von Münchner Löwe | Aug. 29, 2025 | Tennis
US Open, 2. Runde
Nach dem eher verhaltenem Auftaklt beim letzten Grand-Slams des Jahres bot die 2. Runde gerade bei den Männern nicht nur hochklassiges Tennis, sondern auch Hochspannung, die mit Sicherheit einige Fingernägel malträtiert hat.
Männer
5-Satz-Epen, wohin ich schaute: Besonders spannend wurde es bei den Partien Cobolli vs Brooksby und Majchrzak vs Khatschanow, wo erst der Tiebreak des entscheidenden 5. Satzes die Entscheidung für Cobolli und Majchrzak brachte, wobe der Pole gegen den hochgewetteten Khatschanow sogar einen Matchball abwehrte. Auch der Schweizer Qualifikant Leandro Riedl (gegen Francisco Cerundolo und Tommy Paul (vs Nuno Borges) gingen über die volle Distanz.
Die beiden klaren Favoriten aufs Finale allerdings machten es kurz und schmerzlos: Janjik Sinner (vs Aleei Popyrin) und Carlos Alcáraz (vs Mattia Bellucci) brauhten beide nicht einmal 2 Stunden für ihre Dreisatzmatches. Überhaupt war es für die Besucher, die viel Geld für Arthur Ashe und Louis Armstrong ausgegeben haben, gerade in den Nachmittags-Varansaltungen oft nur ein äußerst kurzes Tennis-Vergnügen, weil auch die Top-Frauen meist wenig Zeit verpulverten. Sollte ich je ein Grand-Slam-Turnier besuchen: Zumindest die ersten Tage reicht das normale Ticket normalerweise vollkommen.
Die Deutschen
Geschlossen erreichten die 3 Männer die 3. Runde. Dabei bezwangen Qualifikant Jan-Lennard Struff und Daniel Altmaier mit Holger Rune und Stefanos Tsitsipas zwei zwar höher eingeschätzte (und gesetzte) Spieler, doch die Erfolge kamen nicht völlig unerwartet, auch weil die Kontrahenten nicht in Top-Form sind. Sowohl Struff als auch Altmaier überzeugten durch viel Einsatz, und auch wenn sie jetzt gegen Lokalmatador Francis Tiafoe und Alex De Minaur vielleicht noch klarere Außenseiter sind – Chancen räume ich ihnen auf jeden Fall ein.
Das gilt erst recht für Alexander Zverev. Der hatte zwar gegen den Briten Jacob Fiernley in jdem Satz seine Müh und Not, doch letztlich konnte er jeden Durchgang mit 6:4 für sich entscheiden und wichtige Kräfte sparen
Letzte verbliebene Deutsche bei den Frauen ist Laura Siegemund, die sich mit einer taktisch klugen (und Gegnerin Anastasia Zakharowa entnervenden) Leistung in 2 Sätzen durchsetzte. Jetzt trifft sie auf Ekaterina Alexandrowa, ihr drittes russisches Opfer in Folge?
Eva Lys ging schon angeschlagen in die Partie gegen Lina Noskova und gab wegen zu großer Rückenbeschwerden nach verlorenem 1. Satz auf.
Frauen
Überraschend einen Satz (und kurzzeitig ein wenig ihre Nerven verlor meine Turnier-Favoritin Iga Swatek gegn die Französin Susan Lamems. Nicht unüblich bei der Polin, dass sie in einem Grand Slam bei einer Partie wackelt. Aryna Sabalenka und Coco Gauff gewannen ihre Partien nach wackligen ersten Satz im Tiebreak letztlich ungefährdet gegen Polina Kudemertowa und Donna Vekic. Große Überraschungen blieben aus: Ihre Hoffnungen begraben muss die junge Alexandra Eala aus den Philippinen, die sich der Spanierin Christina Bucsa beugen musste.
