Wass vom Tage übrigbleibt

Erwählt und gleich verletzt

Wie erwartet hat sich Bundestrainer Julian Nagelsmann noch vor den Testspielen in Frankreich und gegen Holland in der Torwartfrage festgelegt und wie erwartet sich für Manuel Neuer entschieden. Macht am wenigsten Stress. Neuer spielt auch nach der Verletzung ohne Fehl und Tadel, meines Erachtens sogar viel besser als vor seinem Beinbruch. Blöd nur, dass er sich quai gleichzeitig mit einer Oberschenkelblessur abmeldete und für die Partien ausfällt. Also darf Marc-Andre ter Stegen ran und als Beweis dafür, dass er auf keinen Fall sich auch nur kleine Chancen auf einen EM-Platz im Tor ausrechnen darf, erhält er die Nummer 22. Das bedeutet außerdem: praktisch kein Einspielen der Abwehr und Schlussmann für die EM. Wird schon gutgehen, heißt die Devise. Ob und warum sich ter Stegen diese offenkundige Unwertschätzung antut, ist seine eigene Entscheidung. Ich persönlich würde den Bettel hinschmeisen und den Sommer anders verbringen.

Was für ein Elend in Valencia

Es geht um Basketball, genauer um das Euro-League-Spiel zwischen Valencia und dem FC Bayern. Das letzte Viertl habe ich mir angetan, und es war auf beiden Seiten offensiv ein Offenbarungseid. Den bayern gelang in den letzten 6 Minuten nicht ein Treffer aus dem Feld und insgesamt im letzten Viertel nur 12 Punkte. Mit dem letzten Wurf hatten die Bayern sogar noch eine Siegchance, aber der Dreier von Lucic landete am Ring und zwar nicht wirklich knapp. Die Play-Ins sind damit um einiges unwahrscheinlicher geworden.

Service für Rechenschwache

Spielanzeigen bei Live-Partien sind nicht mehr wegzudenken, aber oft eine Tragödie für sich. Die Sender überbieten sich in grafischen Spielereien und überfrachten und überfordern den Zuschauer. Gut, es ist Geschmackssache, aber mich stört schon das Laufband. am unteren Bildschirmrand, wo dauernd dasselbe steht und noch dazu Parallelspiele gespoilert werden (weshalb ich das kunstvoll abdeken muss, mein Problem, klar). Wichtig ist das für mich nur bei echten Breaking News, also Tod des Bundeskanzlers oder so. Für mich muss die Anzeige funktionell sein, nur das Wichtigste, also den Spielstand, lesbar, aber nicht zu groß (beim Baseball gibt es da ein paar echte Spezialisten). Großartig finde ich es, wenn ich Spielerstatistiken und so etwas manuell abrufen kann, etwa bei Spielpausen. nba.com ist da vorbildlich. Den Vogel abgeschossen hat jetzt der franchise-eigene Sender der Cleveland Cavaliers in der Partie gegen die Miami Heat. Allen Ernstes stand da über dem Ergebnis auch die Differenz. Service für Rechenschwache, denn zugegebenermaßen ist es wirklich schwer auszurechnen, wie hoch die eigene Mannschaft beim Stand von 75:84 zurückliegt. Disclaimer: Wahrscheinlich dürfen politisch korrekt Schwache im Rechnen nicht mehr rechenschwach genannt werden.

Blick über den Teich

Die regular season geht sowohl in de NBA und der NHL in die Schlussphase. In knapp einem Monat beginnen die Play-offs. Wie schauts aus?

NBA

Die Warriors müssen zittern (Western Conference)

Immer noch sind praktisch keine (Vor)-Entscheidungen gefallen, egal was den Number-One-Seed, die Play-offs und sogar die Play-Ins betrifft. Die Houston Rockets haben da noch nicht aufgegeben, ihre Form zurückgefunden und holen auf. 3 Siege sind es noch auf Platz 10 und die Warriors, da ist noch viel möglich. Aleredings auch ein Run der Warriors nach vorne und in den Play-offs gibt es ganzn frische Karten.

