von Münchner Löwe | März 3, 2026 | bundesliga, Fußball, ski alpin, Wintersport, Wochenrückschau
Olympia-Nachwehen im Wintersport und natürlich Fußball.
Dortmunds Abgesang für diese Saison
Champions-League-Aus und das Ende der (eh nur geringen) Meisterschaftsträume. Borussia Dortmund erlebte eine Woche zum Vergessen. Insbesondere das 1:4 bei Atalanta Bergamo (nach 2:0 im Hinspiel) hallt bestimmt noch eine Weile nach, nicht nur, weil die fest eingeplanten Achtelfinal-Einnahmen in Höhe von 11 Millionen Euronen plus ausverkauftem Wetfalenstadion jetzt fehlen. Der insgesamt desaströse Auftritt zeigte, dass es dem BVB an allem fehlt, was eine echte europäische Spitzenmannschaft ausmacht. Die Einstellung war vielleicht sogar noch in Ordnung, die fehlende Klasse eines Bensebaini oder Can oder Guirassy oder Beier erschütternd. Atalanta ist sicher ein sehr gutes Team, aber doch nach dem Europa-League-Triumph von 2024 arg gerupft. Zuletzt verließ Lookman, der dreifache Torschütze im Finale gegen Bayer Leverkusen, den Verein in Richtung Atlético Madrid. In der Serie A sind die Bergamasken gerade mal Siebter, die erneute Qualifikation für die Champions League scheint schon außer Reichweite.
Doch gegen Dortmund drehten sie den 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel. Fast problemlos, wie es schien. Die haarsträubenden Abwehrfehler des BVB taten das Übrige, und das absurde Zustandekommen des letztlich entscheidenden Elfmeters in der letzten Minute der Nachspielzeit darf als Blaupause eines für die absolute Spitze nicht wettbewerbsfähigen Kaders herangenommen werden. Ein völlig sinnloser Chip von Schlussmann Gregor Kobel in die Füße eines Italieners, und eine noch sinnlosere KungFu-Grätsche von Benebaini im Strafraum führten zum Strafstoß und dem Knock out.
Am Samstag folgte zwar ein sehr ansehnliches Spiel gegen den Branchenprimus FC Bayern, am Ende aber siegten die Münchner nach dem munteren und von beiden Seiten sehr engagiert geführten Schlagabtausch mit 3:2 und entschieden die Meisterschaft. Nein, noch nicht rechnerisch, aber angesichts von 11 Punkten Vorsprung und dem uneinholbar besseren Torverhätlnis hat kein vernünftiger Mensch noch Zweifel am Titel.
Für die Dortmunder ist die Saison damit faktisch beendet: International sind sie nicht mehr vertreten, im Pokal ebenfalls ausgeschieden. Meister können sie nicht mehr werden, aus den Champions-League-Plätzen können sie angesichts von 8 Punkten Vorspurng auf Platz 5 auch nur noch in der Theorie fallen. Bleiben also nur das Pseudo-Ziel Platz 2 (klar, etwas höhere Prämien und ansehen) und für die Nationalmannschafts-Aspiranten zehn Partien zum Vorspielen, damit sie Julian Nagelsmann erwählt. Ein Kriterium des Bundestrainers dabei: jedes Tor frenetisch bejubeln.
Atalanta jetzt gegen Bayern
Für insgesamt 5 deutsche Teams geht es ab nächster Woche international weiter. Das mögliche deutsche Duell in der Champions League fällt aus, denn die Losfee bescherte dem FC Bayern Dortmund-Bezwinger Atalanta und Bayer Leverkusen bekommt es mit dem FC Arsenal zu tun, eine wahthaft herkulische Aufgabe für die Werkself gegen den englischen Tabellenführer.
In der Europa League qualifizierte sich der VfB Stuttgart fürs Achtelfinale und trifft dort auf den FC Porto (mehr klingender Name als wirklich formstark). Der zuvor schon gesetzte SC Freiburg bekommt es mit dem belgischen Vertreter KRC Genk zu tun.
Der FSV Mainz schließlich ist in der Conference League noch dabei: Der Achtelfinal-Gegner heißt Sigma Olmütz aus Tschechien. Klingt machbar, die zwei Partien sind aber doch störend im Abstiegskampf.
Emma Aicher auf Punktejagd
Die zweifache Silbermedaillengewinnerin kam mit reicher „Beute“ zurück von den Rennen in Soldeu/Andorra. In der Abfahrt wurde sie Fünfte, einen Super-G gewann sie und in einem wurde sie Zweite. Macht insgesamt satte 225 Zähler. Damit halbierte sie den Rückstand auf die Weltcup-Führende Mikaela Shiffrin, die Speedrennen in dieser Saison fast ausschließlich auslässt. Jetzt beträgt der Rückstand auf die Slalom-Olympiasiegerin „nur“ noch 219 Punkte, am nächsten Wochenende stehen im Val die Fassa noch mal 3 Speedrennen an (offenbar wieder ohne Shiffrin), in denen Emma Aicher weiter aufholen (sogar überholen?) kann. Etwaige Hochrechnungen sind noch zu früh, aber mir kann niemand erzählen, dass sie nicht von der Deutschen selbst angestellt werden …
Gerade bei ihrem Sieg am Samstag zeigte Aicher ihr unfassbares Skigefühl und ließ der Konkurrenz nicht den Hauch eine Chance. Warum nicht bei Olympia?, schoss es mir durch den Kopf, dann hätte sie auch noch eine Goldene um den Hals hängen.
Und sonst?