3. Runde
Die bringt uns schon einige Top-Partien. Bei den Frauen sticht das Duell zweier Grand-Slamsiegerinnen Lena Rybakina (Wimbledon 2022) vs Emma Raducanu (US Open 2021) heraus. Beide haben nach diversen Verletzungen wieder zu ihrer Topform gefunden.
Männer (Auszug)
Fr., 17:30: Alcáraz – Darderi (1. Spiel Arthur Ashe)
Fr., 19:30: Shelton – Mannarino (2. Spiel Louis Armstrong)
Fr., ca. 21:00: Struff – Tiafoe (3. Spiel Grandstand)
Sa., Altmaier – De Minaur (noch nicht angesetzt)
Sa., Zverev – Auger- Alliasime
Sa., Bublik – Paul
Sa., Musetti – Cobolli
Frauen
Fr., 17:00: Rybakina – Raducanu (1. Spiel (Louis Armstrong)
Fr., ca. 20:00: Pegula – Azarenka (2. Spiel Arthur Ashe)
Fr., ca. 19:00: Paolini – Vondrousova (2. Spiel Grandstand)
Fr., ca. 23:00: Navarro – Krejcikova (4. Spiel Grand Stand)
Sa.: Siegemund – Alexandrowa (noch nicht angesetzt)
Sa.: Swiatek – Kalinskaja
Sa., Noskova – Muchova
von Münchner Löwe | Aug. 29, 2025 | bundesliga, Fußball
Tja, so geht es mit den Vorschauen vor dem Transferschluss, wenn personelle Wechsel noch möglich sind (deshalb kann man auch die gedruckten „Sonderhefte“ von Kicker und Konsorten schon in die Tonne kloppen). Ein paar meiner „Players to watch“ haben sich bereits aus der Bundesliga verabschiedet. So wechselt Nick Woltemade für bis zu 90 Millionen Euro zum Premier-League-Club Newcastle United (so geht geräuschloses Verhandeln, lieber FC Bayern). Der Transfer des brillanten Heidenheimer Freistoßkünstlers Leonardo Scienza zum englischen Zweitligisten FC Southapton nimmt ebenso Formen an. Trotzdem will ich noch wenigstens vor dem 2. Spieltag meine Vorschau beenden, deshalb jetzt schon
Meine Abschlusstabelle
Es ist natürlich reichlich vermessen von mir, die genauen Platzierungen zu bestimmen. Also werde ich in etwa gleichstarke Teams in Gruppen einteilen; im Sportlersprech (wie in der Biologie) sogenannte „Tiere“.
- Bayern München
- Eintracht Frankfurt
- Borussia Dortmund
- Bayer Leverkusen
- VfB Stuttgart
- RB Leipzig
- SC Freiburg
- VfL Wolfsburg
- FC Augsburg
- Bor. Mönchengladbach
- Mainz 05
- TSG Hoffenheim
- 1. FC Union Berlin
- 1. FC Köln
- Werder Bremen
- FC St. Pauli
- HSV
- 1. FC Heidenheim
Tier 1: Ich sehe niemanden, der dem FC Bayern die Meisterschaft streitig machen kann und am Ende auch nur annähernd dem Titelverteidiger nahekommt
Tier 2: Champions League: Schon hier habe ich bei allen Teams Zweifel, aber es gibt eine grundsätzliche Kaderstärke und eben auch viele Spieler, die zu großen Hoffnungen Anlass geben. Sehr darkes horse und eigentlich untippbar ist Bayer Leverkusen.
Tier 3: Internationale Plätze: Wenn alles perfekt läuft, greifen sie sogar in den Kampf um die 4 Champions-League-Plätze ein, aber was im Leben läuft schon perfekt?
Tier 4: Das graue (?) Mittelfeld ohne große (realistische) Hoffnungen nach vorne, sprich internationale Plätze, aber auch vermeintlich ohne große Sorgen nach hinten. Konsolidierung ist angesagt, und alle dürfen natürlich auf eine positive Überraschung setzen, die es noch in jeder Saison gegeben hat.