Ein veritablen Dreikampf gibt es um Platz1. Oklahoma City Thuner führt mit je einem halben Spiel vor den Minnesota Timerwolves und den Denver Nuggets. Die T-Wolves plagt allerdings Verletzungspech, denn sie müssen noch länger auf Karl-Anthony Towns verzichten. Dahinter zwischen Platz 4 bis 9 gerade mal 3,5 Siege. Hier ist alles drin nach oben bis nach unten, Play-offs oder Play-Ins.. Ohne Chancen sind nur Utah Jazz, Memphis Grizzlies, Portland TB und San Antonio Spurs.Vorhersagen wage ich keine, aber die Nuggets muss man erst mal rauskegeln.

Achtung auf die NY Knicks (Western)

Hier ist zumindest Platz 1 für die Celtics praktisch sicher. Dahinter auch ein wildes Rennen. Mein gar nicht mehr so darkes Horse sind die Knicks, gerade auf Westtour und mit zwei beeindruckenden Siegen in Sacramento und bei den Warriors. Und das ohne Julian Randle. Sehr stark dabei Isaac Hartenstein, ein Fels in der Brandung. In der Form muss er bei allem Bonus für die Weltmeister einen Platz im deutschen Olympiateam finden. Er ist für mich gerade der zweitbeste Deutsche in der NBA hinter Franz Wagner, gleichauf vielleicht mit Moritz Wagner. Die beiden Brüder sind mit den Orlando Magic klar auf direkten Play-off-Kurs und stehen vor der besten Saison seit mehr als einem Jahrzehnt. Einfach nicht wirklich in die Gänge kommen die Miami Heat. Die Atlanta Hawks werden sich wohl auch ohne Trae Young in die Play-Ins retten, dort aber wohl ziemlich chancenlos sein.

NHL

Auch hier führt im Osten das Team aus Boston, die Bruins, allerdings nur hauchzart vor den Florida Panthers und den NY Rangers. Sicher in den Play-offs sind auch die Carolina Hurricanes und Toronto Maple Leafs. Auf dem absteigenden Ast sind die Detroit Red Wings mit Moritz Seider, die aus den Play-off-Plätzen zurzeit raus sind und unbedingt einen Turnaround brauchen. Nur noch theoretische Chancen haben die Buffalo Sabres mit JJ Peterka. Der Münchner kann sich immerhin auf ein Heimspiel freuen, denn die Sabres werden im September Gegner von Red Bull München bei der Eröffnung des SAP Gardenim Olympiapark sein.

Im Westen stehen 6 Plätze mehr oder weniger fest. Vorne ein Quartett um Platz 1 zwischen Vancouver, Winnipeg, Colorado und Dallas. Dahinter Edmonton und Nashville, allerdings mit Respektabstand, so dass beide Teams wohl keinen Heimvorteil in der 1. Runde haben. LA Kings und Las Vegas mit den besten Chancen auf die Play-offs.Schlechtestes Team sind weiter die San Jose Sharks.

Einen Rekord der besonderen Art schaffte Alex Owetschkin. Er knackte in seiner 19. Saison die 20-Tore-Marke. Ein außergewöhnlicher Spieler.

Nach dem Überangebot vergangene Woche ist es diesmal übersichtlicher. Doch für jeden müsste dennoch etwas dabei sein.

Pause für die Länderspiele

Deshalb ruht der Ligabetrieb in Europa und Südamerika. Deutschland trifft am Samstag auf Frankreich und am Dienstag auf Holland. Mit einem reichlich neuformierten Team mit zahlreichen Neulingen. Form schlägt Namen, heißt Nagelsmanns Devise, und so finden sich gleich 4 Stuttgarter, aber nur ein Dortmunder im Kader. Wer von denen dann tatsächlich zum Einsatz kommt, bleibt abzuwarten. Allgemein wird erwartet, dass diejenigen, die jetzt spielen, auch grundsätzlich auch bei der EURO die Hauptrolle einnehmen. So dürfte sich die Torwartfrage klären (wer würde gegen Manuel Neuer wetten, ich nicht). Interessant wird das Mittelfeld, wo es ja ein Überangebot gibt. Rückkehrer Toni Kroos scheint gesetzt ebenso wie Kapitän Ilkay Gündogan. An den Hochbegabten Jamal Musiala und Florian Wirtz ist mE kein Vorbeikommen. Bleibt noch eine stelle, die entweder defensiv (Andrich, Groß) oder offensiv (Sané, Müller, Havertz und andere)  ausgefüllt werden kann. Und dann stellt sich halt die Frage, ob es einen echten Neuner gibt, für den am ehesten Füllkrug und Undav in Frage kommen.