- Aufstand im Bundesliga-Keller: St. Pauli schien schon abgeschlagen, jetzt landeten die Hamburger bei
Bayer Levekusen 1899 Hoffenheim einen 1:0-Überraschungssieg und verließen die Abstiegsränge. Auch Werder Bremen siegte nach zuvor 13 Partien ohne vollen Erfolg. Ob das mühsame 2:0 gegen das abgeschlagene Heidenheim (damit wohl sicherer Absteiger) wirklich die Kehrtwende ist, wird sich zeigen. Trübe schaut es mittlerweile für den VfL Wolfsburg aus (nicht dass ich und der gemeine Fußballfan darüber besonders unglücklich wären). Trotz des deprimierenden 0:4 beim VfB Stuttgart und dem Absturz auf Rang 17 halten die Vverantwortlichen (die wahren Schuldigen an diesem Desaster!) an Trainer Daniel Bauer fest, die Partie nächsten Samstag gegen den HSV dürfte aber die letzte Chance des Cheftrainers sein, der erst im November im Amt ist.
- Hanfmanns Erfolgslauf: Der deutsche Tennisprofi kann auf eine sehr erfreuliche Woche in Santiago zurückblicken. Beim Turnier in der chilenischen Hauptstadt wurde er erst im Finale von einem sehr gut aufspielenden Darderi gestoppt. zuvor hatte er völlig überraschend den Argentinier Francisco Cerundolo aus dem Turnier genommen.
Weniger gut lief es für Alexander Zverev. Beim Turnier in Acapulco war schon in der 2. Runde Schluss, der Serbe Kecmanovic erwies sich als zu stark. Den Sieg im mexikanischen Urlaubsort (fernab der Anschläge) sicherte sich mit Cobolli ein weiterer Italiener.
Weitere Turniererfolge in dieser Woche feierten die Frauen Peyton Stearns (Austin) und Cristina Bucsa (Merida) sowie Daniil Medwedew in Dubai.
- Die Flugshow des Domen Prevc: Olympia verlief für den Slowenen nicht nach Wunsch, trotz der Goldmedaille im Mixed-Teamspringen. Auf der Flugschanze am Kulm zeigte er wieder seine Ausnahmeklasse. Er gewann am Wochenende beide Tageswertungen und stellte mit 245,5 Metern einen neuen Schanzenrekord auf
Apropos Kulm: Erstmals durften auch Kombinierer auf eine Flugschanze. Johannes Lamparter nutzte die Gelegenheit und segelte auf 235 Meter. Allerdings musste er mit den Händen in den Schnee greifen (Volksmund: er rodelte), es wurden also viele Wertungspunkte abgezogen. Den Sieg in der Kombination schnappte ihn deshalb im Langlauf noch Ilkka Herola weg. Der finnische Aufschwúng bei den Kombinierern (3 Olympia-Meaillen) fand also eine würdige Fortsetzung.
von Münchner Löwe | März 1, 2026 | Wintersport
Meine selbstverordnete Kurz-Pause war nur einmal ernsthaft in Gefahr: nach dem indiskutablen Auftritt des deutschen Eisschnelllauf-Chefs Matthias Große, der auch den letzten Funken Anstand und auch sämtliche Gepflogenheiten einer kritischen Auseinandersetzung vemissen ließ.
Was war passiert? Der deutsche Eisschnelllauf-Verband lud zu einer Presse-Konferenz, so weit, so normal. Diese fand im Müggelturm in Berlin-Köpenick statt, das sich im Eigentum von des Verbands-Chefs Große befindet, schon ungewöhnlicher, aber im verfilzten deutschen Funktionärstum ist auch derlei schon vorgekommen. In seiner Eigenschaft als Hausherr lud Große die beiden ARD-Journalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus von der Pk aus, er machte von seinem Hausrecht Gebrauch, noch ungewöhnlicher, aber mit deutschem Recht vereinbar: Niemand muss ihm nicht genehme Personen auf sein Grundstück lassen. Was eher nicht geht: Privatleben und öffentliche Funktion (das ist Große nun mal der Verbands-Chef einer olympischen Sportart, die öffentliche Gelder erhält) zu verquicken. Auf neutralem Gebiet wäre ein solcher Ausschluss schlicht undenkbar.
Hajo Seppelt und Jörg Mebus wurden nicht eingeladen, weil sie noch vor Olympia ein äußerst kritisches Stück über die DESG und deren Chef verfasst hatten. „Ein Klima der Angst“ herrsche dort, war ein Punkt, vorn absurden Zahlungen war die Rede. Genau diese kritischen Berichterstattung (und das eher dürftige Olympia-Abschneiden) sollte Thema der Pk werden. „Denunziation, Unwahrheit, Rufmord, Lügner, Hass, Kaputtmacher, Schmutzkampagne, Mist“, so beschimpfte Große aufs Übelste die beiden Abwesenden, mit denen er „nur noch per Anwalt“ kommunzieren wolle.. Er verstieg sich sogar in die irre Behauptung, allein der ARD-Bericht sei Schuld am schlechten Abschneiden der deutschen Athleten in Mailand („Sie haben uns gecrasht“), die noch hinter den eh schon geringen Erwartungen geblieben waren und im Shorttrack gar nicht erst am Start.
