von Münchner Löwe | Feb. 7, 2025 | ski alpin, WM
Alpine Ski-WM in Schladming, III
Marco Odermatt wird seiner klaren Favoritenstellung im Super-G gerecht, Raphael Haaser lässt Österreich erneut jubeln, und Adrian Smitheth Sejersted aus Norwegen überrascht (zumindest mich).
Am Wochenende finden dann die beiden Abfahrten bei Frauen und Männern statt.
Super-G der Männer
Das Rennen
Marco Odermatt – und dann lange nichts. Mit einer nahezu fehlerlosen Fahrt gewann der Schweizer sein erstes WM-Gold im Super-G. Der beste Skifahrer unserer Zeit hat sein erstes Statement bei diesen Titelkämpfen gesetzt.1 Sekunde war am Ende sein Vorsprung auf den Zweiten Raphael Haaser. Zum Vergleich: Zwischen Platz 2 und 12 waren es auch nur 1,05 Sekunden.
Obwohl die Schweiz die Nase vorne hatte, wird die Skination Österreich mehr als zufrieden sein. Mit einer Medaille gerade für Raphael Haaser war nicht unbedingt zu rechnen. Haaser selbst musste auch die Belastung wegstecken, dass seine Schwester Ricarda, nicht Rebecca, wie ich gestern schrieb, sich tags zuvor schwer verletzt hatte. „Sie hat mir eine WhatsApp geschickt, ich soll Gas geben.“ Völlig überraschend kommt Silber nicht, hatte er doch bei der Generalprobe in Kitzbähel ebenfalls Platz 2 belegt.
Dagegen bin zumindest ich völlig baff über Bronzefahrer Sejersted, zumal er mit der im Super-G undankbaren Nummer 1 ins Rennen ging. Undankbar deshalb, weil er damit als Testpilot ohne Training bei gewaltigen Geschwindigkeiten fungiert. Doch die Fahrt des Draufgängers war tadellos, und als sie Fahrer für Fahrer hielt (außer bei Odermatt und Haaser), war es schon absehbar, dass es sich mit Bronze ausgeht.
Ein Debakel erlebte der Titelverteidiger: James Crawford aus Kanada, strahlender Hahnenkammsieger in der Abfahrt, belegte nach einer extrem fehlerhaften Fahrt den letzlich indiskutablen 27. Rang mit unglaublichen 3,41 Sekunden Rückstand.
War es vielleicht sogar ein Startnummernrennen? Odermatt startete als Siebter (Cameron Alexander mit der 7 hatte zurückgezogen), Haaser als Neunter, und Sejersted eben mit der 1. Auch gestern beim Super-G der Frauen schienen die eher vorderen Startnummern bevorteilt bei Gold für Nr. 7, Silber für Nr. 6. Bronze für die 10 und 14 (soweit die Theorie …)
🇦🇹 🇩🇪 🇨🇭
Das vermeintliche Ass der Gastgeber war Vincent Kriechmayr. Der enttäuschte auch keineswegs, kam aber als Vierter nur zur Blechmedaille, 5 Hunderstel hinter Bronze. Stefan Babinsky als Sechster und Lukas Feurstein (12.) übertrafen die Erwartungen.
Das kann ich von den Schweizer Mitfavoriten neben Odermatt nicht behaupten. Stefan Rogentin (8.), Franjo van Allmen (12.) zahlten Lehrgeld, Alexis Monnet fiel mit toller Zwischenzeit gar aus.
Die Deutschen hatten mit den vorderen Plätzen erwartungsgemäß nichts zu tun. Simon Jocher, der trotz Fersenbruchs (!) startete wurde 1., Roded Baumann belegte unweit von seinem Heimatort den 22. Platz.
Ergebnis
Gold: Marco Odermatt (SUI). 1:24,57
Silber: Raphael Haaser (AUT) 1,00 Sekunden zurück
Bronze: A.S. Sejersted. (NOR) 1,15
4. Kriechmayr (AUT 1,20, 5. Fredrik Möller (NOR 1,22, 6. Stefan Babinsky (AUT) 1,30, … 12. von Allmen (SUI) 2,05, 18. Jocher (D) 2,45, 22. Baumann 2,67, 27. Crawford (CAN/TV 3,41
Stimmen
Marco Odermatt: Der Lauf war schon sehr, sehr nahe an der Perfektion. Es ist extrem schön, auch im Super-G Weltmeister zu sein (nach Abfahrt 2023 und RS 2023/d. A.)
Raphael Haaser: Es war im oberen Teil eine ansprechende Fahrt. Nach der Mittelstation bin ich vielleicht ein bisschen in der Gegend herumgefahren.
Abfahrt der Frauen Samstag, 11.30 ARD, ORF1, Eurosport
Favoritinnen
2. Speedrennen, 2. Chance für die Frauen. Das Feld der Favoritinnen dürfte dasselbe sein wie das im Super-G. Besonders auf dem Zettel habe ich allerdings Lara Gut-Behrami und vor allem Sofia Goggia, die eine Medaille am Donnerstag verpasst haben. Allerdings stürzte Goggia am Donnerstag im Training. Steffi Venier schätze ich in der Abfahrt nicht ganz so stark ein, dasselbe gilt eigentlich auch für Federica Brignone, die allerdings in einer so grandiosen Form ist, dass sie auf jeder Strecke reüssieren kann.
Sehr zu beachten
Die Tschechin Ester Ledecka enttäuschte als 5. im Super-G keineswegs. Im letzten Training fuhr sie Ski-Snowboard-Allrounderin Bestzeit. Gespannt bin ich auf die beiden Super-GBronze-Frauen Kajsa Vickhoff Lie und Lauren Macuga
WM 2023 in Courchevel
- Jasmine Flury (Schweiz
- Nina Ortlieb (Österreich)
- Corinne Suter (Schweiz)
Flury (Knorpelschaden) und Ortlieb können wegen Verletzungen nicht starten. Ortlieb ist eh eine Pechmarie. Sie stürzte in Garmisch im ersten Rennen nach einer schweren Verletzung und muss deshalb erneut lange aussetzen. Corinne Suter hat ebenfalls eine lange Verletzungsgeschichte hinter sich, für eine Top-Platzierung muss alles passen.
WM 1991 Saalbach
- Petra Kronberger (Österreich)
- Nathalie Bouvier (Frankreich)
- Swetlana Gladyschewa (UdSSR)
Kronberger war in den jahren 1990 bis 1992 die beste Skifahrerin der Welt und holte dreimal den Gesamtweltcup (als erste Österreicherin seit Annemari Moser-Pröll, die zuvor in der Saison gleich 8 Weltcup-Rennen für sich entschied, und zwar in allen 5 Disziplinen. 1992 ließ sie noch zwei Olympiasiege folgen, ehe sie im Dezember 92 ihre Karriere überraschend wegen „mangelnder Motivation“ beendete.
Nathalie Bouvier war ein „One Hit Wonder“ par excellence. Niemals zuvora und danach hatte sie bei einem Weltcuprennen einen Podestplatz belegt.
Swetlana Gladyschewas Bronzemedaille fiel in die beste Zeit des russischen Skisports und gehört jahrelang zumindest der erweiterten Weltklasse an. 1994 gewann sie Olympisches Silber im Super-G, 1996 schaffte sie in Vail ebenfalls im Super-G ihren einzigen Weltcupsieg
Die Gastgeberinnen
Cornelia Hütter will ihr eher enttäuschendes Abfahrts-Ergebnis wiedergutmachen. Miriam Puchner liegt die Strecke und hat sich einiges vorgenommen. Ariane Rädler, die erst für die verletzte Ricarda Haaser ins Team rückte, will ihre „Chance wahrnehmen“, was immer das bedeutet, was immer dann herauskommt. Freude am Fahren, lautet ihre Maxime.