Neben den Freundschaftsspielen geht es auch um die letzten 3 EM-Tickets. Für die Ukraine schlägt dabei mein Herz aus Gründen, aber auch weil sie tolle Spieler haben. Ansonsten erscheint mir das Rennen ziemlich offen.

Eisbären gefragt

Die DEL-Play-offs sind im Gange und besonders spannend ist für mich, wie die Eisbären das 1:7 im ersten Spiel gegen die Adler Mannheim verdaut haben. Morgen folgt in Mannheimd er 2. Akt. Auch RB München ist in Wolfsburg mit einem Auswärtssieg gestartet. Straubind und Bremerhaven konnten ihre Heimspiele gegen Schwenningen und Ingolstadt gewinnen. Gespielt wird Di/Mit, am Freitag und am Sonntag. Magenta Sport und ausgesuchte Spiele bei DF1 sind der Freund.

Wintersport in den letzten Zügen

– Die Alpinen bestreiten am Wochenende in Saalbach-Hinterglemm ihr Saisonfinale, 2. Teil.. Jetzt sind die Speedfahrer am Start. Am Freitag die Super-Gs, am Samstag die Abfahrt der Frauen, am Sonntag die der Männer. Für mich Unsinn, das noch mal zu teilen, aber die Möglichkeit, ein weiteres Mal Karten zu verkaufen.

– Auch die Skispringer beenden die Saison, mit dem Fliegen in Planica. Das heißt, nur die Männer dürfen fliegen – und zwar gleich an drei Tagen. Die Frauen werden mit einem Springen von der Normalschanze abgespeist, was großen Ärger bereitet. So haben die Norwegerinnen um die neue Weltrekorderin Opseth bereits abgesagt. Es ist schlicht und ergreifend erbärmlich, wie miserabel der Skiverband die Frauen misshandelt.

Bayerns kleine Chance

Die Euroleague der Basketballer geht in die Endphase. Die Bayern müssen nach Valencia, wo sie mit einem Sieg ihre kleine Chance zumindest auf Platz 10 und die Play-Ins wahren könnten. Am Freitag empfangen sie Maccabi Tel Aviv. Selbst wenn Platz 10 (mehr ist nicht mehr drin) und sogar wundersamerweise auch die Play-offs geschafft werden sollten: Danach gegen den Ersten Real Madrid, und dann dürfte das Abenteuer sein Ende finden.

Tennis-Elite in Miami.

Teil 2 des Masters-Doppel in den USA. Nach Indian Wells folgt ab Donnerstag Miami. Wieder fast mit der kompletten Weltelite. Novak Djokovic hat allerdings nach seinem Erstrunden aus in IW seine Teilnahme abgesagt. Damit sind Jannik Sinner und Carlos Alcaraz an Nummer 1 und 2 gesetzt. Sinner könnte mit einem Finaleinzug Am Djoker vorbeiziehen und die Nummer 1 der Weltrangliste werden. In seiner Turnierhälfte ist aber Daniil Medwedew. Zverev, an Nummer 4 gesetzt, ist in der Alcaraz-Hälfte. Ein möglicher Zweitrundengegner ist Felix Auger-Aliasinne, könnte leichter sein.

Bei den Frauen ist Iga Swiatek an Nummer 1 gesetzt. Ob Aryna Sabalenka nach dem Tod ihres Freundes, den Ex-NHL-Spieler Konstantin Kolzow, antreten wird, stand noch nicht fest. Angie Kerber trifft in der 1. Runde auf Sloanne Stevens, könnte leichter sein.

