letzte Grastests vor Wimbledon

 

Die dritte Woche auf Gras steht schon ganzn im Zeichen von Wibledon, das dann nächste Woche die Schlagzeilen füllt. Erneut schlägt ein großer Teil der Frauen-Weltelite beim schmicken Turnier in Bad Homburg auf. Gemeldet und bisher auch nicht abgesagt haben 6 Tpop-12-Spielerinnen, darunter Jessica Pegula und die letztjährige Wimbledon-Finalistin Jasmine Paolini.
Bereits ausgeschieden ist allerdings Tatjana Maria, die in der 1. Runde Leila Fernandez unterlag. Bei ihrem Triumphzug in Queens vor einer Woche hatte Maria die Kanadierin noch besiegt. Künstlerpech oder doch: Normalität. Die deutschen Farben hält jetzt im Einzel nur noch Laura Siegemund hoch, die mit einer Wild Card bedacht wurde und es mit Qualifikantin Victoria Azarenka zu tun bekommt. Eva Lys dagegen scheiterte in der Qualifikation, musste dort aufgeben.
Die Frauen spielen außerdem traditionsgemäß in Eastbourne (Kasatikina, Kreijikova), die Männer ebenfalls in Eastbourne (Fritz, Paul, Mensik) und auf Mallorca (Shelton, Auger-Alliasime).

Im Blickpunkt steht natürlich jetzt schon die Wimbledon-Qualifikation, die wie immer in Roehampton ausgetragen wird. Wer sich da in insgesamt 3 Runden durchsetzt durchsetzt, ist schon mal gestählt und auch im Hauptwettbewerb für den einen oder aderen Sieg gut.

 

Hoffentlich abgekühlt nach Spielberg

 

Nach dem McLaren-internen Crash zwischen Lando Norris und Oscar Piastri in Montreal dürfte die Stimmung beim britischen Rennstall angeheizt sein. Norris nahm zwar alle Schuld auf sich, aber er ist nun mal Wiederholungstäter. Nach einer Woche Pause wandert der Formel-1-Zirkus nach Spielberg, wo sich die Gemüter bis Rennstart hoffentlich abgekühlt haben. Auch wenn die McLarens mit dem Sieg in Kanada nichts zu tun hatten (unabhängig vom Crash wenige Runden vor Schluss), sie sind erneut zu favorisieren. Die Merxcedes-Kobo George Russell/Kimi Antonelli hat allerdings einen markanten Schritt nach vorn gemacht, und die fahrerische Klasse von Max Verstappen im Red Bull ist immer noch einzigartig.

 

Höhepunkt der Motorradler

 

Für die Traditionalisten ist das niederländische Assen immer noch der Gral des Motorrad-Rennsports. Ein fahrerisch äußerst anspruchsvoller Kurs, auf dem sich am Sonntag die besten Fahrer beharken werden. Das Maß aller Dinge in der MotoGP sind weiter die Marquez-Brüder Marc und Alexis, die der Konkurrenz ein ums andere Mal auf und davon fahren. Warum nicht auch in Assen?

 

Pfliicht erfüllt, schwierige Kür für Basketball-Frauen

 

Mit Siegen über Schweden und Großbritannien und einer Niederlage gegen Spanien haben sich die Deutschinnen fürs Viertelfinale der EM qualifiziert. Dort wartet am Dienstag mit Belgien eine sehr hohe Hürde. Zwei Testspiele im Juni gegen diesen Gegner gingen haushoch verloren. Auch wenn da die WNBA-Stars Leonie Fiebig und Luisa Geiselsöder nicht dabei waren – ich sehe die komplette Wende nicht.

 

Und sonst?

 

  • Auch die U-21-EM der Männer geht in die K.-o.-Phase. Das deutsche Team spielt bereits am Sonntag gegen Italien.
  • Ach ja, die Club-WM: Sie mäandert so vor sich hin, doch ab Samstag kommt mit den Achtelfinali vielleicht doch etwas Spannung auf. Das sehen im übrigen die Südamerikaner ganz anders, für die ist dieses Turnier tatsächlich eine Herzensangelegenheit. Nun denn.
  • Matchball für ratiopharm Ulm. Die Donaustädter können am Dienstag  mit einem Erfolg gegen en FC Bayern die Basketball-Meisterschaft klarmachen. Am Samstag gewannen sie im Münchner SAP Garden etwas überraschend, dafür umso verdienter mit 79:77 und führen in der Serie Best of 3 mit 2:1.
  • 3×3-Weltmeisterschaft: In der Mongolei treffen die je 20 besten Teams aufeinander. Über die Chancen der deutschen Mannschaften kann ich wenig sagen. Die Vorschauen sind, sagen wir es, äußerst dürftig auch vom übertragenden Sender Magenta (sei hiermit auch erwähnt).

