Schweizerinnen können auch Slalom

Alpine Ski-WM in Saalbach, X

 

Slalom der Frauen

 

Der abschließende Wettbewerb bei den Frauen brachte noch mal ein alpenfreundliches Alpin-Ergebnis. Camille Rast und Wendy Holdener fuhren einen Schweizer Doppelerfolg heraus, Katharina Liensberger rettete für Österreich Bronze und gewann die mittlerweile 6. Medaille für Austria.

 

Das Rennen

 

1. Durchgang

 

Schon nach dem 1. Lauf gab es erstaunlich hohe Abstände. Die fast perfekt fahrende Camille Rast legte gleich 58 Hunderstel zwischen sich und der Zweitplatzierten KLiensberger. Einzig Mikaela Shiffrin, sichtlich nicht in avbsoluter Topform, und Holdener blieben als einzige noch innerhalb einer Sekunde. Lena Dürr, wie viele andere in Saalbach mit einer Erkältung kämpfend, verbremste wie die dreimalige Saisonsiegerin Zrinka Ljutic.

 

2. Durchgang

 

Würde eine de eher schlechplatziertenprominenten Fahrerinnen eine fulminante Aufholjagd starten? Eher nicht, sie fuhren ähnlich passiv wie in Durchgang aus und hatten mit der Entscheidung nichts zu tun. Adreja Slokar durfte sich als sechstletzte Starterin mit vorläufiger Laufbestzeit Hoffnungen machen, die zerstoben jedoch schon bei Paula Moltzan. Diese widerum wurde von Wendy Holdener abgelöst. Mikaela Shiffrin fuhr noch schwächer, als Shiffrin-Fan traue ich mich so etwas bei ihr kaum zu schreiben und fiel mit der am Ende nur zwölftbesten Laufzeit noch hinter ihre Landsfrau Moltzan zurück. Auch Lienberger ruckte und rüttelte, doch sie rettete mit 2 Hundertstelsekunden Vorsprung die Medaille.
Schon vor der letzten Starterin stand fest, dass der Sieg an die Schweiz gehen würde. Camille Rast im Starthäuschenoder die im Ziel Führende Wendy Holdener. Rast begann extrem stark und verwaltete letztlich sicher ihren Vorsprung auf die erfahrenere Landsfrau, die mal wieder auf dem 2. Platz landete.

 

Die Medaillengewinnerinnen

 

Camille Rast gelang diese Saison der Durchbruch, gewann zwei Slaloms und führt die Disziplinenwertung im Weltcup an. Endlich bestätigt sie den Vorschusslorbeer, den sie seit ihrem Juniioren-WM-Titel 2017 hat.
Wendy Holdener: die ewige Zweite, die so oft aufs Podest fuhr, ehe ihr 2023 in Levi der erste Weltcupsieg gelang. 2 Siege stehen zurzeit zu Buche, dazu 19 zweite und 17 dritte Plätze. Immerhin hielt sie sich mit WM-Gold in der Kombination 2017 und 2019 sowie der Mannschaft 2017. Ihre Saalbacher Bilanz: Dreimal Silber (Slalom, Teamkombi und Mannschaft).
Katharina Liensberger ist seit Jahren die beste Slalomfahrerin Österreichs, obwohl sie so manchen Irrweg nahm mit Privattrainer (was 2023 gar nicht klappte. Mit Platz 3 dürfte sie hochzufrieden sein, es ist ihre 5. WM-Medaille, 2021 holte sie gar Slalom-Gold in Cortina. Bei Olympia holte sie mit der Mannschaft Gold und Silber sowie Silber im Slalom 2022 in Peking.

 

Das Ergebnis

 

Gold: Camille Rast (SUI)                        1:58,00
Silber: Wendy Holdener                            +0,46
Bronze: Katharina Liensberger (AUT)        1,32

4. Paula Moltzan (USA) 1,34, 5. Mikaela Shiffrin (USA) 1,37, 6Andreja Slokar (SLO) 1,53, 7. Katharina Truppe (AUT) 2,03, 8. Lena Dürr (GER) 2,45

 

Slalom der Männer, Sonntag, 09:45/13.15 Uhr, ZDF, ORF1, Eurosport1

 

Favoriten

 

Im letzten WM-Wettbewerb ist die Zahl der Sieganwärter am größten, auch weil hier eben sehr viel passieren kann und ein Ausscheiden praktisch eingepreist ist. Clement Noel ist mit 4 Saisonsiegen das Maß aller Dinge und könnte die bisher so ernüchternde französische Bilanz retten. Gleiches gilt für Linus Straßer, die letzte deutsche Medaillen-Hoffnung. Von den starken Norwegern sehe ich Timon Haugan als stärksten. Und schließlich Manuel Feller, der das österreichische Hoch mit der 7. Medaille krönen will und sehr gut in Form ist. Wenn er denn das Ziel sieht …

 

Aussichtsreiche Außenseiter

 

Der Rest der Norweger, insbesondere Henrik Kristoffersen und Atle McGrath. Nicht zu vergessen der gebürtige Norweger Lucas Pinheiro Braathen, der für das das Geburtsland seiner Mutter Brasilien startet. Die erste WM-Medaille für Südamerika?
Außerdem habe ich Loic Mellard auf der Rechnung, den Schweizer Teamkombi-Weltmeister.