 

Das war die Woche, die war

Was für eine Sportwoche: Achtelfinal-Rückspiele der europäischen-Fußball-Wettbewerbe, Nationale Fußball-Wettbewerbe auf der Zielgeraden. Oly-Quali im Handball. Wintersport-Abschluss der Biathleten und technischen Skifahrer. Raw Air in Norwegen. Die sog. fünften Grand Slams/Majors in Tennis und Golf. Abschluss der 6 Nations, und Pokal-Fußball. Ich versuche, mich kurzzufassen. Und der Blick über den Teich, der diesem Blog den Namen gab, bleibt in dieserm Beitrag außen vor, wird aber spätestens morgen nachgeholt.

Drei Deutsche noch im Rennen

Die Achtelfinals in den internationalen Fußball-Wettbewerben sind gespielt. Insgesamt 24 Viertelfinalisten dürfen sich also noch mehr oder weniger große Hoffnungen auf einen Titel machen

– Champions League: Wer sich das übriggebliebene Teilnehmerfeld ansieht, wird wenig überrascht sein. Auch ohne große Expertise wäre man vor der Saison auf mindestens 6 der 8 Clubs gekommen. So war das Achtelfinale mäßig spannend. 7 Gruppensieger haben sich durchgesetzt und dazu PSG. Okay, Arsenal brauchte gegen Porto ein Elferschießen, und auch Atlético gegen Inter und mit Absrtichen BVB vs Einhoven hätte auch andersrum ausgehen können, aber insgesamt waren es doch klare Angelegenheiten. Vor dem größten Upset stand RB Leipzig, das für mich in den 180 Minuten gegen Real insgesamt die bessere Mannschaft war, aber zum einen muss man halt die Chancen nutzen, und zum anderen in Bernabeu nicht nur etwas besser, sondern viel besser sein. Warum zB Vini jr für seine Würgattacke gegen Orban nicht mit Rot bedacht wurde auch nach VAR, ist für mich unerklärlich. Dazu das aberkannte Tor der Leipziger aus dem Hinspiel und ein brillanter Real-Schlussmann. Ich will nicht in den Chor derjenigen einsteigen, die die deutschen Clubs systematisch benachteiligt sehen wie ihn Matthias Sammer anstimmte, aber dass Real auch bei den Schiris einen Extra-Bonus genießt, ist für mich evident.

– Europa League: Während Bayer Leverkusen (nicht mehr ganz so) souverän durch die Bundesliga cruist, brachte die Werkself gegen Quarabach Agdam einen Gewaltakt, um das vorzeitige Aus zu vermeiden. Nach dem 2:2 im Hinspiel lag sie schon 0:2 zurück, und gegen 10 Mann nach einer doch recht zweifelhaften Roten Karte schaffte Patrik Schick in der Nachspielzeit erst den Ausgleich und sogar noch den Siegestreffer, der die Verlängerung ersparte. Ein Desaster erlebte der SC Freiburg bei West Ham United beim auch in der Höhe völlig verdienten 0:5. Das Viertelfinal-Los führt diese beiden Clugs zusammen. Namhaft noch dabei sind der FC Liverpool, die Roma und Milan (direkt gegeneinander) sowie Benfica. Aber alle 8 Teams machen Laune.

– Conference League: Ohne deutsche Beteiligung. Es sieht sehr nach Aston Villa oder der Fiorentina aus

– Jahreswertung: Aufgewertet, weil die besten beiden Länder einen zuätzlichen CL-Platz bekommen. Italien führt vor den praktisch gleichaufen Deutschen und Engländern. Spanien schon recht weit zurück und keine Vertreter mehr in EL und CnfL, wo man vermeintlich einfacher punkten kann. Ob ein zusätzlicher Platz gerade der Bundesliga gut tut, wage ich eher zu bezweifeln. Zum einen, weil jeder dafür qualifizierte Club einen immensen finanziellen Vorteil genießt. Zum anderen speziell in dieser Saison, wo der Kampf um Platz 4 fast der einzige Spannungsmoment ist.

