von Münchner Löwe | Feb. 16, 2025 | ski alpin
Alpine Ski-WM in Saalbach, XI
Zum Abschluss das erste Slalom-Gold der Männer für die Schweiz seit 75 (!) Jahren, und Linus Straßer vom TSV 1860 München holt doch noch eine Medaille für Deutschland.
Slalom der Männer
1. Durchgang
Cer vierfache Saisonsieger Clement Noel zog die im Slalom fast immer günstige Nummer 1 und legte gleich eine Zeit hin, an die niemand mehr herankommen sollte. Ihm am nächsten kam noch der Schweizer Loic Meillard, der Rest hatte schon mehr als eine halgbe Sekunde Rückstand: Das Trio Atle Mc Grath, Timon Haugan(beide Norwegen) und Straßer trennten gerade mal 13 Hundertstel. Der Rest mit Manuel Feller an der Spitze (1,26) hatte schon praktisch keine Medaillenchance mehr.
2. Durchgang
Wie immer bei Großereignissen: volle Attacke. Der Österreicher Dominic Raschner knallte als 22. Platzierter (also Startnummer 9) eine Gesamt-Bestzeit hin, die lange Bestand halten sollte, und keiner kam ihm zweiten Durchgang auch nur annähernd an seine Laufbestzeit.Sein Landsmann Manuel Feller übernahm dann vor den letzten fünf Startern die Führung, aber seine Zeit war nicht das Top-Top-Ergebnis. Es begann das deutsche zittern. Linus Straßer hatte einen saehr feinen Lauf, ließ aber wie im ersten Durchgang etwas Zeit liegen. Trotzdem Platz 1, und jetzt begann das Zittern um die Medaille. Timon Haugan, zu fehlerhaft. Atle McGrath, sehr feien Klinge und besser als der Skilöwe. Doch klar un terboten von Loic Meillard, zeitweise auf der ramponierten Piste wie auf Schienen unterwegs.
Vor dem letzten Starter Noel führte der Schweizer vor McGrath und Straßer, es war klar, würde der Franzose einigermaßen runterkommen, bliebe Straßer nur Blech. Fast ein schlechtes Zeichen für den Franzosen: Sein Trainer hatte den Kurs ausgeflaggt. Noel begann zittrig, doch sein Vorsprung hielt bis zur 1. Zwischenzeit, dann nur eine kleine Unachtsamkeit – eingefädelt, Aus, das Los des Slalomfahrers. Des einen Pech war der anderen Glück. Meillard bejubelte sein erstes Einzelgold bei einem Großereignis, McGrath und Straßer über ihre ersten Medaillen. Und Deutschland fährt nicht ohne Edelmatall nach Hause. Die Ski-Nation Schweiz feiert dagegen ihr erstes Slalom-WM-Gold der Männer seit 75 Jahren, man will es kaum glauben.
Ergebnis
Gold: Loic Meillard (SUI) 1:54,02
Silber: Atle McGrath (NOR) +0,26
Bronze: Linus Straßer (GER). 0,56
4. Manuel Feller (AUT) 0,79, 5. Timon Haugan (NOR) 0,89, 6. Dave Ryding (GBR) 1,51, … 13. Henrik Kristoffersen (NOR/TV) 2,08
Die Medaillengewinner
Loic Meillard: Der Schweizer gehört seit gut fünf Jahren zur Weltspitze in Slalom und Riesenslalom, doch ein echter Siegfahrer ist er nicht. Erst vier Weltcuprennen gewann der 28-Jährige und erst einen einzigen Slalom im März 2024. Er kehrt reich medaillenbeschert aus Saalbach zurück mit zweimal Gold (Slalom, Team-Kombi) und Bronze im Riesenslalom
Atle McGrath: Gehört der relativ jungen norwegischen Garde an wie Haugan, Alexander Steen Olsen und Lucas Braathen (jetzt Brasilien). Drei Weltcupsiege berbuchte der Sohn des ehemaligen amerikanischen Skirennfahrers und einer norwegischen Langläuferin.
Linus Straßer: Bisher war es nicht die Saison des „Ski-Löwen“. Vergangenes Jahr hatte er noch die Slalom-Klassiker in Kitz und Schladming gewonnen, bis dato blieb er 2025 ohne Podestplatz, allerdings zeigte er zuletzt aufsteigende Form (Laufbestzeit in Schladming, ehe sein eigener Trainer den 2. Lauf verhunzte mit einem ihm nicht behagenden Kurs). Sein zweites WM-Brone nach Team 2021), bei Olympia 2022 wurde er sogar Zweiter.
Der 32-Jährige ist reiner Slalom-Spezialist, gewann 5 Rennen und wurde vergangene Saison Zweiter hinter Feller im Slalom-Weltcup.
Ski WM – meine Bilanz
Die Schweiz – Triumph beim Erzrivalen
Mit Abstand erfolgreichste Mannschaft war die Schweiz mit letztlich 12 – so viele wie noch nie und das in der Höhle des Österreichischen Löwen (schiefes Bild). Das kam nach der bisherigen Saison wahrlich nicht überraschend. 4 der 5 Männer-Entscheidungen verbuchten die Eidgenossen für sich, ausgerechnet der vermeintlich größte Favorit in einer Disziplin überhaupt (Marco Odermatt im Riesenslalom) gewann nicht. Der musste sich mit einer Goldmedaille im Super-G zufriedengeben, auch weil er freiwillig auf einen Start in der Team-Kombi verzichtete, weil er sich auf den Riesenslalom, blöd gelaufen.