Deutsche Basketballerinnen träumen von Medaille

Schande über mich: In meiner Wochenvorschau habe ich tasächlich die Basketball-EM gesehen und damit ausgelassen, die in dieser Woche startete. Dabei bin ich wirklich Fan, spätestens seit der sagenhaften Olympia-Qaulifikation der Deutschinnen im  Februar 2024 in der „Hölle von Belem“ und danach dem wirklich tollen Turnier in Paris/Lille, das hochwertigsen Basketballsport zeigte und sich vor dem der Männer nicht verstecken musste.

 

Der Modus

 

16 Teams haben sich für die Endrunde qualifiziert. Sie spielen in 4 Gruppen à 4 Mannschaften in der Vorrunde. Und zwar in 4 Städten. Neben Hamburg (wo das deutsche Team ab heute auf Schweden, Großbritannien und Spanien trifft) sind auch Brünn, Präus und Bologna Austragungsalle aller Spiele einer Gruppe. Die jeweils besten 2 Mannschaften erreichen die K.o.-Runde: Ab Viertelfinale wird ausschließlich im basketballverrückten Piräus (ich hoffe einfach, dass das auch für die Frauen gilt) um den Titel gespielt

 

Das deutsche Team

Von den 4 Profis in der WNBA sind nur Leonie Fiebich und Luisa Geiselsöder dabei. Ihre Teilnahme abgesagt haben dagegen die Sabally-Schwestern Satou und Nyara, die sich auf die Liga konentieren wollen. Ein herber Verlust, zumal auch Kapitänin Marie Jülich wegen eines Kreuzbandrisses fehlt.
Trotz dieser Ausfälle ist eine Medaille das erklärte Ziel. Mit dem Heimvorteil in Hamburg müsste zumindest der Einzug ins Viertelfinale drin sein. Leistungsträgerinnen sind neben Fiebig und Geiselsöder vor allem die junge Frida Bühner, die in den Testspielen zu gefallen wusste. Und doch der Tipp „Europameisterin“ von Dirk Nowitzki erscheint mir kühn, auch angesichts der deutlichen Testspielniederlagen gegen Belgien, das man bei Olympia noch besiegte.

 

Die Favoritinnen

Belgien schätze ich sehr stark ein, sie haben ein eingespieltes Team. Interessant wird zu sehen sein, wie der Olympia-Zweite Frankreich (hinter den USA) ohne Heimvorteil auftritt. Spanien und auch Tschechien habe ich ebenfalls auf dem Zettel.

 

Fernsehen

Magenta Sport zeigt die deutschen Begegnungen und ausgesuchte Top-Spiele unverschlüsselt. Wer alles sehen will, muss über DAZN ein Zusatz-Abo buchen (9 Euro).

 

Club-WM schlägt NHL-Finale fast vernichtend

Was wurde und wird die Club-WM gerade in Europa schlechtgeredet. Ein Turnier ohne sportlichen Gewinn, in dem es nur ums geld geht. Die teilnehmenden Clubs werden gescholten ob ihrer Geldgier, hatürlich auf FIFA-Präsident Gianni Infantino wegen seiner kuschligen Wärme um saudischen Staatsfond, der das Ganze erst ermöglicht.

So weit, so gut und für mich nachvollziehbar. Doch jetzt mache ich die Probe aufs Exempel und schaue mal, was die so überaus kritischen Medien über dieses Turnier berichten. Und weil das Ganze in den USA stattfindet, nehme ich als Vergleich das gleichzeitige Stanley-Cup-Finale Florida Panthers gegen Edmonton Oilers mit Leon Draisaitl, einen der 3 besten Spieler der Welt und einer der drei besten Sportler der Welt (sach ich jetzt einfach mal).

Vor allem die überregionalen Blätter Spiegelonline, zeitonline und sz.de habe ich mir näher angeschaut,  Mittwochnachmittag, es war also  lange genug Zeit, die Ereignisse in de Nacht sowohl bei Club-WM und Stanley Cup zu verarbeiten. Anzumerken sei, dass die NHL gestern Nacht entschieden wurde, also etwas Endgültiges (mit Draisaitl und Oilers als Verlierer), die Club-WM noch im ersten Spieltag also noch in der Entwicklung steckt.