Aufreger in Wolfsburg

Allein diese Überschrift zeigt, dass die Bundesliga mich gerade nicht so vom Hocker reißt, denn der VfL könnte mir normal kaum gleichgültiger sein.. Größter Respekt natürlich für Bayer Leverkusen, das nach 25 Spieltagen sagenhafte 21 gewonnen hat. Was aber regte mich in Wolfsburg auf? Ich muss es leider sagen, das Schiri-Gespann mit einer extrem folgenschweren Entscheidung. Kurz vor der Pause brachte Patrick Wimmer beim Stand von 1:0 einen Augsburger zu regelwidrig zu Fall. So weit, so normal. Dann trat SR Timo Gauch auf den Plan und zeigte dem Ösi Rot wg Notbremse. Okay, seine Wahrmehmung, aber er hatte die zwei abwehrbereiten Wolfsburger offenbar übersehen. Also der VAR, doch zur Überraschung aller kein Eingreifen, der Himmel weiß warum, zumal im Kölner Keller mit Felix Brych ein sehr erfahrener Pfeifenmann saß. War er schon beim Kaffeetrinken? Es blieb also bei Rot, und das Drama nahm seinen Lauf. Aus dem Freistoß fiel durch einen abgefälschten Ball der Ausgleich, und im zweiten Durchgang gegen einen sich langsam auflösenden VfL kamen die Augsburger noch zu Sieg. Am nächsten Tag zog der VfL die Reißleine und feuerte Trainer Niko Kovac. Ergebniskrise. Kein Spekulatius meinerseits, ob das Ergebnis auch ohne den Ausschluss gleich gewesen wäre. Angesichts des Niedergangs des VfL (11 Spiele ohne Sieg) und Annäherung an die Abstiegsplätze sicher ein logischer Schritt, der gerne auch schon früher hätte stattfinden können. Jetzt soll es Ralph Hasenhüttl, ehemals Ingolstadt und RB Leipzig sowie FC Southampton, richten.

Ach Gladbach

Die Bundeslga-Saison verläuft ja alles andere als prickelnd. Doch im regnerischen Saarbrücken setzte es die bitterste Saisonpleite. Im nachgeholten Pokal-Viertelfinale verloren die Fohlen beim Drittligisten nach 1:0-Führung in der Nachspielzeit mit 1:2. Vorbei damit die Riesenchance aufs Finale in Berlin, denn im Halbfinale wäre der 1. FC Kaiserslautern auf dem gar nicht mehr so gefürchteten Betzenberg der Gegner gewesen. So scheint der Pokal bereit für Bayer Leverkusen, dem einzig verbliebenen Bundesligisten, der jetzt ein Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf bestreitet. Was soll da eigentlich schiefgehen?

In England musste Jürgen Klopp in seiner Abschiedssaison den ersten von 4 möglichen Titeln abschreiben. In einer spektakulären Partie verloren die Reds mit 3:4 bei Manchester United nach Verlägnerung , wobei die Redsmit abenteuerlichen Abwehrschnitzern und vergebenen Chancen zu hauf einen gehörigen Anteil hatten.

Nach Paris gezittert

Die deutschen Handballer haben es geschafft und das Frankreich-Ticket gelöst. Nach einem klaren Sieg gegen Algerien und einer ernüchternden Niederlage gegen Kroatien kam es in Hannover zum „Endspiel“ gegen Österreich. Am Ende setzte sich die Truppe von Alfred Gislason mit 31:28 durch. Toll war es nicht, und in dieser Form dürfte bei Olympia wenig zu holen sein. Aber egal: Gislason darf als Trainer bleiben (bis zur Heim-WM 2027 und außerdem: neues Turnier, neues Glück, weil jetzt die brutale Anspannung weggefallen sein müsste.

Odermatt? Gestürzt? Ich fasse es nicht!

