Stimmungsexplosion in Glasgow

Die Kontinental-Verbände haben ihre WM-Qualifikation abgeschlossen. 42 der 48 Teilnehmer am Riesenturnier 2026 in Nordamerika stehen fest. 4 europäische Plätze werden in Play-offs noch ausgespielt, dazu zwei interkontinentale Starter.

Im Gedächtnis bleibt das unfassbare Ereignis in Glasgow. Der Hampden Park ist ohnehin eine der stimmungsvollsten Fußball-Arenen der Welt, doch was sich dort am Dienstagabend beim Entscheidungs-Match der Schotten gegen Dänemark abspielte, hat sogar dieses Stadion noch nie gesehen (schreib ich jetzt bis zum Beweis des Gegenteils). Ein Wechselbad der Gefühle durchlebten die Fans nach zweimaliger Führung und zweimaligen Ausgleich. Unbeschreiblicher Jubel der Tartan Army nach Kieran Tierneys Traumtor schon in der Nachspielzeit zum 3:2, nur noch Ekstase nach dem Treffer von der Mittellinie zum 4:2, das den Sieg und das WM-Ticket endgültig sicherte.

https://www.youtube.com/watch?v=TZLKtkb-Lp0

Scott McTominays einzigartiger Fallrückzieher zum 1:0, der jeden Vergleich mit Klaus Fischers Wundertoren in den späten 70ern standhält, geriet da fast schon in Vergessenheit.

 

Schottland fährt damit zum ersten Mal seit 1998 zu einer WM-Endrunde, das gleiche Kunststück nach so langer Durststrecke vollendete praktisch gleichzeitig Österreich. Das Team des deutschen Teamchefs Ralf Rangnick musste im Praterstadion allerdings lange zittern: Nach dem frühen Rückstand nach einer Ecke (mal wieder), berannte Austria reichlich einfallslos das Tor der Gäste. Ein Treffer von Konni Laimer wurde absurderweise vonm VAR kassiert, weil  eine halbe Minute vorher (!) bei der Balleroberung angeblich eine Regelwidrigkeit vorlag. Letztlich war es Bundesliga-Profi Michael Gregrorisch, der einen Lattenabpraller zum 1:1 verwertete. Beim SC Freiburg nurmehr zweite Wahl (wenn überhaupt), erlebte er wie jeder Österreicher den Höhepunkt seiner Karriere. Viele von ihnen verdienen oder verdienten ihr Geld in der deutschen Bundesliga.
Auch im Praterstadion  brachen alle Dämme, doch Hampden Park bleibt unerreichbar.

 

Jubel auch in Curacao und Haiti

 

In der Nacht zum Mittwoch wurden dann dieMittelamerika-Ticket erreicht (neben den Gastgebern USA, Kanada, und Mexiko). Eines schnappte sich Curacao, eher als Ferieninsel bekannt und für die Drinks. 156.000 Einwohner hat die Insel nach letzter Zählung, weniger hatte noch nie ein WM-Teilnehmer (bisher war das Island/330.000).
Und doch war es eine fast erwartbare Überraschung: Alle Spieler sind in den Niederlanden geboren, spielen zum großen bei europäischen Clubs in den ersten nationalen Ligen, vor allem in der holländischen Eredivise. Angeleitet werden sie von Dick Advocaat, den weitgereisten holländischen Trainer. Der 78-Jährige betreute bereits die WM-Teilnehmer Holland (1994) und Südkorea (2006).

