Außenseiter nutzen ihren Heimvorteil

Blick über den Teich, MLB

„Außenseiter“ ist die eher unzutreffende Bezeichnung für die San Diego Padres und New York Mets und allein der Statistik geschuldet, weil sie halt mit dem schlechteren Rekord in die Play-offs gegangen sind als die  Gegner Los Angeles Dodgers und Philadelphia Phillies. Im Gegenteil: So ausgeglichen habe ich ein Play-off-Feld im Viertelfinale, also in den Divisional Finals, noch nie empfunden. Letztlich kann jedes der acht verbliebenen Teams die World Series gewinnen, es kann aber auch jedes Team jetzt schon ausscheiden. Ein wahrhaft goldener Oktober für alle Baseball-Fans.

New York Mets – Philadelphia Phillies 7:2 (2:1)
Nach dem unglaublichen 2. Spiel mit so vielen Wendungen machten es die New Yorker diesmal fast routiniert. Schon im 2. Inning waren sie durch Pete Alonson Homerun im 2. Inning in Führung gegangen. Diese Führung bauten sie kontinuierlich auf 6. Inning. Ihr Pitcher Sean Manaea ließ in 7 Innings nur 4 Hits zu und kassierte erst zu Beginn des 8. Innings den ersten Run. Auch die Schwächephase von Reliever Phil Maton überstanden die Mets nahezu unbeschädigt. Die Phillies ihrerseit hatten einen schwarzen Tag an der Platte (insgesamt nur 5 Hits und 3 Walks, und Starting Pitcher Aaaron Nola habe ich auch schon souveräner gesehen. Entscheidend war die viel bessere Effizienz der Mets, die 9 Hits und 5 Walks halt zu 7 Runs ummünzten.

San Diego Padres – Los Angeles Dodgers 6:5 (2:1)
Kann eine vermeintlich ziemlich unscheinbare Szene ein ganzes Spiel entscheiden? Diese Behauptung ist natürlich weit übertrieben, aber die What-if-Spezialisten werden noch lange über folgendes Play im unteren 2. Inning diskutieren. An der Platte steht Jackson Merrill, den den Ball in die Hände von Freddie Freeman schlägt. Ein vermeintlich sicheres Double Play, doch Freeman traf nur den Rücken von Manny Machado, der Ball prallt unerreichbar den 2nd Baseman ab. Also Padres-Läufer an den Ecken bei 0 Outs anstatt 2 Outs und leeren Bases. Außerdem ist das eh schon sehr stimmungsvolle Publikum jetzt vollständig angezündigt. Es folgte ein Albtraum für Dodgers Starting Pitcher Walker Bühler, der nach und nach 6 Runs kassierte, bis er nach insgesamt 9 Schlagmännern, also die komplette Padres Line Up das Inning endlich beendet.
Die Padres ihrerseits sollten jeden ihrer Punkte brauchen, denn Teoscar Hernandez verkürzte mit einem Grand Slam auf 5:6. Im ersten Inning hatte schon Mookie Betts mit einem Homerun die Dodgers auf die Anzeigentafel gebracht. Diesmal flog sein Schlag knapp über die ausgestreckte Hand von Jurickson Profar hinweg, der ihm ja in der 2. Partie einen Homer „klaute“.
Doch danach erloss das offensive Feuerwerk – auf beiden Seiten. Die Dodgers brachten in den letzten 6 Offensiv-Innings noch ganze 2 Batter auf Base.Die Schlagmänner der Mets waren genauso unproduktiv, blieben in ihren letzten 3 Innings ohne jeden Hit oder Walk. So blieb es beim 6:5 vor einer frenetischen Menge, die begeistert gelbe Handtücher schwenkte. Fans der Footballer der Pittsburgh Steeler werden sich sehr wehmpütig an viel bessere Zeiten erinnern, als die „terrible Towels“ ihrer Fans zum Markenzeichen wurden.