Tier 5: Abstiegskampf: Vermeintlich zu stark für den direkten Abstieg, aber auch negative Überraschungen gibt es in jeder Bundesliga-Saison.
Tier 6: Irgendwer muss halt direkt absteigen! Ich hätte es mir einfach machen können herumzuschwurbeln, aber ich ziehe einen klaren Tipp vor. Mögen der HSV und/oder Heidenheim mich eines Besseren belehren, und ich ziehe gerne den Hut.
Widerspruch gerne erwünscht! Lets Play!
von Münchner Löwe | Aug. 27, 2025 | Tennis
US Open, 1. Runde
Nur 6 deutsche Profis sind in den Einzelkonkurrenzen dabei, je 3 Frauen und Männer. Das sind so wenige wie zuletzt 1983, also in der Tennissteinzeit in Deutschland vor Boris und Steffi. Die schwache Förderung und auch die grundsätzlich im Vergleich zu Italien und Frankreich schlechte Infrastruktur macht sich bemerkbar.
Doch das Sextett schlug sich hervorragend. Allein Tatjana Maria schied in der 1. Runde aus gegen die Griechin Maria Sakkari. Die 37-Jährige nahm es gelassen: Vile wichtiger ist ihr, dass die hochbegabte Tochter auf dem besten Weg in den Profizirkus ist. Einen Überraschungserfolg (nicht sehr groß) feierte Wimbledon-Viertelfinalistin Laura Siegemund, die die an Nummer 20 gesetzte Diana Snajder aus dem Wettbewerb nahm Ebenso in der 2. Runde steht Eva Lys, die beim 6:0, 7:6 gegen die Britin Francesca Jones nur im 2. Satz Mähe hatte.
Geschlossen erreichten gar die deutschen Männer die 2. Runde. Alexander Zverev musste dabei gegen den Chilenen Tabilo einen Satzball iom 2. Durchgang abwehren, behielt aber letztlich souverän die Oberhand. Schöne Erfolge feierten Daniel Altmaier, der fast 5 Stunden gegen den Serben Medjedovic brauchte) und Jan-Lennard Struff: Dieser mühte sich erst mit 3 Siegen durch die Qualifikation und besiegte quasi als Belohnung dem Amerikaner Mcdonald in 4 Sätzen.
Insgesamt bot die 1. Runde in New York, die über 3 Tage verteilt war, wenig Spektakuläres. Bemerkenswert, dass Daniuil Medwedew seine katastrophale Grand-Slam-Bilanz vollendete und zum dritten Mal in der 1. Runde (2. Runde in Melbourne) ausschied. Ansonsten hielten sich die Favoriten mehr oder weniger schadlos. Bei den Frauen erwischte es dagegen Australian-Open-Siegerin Madison Keys in einer extrem fehrlerbesetzten Partie gegen Renata Zazaoa. Die Amerikanerin fabrizierte sage und schreibe 89 unerzwungene Fehler. Die spannendste Partie de 1. Runde lieferten sich die Dänin Caterina Tauson und dAlexandra Eala, das die philippinische Newcomerin im Matchtiebreak des 3. Satzes mit 11:9 für sich entschied. Coco rettete sich in 3 Sätzen gegen die Australierin Ana Tomljanovic.
2. Runde, Auszug
Männer
Tsitsipas – Struff (Mi., ca. 23 Uhr)
Altmaier – Rune (Do.)
Zverev – Fearnbley (Do.)
Spannung verspricht vor allem das Duell der Jungstars Machac und Fonseca. Die Aufgabe von Jannik Sinner gegen den Australier Popyrin ist durchaus tricky.