Teil 1 des Saisonfinals der Alpinen in Saalbach-Hinterglemm  Gefragt waren die Techiker, jeweils mit Slalom und Riesenslalom. Und während Mikaela Shiffrin auch den zweiten Slalom nach ihrer Verletzungspause souverän gewann, kam es im Riesenslalom der Männer zu einer Ungeheuerlichkeit. Der nach dem 1. Durchgang führende Marco Odermatt fiel aus. Tatsächlich. Seine Serie von zuvor 12 RS-Siegen in Folge, davon alle neune in dieser Saison ist beendet, Ingemar Stenmarks Marke von 15 bleibt bestehen. Shiffrin aber feierte ihren 97. Weltcup-Erfolg, davon 60 im Slalom. Nächste Saison dürfte also die 100er-Marke fallen. Die Schweizer hatten trotzdem viel Grund zur Freude. Luc Meillard sprang im RS für Odermatt ein, und Lara Gut-Behrami sicherte sich die Kugel im Riesenslalom vor der am Sonntag bauf brillante Art siegreiche Federica Brignone. Der Norweger Timon Haugan schaffte im Slalom seinen ersten Weltcupsieg.

Die Deutschen? Linus Straßer wurde Dritter und im Slalom-Weltcup hinter Manuel Feller ebenso Zweiter wie Lena Dürr hinter Shiffrin. Ein kleines Zahlenspiel: Shiffrin, die beste Slalom-Fahrerin aller Zeiten hatte im 2. Durchgang ohne erkennbaren Fehler mehr als 2 Sekunden Rückstand als die Laufbeste. So viel zur Frage, ob die Piste bis zur Startnummer 30 gehalten hat …

Schon am Montag kündigte Lucas Braaten sein Comeback an. Der Norweger setzte diese Saison aus wg Streitigkeiten mit seinem Verband. Künftig wird der Sohn einer Brasilianerin für Brasilien starten. Dem Skizirkus kann dieser charismatische Typ nur gut tun.

Dolls Abschied

Bei frühlingshaften Temperaturen im sonst doch so kalten Canmore nahmen die Biathleten ihren Saison-Abschied. Lisa Vitozzi sicherte sich noch den Gesamtweltcup trotz einer eher desaströsen Leistung im abschließenden Massenstart. Aber Ingrid Tandrevold, nach ihrer eher gruseligen WM nach der Form suchend, punktete als Achte nicht genug, um die Italienerin noch abzufangen. Janina Hettich-Walz sorgte aus deutscher Sicht als Zweite für einen versöhnlichen Abschluss. Benedikt Doll beendete seine erfolgreiche Karriere. Und auch das ZDF-Duo Wolfgang Hamm und vor allem Experte Herbert Fritzenwenger, seit Jahrzehnten ein kenntnisreicher und unterhaltsamer Begleiter und nicht wegzudenken, nahmen ihren Abschied. Macht es gut.

Norwegischer Weltrekord

Am Sonntag ging auch die Raw Air, die norwegische Skisprungserie für Frauen und Männer, mit dem Skifliegen in Vikersund zu Ende. Nach Schlechtwetter am Samstag flog Silje Opseth auf 230,5 Meter und stellte einen Frauen-Weltrekord auf. Obwohl sie in den beiden Durchgängen insgesamt 19,5 Meter weiter sprang als Eirin Maria Quandal, ging der Sieg an ihre norwegische Landsfrau. Diese war im 1. Durchgang 3 Luken unter Opseth in die Anlaufspur gegangen. In dieser Form hat das für mich wenig Sinn. Die Jury wollte offenbar jedes Risiko vermeiden und hielt die Absprunggeschwindigkeit mit Absicht niedrig. Aber Frauen und Skifliegen befindet sich noch in der Lernphase, für Jury und Springerinnen gleichermaßen.
Bei den Männern gewann Stefan Kraft die Air-Tour und musste sich am Sonntag auch nur seinem Landsmann Daniel Huber geschlagen, der in ingesamt 4 (!) Durchgaängen eine unglaubliche Konstanz zeigte.

Alcaraz meldet sich zurück

Nach seinem Wimbledonsieg im H´Juli lief es für den Spanier nicht mehr rund. Verletzungen und überraschende Niederlagen prägten die Zeit. In Indian Wells aber zeigte er sich von seiner besten Seite und brillante Schlage. So ließ er im Viertelfinale Sascha Zverev trotz Bienenalarms keine Chance. Im Halbfinale steckte er gegen den in diesem Jahr noch ungeschlagenen Jannik Sinner ein 1:6 im ersten Satz weg und gewann die spektakuläre Partie. Und im Finale gegen Daniil Medwedew siegte er letztlich überlegen mit 7:6, 6:1. Novak Djokovic verlor bereits sein Auftaktmat´ch gegen einen italienischen Qualifikanten.