Es ist natürlich das gute Recht von Große, Kritiker ebenfalls zu kritisieren. Was gar nicht geht, sie mundtot zu machen aufgrund persönlicher Eitelkeiten. Hajo Seppelt ist auch nicht ein x-beliebger Journalist, er gilt als einer der wenigen in der ARD und überhaupt im deutschen Journalismus (Thomas Kistner/SZ, Jens Weinreich fallen mir spontan ein), die sich des Dopings verschrieben haben und dortige Misstände (manchmal auch nur vermeintlich) aufdecken, fast schon eine Lebensaufgabe. Unter anderen geriet Claudia Pechstein in seine Fänge, in den 2000ern nicht nur die dopingumwitterte Eisschnellläuferin, sondern eben auch die Lebensgefährtin von Matthias Große. Persönliche Fehden bestehen also seit mehr als 15 Jahren (immerhin: das Messer der Vendetta wurde noch nicht gezogen). Dieser Hass auf Seppelt dürfte der Hauptgrund der Ausladung sein.
Der Vorfall darf nicht ohne Konsequenzen bleiben. Immerhin wird auch die DESG vom deutschen Steuerzahler alimentiert, und dieser hat das Recht, dass nicht ein wildgewordener Verbands-Chef seine persönlichen Streitigkeiten austrägt – und zwar jenseits aller Gepflogenheiten. Das Ausladen zweier Journalisten ist in einem Rechtsstaat samt Grundrecht der Meinungsfreiheit und -Vielfalt ein absolutes No go (noch sind wir nicht in Trumpistan). Nichts anderes als ein sofortiger Rücktritt von Große (oder eben Rauswurf durchs Innenministerium) müsste die Folge sein.
Zunächst einmal wird es allerdings nur gegenseitige Klagen ARD/Große geben. Die einzigen sicheren Gewinner: Anwälte, die einzigen sicheren Verlierer: die Sportler.
von Münchner Löwe | Feb. 23, 2026 | Winterspiele 2026, Wintersport
Das waren sie also, die 25. Olympischen Winterspiele: Faszinierend, nervend, Freud und Leid wie immer sehr nah beieinander.
The day after: Zeit noch für eine Bilanz, die ich in zwei Teile aufdröseln werde. Ein allgemeiner Eindruck meiner (Fernseh)spiele und meine ganz persönlichen Höhepunkte und Momente. Eigentlich wollte ich noch die DeutschInnen beleuchten – ich muss passen.
Noch eine Anmerkung: Danach mache ich diese Woche Pause, melde mich vielleicht zum sog. deutschen Clasico wieder, vielleicht aber auch erst nächste Woche erst.
Die Spiele, wie wars, was bleibt
Zum ersten Mal seit 2006 wieder Winter-Olympia in Mitteleuropa, nach drei eher verheerenden Austragungen in Sotschi, Pyeongchang und Peking. Und auch wenn sicher nicht alles hunderprozentig gepasst hat mit der Stimmung, mit den Austragungsstätten: Es war ein Vergnügen, Wintersport vor einer echten Wintersportkulisse und echter Begeisterung zu verfolgen.
Nachhaltige Spiele sollten es werden, und trotz neuer Bobbahn in Cortina und arg (unnötig?) modernisierter Biathlon-Stadions in Antholz, das gelang im Großen und Ganzen. Allerdings war der Preis sehr hoch, vielleicht für Olympia sogar zu groß. Da die Veranstalter zum größten Teil auf bestehende Anlagen setzten, diese naturgemäß in den italienischen Alpen weit entfernt voneinander sind, gab es nie das große Miteinander der Sportarten. Leider war auch viel Lokal-Patriotismus und Regional-Proporz im Spiel. Der größte Fehler: Brormio sollte unbedingt dabei sein, deshalb mussten die männlichen Alpinen dorthin, obwohl sie in Cortina beste Bedingungen gehabt hätten.
Für uns als Fernsehzuschauer war das das auch nicht viel anders als ein Weltcup-Wochenende, an dem beliebig zwischen den Orten hin- und hergeschalten wird.
Ein Ausblick auf 2030 verheißt da nichts Gutes: Gastgeber sind die französischen Alpen, mit dem einen Cluster hier und dem anderen Cluster dort, mehrere Autostunden entfernt. Und offenbar wieder der Irrsinn, dass die alpinen Männer und Frauen getrennt werden.
Alles in allem hat die Organisation glänzend funktioniert. Auch mit Wetter-Umschwüngen von kalt zu warm zu Schneesturm und -Schmelze kam man gut zurecht (es gibt immer welche, die mosern). Die Sportstätten erwiesen sich als größtenteils absolut olympia-würdig, ausklammern würde ich die Techniker-Disziplinen in Bormio (zu flacher Hang) und der offenbar viel zu einfache Skicross-Kurs.
Auch wenn es ein paar merkwürdige und diskutable Vorfälle gab (etwa beim Curling und Skilanglauf), ich hatte das Gefühl, dass es äußerst fair zuging (Noten-Gemeckere beim Eiskunstlauf gehört einfach dazu!). Der gegenseitige Respekt war da (der Kniefall der Zweiten Stjernesund und Hector vor Triumphatorin Brignone muss jetzt nicht der erwartbare Maßstab sein) und auch die Akzeptanz der Niederlage. Beispielhaft der haushohe Favorit Ilia Malinin, der sich nach seiner komplett missglückten Kür den Medien stellte.
Das IOC
Spielte mal wieder eine höchst unwürdige Rolle. Es war ja der erste große Auftritt der neuen IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, und sie schien in all den politischen und machtpoltischen Kombinen hoffnungslos überfordert. Der unwürdige Rauswurf des Ukrainers Wladislaw Heraskeytsch, der seinen Skeleton-Helm mit Fotos von getöteten ukrianischen Sportlern versah, war nur der traurige Höhepunkt. Der größte Skandal der Spiele, eine unfassbare Entscheidung aus vorgeschobenen Gründen (Trauer wurde als politische Willensbekundung ausgelegt). Das IOC wollte keine Politik in den Spielen, und es hat so politisch gehandelt wie keine andere Instititution. Dass Frau Coventry ob dieser Entscheidung auch noch in Tränen ausbrach, obwohl allein ihr IOC diese verantwortete, war für mich der Gipfel der Heuchelei.
