Xabi Alonso – gescheitert am Ego-Präsidenten

Als hätte Reals Clubchef Florentino Perez nur drauf gewartet: Nach dem 2:3 im Supercupfinale gegen Erzrivale FC Barcelona gab Real Madrid die Trennung von Trainer Xabi Alonso bekannt. Angeblich erfolgte sie im gegenseitigen Einvernehmen, noch angeblicher war es sogar Alonso, der um Freistellung aus seinem Vertrag gebeten hatte.

Gerade sieben Monate dauerte die Ära Real-Alonso. Was gab es für Hoffnungen, als der Spanier im Sommer bei einem seiner drei Herzensvereine (neben FC Bayern und Liverpool) als Trainer anheuerte; bei dem er als Spieler 5 höchst erfolgreiche Jahre ( Meister, Champions-League-Sieger) gefeiert hatte. Bei Bayer Leverkusen hatte er schon sein Gesellenstück vollbracht (wenn ich eine deutsche Meisterschaft so abwertend bezeichnen darf), jetzt erfolgte der nächste Schritt zum ach so tollen Star-Ensemble der Königlichen (davon später mehr).

Es begann auch verheißungsvoll: 13 der ersten 14 Saison-Partien gewann Real, darunter ein beeindruckendes 2:1 in der Liga gegen Barca, das sogar noch höher hätte ausfallen können. (*) Und doch war vielleicht dieser Triumph schon der Anfang vom Ende. Alonso hatte es nämlich gewagt, Vini jr. vorzeitig vom Feld zu nehmen, nicht zufrieden mit dessen Defensiv-Verhalten. Vini zeterte und moserte und vergoss dann beim Vereinspräsidenten Perez heiße Tränen des Wehklagens.

Dazu muss man zweierlei wissen: Vini ist ein unfassbar begabter Fußballspieler, leider mit einem genauso unfassbaren Ego ausgestattet (warum solche Egomanen Mannschaftssportarten betreiben und nicht Tennis oder Golf spiuelen, ein unlösbares Geheimnis). Und leider bei aller Angriffskunst (es ist mitunter wirklich großartige KUNST) selten gewillt, auch Abwehrarbeit zu verrichten, die im modernen Fußball nach Auffassung fast aller Trainer aber elementar wichtig ist.
Zum anderen ist Perez, ein milliardenschwerer Bau-Unternehmen (nicht fragen, wie das geht und ging) nicht minder egozentrisch. Und Vini jr. ist sein erklärter Lieblingsspieler. Unvegessen ist, als er per ordre e mufti vor gut einem Jahr dem gesamten Team die Reise zur Ehrung des Ballon d’Or verweigerte, weil sein Lieblingsspieler Vini nicht mit dem 1. Platz, sondern dem 2. Rang ausgezeichnet wurde (wohl aber der damalige Trainer Carlo Ancelotti in einer anderen Kategorie und das Team selbst).

Alonso war also trotz des Clasico-Sieges angezählt (musst du auch erst mal hinbekommen), und als danach einige Spiele verloren gingen oder gegen Abstiegskandidaten schnöde unentschieden endeten, da sah es schon ganz schlecht aus für den Trainer: der angeblich die Kabine verloren hatte. Doch eine erneute Siegesserie und immer bessere Auftritte schienen Alonso zu retten, bis eben das Finale gegen Barca doch den Kopf kostete (sportlich martialisch ausgedrückt). In diesem Finale wehrte sich die Truppe übrigens nach Kräften, holte zweimal einen Rückstand auf (auch dank eines Zaubertreffers von Vini).

Jetzt stehen sie bereit, die Gscheidhaferl, die schon immer wussten, dass das mit dem jungen (sic) unerfahrenen (sic, sic) Alonso und Real nicht gut gehen konnten. In der „ZEIT“ stand was von „Zwischenschritt“, den der Spanier unbedingt hätte gehen müssen vor der ultimativen Aufgabe Real. Leider vergaß der Autor, uns Lesern mitzuteilen, welcher Club in diesem Sommer diese „Zwischenstation“ hätte sein können. Auch nach näherem Durchforsten in Europa fällt mir kein Team ein, das diesbezügliche Kriterien erfüllt, erst recht keines, das im Sommer auf Trainersuche war.

Es war schlicht die Ergebniskrise, der Feind jeden Trainers. Wobei ich anmerken will, dass ich das Real dieser Tage nicht für titelreif halte: eine überalterte und verletzungsanfällige Abwehr (Alaba, Rüdiger), ein nach dem Karriere-Ende der Ballvirtuosen  Kroos und Modric reichlich fantasieloses Mittelfeld, nur mit dem überforderten Jude Bellingham. Und vorne eben zwei Superstürmer (Vini, Mbappé, dazu Rodrygo) ohne Verteidigungswillen. Einen Vorwurf muss ich Alonso dann doch machen, dass er nicht auf die eine oder andere echte defensive und kreative Verstärkung gepocht hat. Wenn ich übrigens schreibe „nicht titelreif“ für die Champions League, schließt das nicht die eine oder andere wundersame „Remontada“ (Aufholjagd) im heimischen Bernabéu aus.

Jetzt soll es erst mal Alvaro Arbeloa richten, bisher der Cheftrainer der 2. Mannschaft Castilla. Arbeloa hat zusammen mit Alonso gespielt, beim FC Liverpool waren sie die Mittelfeldstrategen. Er hat bisher (außer Castilla) null Trainererfahrung. Vielleicht genügt es schon, vor Vini und Mbappé zu kuschen. Gewinnt Real halt ohne Stürmer-Abwehr.

Und Alonso? „Gescheitert“ habe ich getitelt, „chancenlos zerschellt“ wäre vielleicht treffender gewesen. Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass wir ihn bald auf der Trainerbank eines renommierten Clubs sehen werden. Denn er hat Fußball-Verstand und -Verständnis wie nur ganz wenige.