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Sprießen leichte Medaillenhoffnungen? Emma Aicher jedenfalls mag die Strecke am Zwölferkogel. Nach dem erfreulichen Platz 6 im Super-G kam sie im trainig auf Platz 3, obwohl sie weit vor dem Ziel aufmachte. Kira Weidle-Winkelmann kann es in der Abfahrt eigentlich nur besser ergehen als im Super-G.
Startliste
2 Kira Weidle-Winkelmann
5 Ester Ledecka
7 Conni Hütter
8 Lara Gut-Behrami
9 Mirjam Puchner
10 Kajsa Vickhoff Lie
12 Sofia Goggia
14 Federica Brignone
15 Stephanie Venier
18 Lauren Macuga
21 Lindsey Vonn
30 Emma Aicher
von Münchner Löwe | Feb. 6, 2025 | ski alpin, WM
Austria ist gerettet! Der Albtraum einer Ski-WM zuhause ohne eigenen Titel (hat es in bisher 10 Auflagen nie gegeben) ist verflogen, bereits nach dem ersten Einzelrennen. Stephanie Vernier eroberte Gold im Super-G, ihr erster Saisonsieg erfolgte also genau zum richtigen Zeitpunkt. Am Freitag kann ihr Landsmann Vincent Kriechmayr nachlegen, allerdings dürfte er im Super-G nur Außenseiter sein.
Super-G der Frauen
1. Stephanie Vernier Österreich 1:20,47
2. Federica Brignone Italien. 0,10 Sekunden zurück
3. Kajsa Vickhoff Lie. Norwegen 0.24
Lauren Macuga USA 0,24
5. Sofia Goggia (Italien) 0,30, 6. Emma Aicher (Deutschland) 0,52, … 8. Gut-Behrami (Schweiz) 0,70, 10. Hütter (Österreich) 0,91,
16. Bassino (Italien/TV) 1,63, 23. Kira Weidle-Winkelmann (Deutschland) 1,89, ausgeschieden (u. a.) Vonn USA
Das Rennen
Federica Brignone eröffnete mit Startnummer 6 bei strahlendem Sonnenschein den Reigen der Favoritinnen und legte gleich eine fulminante, im Schlussteil außergewöhnlich aggressive Fahrt hin. Ohne erkennbaren Fehler, alles auf Zug. Die könnte schon eine Medaille sein, ging es mir (und auch den Eurosport-Kommentator Guido Heuber) durch den Kopf. Diese Prognose schien sehr gewagt, als gleich darauf Steffi Vernier gerade im oberen Teil alles noch ein bisschen besser, noch ein bisschen schneller erledigte. Ein bisschen büßte sie ein, doch es blieb ein Zehntel. Dass ihr ein toller Lauf gelungen war, sah man an ihrem Jubel.
Und die Zeit hielt, knapp, aber doch. Die einhellige Favoritin Lara Gut-Behrami blieb ebenso ohne Medaille wie Abfaahrtskönigin Sofia Goggia. Bedrohlich nahe kamen nur Kajsa Vickhoff Lie und Laren Macuga, sie holten sich letztlich zeitgleich jeweils Bronze. Die deutschen durften auf eine Riesensensation hoffen, als Emma Aicher tolle Zwischenzeiten hinlegte. Doch hier ein Fehlerchen, dort eine kleine Unsauberkeit – und sie verpasste Edelmtall gerade mal um 28 Hundertstel. Dennoch war die Freude riesig bei ihr und dem deutschen Tross. Platz 6 ist mit das beste Ergebnis, das Aicher im Super-G hinlegte.
Danach warteten alle gespannt auf Lindsey Vonn und die Startnummer 30. Die Amerikanerin begann auch verheißungsvoll, doch dann blieb sie mit einer Schulter am Tor hängen und schied aus.Wie ob und wie schwer sie schwer die verletzt ist, steht noch nicht fest.
Reaktionen
Steffi Vernier: „Es klingt unreal. Ich war vor dem Start extrem nervös. Ich hatte eine mäßig gute Nacht und bin mit zittrigen Knien an den Start gegangen.“
Federica Brignone: „Ich habe bei einer WM nich nie eine Medaille im Super-G gemacht. Das war nicht meine Strecke, ich mag lieber enge Kurven.
Ich habe aber alles probiert
Kajsa Vickhoff Lie: Es ist schön, die Medaille mit einer anderen zu teilen. Mit meinenm Lauf bin ich wirklich zufrieden. Unten habe ich Gas gegeben.“ Kuriosum: Schon bei der WM 2023 hatte sie den geteilten 3. Platz geschafft, damals mit Conni Hütter.
Lauren Macuga: Ich krieg mich gar nicht ein. Das ist so cool
Die übrigen Gastgeberinnen:
Die als Mitfavoritin Cornelia Hütter verlor auf der gesamten Strecke Zeit und musste sich mit dem 10. Platz zufriedengeben. „Es gibt Tage, da verliert man, und es gibt Tage, da gewinnen die anderen“, befand sie mit süß-saurer Miene. „Aber das erste Hakerl für Österreich ist gemacht.“ Rebecca Haaser stürzte und erlitt einen Kreuzbandriss. Für sie ist die Saison beendet.
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Während Aicher zufrieden sein konnte und ihre Freude auch zeigte, hatte die zweite deutsche Starterin ein Rennen zum Vergessen. Sie kam nie in Fahr, viel zu zögerlich. Platz 23 ist bei gerade 31 Klassierten eine richtige Packung.
Super-G der Männer Freitag, 11:30 Uhr (ARD, Eurosport, ORF1)
Die Favoriten
Teil 1 der Odermatt-Festspiele? Der Schweizer ist Top-Favorit auf den Titel, alles andere zählt für den erfolgsbesessenen 27-Jährigen auch nicht. Allerdings scheint er dieses Jahr nicht ganz so leicht und locker unterwegs zu sein (weil er auch nicht das Letzte riskiert), aber das ist Klagen auf allerhöchstem Niveau. Seine Landsleute, vor allem Senkrechtstarter Franjo van Allmen, und sind die härtesten Konkurrenten.
Österreich hofft auf den nächsten Gold- ode wenigstens Medaillencoup durch Vincent Kriechmayr und Raphael Haaser, dem Zweiten beim Super-G in Kitzbühel (hinter Odermatt). Kriechmayr hat seine Beinverletzung offenbar gut überstanden.
Sehr zu beachten
Bei Großereignissen wachsen US-Amerikaner und Kanadier regelmäßig über sich hinaus. Skifahren können die Jungs alle, und sie gehen mit einer ernsthaften Lockerheit in die Rennen. James Crawford aus Kanada ist Titelverteidiger, und er hat sich gerade mit dem Abfahrtssieg am Hahnenkamm unsterblich gemacht. Dem Amerikaner Ryan Cochran-Siegle scheint die Strecke zu liegen, in den Abfahrts-Trainings schaffte er zweimal die Bestzeit. Ob die wirklich ein Maßstab für den Super-G sind?
Gefährliche Außenseiter
Im Schatten seines italienischen Landsmannes Dominik Paris hat Mattia Casse einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht. So siegte er im Super-G von Gröden und holte einige Top-Platzierungen. Einen Premierensieg im Weltcup feierte der Norweger Frederic Möller in Bormio mit einem wahren Höllenritt.