Auch Haiti löste das Ticket nach Amerika. Zum zweiten Mal nach 1974, als der Inselstaat bei der WM 1974 dabei war und drei Partien im Münchner Olympiastadion absolvierte. Dabei faszinierte Schlussmann Henri Francillon mit fantastischen Paraden – und zwar derart, dass sich 1860 München diesen außerordentlichen Torhüter schnappten. Immerhin 5 Zweitliga-Spiele absolvierte der heute 79-Jährige für die Löwen.
Pikant: Der von uns so geliebte US-Präsident Donnie (ich darf doch Donnie sagen, Mr. Trump?) belegte alle Haitianer (eines der sog. Shithole States) mit einem Einreise-Verbot in die USA, wie übrigens auch alle Iraner, dessen Fußball-Team ebenso qualifiziert ist. Da werden die diplomatischen Drähte glühen. Oder der och viel beliebtere FIFA-Boss Gianni I. verfügt, dass Haiti und Iran in Kanada/Mexiko-Gruppen spielen werden. Weiter, so die allgemeine Hoffnung, werden die beiden Teams eh nicht kommen, und wenn die Schiris dafür sorgen müssen …

 

Europäische Play-offs

 

16 Teams spielen vier noch offene Plätze aus. Die Auslosung ergab folgendes für die Halbfinali (26. März) und Finali (31. März).

Wales/Bosnien-Herzegowina vs. Italien/Nordirland
Ukraine/Schweden vs. Polen/Albanien
Slowakei/Kosovo vs. Türkei/Rumänien
Tschechien/Irland vs. Dänemark/Nordmazedonien

Den Italienern droht damit zum dritten Mal in Folge ein Aus in den europäischen Play-Ins. Denn ein mögliches Finale in Wales oderBosnien-H. ist alles andere als ein Vernügen für die nach den b eiden Norwegen-Pleiten eh waidwunde Fußball-Nation.

WM-Quali spannender als befürchtet

Ein Spieltag steht von Sonntag in den sogenannten European Qualifiers für die Endrunde der Fußball-WM 2026 in Nordamerika noch an. Viele haben ja gedacht, dass angesichts der höheren Teilnahmezahl (16 von insgesamt 48) die Qualifikation langweilig werden würde. Das Gegenteil ist der Fall: 3 echte Endspiele gibt es noch in den 12 Gruppen um Platz 1, und allein der löst das direkte Ticket nach Mexiko, USA und Kanada. Nicht einmal die Deutschen, historisch gesehen mit Abstand das beste eurpäische Team in WM-Qualifikationen, sind schon sicher dabei; zumindest reicht der Nagelsmann-Truppe morgen in Leipzig gegen die Slowakei ein Remis.

Die Gruppen im Einzelnen: Der Erste löst das Ticket nach Amerika, der Zweite muss in ein Qualifikationsturnier im März, wo insgesamt noch vier weitere Plätze ausgespielt werden. Das kommen noch einige Teams über die Nations League dazu, was ich hier aber erst mal außer Acht lasse

 

Gruppe A (1. Deutschland 12/+7, 2.Slowakei 12/+4, 3. Nordirland 6, 4. Luxemburg 0

Deutschland und die Slowakei sind punktgleich an der Spitze, die Deutschen haben das bessere Torverhältnis. damit genügt am Montag in Leipzig (20:45) ein Remis. Das ist eine bessere Ausgangsposition, als nach dem verheereenden 0:2 im Hinspiel in Bratislava zu erwarten war. Aber die keineswegs überragenden Slowaken ließen ihrerseits in Nordirland Federn.
Zwar tat sich das Nagelsmann-Team am Freitag beim 2:0 in Luxemburg äußerst schwer, Rückschlüsse auf die Form lassen sich aber mE nicht schließen. Zumal auch die Slowaken beim Erfolg in der Nachspielzeit gegen Nordirland alles andere als überragend auftraten. Ein enorm wichtiger Sieg übrigens, denn damit sicherte das Team Platz 2 ab, der bei einem Remis in ernsthafter Gefahr gewesen wäre.
Für die Deutschen wäre ein Sieg zum Abschluss trotzdem wichtig: Nur so wäre gesichert, dass das GTeeam bei der WM-Auslosung als Gruppenkopf gesetzt ist.