 

* zu Flick: So ist das im Fußball (im Sport überhaupt): Nach dem 1:2 im Oktober gegen Real forderten viele seinen Rauswurf, weil er völlig überfordert sei. Jetzt gilt er als unbezwingbarer Finaltrainer.

Das wird die Woche, die wird

Sport satt, nämlich Fußball, Handball-EM und Wintersport

 

Bundesligisten im Doppeleinsatz

 

Der kurze Zeit sehr strenge Winter ist offenbar wieder dabei, der Englischen Woche in der Fußball-Bundesliga steht nichts mehr entgegen – außer Tauwetter, siehe Hamburg. Der 17. Spieltag m Dienstag/Mittwoch – nicht zu vergessen das Topspiel zwischen Augsburg und Union am Donnerstag, komplettiert die Hinrunde, die Rückrunde startet am Wochenende. Partien, die es sich vielleicht lohnt zu gucken, sind während der Woche Stuttgart vs Frankfurt (Di., 18:30), eine Art Best of the Rest neben den Großen, HSV – Leverkusen (Di., 20:30, abgesagt wg. Tauwetters) und Köln vs Bayern (Mi., 20:30). Letztere Partie nur unter dem Gesichtspunkt, ob Rib und Rob (Ribéry und Robben) mit Oliseh und Diaz tatsächllich Zauber-Nachfolger gefunden haben und wie hoch letztlich tatsächlich die Hinrunden-Rekordtormarke (zurzeit 63) der Bundesliga-Geschichte gesetzt wird.
Am Samstag zum Topsiel des Tages müssen die Münchner dann nach Leißzig (Sa., 18:30). Mit dabei ist dann wieder aif Leipziger Seite der ivorische Star Yan Diamonde, nachdem die Elfenbeinküste im Viertelfinale des Afrika-Cups gescheitert ist.

Am Wochenende startet dann auch die 2. Bundesliga, und die Jagd auf Schalke beginnt. Der Tabellenführer handelte sich zum Jahresabschluss eine Pleite bei Eintracht Braunschweig ein, der Vorsprung auf Platz 3 (Darmstadt) beträgt immer noch 4 Punkte. Fast standesgemäß geht es für die Knappen mit einem echten Schlager los, denn sie sind am Samstagabend (20:30) im Berliner Olympiastadion bei Hertha BSC zu Gast.

 

Mit Knallhart-Handball zur Medaille?

 

Die Männer-EM beginnt am Mittwoch, und das Ziel des deutschen Teams lautet Edelmetall, vielleicht sogar Gold. Doch die Auslosung hat einen sehr harten Weg beschert. Weniger in der Vorrunde, wenn Österreich, Spanien und Serbien die Gegner sind, das klingt schon knackig genug. Aber wenn die Truppe  ersten Zwei erreicht, trifft sie in der Hauptrunde höchstwahrscheinlich auf Dänemark und Frankreich, dazu vielleicht Aufstreber wie Portugal und  Norwegen.
Richten soll es eine Knallhart-Abwehr und vor allem die Torhüter Andi Wolff (Europameister vor 10 Jahren) und David Späth, die weltweit zu den besten ihres Fachs zählen.
Los geht es am Donnerstag (20:30) gegen Österreich (mit vielen Bundesliga-Akteuren), es folgen die Partien gegen Serbien (Sa., 20:30) und Spanien nächsten Montag.

Klarer Titelfavorit ist Dänemark, der souveräne Olympiasieger von 2024 (auch dank einer Finalgala gegen Deutschland). Frankreich hat vielleicht einen besseren Ruf als Team, das vermag ich nicht einzuschätzen.

 

Winter-Klassiker, wohin man schaut

 

Männer-Abfahrt am samstag in Wengen, klassischer gehts nicht . das 4,2-Kilometer-Rennen mit Hundsschopf, Minschg-Kante, Österreicher-Loch und Schluss-S vor malerischer Postkarten-Kulisse (leider nicht für Dänen mehr) mit den Bergriesen Eiger, Mönch und Jungfrau. Bei Sonnenschein gibt es nicht Schöneres für die Augen im Ski-Winter. Tags zuvor steht ein Super-G an gleicher Stelle an (stark verkürrzte Strecke), am Sonntag der Spezialslalom.
In den Speedrennen geht der Sieg jeweils nur über marco Odermatt, schon ein Wengen-Spezialist, im Slalom gibt es ein gutes Dutzend Sieganwärter.

Die Frauen lassen diesmal Cortina aus, weil dort in einem Monat die Olympia-Wettbewerbe stattfinden. Stattdessen geht es nach Tarvisio, wo Abfahrt und Super-G angesetzt sind. Chance für Lindsey Vonn, an ihrem Legendenstatus zu basteln, Chance aber auch für Emma Aicher, mit einem Platz ganz vorne Selbstvertrauen für die olympischen Tage zu tanken.

Die Biathleten machen bei der zweiten deutschen Traditionsstrecke Station. Nach Oberhof stehen die Rennen in Ruhpolding an mit Staffeln, Sprint und Verfolger. Norweger und Französinnen sind das Maß aller Dinge, SchwedInnen, etwa die Öberg-Schwestern und Samuelson haben auch schon aufgezeigt.

Dem deutschen Team fehlt noch ein Sieg in diesem Winter: Kommt es zu Durchbruch für Weltcup-Titelverteidigerin Franzi Preuß oder gar ein Debüt ganz oben auf dem Stockerl für Philipp Nawrath?