Wichtigste Startnummern
4 Alexis Monnet (Schweiz)
8 Marco Odermatt (Schweiz)
9 Vincenz Kriechmayr (Österreich)
10 Raphael Haaser (Östereich)
11 Dominik Paris (Italien)
13 Dominik Paris (Italien)
14 Fredrik Möller (Norwegen)
15 Franjo van Allmen (Schweiz)
18 Ryan Cochran Siegl (USA)
20 James Crawford (Kanada)
29 Romed Baumann /Deutschland)
Insgesamt sind 62 Fahrer am Start
WM in Courchevel 2023
1. James Crawford (Kanada)
2. Alexande Aamodt Kilde (Norwegen)
3. Alexis Pintaurault (Frankreich)
Aamodt Kilde und Pintaurault fehlen wegen schwerer Sturzverletzungen. Hoffentlich sind sie im Olympiawinter 2026 wieder dabei. Dem Crazy Canuck Crawford ist alles zuzutrauen
WM 1991 in Saalbach
1. Stefan Eberharter (Österreich)
2. Kjetil Andre Aamodt (Norwegen)
3. Franck Piccard (Frankreich)
Eberharters Sieg überraschte ihn selbst vielleicht am meisten. Der Saalbacher Doppelweltmeister (später auch Kombination) fiel danach in ein großes Formloch, auch wegen Veletzungen. Erst in der Saison 1997/98 kehrte daurhaft in die Weltspitze zurück. Bei Olympia 1998 in Nagano holte er im Riesenslalom hinter Hermann Maier Silber. 2001 in St. Anton, 10 Jahre nach der Heim-WM wieder bei einer Heim-WM, holte er im Super-G Silber hinter dem Amerikaner Dahron Rahlves.
Seinen bestes jahre sollten noch folgen: 2001/02 holte er mit 10 Einzelsiegen und 17 Podestplätzen überlegen den Gesamtweltcup, sowie den in Abfahrt und Super-G. Bei Olympia 2002 in Salt Lake City gewann er zunächst Bronze in der Abfahrt und Silbe im Super-G und triumphierte dann im Riesenslalom vor Bode Miller. Auch 2002/03 triuphierte er im Gesamt-, Abfahrts-, und Super-G-Weltcup.
Kjetil Andre Aamodt gehört zu den erfolgreichsten Alpinen der Geschichte. Bei Olympiaschen spielen gewann er 4x Gold, und je zweimal Silber und Bronze. Dreimal triumphierte er dabei im Super-G (1992,2002, 2006). Bei WMs holte er 5G, 4S, 3B. Mit ihm und Lasse Kjus startete die norwegische Erfolgsgeschichte auch bei den Alpinen so richtig.
Franck Piccard hatte 3 Jahre zuvor in Calgary Olympiagold im Super-G gewonnen, in der Abfahrt holte er 188 Bronze und 1992 zu Hause in Albertville Silber hinter dem Österreicher Patrick Ortleb.
von Münchner Löwe | Feb. 5, 2025 | ski alpin, WM
Ich habe einiges vor für die Ski-WM in Saalbach, die am morgigen Donnerstag mit dem Super-G der Frauen erst so richtig beginnt. Vor jedem Rennen werde ich eine Übersicht wagen, mit Favoriten, Außenseitern, einer deutschen Brille, einem auf die österreichschen Gastgeber. Die vergangenen Titelkämpfe werde ich ebenso beleuchten wie die letzte WM in Saalbach-Hinterglemm. Und natürlich werde ich nach dem Rennen analysieren, warum alles ganz anders gekommen ist …
Generelle Übersicht
Die große Frage für die österreichischen Gastgeber lautet: Holt Austria überhaupt einen Titel oder wenigstens eine Handvoll Medaillen?: Und räumt der Erzrivale aus der Schweiz alles ab. Während die Ösis nur einige wenige Eisen im Feuer haben (Conni Hütter, Katharina Liensberger, Vincent Kriechmayr, Manuel Feller), gehören Schweizer in praktisch jeder Disziplin zu den Medaillenfavoriten und nicht nur einer, sondern gleich mehrere.
Und die Deutschen? Nachdem die seriöseste Medaillenentscheidung Teamwettbewerb nach dem recht unglücklichen Ausscheiden gegen die Schweiz kein Edelmetall gebracht hatte, wird es sehr schwer. Am ehesten noch Lena Dürr und Linus Straßer in den beiden Slaloms. Ansonsten wäre schon jeder Top-8-Platz ein Erfolg, aber der zählt gerade bei einer WM praktisch nichts, so schön er persönlich sein mag.
Jedes Land darf höchstens 4 Starter/-Starterinnen benennen, im Weltcup sind es bis zu 10. Der Titelverteidiger genießt ein persönliches Startrecht, der das nationale Kontingent nicht belastet.
Fernsehen
Der ORF und Eurosport zeigen jedes Rennen live samt ausführlicher Vor- und Nachbetrachtung. Wie gehabt bei Großereignissen teilen sich ARD und ZDF die Wettbewerbe auf. Die ARD von Donnerstag bis Sonntag, das ZDF die zweite Woche. Die Speedrennen Super-G und Abfahrt finden Donnerstag bis Sonntag statt, jeweils ab 11.30 Uhr.
Super-G der Frauen Donnerstag, 11:10 (ARD, Eurosport, ORF1)
Favoritinnen
Super-G ist deshalb so tückisch, weil es keinen Trainingslauf gibt, die bisher bewältigten Abfahrtstrainings dürften nicht die alledletzten Erkenntnisse bringen. So sind Überraschungen gerade in dieser Disziplin fast an der Tagesordnung, wie zB der Sieg der Amerikanerin Lauren Macuga beim Weltcup in St. Anton.
Lara Gut-Behrami gegen Italien könnte ich überspitzt sagen. Die Schweizerin führt klar die Weltcup-Wertung in dieser Disziplin an, kam bei den 5 Rennen immer unter die besten 3. Die Azzurri werden von Federica Brignone und Sofia Goggia angeführt, die allerdings risikovoller fahren. Eine Goggia ohne Fehler dürfte kaum zu schlagen sein (das gilt noch mehr für die Abfahrt), aber die baut sie halt gerne ein.
Die Österreicherin Conni Hütter gewann diese Saison schon einen Super-G. Das Heimrennen kann beflügeln, und ihr Vorteil ist, dass sie in der Abfahrt noch eine Chance hat, und das Land hoffentlich noch nicht unruhig ist.
Sehr zu beachten (nicht nur wg der Platzierung, sondern wegen der Geschichte)
Ester Ledecka: Die Tschechin ist die Ausnahme-Athletin des gesamten Wintersports. Sie fährt nämlich gleichsam erfolgreich im Snowboard- als auch im Skiweltcup. Jetzt hat sie sich auf die alpinen Wettbewerbe konzentrieren können, und wenn ihr ein Lauf aufgeht, ist vieles drin
Lindsey Vonn: Nach ihrem spektakulären Comeback vor allem in St. Anton ist es ruhiger geworden. Die 40-Jährige musste etwa in Cortina einen Ausfall beklagen. Jetzt ist sie allerdings kampfeslustig.
Gefährliche Außenseiterinnen
Im Windschatten von Goggia und Brignone haben auch die anderen Italieneinnen diesen Winter schon aufgezeigt. An erster Stelle ist Marta Bassino zu nennen, die Titelverteidigerin. Auch Laura Pirovano und Elena Curoni sind für jede Überraschung gut.