 

Sehr zu beachten

 

Albert Popov: ich mag den verwegenen Stil des eher kleingewachsenen Bulgaren (auch deshalb meine Sympathie). Diese Saisond er erste Welcupsieg, 37 Jahre nach dem Triumph seines Landsmannes Petar Popangelov in Lenggries.
Kristofer Jacobssen: Wegen seiner unglaublichen Laufbestzeit in der Teamkombi, als er die gesamte Konkurrenz um mehr als anderthalb Sekunden distanzierte

 

WM 2023 in Courchevel

 

  1. Henrik Kristoffersen (Norwegen)
  2. AJ Ginnis (Griechenland)
  3. Alex Vinatzer (Italien)

Henrik Kristoffersen war jahrelang der schärfste Kontrahent von Österreichs Weltcup-Dauersieger Marcel Hirscher. Jetzt fährt er (wie auch Haugan) ein Skiprodukt, an dem Hirscher maßgeblich mitgearbeitet hat.
AJ Ginnis schaffte die erste Wintersport-Medaille für Griechenland überhaupt. Diese Saison konnte er wegen einer Verletzung noch gar nicht starten.
Alx Vinatzer gehört immer noch der erweiterten Weltspitze an, allerdings eher im Riesenslalom

 

WM 1991 in Saalbach

 

  1. Marc Girardelli (Luxemburg)
  2. Thomas Stangassinger (Österreich)
  3. Ole Gunnar Furuseth (Norwegen)

Drei ganz große Namen, die hier nur ganz kurz angerissen werden: Marc Girardelli war in den 80ern und 90ern der vielseitigste Skifahrer der Welt, konnte in allen Disziplinen Weltcuprennen gewinnen. Dreimal sicherte er sich den WM-Titel in der Kombination, dazu den Slalom in seinem Geburtsland, das er in den 80ern nach großen Streit mit dem österreichischen Skiverband verließ, woran auch Papa Helmut gehörigen Anteil hatte. Estaunlicherweise ohne Olympiasieg, nur zweimal Silber 1992 im Riesenslalom und Super-G.
Girardelli gewann 46 Weltcuprennen, fünfmal den Gesamtweltcup, dreimal Slalomweltcup, zweimal Abfahrt und einmal RS sowie viermal Kombination.
Thomas Stangassinger gehörte zu den stärksten Fahrern eines starken österreichischen Slalomteams. Sein Höhe´punkt sollte 1994 folgen, als er in Lillehammer Olympiagold im Slalom eroberte.Er gewaann zehn Weltcuprennen (alle im Slalom) und sicherte sich einmal den Slalomweltcup.
Ole Gunnar Furuseth war der erste Norweger in. de alpinen Weltklasse (nochvor Kjetil Andre Aamodt und Lasse Kjus).9 Weltcuprennen gewann er (3 RS, 6 Slalom), zweimal holte er den Riesenslalomweltcup.
Vierter wurde übrigens Alberto Tomba. Das passte zu der lange eher schwachen Bilanz des italienischen Dauersiegers zu dieser Zeit (3-mal Olympiagold). Erst 1996 in der Sierra Nevada sollte Albertone WM-Gold in Slalom und Rieseslalom gewinnen

Schweiz I vor Schweiz II vor Schweiz IV – wer hats erfunden?

Alpine Ski-WM in Saalbach, VII

 

Team-Kombination der Männer

 

Mit dem totalen Triumph der Eidgenossen endete die Team-Kombi der Männer. Nur die beiden Jugendfreunde Jules Murisier und Daniel Yule schieden aus und trübten ein wenig die Laune. Abfahrtsweltweister Franjo van Allmen durfte über seinen zweiten Titel jubeln – gemeinsam mit Loic Mellard.

 

Die Abfahrt (Slalompartner)

 

Wenig zu gewinen, viel zu verlieren hieß es auf der Spezialstrecke. Hier legten die Schweizer schon den Grundstein als der WM-Dritte Alexis Monney (Tungay Nef) vor Franjo van Allmen (Mellaiard) einkam. Der WM-Zweite Vincent Kriechmayr (Manuel Feller) kam dagegen diesmal mit der Strecke nicht zurecht und landete nur auf Platz 13. Noch schlechter erging es dem Norweger Fredrik Möller (Atle McGrath), der mit Startnummer 30 gut unterwegs war, allerdings am Ende einen Reisenbock einbaute.
Der Deutsche Simon Jocher (Linus Straßer) hatte einen beherzten Anfang, dann verlor er zeitweise völlig die Idealinie und gut 2 Sekunden auf den Spitzenreiter.

 

Slalom (Abfahrtspartner)

 

Großangriff der hinteren Reihe war erst mal angesagt, und die endete in vielen Einfädlewrn. Ob Manuel Feller, Daniel Yule (Murisier) oder Clement Noel (Nils Allegre) – sie alle erreichten das Ziel nicht. Einen tollen Lauf erwischte Linus Straßer (Simon Jocher), der sein Team mit der zweitbesten Laufzeit immerhin auf Platz 8 brachte. Außer Konkurrenz brillant war der nach der Abfgahrt von Felix Monsén aussichtslos zurückliegende Schwede Kristoffer Jakobssen, der sage und schreibe noch mal 1,63 Sekunden schneller war als Straßer.
ERstaunlich war der US-Amerikaner Benjamin Ritchie ((Ryan Cochran Siegle) mit einem fast tehrlerlosen Lauf. Das reichte zu Platz 4 oder positiv ausgedrückt: zum besten Rang eines Nicht-Schweizers, die letztlich die Entschedung unter sich ausmachten.
Gar nicht auf dem Zettel hatte ich dabei Schweiz IV. Aber Slalomartins Marc Rochat fuhr wahrscheinlich sein bestes Rennen seit Jahren, rückte von Platz 8 kommend Rang für Rang vor, sodass schon vor den beiden letzten Fahrern feststand, dass der Titel an die Schweiz ginge.
Der Kampf um Gold auaf der nicht mehr perfekten Piste war dann hpchst spannend. Luc Meillard legte vor, aber jeder sah, dass da noch einiges drin wäre, zumindest in der Theorie. In der Praxis wechselte beim Schlussläufer Nungay Nef (Alelix Monney) die Führung von Zwischenzeit zu Zwischenzeit, am Ende fehlten Nef, Bruder der viel bekannteren Sonja Nef, 27 Hunderststel. Am Ende feierten die sechs sechs Schweizer Medaillengewinner gemeinsam und ausgelassen; die Männer siegten auch im dritten Wettbewerb nach Abfahrt (van Allmen) und Super-G (Marco Odermatt) führen mittlerweile den Medaillenspiegel klar an.