Auch bei den Schweizer Frauen stach nicht jeder Trumpf. Allein die Slalomspezialistin Camille Rast raste zu Gold. Lara Gut-Behrami passten die Strecken nicht, kam am Ende nur zu Team-Kombi-Silber
Österreich – mehr als zufrieden
Sieben Medaillen – darauf hofften bestenfalls unverbesserliche Austria-Optimisten. Doch nach dem verpatzten Team-Mixed (Aus im Viertelfinale) lief es prächtig mit dem unerwarteten Titel für Stephanie Venier im Super-G und Medaillen in allen Speed-Disziplinen. Das i-Tüpfelchen setzte dann Raphael haaser mit dem völlig unerwarteten Triumph im Riesenslalom, nachdem er schon im Super-G geholt hatte – und das nur einen Tag nach dem Kreuzbandriss seiner Schwester Ricarda. Natürlich gab es auch hier Enttäuschte wie Manuel Feller, der ohne Medaille blieb, aber das ist unausweichlich bei einem Großereignis, wo nur die Medaillen zählen, gerade in einer Skination wie Österreich und de Schweiz.
Die DominatorInnen
Den ganz großen, alles überstrahlenden Superstar gab es nicht. Niemand gewann Titel in zwei Einzelrennen. Eifrigster Medaillensammler war Loic Meillard (2 G, 1 B). Zwei Titel holten auch Breezy Johnson (Teamkombi, Abfahrt), Camille Rast (Team-Kombi, Slalom) und Franjo van Allmen (Team-Kombi, Abfahrt). Zwei Einzelmedaillen sicherten sich Federica Brignone (Silber Super-G, Gold Riesenslalom), Loic Meillard (Gold Slalom, Bronze Riesenslalom), Raphael Haaser (Gold RS, Silber Super-G).
🇩🇪 👓
Viele Erwartungen gab es nicht für das dezimierte Team. Pech hatte das Mixed-Team, das früh und reichlich unglücklich an der Schweiz scheiterte. Einen glänzenden Eindruch hinterließ die 21-jährige Emma Aicher mit drei prächtigen Fahrten in Abfahrt, Super-G und Team-Kombi-Abfahrt. Von den zwei Slolom-Trümpfen stach nur Linus Straßer, während Lena Dürr zu zaghaft blieb, Hoffnung macht die noch junge Riesenslalom-Garde der Männer, während es dort im Speed zappenduster aussieht.
Allgemeine Anmerkungen
Es war ein Skifest, das wahrscheinlich nur Österreich so feiern kann. Bestens besuchte Wettbewerbe, gute Stimmung auch genährt durch Austria-Erfolge, die vielleicht ein bisschen zu nationalistisch angehaucht gefeiert wurden.
Die Strecken waren selektiv, aber gerade im Speed nicht wirklich angsteinflößend und kaum Überwindung kostend. Es gab auch nicht die erinnerungswürdige Stelle. Auch spielte die Startnummer eine nicht unerhebliche Rolle.
Auffallend lang waren die Riesenslalom- und Slalomkurse. Auch deshalb waren die Abstände erstaunlich hoch, gerade auch in der Breite. So hatte die Zehnte im Riesenslalom schon 3,89 Sekunden Rückstand auf die Siegerin.
Und sonst?
Mikaela Shiffrin kam nach ihrer Stichverletzung im Bauch rechtzeitig zurück, war aber trotz Team-Kombi-Gold nicht auf der Höhe ihrer Kunst
Für sie in die US-Bresche sprangen Breezy Johnson, deren Abfahrts-Gold bei den Frauen am überraschendsten kam, und die junge Lauren Macuga mit Bronze im Super-G.
Die italienischen Männer blieben ohne Medaille, doch mit Gold für Federica Brignone und das Mixed-Team plus Silber für Brignone im RS werden die Azzurri leben können.
Die so starke Fraktion der norwegischen Techniker erreichten mit Bronze für McGrath das Minimalziel. Dafür sprangen im Super-G die überraschenden Bronze-Gewinner Kasja Eckhoff-Lie und AS Sejersted ein.
Die Grande Nation Frankreich blieb ohne jede Medaile – quelle desastre.
Auch Sara Hector
von Münchner Löwe | Feb. 15, 2025 | Allgemein, ski alpin
Alpine Ski-WM in Saalbach, X
Slalom der Frauen
Der abschließende Wettbewerb bei den Frauen brachte noch mal ein alpenfreundliches Alpin-Ergebnis. Camille Rast und Wendy Holdener fuhren einen Schweizer Doppelerfolg heraus, Katharina Liensberger rettete für Österreich Bronze und gewann die mittlerweile 6. Medaille für Austria.
Das Rennen
1. Durchgang
Schon nach dem 1. Lauf gab es erstaunlich hohe Abstände. Die fast perfekt fahrende Camille Rast legte gleich 58 Hunderstel zwischen sich und der Zweitplatzierten KLiensberger. Einzig Mikaela Shiffrin, sichtlich nicht in avbsoluter Topform, und Holdener blieben als einzige noch innerhalb einer Sekunde. Lena Dürr, wie viele andere in Saalbach mit einer Erkältung kämpfend, verbremste wie die dreimalige Saisonsiegerin Zrinka Ljutic.
2. Durchgang
Würde eine de eher schlechplatziertenprominenten Fahrerinnen eine fulminante Aufholjagd starten? Eher nicht, sie fuhren ähnlich passiv wie in Durchgang aus und hatten mit der Entscheidung nichts zu tun. Adreja Slokar durfte sich als sechstletzte Starterin mit vorläufiger Laufbestzeit Hoffnungen machen, die zerstoben jedoch schon bei Paula Moltzan. Diese widerum wurde von Wendy Holdener abgelöst. Mikaela Shiffrin fuhr noch schwächer, als Shiffrin-Fan traue ich mich so etwas bei ihr kaum zu schreiben und fiel mit der am Ende nur zwölftbesten Laufzeit noch hinter ihre Landsfrau Moltzan zurück. Auch Lienberger ruckte und rüttelte, doch sie rettete mit 2 Hundertstelsekunden Vorsprung die Medaille.