 

Berlin Game der NBA

 

Am Donnerstag ist es so weit. In der Halle am Ostbahnhof gibt es das erste reguläre Match der NBA in Deutschland, wenn die Orlando Magic auf die Memphis Grizzlies treffen. Die Magic sind das „deutsche“ Team der US-Basketball-Liga mit den Nationalspielern Franz und Moritz Wagner sowie Tristan da Silva. Ob Franz nach seine Knöchwelverletzung rechtzeitig fit wird, bleibt abzuwarten, er macht zwar den Trip mit, doch die Teamführung machte deutlich, dass er auf keinen Fall verheiuzt werden soll, dafür haben die Magic mit ihrem besten Mann noch zu viel vor in dieser Saison. Moritz jedenfalls gab am Sonntag sein Debüt nach mehr als einjähriger Pause wegen Krezbandriss, noch etwas rostig, aber voller Einsatz. Bei da Silva schwankt im zweiten NBA-Jahr die Form, gute und schwache Partien wechseln sich unregelmäßig ab, genauso die Frage, ob sein Dreier fällt oder nicht.
Auch die Grizzlies haben Deutschland-Bezug. Der finnische Trainer Tommy Iisalo coachte lange in der BBL und führte 2023 die Telekom Baskets Bonn in die Finalserie, in der allerdings sich Ulm als besser erwies. Seit Mai ist der Chefcoach bei Memphis und hat sich mit seinem kompromisslosen Verhalten gegen Starspieler Ja Morant zwar nicht dessen Frendschaft, wohl aber Respekt in der Liga verschafft. Amit Orlando und Memphis nicht nurfür ein Spiel nach Europa fliegen, kommt es am Samstag in London zu einer weiteren Partie zwischen diesen beiden Kontrahenten.

 

Und sonst?

 

  • Internationale Ligen, England: Im Blickpunkt steht das Mancester-Stadtderby zwischen City und United (Sa., 13:30). United nach vergleichsweise ansprechendem Start in der Krise. Teammanager Roben Amorim wurde schon gefeuert, aber auch mit neuen Coach flog man im FA-Cup schon in der 1. Runde raus (mit der Folfge, das in dieser Saison nur noch Ligaspiele anstehen). City hat mit 3 zum teil überflüssigen Remis den Abstand zu Arsenal nicht verkürzen können, er beträgt immer noch 6 Punkte. Die Abhängigkeit von den Toren Erling Haalands ist frappierend.
    Spanien: Real trifft auf Levante (Sa., 14:00): Das wäre nicht weiter erwähnenswert, aber die Madrilenen haben nach der Niederlage im Supercup-Endspiel in Dschidda Trainer Xabi Alonso nach einem knappen halben Jahr schon gefeuert (angeboten hätte sich: in der Wüste gelassen …). Jetzt soll es der Coach der 2. Mannschaft, Arbeloa, richten. Wie Alonso war auch Arbeloa ein großartiger Mittelfeldspieler, die beiden haben sogar bei Liverpool gemeinsam gespielt.
  • Basketball: Stimmungsvoll wird es am Donnerstag im SAP Garden, wenn der FC Bayern das griechische Team Panathinaikos Athen empfängt, dessen fans mit Sicherheit für viel Radau sorgen. Die Münchner haben nur noch theoretische Chancen auf die K.-o.-Runde, Panathinaikos kämpf als 7. sogar um einen Top-6-Rang und die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale.
  • Tennis: Die Australian Open werfen ihre Schatten voraus. Im Form des Qualifiationsturniers. Drei Runden gilt es zu überstehen, dann haben die Profis die 1. Runde erreicht, und allein das dortige Preisgeld sichet einen Großteil des (Reise)-Budgets fürs Jahr.
    Der junge Deutsche Justin Engel ist schon in der 1. Runde gescheitert. Yannick Hanfmann hatte Glück: Da der Finne Emil Ruusovuori die Teilnahme absagte, rückte er ohne Quali-Müh(l)e ins Hauptfeld nach.
  • Snooker: Das Masters in London ist nach der WM vielleicht das wichtigste Turnier im Jahr und gehört zur „Triple Crown“. Die komplette Weltelite ist folgerichtig am Start. Gespielt wird im Ally Pally, allerdings ist es sehr, sehr, sehr viel ruhiger als vor zwei Wochen bei der Darts-WM an gleicher Stelle.
  • US Sport: In der NFL stehen am Wochenende 4 Partien der Divisional Round auf dem Programm. Mehr dazu in einem gesonderten Text.

 

 

Und da war noch

Leistungssport ist mittlerweile in vielen Bereichen eine todernste Angelegenheit, durchgetaktet und -organisiert bis ins Letzte. Doch manchmal gibt es Geschichten und Geschichtchen, die das Herz erfreuen.

Anmerkung: Ich will die Hauptdarstellerin wirklich auf keinen Fall lächerlich machen.

 

Jeder Tennisspieler, jede Akteurin des Weißen Sports hat diesen Traum: Einmal bei den Profis mitwirken, zeigen, dass man kaum schlechter ist als die Wirkllichkeit. Vor der Umsetzung dieser Träume schützt (in beide Richtungen, wie ich behaupten möchte), die Weltrangliste und daraus folgende Qualifikationskriterien. In der Theorie, wie sich zeigen sollte.