Es gibt ein böses Foto mit Coventry und ihrem Vorgänger Thomas Bach im Hintergrund. Die unsichtbaren Marionettenfäden, die der Deutsche in der Hand hatte, sprangen mir förmlich ins Auge.
Ansonsten der übliche Trump-Irrsinn, auch wenn der US-Präsident doch nicht zum Eishockey-Finale und zur Schlussfeier kam. Wie üblich hetzte er in unfassbarer Weise gegen US-Athleten, die mit dem jetzigen Zustand des Landes nicht hundertprozentig einverstanden waren. Man stelle sich vor, Friedrich Merz würde einen deutschen Rodler als Komplettversager und ganz schlimme Person beschimpfen. Keinen Tag länger würd er sein Amt behalten können. In den USA ist derlei an der Tagesordnung. Für die MAGA-Spiele im Sommer 28 in Los Angeles steht das Schlimmste zu befürchten. 1936 könnte da wie ein Kindergeburtstag erscheinen.
Das Fernsehen (Streams)
Wer wollte, konnte sich vom linearen Fernsehen komplett lösen. Man wurde zum eigenen Regisseur, hatte dank der allumfassenden Streams Zugriff zu jeder einzelnen Entscheidung, zu jedem Curling-Vorrundenspiel, gerne auch relive, also als Aufzeichnung. Das hatte den Riesen-Vorteil, dass mir das Gelaber in den öffentlich-rechtlichen erspart blieb, allerdings auch den Nachteil, dass einem auch gute Interviews (die gab es!) durch die Lappen ging. Die Streams funktionierten ohne Beanstandung, zwar war das Menü von Discovery an Unübersichtlichkeit kaum zu übertreffen, aber irgendwann hatte ich es raus. Der größte Vorteil hier: Wenn mir die deutsche Plaudertasche wie Matthias Stach („Übrigens …“) beim Eisschnelllauf zu sehr auf die Nerven ging, konnte ich zu englischen (oder holländischen) O-Ton wechseln. Ein Genuss für Ohren und Nerven (wem holländisch gefällt).
ARD und ZDF blieb ich weitestgehend fern. Deshalb erspare ich mir Anmerkungen zu den ReporterInnen und den ExpertInnen. Die leider weniger Experten sind, sondern die schlimmsten Fanboys der deutschen Athleten. Nachvollziehbar, weil sie diese gut kennen, aber komplett unjournalistisch. In Grenzen erträglich, wenn aber jemand wie beim Skicross wiederholt hofft, dass die Sportler vorne doch endlich, endlich stürzen mögen, („hoffentlich krachen die endlich zusammen!“), damit der hinterherfahrende Deutsche doch noch weiterkommt, ist es schlicht indiskutabel.
von Münchner Löwe | Feb. 16, 2026 | Allgemein, Biathlon, Winterspiele 2026, Wintersport
Pflichtprogramm
14:30: Biathlon-Staffel, Männer
4 Athleten pro Nation gehen nacheinander (Ablösung per Handauflegen) auf die 7,5 Kilometer, mit Liegend- und Stehendschießen. Je 5 Schüsse auf die Scheiben, wer nicht alle abräumt, bekommt jeweils 3 Nachlader, danach drohen Strafrunden. Immer wieder ein extremer Spannungsmoment, weil beim Stehen schnell die Beine das Zittern anfangen, weil der Puls zu tief sinkt, die berühmte Nähmaschine.
Es gibt 3 klare Favoriten auf die Medaillenränge: Frankreich, Norwegen und Schweden (alphabetische Reihenfolge, nicht meine Bewertung) dürften die Plätze 1 bis 3 unter sich ausmachen, wenn alles normal abläuft. Die Hoffnung der Hinteren (Deutschland, Italien): Wann läuft eine Biathlon-Staffel schon normal ab?
16:22/16:41: Eisschnelllauf, Mannschaftsverfolgung Finale, Männer und Frauen
2 Teams à 3 Läuferinnen (oder Läufer) laufen gegeneiander 3000 Meter. Möglichst dicht beeinander (sie dürfen sich sogar berühren) und mit Führungswechseln wegen Luftwiderstand. Jede halbe Runde wird der Abstand der Teams gemessen. Wenns knapp ist, ist die Spannung unerträglich.
Zuvor werden noch die Halbfinali ausgetragen; bei den Frauen USA vs Kanada und Holland vs Japan, bei den Männern Holland vs Japan und USA vs China. Oranje zweimal bowen?, dem Holland-durchsetzen Publikum würde es gefallen …
Wird sicher spannend
10:00/13:30: Nordische Kombination, Großschnze und 10 Kilometer
Ein Sprung und dann wie gehabt die Gundersen-Methode. der Sprungbeste geht als Erster in die Loipe, die Platzierten folgen je nach ihren Sprung-Abständen. Das heißt: Der Erste im Ziel nach 10 Kilomtern ist auch der Goldmedaillen-Gewinner.
Athleten von 3 Nationen haben zuletzt fast alle Weltcups unter sich ausgemacht: Norweger, Deutsche und Österreicher. Tatsächlich AthletEN, denn Frauen sind in der Noko für Olympia nicht vorgesehen. Angeblich zu wenige aus zu wenigen Nationen. Was für eine Sauerei angesciths der lachhaften Rodel-Konkurrenzen mit 5 wettbewerbsfähgien Teams.