Tipp: Deutschland wird vor der Slowakei landen

 

Gruppe B (1. Schweiz 13/+12, 2. Kosovo 10/+1, 3. Slowenien 3, 4. Schweden 1)

Es kommt zwar noch zum direkten Duell zwischen Kosovo und der Schweiz, aber die Eidgenossen können für die WM planen. Denn die Kosovaren müssten mit 7 Toren Unerschied gewinnen, das ist natürlich unmöglich. Riesenerfolg für das kleine Land, dass sie in dieser nominell starken Gruppe die weit höher eingeschätzten Slowenen und Schweden (die größte Enttäuschung der gesamten Quali) klar hinter sich gelassen haben.

 

Gruppe C (1. Dänemark 11, 2. Schottland 10, 3. Griechenland 6, 4. Belarus 1)

Echtes Endspiel in Glasgow. Die Dänen verabsäumten es durch das völlig überraschende 2:2 zu Hause gegen das bis dato punktelose Belarus eine bessere Ausgangsposition. Jetzt brauchen sie im gefürchteten Hampden Park zumindest ein Remis für den Gruppensieg. Allerdings sind die Schotten auch nicht gerade in Glanzform, wie das 2:3 in Griechenland zeigt. Es wird ein Nervenspiel mit völlig offenem Ausgang.

🧠 Dänemark ❤️ Schottland (diese fantastischen Fans hätten es verdient!)

 

Gruppe D (1. Frankreich 13, 2. Island 7/+4, 3. Ukraine 7/-3, 4. Aserbaidschan 1

Frankreich hat das Ticket sicher: Im Kampf um Platz 2 hat die Ukraine gegen Island ein Heimspiel, muss dieses aber wegen des Krieges auf neutralem Platz (Warschau) austragen. Die Truppe braucht einen Sieg, dieser ist ihr auch zuzutrauen.

🧠 ❤️ Ukraine (der kleinste Trost hilft dem gebeutelten Land)

 

Gruppe E (1. Spanien 15/+19, 2. Türkei 12/+5, 3. Georgien 3, 4.Bulgarien 0).

Es kommt zum direkten Duell zwischen Spanien und der Türkei. Gespielt wird am Dienstag in Sevilla, die Gäste müssten mit 8 Toren Unterschied gewinnen, um Espana noch abzufangen.

 

Gruppe F (1. Portugal 10, 2. Ungarn 8, 3. Irland 7, 4. Armenien 3)

Die Portugiesen verpassten durch die Niederlage am  Donnerstag in Irland den vorzeitigen Gruppensieg und müssen deshalb vorm Heimspiel heute gegen Armenien gewinnen, um Platz 1 zu sichern. Dass sollte machbar sein. Hochspannung vorm direkten Duell um Ragng 2 zwischen Ungarn und Irland in Budapest, wobei den gastgebern ein Remis genügt.

🧠 Portugal wird Erster, Ungarn Zweiter ❤️ Irland auf 2 (trotz der wunderschönen Stadt Budapest halte ich auch
hier zu den Fans auf der Insel).

 

Gruppe G (1. Niederlande 17/+19, 2. Polen 14/+6, 3. Finnland 10, 4. Malta 5, 5. Litauen 3

Nur in de Theorie kann Polen (auf Malta) 3 Punkte und 13 Tore gegen Holland (vs Litauen) aufholen.

 

Gruppe H (1. Österreich 18, 2. Bosnbien-Herzegeowina 16, 3. Rumänien 10, 4. Zypern 8, 5. San Marino 0)

Alles ist gerichtet fürs Endspiel im Wiener Ernst-Happel-Stadion am Dienstag (20:45), wo Austria ein Unentschieden für den Gruppensieg genügt. Das Rangnick-Team durfte nach dem 2:0 auf Zypern am Samstag sogar vom vorzeitigen WM-Ticket träumen, doch späte Tore zum 3:1 gegen Rumänien sicherten den Bosniern nicht nur das Endspiel in Wien, sondern die sichere Teilnahme an den Play-offs.