Schon vor der letzten Starterin stand fest, dass der Sieg an die Schweiz gehen würde. Camille Rast im Starthäuschenoder die im Ziel Führende Wendy Holdener. Rast begann extrem stark und verwaltete letztlich sicher ihren Vorsprung auf die erfahrenere Landsfrau, die mal wieder auf dem 2. Platz landete.
Die Medaillengewinnerinnen
Camille Rast gelang diese Saison der Durchbruch, gewann zwei Slaloms und führt die Disziplinenwertung im Weltcup an. Endlich bestätigt sie den Vorschusslorbeer, den sie seit ihrem Juniioren-WM-Titel 2017 hat.
Wendy Holdener: die ewige Zweite, die so oft aufs Podest fuhr, ehe ihr 2023 in Levi der erste Weltcupsieg gelang. 2 Siege stehen zurzeit zu Buche, dazu 19 zweite und 17 dritte Plätze. Immerhin hielt sie sich mit WM-Gold in der Kombination 2017 und 2019 sowie der Mannschaft 2017. Ihre Saalbacher Bilanz: Dreimal Silber (Slalom, Teamkombi und Mannschaft).
Katharina Liensberger ist seit Jahren die beste Slalomfahrerin Österreichs, obwohl sie so manchen Irrweg nahm mit Privattrainer (was 2023 gar nicht klappte. Mit Platz 3 dürfte sie hochzufrieden sein, es ist ihre 5. WM-Medaille, 2021 holte sie gar Slalom-Gold in Cortina. Bei Olympia holte sie mit der Mannschaft Gold und Silber sowie Silber im Slalom 2022 in Peking.
Das Ergebnis
Gold: Camille Rast (SUI) 1:58,00
Silber: Wendy Holdener +0,46
Bronze: Katharina Liensberger (AUT) 1,32
4. Paula Moltzan (USA) 1,34, 5. Mikaela Shiffrin (USA) 1,37, 6Andreja Slokar (SLO) 1,53, 7. Katharina Truppe (AUT) 2,03, 8. Lena Dürr (GER) 2,45
Slalom der Männer, Sonntag, 09:45/13.15 Uhr, ZDF, ORF1, Eurosport1
Favoriten
Im letzten WM-Wettbewerb ist die Zahl der Sieganwärter am größten, auch weil hier eben sehr viel passieren kann und ein Ausscheiden praktisch eingepreist ist. Clement Noel ist mit 4 Saisonsiegen das Maß aller Dinge und könnte die bisher so ernüchternde französische Bilanz retten. Gleiches gilt für Linus Straßer, die letzte deutsche Medaillen-Hoffnung. Von den starken Norwegern sehe ich Timon Haugan als stärksten. Und schließlich Manuel Feller, der das österreichische Hoch mit der 7. Medaille krönen will und sehr gut in Form ist. Wenn er denn das Ziel sieht …
Aussichtsreiche Außenseiter
Der Rest der Norweger, insbesondere Henrik Kristoffersen und Atle McGrath. Nicht zu vergessen der gebürtige Norweger Lucas Pinheiro Braathen, der für das das Geburtsland seiner Mutter Brasilien startet. Die erste WM-Medaille für Südamerika?
Außerdem habe ich Loic Mellard auf der Rechnung, den Schweizer Teamkombi-Weltmeister.
Sehr zu beachten
Albert Popov: ich mag den verwegenen Stil des eher kleingewachsenen Bulgaren (auch deshalb meine Sympathie). Diese Saisond er erste Welcupsieg, 37 Jahre nach dem Triumph seines Landsmannes Petar Popangelov in Lenggries.
Kristofer Jacobssen: Wegen seiner unglaublichen Laufbestzeit in der Teamkombi, als er die gesamte Konkurrenz um mehr als anderthalb Sekunden distanzierte
WM 2023 in Courchevel
- Henrik Kristoffersen (Norwegen)
- AJ Ginnis (Griechenland)
- Alex Vinatzer (Italien)
Henrik Kristoffersen war jahrelang der schärfste Kontrahent von Österreichs Weltcup-Dauersieger Marcel Hirscher. Jetzt fährt er (wie auch Haugan) ein Skiprodukt, an dem Hirscher maßgeblich mitgearbeitet hat.
AJ Ginnis schaffte die erste Wintersport-Medaille für Griechenland überhaupt. Diese Saison konnte er wegen einer Verletzung noch gar nicht starten.
Alx Vinatzer gehört immer noch der erweiterten Weltspitze an, allerdings eher im Riesenslalom
WM 1991 in Saalbach
- Marc Girardelli (Luxemburg)
- Thomas Stangassinger (Österreich)
- Ole Gunnar Furuseth (Norwegen)
Drei ganz große Namen, die hier nur ganz kurz angerissen werden: Marc Girardelli war in den 80ern und 90ern der vielseitigste Skifahrer der Welt, konnte in allen Disziplinen Weltcuprennen gewinnen. Dreimal sicherte er sich den WM-Titel in der Kombination, dazu den Slalom in seinem Geburtsland, das er in den 80ern nach großen Streit mit dem österreichischen Skiverband verließ, woran auch Papa Helmut gehörigen Anteil hatte. Estaunlicherweise ohne Olympiasieg, nur zweimal Silber 1992 im Riesenslalom und Super-G.