Frauen
Lys – Noskova
Siegemund – Zakarowa
von Münchner Löwe | Aug. 27, 2025 | Fußball, Gymnastik
Varfolomeev räumt erneut 5 Titel ab
Schande über mich, dass ich erst jetzt Deutschlands Sportllerin des Jahres würdige für ihr grandioses Wochenende, an dem sie gleich fünfmal WM-Gold erturnte. Wie vor 2 Jahren, als sie ebenfalls das Quintuple schaffte. In Rio triumphierte die Olympiasiegerin von Paris (dort gab es nur die Entscheidung im Mehrkampf) im Einzelmehrkampf, mit dem Team und an den Geräten Ball, Band und Keule. Den totalen Triumph verpasste sie, weil sie bei ihrer Reifenkür und bei einer dieser für Normalmenschen unwirklichen Pirouetten tatsächlich das Gleichgewicht verlor, sich abstützen musste und aufgrund der Punkteabzüge gar ohne Medaille blieb. Es war die erste Einzel-Entscheidung des Sonntags, und es spricht für die immer noch erst 18-Jährige, dass sie nicht die Nerven verlor, sondern die drei anderen Kür-Übungen in gewohnter Bravour absolvierte.
Dabei war 2025 ein durchaus kompliziertes, anstrengendes Jahr. Neben dem wöchentlichen Trainingspensum von 36 Stunden holte sie den Realschulabschluss nach (wg Olympia 2024 hatte sie ein Jahr pausiert) und bestand obendrein auch noch die Führerschein-Prüfung, offenbar keine Selbstverständlichkeit angesichts der Durchfallquaoten. Wenn sie also 2024 zur Sportlerin des Jahres gewählt wurde, was oder wer spricht gegen eine erneute Auszeichnung. Vielleicht Weitspringerin Malaika Mihambo sollte sie im September in Tokio WM-Gold holen – möglichst mit Weltrekord.
Nächstes Jahr gibt es für Varfolomeev und das deutsche Team eine Heim-WM, genauer in Karlsruhe Frankfurt/Main (danke Hotte). In Varfolomeevs Schatten ist eine schlagkräftige Truppe zusammengewachsen, die Teamgold eroberte. Zudem sicherte sich Varmolomeevs Schmidener Vereinskollegin Anastasia Simakova Bronze mit dem Reifen.Dann wird die mediale Begleitung ungleich höher sein als jetzt, als im linearen Live-Fernsehen gar nichts zu sehen war und die Streams sich auch im eher schlecht auffindenden Netz der Netze versendeten.
Siegtorschütze mit gerade 16 Jahren
In einem tollen und hin und her wogenden Schlagabtausch gewann Meister FC Liverpool bei Newcastle United mit 3:2. Den entscheidenden Treffer erzielte der gerade 16-jährige Rio Ngomoha in der 10. Minut der Nachspielzeit mit einem überlegten Schlenzer ins Eck. Er avancierte damit zum jüngsten Ligatorschützen des ruhmreichen Liverpool FC. Unauffällig blieb dagegen der Ex-Leverkusener Rekord-Einkauf Florian Wirtz bei den Reds, während Hugo Ekitiké schon seinen zweiten Treffer für die Reds schoss.
Die Partie hatte besondere Brisanz, weil Liverpool und Newcastle um United-Spieler Alexander Isak streiten. Der Schwede hat zwar noch einen Vertrag bei den Magpies, will aber unbedingt zu Pool wechseln und „streikt“, damit es doch noch zu einem Wechsel kommt. Bisher allerdings hat Newcastle alle Angebote (angeblich bis zu 140 Millionen Euro) abgeleht. Die Transferfrist endet am Sonntag, wir werden sehen.
von Münchner Löwe | Aug. 26, 2025 | Doping, Handball, Wintersport
Nein, jetzt soll es nicht zum xten Mal um die positiv getesteten Jannik Sinner und Iga Swiatek gehen(erst wenn sie die US Open gewonnen haben, aber in der vergangenen Woche hat es 3 Sperren von Sportlern gegeben, die mich an der Gerechtigkeit zweifeln lassen. Nicht dass ich jemanden der vorsätzlichen Bevor- oder Benachteiligung beschuldigen könnte (schon mangels Beweise), aber doch irgendwie auffällig und entlarvend wie absurd gering repektive zeimlich streng das Strafmaß ausggefallen ist. Wobei mir natürlich bewusst ist, dass kein Fall dem anderen gleicht und ich die näheren Umstände nicht kenne.