🧠 ❤️ Österreich (ich bin austriaphil und trotzdem optimistisch …)

 

Gruppe I (1. Norwegen 21/+29, 2. Italien 18/+12, 3. Israel 9, 4. Estland 4, 5. Moldawien 1)

Um es kurz zu machen: Italien wird nicht mit 9:0 oder höher gegen Norwegen gewinnen, und Norge noch abzufangen. Wahrscheinlich wären die arg kritisierten Azzurri schon zufrieden, wenn sie in Mailand (So., 20:45) nicht wieder so eingehen würden wie beim 0:3 im Osloer Hinspiel. Platz 2 ist zumindest sicher.

 

Gruppe J (1. Belgien 15/+15, 2. NOrdmazedonien 13/+9, 3. Wales 13/+4, 4. Kasachstan 4, 5. Liechtenstein 0)

Belgien wird den Gruppensieg zu Hause gegen Lichtenstein sichern, den es beim trostlosen Remis in Kasachstan noch versäumt hat. Ein echtes Endspiel um Platz 2 in Cardiff zwischen Wales und Nordmazedonien.

🧠 Belgien (klar) und Wales (Heimvorteil bringt den Sieg) ❤️ Wales (mal wieder die Fans …)

 

Gruppe K (1. England 21, 2. Albanien 14, 3. Serbien 10, 4. Lettland 5, 5. Andorra 1)

Alles ist klar: Nur eine Frage ist offen. Schafft das englische Tuchel-Team in Albanien auch den achten Zu-Null-Sieg im achten Quali-Spiel?

 

Gruppe L (1. Kroatien 19, 2. Tschechien 13, 3. Färöer 12, 4. Montenegro 9, 5. Gibraltar 0)

Kroatien fährt nach Amerika, Tschechien zur Relegation trotz der gruseligen Niederlage gegen die Färöer und anderen trostlosen Auftrtten.

 

Afrika

 

Wem das noch nicht reicht, kann heute nach Rabat/Marokko schauen. Dort kämpfen Nigeria und DR Kongo (So., 20:00/Sportdigital) um den afrikanischen Platz für die interkontinentale Quaifikation im März unter anderem gegen Bolivien.

 

Das wird die Woche, die wird

ATP-Finals, Abschluss der europäischen WM-Qualifikation und die Slalom-Rennen in Levi stechen heraus.

 

Sinner gegen Alcáraz

 

Schon am Sonntag (9. November) läuft in Turin das Abschlussturnier der 8 besten Tennisspieler (und -Doppel). Allegemein erwartet wird ein Zweikampf zwischen Jannik Sinner und Carlos Alcáraz, die auch den Kampf um die prestigeträchtige „Nummer 1 zum Jahresende“ unter sich austragen. Hier ist der Spanier klar bevorteilt, da ihm nach meinen Berechnungen dazu der Halbfina-Einzug genügt, Sinner dagegen muss unbedingt wie im Vorjahr den Titel gewinnen.
Die Form spricht klar für den Italiener, der zuletzt die Turniere in Wien und Paris gewonnen hat und zudem in Turin ein Heimspiel genießt, während Alcáraz in der französischen Hauptstadt zuletzt ein Erstrunden-Aus kassierte.

Seine Teilnahme abgesagt hat Novak Djokovic, kurioserweise unmittelbar, nachdem er das eher kleine Turnier von Athen gewonnen hat und sich damit zum ältesten ATP-Siegers aufgeschwungen hat. Davon profitiert ausgerechnet sein Athener Finalgegner Lorenzo Musetti als Nachrücker.

Wie gehabt gibt es Zwei Vierer-Gruppen, in denen jeder gegen jeden spielt. Die ersten Zwei jeder Gruppe spielen die Halbfinali (Überkreuz), das Finale ist für nächsten Sonntag (16/11) angesetzt.