 

Riesenslalom der Frauen, Donnerstag, 10/13 Uhr (ZDF, ORF1, Eurosport)

 

Favoritinnen

 

Die Schwedin Sara Hector ist die Frau, die es meines Erachtens zu schlagen gilt. Sie gewann 2 der 5 Saisonrennen und wurde einmal Zweite. Sehr zu beachten ist auch die Neuseeländerin Alice Robinson, die nach eher durchwachsenen Jahren diese Saison an allerbeste Zeiten anknüpft und die Weltcupwertung vor Hector anführt. Federica Brignone und Lara Gut-Behrami haben schon oft gezeigt, auch in dieser Saison, dass sie im Riesenslalom top sind, aber gerade Gut-Behrami hat bisher eine eher enttäuschende WM hinter sich, terotz Silber in der Team-Kombi.

 

Außenseiterinnen

 

Zrinka Ljutic: Zwar ist die Kroatin im Slalom noch viel stärke einzuschätzen, aber genau deshalb kann sie es morgen ohne den ganz großen Nervendruck angehen. Auf dem Zettel habe ich auch Julia Scheib, wenn denn die Österreicherin wie schon so oft den ersten Durchgang nicht verschläft. Die Schweizerin Camille Rast hat eine geradezu unwirklich erfolgreiche Saison hinter sich, warum soll es dann nicht auch im RS flutschen?

 

Spannend zu sehen

 

Lara Culturi: Die 18-Jährige fuhr diese Saison Albanien auf die Ski-Landkarte, schaffte erste Podiumsplätze für dieses Land im Wintersport überhaupt. Ihre Mutter ist die frühere Olympiasiegerin Daniela Checharelli. Im Slalom sogar noch stärker einzustufen.

 

🇩🇪 👓

 

Lena Dürr nimmt den RS quasi als Test unter Wettbewerbsbedingungen für den Slalom in Angriff. Mehr als ein Top-10-Platz ist beim besten Willen nicht drin. Allrounderin Emma Aicher kann erneut zeigen, dass der Zwölferkogel ihr Lieblingsberg ist, fabiana Rodigo ist nur zum Lernen da und zum Atmosphäre-Schnuppern in einem ausverkauften Ski-Stadion.

 

Startfolge

 

1 Thea Louise Stjenesund (NOT)
2 Sara Hector (SWE)
3 Zrinka Ljutic (CRO)
4 Federica Brignone (ITA)
5 Alice Robinson (NZL)
6 Lara Gut-Behrami (SUI)
9 Julia Scheib (AUT)
11 Lara Culturi (ALB)
12 Camille Rast (SUI)
20 Lena Dürr (GER)
35 Emma Aicher (GER)

 

WM 2023 in Courchevel

 

1. Mikaela Shiffrin (USA)
2. Federica Brignone (ITA)
3. Ragnhild Mowinckel (NOR)

Shiffrin wird im Riesenslalom nicht starten, da sie nach ihrer Verletzung vor jnapp zwei Monaten sich noch nicht fit genug für RS-Schwünge fühlt (mit Kombi-Gold hat sie glänzenden Ersatz gefunden. Mowinckel hat nach der vergangenen Saison irhe Karriere beendet.

 

WM 1991 in Saalbach

  1. Pernilla Wiberg (SWE)
  2. Ulrike Maier (AUT)
  3. Traudl Hächer (GER)

Pernilla Wiberg war zu ihrer Zeit eine der besten Slalom- und Riesenslalomfahrerinnen der Welt. Drei weitere WM-Titel sollten folgen. Auch bei Olympia war sie äußerst erfolgreich, holte Gold 1992 im Riesenslalom und 1994 in der Kombination.
Ulli Maier krönte ihre tolle WM (vorher Sieg im Super-G). Ihr Tod 1994 bei der Abfahrt ist unvergessen.
Traudl Hächer gehörte in den 80er-Jahren zu den deutschen Top-Fahrerinnen, stand allerdings immer ein wenig im Schatten von Marina Kiehl und Michaela Gerg. Umso erstaunlicher ihr Ritt zu Bronze, fast fünf Jahre nach ihrem vierten und letzten Weltcupsieg und nach fast einem Jahr ohne Top-Ten-Platz im weltucp in dieser Disziplin.

 

 

 

 

Lena Dürr verbläst die Medaille

Ski-WM in Saalbach, VII

 

Team-Kombination der Frauen

 

Der kurzfristige Meinungsumschwung, doch an der Kombi teilzunehmen, hat sich gelohnt: Slalom-Legende Mikaela Shiffrin gewann zusammen mit Abfahrtsweltmeisterin Breezy Johnson die Premiere der Team-Kombi. Platz 2 holte sich die Schweizer Paarung Lara Gut-Behrami/Wendy Holdener vor den Österreicherinnen Stephanie Venier/Katharina Truppe. Beide deutschen Teams fielen aus.

 

Die Abfahrt

 

Diesmal erwischte Emma Aicher eine gute Startnummer (4), und erneut demonstrierte sie, wie gut sie die Strecke am Zwölferkogel behrrscht. Letztlich war sie die Zweitschnellste, besser als die Abfahrts-Medaillen-Gewinnerinnen Breezy Johnson und Mirjam Puchner. Die Tschechin Ester Ledecka war gar nicht am Start, sie zieht es offenbar schon zum Snowboard.
Eine war allerdings noch schneller: die US-Amerikanerin Lauren Macuga, schon in der Abfahrt besser als Aicher. Einen ganz starkenAuftritt hatte Kira Weidle als Vierte der Abfahrt.