Ansetzungen heute
Ein letzter großer Baseball-Tag in diesem Jahr mit gleich 4 knisternden Spielen mit jeweils für mich kaum zu prognostizierenden Ausgang. Ich persönlich bedauere es sehr, dass die Divisional Series im Modus Best of 5 und nicht Best of 7 ausgetragen werden. Doch ie MLB und ihre Owner werden die reguläre Saison von 162 Partien dafür nicht verkürzen.

AMERICAN LEAGUE

21:08: Detroit Tigers – Cleveland Guardians (1:1)
Die Tigers brauchen eine Führung nach 6 Innings, denn gegen den unglaublich starken Guardians-Bullpen dürften sie sich die Zähne
ausbeißen

01:08: Kansas City Royals – New York Yankees (1:1)
Gelingt Yankees Superstar Aaron Judge endlich ein Estra Base Hit und verschlechtert er weiter seine grausame Strikeout-Rate, die
zurzeit zweithöchste aller Schlagmänner in der Post-Season-Geschichte.

NATIONAL LEAGUE

23:08: New York Mets – Philadelphia Phillies (2:1
Phillies Starting Pitcher Ranger Suárez hat seinen ersten Start seit dem 27. September, also 12 Tagen, eine sehr lange Pause. Seine
Auftritte zuletzt waren allenfalls Durchschnitt.

03:08: San Diego Padres – LA Dodgers (2:1)
Für mich die schönste Serie nicht zuletzt auch wg der mittlerweile größten Rivalität der Teams, und der Petco Park ist die
stimmungsvollte Arena der gesamten MLB.

 

 

Comeback der Mets und Ohtani kommt in den Playoffs an

Blick über den Teich, MLB

Die vier Division Series sind absolviert, und sie haben viele Facetten des Baseballs gezeigt. Inklusive, dass auch das beeindruckendste Pitching nichts bringt, wenn die Offensive nicht hilft und der Bullpen kollabiert

AMERICAN LEAGUE

Cleveland Guardians – Detroit Tigers 7:0 (1:0)
Entschieden, bevor es richtig losging: Das nennt man wohl einen schwarzen Tag eines Starting Pitchers. Den erwischte Tyler Holton von den  Tigers, der zu Beginn 3 Hits und 2 Runs kassierte und aus dem Spiel genommen wurde, ohne dass er einen gegnerischen Batter ausgemacht hatte. Das Drama wurde vollendet, als sein Ersatz Reese Olsen gleich einen 3-Run Homerun zuließ von Clevelands Lane Thomas, der sein Team mit 5:0 in Führung brachte. Für Olson besonders ärgerlich, weil er danach vortrefflich warf und in 5 Innings nur 2 weitere Hits zuließ. Selbst brachten die Tigers allerdings gar nichts zu Stande; Spätestens der 2-Run-Homer von Clevelands David Fry im 6. Inning beseitigte letzte Zweifel am Sieg de Gastgeber.

New York Yankees – Kansas City Royals 6:5 (1:0)
Walks in the Balllpark: Ein wildes Spiel im Yankee Stadium mit insgesamt 5 Führungswechseln, in dem die Yankees das bessere Ende für sich hatten, auch weil ihre Pitcher ab dem 7. Inning nichts mehr zuließen. Bezeichnend vielleicht das 5. Inning, als die Royals-Werfer gleich 4 Walks fabrizierten, davon 2 bei geladenen Bases, was den Yanks 2 Runs einbrachten. Insgesamt verzeichneten die Royals-Pitcher 8 Walks, entschieden zu viel. Alex Verdugo entschied die Partie im 7. Inning durch ein RBI-Single. Er wurde dann auch zu Spieler der Partie gewählt, dabei war sein Einsatz bis zuletzt ungewiss.Aaron Judge dagegen hatte keinen guten Tag, blieb bei 4 At Bats ohne Hits (3 Stikeouts) und forcierte nur, na klar, einen Walk.