Sehr zu gefallen wusste auch die Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie, mein darkest horse.
Die Gastgeberinnen
Neben Hütter räume ich Stephanie Vernier die besten Chancen ein. Sie zeigt immer sehr gute Teilabschnitte, bringt abe einen kompletten Lauf nur selten ins Ziel. Dann allerdings kann sie ganz vorne landen, wie beim zweiten Platz in St. Anton.
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Kira Weidle-Winkelmann hat sich diesen Winter von Rennen zu Rennen gesteigert. Ein Top-10-Platz ist auf jeden Fall drin, für eine Medaille muss schon alles zusammenpassen. Auch die Allrounderin Emma Aicher ist am Start.
Wichtigste Startnummern wie immer bei Speedrennen starten die besten 10 der Weltrangliste mit den Nummern 6 bis 15
2 Laura Pirovano
5 Marta Bassino
6 Federica Brignone
7 Steffi Venier
9 Laura Gut-Behrami
10 Kajsa Vickhoff-Lie
11 Sofia Goggia
12 Ester Ledecka
15 Cornelia Hütter
18 Kira Weidle
20 Emma Aicher
30 Lindsey Vonn
Insgesamt starten 40 Läuferinnen
Stand im Super-G-Weltcup
1. Lara Gut-Behrami
2. Federica Brignone
3. Sofia Goggia
4. Kajsa Vickhoff Lie
5. Lauren Macuga
WM 2023 in Courchevel
1. Marta Bassino (Italien)
2. Mikaela Shiffrin (USA)
3. Kajsa Vickhoff Lie (Norwegen)
WM 1991 in Saalbach
1. Ulrike Maier (Österreich)
2. Carole Merle (Frankreich)
3. Anita Wachter (Österreich)
Tragisch: Ulrike Maier stürzte 1994 bei der Abfahrt in Garmisch und schlug so unglücklich mit dem Kopf gegen eine Zeitmessanlage, dass sie ihren schweren Verletzungen erlag. 1989 war sie Vail schon einmal Super-G-Weltmeisterin geworden. Erst danach gab sie bekannt, dass sie schon im 3. Monat schwanger gewesen ist. Sie wurde dann Mutter einer gesunden Tochter.
Carole Merle galt als „Madame Super-G“, die in dieser Disziplin fast als unschlagbar galt. Anita Wachter war sehr vielseitig, hatte zunächst im Slalom ihre größten Erfolge.
Donnerstag, 11:30: Super-G der Frauen
von Münchner Löwe | Feb. 2, 2025 | Fußball, NFL, ski alpin, Wintersport, WM, Wochenvorschau
Schongang für die (meisten) Bundesliga-Clubs
Tatsächlich: Fast keine Spiele während der Woche. Damit der Fußball-Fan keine Entzugserscheungen bekommt, hat der DFB für Dienstag und Mittwoch je ein Pokalspiel angesetzt, die Hälfte des Viertelfinals. Die andere Hälfte findet dann in 3 Wochen statt.
Am Dienstag empfängt der VfB Stuttgart zum württembergisch-bayerischen Schwaben-Derby den FC Augsburg. Die Stuttgarter haben zum Jahresstart zwar in Augsburg gewonnen, doch seitdem ist der FCA ungeschlagen, der VfB musste dagegen diese Woche erst das Aus in der Champions League gegen PSG und am Samstag die Heimpleite gegen Gladbach verkraften.
Am Mittwoch kommt es in Leverkusen zum rheinischen Derby Bayer gegen 1. FC Köln. Köln ist perfekt ins Jahr gestartet und führt die 2. Liga an, Bayer ist auch in guter Form und ist klarer Favorit.
Die Bundesliga bittet am Wochenende zum 21. Spieltag. Tabellenführer Bayern München erwartet am Freitag Werder Bremen. Die eh riesige Favoritenstellung wird noch erhöht, weil Werder zwei Spieler durch Gelb-Rote Karten gespert fehlen (übrigens auch Trainer Ole Werner) und der zuletzt so starke Leo bittencourt verletzt ausfallen dürfte. Andererseits hat Werder fast genau vor einem Jahr in München gewonnen, es war der Anfang einer desaströsen Bundesliga-Rückrunde.
Am Samstag steht das Trainer von Dortmunds neuen Trainer Nico Kovac an, wenn der BVB Stuttgart empfängt. Bayer Leverkusen hat die heikle Aufgabe bei VfL Wolfsburg zu bewältigen.
Transferfenster schließt sich
Deadline Day heißt seit ein paar Jahren der europaweit letzte Wechseltag im Sommer und Winter. Am Montag bis 20 Uhr ist also die letzte Möglichkeit, den Kader aufzupeppen und/oder Transfererlöse durch Verkäufe zu generieren. Begleitet von extrem aufgeregten Medien, zahllosen Gerüchten, Bestätigungen, Dementi etc. Wechselt Bayerns Mathys Tel nach England, wen holt Kovac nach Dortmund, wer reagiert wie auf welche Ausfälle? Funktionieren E-Mail-Vekehr oder wenigstens das Fax-Gerät (man glaubt gar nicht, welche Millionendeals an der profanen Technik schon gescheitert sind). Danach ziehen alle Bilanz, Experten loben und tadeln und wissen nach der Saison genau, warum alles schief- oder gutgelaufen ist, auch wenn das der ersten Einschätzung konträr widersprach. Immer wieder luschtig anzusehen, aber man kann es auch lassen.
Super Bowl in New Orleans
In der Nacht zum 11. Februar schauen alle Fans nach New Oreleans, wo in einem riesigen Dome der NFL-Titelträger gekürt wird. Für mich ist die Super-Bowl-Partie zwischen den Kansas City Chiefs und Philadelphia Eagles eher ein Horror Bowl, Pest oder Cholera da mich beide Teams dieses Jahr extrem genervt haben. Wie zumindest für mich persönlich Football an Attraktivität verloren hat. Nun denn, ein mediales Spektakel steht uns bevor. Die Chiefs könnten als erstes Team überhaupt den dritten Titel in Folge gewinnen und die These „jeder kannn Meiser werden“ ad absurdum führen. Die Eagles werden swahrscheinlich wieder aberhunderte Yards laufen.
Als Hauptakt der mindestens genauso beachteten Halbzeitshow ist die Musikerin SZA angekündigt, die mit dem Westcoast-Rapper Kendrick Lamar auftreten wird. Wems gefällt, aber wenn ich an die Topacts Prince, Michael Jackson et all zurückdenke, bleibt mir nur ein großer tiefer Seufzer.
Saalbach erwartet Skifest
Alpine Ski-WM in Österreich, mehr geht nicht. Austria freut sich auf Festtage in Saalbach-Hinterglemm, der Ost ist zum zweiten Mal nach 1991 Gastgeber. 11 Entscheidungen stehen ab Dienstag auf dem Programm, je fünf für Frauen und Männer. sowie zum Auftakt der Mixed-Teamwettbewerb. Wie immer bei Großereignissen danach erst mal die Speed-Wettbewerbe (damit man Luft für etwaige Wetter-Kapriolen hat).
Neu ist jeweils die sogenannte Team-Kombination anstatt der Einzel-Kombi. Der Modus: Zwei Frauen (respektive Männer) einer Nation bilden ein Team, die eine fährt ab, die andere bestreitet einen Slalom-Durchgang, und die Zeiten werden addiert. Es gibt keinerlei Testwettbewerb, demnach also auch keine Erfahrungswerte. Möglich ist zB das US-Traumpaar Lindsey Vonn/Mikaela Shiffrin (deren verhältnis angeblich kühl bis kalt ist), die gegen ein potenzielles deutsches Paar Kira Weidle/Lena Dürr antreten würden.