Girardelli gewann 46 Weltcuprennen, fünfmal den Gesamtweltcup, dreimal Slalomweltcup, zweimal Abfahrt und einmal RS sowie viermal Kombination.
Thomas Stangassinger gehörte zu den stärksten Fahrern eines starken österreichischen Slalomteams. Sein Höhe´punkt sollte 1994 folgen, als er in Lillehammer Olympiagold im Slalom eroberte.Er gewaann zehn Weltcuprennen (alle im Slalom) und sicherte sich einmal den Slalomweltcup.
Ole Gunnar Furuseth war der erste Norweger in. de alpinen Weltklasse (nochvor Kjetil Andre Aamodt und Lasse Kjus).9 Weltcuprennen gewann er (3 RS, 6 Slalom), zweimal holte er den Riesenslalomweltcup.
Vierter wurde übrigens Alberto Tomba. Das passte zu der lange eher schwachen Bilanz des italienischen Dauersiegers zu dieser Zeit (3-mal Olympiagold). Erst 1996 in der Sierra Nevada sollte Albertone WM-Gold in Slalom und Rieseslalom gewinnen
von Münchner Löwe | Feb. 12, 2025 | ski alpin
Alpine Ski-WM in Saalbach, VII
Team-Kombination der Männer
Mit dem totalen Triumph der Eidgenossen endete die Team-Kombi der Männer. Nur die beiden Jugendfreunde Jules Murisier und Daniel Yule schieden aus und trübten ein wenig die Laune. Abfahrtsweltweister Franjo van Allmen durfte über seinen zweiten Titel jubeln – gemeinsam mit Loic Mellard.
Die Abfahrt (Slalompartner)
Wenig zu gewinen, viel zu verlieren hieß es auf der Spezialstrecke. Hier legten die Schweizer schon den Grundstein als der WM-Dritte Alexis Monney (Tungay Nef) vor Franjo van Allmen (Mellaiard) einkam. Der WM-Zweite Vincent Kriechmayr (Manuel Feller) kam dagegen diesmal mit der Strecke nicht zurecht und landete nur auf Platz 13. Noch schlechter erging es dem Norweger Fredrik Möller (Atle McGrath), der mit Startnummer 30 gut unterwegs war, allerdings am Ende einen Reisenbock einbaute.
Der Deutsche Simon Jocher (Linus Straßer) hatte einen beherzten Anfang, dann verlor er zeitweise völlig die Idealinie und gut 2 Sekunden auf den Spitzenreiter.
Slalom (Abfahrtspartner)
Großangriff der hinteren Reihe war erst mal angesagt, und die endete in vielen Einfädlewrn. Ob Manuel Feller, Daniel Yule (Murisier) oder Clement Noel (Nils Allegre) – sie alle erreichten das Ziel nicht. Einen tollen Lauf erwischte Linus Straßer (Simon Jocher), der sein Team mit der zweitbesten Laufzeit immerhin auf Platz 8 brachte. Außer Konkurrenz brillant war der nach der Abfgahrt von Felix Monsén aussichtslos zurückliegende Schwede Kristoffer Jakobssen, der sage und schreibe noch mal 1,63 Sekunden schneller war als Straßer.
ERstaunlich war der US-Amerikaner Benjamin Ritchie ((Ryan Cochran Siegle) mit einem fast tehrlerlosen Lauf. Das reichte zu Platz 4 oder positiv ausgedrückt: zum besten Rang eines Nicht-Schweizers, die letztlich die Entschedung unter sich ausmachten.
Gar nicht auf dem Zettel hatte ich dabei Schweiz IV. Aber Slalomartins Marc Rochat fuhr wahrscheinlich sein bestes Rennen seit Jahren, rückte von Platz 8 kommend Rang für Rang vor, sodass schon vor den beiden letzten Fahrern feststand, dass der Titel an die Schweiz ginge.
Der Kampf um Gold auaf der nicht mehr perfekten Piste war dann hpchst spannend. Luc Meillard legte vor, aber jeder sah, dass da noch einiges drin wäre, zumindest in der Theorie. In der Praxis wechselte beim Schlussläufer Nungay Nef (Alelix Monney) die Führung von Zwischenzeit zu Zwischenzeit, am Ende fehlten Nef, Bruder der viel bekannteren Sonja Nef, 27 Hunderststel. Am Ende feierten die sechs sechs Schweizer Medaillengewinner gemeinsam und ausgelassen; die Männer siegten auch im dritten Wettbewerb nach Abfahrt (van Allmen) und Super-G (Marco Odermatt) führen mittlerweile den Medaillenspiegel klar an.
Riesenslalom der Frauen, Donnerstag, 10/13 Uhr (ZDF, ORF1, Eurosport)
Favoritinnen
Die Schwedin Sara Hector ist die Frau, die es meines Erachtens zu schlagen gilt. Sie gewann 2 der 5 Saisonrennen und wurde einmal Zweite. Sehr zu beachten ist auch die Neuseeländerin Alice Robinson, die nach eher durchwachsenen Jahren diese Saison an allerbeste Zeiten anknüpft und die Weltcupwertung vor Hector anführt. Federica Brignone und Lara Gut-Behrami haben schon oft gezeigt, auch in dieser Saison, dass sie im Riesenslalom top sind, aber gerade Gut-Behrami hat bisher eine eher enttäuschende WM hinter sich, terotz Silber in der Team-Kombi.
Außenseiterinnen
Zrinka Ljutic: Zwar ist die Kroatin im Slalom noch viel stärke einzuschätzen, aber genau deshalb kann sie es morgen ohne den ganz großen Nervendruck angehen. Auf dem Zettel habe ich auch Julia Scheib, wenn denn die Österreicherin wie schon so oft den ersten Durchgang nicht verschläft. Die Schweizerin Camille Rast hat eine geradezu unwirklich erfolgreiche Saison hinter sich, warum soll es dann nicht auch im RS flutschen?