Ein Frauen-Turnier Irgendwo in Afrika (das musste jetzt sein), genauer Nairobi/Kenia. Sehr untere Kategorie, sogenanntes W35 (es gibt sogar noch W15). Eine Teilnehmerin sagt ab, das geschieht. Auf der Suche nach Ersatz stoßen die Organisatoren auf Hajar Abdelkader, der sie eine Wild Card geben. Sie hatten sie gefragt, ob sie Tennis spielen könne, und die Ägypterin sagte „Ja“ und behauptete gar, ausreichende Wettkampferfahrung mitzubringen. Das genügte. (Ich erinnere mich sofort an den Witz, den mein Vater oft erzählte: „Können Sie Klavier spielen?“ – „Keine Ahnung, ich habe es noch nie probiert.“)

Nun denn, Frau Abdelkader durfte tatsächlich auf den Platz, in einem regulären Profiturnier mit Schiedsrichter und allem Drum und Dran. Und schnell beschlich die Zuschauer das Gefühl, das der Begriff „Tennis spielen können“ offenbar ein sehr dehnbarer ist. Uncharmanter gesagt: Die gute Hajar (ich darf doch Hajar sagen) hatte kaum Ahnung, wie man den Schläger hält, geschweige denn, was damit anzufangen ist. Was zugegebenermaßen auch nicht das Einfachste ist, sogar die Topstars üben stundenlang pro Tag.
Auf der anderen Seite des Feldes stand Lorena Schoedel, die deutsche Nummer 1026 in der Welt, eine 25-jährige Lehramtstudentin, wie das „Tennis Magazin“ ermittelte. Die das Ganze  offenbar recht ernst nahm. Anfangs, weil sie vielleicht keine Ahnung hatte, was da eigentlich los war, danach, um sich gegen eine Anfängerin nicht unsterblich zu blamieren.
Das Ergebnis überrascht dann nicht: 6:0, 6:0, für Schoedel versteht sich* … Ganze drei Punkte (von 51) ergatterte die überforderte Ägypterin. Zwei resultierten aus Doppelfehlern von Schoedel (die 1026 der Welt), einer aus einem leichten Fehler der Deutschen. Auf der anderen Seite fabrizierte Mrs. Hajar 20 Doppelfehler – bei insgesamt 6 Aufschlagspielen und dabei überhaupt nur 24 ausgespielten (naja) Punkten ist das eine stolze Leistung.
Immerhin 37 Minuten dauerte das Ganze: aber nur aufgrund der Tatsache, dass es keine Ballkinder gab und sich die Spielerinnen die kreuz und quer durch die Landschaft (Irgendwo nach Afrika, schenkelklopf) geschossenen Bälle erst wieder zusammenklauben mussten.
Weil heutzutage sehr wenig geheim bleibt auf dieser Welt, gibt es von der Glanzleistung auch ein Video.

https://www.youtube.com/watch?v=QsDPcwwKcZQ

Schon der kurze Schnipsel zeigt (offenbar gibt es auch die volle Version der Partie), dass mehr als bloße Aufregung die 20 Doppelfehler von Hajar Abdelkader verursachten. Eher stellt sich die Frage, wie sie überhaupt 4 Bälle regulär ins Feld gebracht hat, davon Chronisten zufolge sogar einen ersten Aufschlag. Abdelkanar schien auch die Regeln nicht zu kennen und musste von ihrer Spielpartnerin („Gegnerin“ erscheint mir hier ein sehr hartes Wort) angeleitet werden, wie die Regeln sind: wer zum Beispiel wann von wo aufschlagen muss. Ob die Ägypterin wenigstens die Zählweise (15, 30, 40) beherrschte, ist leider nicht übermittelt.

Das Netz der Netze schäumte: „Schlechtestes Profidebüt aller Zeiten“, war noch das Harmloseste, was es  zu lesen gab. Tennis Kenya sah sich genötigt, eine Entschuldigung auszusprechen. „Im Nachhinein hätte diese Wildcard nicht vergeben werden dürfen. Es wird nie wieder geschehen.“ Ob ich das bedauern solloder erfreut zur Kenntnis nehme, überlasse ich der Fantasie meiner Leserinnen und Leser.

 

* Wer jetzt noch nägelkauend auf den weiteren Turnier-Verlauf von Schoedel wartet: Sie verlor in der 2. Runde gegen Yufei Ren, und die ist immerhin schon Nr. 486 der Welt.

Das war die Woche, die war

Viel Wintersport, wieder oder weiterhin Fußball und die ersten Zuckungen des Tennisjahres.

 

Lindsey Vonn – königlich gut

 

Speedqueen wurde die Amerikanerin in ihren besten Zeiten genannt. Doch was heißt beste Zeiten, wenn ich mir diese Saison so anschaue. Am Samstag in Zauchensee feierte sie bereits den zweiten Sieg, und es tat ihrer Leistung keinerlei Abbruch, dass wegen des Schneefalls (der große Feind aller Wintersport-Organisatoren) die Strecke verkürzt wurde und die Siegerinnen-Zeit nur etwa 65 Sekunden betrug. Keine vermag die schnellen Kurven so gewagt und doch gekonnt zu nehmen. Die US-Amerikanerin behauptet sogar, dass sie gar nicht das letzte Risiko nimmt (das wird erst bei der Olympia-Abfahrt in Cortina am 8. Februar der Fall sein, dann heißt es Sieg oder Akkia …)). Was sie zeigt, das genügt, um die gesamte Weltelite in Schach zu halten. In 4 der 5 Abfahrten diese Saison schaffte sie einen Podestrang, in der Abfahrts-Weltcupwertung führt sie klar mit 340 Punkten vor der Deutschen Emma Aicher (211), die in Österreich den sechsten Platz schaffte. Da winkt die nächste Kristallkugel für die 41-Jährige Vonn, deren Comeback niemand mehr belächeln würde, wie es vor gut einem jahr so viele machten.
Ein bitteres Aus ereilte die junge Österreicherin Magdalena Egger. Die 22-Jährige zog sich bei einem Sturz einen Kreuzbandriss zu und muss ihre Olympiaträume zumindest für 2026 begraben. So erlebte Austria ein Abfahrtsdebakel. Cornelia Hütter landete als Beste auf dem 20. Platz.