 

Der Slalom

 

Eines war klar: Die Schweizerinnen Wendy Holdener und Camille Rast würden nach dem eher dürftigen Auftritt ihrer Partnerinnen Lara Gut-Behrami und Corinne Suter zur Aufholjagd blasen. Dies gelang vor allem Holdener mit zunächst klarer Bestzeit. An der sich erst mal alle die Zähne ausbissen, auch weil die Piste nicht besser wurde, sondern do h ziemlich nachließ. doch Mikaela Shiffrin genügte ihr großer Vorsprung von fasst 8 Zehntelsekunden und rettete 39 Hunderstel ins Ziel. Würde das reichen, war die große Frage. Katharina Liensberger für Österreich schaffter es nicht. Lena Dürr war auf einem guten Weg, auch wenn sie etwas verhalten fuhr (wie sie es so oft macht in entscheidenden Durchgängen). Doch dann baute sie einne schweren Fehler ein und vergab ihre (und Aichers) Medaillenchance. Blieb die Amerikanerin Paula Moltzan und die Gewissheit, dass der Titel an die USA fallen würde. Auch sie war etwas zu zögerlich und fiel auf Platz 4 noch hinter den Österreicherinnen Steffi Venier und Katharina Truppez urück, nur Blech; dafür durften ihre Landsfrauen Shiffrin jubelnüber ihr insgesamt 8. WM-Gold) und Breezy Johnson über den zweiten Titel in Saalbach.

Insgesamt eine gelungene Premiere des Wettbewerbs. Schön waren die Bilder, als die Abfahrerinnen unten am Zie. it ihrer Slalom-Kollegin bangten.

 

Team-Kombination der Männer, Mittwoch, 10 Uhr (Abfahrt)/13.15 Uhr (Slalom)

 

Die Favoriten

 

Enttäuschung schon vorher: Der Schweizer Überflieger Marco Odermatt verzichtet auf einen Start und konzentriert sich auf den Riesenslalom am Freitag. Extrem zu beachten sind die Österreicher Vincent Kriechmayr und Manuel Feller. Sehr gespannt bin ich auf die Norweger AD Sejersted/Timon Haugen, vielleicht der beste der Slalomfahrer. Die Schweizer setzen hauptsächlich auf Abfahrtsweltmeister Franjo van Allmen/Luc Meillard.

 

Beachtliche Außenseiter

 

Jeweils ein zweites Paar aus Österreich (Stefan Babinsky/Marco Schwarz, Schweiz (Tungay Nef/Alexis Monney und Norwegen (Fredrik Möller/Atle McGrath).Gerade auf diese Norweger bin ich sehr gespannt, wobei Möller mit der 30 eine äußerst ungünstige Startnummer erwischt hat.
Zu nennen wären noch die italienische Paarung Dominik Paris/Alex Vinatzer und vielleicht sogar noch die Franzosen Nils Allegre/Clemens Noell, de überragende Slalomartist

 

🇩🇪 👓

 

Ein Paar nimmt die Heusforderung an. Allerdings haben Simon Jocher/Linus Straßer kaum realistische Medaillenchancen. Andereseits: Wenn Straßer im Slalom relativ früh starten kann aufgrund Jochers Vorplatzierung, er einen absoluten Traumlauf erwischt und dann noch die Piste bricht. Viele Wenns, aber die Hoffnung stibt zuletzt

 

Die wichtigsten Startnummern Abfahrt

 

3 Norwegen 2 (Sejersted/Haugen)
6 Italien I (Paris/Vinatzer)
9 Schweiz II (Monney/Nef)
12 Frankreich I (Allegre/Noel)
14 Österreich I (Kriechmayr/Feller)
15 Schweiz I (van Allmen/Meillard)
16 Österreich II (Babinsky/Schwarz)
25 Deutschland (Jocher/Straßer)

Insgesamt sind 37 Paare am Start

Der Slalom in gestürzter Reihenfolge der Abfahrt von 30. bis zum 1.

 

 

 

 

 

 

Das wird die Woche, die wird

Erste K.-o.-Runde im Europacup, Weltmeisterschaften im Ski alpin und ab Mittwoch auch im Biathlon, und der Hallensport tritt langsam in die entscheidende Phase.

 

Machbare Hürden für Bayern und Dortmund

 

Nach der schier endlosen Vorrunde mit insgesamt 144 Spielen, bei denen gerade 12 von 36 Teams ausgeschieden sind, geht es jetzt ratz fatz. Am Dienstag und Mittwoch in der Champions League stehen die Hinspiele der Zwischenrunde an. Borussia Dortmund (bei Sporting Lissabon) und Bayern München (bei Celtic Glasgow) erwischten attraktive und dennoch machbare Gegner. Insgesondere der Auftritt im stimmungsvollen Celtic-Park mit Edelfan Rod Stewart ist für jeden Fußballprofi ein herausragendes Ereignis.
Im Mittelpunkt des Interesses steht aber das Treffen der beiden Dickschiffe Manchester City und Real Madrid. Für eines der beiden Teams, die eigentlich mindestens das Halbfinale im Sinn haben,  ist nächsten Mittwoch schon Schluss mit der internationalen Reise und die Saison im Eimer.

Die Ansetzungen im einzelnen. Die Rückspiele sind dann nächste Woche. DAZN überträgt alles einzeln und in Konferenz (außer Sporting vs BVB (exklusiv bei Prime)

Dienstag

18.45: Stade Brest – PSG (französisches Duell als Appetizer, naja)
21:00: Juventus – PSV Eindhoven
21:00: Sporting – BVB
21:00: Manchester City – Real Madrid

Mittwoch

18:45: FC Brügge – Atalanta Bergamo
21:00 AS Monaco – Benfica (für Connaiseure)
21:00: Celtic – FCB
21:00: Feyenoord – Milan

 

Am Donnerstag geht es dann in der Europa League und Conference League mit der Zwischerunde weiter. Europa League ohne deutsche Beteiligung, weil sich Eintracht Frankfurt direkt fürs Achtelfinale qualifiziert hat und Hoffenheim bereits ausgeschieden ist. Der 1. FC Heidenheim muss in der Conf League beim FC Kopenhagen antreten. Ob es für die abstiegsgefährdeten Ostalbstädter ratsam ist, viele Kräfte international zu vepulvern sei dahingestellt, ein tolles Erlebnis ist es allemal.
Das namhafteste Duell ist zweifellos die Partie zwischen der Roma (mit Mats Hummels) und dem FC Porto.