Spannend zu sehen
Lara Culturi: Die 18-Jährige fuhr diese Saison Albanien auf die Ski-Landkarte, schaffte erste Podiumsplätze für dieses Land im Wintersport überhaupt. Ihre Mutter ist die frühere Olympiasiegerin Daniela Checharelli. Im Slalom sogar noch stärker einzustufen.
🇩🇪 👓
Lena Dürr nimmt den RS quasi als Test unter Wettbewerbsbedingungen für den Slalom in Angriff. Mehr als ein Top-10-Platz ist beim besten Willen nicht drin. Allrounderin Emma Aicher kann erneut zeigen, dass der Zwölferkogel ihr Lieblingsberg ist, fabiana Rodigo ist nur zum Lernen da und zum Atmosphäre-Schnuppern in einem ausverkauften Ski-Stadion.
Startfolge
1 Thea Louise Stjenesund (NOT)
2 Sara Hector (SWE)
3 Zrinka Ljutic (CRO)
4 Federica Brignone (ITA)
5 Alice Robinson (NZL)
6 Lara Gut-Behrami (SUI)
9 Julia Scheib (AUT)
11 Lara Culturi (ALB)
12 Camille Rast (SUI)
20 Lena Dürr (GER)
35 Emma Aicher (GER)
WM 2023 in Courchevel
1. Mikaela Shiffrin (USA)
2. Federica Brignone (ITA)
3. Ragnhild Mowinckel (NOR)
Shiffrin wird im Riesenslalom nicht starten, da sie nach ihrer Verletzung vor jnapp zwei Monaten sich noch nicht fit genug für RS-Schwünge fühlt (mit Kombi-Gold hat sie glänzenden Ersatz gefunden. Mowinckel hat nach der vergangenen Saison irhe Karriere beendet.
WM 1991 in Saalbach
- Pernilla Wiberg (SWE)
- Ulrike Maier (AUT)
- Traudl Hächer (GER)
Pernilla Wiberg war zu ihrer Zeit eine der besten Slalom- und Riesenslalomfahrerinnen der Welt. Drei weitere WM-Titel sollten folgen. Auch bei Olympia war sie äußerst erfolgreich, holte Gold 1992 im Riesenslalom und 1994 in der Kombination.
Ulli Maier krönte ihre tolle WM (vorher Sieg im Super-G). Ihr Tod 1994 bei der Abfahrt ist unvergessen.
Traudl Hächer gehörte in den 80er-Jahren zu den deutschen Top-Fahrerinnen, stand allerdings immer ein wenig im Schatten von Marina Kiehl und Michaela Gerg. Umso erstaunlicher ihr Ritt zu Bronze, fast fünf Jahre nach ihrem vierten und letzten Weltcupsieg und nach fast einem Jahr ohne Top-Ten-Platz im weltucp in dieser Disziplin.
von Münchner Löwe | Feb. 11, 2025 | ski alpin
Ski-WM in Saalbach, VII
Team-Kombination der Frauen
Der kurzfristige Meinungsumschwung, doch an der Kombi teilzunehmen, hat sich gelohnt: Slalom-Legende Mikaela Shiffrin gewann zusammen mit Abfahrtsweltmeisterin Breezy Johnson die Premiere der Team-Kombi. Platz 2 holte sich die Schweizer Paarung Lara Gut-Behrami/Wendy Holdener vor den Österreicherinnen Stephanie Venier/Katharina Truppe. Beide deutschen Teams fielen aus.
Die Abfahrt
Diesmal erwischte Emma Aicher eine gute Startnummer (4), und erneut demonstrierte sie, wie gut sie die Strecke am Zwölferkogel behrrscht. Letztlich war sie die Zweitschnellste, besser als die Abfahrts-Medaillen-Gewinnerinnen Breezy Johnson und Mirjam Puchner. Die Tschechin Ester Ledecka war gar nicht am Start, sie zieht es offenbar schon zum Snowboard.
Eine war allerdings noch schneller: die US-Amerikanerin Lauren Macuga, schon in der Abfahrt besser als Aicher. Einen ganz starkenAuftritt hatte Kira Weidle als Vierte der Abfahrt.
Der Slalom
Eines war klar: Die Schweizerinnen Wendy Holdener und Camille Rast würden nach dem eher dürftigen Auftritt ihrer Partnerinnen Lara Gut-Behrami und Corinne Suter zur Aufholjagd blasen. Dies gelang vor allem Holdener mit zunächst klarer Bestzeit. An der sich erst mal alle die Zähne ausbissen, auch weil die Piste nicht besser wurde, sondern do h ziemlich nachließ. doch Mikaela Shiffrin genügte ihr großer Vorsprung von fasst 8 Zehntelsekunden und rettete 39 Hunderstel ins Ziel. Würde das reichen, war die große Frage. Katharina Liensberger für Österreich schaffter es nicht. Lena Dürr war auf einem guten Weg, auch wenn sie etwas verhalten fuhr (wie sie es so oft macht in entscheidenden Durchgängen). Doch dann baute sie einne schweren Fehler ein und vergab ihre (und Aichers) Medaillenchance. Blieb die Amerikanerin Paula Moltzan und die Gewissheit, dass der Titel an die USA fallen würde. Auch sie war etwas zu zögerlich und fiel auf Platz 4 noch hinter den Österreicherinnen Steffi Venier und Katharina Truppez urück, nur Blech; dafür durften ihre Landsfrauen Shiffrin jubelnüber ihr insgesamt 8. WM-Gold) und Breezy Johnson über den zweiten Titel in Saalbach.