Die Wetterprognose ist für die erste Woche eher so lala. Die Sonne zeigt sich nur bis Mittwoch, danach eher bedeckt, aber wenigstens einigermaßen kalt, so dass die Pisten halten.
Ich freue mich sehr und werde hoffentlich täglich updaten, zumindest an Wettkampftagen.
Schi-WM zuhause in Österreich – da steht natürlich auch die rot-weiß-rote Ehre der Nation auf dem Spiel. Medaillen zu Hauf müssen her, unbedingt auch goldene. Die Männer sind allerdings noch ohne Weltcupsieg in diesem Winter. In den Speed-Disziplinen schaut es so dürr aus wie seit Jahrzehnten nicht. Mit Vincenz Kriechmayr nur ein realistischer Medallenkandidat für Super-G am Freitag und Abfahrt am Sonntag, dafür eine Übermacht des Erzfeindes aus der Schweiz um Marco Odermatt. Tristesse auch im Riesenslalom, am ehesten tatsächlich das Team oder eben Manuel Feller im Slalom, wenn er denn mal zwei Läufe fehlerlos ins Tal hinbekommt.
Bei den Frauen sieht es auch nicht viel besser aus. Conni Hütter ist in Abfahrt/Super-G Medaillenkandidatin, Katharina Liensberger der Trumpf im Slalom.
Die Deutsche? Kein Speedfahrer weit und breit. Slalom-Artist Linus Strasser kämpft um Medaillen. Bei den Frauen ähnlich dürr. Lena Dürr im Slalom ist die einzige realistische Hoffnung auf Edelmetall. Emma Aicher könnte aufzeigen, leider gibt es für die Allrounderin die Einzelkombi nicht mehr.
Und sonst?
- Bundesliga: Topspiel ist Samstagabend die Partie Gladbach gegen Eintracht Frankfurt. Die Fohlen mit dem Rückenwind des Auswärssieges in Stuttgart, die Frankfurter sehr gut im Rennen um die Champions-League-Plätze.
Im Abstiegskampf helfen dem schon etwas abgeschlagenen Trio Heidenheim, Kiel, Bochum nur Siege. Alle Drei sind am Sonntag im Einsatz, Heidenheim gegen Freiburg, Kiel und Bochum im direkten Duell an de Förde.
- Internationaler Fußball: Im LigaCup-Finale (Mittwoch, 21.00) wird in England der erste Titel der Saison vegeben. Im Nordlondoner Derby treffen in Wembley der FC Arsenal und Tottenham aufeinander. Die Spurs könnten mit einem Sieg über den verhassten Gegner eine katastrophale Liga-Saison retten, der sie an den Rand der Abstiegszone brachte..
Die Liga pausiert am Wochenende, dafür steht der FA-Cup anDer ganz große Schlager ist nicht dabei.
Inter kann aufschließen: Am Donnerstag steht in der Serie A das Nachholspiel bei der Fiorentina an, das wegen des Kollapses des Florenzer Profis Edoardo Bove im Dezember abgebrochen wurde. Bove geht es wieder besser, ob er aufs Fußballfeld zurückkehrt, ist aber ungewiss.
- Handball: Keine Pause für die Männer. Nicht mal eine Woche nach der WM müssen sie in der Bundesliga und anderen nationalen Ligen wieder ran. Am Samstag gleich mit dem Verfolgerschlager Kiel gegen Magdeburg. Der SCM hat insgesamt drei Spiele weniger absolviert als die Konkurrenz, weil sie wegen des Anschlags auf den Weihnachstmarkt im Dezember ausgesetzt haben. Ein Sieg ist für beide fast Pflicht, um Anschluss an die Spitze um MT Melsungen und die Füchse Berlin zu halten.
- Basketball: Die Terminhatz geht weiter. Wieder stehen zwei Spiele in der Euroleague an. Der FC Bayern empfängt am Dienstag Olympia Milano und am Donnerstag Villeurbanne. Alba hat die Partien in Kaunas (Dienstag) und gegen Belgrad vor der Brust.Dazu am Wochenende Bundesliga, wo die Bayern nach Vechta müssen, immer besonders schweirig nach so einem internationalen Doppelspieltag
- Wintersport: Die Rodel-WM steht ab Donnerstag auf der Hochgeschwindigkeitsbahn in Whistler Mountain an. Die Saison beherrschten bisher Österreicher und Deutsche. Die schwierige Bahn in Kanada könnte die Vorherrschaft durcheinanderwirbeln, was der Sportart sehr gut täte. Überraschen die Gastgeber auf ihrer Heimbahn?
Die Skispringer machen eine Stipppvisite in Lake Placid, wo zwei Wettbewerbe anstehen. Die Deutschen um Pius Paschke sind im Formtief. Falscher Aufbau nach den Top-Leistungen im November und Anfang Dezember?
- Tennis: Die Männer schlagen auf in Rotterdam (Alcaraz, Medwedew), in Dallas (Frit, Ruud, Shelton), die Frauen in Abu Dhabi (Rybakina, Badosa, Bencic)
- US Sport: Neben den spielen in NBA und NHL schauen die Fans vor allem aufs Ende der Transferzeit in der NBA. Der Monstertausch zwischen Lakers und Mavs, die Davis und Doncic untereinander wechselten, dürfte allerdings kaum zu toppen sein.
von Münchner Löwe | Jan. 27, 2025 | basketball, bundesliga, Handball, NFL, Radsport, ski alpin, Snooker, Tennis, Turnen, Wintersport, Wochenrückschau
Es war viel los auf den Sportfeldern dieser Welt: Fußball-Ligen, Handball-WM, Australian Open, eine Menge Winntersport und die Conference Finals in der NFL
Bayern dem Meistertitel nahe
Die Münchner rehabilitierten sich mit dem 2:1 beim SC Freiburg zumindest ergebnismäßig vom eher unglücklichen =:3-Debakel in de Champions League bei Feyenoord. Harry Kane, der in Rotterdam auch die besten Chancen vergab, war diesmal erfolgreich. Seinen eher harmlosen Schuss ließ Freiburgs Schlussmann Noah Atobolu passieren, als er den Ball falsch berechnete. Am Mittwoch hate Feyenoroords Keeper mit unwirklichen Paraden viel bessere Abschlüsse abgewehr. Statistiker vermelden bei diesem tor übrigens Historisches für die Bundeslgia: Die Vorlage zum Treffer gab Eric Dier. Noch nie hat ein englischer Assistgeber einen englischen Torschützen bedient.
Gleichzeitig patzte Bayer Leverkusen: Die Werkself kam bei RB Leipzig trotz einer 2:0-Führung nicht über ein 2:2 hinaus, mal wieder patzte die Abwehr bedenklich. Der überragende Florian Wirtz gab die beiden Torvorlagen. Zumindest grenzwertig, dass der Schiri nicht abpfiff, als er vor dem 2:0 sekundenlang auf dem Knie von David Raum stand.
Apropos Schiedsrichter: Der übersah bei der Partie Dortmund gegen Bremen vor dem 2:0 des BVB eine klare Abseitsposition. Rami Bensebaini berührte zwar den Ball nicht, doch er irritierte mit seiner Bewegung zum Ball den späteren Eigentorschützen Marco Friedl. „Das hätte nicht gelten dürfen“, stellte der DFB in seltener Klarheit einen Schiri-Fehler fest. Am Ergebnis ändert sich nichts – Tatsachenentscheidung.