Alexander Zverev wurde der Sinner-Gruppe zugelost, wo er außerdem auf Ben Shelton (USA) und Felix Auger-Alliasime trifft. In der anderen Gruppe bekommt es Alcáraz mit Taylor Fritz (USA), Alex De Minaur (Australien) und Lorenzo Musetti (Italien) zu tun. Die Ansetzungen lassen mich allerdings etwas ratlos zurück, weil zumindest heute und morgen je eine Partie aus jeder Gruppe zur Austragung kommen soll und nicht wie normalerweise 2 aus eine Gruppe.

Wie seit Jahren üblich, suchen auch die 8 besten Doppel ihr bestes Paar. Immer etwas im Hintergrund, dabei ist Doppel hochattraktiv. Mit Tim Pütz/Kevin Krawietz ist auch das deutsche Daviscup-Doppel dabei, das ich durchaus zu den Mitfavoriten zähle. Doch letztlich ist jedes der acht Paare für den Titel gut, die Hegemonie ist längst nicht so verkrustet wie im Einzel mit den beiden Überspielern Sinner und Alcáraz.

 

Endlich WM-Sicherheit?

 

Nach dem verheerenden 0:2 gegen die Slowakei in Bratislava hat sich das deutsche Fußball-Team gefangen und die kommenden 3 Partien gewonnen (zweimal Nordirland, einmal Luxemburg, nona). Jetzt wird es ernst für die Nagelsmann-Truppe: Nach dem Aufgalopp am Freitag in Luxemburg kommt es Montag nächster Gruppensieg in Leipzig zum Showdown gegen die Slowakei, bei dem dann aller Wahrscheinlichkeit nach ein Remis zum reicht. Bei einer Niederlage wären die WM-Hoffnungen auch noch nicht dahin, denn es gibt für die Gruppenzweiten und (vereinfacht ausgedrückt) Nations-League-Halbfinalisten noch ein Hoffnungsrunden-Turnier im Frühjahr 2026.

Nicht nur ein der deutschen Gruppe kommt es bis Dienstag (21/11) zum Abschluss der europäischen Qualifikation. In 12 Gruppen werden 12 WM-Teilnehmer ermittelt. Nur England mit demdeutschen Teamchef Thomas Tuchel hat das Ticket nach Amerika sicher. Ohne jetzt die einzelnen Gruppen zu beleuchten: Bei Top-Nationen wie Frankreich, Spanien und Portugal gehe ich zwingend von einer direkten Quali aus, Norwegen ist gegen Italien klar in der Vorderhand.
Wirklich spannend wird es zwischen den punktgleichen Schottland und Dänemark, wo nächste Woche in Glasgow noch ein direktes Duell ansteht. Meine österreichischen Freunde (kein Schmäh, erst recht nicht nach meinem Wien-Trip) haben ihre tolle Ausgangsposition durch die selten dämliche Niederlage in Rumänien verdunkelt, doch 2 Siege auf Zypern (Samstag) und in Wien gegen Slowenien, und die Rangnick-Elf wäre dabei – erstmals seit 1998 (!).

Ausscheidungsspiele gibt es in Afrika: Die 4 Länder Nigeria, Gabun, Kamerun und DR KOngo ermitteln bis Dienstag (18/11) in einem Final 4 einen Teilnehmer für ein Interkontinental-Turnier. Sportdigital+fussball wäre hier der Freund.

 

Rentiere warten auf Slalom-Stars

 

Nachdem die Riesenslalom-Spezialisten vor 2 Wochen in Sölden ihren Saison-Auftakt hatten, kommen am Wochenende die Slalom-Stars zu ihrem Recht. Die Frauen kämpfen im finnischen Levi am Samstag, die Männer am Sonntag um Triumph und Plätze. Wie immer gibt es für die Siegerin und den Sieger je ein Rentier. Mikaela Shiffrin hat schon einen ganzen Stall davon, die Amerikanerin ist wie seit einem Jahrzehnt klare Favoritin, wenn sie gesund zu einem Slalom antritt. Beachtenswert aus deutscher Sicht sind die sehr erfahrene Levi-Spezialistin Lena Dürr und Jungstar Emma Aicher (wenn diese enn durchkommt …). Bei den Männern kämpfen mehr als ein Dutzend Fahrer um den Sieg, darunter der Sechzig-Skilöwe Linus Strasser, Ösi Manuel Feller, die Norge-Band um Slalom-Weltcup-Sieger Henrik Kristoffersen sowie der Wahl-Brasillianer Lukas Braathen. Oder eben ein anderer der Top-20-Startliste.