Während Zauchensee unter den Bedingungen litt (der für Sonntag geplante Super-G musste abgesagt werden), erlebte Adelboden ein Skifest auf dem berühmt-berüchtigten Kuenichsbärgli. Im Riesenslalom triumphierte der Schweizer Lokalmatador Marco Odermatt. Er gewann zum fünften Mal auf dem Traditionskurs mit dem fantastisch steilen Schlusshang mitten in ein stadion-ähnliches Zuschauermeer und egalisierte die Bestmarke von Ingemar Stenmark, der in der 70ern und 80ern das Maß aller Riesenslalom-Spezialisten war.
Am Sonntag war im Slalombei strahlendem Sonnenschein der  Aufsteiger der Saison, Paco Rassat, erfolgreich. Der nach dem 1. Lauf viertplatzierte Franzose fing mit einem fulminanten zweiten Durchgang Henrik Kristoffersen noch ab und landete den zweiten Saisonsieg vor . Linus Straßer kommt einfach nicht in Form, schied diesmal sogar aus und verschlechterte weiter seine Ausgangsposition im Kampf um günstige Startnummern.

 

Giacomel und die große Geste an den toten Biathlon-Freund

 

Noch immer steht die Biathlonblase unter dem Schock des Todes vom Norweger Sivert Bakken, der vor zwei Wochen leblos in seinem Hotelzimmer aufgefunden wurde, mit einer Maske für Höhenluft überm Kopf. Sein vielleicht bester Freund im Weltcup ist der Italiener Tommasso Giacomel. Vielleicht höhere Mächte wollten es wohl, dass dieser Giacomel am Donnerstag den Sprint in Oberhof gewann. Als er mit Bestzeit durchs Ziel stürmte, brach es aus ihm heraus. Er grüßte mit dem Trauerflor-umschossenen rechten Arm in den Himmel. „Es ist einer meiner besten Tage im Biathlon und gleichzeitig einer meiner schlechtesten, weil Sivert nicht mehr hier ist. Das macht mich extrem traurig.“ Giacomel gewann dann auch am Samstag den Verfolger nach abstrusen Rennen, wo die Spitzenläufer reihenweise die Scheiben verfehlten. 6 Strafrunden leistete sich Giacomel, und trotzdem reichte es zum Sieg, so ein Kunststück schaffte zuletzt der große Ole Einar Björndalen 2001, wenn ich der menschgewordenen Datenbank Sigi Heinrich Glauben schenekn darf.

Eine faszinierende Männer-Staffel war der sportliche Höhepunkt der tollen Biathlontage im endlich mal wieder verschneiten Oberhof – und das bei Kaiserwetter. Vorm letzten Schießen hatten gleich 5 Staffeln die Möglichkeit zum Sieg. Am Ende hatten mal wieder die Norweger die Nase vorn und setzten sich gegen Frankreich und Schweden durch. Die Deutschen mit Schlussläufer David Zobel schnupperten ebenfalls am Sieg: Am Ende reichte es zwar nur zu Platz 5 noch hinter Italien (und dem furiosen Schlussläufer Giacomel); der insgesamt stark verbesserte Auftritt macht aber durchaus Hoffnungen.
Für die Norweger und Giacomel wird es jetzt stressig. Am Dienstag findet in Norwegen die Beisetzung für Bakken statt, das komplette Team und eben auch der Italiener werden dabei sein, danach geht es umgehend nach Ruhpolding, wo in dieser Woche die nächsten Traditionsrennen stattfinden – hoffentlich in einer ähnlich schönen Winterlandschaft.

 

Harziger Start ins Bundesliga-Jahr

 

Schon bevor es am Freitag losging, standen die ersten Hiobsbotschaften fest. Aufgrund des heftigen Wintereinbruchs gerade im Norden mussten die Partien St. Pauli vs Leipzig und Bremen vs Hoffenheim abgesagt werden. Wer ansonsten tatsächlich noch auf eine spannende Meisterschaft gehofft haben sollte, wurde am Sonntag eines Besseren belegt. Der souveräne Tabellenführer FC Bayern fertigte nach 6 Tore in de 2. Halbzeit den inferioren VfL Wolfburg mit 8:1 ab. Wer auf Rost in der Winterpause (und auf Nachwirkungen aufgrund der Club-WM im Sommer) gehofft hatte, sah sich enttäusch. Extrem spielfreudig waren die Münchner mit einem überragenden Michael Olise, dazu wie gewohnt enrom lauffreudig (127 Kilometer).
Die „Verfolger“ patzten dagegen: Borussia Dortmund kam in eine wüsten Partie mit haarsträubenden Abwehrpatzern nicht über ein 3:3 bei Eintracht Frankfurt hinaus. Bayer Leverkusen erlebte daheim gegen den VfB Stuttgart gar ein Desaster: 1:4 verlor der Werksclub, gerade in der 1. Halbzeit wurde der Meister von 2024 geradezu vorgeführt (0:4).
Um die Überlegenheit der Münchner darzustellen: Der Vorsperung auf den zweiten Dortmund beträgt 11 Punkte, das Torverhältnis lautet 63:11 (nach 16 Partien). Die Tordifferenz von +51 ist besser als die aller anderen mit einem ositiven Torverhältnis). Am Mittwoch gehts zum 1. FC Köln, seit 7 Spielen sieglos – noch Fragen?