Insgesamt eine gelungene Premiere des Wettbewerbs. Schön waren die Bilder, als die Abfahrerinnen unten am Zie. it ihrer Slalom-Kollegin bangten.
Team-Kombination der Männer, Mittwoch, 10 Uhr (Abfahrt)/13.15 Uhr (Slalom)
Die Favoriten
Enttäuschung schon vorher: Der Schweizer Überflieger Marco Odermatt verzichtet auf einen Start und konzentriert sich auf den Riesenslalom am Freitag. Extrem zu beachten sind die Österreicher Vincent Kriechmayr und Manuel Feller. Sehr gespannt bin ich auf die Norweger AD Sejersted/Timon Haugen, vielleicht der beste der Slalomfahrer. Die Schweizer setzen hauptsächlich auf Abfahrtsweltmeister Franjo van Allmen/Luc Meillard.
Beachtliche Außenseiter
Jeweils ein zweites Paar aus Österreich (Stefan Babinsky/Marco Schwarz, Schweiz (Tungay Nef/Alexis Monney und Norwegen (Fredrik Möller/Atle McGrath).Gerade auf diese Norweger bin ich sehr gespannt, wobei Möller mit der 30 eine äußerst ungünstige Startnummer erwischt hat.
Zu nennen wären noch die italienische Paarung Dominik Paris/Alex Vinatzer und vielleicht sogar noch die Franzosen Nils Allegre/Clemens Noell, de überragende Slalomartist
🇩🇪 👓
Ein Paar nimmt die Heusforderung an. Allerdings haben Simon Jocher/Linus Straßer kaum realistische Medaillenchancen. Andereseits: Wenn Straßer im Slalom relativ früh starten kann aufgrund Jochers Vorplatzierung, er einen absoluten Traumlauf erwischt und dann noch die Piste bricht. Viele Wenns, aber die Hoffnung stibt zuletzt
Die wichtigsten Startnummern Abfahrt
3 Norwegen 2 (Sejersted/Haugen)
6 Italien I (Paris/Vinatzer)
9 Schweiz II (Monney/Nef)
12 Frankreich I (Allegre/Noel)
14 Österreich I (Kriechmayr/Feller)
15 Schweiz I (van Allmen/Meillard)
16 Österreich II (Babinsky/Schwarz)
25 Deutschland (Jocher/Straßer)
Insgesamt sind 37 Paare am Start
Der Slalom in gestürzter Reihenfolge der Abfahrt von 30. bis zum 1.
von Münchner Löwe | Feb. 11, 2025 | ski alpin, Wintersport, WM, Wochenvorschau
Erste K.-o.-Runde im Europacup, Weltmeisterschaften im Ski alpin und ab Mittwoch auch im Biathlon, und der Hallensport tritt langsam in die entscheidende Phase.
Machbare Hürden für Bayern und Dortmund
Nach der schier endlosen Vorrunde mit insgesamt 144 Spielen, bei denen gerade 12 von 36 Teams ausgeschieden sind, geht es jetzt ratz fatz. Am Dienstag und Mittwoch in der Champions League stehen die Hinspiele der Zwischenrunde an. Borussia Dortmund (bei Sporting Lissabon) und Bayern München (bei Celtic Glasgow) erwischten attraktive und dennoch machbare Gegner. Insgesondere der Auftritt im stimmungsvollen Celtic-Park mit Edelfan Rod Stewart ist für jeden Fußballprofi ein herausragendes Ereignis.
Im Mittelpunkt des Interesses steht aber das Treffen der beiden Dickschiffe Manchester City und Real Madrid. Für eines der beiden Teams, die eigentlich mindestens das Halbfinale im Sinn haben, ist nächsten Mittwoch schon Schluss mit der internationalen Reise und die Saison im Eimer.
Die Ansetzungen im einzelnen. Die Rückspiele sind dann nächste Woche. DAZN überträgt alles einzeln und in Konferenz (außer Sporting vs BVB (exklusiv bei Prime)
Dienstag
18.45: Stade Brest – PSG (französisches Duell als Appetizer, naja)
21:00: Juventus – PSV Eindhoven
21:00: Sporting – BVB
21:00: Manchester City – Real Madrid
Mittwoch
18:45: FC Brügge – Atalanta Bergamo
21:00 AS Monaco – Benfica (für Connaiseure)
21:00: Celtic – FCB
21:00: Feyenoord – Milan
Am Donnerstag geht es dann in der Europa League und Conference League mit der Zwischerunde weiter. Europa League ohne deutsche Beteiligung, weil sich Eintracht Frankfurt direkt fürs Achtelfinale qualifiziert hat und Hoffenheim bereits ausgeschieden ist. Der 1. FC Heidenheim muss in der Conf League beim FC Kopenhagen antreten. Ob es für die abstiegsgefährdeten Ostalbstädter ratsam ist, viele Kräfte international zu vepulvern sei dahingestellt, ein tolles Erlebnis ist es allemal.
Das namhafteste Duell ist zweifellos die Partie zwischen der Roma (mit Mats Hummels) und dem FC Porto.
Zeit für die Techniker
Die zweite Woche der alpinen Ski-WM in Saalbach steht im Zeichen der Techniker. Aus deutscher Sicht ist vor allem das Abschneiden von Lena Dürr und Linus Straßer im Slalom spannend, die beide zu den Medaillenanwärtern gehören. Am Dienstag und Mittwoch die beiden Teamwettbewerbe bei Frauen und Männern.
Mehr dazu in gesonderten Texten.