NATIONAL LEAGUE

Philadelphia Phillies – New York Mets 2:6 (0:1)
Statistiken sind gemein: Das wird Zach Wheeler ungern bestätigen. Der Starting Pitcher der Phillies hatte 7 ganz starke Innings, in denen er nur einen Hit und keinen Run zuließ. Kaum war er vom Mound, begann das Elend der Gastgeber. Die folgenden Pitcher Matt Hoffman und Jeff Strahm kassierten innerhalb kürzester Zeit 4 Hits, 1 Walk und 5 Runs – die Partie war völlig gekippt und Kyle Schwarbers Homerun im 1. Inning nur noch von statistischen Wert. Wheeler verlor ohne Zutun den verdienten Sieg für seine Bilanz, der ohne Run Support der Offensive bei schwachem Werfer-Ersatz hal auch sehr schwer ist.
Die wundersame Reise der Mets geht dagegen erst mal weiter. Fortsetzung vielleicht schon heute.

Los Angeles Dodgers – San Diego Padres 7:5 (1:0)
Schlagabtausch mit einem Helden: Fraglos gehört Shohei Ohtani zurzeit zu den 3 besten Spielern in der MLB,wahrscheinlich ist er sogar der beste. Jetzt durfte er sein Können erstmals in einem Play-off-Spiel zeigen, und wer geglaubt hätte, das mache ihn nervös, sah sich schnell enttäuscht. In seinem zweiten At Bat drosch er den Ball mit einem 3-Run-Homer über den Zaun und egalisierte für die Dodgers den 0:3-Rückstand. Welcome in October, brüllten die Reporter. Das beeindruckte die Padres erst mal wenig, und gingen im 3. Inning erneut mit 5:3 in Führung. Noch einmal antworteten die Dodgers, drehten die Partie im 4. Inning zum 6:5-Führung, die sie noch auf 7:5 ausbauten. Ab dem 7. Inning hatten beide Teams ihr Offensiv-Pulver verschossen und brachten jeweils nur noch einen Hit zu Stande.

Ansetzungen heute
22.08: Philadelphie Phillies – New York Mets (0:1)
02.03: LA Dodgers – San Diego Padres (1:0)

 

Schwarzer Tag für Sabrina Ionescu

Blick über den Teich, WNBA und MLB

Die Basketball-Frauen bestritten diese Nacht ihre dritten Spiele im WNBA-Halbfinale, in der MLB beginnt heute das Viertelfinale bzw. die Divisional Finals.

WNBA

Die Liga hat vor dem 3. Spieltag einige Ehrungen bekannt gegeben. MvP wurde wie im Vorjahr A´ja Wilson von den Las Vegas Aces. Rookie of the Year wie allgemein erwartet Caitlin Clark von den Indiana Fever, die 65 von 66 Stimmen erhielt. Die Deutsche Leonie Fiebich (New York Liberty wurde in All-Star-Team der Rookies gewählt, als einzige der Starting Five ist sie in den Play-offs noch dabei.

Las Vegas Aces – New York Liberty 95:81 (1:2)
Das Team aus New York hat die erste Niederlage in der Post Season erlitten. Die Partie beim Titelverteidiger konnten die Frauen in der sehr unterhaltsamen ersten Halbzeit noch einigermaßen ausgeglichen gestalten, brachen aber im 3. Viertel regelrecht ein, als ihnen nur 6 Punkte gelangen. Einen rabenschwarzen Tag erwischte Scharfschützin Sabrina Ionescu, die insgesamt nur 4 Zähler beisteuerte. Sie nahm überhaupt nur 7 Würfe, von denen sie gerade mal einen traf (als alles schon entschieden war).
Die Deutsche Leonie Fiebich hat jenseits der Dreierlinnie auch schon mal besser getroffen 2/6), immerhin gelangenen ihr im 2. Viertel 7 Zähler.
Bei Las Vegas trumpften vor allem Jackie Young (24 Punkte) und A´ja Wilson (19, 14 Rebounds auf.