 

Zeit für die Techniker

 

Die zweite Woche der alpinen Ski-WM in Saalbach steht im Zeichen der Techniker. Aus deutscher Sicht ist vor allem das Abschneiden von Lena Dürr und Linus Straßer im Slalom spannend, die beide zu den Medaillenanwärtern gehören. Am Dienstag und Mittwoch die beiden Teamwettbewerbe bei Frauen und Männern.
Mehr dazu in gesonderten Texten.

 

Laufen und Schießen in Lenzerheide

 

Wenn ich das richtig sehe, findet erstmals eine „richtige“ Biathlon-WM in der Schweiz statt (es gab in den 80ern mal gesonderte Titelkämpfe der Frauen, als die noch nicht olympisch waren). Ambitioniert für eine Skination, dass sich die Wettbewerbe teilweise mit denen in Saalbach überschneiden.
Insgesamt stehen 12 Entscheidungen an, je 5 bei Frauen und Männern sowie zwei gemischte Staffel-Wettbewerbe. Die Mixed Staffel am Mittwoch macht den Anfang.
Es sind die letzten Böe-Festspiele. Sowohl Tarjej als auch der jüngere Bruder Johannes Tignes werden nach der Saison ihre erfolgreiche Karriere beenden, also Olympia 2026 in Cortina nicht mehr in Angriff nehmen.

Favoriten

Platt gesagt: in jedem Wettbewerb norwegische Männer und französische Frauen, wo die beiden Nationen in allen Wettbewerben jeweils gleich mehrere heiße Eisen im Feuer haben.

Die deutschen Hoffnungen tragen fast ausschließlich die Frauen, vornehmlich die Weltcup-Führende Franziska Preuß, die eine unglaublich erfolgreiche Saison mit Medaillen krönen könnte. In ihrem Windschatten können Talente wie Selina Grotjan ohne großen Erwartungsdruck Erfahrungen sammeln. Die deutschen Männer haben allenfalls Außenseiterchancen, aber gerade im Biathlon kann enorm viel passieren gerade am Schießstand.

 

Und sonst?

  • Bundesliga: Der Top-Schlager Bayer Leverkusen gegen Bayern München steht im Blickpunkt (Sa., 18.30): Allerdings ist die ganz große Spannung schon draußen, denn mittlerweile haben die Münchner bereits 8 Punkte Vorsprung auf den Meister, das heißt auch eine Niederlage wäre verkraftbar für die Münchner zumindest mit Blick auf die Tabelle. Vielleicht schonen die Bayern im Hinblick auf ihr Champions-League-Rückspiel gegen Celtic nächsten Dienstag sogar Kräfte.
    Das Ruhrderby zwischen Bochum und Dortmund (Sa., 15.30) lockt vielleicht ein paar Unfallglotzer an. Beiden Teams hilft nur ein Sieg für den Abstiegskampf respektive den um Champions-League-Plätze.
  • Internationaler Fußball: Schon am Mittwoch das Merseyside-Derby zwischen dem FC Everton und FC Liverpool, mit dem die Tabelle der Premier League endlich begradigt wird. Letztmals übrigens im Goodison Park, weil nächste Saison Everton im neuen Stadion spielt. Tabellenführer Liverpool kann mit einem Sieg 9 Punkte auf den Zweiten herausholen – das wäre mehr als eine Vorentscheidung.
    Match of the Day am Sonntag (17:30) ist das Duell der Enttäuschten zwischen Tottenham und Manchester United. Der Verlierer muss tatsächlich in Richtung Abstiegszone schauen.
    Das sogenannte Derbi Italia zwioschen Inter Mailand und Juventus Turin steht im Blickpunkt der Serie A (So., 20:45). Inter steht bei einem Punkt Rückstand im Meister-Fernduell mit Napoli, das tags zuvor bei Lazio (Sa., 18:00) eine schwere Aufgabe hat.
  • Allstar-Weekend in der NBA: Man vearsucht ein neues Format. Gebildet werden drei Teams, dazu kommt der Sieger zwischen dem Nachwuchsduell Rookies vs Sophomores (2. Jahr). Mal sehen, ob die Herrschaften es ein bisschen seriöser angehen als die vergangenen Jahren, als überhaupt keine Defense mehr gespielt wurde. Franz Wagner könnte als Ersatzmann für den verletzten Giannis Antetokuonpo nachrücken, das entscheidet Liga-Chef Adam Silver höchstselbst.
  • Basketball: Tatsächlich keine europäischen Wettbewerbe, sondern „nur“ das Final Four im nationalen Pokal, das in Weißenfels ausgetragen wird. Der FC Bayern spielt im Halbfinale gegen den gastgebenden Mitteldeutscher BC, die 2. Partie am Samstag bestreiten die Skyliners Frankfurt und Bamberg Baskets.
  • Eishockey: Wie gehabt ein Doppelspieltag in der DEL, wo sich die Vorrunde ganz langsam dem Ende zuneigt. Für mich persönlich interessant wird die Partie Red Bull München gegen die Schwenningen Wild Wing, die ich live vor Ort im SAP Garden sehen werde.
  • Handball: Einen deutscher Schlager gibt es schon am Dienstag in der European League, wenn Bundesliga-Tabellenführer  MT Melsungen den Rekordmeister THW Kiel empfängt (20:45). Ein weiteres nationales Duell gibt es vorher zwischen dem VfL Gummersbach und der SG Flensburg-Handewitt. Da hat die Losfee ganze Arbeit geleistet.
  • Tennis: Für die Männer beginnt die südamerikanische Sandplatz-Tour in Buenos Aires. Topgesetzt ist Alexander Zverev, unter anderem dabei sind Holger Rune und Lorenzo Musetti. Wer es lieber hart mag, startet in Marseille/Halle (Daniil Medwedew, Ugo Humbert, Karim Katschanow, Jan-Lennard Struff) oder Delray Beach/USA (Taylor Fritz). Bestens besetzt ist das Frauen-Turnier in Doha, wo praktisch die gesamte Weltelite (außer Australian-Open-Siegerin Madison Keys) am Start ist, also Aryna Sabalenka, Iga Swiatek et all.