Norwegischer Anzugsbetrug – praktisch ohne Konsequenz
Es war das Thema der nordischen Ski-WM in Trondheim: die heimlich gefilmte Manipulation der norwegischen Skisprunganzüge, die diese (und damit die Athleten) besser fliegen lassen. Das Ganze wurde am drittletzten Tag aufgenommen, praktisch das ganze Team für das abschließende Springen (und für den Rest der Saison gesperrt. Es gab nichts tzu deuteln, dass hier absichtlich und mit vollem Bewusstsein an den Anzügen maniupuliert wurde – und zwar nachdem sie von unabhängiger Seite freigegeben wurden.
https://blickueberdenteich.de/anzugsskandal-ueberschattet-ein-fantastisches-skifest/
Jetzt der finale Urteilsspruch, nachdem eine Ethik- und Compliancekommission monatelang über dem Fall gebrütet (eher: das Ganze ausbaldowert) hat: Die norwegischen Springer um die Stars Marius Lindvik und Johan-Andre Forfang werden 3 Monate gesperrt. Dazu je 2000 Schweizer Franken und die Verfahrenskosten. Das ist es. Die bereits vollzogene Sperre im März wird angerechnet, so dass beide pünktlich zum Wintersaison-Beginn (und damit auch bei Olympia!) wieder an den Start gehen können.
Für mich ist diese absurd niedrige Strafe ein veritabler Skandal und fast die Einladung für alle Verbände, Regeln wo es nur geht zu missachten. Tatsache belibt doch, dass genau zur Heim-WM den Norwegern eine Möglichkeit einfiel, Anzüge zu manipulieren, nachdem sie von der FIS abgenommen wurden. Und wer glaubt, dass dies erst vor dem letzten Wettbewerb geschah, der glaubt auch an den Weihnachtsmann (der ja nicht weit von Trondheim am Polarkreis hausen soll). Alles spricht also dafür, dass auch in den Wettbewerben zuvor die Skispringer mit manipulierten Anzügen gesprungen sind, Marius Lindvik immerhin zum WM-Titel von der Normalschanze. Und auch die Kombinierer waren extrem erfolgreich, ich denke weiter laut …
Auch wenn eine rückwirkende Strafe ohne „Smoking Gun“ juristisch schwiierig ist: Der vorsätzliche Betrug ist eindeutig und wird auch nicht widerlegt. Warum dann die Springer mit absolut lachhaften 3 Monaten Sperre davonkommen, wird auf ewig das Geheimnis der Kommission bleiben. Sie hätten nichts gemerkt, behaupteten Lindvik und Forfang in der Vernehmung. Was bei jedem befragten Skispringer nur zu Hohngelächter und Unglaube führte, denn gerade die Skispringer sind derartig heikel mit ihrem Matrerial, dass sie jede auch nur geringste Kleinigkeit sofort spüren (es hängt ja auch Leib und Leben davon ab). Wie halt der Tennisspieler, wenn die Besaitung nur um ein halbes Kilo härter oder weicher ist (allerdings nicht lebensbedrohlich). Eine reine Schutzbehauptung, die der Welt-Verband freudig zum Anlass nahm, die Norweger weitestgehend zu schonen. Denn Norge ist der mit Abstand wichtigste Ski-Verband, erst recht bei den Nordischen.