Connecticut Sun – Minnesota Lynx 81:90 (1:2)
Damit haben sich die Lynx den Heimvorteil in der Best-of-5-Serie zurückgeholt. Das Team lag von Beginn an in Führung, ab dem 2. Vietel auch zweistellig. Connecticut kam nie bedrohlich heran.
Napheesa Collier war Top-Scorerin mit 26 Punkten und beeindruckte mit 11 von 19 verwandelten Würfen. Auf der anderen Seite schwächelte Connecticut von der Dreielinie traf nur 3/20 Versuchen. Marisa Mabrey hätte es bei einer Quaote von 1/10 irgendwann lieber bleiben lassen.

Beide Serien werden am Sonntag fortgesetzt.

MLB, Divisional Series, Best of 5
Ganz viele Leute hoffen ja auf World Series 2024 zwischen den New York Yankees und den Los Angeles Dodgers. Der meiste Star-Appeal, die tollste Promi-Aufmarsch, die größten Medien-Märkte und damit das höchste Rating. Doch vor dem Traum-Finale (für mich wäre es eher Pest gegen Cholera😅) stehen Divisional und Conference Finals an, und da lauern Stolpersteine, auf die ich sehr hoffe.

AMERICAN LEAGUE

19.08: Cleveland Guardians – Detroit Tigers
Die Guardians sind fast unbemerkt (Achtung: Übertreibung) als zweitbestes Team der AL in die Play-offs einbezogen. Sie bestechen durch tolles Pitching, gerade der Bull Pen ist an guten Tagen fast unschlagbar.
Gutes Pitching ist auch die Grundlage des Laufs der Tigers, die in den beiden Wild-Card-Partien bei den Houston Astros nur 3 Runs zuließen. Gerade auf die Starting Pitcher wird es ankommen und hier vor allem auf Tarik Skubal, der in Spiel 2 am Montag auf den Mound treten dürfte.
Ich traue den Tigers eine Überraschung zu
🧠 Tigers.  ❤️Tigers

00:38: New York Yankees – Kansas City Royals
Die große Frage lautet: Kann das tolle Royals-Pitching auch Aaron Judge und Juan Soto einbremsem, die hintereinander an die Platte treten und in der Saison schon viel Unheil beim Gegner angerichtet haben. Das verhalf letztlich den Yankees letztlich zur besten Bilanz der AL. Was für die Royals sprechen könnte. Sie haben mit dem Einzug ins Divisional Final ihr Saisonziel übererfüllt nach dem furchtbaren Jahr 2003. Und das anspruchsvolle New Yorker Publikum, das letztlich mit nichts anderem zufriedenzustellen ist als mit Titel Nummer 28,  könnte unruhig werden wenn es nicht so läuft und ihr Team gar in Rückstand geraten sollte. Dann sind im Yankee Stadium auch schnell Buhs und Pfiffe zu vernehmen. Das Pitching der Yankees hinter Gerrit Cole ist vielleicht der Knackpunkt, wo die Royals angreifen können. Sie brauchen aber mit Sicherheit mehr Extra Base Hits als gegen die Baltimore Orioles.
🧠Yankees   ❤️Royals

NATIONAL LEAGUE

22.08: Philadelphia Phillies – New York Mets
Auf dem Papier haben die Mets keine Chance, aber warum sollten sie diese nicht nutzen. Sie schweben ja auf der Euphorie-Welle und haben mit starken Schlagmännern wie Francisco Lindor und Pete Alonso auch das Rüstzeug, den vermeintlich übermächtigen Phillies und sogar den außerordentlichen Pitchern um Zach Wheeler wehzutun. Andererseits ist die Line Up der Phillies durch die Bank (Play-off-Aufblüher Bryce Harper, Alex Bohm, Kyle Schwarber) für Hits und Homeruns gut, sie haben auch Play-off-Erfahrung und wissen, dass sich das Titelfenster für einige Stars langsam schließt. Das fanatische Publikum in Philadelphia, manchmal nahe der Unfairness, könnte auch einiges ausmachen.
🧠Phillies.  ❤️Mets