 

 

Van Allmen triumphiert, Österreich mehr als im Soll

Ski-WM in Saalbach, V

 

Die absolute Königsdisziplin, Abfahrt der Männer, ging an die Schweiz. Doch nicht der favorisierte Marco Odermatt triumphierte, sondern Franjo van Allmen. Auch die Gastgeber durften trotz des Erfolges des Nachbarn zurfrieden sein, denn Vincent Kriechmayr gewann für Austria die 4. Medaille im 4. Speedrennen.

 

Das Rennen

 

Diesmal sollte es kein Startnummernrennen werden. Die erste ernstzunehmende Richtzeit setzte mit der Nummer 8 der Schweizer Alexis Monney, der dem bis dato Führenden Nils Allegre gleich 1,03 Sekunden abnahm. Lange durfte sich der Schweizer nicht auf dem vorläufigen Siegessessel hinsetzen, denn schon unmittelbar darauf war der Einheimische Vincent Kriechmayr noch mal sieben Hunderstel schneller, obwohl er im Schlussteil etwas Zeit verlor. Er war also nicht perfekt unterwegs gewesen. Dieser Verdacht wurde Gewissheit, als sich Franjo van Allmen aufmachte. Der Aufsteiger des Jahres war bei allen Zwischenzeiten voll dabei, hatte aber einen brillanten Endspurt und unterbot Kriechmayr um 24 Hunderstel. Die Entscheidung? Dominic Paris, das 2-Meter-Muskelmann aus Südtirol, verlor oben zuviel Zeit, da nutzte ihm die perfekte Fahrt unten nichts mehr. Also blieb nur noch Marco Odermatt, der Super-G-Weltmeister. Doch der wirkte längst nicht so federleicht wie am Freitag, riskierte zwar viel, streute aber einige Fehlerchen ein, die diese Strecke nicht verzeiht. So blieb der medaillenlose Platz 5, und sichtbar war sein Ärger ob der Fahrt.

 

Das Ergebnis

 

G: Franjo van Allmen (SUI).   1:40,68
S: Vincent Kriechmayr (AUT)     0,24
B: Alexis Monney (SUI)               0,31

4. Dominik Paris (ITA) 0,45, 5. Marco Odermatt (SUI/TV) 0,66, Adrian Smiseth Sejersted (NOR) 0,83, … 13. Ryan Cochran-Siegl (USA) 1,43, 20. Romed Baumann (D) 1, 75

 

Die Medaillengewinner

 

Franjo van Allmen krönte seine unglaubliche Saison, die aus den Reihen der Durchschnittsfahrer bis in die absolute Speed-Elite führte. Mit einem Jahr Verspätung bestätigte der 22-Jährige all den Vorschusslorbeer, den er als dreimaliger Vize-Weltmeister bei der Junioren-WM 2023 in den USA gesammelt hatte. Dreimal kam er in der Abfahrt auf den 2. Platz, nämlich bei den Klassikern in Gröden, Bormio und Wengen. Am Wengener Lauberhorn gewann er im Super-G auch seinen ersten Weltcup. Spätestens da gilt er als Kronprinz des überragenden Marco Odermatt.

Vincenz Kriechmayr ist seit Jahren der mit Abstand beste und konstanteste österreichische Speed-Spezialist. Der 31-Jährige gewann jeweils 9 Weltcup-Rennen in Abfahrt und Super-G, zuletzt vor fast genau einem Jahr in Kvitfjell (Super-G). Groß war das Wehklagen in Austria, als er vor knapp einen Monat in Wengen stürzte und sich eine schmerzhafte Bänderdehnung zuzog, die gar seinen WM-Start gefährdete. Doch der 31-Jährige arbeite an seiner Fitness und konnte auch dank Schmerzmittel antreten. Schon sein 4. Platz im Super-G war verheißungsvoll.

Alexis Monney trat wie sein Landsmann van Allmen erst diese Saison richtig in Erscheinung, gerade noch rechtzeitig, möchte ich angesichts seiner schon 25 Jahre und der unglaublich starken Konkurrenz in der Schweiz anmerken.. Der Abfahrts-Junioren-Weltmeister von 2020 hatte Ende Dezember seine große Zeit, als er in Bormio erst die Abfahrt gewann (vor van Allmen) und tags darauf im Super-G Platz 3 belegte, seine bis dato einzigen Podestplätze im Weltcup.

 

Die Gastgeber

 

Nach einer äußerst engagierten Fahrt raste Daniel Hemetsberger mit nicht einmal einer Sekunde Rückstand auf den Sieger auf Platz 7, für ihn ein Top-Ergebnis, erst recht nach dieser reichlich durchschnittlichen Saison. Auch Stefan Babinski kann mit seinem 9. Rang zufrieden sein, Lehrgeld zahlte der in den Trainingsläufen auftrumpfende Stefan Eichberger (28.),

 

Die Enttäuschten

 

Groß waren die Erwartungen der bei Großereignissen oft so starken Nordamerikaner, gerade auch nach dem Abfahrtstriumph von Breezy Johnson tags zuvor. Doch mit der Medaillenvergabe hatten die US Boys und Crazy Canucks nichts zu tun. Beser war noch Bryce Bennet auf dem 10. Platz. Fpür Kitz-Sieger James Crawford blieb gar nur Rang 23.

 

🇩🇪 👓

 

Der gebürtige Österreicher Romed Baumann durfte fast mit Blick auf sein Elternhaus starten, er klassierte sich als 20. im Mittelfeld, sind wir mal gnädig. Simon Jocher durfte Starten (30.), und Luis Vogt beendete auch sein zweites WM-Rennen nicht.