 

Polen holt den United-Cup

 

Dass unser östlicher Nachbar bei der inoffiziellen Tennis-Club-WM in Perth und Sydney ein Wort mitreden würden war angesichts ihrer Einzelbesetzung Iga Swiatek und Hubert Hurkacz zu erwarten gewesen. Nicht allerdings, dass ihr zusammengewürfeltes Mixed-Doppel Katarzyna Zawa/Jan Zielinski die Kastanien aus dem Feue reißen würde oft die Kastanien aus dem Feuer reißen würde. So geschehen im Finale gegen die USA (vs Bencic/Paul), davor aber auch im Halbfinale gegen die USA (Gauff/Harrison). Zweimal musste das Mixed entscheiden, da zuvor Topspielerin Swiatek gegen Bencic und Gauff den Kürzeren gezogen hatte.
An Polen war das deutsche Team schon in der Vorrunde gescheitert (ohne dass das Doppel entscheidn musste). Ein schimpfender Zverev (vs Hurkacz) und eine sich tapfer wehrende Eva Lys (Swiatek, erstmals aber mit Satzgewinn)) hatten ihre Einzel schon verloren.

 

Sechstligist schmeißt Titelverteidiger raus

 

Im Mai war Crystal Palace noch strahlender FACup-Sieger nach dem Übverraschungserfolg gegen Manchester City, jetzt musste das Team von Teammanager Oliver Glasner in diesem Wettbewerb eine unglaubliche Schmach erleben. Die Londoner verloren in de 1. Runde beim Sechstligisten Maccelesfield mit 1:2. Seit 1909 war die ein Titelverteidiger an derart unterkassigen Team gescheitert, damals hieß die Überraschungsmannschaft übrigens Crystal Palace … Zwischen Maccelsfield und Crystal Palace liege 117 Plätze, noch nie in der Geschichte des ältesten Fußball-Wettbewerbs der Welt (seit 1863) hat es laut BBC eine gößere Sensation gegeben.
Das frühe Aus im FA-Cup ereilte unter anderem auch Manchester United und Tottenham Hotspur. Wenigstens erfolgen die Heimniederlagen gegen Erstligisten (West Ham und Aston Villa).

 

Erfolgreiches Comeback von Moe Wagner

 

Mehr als ein Jahr musste der Berliner im Dress der Orlando Magic nach seinem Kreuzbandriss im Dezember 2024 pausieren. In der Nacht zu Montag kam er in der NBA wieder zum Einsatz. 10 Minuten agierte er beim 128:118-Erfolg über die New Orleans Pelicans, den sich die Magic im Endspurt sicherten, sammelte trotz nervöser Anfangsphase ansprechende 8 Punkte und je 2 Rebounds und Assists. Groß war der Jubel in der Orlando-Halle, als Wagner kurz vor Ende des 1. Viertels das Parkett betrat. Sein jüngerer Bruder Franz fieberte von der Bank aus mit.
Damit ist Wagner rechtzeitig fürs Berlin Game am Donnerstag gegen die Memphis Grizzlies fit, ob das auch für Franz gilt, bleibt abzuwarten. Glänzend in Form zeigte sich de dritte Deutsche im Orlando-Team: Tristan da Silva sammelte 16 Punkte und verwandelte alle 4 Versuche jenseits der Dreierlinie.

 

Und sonst?

 

  • Super-Cup an Barca: Im Finale siegten die Katalanen mit 3:2 gegen Real Madrid. Der abwechslungsreiche Clasico fand in Dschidah/Saudi-Arabien statt – wo halt die meisten Peseten Euronen Perodollars gezahlt werden. Für Barca-Trainer Hansi Flick war es der achte Finalsieg in seinem achten Finale – bemerkenswert.
  • Serie A: Das Spitzenspiel zwischen Tabellenführer Inter und Meister Napoli endete 2:2. zweimal waren die Mailänder in Führung gegangen, zweimal glichen die Gäste durch den Schotten McTominay aus. 4 Punkte beträgt nun der Vorspung von Inter auf Neapel, dazwischen liegt noch der AC Mailand, das bei Letzten Florentina nicht über 1:1 hinauskam.
  • Skispringen: Nach dem souveränen Sieg von Domen Prevc trat beim Weltcup in Zakopane ein anderer Slowene in Erscheinung: Anti Lanisek war im Einzel vom großen Bakken nicht zu schlagen und schaffte vor den Österreichern Jan Hörl (endlich mal wieder Zweiter wie schon in der Tournee-Gesamtwertung 25 und 26) und Manuel Fettner den ersten Saisonerfolg. Prevc landete nur auf Rang 27.
    Im Teamspringen (Zweiermannschaften) hatte der Slowene eine Pause erhalten. Weine Landsleute Timi Zajc (endlich mal mit regelkonformen Anzug) und Ante Lanisek kamen hinter Österreich (Jan Hörl/Stephan Embacher) auf dem zweiten Platz.
  • Hockey: Österreichs Männer gewannen die Hallen-EM in Heidelberg: Im Finale setzte sich Austria nach Siebenmeterschießen gegen Polen durch. Rekordeuropameister Deutschland war schon im Halbfinale an den Polen gescheitert.
  • Tennis: Turniersiege holten sich die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka aus Weißrussland in Adelaide, die Ukrainerin Lena Switolina in Auckland sowie bei den Männern der Russe Daniil Medwedew in Brisbane und Alexander Bublikin aus Kasachstan in Hongkong. Der Osten lebt auf.

Die schönste Zeit für Football-Fans

Blick über den Teich, NFL

 

Nach insgesamt 18 Wochen regulärem Football mit 273 nur zum Teil unterhaltsamen Partien ist es endlich soweit. Am morgigen Samstag beginnen die Play-offs mit den sogenannten Wildcard-Spielen. Insgesamt 14 Teams sind noch dabei, die die beiden Super-Bowl-Kontrahenten für den 8. Februar in Santa Clara (San Francisco) ermitteln. Ein Spiel entscheidet, do or die, das ist das, was das Football-Herz begehrt. Alles kann entscheiden, das Wetter (gerade im Osten hat es schon so manch absurdes Schneespiel gegeben), ein dummer Fehlpass hier, ein unglücklicher Schiedsrichter-Pfiff dort. Was bisher war, zählt wenig bis nichts, zumal wegen der Divisionssieger-Regel ein besserer Rekord nicht unbedingt Heimvorteil bedeuten muss.