02:38: Los Angeles Dodgers – San Diego Padres
Kaum zu fassen, aber Superstar (ich versuche ja, dieses Wort selten zu gebrauchen) Shohei Ohtani bestreitet heute Nacht sein erstes Play-off-spiel. Und damit ist schon die größte Bedrohung für die Padres benannt. Der Japaner trifft die Kugel gut und vor allem weit, und wenn er auf Base ist, wird der gegnerische Pitcher unruhig, weil dann jederzeit eine gestohlene Base droht. Aber auch Mookie Betts und Freddy Freeman haben tolle Werte.
Brauchen die Padres also im südkalifornischem Duell gar nicht anzutreten? Gemach, gemach: Zum einen ist San Diego zurzeit von allen Teams am besten in Form. Sie haben sowohl gutes Pitching als auch gutes Batting. Ein Luis Arraez ist kaum von der Platte zu bekommen und erst recht nicht per Strike out, treibt den gegnerischen Pitch Count in die Höhe. Außerdem haben die Dodgers trotz toller Saison-Bilanzen fast schon ein Play-off-Trauma, verloren etwa letztes Jahr völlig überraschend gegen die Arizona Diamondbacks. Deshalb:
🧠Padres.  ❤️

42 reloaded? Oilers hoffen

Blick über den Teich, NHL

Edmonton Oilers – Florida Panthers 5:1 (3:3)

Kanada darf weiter hoffen. Auf den ersten Triumph eines Teams aus dem Mutterland des Eishockeys in der NHL seit 1993. Das sechste Spiel zu Hause in Edmonton gewannen die Oilers gegen die Florida Panthers letztlich klar mit 5:1 und erzwangen Spiel 7, das in der Nacht zu Dienstag in Sunrise/Florida stattfindet. Bis dahin haben beide Teams viel Zeit inklusive einiger Stunden im Flugzeug zum Nachdenken, zum Neujustieren, zum Heilen. Hier eher Rückenwind, dort plötzlich wieder große Besorgnis.

Zum Spiel möchte ich gar nicht mehr viel schreiben. Die Oilers starteten fulminant, und das 1:0 spsiegelt die Überlegenheit nur ungenügend wider. Im 2. Drittel gelang ihnen ein sehr frühes und ein sehr spätes Tor – 2 Tore bei insgesamt nur 4 Schüssen, das nenne ich mal effizient.
Das 1:3 früh im 3. Drittel ließ die Panthers hoffen, sie blieben sehr überlegen, allerdings ohne Erfolg und 2 Oilers-Tore ins leere Tor besiegelte die Niederlage.

4 Szenen zeigen die ganze Großartigkeit des Eishockeysports. Youtube ist euer Freund.

– Leon Draisaitls genialer Flip-Pass über einen gegnerischen Stock punktgenau zu Warren Foegele, der sicher einschoss zum 1:0.
– Zach Hymans unwiderstehlicher Kontersprint samt sicheren Torschuss zum 3:0.
– Alexander Barkovs elegantes Solo um mehrere Oilers-Verteidiger und überlegtes Einnetzen zum 1:3.
– Stuart Skinners Monstersave am Boden liegend, die Scheibe schnell weiterleitend zu Darnell Nurse, der ins leere Tor vollendete zum 5:1.

Draisaitl Watch
Der Kölner war viel agiler, präsenter als in den Spielen zuletzt. Sein Zauber-Assist war die Kirsche auf die Torte.

Meine 🇫🇮 Finnen
Alexander Barkov glänzte nicht nur mit seinem herrlichen Tor. Der Kapitän traf schon vorher zum vermeintlichen 1:2, das allerdings nach ausführlichem Viedeostudium von den Refs wegen Abseits aberkannt wurde. Für mich war das nicht 100 Prozent auflösbar, also war ein Überstimmen der ursprünglichen Entscheidung Tor mE nicht richtig.