 

Morgen folgt der erste (und einzige) Ruhetag, bevor es mit den Team-Komis der Frauen und Männer weitergeht. Wir lesen uns.

Überraschung durch Johnson, Debakel für Schweizerinnen und Italienerinnen

Alpine Ski-WM in Saalbach, IV

 

Die Abfahrt ist die Königsdisziplin jeder alpinen Ski-WM – bei Frauen und Männern. Am Samstag siegte etwas überraschend die Amerikanerin Breeze Johnson, die damit erneut belegte, dass die US Girls und Boys gerade bei Großereignissen über sich hinauswachsen. Während Mirjam Puchner als Zweite bereits das dritte Edelmetall im dritten Speedrennen für Österreich gewann, erlebten die mitfavorisierten Fahrerinnen aus Italien und der Schweiz ein mittleres Debakel.
Am Sonntag steht dann die Abfahrt der Männer an, ein ausverkauftes Haus wird erwartet.

 

Abfahrt der Frauen

 

Das Rennen

 

Gleich mit der Startnummer 1 setzte Breeze Johnson eine Richtmarke, an der sich die gesamte Konkurrenz die Zähne ausbeißen würde (was zu dem Zeitpunkt natürlich niemand wissen konnte). Der Amerikanerin war ein soweit erkennbar fehlerloser Lauf gelungen, viel schneller als in den Trainings, in denen sie immer vorne zu finden war. Erstes kleines Augenbrauenhochziehen, als Ester Ledecka mit der 5 hitner Johnson blieb. Dasselbe galt Österreichs vermeintlich beste Abfahrerin Cornelia Hütter. Als dann Lara Gut-Behrami an einem Tor vorbeifuhr (und Gottseidank auf den Skiern blieb und auch die im Training topfahrende Mirjam Puchner 15 Hundertstelsekunden hinter der Amerikanerin blieb, durfte diese zumindest mit einer Medaille liebäugeln. Aus der Medaille wurde nach und nach Gold, weil die Italienerinnen Sofia Giggia und Federica Brignone weit hinterherfuhren und auch Super-G-Weltmeisterin Steffi Venier sich eine Sekunde draufpackte.
Zwei Landsfrauen wurden noch gefährlich, doch Lauren Macuga und Lindsey Vonn brachten ihre gute Zwischenzeiten nicht ganz ins Ziel. Gleiches galt auch für Emma Aicher, im Training glänzende Dritte, obwohl sie nicht voll fuhr. Auf sie galt es zu warten. Bis zur Mittelstation war sie klar schneller als Johnson, doch dvon Zwischenzeit zu Zwischenzeit verlor sie Zehntel, sodass es „nur“ zum 6. Platz reichte. Ein Top-Ergebnis für die Bayerin, aber bei einer WM zählen leider nur die Medaillen wirklich.

War es ein Startnummern-Rennen? Der glänzend präparierten Piste sah ich kein Nachlassen an. Aber es ist schon auffällig, dass in den bisherigen drei Speedrennen ehe die vorderen StarterInnen siegten. Jetzt lautete die Reihenfolge: Nummer 1 vor Nummer 9 und Nummer 5. Wenn man dann noch bedenkt, dass die besten Fahrerinnen des Winters zwischen 6 und 15 kommen, kann ich schon auf doofe Gedanken kommen: Doch es bleibt reine Spekulation, ob etwa eine Emma Aicher mit eine vordereren Nummer noch besser abgeschnitten hätten. Auf jeden Fall schdet eine frühe Nummer nicht.

 

Die Medaillengewinnerinnen

 

Breeze Johnson ist mit ihren 29 Jahren gefühlt schon eine Ewigkeit im Skizirkus dabei. Tatsächlich sind es genau 12 Jahre, in der sie im Weltcup siebenmal auf dem Podest landete, abe keinen einzigen Sieg schaffte. Guter Zeitpunkt fürs Debüt.Wegen dreiier verpasster Dopingtests war Johnson die gesamte vergangene Saison gesperrt und erst seit Dezember wieder startberechtigt. So bereitete sie sich allein auf die WM-Saison vor, rückte aber nach guten Leistungen schnell wieder ins Team. Die eher kurvenrecihe Abfahrt taugte ihr, die auch abseits der Strecke von sich reden macht. Sie ist Athletensprecherin und outete sich vor drei Jahren als bisexuell und sieht sich als Sprachrohr der queeren Szene(ihr Präsident wird also die helle Freude an ihrem Triumph haben). Noch während der WM verwies sie auf die katastrophalen Bedingungen bei der gleichzeitig stattfindenden Para-WM in Maribor, wo die Speedrennen dem fehlendem Schnee zu Opfer fielen. „Unsere Trainingsstrecken sind besser als dort“, monierte sie.

Mirjam Puchner ist eine dieser Pechmaries, die es im Skisport so viele gibt. Sehr talentiert, warf sie eine Verletzung nach der anderen zurück. Diese Saison lief grauenvoll, und ihr glück war, dass das gesamte österreichsische Team der Musik hinterherfuhr, so dass sie einen Startplatz ergatterte. Vom ersten Trainingslauf zeigte sie, dass sie und die Strecke perfekt zusammenpassten, sodass leichte Medaillenhoffnungen aufkeimten. Dass sie jetzt mit ihren 32 Jahren ihr erstes Edelmetall bei einem Großereignis holte, ist nur der veerdiente Lohn des immer wieder Aufsthens.

Ester Ledecke: Jetzt hat die Tschechin tatsächlich ihre alpine Medaille. Schon das wäre jede Nachricht wert, doch Ledecka ist das Unicorn des Wintersports, denn sie beschränkt sich nicht auf wilde Abfahrten und Super-Gs, sondern sucht ihr Glück auch im Snowboard, wo sie auch schn einige Erfolge sammelte. 2018 gelang ihr das einmalige Kunststück und holte in Pyeongchang Olympia-Gold im Super-G (alpin) und Parallel-Riesenslalom auf dem Snowboard. Insgesamt sammelte sie bei Snowboard-WMs zweimal Gold und einmal Bronze, jetzt kam ihr erstes Alpin-Bronze hinzu.