Verpasste Tests – und die Höchststrafe
Betroffen ist die österreichische Weltklasse-Rodlerin Madaleine Egle, eine Kandidatin für eine Medaille 2026 in Cortina. Diese verpasste drei Dopingtests, weil sie nicht oder falsch angegeben hatte, wo sie die Dopinggfahnder für ihre unangekündigten Test antreffen könnten. Das Ganze war schon 2023, seitdem wird verhandelt (Egle durfte währenddessen weiter Wettkämpfe bestreiten) und erst jetzt das Ergebnis: 20 Monate Sperre (also das mehr als sechsfache des bewussten Norweger-Betrugs). Und vor allem: Egle verpasst Olympia, für eine rodlerin fast schon eine existenzielle Katastrophe. Sie beklagt die mangelnde Unterstützung des Welt-Verbandes, de doch eigentlich für die Sportlerinnen da sein müsste, aber nur „sein eigenes Süppchen kocht. Ein Kapitel für sich, denn jeder Olympiasportler muss monatelang im Voraus planen, wo er zu welcher Stunde ist. Kurzfristige Termin-Änderungen müssen gesondert und mit Nachdruck bekannt gegeben werden.
Eine enorme Belastung, die sich die Sportler zum Zweck des fairen Sports freiwillig/unfreiwillig auferlegen. Doch das Leben funkt halt dazwischen, hier eine Flugverspätung, dort eine Unachtsamkeit. Und natürlich auch bewusstes Verstecken, um eine positive Dopingprobe zu verschleiern. Madeleine Egle war nun dreimal innerhalb eines Jahres nicht dort, wo sie behauptet hat, dass sie ist. Aus unterschiedlichen Gründen, wie sie darlegte. Eine kurzfristig geänderte Übernachtung, eine verschobene Reise (plus nicht bedachter Zeitumstellung, ein Ort in LA ohne genaue Adresse). Wobei natürlich schon die Frage gestellt werden darf, warum nicht spätestens nach dem 2. verpassten Test alle Warnlampen bei ihr (und ihrem Tross) aufgeleuchtet haben.
Dennoch bleibt hier der fade Bbeigeschmack, dass eine Sporlterin ohne positive Dopingprobe viel härter angefasst wird als ertappte Sünder, denen man auch die absurdesten Ausreden glaubt (wobei ich doch wieder bei Swiatek und Sinner wäre). Ein Trost bleibt: Die im vergangenen Winter erzielten Sieg- und Platzprämien darf Egle behalten.
Siehe auch https://sport.orf.at/stories/3144826/
Gedopt, freigesprochen und jetzt doch (milde) bestraft
Kurz vorm Bundesliga-Start musste sich der SC Magdeburg nach einem neuen Torwart umschauen. Denn ihr Weltklassekeeper Johannes Portner wird jetzt doch gesperrt. Wegen Dopings, allerdings „nur“ für 4 Monate bis zum 10. Dezember.
Bereits im März 2024 lieferte der Schweizer eine positive Probe ab; gefunden wurde Methamphetamin (bekannt als Crystal Meth). Weil die Menge als zu gering betrachtet wurde, um eine vorsätzliche Einnahme zu unterstellen (Portner erklärte das CM im Blut mit einer Berührung („Abklatschen“ mit einem Fan), wurde er von der HBL freigesprochen und durfte die gesamte letzte Saison mittun (und verhalf dem SCM zum Champions-League-Titel und zum 2. Ligaplatz). Währenddesssen hatte allerdings die Nationale Dopingagentur Einspruch erhoben beim Internationalen Sportgerichtshof, auch wegen der „grundsätzlichen Bedeutung der Handhabung in diesem Fall“. Bevor dieser in der Sache entschied, kam es zur außergerichtlichen Einigung und der vergleichsweise geringen Strafe (normal sind 2 bis 4 Jahre). Diese ist relativ neu und gibt vor allem den gutbezahlten Anwälten gewaltigen Handlungsspielraum (vielleicht waäre auch eine Frau Egle diesebezüglich gut beraten gewesen, aber das ist pure Spekulation).
https://www.sueddeutsche.de/sport/handball-dopingfall-portner-einigung-nada-fragen-li.3300127
3 Fälle, 3 Urteile: Ich weiß, ein sperriges Thema (wie viel leichter, aber auch langweiliger ist da ein 6:0 der Bayern über RB Leipzig).
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