Apropos Dortmund: Der BFV reagiete nach dem blutleeren 1:2 beim FC Bologna und feuerte Nuri Sahin. Interimsweise saß gegen Bremen der bisherige U-19-Coach Mike Tullberg auf der Bank (und wird das auch am Mittwoch gegen Donezk tun). Der versuchte gleich, den Stars Feuer unter dem Hintern zu machen und mimte an der Seitenlinie das Rumpelstilzchen, wohlbekannt im Westfalenstadion seit den seligen Kloppo-Zeiten.
Favorit und Außenseiterin triumphieren
Jannik Sinner und Madison Keys sicherten sich bei den Australian Open die ersten Grand-Slam-Titel. Zu den Einzeln habe ich mich gestern schon ausgelassen. https://blickueberdenteich.de/zverev-verliert-auch-beim-dritten-mal-tennismaerchen-fuer-madioson-keys/
Im Doppel siegte bei den Männern das britisch-innische Paar Heliovaara/Patten, das sich in einem fantastischen Match gegen die Italiener Bolelli/Vavassori in drei Sätzen durchsetzten. Beschämend war die Kulisse: Weil die Veranstalter auf die indiskutable Idee kamen, diese Partie nach dem Frauen-Finale (nebst Siegerehrung) anzusetzen, vefolgten am Ende um 1.45 Uhrzeit nur noch eine Handvoll Zuschauer (davon einige sehr freudetrunkene Finnen) das Geschehen. Einen stinkenderen Mittelfinger in Richtung aller Doppelspezialisten ist kaum möglich. Dabei kassierte das Siegerpaar fast 500.000 Dollar, warum versteckt man die dann ins Nichts der Nacht?
Immerhin: Das Frauen-Finale fand dann schon am Sonntagnachmittag an. Die Tschechin Karolina Siniakova holte sich an Seite von Tayleor Townsend ihren bereits 10. Grand-Slamtitel im Doppel oder Mixed.
Rückkehr der Crazy Canucks
Als ich mich Mitte der 70er-Jahre für den Skisport zu interessieren begann, da waren die Crazy Canucks ein stehender Begriff. Verwegene kanadische Burschen, die sich ohne Rücksicht auf Verluste auf die schwierigsten Abfahrten wagten. Ken Read, Steve Podporsky und vielleicht der Irrste von allen. Hale Irwin. Durchaus erfolgreich, aber auch mit vielen Stürzen. Später dann auch ein Todd Brooker, der 1983 als letzter kanadischer Sieger auf der legendären Streif in den Annalen steht. Bis Samstag, als mit der Startnummer 20 James Crawford mit einem Parforceritt über Mausefalle, Steilhang, Hausbergkante und Co das Klassement noch mal völlig durcheinanderbrachte. Dem bis dato führenden Alexis Monnet blieb der Siegerjubel im Halse stecken. Die kanadische Partie perfekt machte der Drittplatzierte Cameron Alexander.
Crawford ist kein unbekannter, im Gegenteil: Vor zwei Jahren wurde er Super-G-Weltmeister. Aber auf Platz 1 der spektakulärsten Abfgahrt des Winters jätten ihn die wenigsten gewettet. Es war im übrigen ein faszinierendes Rennen, die Piste hart und mit Sicherheit sehr schwer, aber eben nicht unfahrbar. Anders als beim Super-G tags zuvor gab es keine schweren Stürze, der Hubschrauber kannte am Bodenbleiben.
Im Slalom dagegen feierte der beste Fahrer der Saison den nächsten Triumph. Clement Noel war erneut nicht zu schlagen, schlängelte sich zu seinem vierten Saisonsieg. Allerdings profitierte er vom Ausfall der beiden Erstplatzierten anch dem eersten Durchgang. Sowohl sein Sebastien Amiez als auch Terje haugen schieden im zweiten Durchgang aus. Vorjahressieger Linus Strasser kam auf Platz 5, gänzlich zufrieden wird der Skilöwe nicht sein, aber für ihn zählt dieses Jahr am meisten die WM.
Die Frauen trugen Abfahrt und Super-G in Garmisch aus. Federica Brignone triumphierte in der Abfahrt vor Landsfrau Sofia Goggia. Im Super-G war Lara Gut-Behrami nicht zu bezwingen. Die Deutsche Kira Weidle-Winckelmann belegte die Plätze 9 und 8. Die beiden Siegerinnen Brignone und Gut-Behrami dürften den Gesamtweltcup unter sich ausmachen. Wenn die Schweizerin Camille Rast eingreifen wollte, müsste sie sich auch an die Speeddisziplinen wagen.
Der Lindsey-Vonn-Ticker vermeldet: Ausfall in der Abfahrt, aber immerhin Platz 13 im Super-G.
Super Bowl wird mein Horror Bowl
Ich habe es befüchtet. Das Finale in der NFL in New Orleans bestreiten die von mir wenig geliebten Kansas City Chiefs und Philadelphia Eagles. Die Chiefs nutzten den heimvorteil im Arrow head Stadium (den sie wegen einiger absurder Siege in der regulären Saison innehatten) und bezwangen die Buffalo Bills in séiner sehenswerten Partie mit 32:29. Die Bills machten einfach zu viele Fehler: Zweimal ging eine 2-Point-Conversion schief, mehrere Male ganz kurze Versuche zu einem neuen first down. Zu einfallslos. Insgesamt ineressant zu sehen, dass beide Trainer vermehrt auch vierte Versuche ausspielen (was gut geht und manchmal eben auch nicht).
Die Eagles hatten kaum Probleme mit den Washington Commanders und fuhren über die Hauptstädter (apropos: USA, Hauptstadt, Weißes Haus, großer Seufzer) wie eine Dampframme hinweg. Am Ende hieß es 55:23. Sieben ihrer 8 Touchdowns erliefen die Eagles (laufende Adler), je dreimal trugen Runnigback Shaqon Barkley und Quaerteback Jalen Hurts das Ei über die Linie.
Handball-WM in der entscheidenden Phase
In den Viertelfinals ab morgen in Zagreb und Oslo gibt es doch einige Überraschungsteams. Dass Portugal und Braslien sich in der Hauptrunde gegen Schweden., Spanien und Norwegen durchsetzen würden noch dazu in Olso, hätten wohl die wenigsten erwartet. Sie begeistern durch ihr frisches, teilweise auch unkonverntionelles Spiel. Dazu würde ich auch die Ägypter zählen, die immerhin die hochgewetteten Isländer (und Slowenen) hinter sich ließen. Die Deutschen erlebten zwar in der Hauptrunde ein 30:40-Debakel gegen Dänemark, gewannen aber gegen Italien und Tunesien. Damit kommt es zu folgenden Viertelfinal-Paarungen
Di., 18:00: Kroatien – Ungarn (in Zagreb)
Di., 21:00: Frankreich – Ägypten (Zagreb)
Mi., 17:30: Dänemark -Brasilien (in Oslo)
Mi., 20:30: Portugal – Deutschland (Oslo)
Abschied und Anfang zugleich
Die Wege des Herrns sind gleichsam unergründlich wie die des Sports. Nehmen wir den Eishockey-Trainer Don Jackson Da planen die Eisbären Berlin eine schöne Abschiedsparty für ihren ehemaligen Erfolgscoach (5 DEL-Titel) und sie suchen sich die Partie gegen RB München aus, weil der „Stille Don“ auch dort erfolgreich war und dort als „Head of Coaching“ tätig ist. . So weit, so normal. Nun begab es sich, dass zwei Tage vor der Partie Red-Bull-Trainer Max Kaltenhauser von einem Tag auf den anderen den Bettel hinwirft. Große Not bzw Leere auf der Trainerbank, und wer könnte die besser füllen als Don Jackson. Also fuhr er nicht nur als Head of Coaching in die Hauptstadt, sondern als Chefcoach. Die Berliner schluckten wahrscheinlich, doch sie zogen die Ehrung anstandslos und offenbar auch stilvoll durch. Jackson revancierte sich auf seine Weise und gewann mit seinem neuen alten Team gegen sein ganz altes Team mit 3:2 nach Penaltyschießen. Und weil die Münchner so schön am gewinnen waren, auch das nächste Auswärstsspiel in Wolfsburg sogar mit 4:1.