 

Stimmen

 

Breeze Johnson: Jeder sagte mir, wie gut ich in Saalbach sein werde. Vielleicht liebt mich dieser Berg.
Mirjam Puchner: Hier habe ich mich vom ersten Tag an wohlgefühlt. Jeder hat gesagt, dass mir die Strecke liegt, aber fahren muss ich ja auch erst einmal.

 

Die Enttäuschten

 

Schweizerinnen und Italienerinnen hatten die bisherigen Speedrennen der Saison dominiert, jetzt gingen sie leer aus. Beste Schweizerin war Corinne Suterauf P.atz 7, Lara Gut-Behrami schied nach Fahrfehler im Mittelteil aus. Abgeschlagen landeten Malorie Blanc un d Priska Ming-Nufer auf den Plätzen 19 und 21.
Nie viel besser erging es den Azzurri, die von Beginn an mit der Strecke haderten. Nicol Delago (mit der 3, siehe auch Startnummernrennen) wurde Siebte (für sie persönlich ein tolles Ergebnis), Super-G-Zweite Federica Brignone wurde Zehnte. Noch schlechter erging es der Speed-Queen Sofia Goggia auf dem für sie indiskutablen 16. Rang mit fast 2 Sekunden Rückstand.

 

Die (übrigen) Gastgeberinnen

 

Conni Hütter verfehlte als Vierte erneut nur ganz knapp eine Medaille, zu der ihr 13 Hundertstel fehlten. Ersatzfahrerin Ariane Rädler (für Ricarda Haaser) hatte als 17. erwartungsgemäß nichts mit der Entscheidung zu tun.

 

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Nach dem Debakel im Super-G betrieb Kira Weidle-Winkelmann Schadensbegrenzung und wurde letztlich Zwölfte, allerdings mit dem Respektabstand von 1,64 Sekunden.

 

Ergebnis

 

Gold: Breeze Johnson (USA) 1:41,29
Silber: Mirjam Puchner (AUT) 0,15 zur.
Bronze: Ester Ledecka (TCH) 0,21

4. Cornelia Hütter (AUT) 0,34, 5. Lauren Macuga 0,38, 6. Emma Aicher (D) 0,48, … 9. Steffi Venier 0,99, 10. Federica Brignone (ITA) 1,19, 12. Kira Weidle-Winkelstein (D) 1,64

 

Abfahrt der Männer, Sonntag, 11:30, ARD, Eurosport, ORF1

 

Favoriten

 

Erneut an erster Stelle nenne ich Marco Odermatt, so grandios und überlegen war der Schweizer im Super-G an gleicher Stelle. Ansonsten läuft es im Schweizer Team noch nicht perfekt, das könnten allerdings Franjo van Allmen und vor allem Alexis Monney ändern.
Der Österreicher Vincent Kriechmayr hat seine Knieverletzung offenbar gut überstanden, zeigte im Abschkluzsstraiunig trotz Bremsschwungs im Zielhang auf.
Und weil ich die frühen Startnummern besonders beachte, sei vor allem auf den Startläufer Mattia Casse verwiesen, obwohl die Italiener allesamt im Super-G enttäusxchten

 

Sehr zu beachten

 

Die Nordamerikaner, you know? Gibt es ein männliches Pendant zu Breeze Johnson aus den USA oder Kanada? Warum nicht der Titelverteidiger James Crawford oder der Super-G-Siebte Ryan Cochran-Siegle.
Und da ist auch noch der Norweger Adrian Smitheth Sejersted. Der Draufgänger, der reichlich überraschend Bronze im Super-G holte.

 

Echtes Dark Horse

 

Durch gute Leistungen hat sich der Slowene Miha Hrovat in die erste Startnummer gefahren, die er mit der Nummer 15 beschließt. Wer wetten will, die Quoten sind sicher gut …

 

Startliste

 

1 Mattia Casse
5 Ryan Cochran-Siegle
7 James Crawford
8 Alexis Monney
9 Vincent Kriechmayr
11 Franjo van Allemen
12 Dominik Paris
13 Marco Odermatt (TV)
17 AD Sejersted
18 Daniel Hemetsberger
19 Romed Baumann
35 Luis Vogt

 

WM 2023 in Courchevel

 

1. Marco Odermatt (Schweiz)
2. Alexander Aamodt-Kilde'(Norwegen)
3. Cameron Alexander (Kanada)

 

WM 1991 in Saalbach

 

1. Franz Heinzer (Schweiz)
2. Peter Rungaldier (Italien)
3. Daniel Mahrer (Schweiz)

 

Die Höchstrafe der Gastgeber. Der Schweizer Erzrivale holt den Titel u nd Platz 3, für Austria bleibt nur Blech (Platz 4 für den amtierenden Olympiasieger Leonhard Stock). Der damals 28-jährige Heinzer feierte mit WM-Gold seinen größten Karriere-Erfolg. Insgesamt gewann er 17 Welcup-Abfahrten und sicherte sich dreimal hintereinander die Weltcupwertung in der Abfahrt (1990 bis 1992), den die Aktiven selbst höher einschätzen als den eher zufälligen Einzeltriumph.
Auch für den Italiener Rungaldier war Silber das einzige Edelmatall bei einem Großereignis. Zweimal siegte er in einem Weltcup-Super-G, in der Abfahrt blieb er ohne Erfolg und wurde dreimal Zweiter. 1995 holte er sich die kleine Kristallkugel im Super-G.
Daniel Mahrer schließlich war lange Zeit Fixpunkt einer damals unglaublich starken Abfahrtsmannschaft, die etwa 1987 im heimischen Crans Montana einen Fünffacherolg feierte.. Insgesamt 8 Weltcupsiege verbuchte er, darunter 1989 in Itzbühel und 1991 bei der WM-Generalprobe Garmisch, wo er auch 1993 die Weltspitze düpierte..

 

 

 

 

 

 

 

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