Für die Deutschen lief es im ersten Wettbewerb von der Noralschanze wenig berauschend, auch die Trainingsergebnisse vom Großen Bakken sind bestenfalls ordentlich zu nennen. Wieder gut sind die Ösis um Johannes Lamparter und Norge um Öftebrö. Und vielleicht wieder ein Finne, diesmal Herola?
12:10: Eishockey, Männer, Zwischenrunde
Obs wirklich spannend wird, sei mal dahingestellt. Das deutsche Team trifft auf Frankreich, und die NHL-Profis um Leon Draisaitl sind klarer Favorit. Auch die weiteren Partien Schweiz vs Italien (12:10), Tschechien Dänemark (16:25) und Schweden – Lettland (21:10) dürften für das jeweils erstgenannte Land klare Angelegenheiten werden. Für die heißt es auch: Kraft sparen, denn schon am Mittwoch stehen die Viertelfinali gegen dann ausgeruhte Teams an.
Und sonst?
- Bob, Zweier der Männer: Vielleicht sogar ein deutscher Sweep, also Gold, Silber und Bronze für Team Germany. Zumindest führte nach 2 von 4 Läufen Deutschland (Lochner) vor Deutschland (Friedrich) vor Deutschland (Ammour). Zumindest die USA können den Dreier noch verderben.
von Münchner Löwe | Jan. 20, 2026 | Allgemein, Fußball, ski alpin, Wintersport, Wochenrückschau
Ski-Gott Odermatt, deutsches Handball-Glück und Absurdes vom Afrika-Cup
Brignones wundersames Comeback
Es war die Story des Riesenslaloms von Kronplatz, der am heutigen Dienstag ausgetragen wurde. Italiens Ski-Heroin Federica Brignone war nicht ur erstmals seit ihrem Schien- und Wadenbeinbruch im April wieder am Start, sie überzeugte auch durch zwei mehr als ansprechende Fahrten und wurde am steilsten hand der Saison (Neigung zum Teil 65 Prozent) erstaunliche Sechste, fuhr also als beste Italienein sofort wieder mitten in die Weltelite und landete unter anderem vor den Spezialistinnen Paula Moltzan und Valerie Grenier.
Nur mit dem Sieg und auch mit dem Podest hatte sie nichts zu zun. Den sicherte sich erneut Julia Scheib, mit der Österreich in seiner lange schwächsten Disziplin plötzlich eine absolute Siegläuferin hat und Gold-Favoritin fürs Rennen bei Olympia. Scheib raste von Rang 3 kommend noch an Camille rast und Sara hector vorbei und sicherte sich ihren vierten Saisonsieg.
Odi, Herrscher am Lauberhorn
Wenn es denn eine Abfahrt gibt, die Marco Odermatt auf dem Leib geschneidert ist, dann ist es Lauberhorn in Wengen. Obwohl wegen des Windes stark verkürzt (Start direkt am Hundsschopf), war der Schweizer eine Klasse für sich und triumphierte mit 79 Hunderststelsekunden Vorsprung auf Vincent Kriechmayr und den erstaunlichen Italiener Giovanni Franzoni.
Odermatt triumphierte im Schatten der Bergriesen Eiger, Jungfrau und Mönche zum vierten Mal in Folge und löste Landsmann Beat Feuz als Rekordmann ab. „Ich hab fast ein schlechtes gewissen“, bekannte er im SRF. Schon vor einer Woche hatte er in Adelboden eine Rekordmarke eier Skilegende eingestellt, als er zum fünften Mal den Riesenslalom an diesem traiditonshang für sich entschied. Da Odi noch einige Jahre Skifahren vor sich hat, dürfte er auch hier bald ganz allein ganz oben in der Liste der Sieger stehen.
Wenn ich schreibe, „erstaunlicher Franzoni“, bezieht sich das auf den Super-G. Tags zuvor hatte der Italiener in dieser Disziplin für mich reichlich überraschend gesiegt (trotz guter Trainingsergebnisse). Das Rennen war fast 15 Sekunden länger und mit allen Schweirigkeiten der Strecke gespickt, und Franzoni düpierte mit einer Glanzfahrt die Konkurrenz. Zweiter wurde Stefan Babinsky mit seinem besten Karriere-Ergebnis im Weltcup for Franjo van Allmen, der sich vor Odermatt den letzten Podestplatz sicherte.
Im Slalom dominierte ganz klar die norwegische Schiene: Atle McGrath triumphierte vor seinem besten Freund Lucas Braathen (für Brasilien startend) und Henrik Kristoffersen. Wie herzlich Braathen seinem Kumple gratulierte, so sieht Fairness aus. Best of the Rest wurde der Schweizer Weltmeister Loic Meillard, Linus Strasser klassierte sich als einziger Deutscher in den Weltcuprängen und wurde letztlich Elfter, mit 2,65 Sekunden Rückstand auf den Sieger (ohne eklatanten Fehler, die muss er bis zum Olympiarennen in einem Monat finden).