Laufen und Schießen in Lenzerheide
Wenn ich das richtig sehe, findet erstmals eine „richtige“ Biathlon-WM in der Schweiz statt (es gab in den 80ern mal gesonderte Titelkämpfe der Frauen, als die noch nicht olympisch waren). Ambitioniert für eine Skination, dass sich die Wettbewerbe teilweise mit denen in Saalbach überschneiden.
Insgesamt stehen 12 Entscheidungen an, je 5 bei Frauen und Männern sowie zwei gemischte Staffel-Wettbewerbe. Die Mixed Staffel am Mittwoch macht den Anfang.
Es sind die letzten Böe-Festspiele. Sowohl Tarjej als auch der jüngere Bruder Johannes Tignes werden nach der Saison ihre erfolgreiche Karriere beenden, also Olympia 2026 in Cortina nicht mehr in Angriff nehmen.
Favoriten
Platt gesagt: in jedem Wettbewerb norwegische Männer und französische Frauen, wo die beiden Nationen in allen Wettbewerben jeweils gleich mehrere heiße Eisen im Feuer haben.
Die deutschen Hoffnungen tragen fast ausschließlich die Frauen, vornehmlich die Weltcup-Führende Franziska Preuß, die eine unglaublich erfolgreiche Saison mit Medaillen krönen könnte. In ihrem Windschatten können Talente wie Selina Grotjan ohne großen Erwartungsdruck Erfahrungen sammeln. Die deutschen Männer haben allenfalls Außenseiterchancen, aber gerade im Biathlon kann enorm viel passieren gerade am Schießstand.
Und sonst?
- Bundesliga: Der Top-Schlager Bayer Leverkusen gegen Bayern München steht im Blickpunkt (Sa., 18.30): Allerdings ist die ganz große Spannung schon draußen, denn mittlerweile haben die Münchner bereits 8 Punkte Vorsprung auf den Meister, das heißt auch eine Niederlage wäre verkraftbar für die Münchner zumindest mit Blick auf die Tabelle. Vielleicht schonen die Bayern im Hinblick auf ihr Champions-League-Rückspiel gegen Celtic nächsten Dienstag sogar Kräfte.
Das Ruhrderby zwischen Bochum und Dortmund (Sa., 15.30) lockt vielleicht ein paar Unfallglotzer an. Beiden Teams hilft nur ein Sieg für den Abstiegskampf respektive den um Champions-League-Plätze.
- Internationaler Fußball: Schon am Mittwoch das Merseyside-Derby zwischen dem FC Everton und FC Liverpool, mit dem die Tabelle der Premier League endlich begradigt wird. Letztmals übrigens im Goodison Park, weil nächste Saison Everton im neuen Stadion spielt. Tabellenführer Liverpool kann mit einem Sieg 9 Punkte auf den Zweiten herausholen – das wäre mehr als eine Vorentscheidung.
Match of the Day am Sonntag (17:30) ist das Duell der Enttäuschten zwischen Tottenham und Manchester United. Der Verlierer muss tatsächlich in Richtung Abstiegszone schauen.
Das sogenannte Derbi Italia zwioschen Inter Mailand und Juventus Turin steht im Blickpunkt der Serie A (So., 20:45). Inter steht bei einem Punkt Rückstand im Meister-Fernduell mit Napoli, das tags zuvor bei Lazio (Sa., 18:00) eine schwere Aufgabe hat.
- Allstar-Weekend in der NBA: Man vearsucht ein neues Format. Gebildet werden drei Teams, dazu kommt der Sieger zwischen dem Nachwuchsduell Rookies vs Sophomores (2. Jahr). Mal sehen, ob die Herrschaften es ein bisschen seriöser angehen als die vergangenen Jahren, als überhaupt keine Defense mehr gespielt wurde. Franz Wagner könnte als Ersatzmann für den verletzten Giannis Antetokuonpo nachrücken, das entscheidet Liga-Chef Adam Silver höchstselbst.
- Basketball: Tatsächlich keine europäischen Wettbewerbe, sondern „nur“ das Final Four im nationalen Pokal, das in Weißenfels ausgetragen wird. Der FC Bayern spielt im Halbfinale gegen den gastgebenden Mitteldeutscher BC, die 2. Partie am Samstag bestreiten die Skyliners Frankfurt und Bamberg Baskets.
- Eishockey: Wie gehabt ein Doppelspieltag in der DEL, wo sich die Vorrunde ganz langsam dem Ende zuneigt. Für mich persönlich interessant wird die Partie Red Bull München gegen die Schwenningen Wild Wing, die ich live vor Ort im SAP Garden sehen werde.
- Handball: Einen deutscher Schlager gibt es schon am Dienstag in der European League, wenn Bundesliga-Tabellenführer MT Melsungen den Rekordmeister THW Kiel empfängt (20:45). Ein weiteres nationales Duell gibt es vorher zwischen dem VfL Gummersbach und der SG Flensburg-Handewitt. Da hat die Losfee ganze Arbeit geleistet.
- Tennis: Für die Männer beginnt die südamerikanische Sandplatz-Tour in Buenos Aires. Topgesetzt ist Alexander Zverev, unter anderem dabei sind Holger Rune und Lorenzo Musetti. Wer es lieber hart mag, startet in Marseille/Halle (Daniil Medwedew, Ugo Humbert, Karim Katschanow, Jan-Lennard Struff) oder Delray Beach/USA (Taylor Fritz). Bestens besetzt ist das Frauen-Turnier in Doha, wo praktisch die gesamte Weltelite (außer Australian-Open-Siegerin Madison Keys) am Start ist, also Aryna Sabalenka, Iga Swiatek et all.
von Münchner Löwe | Feb. 9, 2025 | ski alpin
Ski-WM in Saalbach, V
Die absolute Königsdisziplin, Abfahrt der Männer, ging an die Schweiz. Doch nicht der favorisierte Marco Odermatt triumphierte, sondern Franjo van Allmen. Auch die Gastgeber durften trotz des Erfolges des Nachbarn zurfrieden sein, denn Vincent Kriechmayr gewann für Austria die 4. Medaille im 4. Speedrennen.