Und sonst?
- Bundesliga: St. Pauli hat einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt geschafft. Die Hamburger gewannen gegen den 1. FC Union gleich mit 3:0 und sprangen auf Platz 13, noch vor den Belinern.
Der Wechsel von Omar Marmoush zu Manchester City ist perfekt. Ohne Marmoush kamen die Hessen zu einem 2:2 in Hoffenheim, der Hoffenheimer Ausgleich fiel erst in der Nachspielzeit. Etikite war für die Eintracht zweimal erfolgreich.
- Internationaler Fußball: Einsame Reds. Der FC Liverpool siegte klar mit 4:1 gegen Aufsteiger Ipswich Town. Weiter 6 Punkte Vorsprung auf Arsenal (mühsames 1:0 in Wolverhampton) bei einem Spiel weniger.
Barca in Torlaune. Nach dem Spektakel in der Champions League bei Benfica (5:4 nach 2:4) deklassierten die Katalanen Nachzügler FC Valencia mit 7:1. Schon zur Pause stand es 5:0, obwohl Robert Lewandowksi erst im 2. Durchgang zum Einsatz kam und einen Treffer beisteuerte.
Unbeirrbares Napoli: Die SSC überwand auch die komplizierte Hürde Juventus. Im heimischen Sau Paolo gewann der Meister von 2023 mit 2:1. Inter bleibt allerdings nach dem 4:0 in Lecce auf den Fersen und hat bei einem Spiel weniger drei Punkte Rückstand.
- Basketball: Das deutsche Euroleague-Duell zwischen Alba Berlin und dem FC Bayern wurde erst am Ende eine klare Sache der Münchner. Die auch jeden Sieg dringend brauchen im absurd engem Kampf um die Plätze. Zwischen Rang 3 und 14 sind es gerade mal 3 Siege, die Bayern sind zurzeit Neunter.
- Tennis: Tatjana Maria triumphierte beim Challenger-Turnier in Bengaloru/Indien In der Weltrangliste wird sie auf Platz 73 geführt, sie ist damit die beste Deutsche. Bei den Australian Open war sie noch in der 2. Runde gescheitert und konnte in Indien nachnennen.
- Wintersport: Deutsch-österreichische Siegerserie gestoppt. Beim Skifliegen in Oberstdorf gewannen der Slowene Timi Zajc und Johann Andre Forfang aus Norwegen. Bis dahin waren im Skisprung-Weltcup allse Saisonsiege an deutscheoder österreichische Springer gegangen, inklusive der Mannschaftswettbewerbe.
Preus verteidigt Weltcup-Führung. In Antholz belegte sie in Sprint und Verfolgung jeweils den dritten Platz. Die zweifache Siegerin Lou Jeanmonnot konnte den Rückstand allerdings weiter verkürzen. Ihr bestes Weltcup-Ergebnis schaffte Selina Grotian, die im Sprint Zweite wurde.
- Motorsport: Leider an mir vorbei rasten die Fahrer der Rallye Monte Carlo. Der Franzose Sebastien Ogier siegte in den Seealpen, unweit von seinem zu Hause.
von Münchner Löwe | Jan. 17, 2025 | Allgemein, bundesliga, Fußball, ski alpin, Tagesrückschau, Tennis, Wintersport, WNBA
Ski-Klassiker in Wengen, Biathlon in Ruhpolding und viel (Transfer-)Wahnsinn im Fußball.
Nächster Schweizer Weltcup-Sieger
Franjo van Almen ist diese Saison der Durchbruch bei den Alpinen geungen Nach zwei zweiten Abfahrts-Plätzen in Gröden und Bormio fuhr er am Freitag im Super-G in Wengen zu seinem ersten Weltcup-Sieg. Das ist mittlerweile schon unglaublich, was die Eidgenossen vor allem in den Speed-Disziplinen für eine Auswahl haben. Da kann ich dem Teamchef nur viel Glück wünschen, jeweils nur vier Fahrer für die WM-Rennen in Abfahrt und Super-G zu mominieren. Möge er die richtigen auswählen (die Konkurrenz hofft eher nicht darauf).
Van Almen profitierte ,it seiner frühen Startnummer 3 allerdings auch von einer nachlassenden Piste, gerade im eher flachen und doch entscheidenden Mittelteil gab es schnell hindernde Schläge. Das allein allerdings kann den enttäuschenden 7. Platz von Marco Odermatt nicht erklären, der einen wilden allerdings auch fehlerbehafteten Ritt am Lauberhorn hinlegte.
Zweiter wurde Vincent Kriechmayr mit gerade mal einem Zehntel Rückstand vor dem Schweizer Stefan Rogentin und dem Kanadier James Crawford. Am Samstag steht die traditionelle Lauberhorn-Abfahrt auf dem Programm, mit 4,2 Kilometern die längste im Weltchupzirkus.
Die Frauen sind ebenfalls auf einer absoluten Traditionsstrecke am Start, auf der Tofana in Cortina, wo 2026 auch die Olaympischen Ski-Wettbewerbe ausgetragen werden. Lindsey Vonn hatte beim Training einen Sturz. Schwerwiegende Verletzungen hat sie offenbar nicht davongetragen. Im 2. Trainingslauf ließ sie es ruhig angehen, mal sehen wie mutig sich die Amerikanerin morgen und übermorgen auf ihre Lieblingsstrecke stürzt. Favoritinnen sind die Etablierten wie Sofia Goggia, Lara Gut-Behrami und Federica Brignone
Preuß zurück in der Erfolgsspur
Nach dem missglückten Heimauftritt in Oberhof schaffte sie im noch heimischeren Ruhpolding im Einzel einen hervorragenden zweiten Platz und verteidigte die Weltcup-Führung vor der am Donnerstag siegreichen Lou Jeanmonnot. Ein Schießfehler kostete sie den Sieg, aber so dürfen Biathletinnen und Biathleten nicht rechnen. Die Laufform stimmt, nur Elvira Öhberg war in der Loipe noch ein bisschen schneller.
Die deutschen Staffel-Männer schafften heute den ersten Podestplatz der Saison. Sie wurden Dritte hinter Frankreich und Schweden. Das klar favorisierte Norwegen leistete sich insgesamt drei Strafrunden und kam nur noch auf Rang 4 heran.
Am Samstag folgt die Frauen-Staffel und am Sonntag die beiden Massenstarts.
Apropos Biathlon: Der Weltverband gab bekannt, dass der Saisonstart 2025 in München in München erfolgen wird. Im Oktober im Olympiapark, allerdings auf Skirollern.