Ausblick
Remember 42, habe ich getitelt. „42“ ist ja, wie jedermann weiß, die Lösung aller Rätsel der Welt, des Universums und des ganzen Rests. Wers wirklich nicht wissen sollte: Douglas Adams beziehungsweise dessen ersonnener Supercomputer Deep Throat hat das herausgefunden nach langem, langem Nachdenken. „42“ ist aber auch ein Gedenkstein des US Sport und speziell der NHL. 1942 war nämlich das einzige mal, dass ein Team nach einem 0:3-Spielerückstand eine Play-off-Serie noch drehen konnte, noch dazu in einem Finale, damals die Toronto Maple Leafs gegen die Boston Bruins. In der Geschichte der MLB hat es dieses Kunststück auch nur einmal gegeben (Red Sox vs Yankees), in der NBA noch nie (bei mittlerweile 156 Versuchen. Jetzt können die Oilers es auch packen, wieder also ein kandadisches gegen ein us-amerikanisches Team.
Und auch wenn die Partie in Sunrise/Florida stattfindet – sie müssen jetzt als Favorit gelten. Nicht nur wegen der Siege an sich. Vielmehr haben sie Florida-Goalie Sergej Bobrowski, in den ersten 3 Partien absolut überragend, entzaubert, dessen Fangquote rapide sinkt. Gerade der Russe war aber der Faustpfand, und jetzt wird er mit Sicherheit an die Finalserie 2023 denken, als er ebenfalls nicht seine besten Leistungen zeigte. Auf der anderen Seite wird Stuart Skinner stärker und stärker, und auch wenn seine brillante Aktion vielleicht nicht mehr spielentscheidend war, sie drückt das Ändern des Momentums bestens aus. Und da ist ja auch noch ein gewisser Conor McDavid, der beste Eishockeyspieler der Welt und erstaunlicherweise an keinem der 5 Tore direkt beteiligt.

Ansetzung
Di., 02:00: Florida Panthers – Edmonton Oilers (3:3)

Die Celtics – ein würdiger Meister

Hallo zusammen, nach Gott sei Dank nur kurzer OP-Pause melde ich mich wieder zurück. Viel ist passiert, und nachdem ich die NBA-Saison so intensiv begleitet habe möchte ich ihr Ende nicht unkommentiert lassen, auch nicht die NHL, wo die Finalserie zwischen Panthers und Oilers noch (oder wieder?) spannend ist.

Blick über den Teich

BOSTON CELTICS* – Dallas Mavericks 106:88 (4:1)

Spannend war es wirklich nicht mehr im TD Garden zu Boston. Nach ihrer Klatsche in Spiel 4 zeigten die Celtics von Beginn an, wer Herr im (Zu)hause ist. Zur Pause war schon alles entschieden beim Stand von 67:46 – der Rest war Schaulaufen. Ein banaler Grund: die furchtbare Dreierquote der Mavericks und insbesondere von Luka Doncic. Der Spielmacher traf in den letzten 3 Spielen nur 3 von 24 Versuchen – indiskutabel.

Mann des Spiels
Jayson Tatum: 31 Punkte, 11 Assists und 8 Rebounds – starke Zahlen, auch wenn auch er von der Dreierlinie extrem schwächelte (1/7). Hervorheben möchte ich aber Jrue Holiday, der beste Verteidiger der so starken Boston-Defese. Zu der überraschend auch Kristaps Porzingis seinen Anteil beitrug trotz der Verletzung, die eine OP unausweichlich machte.

Stark trotz der Niederlage
Trotz allem: Luka Doncic. Trotz lästigster Dauerbewachung ist er dasUm und Auf der Mavericks. 28 harterkämpfte Punkte sammelte er.  Seine Zweierquote war mit 10/16 herausragend. Allerdings erhielt er keine große Unterstützung. Gerade Kyrie Irving enttäuschte abermals im Bostoner TD Garden. Ein Lichtblick: Josh Green und siene 4/6 Dreier.

🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Maxi Kleber erhielt 13:26 Einsatzzeit. 2 Punkte, 3 Rebounds – alles andere als berühmt. Aber seine Verletzung behindert in sehr stark

Fazit und Ausblick
Mit den Celtics gewann das beste Team der NBA-Saison auch den Titel. Sie hatten die beste Bilanz im Grunddurchgang und waren in der K.o.-Runde nie gefährdet. 16:3 Siege sind schon sehr beeindruckend. Sie haben mit Jayson Tatum und Jaylen Brown ein herausragendes Duo. Brown wurde zum MvP gewählt, Geschmackssache, mir hätte es besser gefallen, wenn beide zusammen geehrt worden wären. Die beste Defense hat die Championship tatsächllich gewonnen. Vor allem Brown und Hliday leisteten gegen Doncic fantastische ArbeitMüßig zu spekulieren, ob ihnen die Bucks/Pacers/Heat in Bestbesetzung mim Osten mehr gefährdet hätten, ob sie in den Finals mit den Timberwolves oder Nuggets mehr Schwierigkeiten gehabt hätten.
Die Mannschaft bleibt zusammen, und sie ist ja bis auf Al Horford noch jung. Gerade Tatum, Brown und Holiday haben noch sehr gute Jahre vor sich. Klar, man muss abwarten, wie Porzingis seine OP übersteht, und seine Verletzungsanfälligkeit wird bleiben. Großer finanzieller Spielraum für echte Verstärkungen gibt es nicht.
Ähnlich schaut es bei den Mavericks aus. Doncic war schon sehr gut, aber er kann noch (viel besser werden, wenn er sich aufs Spielen konzentriert. Die dauernde Reklamerierei ist schon fast toxisch, hier muss Trainer Jason Kidd ansetzen. Kyrie Irving ist ebenfalls ein herausragender Spielr, der großen Anteil am Erreichen der Finalserie hat, wo er dann leider seine Bestform nicht abrufen konnte. Ansonsten ist auch hier viel Potenzial, zumal die erst im Februar verpflichteten PJ Washington und Daniel Gafford jetzt Zeit haben, in die Spielsysteme besser eingebunden zu werden.Gespannt bin ich, ob wie Kidd einen Dante Exum, einen Dereck Lively noch besser machen kann.

Ich freue mich schon auf die Saison 2024/2025

Die Oilers leben noch

Schafft Edmonton das Unmögliche. Die Hoffnung ist da nach dem beeindruckenden 5:3 in Spiel 5 der Finalserie bei den Florida Panthers, mit dem sie in der Serie auf 2:3 verkürzten. Und das liegt vor allem an Conor McDavid: 2 Tore, zwei Assists gelangen ihm in Sunrise. Er hält jetzt bei 40 Play-off-Scorerpunkten, das haben in einer Saison nur die absoluten Legenden Wayne Gretzky und Mario Lemieux geschafft. Die Bilanz der Finalserie. In den ersten 3 Spielen gerade mal 3 Assists, bei den beiden Siegen zuletzt: 3 Tore, 5 Assists

Draisaitl-Watch
Im Punkte-Tief. Der Kölner kommt einfach nicht ins Rollen. Weiter in der Finalserie ohne Torerfolg und nur 2 Assists. Am Dienstag in Sunrise auch nur ein Schuss und nur 40 Prozent der Bullys gewonnen.

Ausblick
Es geht jetzt wieder nach Edmonton, wo in der Nacht zu Samstag Spiel 6 ansteht. Die Oilers mit Rückenwind, die Panthers mit Sorgen. Noch haben sie die Statistik auf ihrer Seite und eben die 3:2-Führung. Aber 1942 rückt näher, als zum ersten und einzigen Mal die Toronto Maple Leafs in einer Finalserie einen 0:3-Rückstand noch drehen konnten, damals gegen die Boston Bruins. Ein Faustpfand der Oilers ist dann dieser Draisaitl, der ja das Eishockeyspielen und Toreschießen nicht verlernt haben kann. Wenn der auch noch aufblüht …

Ansetzung
Sa., 02:00: Edmonton Oilers – Florida Panthers (2:3)