Aichers Triumphfahrt
Sie kann alles (außer Riesenslalom), das wissen alle. Am Sonntag brachte Emma Aicher im Super-G endlich mal wieder eine fast fehlerfreie Fahrt ins Ziel, und siehe da, die grüne „1“ leuchtete auf, und dies sollte an diesem strahlenden Wintertag keiner anderen Läuferin mehr gelingen. Es ist der zweite Saisonsieg der vielseitigen Deutschen mit schwedischen Wurzeln nach dem Abfahrtssieg Mitte Dezember in St. Moritz. Im Gesamtweltcup katapultierte sie sich auf Platz 3, allerdings mit Respektabstand zur Führenden Mikaela Shiffrin. Die hat zwar beschlossen, dass sie keine Abfahrten (und voererst auch keine Super-Gs) mehr fährt, dafür gewinnt sie (fast) jeden Slalom. Wie am vergangenen Dienstag den Nachtslalom von Flachau, als sie vor Landsfrau Paula Moltzan und der Österreicherin Katharina Truppe triumphierte, zum 7. Mal im 8. Saisonrennen.
Handballer plötzlich mit weißer Weste
Die beste Nachricht ereilte die deutschen Handballer schon vorm abschließenden Vorrundenspiel gegen Spanien. Da nämlich hatten die Österreicher Serbien bezwungen, und damit stand fest, dass die Mannschaft um die überragenden Torhüter Wolff und Späth auch mit einem knappen Sieg die Hauptrunde erreichen würde und dies sogar ohne Punktverlust, weil aufgrund der EM-Arithmetik die Niederlage zuvor gegen Serbien aus den Ergebnissen fallen würde.
Die Partie gegen Spanien war dann die erwartet zähe Angelegenheit. Das deutsche Team lag zwar fast die gesamte zeit in Führung, aber nie mit mehr als drei Toren, was im Handball wahrlich kein geruhsames Polster ist. Doch in den entscheidenden Phasen konnten sich die Deutschen auf ihren Schlussmann verlassen (im Gegensatz zu den Iberern auf ihren Mann zwischen den Pfosten). Diesmal war es vor allem der junge David Späth, der mit ein paar Glanzparaden den spaniern den Zahn zog. Am Ende stand es 34:32, das reichte zum Gruppensieg.
In der Hauptrunde ab Donnerstag warten jetzt allerdings mit Dänemark, Frankreich, Norwegen und Portugal durchweg höher einzuschätzende Kontrahenten. Eine gewaltige Steigerung muss also her, soll das Ziel „Halbfinale“ Wirklichkeit werden, dafür wäre nämlich ein Platz unter den ersten zwei notwendig.
Skandal beim Afrika-Cup
Schon vor dem Finale beim Afrika-Cup zwischen Gastgeber Marokko und Senegal ging es hoch her. hier die Mahgreb-Staaten, dort Zentralfrika – mit gegenseitigen Vorwürfen. Einer lautete: Der afrikanische Verband würde alles tun, dass die Marokkaner auch den Titel holen würden.
Zunächst blieb im Finale am Sonntag in Rabat alles im Rahmen, bis sich in der Nachspielzeit der kongolesische Schiedsrichter zu einem der Hauptdarsteller aufschwang. Zunächst verweigerte er aus eher fadenscheinigen Gründen einen Treffer Senegals, und sein verfrühter Foulpfiff machte auch eine Video-Überprüfung unmöglich. Minuten später entschied er nach einem Zupferchen an Real-Star Brahim Diaz nach minutenlanger VAR-Konsultierung auf Strafstoß, mindestens umstritten, für mich indiskutabel. Die Situation eskalierte. Wutentbrannt verließen mehrere Senegalesen das Feld, angestiftet von ihrem Trainer. Ein Spielabbruch drohte – mit ungeahnten Konsequenzen für alle Beteiligten.
In solchen Fällen ist es notwendig, dass zumindest einige Akteure kühlen Kopf behalten. Hier war es Sadio Mané, der senegalesische Kapitän. Er blieb nicht nur auf dem Feld, sondern signalisierte zunehmend vehement, dass bitte auch seine Mitspieler die Wut runterschlucken sollten und die Partie würdig beenden sollten. Manes* Wort ist in Senegal Gesetz (seitdem er das Land vor 4 jahren als Kapitän zum Afrika-Sieger führte), und tatsächlich bequemten sich die Spieler zurück aufs Feld.
Dort begann das nächste Drama, der Elfmeter. Der marokkanische Superstar Diaz sollte es richten, Torschützenkönig des Turniers und einer der besten Spieler. Diaz lief also an im mittlerweile strömenden Regen zu Rabat, und er entschied sich zu einem „Panenka“. Jener unfassbar frechen Variante also, in dem der Ball nur in die Mitte geschlenzt wird ohne Tempo, in der Hoffnung der Torwart werde schon in eine Ecke fliegen. Der Tscheche Antonin Panenka wurde so berühmt 1976 in Belgrad im EM-Endspiel gegen Deutschlands Sepp Maier im Elfmeterschießen, nicht so aber Diaz. Senegals Schlussmann Fernando Mendy nämlich hatte den Braten gerochen, bleib stehen und hatte nicht die geringste Mühe, den Ball abzufangen.
„Alles abgesprochen“, hieß es später in den aszialen Netzen verdrossen, und das war tatsächlich auch mein erster Gedanke. Bis ich in die verzweifelten Augen von Diaz schaute. Verzweiflung darüber, dass er nicht Marokko zum ersten Afrika-Triumph sein 1975 (1975!) geschossen hatte. Wenn das geschauspielert war, dann herzliche Gratulation zum nächsten Oscar!
Also Verlängerung: Es kam fast, wie es kommen musste. Mit einem Gewaltschuss in den Winkel bezwang Senegals Pape Gueye Marokkos vorzüglichen Schlussmann Bono, und dieses eine Tor sollte reichen. Afrika-Triumph für Senegal, der zweite nach 2022.