 

Und sonst?

 

  • Basketball: 2 Spiele für den FC Bayern in de Euroleague. Am Mittwoch empfangen die Münchner (zuletzt 3 Siege in Folge) Barcelona Basket, am Freitag müssen sie in die Türkei, wo Anadolu Efes wartet.
    Am Wochenende steht das Cup-Viertelfinale an, wo die Bayern am Sonntag zum Überraschungsteam aus Trier reisen.
  • Handball: Auch hier volles Programm für die Clubs mit Europapokal (Champions League/EHCV-Cup etc) und Bundesliga am Wochenende. Hier stehen nächsten Samstag 2 Top-Spiele mit den 4 Top-Teams auf dem Programm. Ab 18 Uhr (ARD) erwartet Meister Füchse Belin den Rekord-Champions THW Kiel, danach empfängt die SG Flensburg-Handewitt in der „Hölle Nord“ den SC Magdeburg.
  • Motorrad: Saison-Ausklang in Valenia in MotoGP, Moto2 und Moto3 mit einer Armada siegeshungriger spanischer Fahrer. Nicht dabei ist allerdings MotoGP-Weltmeister Marc Marquez wegen einer komplizerten Schulterverletzung.
  • US Sport: Die NFL macht erstmals in Madrid Station. De Wert der Partie Washington Commanders vs Miami Dolphins scheint mir allerdings überschaubar, denn beide Teams dürften mit den Play-offs nichts mehr zu tun haben. Ansonsten natürlich auch NHL und NBA satt, alles zu verfolgen beim Streamanbieter des Vertrauns respektive League-Pässen.
  • Darts: Ich hab mich von den fetten Leuten (die zum Teil gar nicht mehr sooo fett sind) ziemlich verabschiedet, aber der Grand Slam in Wolverhampton sei dann doch erwähnt; neben der WM vielleicht das wichtigste Turnier. 32 Spieler sind dabei, die zunächst in 8 Vierergruppen ihr Glück versuchen. Die jeweils besten 2 kommen ins Achtelfinale, wo dann bis zum Finale (Sonntag) die K.o-Runden ausgespielt werden. Möge sich jeder seine Favoriten selbst zusammensuchen, etwa hierhttps://de.wikipedia.org/wiki/Grand_Slam_of_Darts_2025

Was so übrigbleibt

Venezuela begräbt den WM-Traum

 

Die Qualifikation für das Fußball-Turnier in Nordamerika schreitet voran, und nicht nur die Deutschen müssen zittern, dass sie trotz der Aufstockung aufs 48er-Feld dabei sind. Die wichtigsten Erkenntnisse der September-Spieltage:

 

Südamerika

 

Offen vor dem dem letzten Spieltag war ja nur noch, ob Venezuela oder Bolivien sich Platz 7 schnappen würde, der zu einer interkontinentalen Ausscheidung berechtigt. Und der Gewinner heißt – Bolivien. Das Team besiegte in der Höhe von La Paz das schon qualifizierte Brasilien und überholte so noch Venezuela, das zu Hause gegen Kolumbien ein 3:6-Debakel erlebte. Vierfacher Torschütze war Luis Suárez, nicht verwandt und verschwägert (soweit bekannt) mit dem uruguayischen Superstürmer gleichen Namens.
Venezuela muss damit den Traum von der ersten WM-Teilnahme überhaupt begraben, ein klein wenig blutet mein Herz, denn bei einer Reise 1990 (viele Grüße an Stefan Gloger) habe ich das wunderschöne Land sehr liebgewonnen. Sehr glücklich wird dagegen zumindest der US-Gastgeber sein, weil Venezuela ja auf der schwarzen Liste steht, dessen Bürger nicht ins Land einreisen dürfen.
Bolivien darf dagegen auf die 2. WM-Teilnahme nach 1994, ebenfalls in den USA hoffen.