Bei den Frauen gewann Iga Piatek das Finale gegen die Griechin Maria Sakkari, die nach einem bisher gruseligen Jahr reichlich überraschend so weit gekommen ist und im Halbfinae Coco Gauff bezwang. Angie Kerber zeigte ihr bestes Turnier nach ihrer Babypause und gewann unter anderem gegen Jelena Ostapenko und Swetlana Kudermertova. Sie ist immer noch oder wieder klar die zurzeit beste Deutsche Tennisspielerin.

Scottie Sheffler ein Schlag vorn.

Die Players International sind eines meiner Lieblingsturniere und für mich auch wichtiger als etwa das Major PGA Championships. Das liegt unter anderem am spektakulären Inselgrün auf der 17. Bahn, wo viele Siegeshoffnungen im Wasser versunken sind. Es war extrem spannend, und am Ende hatte Scottie Sheffler mit gerade mal einem Schlag die Nase vor einem US-Trio. Früher als die anderen Drei konnte er nur zuschauen, ob er noch ein- oder gar überholt werden würde, doch sowohl der deutschstämmige Xander SchauffeleBrian Harman und Wyndham Clark scheiterten an Loch 18 mit ihren Birdie-Versuchen. Clarks Putt lippte dabei aus – ein weiteres Golfdrama.

Irland siegt, Italien beeindruckt

Mit dem irischen Sieg einen Tag vorm st. Patricks Day endeten am Samstag die 6 Nations im Rugby der besten europäischen Teams. Entgegen der allgemeinen Erwartungen mussten sie in der 4. Woche eine Niederlage gegen England hinnehmen. Die Überraschung schlechthin waren die Italiener. 2 Siege, 1 Remis und nur 2 Niederlagen lautete die Bilanz, ihre beste in diesem Turnier. Am Ende Rang 5 und das auch nur wg der seltsamen Rugby-Arithmetik mit Bonuspunkten für 4+ Trials und knappen Niederlagen. Aber die Frage, ob die Azzurri es verdient haben teilzunehmen, hat sich erst mal erübrigt. Als Deutscher kann ich da nur neidisch in Richtung Süd schauen. In der zweitklassigen European Championships gab es eine desaströse 0:45-Niederlage, was am Ende den 6. Platz bedeutete.

Und sonst?

– verloren die Eisbären ihren Play-off-Auftakt mit 1:7 gegen die Adler Mannheim, die sich erst in den Pre-Play-offs gegen die Nürnberg Ice Tigers durchgesetzt hatten. Einen Auswärtssieg schaffte auch Red Bull München in Wolfsburg
-gewannen Klaebo und Jessie Diggins die letzten Langlaufwettbewerbe in Falun und holten auch jeweils den Weltcup.

Wochenvorschau folgt

 

 

 

Was vom Tage übrigblieb

Vertane Chance, deprimierende Saison

Das letzte Pokalviertelfinale konnte tatsächlich gespielt werden. konnte tatsächlich gespielt werden im Saarbrücker Ludwigspark trotz des vielen Regens. der herunterfiel, aber eben nicht am Tag vor der Partie des 1. FC Saarbrücken und Borussia Mönchengladbach.. Während der Partie: Dauerregen und Gladbacher Fohlen, die damit und dem immer schlechter werdenden Geläuf überhaupt nicht zurechtkamen. So siegten die Saarbrücker letztlich verdient gegen einen maßlos enttäuschenden Kontrahendten, der jetzt vor den Scherben einer deprimierenden Saison steht.

Aber was für eine Chance war das im Pokal. Viertelfinale bei einem Drittligisten un d bei einem Sieg wäre der 1. FC Kaiserslautern auf em gar nicht mehr so uneinnehmbaren Betzenberg auch eine machbare Hürde gewesen. Das Pokalv´finale wäre ein dickes Trostpflaster gewesen – perdu. Gut in Saarbrücken haben zuvor auch die Bayern und Eintracht Frankfurt verloren, aberje weiter dieser Wettbewerb fortschreitet, desto mehr konzentrieren sich die Clubs, die Fahrt nach Berlin wird ja immer konkreter.