Immerhin durfte sich Marokko über den Fairnesspreis freuen, und diese Auszeichnung ist mindestens so absurd wie der FIFA-Friedenspokal für Donald Trump. Mit Fairness hatte es nämlich wenig bis nichts zu tun, wie sich Marokko übers (gut organisierte) Turnier gerierte. Den Vogel schossen am Finaltag die Balljungen ab, die mit Unterstützung von Ersatzspielern immer wieder versuchten, das Handtuch von Senegals Torhüter Mendy zu stehlen, damit dieser sich nicht die regennassen Handschuhe abtrocknen konnte. Es ging so weit, das Senegal seinerseit den Ersatztorwart abstellte, der danach nichts anderes zu tun hatte, als die fortwährenden Angriffe auf Mendys Eigentum abzuwehren. Famos bewältigte er diese Aufgabe.
Das mag afrikanisch-folkoristisch klingen (wie wir diesen Afrika-Cup lieben gelernt haben), ist aber schlicht bodenlos und ein katastrophales Zeichen im Hinblick auf die WM 2030, die ja in Marokko, Spanien und Portugal stattfinden wird. Auf keinen Fall daaarf eine derartige Unverfrotenheit mit einem Fairnesspreis bedacht werden, wenn da nicht mein Freund Gianni Infantino seine widerwärtigen Schleimpfoten im Spiel hatte.
von Münchner Löwe | Jan. 13, 2026 | basketball, Biathlon, Fußball, Handball, NBA, ski alpin, Wintersport, Wochenvorschau
Sport satt, nämlich Fußball, Handball-EM und Wintersport
Bundesligisten im Doppeleinsatz
Der kurze Zeit sehr strenge Winter ist offenbar wieder dabei, der Englischen Woche in der Fußball-Bundesliga steht nichts mehr entgegen – außer Tauwetter, siehe Hamburg. Der 17. Spieltag m Dienstag/Mittwoch – nicht zu vergessen das Topspiel zwischen Augsburg und Union am Donnerstag, komplettiert die Hinrunde, die Rückrunde startet am Wochenende. Partien, die es sich vielleicht lohnt zu gucken, sind während der Woche Stuttgart vs Frankfurt (Di., 18:30), eine Art Best of the Rest neben den Großen, HSV – Leverkusen (Di., 20:30, abgesagt wg. Tauwetters) und Köln vs Bayern (Mi., 20:30). Letztere Partie nur unter dem Gesichtspunkt, ob Rib und Rob (Ribéry und Robben) mit Oliseh und Diaz tatsächllich Zauber-Nachfolger gefunden haben und wie hoch letztlich tatsächlich die Hinrunden-Rekordtormarke (zurzeit 63) der Bundesliga-Geschichte gesetzt wird.
Am Samstag zum Topsiel des Tages müssen die Münchner dann nach Leißzig (Sa., 18:30). Mit dabei ist dann wieder aif Leipziger Seite der ivorische Star Yan Diamonde, nachdem die Elfenbeinküste im Viertelfinale des Afrika-Cups gescheitert ist.
Am Wochenende startet dann auch die 2. Bundesliga, und die Jagd auf Schalke beginnt. Der Tabellenführer handelte sich zum Jahresabschluss eine Pleite bei Eintracht Braunschweig ein, der Vorsprung auf Platz 3 (Darmstadt) beträgt immer noch 4 Punkte. Fast standesgemäß geht es für die Knappen mit einem echten Schlager los, denn sie sind am Samstagabend (20:30) im Berliner Olympiastadion bei Hertha BSC zu Gast.
Mit Knallhart-Handball zur Medaille?
Die Männer-EM beginnt am Mittwoch, und das Ziel des deutschen Teams lautet Edelmetall, vielleicht sogar Gold. Doch die Auslosung hat einen sehr harten Weg beschert. Weniger in der Vorrunde, wenn Österreich, Spanien und Serbien die Gegner sind, das klingt schon knackig genug. Aber wenn die Truppe ersten Zwei erreicht, trifft sie in der Hauptrunde höchstwahrscheinlich auf Dänemark und Frankreich, dazu vielleicht Aufstreber wie Portugal und Norwegen.
Richten soll es eine Knallhart-Abwehr und vor allem die Torhüter Andi Wolff (Europameister vor 10 Jahren) und David Späth, die weltweit zu den besten ihres Fachs zählen.
Los geht es am Donnerstag (20:30) gegen Österreich (mit vielen Bundesliga-Akteuren), es folgen die Partien gegen Serbien (Sa., 20:30) und Spanien nächsten Montag.
Klarer Titelfavorit ist Dänemark, der souveräne Olympiasieger von 2024 (auch dank einer Finalgala gegen Deutschland). Frankreich hat vielleicht einen besseren Ruf als Team, das vermag ich nicht einzuschätzen.
Winter-Klassiker, wohin man schaut
Männer-Abfahrt am samstag in Wengen, klassischer gehts nicht . das 4,2-Kilometer-Rennen mit Hundsschopf, Minschg-Kante, Österreicher-Loch und Schluss-S vor malerischer Postkarten-Kulisse (leider nicht für Dänen mehr) mit den Bergriesen Eiger, Mönch und Jungfrau. Bei Sonnenschein gibt es nicht Schöneres für die Augen im Ski-Winter. Tags zuvor steht ein Super-G an gleicher Stelle an (stark verkürrzte Strecke), am Sonntag der Spezialslalom.
In den Speedrennen geht der Sieg jeweils nur über marco Odermatt, schon ein Wengen-Spezialist, im Slalom gibt es ein gutes Dutzend Sieganwärter.