 

Europa

 

Obwohl das Kontingent auf 16 Teams aufgestockt wurde, manch große Fußball-Nation muss tatsächlich um die Teilnahme am Riesenturnier bangen, nicht nur die Deutschen nach dem 0:2 gegen die Slowakei. Vor allem für Italien schaut es (mal wieder) nicht gut aus, zumindest was die direkte Qualfikation betrifft, die nur die 12 Gruppensieger schaffen. Denn Norwegen hat ja nicht nur das erste Duell mit 3:0 gewonnen, sondern auch alle anderen Spiele. Zuletzt am Dienstag gleich mit 11:1 gegen Moldau (5 Tore Erling Haaland), weswegen das Torverhältnis ganz klar für die Nordländer spricht für den Fall, dass Italien das Rückspiel überhaupt erfolgreich bestreitet. Immerhin bleibt dann der Weg über Platz 2 (oder die Nations League). Möglich wäre also ein Endspiel zwischen Italien und Deutschland um ein WM-Ticket.
Auch Frankreich muss(te) noch zittern. Das äußerst glückliche 2:1 gegen Island (ein für mich reguläres Tor der Gäste in der Nachspielzeit wurde aberkannt) beseitigte allerdings die ganz großen Nöte des Vizeweltmeisters. Souverän sieht anders aus.
Österreich dagegen hat einen großen Schritt nach Amerika gemacht, es wäre die erste WM-Teilnahme seit 1998 (!). Doch auch beim 2:1 in Bosnien-Herzegowina war das alles andere als souverän, was die Rangnick-Truppe auf den ziemlich übel aussehenden Rasen in Zenica zeigte. Zwei Tore der Bundesliga-Legionäre Marcel Sabitzer (BVB) und Konrad Laimer (FC Bayern) genügten bei einem Gegentreffer des offenbar alterslosen Edin Dzeko, dem Wolfsburger Meister von 2009 (!) und mittlerweile 39 Lenze auf dem Buckel.
Endlich mal überzeugend trumpfte England unter Thomas Tuchel auf. gleich mit 5:0 siegten die Briten beim vermeintlich hätesten Konkurrenten Serbien. Harry Kane von den Bayern erzielte wie so oft den Führungstreffer.

 

Afrika

 

Hier gibt es 9 Gruppen, in denen sich die Sieger qualfizieren. Die 4 besten Gruppenzweiten spielen im November noch einen Teilnehmer aus, der dann wiederum im März an der interkontinentalen 6er-Qualifikation (außerdem: Bolivien aus Südamerika, Neukaledonien aus Ozeanien, Asien (n.N., 2 Nordamerika) teilnimmt.
Wie so oft in Afrika ist es verdammt schwer für die etablierten Nationen, eine echte Hegemonie gibt es nicht, wie zum Beispiel Kamerun erfahren muss, dass im Kampf um den Gruppensieg fast aussichtslos hinter den Kap Verden zurückliegt. Noch finsterer schaut es für Nigeria aus, in seiner Gruppe gar nur Dritter hinter Südafrika und Benin.
Immerhin: Die Nordafrikaner Tunesien, Marokko und Algerien dürften die Quali schaffen, wahrscheinlich auch Ghana, die Elfenbeinküste, Südafrika, und der Senegal. Also doch recht gutklingende Namen. Ob die dann ihr Potenzial in Amerika abrufen, steht auf einem ganz anderen Blatt.