Das Ergebnis ist ernüchternd. . Fußball schlägt Eishockey vernichtend. Weder Spiegel noch Zeit haben es für nötig befunden, über den Stanley Cup einen eigenen Bericht zu verfassen, ein Agentur-Bericht, vielleicht etwas bearbeitet, musste reichen und war dementsprechend wenigsagend (auch zum Ärger einiger Kommentatoren). Bei der SZ schrieb Jürgen Schmieder aus dem fernen Los Angeles eine Analyse (über die sich treffend streiten lässt). In der typisch Schmiederschen Art.

Und die verhasste Club-WM? 2 Aufmachertexte zu den Spielen gestern bei spiegelonline, dazu ein äußerst kritische Text über die Berichterstattung bei DAZN. Außerdem ein Ergebnisticker mit Live-Scoring (auf dem ersten Blick zu sehen)der heute anstehenden Partien. Zum Eishockey-Text musste man ewig herungerscrollen, er war wenigstens noch vor der U-19-EM der Männer im Fußball …
Bei der Zeit: Immerhin der Aufmachertext der Sportseite (umso verwunderlicher der lieblose Agenturtext). Auch nur 1 Spielbericht vom Dortmund-Spiel.

Sz.de Auch hier ist Eishockey der Aufmacher, 3 Texte zur Club-WM (Vorschau des eigens in die USA geschickten Javier Caceres zum ersten Pflichtspiel von Xabi Alonso von Real), ein Spilebericht des USA-Korrespondenten Boris Hermann zum Dortmund-Spiel und eine Agentur zum Inter-Match gegen Monterrey (eine wirklich hübsche Geschichte über Sergio Ramos, den es nach Mexiko verschlagen hat.

Das ist eine Analyse, kein Vorwurf

 

Vielleicht ein kleiner. Ich gehe davon aus, dass in den Redaktionen lange diskutiert wurde, in welchem Ausmaß über diese absurde Club-WM berichtet werden soll. Ein Unterschlagen bei Deutschlands liebster Sportart war natürlich nicht notwendig. Und alle drei von mir beachteten Medien haben lang und breit die Absurditäten und auch schweinereien dieses turniers analysi2seine Boert. Und doch: Wenn der Ball rollt, ist das alles vergessen, will der Leser das auch nicht mehr lesen, sondern eben schon, wie „seine“ Borussia gespielt hat oder wie sich die südamerikanischen Teams so schlagen.
Viel bedenklicher ist allerdings wieder zu sehen, dass andere Sportarten trotz gigantischer Leistungen immer die 2. Geige spielen werden.

Sam-Reinhard-Show beerdigt Draisaitls Titel-Traum

Blick über den Teich, NHL

 

FLORDIA PANTHERS – Edmonton Oilers 5:1 (4:2)

 

Das Ende der NHL-Saison war dann eine viel klarere Angelegenheit, als die meisten Fans erwartet und auch erhofft hatten. Kaum eine Chance hatten die Oilers in Spiel 6 bei den Panthers, die mit einer konzentrierten und weitgehend fehlerlosen Leistung die Titelverteidigung perfekt machten und die riesige Stanley-Cup-Trophäe in der heimischen Halle in die Höhe recken durften. Kaum ein gezieltes Aufbäumen gab es, fast hilflose Schüsse stellten Sergej Bobrowski nur selten vor größere Probleme.
Wie so oft stellte eine Panthers-Einzelleistung (eher: ein Defensiv-Aussetzer der Oilers) die Weichen auf Sieg. Sam Reinhard fing einen schlampigen Pass ab, umnkurvte einen Verteidger wie eine Litfaßsäule und bezwang Scottie Skinner, der diesmal wieder den Oilers-Kasten bewachte, mit einem präzisen Schuss.

 

Die Stars

Es sollte der Sam-Reinhart-Abend werden. Nachdem Matthew Tkachuk noch im 1. Drittel auf 2:0 erhöhte, erzielte er weitere 3 Treffer, 2 davon ins leere Tor, weil Oilers-Coach Kris Knoblauch in seiner Verzweiflung schon 7 Minuten vor Schluss Goalie Skinner durch einen 6. Mann ersetzte. 4 Tore in einem entscheidenden Stanley-Cup-Final-Spiel, das hat es zuvor erst einmal gegeben. Dreimal assistierte ihm Carter Verhaeghe, zweimal Kapitän Alexander Barkov.
Sam Bennett blieb in Spie,l 6 zwar ohne Punkt, wurde aber zum wichtigsten Spieler der gesamten Play-offs gewählt. 15 Treffer erzielte er in den 4 Runden (Höchstwert), davon allein 5 in der Finalserie. Dazu gab er 7 Assists.