Jetzt also das Wildcard-Weekend mit 6 Partien. Die beiden Conference-Sieger Seattle Seahawks (NFC) und Denver Broncos (AFC) können gemütlich zusehen, wie sich die Konkurrenz beharkt, Verletzungen leider inklusive. Ich werde auf alle 6 Partien eingehen, samt Tipp und Herzenswunsch, und am Ende versuche ich mich am gesamten Play-off-Baum: durchtippen der gesamten Play-offs, was bei mir regelmäßig erschütternd schiefgeht …
Für alle, die sich das nicht antun wollen: zunächst der Spielplan des Wochenendes (MEZ).

Sa., 22:30: Carolina Panthers – LA Rams (NFC)
So., 02:00: Chicago Bears – Green Bay Packers (NFC)
So., 19:00: Jacksonville Jaguars – Buffalo Bills (AFC)
So., 22:30: Philadelphia Eagles – San Francisco 49ers (NFC)
Mo., 02:30: New England Patriots – Los Angeles Chargers (AFC)
Di., 02:30: Pittsburgh Steelers – Houston Texans (AFC)

 

AFC

Glaube ich den Experten, wird hier nur eine Art Fallobst-Gegner gesucht, der den Super Bowl spielen darf. Ganz so schlimm wirds schon nicht werden, und ein paar der Teams genügen auch höheren Ansprüchen …

 

Denver Broncos (1) Freilos

 

New England Patriots (2) – Los Angeles Chargers (6)

 

Die Patriots sind die ganz große Überraschung der Saison, der Umbruch nach der Goldenen Ära um Tom Brady hist viel schneller gegangen als erwartet. Quarterback Drake Maye hat sich in seinme 2. NFL-Jahr zu einem der besten Quarterbacks der Liga entwickelt. Dazu eine gute Defense.
Auf der anderen Seite der erfahrene Justin Herbert, vielleicht mit dem stärksten und vor allem treffsichersten Arm ausgestattet unter den verbliebenen Spielmachern. Windet sich aus kritischen Situationen heraus, wie höchstens noch Pat Mahomes von den Chiefs (dem dieses Jahr die Zauberkräfte nicht halfen …). Seit einiger Zeit spielt Herbert mit angeschlagener linker Hand (nicht der Wurfarm, aber doch beeindträchtigend). Die Chargers-Defensive überzeugt nicht immer. Temperaturen um den Gefriepunkt sind angesagt und Niederschlag, der sich aufs Spiel auswirken könnte.

🧠 Patriots.      ❤️ Chargers (7) (ich bin Herbert-Fanboy)

 

Jacksonville Jaguars (3) – Buffalo Bills (6)

 

Die Bills mit ihrem überragenden Quarterback Josh Allen gelten seit zwei, drei Jahren als Super-Bowl-Teilnehmer – und sind regelmäß9g gescheigtert, die alte Bills-Krankheit (in den 90ern vier SB-Teilnahmen mit 4 Niederlagen). Jetzt, wo die Chiefs (und auch die Baltimore Ravens) nicht mehr im Rennen sind, stünde die Tür weit offen. Doch die Bills sind ein Paradebeispiel, sich sdiese offene Tür elbst zuzuschlagen. Der verpasste Divisionssieg gegen die Patriots in der AFC East führt nun dazu, dass sie zu einem Auwärtstrip in sehr ungewisse Gefilde gezwungen werden. Denn auf der anderen Seite sind die Jaguars immer noch die große Unbekannte. Trevor Lawrence findet an guten Tagen auch die winzigste Lücke für Pässe zu seinen Mitspielern, an schlechten Tagen (die zuletzt sehr selten waren) gelingt ihm wenig bis nichts. Für Allen spricht, dass er mit Ball der gefährlichste aller Quarterbacks ist, der selbst immer für einen Touchdownlauf gut ist. Doch diese Fähigkeit verleitet ihn auch oft dazu, es auch dann zu probieren, wenn es aussichtslos ist, was wiederum zu viel Raumverlust führt.
Alle Auguren sehen die Bills mehr oder weniger klar vorn. Ich schwimme gegen den Strom, deshalb:

🧠 Jaguars.         ❤️ Jaguars (keine echte Präferenz)

 

Pittsburgh Steelers (4) – Houston Texans (5)

 

Dass die Steelers überhaupt noch dabei sind, haben sie nur dem Fehlschuss des Ravens-Kickers Tyler Loop im letzten Spiel zu verdanken. Nun denn, jetzt hat Allstar-Quarterback Aaron Rodgers auf seine alten Tage (41 ist er mittlerweile) tatsächlich noch ein Play-off-Spiel vor der Brust. Und obwohl die Texans in der Saison gleich 4 Spiele mehr gewonnen haben, sehe ich Pittsburgh nicht chancenlos, wenn
– der berühmt-berüchtigte Steel-Courtain hält, also die Verteidigung die Texans-Offensive nicht ins Laufen (und Passen) kommen lässt
– die Offense Line der Steelers Rodgers so lange beschützen kann, bis er Maß genommen hat. Dann hat er Übersicht und Wurfkraft genug, um seine Mitspieler zu finden. Muss er sich dagegen bewegen, schaut es sehr schlecht um ihn aus.
Die Texans lieferten sich bis zuletzt ein Duell gegen die Jaguars um den Divisionssieg in der AFC South. Eigentlich haben sie alles, was ein gutes Team ausmacht, einen vernünftgen Quart4erback (CJ Strout), gute Receiver und eine gute Verteidigung. Deshalb

🧠 Texans        ❤️ Texans (vor allem wg meine Abneigung gegenüber Rodgers)

 

NFC

 

Grundsätzlich bot diese Conference den viel besseren Football, gerade in der AFC West mit den Seahawks, Rams und 49ers. Egal, wer letztlich den Super Bowl erreicht, das Team ist klarer Favorit gegen den AFC-Teilnehmer. Möge das Hauen und Stechen beginnen.