Die Frauen lassen diesmal Cortina aus, weil dort in einem Monat die Olympia-Wettbewerbe stattfinden. Stattdessen geht es nach Tarvisio, wo Abfahrt und Super-G angesetzt sind. Chance für Lindsey Vonn, an ihrem Legendenstatus zu basteln, Chance aber auch für Emma Aicher, mit einem Platz ganz vorne Selbstvertrauen für die olympischen Tage zu tanken.
Die Biathleten machen bei der zweiten deutschen Traditionsstrecke Station. Nach Oberhof stehen die Rennen in Ruhpolding an mit Staffeln, Sprint und Verfolger. Norweger und Französinnen sind das Maß aller Dinge, SchwedInnen, etwa die Öberg-Schwestern und Samuelson haben auch schon aufgezeigt.
Dem deutschen Team fehlt noch ein Sieg in diesem Winter: Kommt es zu Durchbruch für Weltcup-Titelverteidigerin Franzi Preuß oder gar ein Debüt ganz oben auf dem Stockerl für Philipp Nawrath?
Berlin Game der NBA
Am Donnerstag ist es so weit. In der Halle am Ostbahnhof gibt es das erste reguläre Match der NBA in Deutschland, wenn die Orlando Magic auf die Memphis Grizzlies treffen. Die Magic sind das „deutsche“ Team der US-Basketball-Liga mit den Nationalspielern Franz und Moritz Wagner sowie Tristan da Silva. Ob Franz nach seine Knöchwelverletzung rechtzeitig fit wird, bleibt abzuwarten, er macht zwar den Trip mit, doch die Teamführung machte deutlich, dass er auf keinen Fall verheiuzt werden soll, dafür haben die Magic mit ihrem besten Mann noch zu viel vor in dieser Saison. Moritz jedenfalls gab am Sonntag sein Debüt nach mehr als einjähriger Pause wegen Krezbandriss, noch etwas rostig, aber voller Einsatz. Bei da Silva schwankt im zweiten NBA-Jahr die Form, gute und schwache Partien wechseln sich unregelmäßig ab, genauso die Frage, ob sein Dreier fällt oder nicht.
Auch die Grizzlies haben Deutschland-Bezug. Der finnische Trainer Tommy Iisalo coachte lange in der BBL und führte 2023 die Telekom Baskets Bonn in die Finalserie, in der allerdings sich Ulm als besser erwies. Seit Mai ist der Chefcoach bei Memphis und hat sich mit seinem kompromisslosen Verhalten gegen Starspieler Ja Morant zwar nicht dessen Frendschaft, wohl aber Respekt in der Liga verschafft. Amit Orlando und Memphis nicht nurfür ein Spiel nach Europa fliegen, kommt es am Samstag in London zu einer weiteren Partie zwischen diesen beiden Kontrahenten.
Und sonst?
- Internationale Ligen, England: Im Blickpunkt steht das Mancester-Stadtderby zwischen City und United (Sa., 13:30). United nach vergleichsweise ansprechendem Start in der Krise. Teammanager Roben Amorim wurde schon gefeuert, aber auch mit neuen Coach flog man im FA-Cup schon in der 1. Runde raus (mit der Folfge, das in dieser Saison nur noch Ligaspiele anstehen). City hat mit 3 zum teil überflüssigen Remis den Abstand zu Arsenal nicht verkürzen können, er beträgt immer noch 6 Punkte. Die Abhängigkeit von den Toren Erling Haalands ist frappierend.
Spanien: Real trifft auf Levante (Sa., 14:00): Das wäre nicht weiter erwähnenswert, aber die Madrilenen haben nach der Niederlage im Supercup-Endspiel in Dschidda Trainer Xabi Alonso nach einem knappen halben Jahr schon gefeuert (angeboten hätte sich: in der Wüste gelassen …). Jetzt soll es der Coach der 2. Mannschaft, Arbeloa, richten. Wie Alonso war auch Arbeloa ein großartiger Mittelfeldspieler, die beiden haben sogar bei Liverpool gemeinsam gespielt.
- Basketball: Stimmungsvoll wird es am Donnerstag im SAP Garden, wenn der FC Bayern das griechische Team Panathinaikos Athen empfängt, dessen fans mit Sicherheit für viel Radau sorgen. Die Münchner haben nur noch theoretische Chancen auf die K.-o.-Runde, Panathinaikos kämpf als 7. sogar um einen Top-6-Rang und die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale.
- Tennis: Die Australian Open werfen ihre Schatten voraus. Im Form des Qualifiationsturniers. Drei Runden gilt es zu überstehen, dann haben die Profis die 1. Runde erreicht, und allein das dortige Preisgeld sichet einen Großteil des (Reise)-Budgets fürs Jahr.
Der junge Deutsche Justin Engel ist schon in der 1. Runde gescheitert. Yannick Hanfmann hatte Glück: Da der Finne Emil Ruusovuori die Teilnahme absagte, rückte er ohne Quali-Müh(l)e ins Hauptfeld nach.
- Snooker: Das Masters in London ist nach der WM vielleicht das wichtigste Turnier im Jahr und gehört zur „Triple Crown“. Die komplette Weltelite ist folgerichtig am Start. Gespielt wird im Ally Pally, allerdings ist es sehr, sehr, sehr viel ruhiger als vor zwei Wochen bei der Darts-WM an gleicher Stelle.
- US Sport: In der NFL stehen am Wochenende 4 Partien der Divisional Round auf dem Programm. Mehr dazu in einem gesonderten Text.
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