Was bleibt, ist tiefer Frust. Der einzige Trost ist, dass mit Köln, darmstadt und Mainz dieses Jahr drei Teams so unterirdisch mies punkten, dass wenigstens der Abstieg kein Thema mehr ist. Jetzt haben die Spieler neun Partien Zeit, sich zu präsentieren. Die Gladbacher verantwortlichen werden sich aber auch ernsthaft fragen müsen, ob sie mit Trainer Gerard Seoane wirklich ds große Los gezogen haben. Seine Hilflosigkeit gestern gab dazu wenig Gründe.

Und Saarbrücken: Schwebt weiter auf der Pokalwolke, die ja auch extrem einträglich ist. Gute 3.3 Millionen Euro sind sicher, und im Halbfinale wartet mit Kaiserslautern auch ein machbarer Gegner. Das andere Halbfinale bestreiten Bayer Leverkusen und Fortuna Düsseldorf – in der BayArena. Wer wetten will …

Geteiltes Saisonfinale der Alpinen

Erst heute ist mir ein Irrtum meinerseits bewusst geworden. Das Saisonfinale der alpinen Skifahrer wird dieses Jahr an zwei Wochenenden ausgetragen und nicht wie bisher von Mittwoch bis Sonntag. Das bedeutet im Klartext, dass amSamstag und Sonntag, jeweils die Riesenslaloms und Slaloms stattfinden und nachste Woche am Freitag die Super-Gs und am Samstag die Frauenabfahrt und am Sonntag die Männer-Abfahrt. Der Teamwettbewerb wurde gestrichen. Den Vorteil dieser Änderung erkenne ich nicht – im Gegenteil. Es war ja der Charme dieser Veranstaltung, dass in geballter Form sich an viert Tagen en sute die jeweils besten 25 (+ einige mit anderer Qualifikation wie 500 Punkte, Europacupgewinner, Juniorenweltmeister) Läuferinnen und Läufer in den einzelnen Disziplinen maßen und dazwischen der doch immer wieder unterhaltsame Teamwettbewerb ausgetragen wurde. Da stürzte sich schon ein Abfahrer in den Stangenwald und umgekehrt. Jetzt die strikte Trennung Speed und Technik. Für die reinen Techniker ist die Saison spätestens am Sonntag beendet, während die reinen Speedfahrer dann zwei Wochen zum Nichtstun verurteilt sind und für sie eben die Saison noch eine Woche später endet. Und richtig peinlich, weil so evident geldgierig ist die Idee, Frauen und Männer die Abfahrten an gesonderten Tagen bestreiten zu lassen, bei einem Starterfeld von jeweils etwa 30 FahrerInnen.

Verrücktes NBA-Spiel

In LA empfingen die Clippers die Minnesota Timberwolves, und am Ende gewannen die Gäste klar und eindeutig. 118:100. Und was ist daran verrückt? Na ja, der Spielverlauf: Die Clippers führten nämlich schon mit 22 Punkten vorsprung, ehe sie in der 2. Halbzeit völlig einbrachen und insgesamt nur 37 Punkte zusammenkratzten. Zeitweise lagen sie gar mit 22 Punkten vorn – ein Swing von 44 Punkten.

Und sonst
– Der fC Arsenal im Elfmeterschießen gegen Porto und der FC Barcelona mit einem 3:1 gegen Napoli haben das Viertelfinale der Champions League erreicht. Arsenal war überlegen, aber Porto hatte durchaus auch seine Chancen. Die Londoner zum ersten Mal seit 2006 unter den besten Acht.
– Zverev weiter, Kerber raus. Im Duell der Mamas und Freundinnen verlor Kerber klar gegen Caroline Wozniacki. Sascha Zverev brauchte drei Sätze gegen den in dieser Saison so starken Australier Alex de Minaur. Jetzt trifft er auf Carlos Alcaraz, auch nicht ganz einfach …