Dagegen brachte Connor McDavid seine brillanten Fähigkeiten zu selten aufs Eis (wie bei seinem einzigen Final-Treffer in Spiel 4). Das harte Forechecking setzte ihm gehörig zu, am Dienstag kam er kaum zur Geltung.
Insgesamt schafften McDavid und der kongeniale deutsche Stürmer je 33 Play-off-Punkte und führen diese Wertung klar an.

 

🇩🇪 👓

Leon Draisaitl hatte einen eher unproduktiven Abend. Gewohnt kämpferisch, stark bei den Bullys (60 Prozent), aber nur zwei recht harmose Schüsse produzierte er in 22:26 Minuten.
Nico Sturm kam zwar in der Finalserie nicht zum Einsatz, durfte aber trotzdem die Trophäe in die Höhe heben und holte sich zum zweiten Mal nach 2022 den Titel. Erst kurz vor Transferschluss war er von den San Joe Sharks nach Florida gewechselt. Immerhin 8 Play-off-Spiele absolvierte der 30-Jährige in den Play-offs.

 

Meine 🇫🇮

Erneut darf das Quartett Alexander Barkov, Eero Luotarinen, Anton Lundell und Niko Mikkola über den Titel jubeln (und die Trophäe im Sommer in der Heimat präsentieren). Kapitän Barkov steuerte in Spiel 6 ebenso 2 Assists bei wie  Luostarinen. Lundell gab eine Vorlage zum 2:0.

 

Die Goalies

Sergej Bobrwoski hatte am Ende 28 Saves (von 29 Schüssen), die meisten davon waren aber fast Routine-Arbeit. Seinen Shutout versaute sich der 36-jährige Russe, als er 4:42 Minuten einen harmlosen Schuss nach vorne abwehrte und Wasily Podkolzin den Puck zum 1:5 über die Linie stocherte.
Scottie Skinner hatte keinen glücklichen Abend. Zumindest den 3. Gegentreffer muss er sich klar ankreiden lassen. Insgesamt strahlt er schlicht nicht die Ruhe aus wie sein Gegenüber. Die dauernden und nicht immer nachvollziehbaren Torwartwechsel mit Calvin Pickard machen dabei die Sache nicht besser.

 

 

Zusammenfassung

Wie erwartet waren die Panthers das breiter aufgestellte Team und hatte zudem den besseren Torwart. Nicht zu vergessen: Sie sind extrem abgezockt und wissen genau, wie Play-offs gehen. Zum 3. Mal qualifizieten sie sich im starken Osten fürs Finale und geannen zuletzt 11 von 12 Play-off-Serien. Nickliges Hockey (Brad Marchand!) ist dabei eingepreist.
Die Oilers spielen sicher das attraktivere Eishockey, aber nachdem sie sich im Westen nach den beiden Anfangsniederlagen in LA souverän durchgesetzt hatten, vor allem auch dank der überragenden Einzelkönner McDavid und Draisaitl, fanden si mit den Panthers im wahrsten Wortsinn ihren Meister.

 

Ausblick der Sieger

Zumindest die Zukunft von Marchand (37) und Goalie Bobrowski (36) ist ungewiss, also ob sie auf diesem Niveau noch ein Jahr spielen können. Den russischen Torwart fand ich letztes Jahr noch besser. Viele Leistungsträger (Bennett, Reinhard, Barkov) sind um die 30 Jahre alt, haben also noch ein, zwei starke Spielzeiten in petto. Allerdings laufeen die Verträge unter anderem von Bennett, Marchand und Verteidiger-Ass Aaron Ekblad aus. Im Zweifel wird weiter auf Team-Hockey gesetzt ohne den alles überragenden Topstar, dafür mit ausgeglichenen (Sturm)Linien.

 

Und die Verlierer

Die Oilers haben wenig falsch gemacht, es gibt keinen Grund für einen Komplett-Wechsel. Offen bleibt die Torwartfrage, wobei Skinner einen Leistungssprung gemacht hat und mit 26 Jahren sicher seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat.
Die alles beherrschende Frage: Wie geht es mit dem besten Eishockey-Spieler der Welt weiter. Der Vertrag von Connor McDavid endet 2026, die Oilers werden tief in die Tasche greifen müssen, um den Superstürmer zu halten. Grundsätzlich ist der Kanadier bereit, in Edmonton zu bleiben, aber sicher auch nur, wenn er seriöse Titelchancen sieht. Wenn könnte das allerdings noch eher sein als ein zweimaliger Stanley-Cup-Finalist?