Das Rennen
Diesmal sollte es kein Startnummernrennen werden. Die erste ernstzunehmende Richtzeit setzte mit der Nummer 8 der Schweizer Alexis Monney, der dem bis dato Führenden Nils Allegre gleich 1,03 Sekunden abnahm. Lange durfte sich der Schweizer nicht auf dem vorläufigen Siegessessel hinsetzen, denn schon unmittelbar darauf war der Einheimische Vincent Kriechmayr noch mal sieben Hunderstel schneller, obwohl er im Schlussteil etwas Zeit verlor. Er war also nicht perfekt unterwegs gewesen. Dieser Verdacht wurde Gewissheit, als sich Franjo van Allmen aufmachte. Der Aufsteiger des Jahres war bei allen Zwischenzeiten voll dabei, hatte aber einen brillanten Endspurt und unterbot Kriechmayr um 24 Hunderstel. Die Entscheidung? Dominic Paris, das 2-Meter-Muskelmann aus Südtirol, verlor oben zuviel Zeit, da nutzte ihm die perfekte Fahrt unten nichts mehr. Also blieb nur noch Marco Odermatt, der Super-G-Weltmeister. Doch der wirkte längst nicht so federleicht wie am Freitag, riskierte zwar viel, streute aber einige Fehlerchen ein, die diese Strecke nicht verzeiht. So blieb der medaillenlose Platz 5, und sichtbar war sein Ärger ob der Fahrt.
Das Ergebnis
G: Franjo van Allmen (SUI). 1:40,68
S: Vincent Kriechmayr (AUT) 0,24
B: Alexis Monney (SUI) 0,31
4. Dominik Paris (ITA) 0,45, 5. Marco Odermatt (SUI/TV) 0,66, Adrian Smiseth Sejersted (NOR) 0,83, … 13. Ryan Cochran-Siegl (USA) 1,43, 20. Romed Baumann (D) 1, 75
Die Medaillengewinner
Franjo van Allmen krönte seine unglaubliche Saison, die aus den Reihen der Durchschnittsfahrer bis in die absolute Speed-Elite führte. Mit einem Jahr Verspätung bestätigte der 22-Jährige all den Vorschusslorbeer, den er als dreimaliger Vize-Weltmeister bei der Junioren-WM 2023 in den USA gesammelt hatte. Dreimal kam er in der Abfahrt auf den 2. Platz, nämlich bei den Klassikern in Gröden, Bormio und Wengen. Am Wengener Lauberhorn gewann er im Super-G auch seinen ersten Weltcup. Spätestens da gilt er als Kronprinz des überragenden Marco Odermatt.
Vincenz Kriechmayr ist seit Jahren der mit Abstand beste und konstanteste österreichische Speed-Spezialist. Der 31-Jährige gewann jeweils 9 Weltcup-Rennen in Abfahrt und Super-G, zuletzt vor fast genau einem Jahr in Kvitfjell (Super-G). Groß war das Wehklagen in Austria, als er vor knapp einen Monat in Wengen stürzte und sich eine schmerzhafte Bänderdehnung zuzog, die gar seinen WM-Start gefährdete. Doch der 31-Jährige arbeite an seiner Fitness und konnte auch dank Schmerzmittel antreten. Schon sein 4. Platz im Super-G war verheißungsvoll.
Alexis Monney trat wie sein Landsmann van Allmen erst diese Saison richtig in Erscheinung, gerade noch rechtzeitig, möchte ich angesichts seiner schon 25 Jahre und der unglaublich starken Konkurrenz in der Schweiz anmerken.. Der Abfahrts-Junioren-Weltmeister von 2020 hatte Ende Dezember seine große Zeit, als er in Bormio erst die Abfahrt gewann (vor van Allmen) und tags darauf im Super-G Platz 3 belegte, seine bis dato einzigen Podestplätze im Weltcup.
Die Gastgeber
Nach einer äußerst engagierten Fahrt raste Daniel Hemetsberger mit nicht einmal einer Sekunde Rückstand auf den Sieger auf Platz 7, für ihn ein Top-Ergebnis, erst recht nach dieser reichlich durchschnittlichen Saison. Auch Stefan Babinski kann mit seinem 9. Rang zufrieden sein, Lehrgeld zahlte der in den Trainingsläufen auftrumpfende Stefan Eichberger (28.),
Die Enttäuschten
Groß waren die Erwartungen der bei Großereignissen oft so starken Nordamerikaner, gerade auch nach dem Abfahrtstriumph von Breezy Johnson tags zuvor. Doch mit der Medaillenvergabe hatten die US Boys und Crazy Canucks nichts zu tun. Beser war noch Bryce Bennet auf dem 10. Platz. Fpür Kitz-Sieger James Crawford blieb gar nur Rang 23.
🇩🇪 👓
Der gebürtige Österreicher Romed Baumann durfte fast mit Blick auf sein Elternhaus starten, er klassierte sich als 20. im Mittelfeld, sind wir mal gnädig. Simon Jocher durfte Starten (30.), und Luis Vogt beendete auch sein zweites WM-Rennen nicht.
Morgen folgt der erste (und einzige) Ruhetag, bevor es mit den Team-Komis der Frauen und Männer weitergeht. Wir lesen uns.
Neueste Kommentare