 

Seattle Seahawks (1) Freilos

 

Chicago Bears (2) – Green Bay Packers (7)

 

Ganz ehrlich: Die Bears hatte ich überhaupt nicht auf dem Zettel, erst recht nicht in der starken NFC North, wo ich neben den Packers auch die Detroit Lions und Minnesota Vikings höher eingeschätzt hätte (die schon im Urlaub sind). Doch die Bears sammelten Sieg um Sieg, meist sehr knapp und manches Mal auch glücklich.
Zum dritten Mal in dieser Saison treffen Bears und Packers aufeinander, beide haben je einen Sieg geschafft. Für die Bears spricht der Heimvorteil, für die Packers der bessere Quarterback, zumindest in der Theorie. An (seltenen) guten Tagen erinnerte Jordan Love nämlich an die Packers-legenden Brett Favre und Aaron Rodgers, die dieser ungewöhnlichen Franchise (Besitzer sind Bürger des Staates Wisconsin) zu Super-Bowl-Triumphen verhalfen. Davon sind die Packers weit entfernt, zumal sie als schlechtest gesetztes Team in den gesamten Play-offs auswärts antreten müssen. Aufgrund ihrer größeren Erfahrung, trotz enormen Verletzungspechs der besseren Spieler (Runningback Jacobs möchte ich hervorheben). Allerdings haben sie mit ihrer Laufverteidigung eine echte Schwachstelle, wenn das die Bears um den jungen Quarterback Caleb Williams (eine echte Wundertüte) ausnutzen, gibt es die nächste (kleine) Überraschung. Immer Spielglück ist dan halt auch Können, deshalb

🧠 Bears (ohne große Überzeugung).     ❤️ Packers (der alten Zeiten wegen)

 

Philadelphia Eagles (3) – San Francisco (6)

 

Das namhafteste Duell der 1. Runde zweier Teams, die in den vergangenen jahren das Geschehen in der NFC, ja NFL prägten. Die Eagles sind Titelverteidiger, doch in der gesamten Saison konnten sie nie an die Dominanz der vergangenen Saison herankommen. Und doch haben sie zumindest dem Namen nach starke Offensiv-Waffen, die die eher schwache 49ers-Abwehr (ohne die Stars Bosa und Warner) überfordern könnten. Quarterback Jalen Hurts, Running Back Shaquon Barkley und die Wide Receiver AJ Brown und Devonta Smith. Doch dieses Quartett überzeugte im Herbst 2025 nicht immer (noch beschönigend) und nur die unterirdische NFC East ermöglichte den Eagles so viele Siege. Auf der anderen Seite sind 49ers zumindest in der Offensive wieder gut aufgestellt mit Brock Purdy, George Kittle und vor allem dem großartigen Running Back (und exzellenten Ballmfänger) Christian McCaffrey.
Ich befürchte allerdings, dass das den Kaliforniern nicht reichen wird, das letzte Heimspiel gegen die Seah<wks war ernüchternd. Wenn es allerdings zu einem Shootout kommt, dann könnten die 49ers ihre Chancen auf einen Heim-Super-Bowl wahren.

🧠 Eagles.        ❤️ 49ers

 

Carolina Panthers (4) – Los Angeles Rams (5)

 

Wohl noch nie in der Play-off-Geschichte waren ein Gastteam so großer Favorit. Satte 5 Siege mehr haben die Rams geschafft bei nur 17 Partien ist das ein unwirklicher Wert. Wenn alles normal läuft, haben die Panthers keine Chance, und nicht einmal die können sie nutzen. Warum dann überhaupt noch spielen? Es ist die NFL, und da geschehen die absurdesten Dinge, und immerhin findet das Ganze in North Carolina statt und nicht in Kalifornien.
Aber ansonsten? Die Rams haben den weitaus besseren Quarterback (hier der erfahrene Drew Stafford nach seiner statistisch besten Saison, dort der manchmal erratische Bryce Young bei seinem Play-off-Debüt), sie verfügen mit Puca Nacua und Davante Adams über das beste (gesunde) Receiving-Corps de Liga.
Die Panthers brauchen viel Wetterglück (dass der angesagte Regen auch kommt und die Rams-Würfe stoppt), ansonsten könnte noch das Special-Teams-Versagen der Rams eine Rolle spielen. Das sind reichlich dünne Hoffnungsfäden, deshalb.

🧠 Rams        ❤️ Rams (der absurde Auswärtsnachteil darf nicht bestraft werden).

 

Das Löwen-Bracket (leider kein schöner Turnier-Baum)

 

AFC

Wild Card

Denver Broncos Bye
New England Patriots – Los Angeles Chargers
Jacksonville jaguars – Buffalo Bills
Pittsburgh Steelers – Houston Texans

Divisional Play-offs

Denver Broncos – Houston Texans
New England Patriots – Jacksonville Jaguars

Conference Final

Denver Broncos – Jacksonville Jaguars (ich mags provokant)

 

NFC

 

Wild Card

Seattle Seahawks Bye
Chicago Bears – Green Bay Packers
Philadelphia Eagles– San Francisco 49ers
Carolina Panthers – Los Angeles Rams

 

Divisonal Play-offs

Seattle Seahawks – LA Rams
Chicago Bears – Philadelphia Eagles

 

Conference Final

Seahawks – Eagles

 

Super Bowl

 

Seahawks – Jaguars