Mega-Vertrag für Haaland, Marmoush im Anflug
Der Norweger verlängerte seinen Kontrakt bei Manchester City vorzeitig bis 2034 (!). Dem Vernehmen nach („The Athletic“) kassiert er pro Woche 600.000 Euro, das beläuft sich auf ein Gesamtvolumen von 310 Millionen Euro. Nehme ich die absurden verträge in Saudi-Arabien aus (Neymar, Ronaldo), dürfte das Rekord für einen Fußballprofi sein. Der sich allerdings im Vergleich zu Basketball- und Baseball-Superstars wie ein armer Schlucker vorkommen muss (haja …).
Trotz der Haaland-verlängerung verdichten sich die Anzeichen, dass City mit Omar Marmoush einen weiteren Top-Angreifer verpflichten wird, und zwar schon jetzt im Januar. Laut „Kicker“ wird der Ägypter heute nicht im Kader von Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund stehen. Offenbar ist den Verantwortlichen der Hessen die Gefahr zu groß, dass eine Verletzung den auf mindestens mit 80 Millionen Euro taxierten Wechsel verhindern könnte. Sportlich wäre das eine herbe Schwächung der Eintracht, die allerdings in der Vergangenheit gezeigt hat, dass sie gerade für Offensiv-Positionen immer wieder Weltklassespieler findet.
Zverev schlägt sich bestens
Der Hamburger ist bei den Australian Open als einziger der Top-Spieler nach 3 Spielen noch ohne Satzverlust, ließ in seinen Partien Louis Poille, Paolo Portero-Martinez und Jacob Fiernley (zugegeben nicht die härtesten Brocken) keine Chance. Das spart Kraft, die er sonst bei Grand Slams in ermüdenden Vier- oder Fünfsatzpartien in den ersten Runden vergeudete. Jetzt wartet der Franzose Ugo Humbert, auch eine lösbare Aufgabe, zumal Zverevs Aufschlag glänzend funktioniert. Ebenfalls mehr ode weniger souverän das Achtelfinale erreicht haben in der unteren Hälfte Carlos Alcáraz und Novak Djokovic. Jannik Sinner bestretet erst huete Nacht sien Drittrunde-Spiel gegen Marcos Giron. Asgeschieden ist dagegen schon Vorjahresfinalist Daniil Medwedew gegen den amerikanischen Qualifikanten Tien.
Bei den Frauen ist von den Deutschen nur noch Eva Lys im Einzel dabei. Die kam nur als Lucky Loserin ins Hauptfeld, weil eine andere Spielerin ihre Teilnahme abgesagt hat. 15 Minuten vor der Abreise hat sie angeblich ewrst von ihrem Glück erfahren. Danach gewann sie zwei Partien gegen Birrell und Gracheva und hat heute Nacht gegen die Rumänin Jaquelin Christian auch keine unlsbare Aufgabe. Alle Mitfavoritinnen sind noch im Rennen. Das mit Spannung erwartete Duell der Mütter entschied die Schweizerin Belinda Bencic gegen die Japanerin Naomi Osaka für sich.
Und sonst?
- Transfer-Gerüchte im Fußball: Der FC Bayern geht die Torwartfrage, also die irgendwann tatsöchlich eintretende Nachfolgeregelung für manuel Neuer, offensiv an. Offenbar stehen die Münchner unmittelbar vor einer Verpflichtung des Kölners Jonas Urbig (22), der als größtes deutsches Torwart-Talent gilt. Allerdings war er zuletzt beim Zweitligisten 1. FC Köln nicht mehr erste Wahl, sondern nur Ersatz hinter Martin Schwäbe. Das befeuert natürlich die Wechsel-Gerüchte. Offenbar sind die Münchner auch nicht vollends von den bisher als Neuer-Nachfolger ausgeguckten und sogar verpflichteten Alexander Nübel überzeugt, der bei Stuttgart und auch im Nationalteam nicht immer brillierte, um es noch freundlich auszudrücken.
Dass der ohnehin ins Auge gefasste Wechsel von Uhrig zu den Bayern jetzt schon erfolgt (noch ist ein kleines Fragezeichen wg der Ablöse), hängt damit zusammen, dass zum einen Manuel Neuer tatsächlich dem Alter Tribut zollt, vor allem aber die Ersatzmänner Sven Ulreich (wg privater Angelegenheiten) und Daniel Peretz (verletzt) derzeit nicht einsatzfähig sind.
Tedesco gefeuert: Die Nachricht kommt wahrlich nicht überraschend. Der belgische Verband hat Domenico Tedesco von seinen Aufgaben suspendiert, wie es so hübsch heißt. Das eher schwache Abschneiden bei der EM und jetzt in der Nations League, als die „Roten Teufel“ gegen Italien und Frankreich chancenlos waren und nur mit Mühe den Abstieg in die 2. Leistungsklasse verhinderten, war das eine: Dass er aufgrund von Unstimmigkeiten auf Thibault Courtois verzichtete, für mich der beste Schlussmann weltweit, war nicht förderlich. Offenbar gibt es auch mit dem neuen Sportdirektor Vincent Mannert unterschiedliche Auffassungen, und wer hat wohl in einer solchen Konstellation das Nachsehen? Ein Nachfolger steht noch nicht fest: Er muss mit dem immer noch hochgeschätztem Team zum einen die Nations-League-Relegation gegen die Ukraine schaffen, vor allem aber auch die WM-Qualifikation für 2026, in der Wales wohl der stärkste Gegner sein wird.
- Arsenal beschwichtigt die Fans: Das Aus im FA Cup zu Hause gegen Manchester United tat sehr weh, da ist der Sieg im Nordlondon-Derby gegen Tottenham Hotspur sehr lindernder Balsam. Die Gunners drehten noch vor der Pause einen 0:1-Rückstand, verplemperten aber im 2. Durchgang beste Konterchancen und strapazierte unfreiwillig das Nervenkostüm aller Beteiligten. Die Spurs ihrerseits haben auf Platz 14 jeglichen Kontakt zu deninternationalen Plätzen verloren, haben aber (noch) genug Abstand auf die Abstiegszone.
Manchester United, im Pokal siegreich bei Arsenal, verhinderte mit Mühe eine Blamage gegen den abgeschlagenen ´Letzten Soiuthampton. Erst ein ganz später Hattrick von Amad Diallo (81./90./90+4) stellte die Weichen auf Sieg.
- Dreikampf in Italien: Ohne zu spielen, darf sich die SSC Neapel als Siegerin fühlen. Denn die beiden Meisterschafts-Konkurrenten Inter (vs Blogna) und Atalanta Bergamo (vs Juventus) kamen nicht über Heim-Unentschieden hinaus. Napoli fhrt jetzt mich 3 Punkten Vorsprung auf Inter (das ein Spiel weniger hat) und vier auf Atalanta.
Beste Stimmung also in Neapel? Im Prinzip schon, aber der von Cwitscha Kwarazchelia forcierte Wechsel zu Paris Saint Germain, der unmittelbar bevorstehen soll, bringt natürlich Unruhe. Der Georgier war mit insgesamt 25 Torbeteiligung maßgeblich beteiligt am Meistertitel für Neapel 2023 (die Feier mit den lautesten Kanonenböllern klingt mir immer noch in den Ohren). Kvaradona wurde er liebevoll genannt in Anlehnung an Diego Maradona, aber jetzt folgt er dem Ruf des Geldes, soll das fünffache bei PSG verdienen (11 statt 2 Millionen /Jahr). Das nimmt er lieber, als in Napoli (vielleicht) zur zweiten unsterblichen Legende zu werden.
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